Die Mini-Kernreaktoren kommen – Technologien, Chancen und Potentiale

14. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Politik, Technium

Die vergangenen 2 Jahre hat Frau Merkels Regierung die Kernkraft als “Brückentechnologie” bezeichnet, die man nur noch für eine gewisse Übergangszeit brauchen würde.  Es ist anzunehmen, dass sie diese Bewertung nicht im benachbarten Ausland verkündet hat, das schließlich seit dem Jahre 2000 damit beschäftigt ist, im Rahmen des Generation IV International Forum, dem 12 Länder und die EURATOM angehören,  gemeinsam 7 verschiedene Technologielinien der übernächsten Reaktorgeneration zu entwickeln. Ohne deutsche Beteiligung.

Merkels Regierung hatte noch  vor wenigen Monaten die Nutzungsdauer dieser Brückentechnologie deutlich verlängert – und sie dann nach dem Unglück von Fukushima als einziges Land der Welt fallen gelassen.

Im Zusammenhang mit dem beschleunigten Ende der Brückentechnologie Kernkraft in Deutschland opferte auch der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Energie, Chemie Michael Vassiliadis kurzerhand alle Gewerkschaftsmitglieder und Mitarbeiter der deutschen Kernkraftwerke auf Merkels Altar der Energiewende mit einer klaren Zustimmung zur Beendigung der Kernkraftnutzung. Zugleich leistete er einen weiteren Beitrag zur urdeutschen Debatte mit Leerbegriffen und ersetzte die nun demontierte Nuklearbrücke durch eine neue bzw. recht alte Brücke: Stromerzeugung mit Kohle. Er nannte das tatsächlich auch wieder “Brückentechnologie” – also eine Brücke als Ersatz für eine Brücke.

Ein Blick über den Zaun ergibt ein gänzlich anderes Bild: Niemals hat die technologische Weiterentwicklung der Nukleartechnik  in den Ländern Russland, Frankreich, USA, China, Indien, Südkorea und Kanada seit der Inangriffnahme dieser Entwicklungen stillgestanden. Selbst die südafrikanische Republik und Argentinien haben eigene Entwicklungen vorangetrieben.

Das Ende dieser Brücke ist jetzt nicht mehr zu erkennen; es liegt vermutlich im Jahre 2100 – oder auch noch 100 Jahre danach.

Die sogenannte nukleare Renaissance ist jedenfalls bereits seit geraumer Zeit im Gange. Heute haben 42 Nationen Baupläne für die Errichtung von Kernkraftwerken (KKW) – davon 19 erstmalig  – und weitere 7 haben ihr Interesse daran bekundet.

In fortgeschrittenem Planungsstadium befinden sich ferner in 20 Ländern 102 Kernkraftwerks-Blöcke

Diese Kernkraftwerke gehören zum Teil noch zur 2. Generation der Leichtwasserreaktoren (LWR), teilweise aber auch schon zur 3. Generation, wie z.B. der französische Typ EPR, der jetzt in Finnland und Frankreich gebaut wird und an dessen Entwicklung noch Siemens beteiligt war.

Die vierte Generation  wird jedoch vollkommen neue Maßstäbe in Bezug auf inhärente Sicherheit, vielfältige Anwendungsmöglichkeiten wie die Wasserstofferzeugung, Verringerung der langlebigen nuklearen Abfälle  und damit auch sehr große Sicherheit in Bezug auf die Weiterverbreitung von spaltbarem Material setzen.

Die Renaissance der großen Kernkraftwerke ist jedoch nur  ein Aspekt der  Entwicklung: Was jetzt zusätzlich mit Macht in den Markt dringt, ist eine  neue Klasse von Kernreaktoren, die bislang nur ein unbeachtetes Schattendasein führten – vom Militär in den USA und Russland einmal abgesehen.

Die Kleinreaktoren

Während die bisherigen KKW der 2. Und 3. Generation eine elektrische Leistung von typischerweise mindestens 600 MWel (MW = Megawatt = 1000 kW) aufwiesen, die oft bis 1.600 MWel pro Reaktorblock reichte, arbeiten die Minireaktoren im Leistungsbereich zwischen 1 und 100 MWel. Ihr vorgesehener Einsatzbereich übertrifft jedoch den der klassischen nuklearen Großkraftwerke bei weitem.

Weil die üblichen großen KKW weitab von den Städten erbaut wurden, konnte ihre Abwärme, die zur  Zeit bei 70% der aus dem Kernbrennstoff gewonnenen Energie liegt, nur in die Umwelt abgegeben werden. Für Kohlekraftwerke gilt meistens das Gleiche. Eine Ausnahme bildete das mit russischen Reaktoren ausgerüstete KKW Lubmin, dessen Abwärme über Fernheizleitungen ins nahe Greifswald geleitet wurde. Dieses Kraftwerk wurde nach der “Wende” stillgelegt und wird demontiert.

Die neue Klasse der Minireaktoren zielt nun genau auf dieses Anwendungsfeld: Sie sind sämtlich für einen Einsatz in Stadtnähe ausgelegt; in der Regel unterirdisch gebaut, durch passive Kühlsysteme gegen den Ausfall von Pumpen geschützt und zudem oftmals inhärent sicher, vielfach für Jahrzehnte mit Brennstoff ausgestattet und während ihres Betriebes  wartungsfrei. Ihre Hersteller sprechen daher von einer Betriebsweise wie bei einer wartungsfreien Batterie und die Betreibergesellschaft muß kein einheimisches Fachpersonal bereitstellen. Anschließen und vergessen ist das Motto.

Die Minireaktoren sollen sowohl Strom als auch Heizwärme für  nahe Kommunen liefern.  Die durchweg hohe Sicherheit, durch die ihre Akzeptanz bei der Bevölkerung erhöht werden kann, und ihre sehr oft unterirdische Bauweise prädestiniert diese Systeme als stadtnahe Energielieferanten. Auch die Meerwasserentsalzung wird bei mehreren Kleinsystemen als Anwendungszweck genannt.

Die Stromversorgung in Ländern mit wenig Infrastruktur und geringerer Bevölkerungsdichte

könnte mit derartigen Kleinsystemen bezahlbar werden. Die günstigen Kosten können durch die Komplett-Vorfertigung von vollständig ausgerüsteten Reaktormodulen in der Fabrik mit ihren Preis- und Qualitätsvorteilen erwartet werden. Die Modularität erhöht zudem die gesamte Anlagenverfügbarkeit und zugleich die Sicherheit.

Nukleare Kleintechnik bietet daher vor allem einen Weg für Entwicklungsländer, um eine Nuklearindustrie zu einem Bruchteil der Kosten und Risiken aufzubauen, die üblicherweise mit großen konventionellen Kernkraftwerken in Verbindung gebracht werden; auch werden kaum Spezialisten für den Betrieb benötigt. Kleine Nuklearanlagen können somit die Energielösung für die  Grundlastversorgung für viele Entwicklungsländer darstellen, die ansonsten auf fossile Brennstoffe angewiesen wären. Genau dies wird von den verschiedenen Herstellern als ihre wichtigste Vermarktungsstrategie genannt.

Für alle Länder wiederum, die in gemäßigten oder kälteren Zonen liegen, kann diese Technik Gas und Heizöl zur Hausheizung; aber auch zugleich die teuren Großkraftwerke ersetzen. Diese Entwicklung bedeutet eine potenzielle Ausweitung der Kernenergie-Anwendung in mehrere neue und bedeutende Energiemärkte, die kaum unterschätzt werden kann.

In der Kerntechnik wußte man schon immer, daß der Bau von kleinen Reaktoren einfacher und unkritischer ist

Forschungsreaktoren und Reaktoren für die Herstellung von medizinisch nutzbaren Isotopen gibt es schon lange. Einige Kleinreaktoren wurden auch in beachtlicher Stückzahl gebaut; überwiegend als Antrieb  in Atom-U-Booten,  Handelsschiffen und Eisbrechern. Weitere dienten als Energiequellen für entlegene Standorte im hohen Norden.

Die UdSSR baute etwa 20 Typen mit unterschiedlichen Reaktortechniken. Das Sosny-Institut in Weißrußland,entwickelte und baute ab 1976 zwei auf Lastwagen montierte, luftgekühlte kleine Hochtemperaturreaktoren Pamir-630D, die  300-600 kWel leisteten. Seit 1976 arbeiten in einer abgelegenen Region Sibiriens 4 kleine  Einheiten eines  Siedewasser-Reaktors, die mit einer Leistung von 62 MWth (thermisch)  und 11 MWel (elektrisch) Strom und Heizwärme liefern.

Die USA betrieben zwischen 1962 und 1972  kleine Leichtwasser-Reaktoren des Typs PM-3A (11 MWth und 1,5 MWel ) im McMurdo-Sund in der Antarktis. Mehrere erfolgreiche kleine Reaktoren entstanden nach 1950 in einem nationalen Programm, so der Big Rock Point BWR (Siedewasserreaktor) mit 67 MWel , der  35 Jahre bis 1997 lief.

Das russische Kreuzfahrtschiff Yamal, ein Eisbrecher der mit zwei Kernreaktoren angetrieben wird.

Auch auf Schiffen und U-Booten gibt es schon lange kleine Kernreaktoren

Der russische KLT-40S von OKBM Afrikantow ist ein in Eisbrechern bewährter Reaktor. Überhaupt fällt auf, dass sich heute mehrere der Entwicklungslinien, die von der Arbeitsgemeinschaft der 4. Generation bearbeitet werden, im Minireaktor-Zoo wieder finden – und teilweise bereits seit langem eingesetzt werden: Zum Beispiel schnelle Reaktoren und Hochtemperaturreaktoren. Bei den schnellen Reaktoren ist der Grund offensichtlich: Sie nutzen das Natururan U-238 etwa 60-fach besser aus als die LWR und damit erhält man mit nur einer Brennstoffbeladung enorm lange Betriebszeiten.

Der folgende Auszug aus den laufenden Entwicklungen der Kleinreaktoren gibt einerseits einen Eindruck von der erstaunlichen technologischen Bandbreite, mit der gearbeitet wird, andererseits aber auch von der Breite der angestrebten Anwendungen sowie von dem außerordentlich hohen Sicherheitsniveau, das  hier zum Standard wird – und das bei kleinen Reaktoren auch aus physikalischen Gründen viel leichter als bei Großkraftwerken zu realisieren ist.

Eine Übersicht über einige der in Entwicklung befindlichen Kleinsysteme mit elektrischen Leistungen bis 125 MWel:

  1. Leichtwasser-Kleinreaktoren

Leichtwasser-Reaktoren mit langsamem, thermischem Neutronenspektrum gehören zur 2.  und in neuester Ausführung 3. Generation der Kernkraftwerke. Auch sie gibt es im Kleinformat:

Der mPower Reaktor von Babcock & Wilcox

KLT-40S (Russland)
Als Nachfolger der schon länger in Eisbrechern eingesetzten KLT-40-Reaktoren entwickelte

das russische Unternehmen OKBM Afrikantow den 35 MWel -Druckwasserreaktor KLT-40S. Er soll als schwimmendes Kraftwerk eingesetzt werden, das entlegene Hafenstädte 35 bis 40 Jahre lang mit Strom und Wärme versorgen kann.   Erster Einsatz des ersten schwimmfähigen Kernkraftwerks Akademik Lomonossow  soll 2012 an der Halbinsel Kamtschatka zur Versorgung der Siedlung Viljuchinsk erfolgen.

Derweil entwickelt OKBM  den RITM-200, einen 55 MWel Reaktor, der die zwei KLT-40S in schwimmenden KKW ersetzen soll.

mPower (USA)
Babcock & Wilcox strebt ein aus modularen, unterirdisch installierten 125 MWe -LWR-Reaktorblöcken bestehendes Kraftwerk an.  Bei Brennelemente-Wechsel oder  Reparaturarbeiten muß nur ein Modul heruntergefahren und ggf. herausgenommen werden, während die übrigen weiter laufen.

Ein Vorteil  ist die kostengünstige und qualitativ überlegene Komplettfertigung eines Moduls in einer Fabrik, von der es zur Kraftwerksbaustelle transportiert und eingebaut werden kann. Betont werden die erweiterten Sicherheitsfunktionen der Reaktoren: Passive Sicherheitssysteme, keine aktiven Kernkühlsysteme. Keine Notstromaggregate, sondern Batterieversorgung.

NuScale (USA)
NuScale entwickelt ebenfalls modular aufgebaute LWR. Ein Kraftwerk soll aus 1 bis 12 Modulen bestehen und bei 12 Modulen eine Leistung von 540 MWel liefern, wobei das Einzelmodul 45 MWel beisteuert. Das Notkühlsystem des Reaktors arbeitet passiv und bedarf keiner Stromversorgung. Komplettfertigung in einer Fabrik; unterirdische Montage.

SMART (Südkorea)
Auch das Korea Atomic Energy Research Institute KAERI arbeitet seit 1997 an einem modularen  „System-Integrated Modular Advanced Reactor (SMART)“: Ein 330 MWth bzw. 100 MWel – Reaktor, der für  Stromerzeugung, Meerwasserentsalzung und Fernwärmeversorgung eingesetzt werden soll.

CAREM (Argentinien)
Ein modularer 27 MWel Reaktor für Stromerzeugung oder Wasserentsalzung. In ca. 10 Jahren Einsatz in der NW-Provinz Formosa.

VKT-12 (Russland)
Der VKT-12 ist ein kleiner transportabler 12 MWel Reaktor (BWR), der dem   VK-50-Prototyp in Dimitrowgrad ähnelt. Brennstoffwechsel alle 10 Jahre.  Reaktorbehälter: 2,4 m Innendurchmesser, Höhe 4,9 m.

ABV (Russland)
Ein in Entwicklung befindlicher kleiner Druckwasserreaktor von OKBM Afrikantow ist der ABV mit einem Leistungsspektrum von 45 MWth  (ABV-6M) bis herunter zu 18 MWth  (ABV-3), somit 18 – 4 MWel.   Brennstoffwechsel-Intervall ist ca. 8-10 Jahre.

NHR-200 (China)
Der Nuclear Heating Reactor (Nuklearer Heizreaktor) NHR-200, entwickelt von der Tsinghua Universität, ist ein einfacher 200 MWth – Druckwasserreaktor für die Fernheizung oder Wasserentsalzung. 2008 beschloß die Regierung den Bau einer Multi-Effekt-Entsalzungsanlage (MED) mit dem NHR-200 auf der Halbinsel Shandong.

Holtec HI-SMUR (USA)
Holtec International gründete im Februar 2011 eine Tochter – SMR LLC – um den unterirdisch installierten 140 MWel – Reaktor „Holtec Inherently Safe Modular Underground Reactor“  kommerziell zu verwerten.  Er besitzt  passive Kühlung.

TRIGA (USA)
Das TRIGA Power System ist ein Druckwasserreaktor, dessen Konzept auf General Atomics bewährtem Forschungsreaktor-Design beruht. Es ist ein 64 MWth , 16,4 MWel  System.

 

  1. Gasgekühlte Hochtemperatur (HTR)- Kleinreaktoren

 

Versuchsanlage mit HTR-10 Reaktor am chinesischen Institute of Nuclear Energy Technology (INET)

HTR-10 (China)
Chinas HTR-10 ist ein 10 MWth  experimenteller gasgekühlter HTR am INET-Institut an der Tsinghua Universität nördlich Pekings. Vorbild war der deutsche HTR bzw. AVR. Der Brennstoff ist auch hier ein „Kugelbett“ (27.000 Elemente). Betriebstemperatur 700oC. Im Jahre 2004 erfolgte  ein extremer Sicherheitstest,  in dem der Umlauf des Kühlmittels Helium unterbrochen wurde, ohne den Reaktor abzuschalten. Bedingt durch die Physik des HTR ging die Kettenreaktion zurück; der Reaktor kühlte ab. Die Temperatur überstieg niemals sichere 1600oC.

Beim HTR-Versuchsreaktor AVR (Jülich) hatte man schon viel früher den gleichen Test zwei Mal erfolgreich durchgeführt.

Adams Engine (USA)
Adams Atomic Engines´ 10 MWel – HTR-Konzept besitzt einen Reaktorkern  mit ca. 80.000 Brennstoffelementen. Die Ausgangstemperatur  ist 800oC. Eine Demo-Anlage soll 2018 fertig gestellt sein.

MTSPNR (Russland)
Der kleine modulare, transportable, luftgekühlte HTR „MTSPNR“ wird  vom N.A. Dolezal Forschungs- und Entwicklungsinstitut (NIKIET) entwickelt. Zweck: Wärme- und Stromversorgung entlegener Regionen.  Die 2-Reaktoren-Einheit liefert 2 MWel . Laufzeit:  25 Jahre ohne Brennstoffergänzung.

 

  1. Schnelle Kleinreaktoren

Als  schnelle Reaktoren bezeichnet man Anlagen mit einem schnellen Neutronenspektrum. Weil das in Leichtwasserreaktoren übliche Kühlmittel Wasser die schnellen Neutronen abbremst, erfüllen  Salzschmelzen oder flüssige Metalle die Kühlaufgabe.

Schnelle Reaktoren haben den Vorteil, dass sie nicht nur das Natururan U-238 vollständig – und nicht nur zu 1,5-2,2% wie die Leichtwasserreaktoren – ausnutzen; sie verbrennen bzw. spalten zudem auch die entstandenen langlebigen radioaktiven Isotope (insbesondere das Plutonium- 239 mit 24.000 Jahren Halbwertszeit) vollständig und hinterlassen nur Spaltprodukte, – relativ kurzlebige Isotope- , die nach ca. 300 – 400 Jahren komplett zerfallen sind. Daher könnten sie auch mit aufbereiteten Nuklearabfällen aus den üblichen Leichtwasser-Reaktoren als Brennstoff gefüttert werden und deren Plutonium verbrennen – und damit auch das Endlagerproblem weitgehend entschärfen. Bei den schnellen Minireaktoren gibt es folglich auch zwei Entwicklungslinien:

 

           3.1 Schnelle Salzschmelze-Kleinreaktoren

FUJI (Japan)
Er gehört bereits zur 4. Generation der Flüssigsalz-Reaktoren (MSR). Der FUJI ist ein kleiner Brutreaktor mit eigenem Brennstoffkreislauf. Als Vorstufe soll der miniFUJI  gebaut werden (1,8 m Durchmesser und 2,1 m Höhe)   und dabei die respektable Leistung von 7 bis 10 MWel erreichen. Danach   soll  der FUJI gebaut werden, der  100 bis 300 MWel erreichen könnte.

Passive Kühlung; der Brennstoff kann allein durch Schwerkraft aus dem Reaktor entfernt werden.  Auch soll das reichlich vorhandene Thorium  als Brennstoff mitgenutzt werden.

2010 wurde in Tokio die International Thorium Energy & Molten-Salt Technology Inc. (IThEMS) gegründet, die innerhalb von 5 Jahren den ersten Thorium-MSR miniFUJI bauen will.

3.2  Flüssigmetall-gekühlte schnelle Kleinreaktoren

Da Hyperion Power Module (HPM)

HPM (USA)
Die Hyperion Power Generation Inc. in Santa Fe baut den Minireaktor  HPM  mit einer Leistung von 25 MWel und 75 MWth. Es ist ein  schneller Reaktor (LFR)  mit  Kühlung durch eine flüssige eutektische Blei-Wismut-Mischung. Auch dieser kleine Reaktor – 1,5 m Durchmesser, 2,5 m Höhe – wird komplett in einer Fabrik hergestellt und per Bahn, LKW oder Schiff zum Einsatzort gebracht und  unterirdisch eingebaut. Der Brennstoffvorrat reicht für einen 10-jährigen Betrieb, dann Rücktransport und Brennstoff-Erneuerung. Das Unternehmen hat auch Schiffsantriebe im Blick.

SSTAR (Japan)
Dieser bleigekühlte schnelle Reaktor wird von Toshiba u.a. entwickelt. Er soll unterirdisch installiert werden. Nach 20 Betriebsjahren ohne neuen Brennstoff wird der  Reaktor zum Brennstoff-Recycling abgeholt. Der Kern ist 1 m hoch und hat 1,2 m Durchmesser (20 MWel–Version).

SVBR-100 (Russland)
Der Blei-Wismut-gekühlte schnelle Reaktor SVBR mit 75-100 MWel und 400 – 495oC wurde von Gidropress entwickelt.  Der Reaktor der Alfa-Klasse U-Boote (s.o.), war bereits im Wesentlichen ein SVBR. 2020 soll der 100 MWel-SVBR in Dimitrowgrad ans Netz gehen. Nach den gleichen Designprinzipien ist ein SVBR-10 mit 12 MWelgeplant.

4S (Japan)
Toshiba und das CRIEP-Institut entwickeln zusammen mit SSTAR Work und Westinghouse  einen Super-Safe, Small & Simple (4S) Natrium-gekühlten schnellen Reaktor, der auch als „nukleares Batteriesystem“ bezeichnet wird. Wiederum Komplettfertigung in der Fabrik, unterirdischer Einbau vor Ort und passive Sicherheitseigenschaften.  10 MWel–  und eine 50 MWel–Versionen  sind geplant. Aufgabe: Stromerzeugung und elektrolytische Wasserstofferzeugung. Ein erster Standort wird Galena/Alaska sein.

Der L-4S ist eine Blei-Wismut-gekühlte Version des 4S-Designs.

EHNS (USA)
Die „Encapsulated Nuclear Heat Source“ EHNS ist ein 50 MWel  Flüssigmetall-gekühlter Reaktor, der von der University of California, Berkeley, entwickelt wird.  Der Brennstoffvorrat soll 15 – 20 Jahre reichen. Danach Abtransport und Ersatz. Die ENHS ist für Entwicklungsländer entworfen.

Neue Entwicklungen für Reaktoren mittlerer Leistung

Zwischen den konventionellen nuklearen Großkraftwerken und den Kleinreaktoren wird es natürlich keine Lücke geben. Kernkraftwerke mit Leistungen zwischen 100 und 300 MWel werden von vielen Betreibern gewünscht. Bei diesen wird man zunächst  überwiegend auf thermische Leicht- und Schwerwasserreaktoren setzen.

Man bevorzugt nun aber gleichfalls eine Modulbauweise, die hier nicht nur der rationellen Fertigung gilt, sondern bei der ein größeres Kraftwerk dadurch realisiert  werden kann, daß es aus mehreren kleineren Reaktormodulen aufgebaut wird. Die oben beschriebenen Typen mPower, NuScale, Holtec und SMART sind Beispiele. Weiterhin gehören u.a. fünf neue  Entwicklungen in den USA, Russland, Indien China und Japan zu dieser Leistungsklasse.

Über die umfangreichen internationalen Entwicklungsarbeiten an großen Reaktoren der 3. und 4. Generation kann hier aus Platzgründen nicht detailliert berichtet werden.

Eine Frage bleibt: Warum nicht gleich so ?
Spätestens nachdem sich der Leser bis hierher durchgekämpft hat, drängt sich ihm vermutlich die Frage auf:  Wenn sich die Entwickler der Kernreaktoren im Laufe der Zeit Schritt für Schritt, beginnend mit Reaktoren kleiner Leistungen zu den imponierenden Anlagen der 1000-MWel –Klasse hochgearbeitet haben – wieso hat es bei den Energieversorgern als Käufer niemals eine Rolle gespielt, daß sehr große Leichtwasserreaktoren trotz ihrer tief gestaffelten, aufwendigen Sicherheitseinrichtungen dennoch prinzipiell zu einem Kernschmelze-Unfall fähig sind ?  Und Kleinreaktoren eben nicht.

Und wo hätte die Leistungsgrenze gelegen, unterhalb derer ein derartiger Unfall aus physikalischen Gründen unmöglich ist? Die Antwort gab meinem Kollegen Rainer Six und mir Professor Dr.-Ing. Kurt Kugeler, der ehemalige Direktor des Instituts für Reaktorsicherheit und –technik an der RWTH Aachen, in einem Gespräch im Jahre 1996:

Bis zu einer Leistungsgrenze von  200 MWel würde die nach dem Abschalten eines Leichtwasserreaktors  noch entstehende Nachwärme der zerfallenden kurzlebigen Isotope auch bei einem völligen Ausfall der Kühlung – auch der Notkühlung –  sicher abgeleitet. Erst bei Überschreitung der Schmelztemperatur der Brennstab-Hüllrohre von ca. 1.900 oC würden die heißen Brennstoffpellets freigesetzt. Diese für eine Kernschmelze notwendige Temperatur  würde aber bei diesem kleineren Reaktor auf keinen Fall mehr erreicht; der Reaktor kühlt dann im Laufe einiger Wochen ab. Laut Prof. Kugeler könnte man diese sichere Leistungsgrenze noch durch eine Änderung der Kerngeometrie – z.B. ein Torus an Stelle einer zylindrischen Form –  weiter bis auf ca. 300 MWel erhöhen. Der einzige Preis für diese Konstruktion, die einen schweren Kernschmelze-Unfall absolut ausschließen würde, wäre eine durchaus erträgliche Kostenerhöhung pro Kilowattstunde.

Das Institut von Prof. Kugeler hatte bereits 1968 vorgeschlagen, einen solchen nicht zur Kernschmelze fähigen Reaktor zu bauen, und zwar unterirdisch, und darüber einen größeren Erdhügel zu errichten. Diese Tatsachen und dieser Vorschlag waren somit  vor dem Beginn der Entwicklung und des Baus von Kernkraftwerken in Deutschland allen Fachleuten und auch den potenziellen Betreibern, den EVU, wohl bekannt.

Weshalb hat man dann derartige Kernreaktoren nicht entwickelt und gebaut ?
Kugelers Antwort war resignierend: Niemand interessierte diese im Grunde fundamentale Sicherheitsfrage.  Man wollte nur eine möglichst große Leistung – allein aus Kostengründen. So wurde die Entwicklung mittelgroßer und kleiner Kernreaktoren einfach ausgelassen und gleich der Schritt zu sehr großen Blöcken getan – mit der Konsequenz, daß diese leichtfertig ignorierte Achillesferse der großen Reaktoren  speziell in der deutschen Politik eine immer größere Rolle spielte, bis schließlich Frau Merkel die Gelegenheit des Fukushima-Unfalls benutzte, um dieses politisch unangenehme Thema loszuwerden.

Man kann  seine Phantasie spielen lassen und sich vorstellen, wie es in Deutschland weitergegangen wäre, wenn  Industrie und  Betreiber rechtzeitig  über ihre Verantwortung nachgedacht hätten, wie es ihre Pflicht gewesen wäre. Und von vornherein ausschließlich inhärent sichere Reaktoren der mittleren Leistungsklasse, wie sie jetzt das Ausland entwickelt, gebaut hätten. Die Modulbauweise wäre bereits damals die logische Konsequenz für den Bau von ebenfalls inhärent sicheren, aus vielen derartigen Einheiten bestehenden Großkraftwerken gewesen.

Deutschland hätte Maßstäbe gesetzt und zumindest im eigenen Lande wären Reaktorkatastrophen nicht nur praktisch, sondern physikalisch unmöglich gewesen. Nur das Endlager-Problem, das heute einer Lösung durch die schnellen Reaktoren entgegen geht, wäre damals übrig geblieben.

Hätte es  jemals eine bemerkbare Anti-Atomkraft-Bewegung gegeben ?

Wären die Grünen immer noch eine Splitterpartei ?

Hätten wir  heute einen höheren Kernkraftstrom-Anteil als Frankreich ?

Wären die deutschen modularen Kernkraftwerke heute ein Exportschlager ?

Es bleibt nur die Schlußfolgerung, daß die Industrie bereits zu Beginn der Entwicklungsarbeiten in Ignoranz und Kurzsichtigkeit den späteren Untergang der friedlichen Nutzung der Kernkraft in Deutschland selbst vorprogrammiert hat.

Das Ausland führt uns jetzt vor, wie die Entwicklung der Kernkraftnutzung erfolgreich weitergehen wird – und eigentlich wäre jetzt der Zeitpunkt gekommen, auch in Deutschland in die Entwicklung der inhärent sicheren Kernreaktoren einzusteigen  und den Ausstieg aus den großen Reaktorblöcken mit dem Einstieg in kleine und mittlere nukleare Heizkraftwerke zu verbinden. Den inhärent sicheren HTR haben die Deutschen schließlich erfunden und  gebaut – er funktionierte perfekt – und wurde dann politisch stillgelegt.

Aber die Geschichte läßt sich nicht zurück drehen
Alle anderen die Kernkraft nutzenden Länder sowie viele Schwellenländer werden die rationelle Einstiegsmöglichkeit in die kleinen, sicheren, wartungsarmen KKW der 3. und 4. Generation ergreifen. Die Vorteile sind zu überzeugend.

Deutschland hingegen wird vermutlich noch lange viel Lehrgeld für den fundamentalen sicherheitstechnischen Konstruktionsfehler seiner Kernkraftwerke und die daraus erwachsenen politischen Konsequenzen bezahlen und sich mit Atomstromimporten, Kohlekraftwerken sowie wetterabhängigem Windstrom herumschlagen.

Ein deutlicher Anstieg der Strompreise ist durch die Konsequenzen der sog. Energiewende unabwendbar geworden. Wie lange das die Wirtschaft und die Bürger aushalten, läßt sich nicht vorhersagen. Aber sobald die Energiewende spürbar schmerzt, wird es für die Regierung schwierig. Auch für eine rot-grüne. In der Tradition der deutschen Energiepolitik käme dann eine neue  Energiewende.

http://www.nuc.berkeley.edu/node/610

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126 Kommentare
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  1. Schöne Aufzählung.

    Es fehlt leider der Salzgekühlte Reaktor mit thermischem Neutronenspektrum.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigsalzreaktor

    Ich möchte ihn hiermit der Liste zufügen.

  2. Man man, hier ihr Argument in kurz: Weil alle mit einem LKW ohne Bremsen den Berg runterfahren sollten wir das auch tun! Die feuchten pubertären Ingenieursträume kommentier ich erst gar nicht.
    Über die wahren Atomstromkosten, ohne Subventionen und sozalisieren der Risiken, haben wir dabei ja noch gar nicht gesprochen.

  3. pauschale Ablehnung der Nutzung der Kernenergie zeugt nur von Dummheit und Ignoranz. Davon gibt es hier in D leider zu viel.

  4. Hallo Physiker,

    darf man dann wenigstens nach längerer Beschäftigung der Materie die Nutzung der Kernenergie als Auslaufmodell ansehen, ohne sich dabei der Dummheit und Ignoranz verdächtig zu machen?

  5. @Hader:
    Das ist zu pauschal.

    Man kann Reaktorkonzepte als überholt oder unsicher einstufen, aber zu glauben, in der Kerntechnik (und das gilt für jede Technik) sei schon alles erfunden und es gäbe keine Möglichkeit mehr für große Innovation, ist ignorant und beschneidet uns vielfältiger Möglichkeiten.

    mfg
    Physiker

  6. Hallo Physiker, ich glaube, da haben Sie mich etwas missverstanden. Ich sage ja nicht, dass in der Kernenergie schon alles erfunden sei und es technologisch keine Innovationen mehr geben kann. Ich sehe es aber als Kraftwerkstyp lediglich als Auslaufmodell an. Genauso wie Kohlekraftwerke dazu gehören, einfach weil die Resource Kohle irgendwann erschöpft ist, bzw. zu teuer und zu wertvoll, um sie einfach nur zu verbrennen. Das sagt ja noch nichts darüber aus, wie lange sich dieses Auslaufmodell hält.

  7. @Hader:

    Sie vergessen da was:
    1. Es gibt noch viel Thorium.
    2. Über Uranvorräte und Nutzung des Uran 238 lässt sich streiten, aber prinzipiell gibt es mehr, als Greenpeace angibt.
    3. Kernfusion ist auch Nutzung der Kernenergie. Andere Technologie und ganz leicht andere Physik, aber sobald sie im Kraftwerkssinne funktioniert, hat sich das Brennstoffproblem erledigt.

    mfg
    Physiker

  8. „Das sagt ja noch nichts darüber aus, wie lange sich dieses Auslaufmodell hält.“

    Wenn man es so sieht, dann ist es ein Auslaufmodell. Dann ist aber alles, was heute oder morgen oder in 100 Jahren erfunden wird, ein Auslaufmodel. Wer weiß, wie lange sich das Auslaufmodel Handy, Computer, Auto, Mensch … noch hält.

  9. @Peter ….Lustig

    Man man, hier ihr Argument in kurz: Weil alle mit einem LKW ohne Bremsen den Berg runterfahren sollten wir das auch tun!

    Tja, Problem erkannt, Problem gebannt.
    Wir Deutschen würden den LKW erstmal BREMSEN spendieren, dazu einen Sicherheitsgurt und Airbag für den Fahrer und weil wir besonders gründlich sind, kriegt der LKW noch Bremsraketen, einen Bremsfallschirm und einen Wurfanker.
    Weil dat auch noch nicht sicher genug ist, kriegt jede Kurve eine Ausrollstrecke mit Kiesbett und das Risiko geht fast gegen Null.

    Ok, der LKW wird benötigt um dringende Nahrungsmittel und Waren ins Tal zu bringen…….wir könnten ihn natürlich auch durch Eselskarren ersetzen, nur besteht jetzt die Frage…..wieviele Karren brauchen wir, wie viele Eseltreiber, wieviel Futter und wohin mit den Kadavern, wenn die Esel wegen Überarbeitung verrecken.

    Naja, es soll ja Menschen geben die alleine von Luft und Liebe leben……die brauchen natürlich keine Waren, gelle Peter.

    Onkel Heinz…….verursacht selbst beim Kacken externe Kosten

  10. Hallo Physiker, ich glaube, da haben Sie mich etwas missverstanden. Ich sage ja nicht, dass in der Kernenergie schon alles erfunden sei und es technologisch keine Innovationen mehr geben kann. Ich sehe es aber als Kraftwerkstyp lediglich als Auslaufmodell an.

    Da hat aber wer den Artikel missverstanden.
    Vorteile der Mini-Reaktoren gegenüber herkömlichen KKWs:
    Sicherheit.
    Nutzung Wärme.
    Dezentrale Versorgung(Vorteil vor allem für Entwicklungsländer)
    weniger Wartung

    Vorteile von Brütern(von welchen sich viele darunter befinden)
    Reichweite von Thorium(länger als die Sonne scheint)
    Reicchweite von Uran 238(wird auch in die Millionen gehen)
    viel weniger Abfall (1/30)
    Abfall weniger lang gefährlich(paar hundert Jahre)
    wobei man z.B. beim Flüssigsalzreaktor 83% des Abfalls nach 10 Jahren schon verkaufen kann.
    Seltene Erden für PV, Wind, Fernseher usw. können auch z.B. in den USA gefördert werden, da man Thorium nicht entsorgen muss unbd sich der Abbau lohnt.

  11. Bei der Diskussion um die Kenrkraft geht es vor allem um die Aspekte Reaktorsicherheit, Ensorgung der Restsstoffe, die Möglichkeit spaltbares Material prinzipiell auch zu Kerwaffen verarbeiten zu können und um die langfristige Versorgung mit spaltbarem Material (oder für den Fall der Kerfusion mit zu fusionierendem Material).

    Und hier stellen einige neuen Konzepte von Minireaktoren durchaus Lösungen dar, die die oben genannten Probleme deutlich besser lösen als die bisher zur Anwendung gekommen Reaktorkonzepte.

    Ich möchte das einmal am Beispiel des Laufwellenreaktors (travelling wave reactor, TWR), welcher unter anderem von der Firma TerraPower entwickelt wird, einem Spin-off des Intellectual Ventures Lab, einem Forschungsinstitut das unter anderem von Bill Gates finanziert wird.

    Bei diesem Reaktor benötigt man nur für die Startphase etwas angereichertes Uran. Im weiteren entsteht waffenfähiges Material nur in sehr geringen Mengen und wird im Prozess ständig verbraucht. Damit wird ein Einsatz zur Waffenproduktion praktisch ausgeschlöossen.

    Bei einem Ausfall der Kühlung kann es bei dem Konzept nicht zu einer unkontrollierbaren Kettenreaktion kommen, die Reaktion kommt von alleine zum Erliegen. Auch ist die jeweils verfügbare Menge an spaltbrem Material äußerst gering.

    Als Brennstoff kann bei solchen Reaktoren abgereichertes Uran oder Thorium eingesetzt werden. Dabei wäre der Reaktor sogar mit alten Brennstäben aus den jetzigen Kernkraftwerken zufrieden. Danach würde nur das weltweit in riesigen Mengen vorhandene Uran 238 gebraucht. So ein Reaktor könnte mit einer Ladung Brennmaterial bis zu 100 Jahre laufen, ohne das Brennmaterial nachgelegt werden müsste, weil er sich sein Brennmaterial selbst erbrütet.Plötzlich würde aus dem heißen Atommüll ein Wertstoff.

  12. @Rudolf Kipp #11

    Plötzlich würde aus dem heißen Atommüll ein Wertstoff.

    Ja, es ist schon komisch, wie ausgerechnet die grüne Ecke, die uns jahrelang eingetrommelt hat, daß jeder gebrauchte Teebeutel kein Abfall, sondern recyclingfähiger Altwertstoff ist, an der Mär (dem Narrativ…) vom Atommüll festhält.

    Auf mysteriöse Weise verkehrt sich der positive emotional-moralische Wert von Wörtern wie „recycling“, „nachhaltig“ u. ä. im nuklearen Zusammenhang scharf ins Gegenteil.

  13. @ Fluminist

    Das ist in der Tat ein Paradox, mit dem die hiesigen Grünen allerdings nicht das geringste Problem haben. Das Ganze begann schon damit, dass in Deutschland eine Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen auf grünes Drängen hin verboten wurde. Eine Technologie die eigentlich doch voll dem Gedanken des Recyclings entsprach. Damit ließ sich der Rohstoffverbrauch und auch die Menge des Abfalls deutlich verringern.

    Weil es aber in Deutschland aufgrund der massiven Proteste in den 80ern politisch nicht mehr möglich war eine eigene Anlage zu errichten, wurde die Wiederaufbereitung von deutschen Kernbrennstäben in Frankreich vorgenommen. So weit, so gut (oder schlecht). Der eigentliche Wahnsinn war dann aber das 2005 von Rot-Grün erlassene Gesetz, das bei Brennstäben aus Deutschland eine Aufarbeitung komplett untersagt.

    Ich glaube, verstehen kann man das Ganze nur wenn man annimmt, dass die Grünen jede Technologie, egal ob es sich um eine neue handelt oder Stand der Technik darstellt, welche in der Lage ist die Akzeptanz der Kernkraft zu erhöhen, mit allen Mitteln bekämpfen müssen.

    Aus grüner Sicht wäre auch ein inhärent sicherer Reaktor mit geschlossenem Brennstoffkreislauf auf jeden Fall zu bekämpfen. Zum einen, weil es sich um Kernkraft handelt, und die ist aus Prinzip böse. Und zum anderen weil es aus grüner Sicht gar nicht gewollt ist, dass die Menschheit mehr Energie zur Verfügung hat, würde das aus ihrer Sicht doch nur zu mehr Produktion und böser Industrie führen. Paul Ehrlich hat diesen Gedanken bereits 1978 treffend auf den Punkt gebracht:

    „Giving society cheap, abundant energy would be the equivalent of giving an idiot child a machine gun.“

    „Der Gesellschaft billige und reichlich verfügbare Energie zur Verfügung zu stellen wäre so, als gäbe man einem blödsinnigen Kind ein Maschinengewehr.“

    So gesehen ist die momentane deutsche Energiepolitik nur die konsequente Fortsetzung des Gedankens von Ehrlich, indem wir die Produktion von möglichst teurer und schlecht verfügbarer Energie am meisten fördern.

  14. @ Physiker, #1:

    Der oben unter 3.1 genannte „FUJI“ ist ein Flüssigsalzreaktor mit Merkmalen, die dem von Ihnen genanntem Typ entsprechen. Der Link im Artikel führt leider zu einem völlig anderen Reaktortypen. Tatsächlich hat der FUJI mit der gleichnamigen Firma nichts zu tun. Flibe Energy war zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels wohl noch nicht gegründet, daher fehlt deren Konzept, was ansonsten ebenfalls unter 3.1 hätte gelistet werden müssen. Man erkennt daran allerdings, wie dynamisch sich dieses Marktsegment entwickelt.

    @ Hader, #4:

    darf man dann wenigstens nach längerer Beschäftigung der Materie die Nutzung der Kernenergie als Auslaufmodell ansehen, ohne sich dabei der Dummheit und Ignoranz verdächtig zu machen?

    Man darf alles, aber daß man dann eben berechtigterweise als „dumm“ und „ignorant“ angesehen wird, muß man in Kauf nehmen.

    Ein mit Thorium betriebener Flüssigsalzreaktor wäre nicht einfach nur eine Maschine, die Strom und Prozesswärme liefert. Er wäre eine chemische Fabrik, in der zum Beispiel seltene Erden und allerlei andere nützliche Stoffe hergestellt würden und durch die außerdem die Wertschöpfungskette der Kerntechnik (Radionuklidbatterien -- Nuklearmedizin -- Leistungsreaktoren) endlich geschlossen werden könnte.

    Wenn Ihnen Leichtwasserreaktoren nicht gefallen, aus welchen Gründen auch immer, sollten Sie nicht den Fehler begehen, die Kritik an dieser Technologie auf alle anderen Technologien auszuweiten. Das wäre so ungefähr wie aus den Nachteilen der Dampfmaschine abzuleiten, man dürfe grundsätzlich keine Lokomotiven mehr bauen.

    Wenn man Sie deswegen also als „dumm“ und „ignorant“ bezeichnet, dann gibt es dafür gute Gründe.

  15. @Heinz Eng

    Tja, Problem erkannt, Problem gebannt.
    Wir Deutschen würden den LKW erstmal BREMSEN spendieren, dazu einen Sicherheitsgurt und Airbag für den Fahrer und weil wir besonders gründlich sind, kriegt der LKW noch Bremsraketen, einen Bremsfallschirm und einen Wurfanker.
    Weil dat auch noch nicht sicher genug ist, kriegt jede Kurve eine Ausrollstrecke mit Kiesbett und das Risiko geht fast gegen Null.

    Ok, der LKW wird benötigt um dringende Nahrungsmittel und Waren ins Tal zu bringen…….wir könnten ihn natürlich auch durch Eselskarren ersetzen, nur besteht jetzt die Frage…..wieviele Karren brauchen wir, wie viele Eseltreiber, wieviel Futter und wohin mit den Kadavern, wenn die Esel wegen Überarbeitung verrecken.

    Naja, es soll ja Menschen geben die alleine von Luft und Liebe leben……die brauchen natürlich keine Waren, gelle Peter.

    Onkel Heinz…….verursacht selbst beim Kacken externe Kosten

    Das sollte nicht lustig sein sondern nur die Argumentation auf ihren Kern reduzieren.
    Genau so war die Reaktion vorherzusehen. Nachdem ein paar LKW schon Unfälle hatten und auch den Hang hinab gefahren sind kommen nun wieder die welche behaupten man muss sie nur besser bauen und dies und das.
    Dabei wurde doch schon angenommen es wären die besten Bremsen montiert welche sich allerdings als Attrappen heraustellten, da sie ja nur simuliert wurden und nie in den Crashtest mussten und sich mit der Realität messen.
    Letzendlich bleibt die Frage ob man den Eselkarren nutzt bevor ein LKW die Strecke blockiert oder nach einem Unfall.
    Dabei bleiben wir uns aber einig das der Esel nicht das ideale Transportmittel ist…

  16. Wenn nachhaltige Ökologen sagen, wo es langgeht, wird man nie mehr klären können, was ein Auslaufmodell ist. Dann läuft nichts mehr aus, weil es gar nicht erst in Angriff genommen wird. Motto:

    In Deutschland müssen wir viel ändern, damit es bleibt, wie es ist.

    Den neuen „Experten“ , die nach Fukushima im TV zu hören waren, würde ich nicht einmal einen Eselkarren anvertrauen. Die konnten nicht mal Maßeinheiten auseinanderhalten, die können auch nicht Esel zählen.

  17. @Peter

    Wem verdankt Deutschland einen Teil seines Wohlstandes?
    Den 1956 von der SPD beschlossenen Bau von Kernkraftwerken.
    Die sollen, weil sich einige Menschen panisch davor fürchten, einfach wech.
    Anstatt dessen bauen wir eben Kohlekraftwerke, davor fürchten sich dann die nächsten Menschen, könnte ja das Klima versauen.
    Bauen wir eben NIE in die Landschaft, davor fürchten sich die nächsten Leute, könnte ja mal ein Flügel auf den Kopp fallen und der Platz in Deutschland eng werden.
    Straßenverkehr- sterben tausende von Menschen jährlich, Krankenhäuser -- sterben tausende Menschen jährlich, Flugzeuge fallen runter, Schiffe versinken, Verbrecher ermorden, Hunger tötet……….Essen tötet, Trinken tötet, Nichttrinken tötet…………..das gehört zum Leben, wer davor Angst hat, sollte sich einschläfern lassen.

    Wie obiger Artikel so schön beschreibt……… inhärent sichere Rektoren………..und Sie bekommen immer noch das Schlottern.

    Um uns das dann emotional betroffen mit zu teilen, nutzen Sie eine Infrastruktur die genau mit dem bösen Strom läuft, die die böse Kernkraft und Kohle 365/24 rund um die Uhr bereitstellt, damit Sie per elektrisch betriebenen Endgerät diese Technik verteufeln können.

    ICH KANN ES EINFACH NICHT MEHR HÖREN.

    Schön in der trockenen warmen Bude hocken und im Internet Menschen nerven, die sich noch ein wenig Grips und Risikobereitschaft bewahrt haben, das können unsere Ökos gerade mal noch aber dann hört es schon auf.
    Öko-Strom und Müll trennen………und agitieren, dat reicht wahrscheinlich fürs Glücklich sein, ich bin Atheist……..und schmeisse jeden Raus, der mich zu irgend etwas bekehren will, basta.

    Sie werden, wenn Sie sich mal eine Gliedmaße gebrochen haben, sich wahrscheinlich mit Bachblüten behandeln lassen…….denn Röntgen is ja so was von Gefährlich, da kommen ja böse Strahlen raus.

    Wegen mir könne se ruhig die AKW abschalten, mir persönlich reichen ein paar neue Kohlekraftwerke aus, Hauptsache die Versorgungssicherheit ist gewährleistet.

    Ende der Durchsage.

  18. Genau so war die Reaktion vorherzusehen. Nachdem ein paar LKW schon Unfälle hatten und auch den Hang hinab gefahren sind kommen nun wieder die welche behaupten man muss sie nur besser bauen und dies und das.
    Dabei wurde doch schon angenommen es wären die besten Bremsen montiert welche sich allerdings als Attrappen heraustellten, da sie ja nur simuliert wurden und nie in den Crashtest mussten und sich mit der Realität messen.

    Dummerweise lassen sich KKWs nicht auf LKWs übertragen.
    Zur Sicherheit kann man ja einfach den Artikel lesen:

    Und wo hätte die Leistungsgrenze gelegen, unterhalb derer ein derartiger Unfall aus physikalischen Gründen unmöglich ist? Die Antwort gab meinem Kollegen Rainer Six und mir Professor Dr.-Ing. Kurt Kugeler, der ehemalige Direktor des Instituts für Reaktorsicherheit und –technik an der RWTH Aachen, in einem Gespräch im Jahre 1996:

    Bis zu einer Leistungsgrenze von 200 MWel würde die nach dem Abschalten eines Leichtwasserreaktors noch entstehende Nachwärme der zerfallenden kurzlebigen Isotope auch bei einem völligen Ausfall der Kühlung – auch der Notkühlung – sicher abgeleitet. Erst bei Überschreitung der Schmelztemperatur der Brennstab-Hüllrohre von ca. 1.900 oC würden die heißen Brennstoffpellets freigesetzt. Diese für eine Kernschmelze notwendige Temperatur würde aber bei diesem kleineren Reaktor auf keinen Fall mehr erreicht; der Reaktor kühlt dann im Laufe einiger Wochen ab.

    Oder Kurz: bis ca. 200 MWel ist es physikalisch nicht möglich, dass die Nachzerfallswärme eine Kernschmelze auslöst.

  19. @Eng

    Die Versorgungssicherheit ist das, was doch als allererstes geopfert wird. Wenn die Leute, die meinen, OK es geht sofort ja jetzt auch ohne ein paar AKWs und ignorieren, daß das Netz auf dem Zahnfleisch fährt, so ist doch nichts anderes zu erwarten.

    mfg
    Physiker

    PS gibts eigentlich neue physical flow Graphen zum Stromimport ?

  20. @Rassbach

    Den neuen “Experten” , die nach Fukushima im TV zu hören waren, würde ich nicht einmal einen Eselkarren anvertrauen. Die konnten nicht mal Maßeinheiten auseinanderhalten, die können auch nicht Esel zählen.

    ….wie z.B. dieser hier.

  21. Wenn ich mir die Straßen anschaue, sehe ich immer noch LKWs, weil man eben nicht die LKWs verdammt hat, als die ersten die Böschung runter sprangen, sondern analysiert und besser gebaut hat. BASTA.
    Ich bin jung und stelle die nachfolgende Generation dar und ich habe keinen Bock auf Eselskarren!
    Ich werde nicht meine Elterngeneration dafür verfluchen, daß ich mich und vielleicht meine Kinder sich noch um etwas „Atommüll“ respektive Wertstoff kümmern müssen, sondern wohl eher für die Deindustrialisierung und Energiemangelwirtschaft, die uns die Grünen Nichtskönner einbrocken werden. VIelleicht wander ich auch aus.

    Die Kanadier lachen sich a) darüber schlapp, daß in Berlin eine Koalition wegen 800m Autobahn scheitert und können es b) schier nicht fassen, daß eine Naturkatastrophe in Japan zu einen sofortigen Atomausstieg in D geführt hat.
    Dabei sollte man bei der Lage in Japan auch einmal abwarten, wie viel Land wirklich dauerhaft kontaminiert ist. Und schauen, wie groß der Schaden des GAU und wie groß der Schaden des Erdbeben war. Ich vermute ersterer ist trotz allem kleiner. Und wenn man dies nochmal im Zusammenhang mit der erzeugten Gesamtstrommenge betrachtet… aber naja.

    PS Wenn ich so Leute wie diese Hannah Poddig im Fernsehen sehe, so ist immer Fremdschämen für meine Generation angesagt.

  22. @Physiker

    Der Deutsche wird erst die Versorgungssicherheit zu schätzen wissen, wenn sie wech is.
    Bis dahin fahren wir halt auf den Zahnfleisch, und wenn dann ein Öko kommt und Verdienstausfall verlangt…….dann zieh ick ihn ne gaaaaaaaaanz lange Nase.
    Und wenn ein normaler Bürger kommt, dann sag ich Ihm, hol die Dir das Geld von den Grünen aller Parteien oder Mutti persönlich, denn die ham ja die Scheiße eingerührt.

    MfG

  23. @ Physiker #19

    gibts eigentlich neue physical flow Graphen zum Stromimport ?

    Dazu habe ich letztens eine interessante Seite aufgetan. Eine laufend aktualisiert Grafik die den Nettofluss (Export minus Import) aus den ENTSO-E Daten zeigt. Hier der Link.

    Der Betreiber der Seite wollte wohl zeigen, dass Deutschland trotz des KKW-Moratoriums nicht zum Netto-Importeur würde. So richtig ist das nicht gelungen…

  24. Herr Eng, sie sind doch Elektrobranche aktiv, wenn ich mich nicht täusche. Haben Sie auch mal in den USA gearbeitet? Vor einigen Monaten hatten wir von unserem Customer Support erfahren, dass unsere Maschinen für den amerikanischen Markt evtl. neu konfiguriert werden müssen und eine USV brauchen, weil in deren Netz Stromausfälle, die länger als einige Hunderte Millisekunden dauern, keine Seltenheit sind. Von daher weiss ich durchaus zu schätzen, in welch komfortablen Situation wir mit unserem sicheren und stablilen Stromnetz in Deutschland und den geringen Ausfallzeiten (<15 Minuten pro Jahr) sind.

  25. @Herr Hader

    Elektrobranche……….teilweise, KWK trifft es wohl eher.
    Sie werden lachen, privat habe ich schon lange ne USV vor meiner PC-Anlage…….dienstlich sowieso und ich rate es jedem, der Daten und teure Technik schützen muss.
    Selbst Kassensysteme in der Gastronomie oder kleine Gewerbetreibende mit Abrechnungs-PC sind diese Massnahmen anzuraten.
    Weil Sie gerade so schön anfragen…….wenn zu viel Wind weht, darf ich meine BHKW drosseln oder abschalten…….das zur Planung der Bundesregierung, KWK zu puschen.

    MfG

  26. Sie werden lachen, privat habe ich schon lange ne USV vor meiner PC-Anlage…….dienstlich sowieso und ich rate es jedem, der Daten und teure Technik schützen muss.
    Selbst Kassensysteme in der Gastronomie oder kleine Gewerbetreibende mit Abrechnungs-PC sind diese Massnahmen anzuraten.

    Ja, ist nicht verkehrt. Wir haben den Vorteil, dass unsere Maschinen am Stromnetz in der Fertigung angeschlossen sind, und wenn da Stromausfall ist, steht sowieso die ganze Produktion. Und normalerweise hat das europäische Stromnetz Ausfälle von wenigen Millisekunden, was so ein System noch problemlos tolerieren kann.

    Weil Sie gerade so schön anfragen…….wenn zu viel Wind weht, darf ich meine BHKW drosseln oder abschalten…….das zur Planung der Bundesregierung, KWK zu puschen.

    Tja, hab auch schon gehört, dass man BHKW am liebsten unter Volllast laufen lässt, aber in der Praxis kommen meist weniger Volllaststunden zusammen. Aber so wirklich auskennen tue ich mich auf dem Gebiet nicht, also Respekt wenn Sie das hinbekommen. 🙂

  27. Lieber Herr Hader #4 @Alle,
    nehmen wir mal zur Übung an, die großen Transformatoren hätten uns Alle hier zu Anhängern der Potsdamer Idol Kirche bekehrt. Dann wären wir von den PIK Sechsen und Siebenen zu gläubigen Anwendern des Vorsorgeprinzip geläutert. Wir wüßten dann aufgrund regelmäßiger Seminare bei den Priesterprofs, dass CO2 – Emission und diverse Kipp-Punkte (Entschuldigung Herr Kipp) die KIlimakatastrophe mit 100%iger Sicherheit herbeiführen.
    Da wir uns einen Rest Skeptizismus bewahrt haben, schätzen wir die Erfolgswahrscheinlichkeit der NIE (Neue Ineffiziente Energietechnologien) nur mit 99.5% ein. Selbstverständlich müssen wir dafür diese unsere Sünde mit dem Kauf von CO2-Pins abbüßen und bei der Ass mit dem Hund beichten.
    Selbst neueste Computerprogramme der Münchner Kontras schaffen es nicht, die Unfall-Wahrscheinlichkeit für Kernkraftwerke signifikant auf über 2 in 25 Jahren nichtlinear zu übertreiben.
    Verzichten wir auf die Kernkraft erglauben wir ein Restrisiko von nur 0.5%, dass die Klimakatastrophe eintritt, weil es die NIE nicht schaffen.
    Aus unserer Zeit als Klimaheiden plagen uns zwar Alpträume, dass die NIE eine große planwirtschaftliche Umverteilung von Arm nach reich sind, aber der George Clooney der Umweltbewegung liest uns nach dem Aufwachen jeden Tag eine seiner Geschichten vor, um uns zu beruhigen.
    Die konsequente Anwendung des Vorsorgeprinzips stürzt uns jetzt in eine tiefe Glaubenskrise, da wir dieses Restrisko von 0.5% nur absichern könnten, wenn wir auch die alternative Kernenergie wieterentwickeln.
    Ich denke diese kleine Geschichte zeigt sehr schön, dass wenn man an die Klimakatastrophe propagiert und man das Vorsorgeprinzip reklamiert, man eigentlich mindestens unverantwortlich handelt, wenn man die Kernenergie nicht mindestens als Rückzugsoption weiterentwickelt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  28. @Herr Hader
    KWK, man legt diese Dinger so aus, das sie die Sommerlast abfahren können.
    Im Prinzip liegt die zirka bei 1:10…..ergo braucht es im Winter noch ein paar Kessel.
    Tja, wenn der Techniker richtig gerechnet hat und dann die Windkraft ein vor die Fresse haut…….ist das ärgerlich, um nicht zu sagen, ein finanzielles Verlustgeschäft.

    Wie ich schon mehrfach vorhergesagt habe, Wind und Sonne quetschen zuerst die KWK an die Wand und dann ist Bio-Gas/Strom dran….die NIe machen sich dann selber Konkurrenz und wir zahlen dann den Blödsinn als Stromkunden.

    Dat Energiekonzept der Bundesregierung is Scheiße, das sag ich Ihnen als Techniker.

    MfG

  29. Das Kernproblem scheint mir zu sein, daß die Menschen unter „Nutzung der Kernkraft“ automatisch den Leichtwasserreaktor mit dem Uran-Plutonium-Brennstoffkreislauf verbinden. Was natürlich auch das Versagen der hiesigen „Atomlobby“ dokumentiert, die nicht bereit sind bzw. waren, von Geldbringern wie Anreicherung und Brennelementefertigung zu lassen.

    Scheinbar haben wir mit dem Thorium-Flüssigsalzreaktor ein „Narrativ“ gefunden, das geeignet ist, die Stimmung in Deutschland langfristig wieder zu drehen. Das jedenfalls zeigen mir die Kommentare hier und bei anderen Artikeln. Was natürlich auch der unermüdlichen Arbeit von Kirk Sorensen zu verdanken ist, der davon wegen der Sprachbarriere nichts mitbekommt. Ich denke schon eine Weile darüber nach, ob man so etwas wie die Weinberg-Foundation auch in Deutschland gründen kann („DTG -- Deutsche Thorium Gesellschaft e.V.“).

    Momentan jedenfalls liegt die Novo 112 vor mir -- Bericht erfolgt in den nächsten Tagen. Obwohl das neue „Heft“ (es ist ein Buch) auf den Novo-Seiten noch nicht beworben wird, haben es die Abonnenten schon bekommen. Kernenergie ist eines der Schwerpunktthemen. Und ein Text über Thorium (von mir) ist auch enthalten. Es wird ein langer, mühsamer Weg, aber so langsam beobachte ich, wie sich das Thema immer weiter verbreitet. Es ist wie mit dem fliegenden Auto oder der elektronischen Zigarette (ein Laden für die Dinger hat jüngst in der Nähe meines Büros eröffnet -- und ist ständig gerammelt voll) -- wenn man einmal über Thorium und den Flüssigsalzreaktor nachgedacht hat, läßt er einen nicht mehr los. Ein virales Mem.

  30. Herr Keil hat völlig Recht. Der hysterische Umgang mit der Kernenergie in Deutschland ist zurückzuführen auf die arrogante Haltung der Industrie und der Regierungen in Deutschland auf die Fragen der Bevölkerung bzgl. Sicherheit der Kernenergie in den 70/80iger Jahren.
    Interessanterweise findet man meiner Meinung nach die gleiche arrogante Haltung und Argumentationstechnik heute auf Seiten der Gegner der Kernenergie und der „Klimaschützer“.

  31. @ Peter #29
    Jetzt habe ich mich endlich dazu durch gerungen, NOVO zu abonnieren. Bin gespannt auf das Heft/Buch. Frankfurt habe ich ins Auge gefasst, hoffe das es mir möglich sein wird teilzunehmen.

  32. Hallo Herr Heller #29,
    ergänzend finde ich folgendes es immer wieder merkwürdig.
    Das kombinierte CO2 und Energieproblem der Menschheit ist laut Aussagen unserer Bundesregierung und auch der Opposition nicht gelöst. Siehe auch den Bürgerdialog.

    Ist es da nicht verantwortungslos eine Technologie wie den Thorium-Reaktor oder andere Kernenergieoptionen, die das Potential hat beide Probleme zu lösen in Deutschland nicht weiter zu verfolgen?
    Ich denke die Antwort ist: Ja es ist verantwortungslos.

    Auf Gegenargumente wäre ich gespannt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  33. Hallo Herr Heß,

    Auf Gegenargumente wäre ich gespannt.

    Mal andersrum gefragt, wissen wir überhaupt, ob es nicht weiter verfolgt wird? An deutschen Universitäten gibt es nachwievor Lehrstühle, die sich auch mit der Atomenergie und dessen Möglichkeiten befassen. Vielleicht sind die oben benannten Punkte sogar Forschungsschwerpunkte.

    Aber um das Thema für mich mal abzuschliessen, ob tatsächlich Mini-Kernreaktoren im kommen sind, wie die Überschrift das gerne suggerieren möchte, wird in den kommenden Jahren der Markt im europäischen Ausland und den USA zeigen. Wenn Sie sich da nicht durchsetzen oder nur eine Nischenlösung bleiben, hat sich das Thema dann sowieso für längere Zeit erledigt.

  34. Lieber Herr Hader,
    sie schreiben auf meine Frage:

    Mal andersrum gefragt, wissen wir überhaupt, ob es nicht weiter verfolgt wird?

    Für mich eine typische Ausweichbewegung die vor allem auch Politiker in Talkshows, grüne Aktivisten auch so drauf haben.
    Meine Frage war:
    Handelt man verantwortungslos, wenn man eine mögliche technische Lösung sowohl für das CO2/Klimaproblem als auch für das Energieproblem der Menschheit nicht weiterverfolgt?

    Diese Frage läßt sich problemlos beantworten, auch ohne zu wissen ob an deutschen Universitäten noch am Thorium-Reaktor geforscht wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  35. Okay Herr Heß, ich hab da Ihre Frage falsch verstanden. Um darauf aus persönlicher Sicht zu antworten, jein, ich würde es zumindest nicht gut finden, wenn man in Deutschland nicht zumindest auf diesem Gebiet weiterforscht. Das es verantwortungslos ist, soweit würde ich in der Bewertung nicht gehen.

  36. Hallo Herr Hader,
    sie schreiben:

    Das es verantwortungslos ist, soweit würde ich in der Bewertung nicht gehen.

    Heißt das, dass Sie nicht überzeugt sind, dass uns eine Klimakatastrophe droht, auch wenn wir weiterhin CO2 emittieren oder dass sie überzeugt sind, dass wir mit den NIE zu 100% Erfolg haben werden?
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  37. Das es verantwortungslos ist, soweit würde ich in der Bewertung nicht gehen.

    Demzufolge ist es also auch nicht verantwortungslos Geothermie nicht weiterzuentwickeln?

  38. @T. Mollet
    Die Umwelt- und Klimabewegten erkennen fehlendes Verantwortungsbewußtsein meiner Beobachtung nach vor allem bei ihren Mitmenschen. Selbstkritisch sind sie selten.
    Mein Lieblingsbeispiel hierfür ist der Schauspieler H. J. der bei anderen in Talkshows regelmäßig fehlendes Umweltbewußtsein anprangert, aber selbst mit einem SUV 2010 an der FULDA Arctic-Challenge teilnahm.
    Sind halt keine Skeptiker.
    🙂

  39. Echtes Verantwortungsbewußtsein zeigt sich durch Taten

  40. Wem verdankt Deutschland einen Teil seines Wohlstandes?
    Den 1956 von der SPD beschlossenen Bau von Kernkraftwerken.
    Die sollen, weil sich einige Menschen panisch davor fürchten, einfach wech.
    Anstatt dessen bauen wir eben Kohlekraftwerke, davor fürchten sich dann die nächsten Menschen, könnte ja das Klima versauen.
    Bauen wir eben NIE in die Landschaft, davor fürchten sich die nächsten Leute, könnte ja mal ein Flügel auf den Kopp fallen und der Platz in Deutschland eng werden.
    Straßenverkehr- sterben tausende von Menschen jährlich, Krankenhäuser – sterben tausende Menschen jährlich, Flugzeuge fallen runter, Schiffe versinken, Verbrecher ermorden, Hunger tötet……….Essen tötet, Trinken tötet, Nichttrinken tötet…………..das gehört zum Leben, wer davor Angst hat, sollte sich einschläfern lassen.

    Wie obiger Artikel so schön beschreibt……… inhärent sichere Rektoren………..und Sie bekommen immer noch das Schlottern.

    Um uns das dann emotional betroffen mit zu teilen, nutzen Sie eine Infrastruktur die genau mit dem bösen Strom läuft, die die böse Kernkraft und Kohle 365/24 rund um die Uhr bereitstellt, damit Sie per elektrisch betriebenen Endgerät diese Technik verteufeln können.

    ICH KANN ES EINFACH NICHT MEHR HÖREN.

    Schön in der trockenen warmen Bude hocken und im Internet Menschen nerven, die sich noch ein wenig Grips und Risikobereitschaft bewahrt haben, das können unsere Ökos gerade mal noch aber dann hört es schon auf.
    Öko-Strom und Müll trennen………und agitieren, dat reicht wahrscheinlich fürs Glücklich sein, ich bin Atheist……..und schmeisse jeden Raus, der mich zu irgend etwas bekehren will, basta.

    Sie werden, wenn Sie sich mal eine Gliedmaße gebrochen haben, sich wahrscheinlich mit Bachblüten behandeln lassen…….denn Röntgen is ja so was von Gefährlich, da kommen ja böse Strahlen raus.

    Wegen mir könne se ruhig die AKW abschalten, mir persönlich reichen ein paar neue Kohlekraftwerke aus, Hauptsache die Versorgungssicherheit ist gewährleistet.

    Ende der Durchsage.

    Haben Sie auch Argumente?
    Wen wollen Sie den mit ihrem Wohlstandsgefasel beeindrucken? Mich jedenfalls nicht.
    Es ist zweifelhaft ob überhaupt die Energiebilanz über die gesamte Laufzeit inkl. Lagererung positiv ist.
    Wenn nach marktwirtschaftlichen Kriterien, also inkl. Versicherung der Risiken ohne Subventionen, sozialisieren der Risiken, etc. das ganze noch wirtschaftlich ist, können wir uns darüber nochmal unterhalten. Also sparen sie sich solche seichte Rhetorik.
    Wen Sie meine Risikobereit zu sein können Sie gern sich Koks reinziehen, Bunge jumpen oder sonst was tun aber nicht mich und x nachfolgenden Generationen gefährden…

  41. Haben Sie auch Argumente?
    Wen wollen Sie den mit ihrem Wohlstandsgefasel beeindrucken? Mich jedenfalls nicht.
    Es ist zweifelhaft ob überhaupt die Energiebilanz über die gesamte Laufzeit inkl. Lagererung positiv ist.
    Wenn nach marktwirtschaftlichen Kriterien, also inkl. Versicherung der Risiken ohne Subventionen, sozialisieren der Risiken, etc. das ganze noch wirtschaftlich ist, können wir uns darüber nochmal unterhalten. Also sparen sie sich solche seichte Rhetorik.
    Wen Sie meine Risikobereit zu sein können Sie gern sich Koks reinziehen, Bunge jumpen oder sonst was tun aber nicht mich und x nachfolgenden Generationen gefährden…

    http://nextbigfuture.com/2011/03/deaths-per-twh-by-energy-source.html
    Oder anders gesagt:
    Wenn man die Energie, welche Fukushima Daiichi eingespeist hat, mit Biomasse erzeugt hätte, währen daran ca. 10’000 Menschen gestorben, in Fukushima sind wir da drei Grössenordnungen weiter unten, bei einem Unfall.
    Das ist zusätzlich ja noch der Normalbetrieb.

    schnell eine kleine Rechnung:
    Eintrittswarscheinlichkeit einer Kernschmelze beim EPR:
    1/1’000’000 pro Jahr.
    in 85% der Fälle beschränkt sich die Schmelze auf den Reaktor(Core-Catcher), Kosten: 5-10 Mrd.
    in 15% der Fälle wird unplanmässig Radioaktivität freigesetzt, Kosten 10-300 Mrd.
    Demzufolge könnte man den Reaktor mit 55’000 pro Jahr versichern, was die Stromkosten kaum erhöht.

    Um auf der sicheren Seite zu sein, kann man auch Beträge von 5 mio/Jahr ohne Probleme vertreten.

  42. schnell eine kleine Rechnung:
    Eintrittswarscheinlichkeit einer Kernschmelze beim EPR:
    1/1’000’000 pro Jahr.
    in 85% der Fälle beschränkt sich die Schmelze auf den Reaktor(Core-Catcher), Kosten: 5-10 Mrd.
    in 15% der Fälle wird unplanmässig Radioaktivität freigesetzt, Kosten 10-300 Mrd.
    Demzufolge könnte man den Reaktor mit 55’000 pro Jahr versichern, was die Stromkosten kaum erhöht.

    Hmm, seltsam, dass der eigene Skeptizimus bei solchen Zahlen sich nicht meldet. Die deutsche Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit hatte Anfang der 90er Jahre eine Studie herausgebracht, nach der die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze mit bedeutender Belastung des Sicherheitsbehälters einmal pro 1.000.000 bis 100.000.000 Jahre vorkommt. Eine Studie der Prognos AG ging von einem Sauper-Gau nach ca. 33.000 Betriebsjahren aus. In Anbetracht der Erfahrungen der letzten Jahrzehnte kann jeder mal abschätzen, wer bisher näher an der Wirklichkeit lag. Unabhängig davon wie preiswert eine Vollkasko-Versicherung pro Jahr wäre, man müsste erstmal einen Grundstock von 300 Mrd. Euro aufbauen.

  43. In Anbetracht der Erfahrungen der letzten Jahrzehnte kann jeder mal abschätzen, wer bisher näher an der Wirklichkeit lag. Unabhängig davon wie preiswert eine Vollkasko-Versicherung pro Jahr wäre, man müsste erstmal einen Grundstock von 300 Mrd. Euro aufbauen.

    Von mir aus 25 mio. pro Jahr, wenn man die Kosten auf 100 KKWs(derzeit sind ca. 550 in Planung) verteilt wird, hat man die Summe in 60 Jahren zusammen.

  44. Diese Diskussionen mit den ewig gleichen Argumenten sind einfach ermüdend. Herr Keil schildert in seinem Artikel klar und verständlich, dass Mini-Kernreaktoren einige beachtenswerte Vorteile haben. Dazu gehört die Wahl der Brennstoffe, die Sicherheit, der Abfall.

    Und was passiert, es wird wieder über Kernreaktoren der Vergangenheit gesprochen, die interessieren doch in diesem Artikel überhaupt nicht. Und die Argumentation gegen diese Reaktoren geht ins Nirwana.

    Ihr Kernkraftgegner! Habt ihr jetzt was substanzielles gegen diese Mini-Kernreaktoren vorzubringen oder nicht? Peter Heller (#14) hat es oben erwähnt:

    Wenn Ihnen Leichtwasserreaktoren nicht gefallen, aus welchen Gründen auch immer, sollten Sie nicht den Fehler begehen, die Kritik an dieser Technologie auf alle anderen Technologien auszuweiten.

    Wozu brauche ich eine Versicherung gegen einen GAU, wenn es unmöglich ist, dass ein solcher eintreten kann?

  45. @Quentin Quencher #44
    Was erwarten sie von dem gemeinen Kernkraftgegner? Da wird doch nur aus einem Pool von eingebildeten und auch echten Gefahren heraus argumentiert. Entwicklung zu etwas Positivem kann es da nicht geben. Es ist ja auch wirklich so, dass nur sehr wenige die Risiken einer Entwicklung dieser Technologie zu einer Vielzahl von vielleicht inhärent sicheren Reaktoren einschätzen können. Vielleicht kann das keiner. Wir müssen einfach lernen, mit solchen Risiken umzugehen und nicht einfach irgendwelche nicht nachzuvollziehenden Wahrscheinlichkeiten in die Welt zu setzen. Wenn uns die Versicherungsarithmetik in die Arme der NIEs treibt, dann ist das sicher der falsche Weg.
    Es gibt sicher eine Gruppe von Leuten, für die das Land von Monumenten der menschlichen Herrschaft übersäht sein muss. Die Kühltürme von Grosskraftwerken waren da wohl zu wenig. Windkraftwerke könnten das aber bringen. Andere sind einfach begeistert von der Idee die Technik von solarbetriebenen Armbanduhren zu einer Methode der Energieversorgung einer ganzen Nation hinzuentwickeln. Mini-AKWs, die da kaum auftragen, sind da nicht attraktiv.
    Diese Entwicklungen werden ihren Erfolg oder auch ihr Scheitern nicht in den Industrieländern erleben. Bei der bei uns vorhandenen Infrastruktur werden sie wohl schon aus Kostengründen an dem zu erwartenden Gasboom zumindest mittelfristig scheitern.

  46. Und was passiert, es wird wieder über Kernreaktoren der Vergangenheit gesprochen, die interessieren doch in diesem Artikel überhaupt nicht. Und die Argumentation gegen diese Reaktoren geht ins Nirwana.

    Ihr Kernkraftgegner! Habt ihr jetzt was substanzielles gegen diese Mini-Kernreaktoren vorzubringen oder nicht?

    @Quentin Quencher, Sie haben völlig Recht. In diesem Thread braucht man nicht über die alten Groß-AKWs reden. Was die Pro und Cons angeht, wiederhole ich es einfach mal, der Strommarkt in Europa und Amerika wird zeigen, ob er diese neuen Ideen/Technologien annehmen wird oder nicht.

  47. @Peter

    Wen wollen Sie den mit ihrem Wohlstandsgefasel beeindrucken?

    Ach nöö, der tolle Peter nagt am Hungertuch und hat sich mühsam ein paar Cent zusammengespart um im Internetkaffee uns hier den Marsch blasen zu können………wen wollen se dat eigentlich erzählen?

    Warum soll ich mir bei einen AKW-Feind überhaupt die Mühe machen, Argumente zu bringen………Fanatiker kann man nicht mit Fakten überzeugen, ne die GLAUBEN, dat reicht für solche Leute reicht aus.

    Energiebilanz……na dann rechnen Sie mal vor, zeigen Sie uns mal, ob Sie ausser Rhetorik noch was anderes auf der Pfanne haben. Aber kommen Sie jetzt nicht mit Greenpeace Müll aus der Retorte, beweisen Sie ihre Worte mit eigenen Wissen.
    Wegen mir könne se Ihren Wohlstand in die Tonne kloppen, in den Wald ziehen und von dessen Früchte leben……aber dazu fehlt ja meist der Arsch in der Hose, man will ja seine Bequemlichkeiten nicht verlieren.
    Wissen Sie was ein Parasit ist……..einfach in den Spiegel gucken.

    Wenn Sie nicht so fanatisch eingestellt wären, hätte Ihnen auffallen können das mir die Kernkraft wurscht ist……mir reichen auch ein paar schnöde Kohlekraftwerke……..aber um das zu bemerken, müsste man sich erstmal den Schaum vom Maul wischen und das Gehirn einschalten.
    Machen Sie ruhig weiter, damit neutrale Leser sehen können, wie tief die AKW-Bewegung inzwischen in den Keller gerutscht ist und wie weit weg diese Leute von Gut und Böse sind.
    Gehen se schottern, demonstrieren oder Bullen verarschen……..hier sind se nur ne argumentative NULLNUMMER.

    Wuff

  48. @Herr Hade

    Hihi……300 Milliarden……dat wirft doch Mutti innerhalb eines Monats zum Fenster raus um Europa zu retten, dat bisserl Knete is ja nu wirklich nich mehr der Rede wert.
    An Ihrer Stelle würde ick mir schon mal ausrechnen, wat die zukünftigen Speicher so kosten werden, wenn wir dann wissen welche tolle Technologie wir benutzen.

    H.E.

  49. Ups…….#47 sollte heissen……..“wie tief die ANTI-AKW-Bewegung inzwischen“………

    Naja, kann passieren in der Hektik.
    Onkel Heinz……….wenn die Finger schnelle sind als das Hirn

  50. Lieber Herr Hader,
    sie schreiben:

    „Was die Pro und Cons angeht, wiederhole ich es einfach mal, der Strommarkt in Europa und Amerika wird zeigen, ob er diese neuen Ideen/Technologien annehmen wird oder nicht.“

    Heißt das, das Sie so wie meisten hier das „planwirtschaftliche“ EEG ablehnen und auch neue Solarzellen nur dann auf den Dächern sehen wollen, wenn die auch in Deutschland kostengünstig Strom herstellen können.
    Ich bin auch dafür, dass neue Technologien sich dem Markt stellen und ihre Kostenziele erreichen. Ich bin dafür, dass an den Minireaktoren geforscht wird und sie dann eingeführt werden, wenn sich herausstellt, dass sie sicher und kostengünstig Strom produzieren und CO2 vermeiden.
    Allerdings drücken Sie sich vor einer klaren Aussage. Übrigens tun das die meisten, die die Kernkraft ablehnen und gleichzeitig auf Teufel komm raus CO2 Vermeidung propagieren.
    Sie drücken sich vor der Verantwortung. Man kann nicht gleichzeitig die Klimakatastrophe predigen und eine Technologie ablehnen, die Hilfe verspricht.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  51. Allerdings drücken Sie sich vor einer klaren Aussage. Übrigens tun das die meisten, die die Kernkraft ablehnen und gleichzeitig auf Teufel komm raus CO2 Vermeidung propagieren.
    Sie drücken sich vor der Verantwortung. Man kann nicht gleichzeitig die Klimakatastrophe predigen und eine Technologie ablehnen, die Hilfe verspricht.

    Werter Herr Heß, ich muss Ihnen da widersprechen. Man kann sehr wohl gegen eine bestimmte Technologie sein, auch wenn sie den Vorteil hätte, zur Lösung eines globalen Problems beizutragen. Da trifft der altbackene Spruch, den Teufel mit dem Belzebub austreiben, sehr wohl zu. Es ist zwar schön, wenn die Kernkraft mit dazu beiträgt, CO2-Emissionen zu vermeiden, aber wenn gleichzeitig eine große Bevölkerungsmehrheit nichts von einer langfristigen Bindung an diese Technologie hält und auch das Risikopotential zu beunruhigend ist, dann sprechen mehr Gründe gegen statt dafür, ich nenne es mal die alte Atomkraft weiter zu betreiben.

    Im übrigen bin ich sehr wohl für Wirtschaftlichkeit in der Stromindustrie. Aber nicht wie viele es machen, indem Sie sich auf das Jahr 2011 fokusieren und gar nicht schauen, was danach kommt. Ich will WIrtschaftlichkeit für die Jahre 2030, 2040, 2050 und weiter. Und die erreicht man nicht, wenn man weiterhin eine Sackgasse mit den fossilen Brennstoffen verfolgt und sie sinnlos verfeuert. Und um diese Wirtschaftlichkeit in den kommenden Jahrzehnten zu erreichen, kommt man nicht umhin, die Stromwirtschaft und Maschinenhersteller dabei zu unterstützen, innovative Produkte zu fördern.

    Was die geforderen Lösungen für die Zukunft angehen, nun, glücklichweise hängt es nicht von meinen geistigen Ergüssen ab, was man machen kann. Dafür haben sich wirklich fachkundige schlaue Leute hingesetzt und sich Gedanken gemacht, u.a. in der Fraunhofer-Gesellschaft. Man muss deren Gedanken und Untersuchungen auch mal durchlesen und bewerten, stat nur zu behaupten, man drücke sich vor klaren Aussagen.

    MfG
    S.Hader

  52. Lieber Herr Hader,
    sie haben mein Argument immer noch nicht verstanden.
    Selbstverständlich habe ich die Szenarien der Fraunhofergesellschaft zu erneuerbaren Energie gelesen. Aber das sind Szenarien. Wenn wir nur genug investieren schaffen wir das schon in Deutschland mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit größer 80%. Ich habe aber auch zur Kenntnis genommen, dass auch die Fraunhofergesellschaft seriös genug ist, das Speicherproblem noch als ungelöst zu betrachten.
    Wo hat denn aber die Fraunhofergesellschaft geschrieben, dass wir mit 100% Erfolgswahrscheinlichkeit durch erneuerbare Energie eine weltweite CO2-Emissionsfreie Energiewirtschaft hinbekommen, ohne die Kernenergie zu benutzen?
    Das ist die entscheidende Frage vor der sich alle drücken. Können wir wirklich darauf verzichten, die Kernenergie als „Fall-Back“ -Rückzugsalternative weiterzuentwickeln, wenn die Klimakatastrophe droht.
    Ich selbst habe in Wackersdorf demonstriert, weil ich ebenfalls die Kernenergie aus ihren Gründen #51 nicht besonders gut finde.
    Trotzdem halte ich es für verantwortungslos sie nicht weiterzuentwickeln, wenn die Klimakatastrophe droht, die ja laut IPCC zu 100% eintritt, wenn wir so weiteremittieren wie bisher. Wir können ja neue Kernkraftwerke erst dann einführen, wenn sie sicher sind und unbedingt gebraucht werden.
    Ich persönlich denke zwar, dass wir keine Klimakatastrophe haben werden, weil wir uns anpassen können bzw. sich herausstellt, dass die Temperaturerhöhung bis 2100 höchstens noch 1°C sein wird, auch wenn wir weitermachen wie bisher. Deshalb habe ich kein Problem damit wenn wir effiziente Kohle- und Gaskraftwerke bauen und alte Kraftwerke bei uns und in China ersetzen.
    Das ist ja was gerade passiert. Es werden Kohlekraftwerke gebaut.
    Meiner Meinung nach können wir ruhig aussteigen aus der Kernenergie, auch wenn ich es schade finde, dass sich Deutschland aus einem Technologiefeld hysterisch und Hals über Kopf davonstiehlt. Sowas machen nur verantwortungslose Geister.
    Ich muss aber auch bei der Klimakatastrophe berücksichtigen, dass ich unrecht haben könnte und möchte deshalb die Kernenergie weiterentwickeln.
    Ich habe genug Erfahrung mit Entscheidungsprozessen in Unternehmen für die Zukunft, so dass ich dieses herumdrucksen vor der Verantwortung, dass die Kernenergiegegner mittlerweile an den Tag legen für feige und verantwortungslos halte.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  53. sie haben mein Argument immer noch nicht verstanden.
    Selbstverständlich habe ich die Szenarien der Fraunhofergesellschaft zu erneuerbaren Energie gelesen. Aber das sind Szenarien. Wenn wir nur genug investieren schaffen wir das schon in Deutschland mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit größer 80%. Ich habe aber auch zur Kenntnis genommen, dass auch die Fraunhofergesellschaft seriös genug ist, das Speicherproblem noch als ungelöst zu betrachten.
    Wo hat denn aber die Fraunhofergesellschaft geschrieben, dass wir mit 100% Erfolgswahrscheinlichkeit durch erneuerbare Energie eine weltweite CO2-Emissionsfreie Energiewirtschaft hinbekommen, ohne die Kernenergie zu benutzen?

    Nunja Herr Heß, vielleicht habe ich von Ihren Argumenten doch mehr verstanden, als sie denken. 🙂 Aber das wird sich noch zeigen. Sie sagen jedoch, wie ich finde, etwas sehr spannendes, weil ein neuer Aspekt dazugekommen ist. Die Erfolgswahrscheinlichkeiten von Szenarien. Sie fragen, ob die Fraunhofer-Gesellschaft den erfolgreichen Umbau hin zu erneuerbaren Energien mit einer Wahrscheinlichkeit zu 100% prognostiziert. Natürlich hat sie das nicht und kann sie auch gar nicht. Derlei 100%-Versprechungen kann die Wissenschaft nicht liefern.

    Das ist die entscheidende Frage vor der sich alle drücken. Können wir wirklich darauf verzichten, die Kernenergie als „Fall-Back“ -Rückzugsalternative weiterzuentwickeln, wenn die Klimakatastrophe droht.
    Ich selbst habe in Wackersdorf demonstriert, weil ich ebenfalls die Kernenergie aus ihren Gründen #51 nicht besonders gut finde.

    Auf die Frage habe ich schon geantwortet. Ich finde es nicht gut, wenn nicht weitergeforscht wird. Aber es wird ja weitergeforscht, auch an deutschen Universitäten.

    Trotzdem halte ich es für verantwortungslos sie nicht weiterzuentwickeln, wenn die Klimakatastrophe droht, die ja laut IPCC zu 100% eintritt, wenn wir so weiteremittieren wie bisher. Wir können ja neue Kernkraftwerke erst dann einführen, wenn sie sicher sind und unbedingt gebraucht werden.

    Nein, da muss ich Ihnen widersprechen. Der IPCC sagt nicht, dass wir zu 100% in eine Klimakatastrophe kommen. Ich glaube noch nicht mal, dass die IPCC im original den Begriff Katastrophe verwendet (lasse mich gerne eines besseren belehren). Aber eine 100%-Aussage gibt es nicht. In solchen Reporten gibt man die Signifikanz und die Unsicherheitsschwellen der eigenen Aussagen an.

    Meiner Meinung nach können wir ruhig aussteigen aus der Kernenergie, auch wenn ich es schade finde, dass sich Deutschland aus einem Technologiefeld hysterisch und Hals über Kopf davonstiehlt. Sowas machen nur verantwortungslose Geister.

    Sie setzen den beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland mit einem Stop der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten gleich, was ja nicht stimmt.

    Ich habe genug Erfahrung mit Entscheidungsprozessen in Unternehmen für die Zukunft, so dass ich dieses herumdrucksen vor der Verantwortung, dass die Kernenergiegegner mittlerweile an den Tag legen für feige und verantwortungslos halte.

    In dem Punkt gebe ich Ihnen Recht, denn ich verstehe ihr Argument nicht. 😉 Was meinen Sie genau mit „vor der Verantwortung herumdrucksen“? Ich hatte hier schon mehrfach geschrieben, dass in Deutschland in der Kernenergie weitergeforscht wird und soweit ich mich erinnern kann, gibt es auch kein gesetzliches Entwicklungsverbot für die Kernenergie. Also wo oder bei was druckst man herum?

    MfG
    S.Hader

  54. Lieber Herr Hader,
    nun sie weichen immer noch aus. Vielleicht merken sie es gar nicht. Aber ich habe meine Prozente nur geschrieben, um es zu verdeutlchen.
    Meine Frage an Sie ganz persönlich war:
    1. Können wir wirklich darauf verzichten, die Kernenergie als „Fall-Back“ -Rückzugsalternative weiterzuentwickeln, wenn die Klimakatastrophe droht?
    2. Wäre es nicht eine verantwortungslos die Kernenergie nicht weiterzuentwickeln, wenn die Wahrscheinlichkeit eines Eintritts einer Klimakatastrophe auch nur IPCC-„likely“ beträgt?
    Nun wie sieht es aus. Antworten sie mal konkret mit Ja oder Nein?
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  55. Herr Heß, Sie stellen mir Fragen, die ich schon beantwortet habe. Lesen Sie bitte nochmal #35 und #53 durch. Ich habe gesagt, dass ich es nicht gut finden würde, wenn man auf dem Gebiet der Kernenergie in Deutschland nicht weiterforscht, ich aber die Bezeichnung „verantwortungslos“ für übertrieben halte. Das dürfte doch konkret genug sein.

  56. Herr Heß, Sie stellen mir Fragen, die ich schon beantwortet habe. Lesen Sie bitte nochmal #35 und #53 durch. Ich habe gesagt, dass ich es nicht gut finden würde, wenn man auf dem Gebiet der Kernenergie in Deutschland nicht weiterforscht, ich aber die Bezeichnung “verantwortungslos” für übertrieben halte. Das dürfte doch konkret genug sein.

    Was ist wegen Geothermie?
    Ist es verantwortungslos diese nicht weiterzuentwickeln?

  57. Der hysterische Umgang mit der Kernenergie in Deutschland ist zurückzuführen auf die arrogante Haltung der Industrie und der Regierungen in Deutschland auf die Fragen der Bevölkerung bzgl. Sicherheit der Kernenergie in den 70/80iger Jahren.

    Nein.
    Er ist auf gezielte, verantwortungslose und planmässige Demagogie llinksgrüner Kreise zurück zu führen, die mit völlig skrupelloser Anwendung von Agitprop ihre eigenen klandestinen Ziele beförderte.
    Die richtige Antwort wäre gewesen, diesen Demagogen nicht auf der offensichtlichen sachlichen Ebene zu entgegnen, sondern ihre extremistische, egoistische und verfassungsfeindliche Grundhaltung zu analysieren und sie in dieser Hinsicht bloß zu stellen.

  58. Die deutsche Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit hatte Anfang der 90er Jahre eine Studie herausgebracht, nach der die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze mit bedeutender Belastung des Sicherheitsbehälters einmal pro 1.000.000 bis 100.000.000 Jahre vorkommt. Eine Studie der Prognos AG ging von einem Sauper-Gau nach ca. 33.000 Betriebsjahren aus. In Anbetracht der Erfahrungen der letzten Jahrzehnte kann jeder mal abschätzen, wer bisher näher an der Wirklichkeit lag.
    Da bisher kein einziger deutscher Reaktor ein echtes Sicherheitsproblem hatte, frage ich mich, was Sie an dieser Rechnung auszusetzen haben?
    Die Prognosen beziehen sich nämlich NICHT auf ausländische Typen die nach ausländischen Standards gebaut und betrieben werden.

    Davon unabhängig halte ich solche Rechnungen allerdings auch für blauäugig, da die Risikofaktoren schlicht zu komplex sind.
    Inhärente Sicherheit ist daher etwas, das unbedingt angestrebt werden sollte und angestrebt werden muss, denn Kernkraft ist einfach unverzichtbar.

  59. Ich finde es unklug, Herr Heß, „Technologie“ mit „Verantwortung“ zu verknüpfen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Es gibt keine „gute“ oder „böse“ Technik, es gibt nur Technik, die einen bestimmten Nutzen hat. Und das einzige Kriterium, das für oder gegen den Einsatz einer bestimmten Technologie zur Erzielung eines bestimmten Nutzens in einem bestimmten Anwendungsszenario anzuwenden ist, ist das ökonomische.

    Es sind ja gerade die Ökologisten, die Technologien unter eher spirituellen Kategorien bewertet sehen wollen, ein Verhalten, daß sich leider in der Politik weitgehend durchgesetzt hat. Aber das führt in die Irre. Wenn überhaupt, ist nicht die Technologie zu bewerten, sondern das, was mit ihr angestellt wird. Die „Verantwortlichkeit“ liegt also nicht beim technischen System, sondern beim Nutzer. Die gegenteilige Sichtweise negiert die Möglichkeit, daß der Nutzer eine Technologie verantwortlich einsetzen könne und ist daher ihrem Wesen nach totalitär.

    Ihre Idee, Kernkraft und „Verantwortung für die Zukunft hinsichtlich einer mutmaßlichen Klimakatastrophe“ miteinander zu verknüpfen, liest sich für mich ein bißchen wie „die Ökologisten mit ihren eigenen Waffen schlagen“. Das kann aber nicht funktionieren, da die Ökologisten eben zu dieser rationalen Sicht nicht in der Lage sind. Es ist ein Glaubenskrieg, der in der Frage der Kerntechnik geführt wird und keine Auseinandersetzung über Fakten. Die „Atomlobby“ in Deutschland (und anderswo auch) hat über Jahre hinweg versucht, mit dem Klimaschutz-Argument Kernkraftgegner für sich einzunehmen. Es hat nicht funktioniert. Es wird auch nie funktionieren. Der einzige Weg, auf dem Kernkraftgegnern begegnet werden kann, ist klare Kante zu zeigen und Fakten zu schaffen. Kernenergie muß auf Dauer tatsächlich gegen die Ökologisten durchgesetzt werden. Und nicht mit ihnen.

    @ Hader, #53:

    Sie setzen den beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland mit einem Stop der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten gleich, was ja nicht stimmt.

    Doch,das stimmt. Tatsächlich war der ursprüngliche rot-grüne Ausstiegsbeschluß mit einer drastischen Reduzierung der Forschungsmittel verbunden. Das wurde auch durch den schwarz-gelben Ausstieg nicht korrigiert. Deutschland ist bspw. nach wie vor nicht am Generation IV Forum beteiligt. Der Anti-Kernenergie Schwenk der SPD in den 1980er Jahren hat als erstes dazu geführt, daß genau die beiden wegweisenden Konzepte, mit denen ein Ausstieg aus der Leichtwasser-Technologie möglich gewesen wäre, HTR und Schneller Brüter, als erste gefallen sind. Die kerntechnische Industrie in Deutschland hat sich das auch dankend gefallen lassen, da man sich weiter auf den Uran-Plutonium-Brennstoffzyklus mit seinen erheblichen Gewinnmöglichkeiten für die Bereitsstellung des Brennstoffes (Anreicherung und Herstellung der Brennstäbe) stützen konnte. Investitionen in die Entwicklung von Alternativen fanden und finden also nicht statt, nicht von öffentlicher und nicht von privater Seite. Warum sollte auch jemand in einem Land in eine Thematik investieren, die dort nicht eingesetzt werden darf (s. Gentechnik)? Es wird bis auf weiteres nicht möglich sein, irgendeinen Forschungsreaktor oder irgendeine Demonstrationsanlage in D zu errichten. Die Studentenzahlen sinken, da das Fach stigmatisiert wird, Lehrstühle werden geschlossen, Forscher aus dem Ausland kommen nicht mehr zu uns, das angesammelte Wissen eine Generation wird nicht weitergegeben und somit vernichtet. Das ist alles mit dem Ausstieg verknüpft. Und auch genau so intendiert, auch wenn es nicht im Gesetz steht.

  60. Die “Atomlobby” in Deutschland (und anderswo auch) hat über Jahre hinweg versucht, mit dem Klimaschutz-Argument Kernkraftgegner für sich einzunehmen. Es hat nicht funktioniert. Es wird auch nie funktionieren. Der einzige Weg, auf dem Kernkraftgegnern begegnet werden kann, ist klare Kante zu zeigen und Fakten zu schaffen. Kernenergie muß auf Dauer tatsächlich gegen die Ökologisten durchgesetzt werden. Und nicht mit ihnen.

    Werter Peter Heller, geht es wirklich nur darum, dass man eine kleine Gruppe überzeugen müsste, bzw. gegen sie etwas durchsetzen sollte und nicht viel eher, dass lange Zeit das Atomkraftthema die Bevölkerung stark gespalten hat und nach den Ereignissen in Fukushima in breiten Bevölkerungsteilen die Meinung entstanden ist, dass das mit der Atomenergie wirklich nur eine Brückentechnologie sein sollte und man spätestens in 10-15 Jahren draußen ist? Sorry, war jetzt ein langer Satz, aber hoffe trotzdem verständlich. 😉 Die Menschen haben sich zu mündigen Konsumenten entwickelt, gegen dessen Willen man immer weniger ankommen kann. Als in Bochum ein großes Nokia-Werk geschlossen wurde, weil man in Rumänien sich eine höhere Rendite erhoffte, haben die Kunden in Deutschland die Marke „Nokia“ regelrecht abgestraft. Der Absatz ist um mehr als die Hälfte innerhalb weniger Jahre eingebrochen, ich hab extra nachmal nachgeschaut. Das zeigt, wie groß die Macht der sogenannten kleinen Menschen sein kann, wenn sich deren Einzelhandlungen zu spürbare Marktbewegungen verdichten.

    Das nun auf den Strommarkt übertragen. Man stelle sich mal vor, einer der vier großen Stromriesen pfeifen auf das Ausstiegsgesetz und würden gegen den Willen von breiten Bevölkerungsschichten den Bau eines neuen Reaktors durchsetzen wollen. Mal davon abgesehen, dass das rein rechtlich nicht möglich ist, kann man das rein fiktiv mal durchdenken. Vielleicht schafft es der Betreiber sogar, im Vergleich zu anderen Kraftwerken preiswert Strom zu produzieren und man würde auch wenig CO2 emittieren, aber was hätten die davon, wenn soundsoviel Prozent der Kunden diesen Anbeiter verlassen würden? Von daher halte ich die Vorstellung, man könne gegen große Bevölkerungsschichten sowas durchsetzen, doch für gelinde gesagt naiv.

    Und falls jetzt das Gegenargument auftaucht, wie sieht das mit neuen WIndrädern und Pumpspeicherwerken aus, dürfen die dann auch nicht gebaut werden, wenn die Bevölkerung dagegen ist. Da sage ich auch, da darf man nicht gegen die Bevölkerung arbeiten, sondern muss es mit Ihnen tun. Und falls man am Ende die Menschen nicht überzeugen konnte und es auch einen ortsnahen Volksentscheid gab, dann muss man den auch respektieren. Denn die Basta-Politik, wie Heiner Geißler zu Stuttgart 21 sagte, ist vorbei.

    Doch,das stimmt. Tatsächlich war der ursprüngliche rot-grüne Ausstiegsbeschluß mit einer drastischen Reduzierung der Forschungsmittel verbunden. Das wurde auch durch den schwarz-gelben Ausstieg nicht korrigiert. Deutschland ist bspw. nach wie vor nicht am Generation IV Forum beteiligt.

    Nachdem ich mich diesbezüglich informiert habe, muss ich Ihnen allerdings widersprechen. Zum einen enthält das Generation IV Forum 13 Mitglieder, wovon 10 aktiv sind. Darunter ist auch Euratom, eine europäische Atomgesellschaft, in der natürlich auch Deutschland beteiligt ist. Nachzulesen hier http://www.gen-4.org/GIF/About/membership.htm und hier http://de.wikipedia.org/wiki/Euratom. Es ist vermutlich richtig, dass Forschungsmittel bzgl. Atomenergie gekürzt wurden, aber das ist eben nicht gleichzusetzen mit einem Stop.

    Warum sollte auch jemand in einem Land in eine Thematik investieren, die dort nicht eingesetzt werden darf (s. Gentechnik)? Es wird bis auf weiteres nicht möglich sein, irgendeinen Forschungsreaktor oder irgendeine Demonstrationsanlage in D zu errichten.

    Auch da argumentieren Sie so ein bißchen an der Faktenlage vorbei. Es gibt nach wie vor Forschungsreaktoren in Deutschland und deren Bestand ist nicht mit dem Atomausstiegsgesetz gefährdet. Sie werden schon allein deshalb benötigt, um in der Medizin weiterhin Isotopen herzustellen. Hier eine Auflistung: http://de.wikipedia.org/wiki/Atomkraftwerke_in_Deutschland#Forschungsreaktoren

    Die Studentenzahlen sinken, da das Fach stigmatisiert wird, Lehrstühle werden geschlossen, Forscher aus dem Ausland kommen nicht mehr zu uns, das angesammelte Wissen eine Generation wird nicht weitergegeben und somit vernichtet. Das ist alles mit dem Ausstieg verknüpft. Und auch genau so intendiert, auch wenn es nicht im Gesetz steht.

    Ja, es wird eine Folge sein, dass die Studentenzahlen in dem Bereich abnehmen werden. Ist ja soweit auch logisch, vergleichbar mit dem Steinkohlebergbau in Deutschland. Trotzdem werden solche Fachkräfte weiterhin benötigt, allein schon deswegen, um AKWs ordentlich rückzubauen. Es ist natürlich ein Spagat, weil man nicht genau weiss, ob eine technische Innovation die Sicherheits- und ökonomischen Probleme zufriedenstellen lösen können und gleichzeitig auch Akzeptanz in der Bevölkerung finden. Evtl. kann ein zu starker Rückbau in der Forschung dazu führen, einen neuen Trend zu verpassen. Auf der anderen Seite wenn es mit den erneuerbaren Energie funktioniert und man auf dauer keine Atomenergie benötigt, hat man viel Geld ausgegeben, um das System „am Leben zu halten“. Eine Patentstrategie weiss ich dazu auch nicht. Allerdings ist mir kein konkreter Lehrstuhl für Atomenergie bekannt, wo eine Schliessung bevorsteht. Aber vielleicht können Sie mir darüber Auskunft geben?

  61. Lieber Herr Hader,
    dann schreiben sie doch Ja oder Nein auf meine Fragen, oder warum tun sie sich so schwer damit.
    Interessiert mich, um Sie einzuschätzen.
    Passt die Konsequenz nicht politisch?
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  62. Lieber Herr Heller,
    sie schreiben:

    „Ich finde es unklug, Herr Heß, “Technologie” mit “Verantwortung” zu verknüpfen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Es gibt keine “gute” oder “böse” Technik, es gibt nur Technik, die einen bestimmten Nutzen hat. Und das einzige Kriterium, das für oder gegen den Einsatz einer bestimmten Technologie zur Erzielung eines bestimmten Nutzens in einem bestimmten Anwendungsszenario anzuwenden ist, ist das ökonomische.“

    Herr Heller, das habe ich auch nicht getan. Ich habe den Ausstieg aus einer möglichen technischen Lösung für das hypothetische CO2-Problem beleuchtet und schließe, dass wenn wir ein CO2-Problem haben und der IPCC Summary for Policymakers Recht hat, wir zum jetzigen Zeitpunkt aus keiner technischen Lösung aussteigen dürfen.
    Ansonsten handelten wir verantwortungslos, mindestens nach den Massstäben derjenigen, die immer den Ausstieg aus der Kernenergie und den Einstieg in die NIE predigen.
    Im Grunde sage ich dadurch das gleich wie Sie. Eine technische Lösung muss benutzt werden wenn man sie braucht und wenn es sinnvoll erscheint. Natürlich mit einer vernünftigen Kosten/Nutzen/Risiko Analyse. Ein Ausstieg aus einer technischen Lösung für ein bestimmtes Problem, aufgrund von „German Angst“ ist albern.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  63. @Tritium
    sie schreiben:

    Er ist auf gezielte, verantwortungslose und planmässige Demagogie llinksgrüner Kreise zurück zu führen, die mit völlig skrupelloser Anwendung von Agitprop ihre eigenen klandestinen Ziele beförderte.

    Diese Kreise springen immer Huckepack auf Ängste oder Strömungen in der Bevölkerung auf. Siehe jetzt „Occupy Wall Street“.
    Man muss die Ängste und Strömungen in der Bevölkerung Ernst nehmen und demokratisch antworten und darf nicht unbescholtene Bürger als Chaoten und Terroristen hinstellen, wie es zum Beispiel die bayrische Staatsregierung mit den friedlichen Demonstranten in Wackersdorf und Schwandorf getan hat. Wasserwerfer auf Kinderwägen und Omas, das spielt den Linken in die Hände.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  64. Mein Lieblingsbeispiel, Herr Hader, ist der Mobilfunk. Als UMTS in D aufgebaut wurde, haben mich Vertreter der Mobilfunkindustrie nach einer möglichen Strategie gefragt, wie man denn mit den zahlreichen Gegnern umgehen solle. Zu diesem Zeitpunkt hatte man schon intensive Kampagnen mit allen denkbaren Instrumenten begonnen, um die Bürger, die sich gegen neue Mobilfunkmasten („Elektrosmog“) zur Wehr setzten, ínhaltlich zu überzeugen, Ergebnislos.
    Ich habe von solchen Kampagnen abgeraten. Einfach bauen und abwarten war meine Empfehlung. Dialog ist nutzlos, wenn es um Emotionen (Angst) geht. Fakten schaffen ist das einzige, was hilft. Und so ist es dann auch gekommen. Die Windkraftbranche handelt ja ähnlich -- auch wenn ich Windkraft kritisch sehe, muß ich die Durchsetzungskraft der Leute anerkennen.

    Die Bedenken gegen Kernkraft sind hinsichtlich des Risikoempfindens gegenüber ionisierenden Strahlen nun einmal ebenso esoterischer Natur, wie die Idee, ein Mobilfunkmast erzeuge Krebs. Das ist so, das anzuerkennen ist notwendige Bedingung für eine rationale Diskussion. So lange dieselben Leute, die „radonverseuchtes“ Wasser aus einer sogenannten „Heilquelle“ trinken, um zu genesen, dieselben Leute, die sich die heftigsten Betastrahler bei einer Schilddrüsenerkrankung injizieren lassen, dieselben Leute,die sich bereitwillig jeder Röntgenuntersuchung und jeder CT unterziehen, weil es der Vorsorge diene, so lange diese Leute gegen Kernenergie auf die Straße gehen, gibt es keine Kompromißlösung. Sondern nur ein Erzwingen. In der einen (Ausstieg) oder anderen (Neubau) Weise.

    Erzwingen aber kann man am Ende nur, was sich ökonomisch rechnet. Für eine „Energiewende“ wird eine Technologie benötigt, die preiswerter ist als die Kohleverstromung. Das ist notwendige und hinreichende Bedingung, denn diese Technologie wird sich erzwingen lassen, ganz gleich, was Mehrheiten oder substantielle Minderheiten so denken. Ich befasse mich nun schon viele Jahre mit dieser Thematik und es gibt aus meiner Sicht derzeit nur einen geeigneten Kandidaten: Den Thorium-Flüssigsalzreaktor. Der gleichzeitig nahezu alle Bedenken gegen Kernkraft, die eigentlich alle nur Bedenken gegen Leichtwasserreaktoren sind, gegenstandslos macht. Die Chinesen bauen ihn. Wenn Sie sich durchsetzen, werden wir ihn also irgendwann dort kaufen. Wenn ich mich durchsetze, werden wir ihn selbst bauen und verkaufen können. Es geht nur darum, um nichts sonst. Nicht der Weltuntergang ist das notwendige Kriterium, anhand dessen entschieden werden sollte, sondern Geld. Und wenn es um Geld geht, hilft nur Basta.

    P.S.: Deutschland ist auch nicht mittelbar (über Euratom) am Generation IV Forum beteiligt.

  65. @ Heß, #63:

    Man muss die Ängste und Strömungen in der Bevölkerung Ernst nehmen

    Nein, ich habe diese Geduld nicht mehr. In der hier in Rede stehenden Frage, Kernenergie, sind diese Ängste bestenfalls zu ignorieren. Wenn man sie nicht gleich als das brandmarkt, was sie tatsächlich sind: lächerlicher Aberglaube.

    Es mag für viele anderen Gesellschaften sinnvoll sein, den Diskurs zu wagen und den Konsens zu suchen. Nur gerade in Deutschland scheinbar nicht. Denn es ist ja nun offensichtlich, daß kein anderes Land auf dieser Erde, in dem Kernenergie genutzt wird, so auf Fukushima reagiert hat, wie Deutschland. Warum auch immer. Das, was Sie sich vorstellen, Herr Heß, mag überall auf der Welt funktionieren. In Deutschland nicht.

    Es mag auch für viele andere Fragestellungen sinnvoll sein. Aber wohl nicht bei der Kernenergie. Da gibt es keinen Verhandlungsspielraum. Sondern nur ein „Entweder-Oder“. Entweder die Kernkraftwerke werden abgeschaltet, oder nicht. Entweder es werden neue gebaut, oder nicht. Ein bißchen Kernkraft gibt es nicht. Die Idee beispielsweise, alte Anlagen abzuschalten und neuere länger laufen zu lassen, ist nach Fukushima hier in D obsolet. Es mit neuen Ansätzen zu versuchen, ebenfalls. Sie sehen doch hier am Beispiel Herrn Haders die Gleichsetzung „Kernkraft = großer Leichtwasserreaktor“, die einfach nicht aufgegeben wird. Da kann der Keil schreiben, wie er will.

    Gut, wir haben hier noch keinen Text zum Thorium-Flüssigsalzreaktor eingestellt. Aber in den Kommentarspalten zu den mittlerweile zahlreichen Kernkraft-Artikeln finden sich ja nun ausreichend Hin- und Verweise. Herr Hader weigert sich standhaft, dies zur Kenntnis zu nehmen. Und nach meiner Beobachtung ist das ein Wesenszug von Kernkraftgegnern. Weil es sich hier um eine Ideologie handelt, und nicht um eine aus rationalen Erwägungen getroffene Entscheidung.

    Es gibt dieses fantastische Video bei Kirk Sorensen. Es ist zwei Stunden lang, aber es ist lohnend. Ich habe es mir komplett angesehen und ich bin überzeugt, daß ein solcher Film tatsächlich etwas ändern kann. Bei mir jedenfalls hat er etwas verändert. Vom Konzept war ich schon vorher überzeugt. Aber Sorensen sagt in dem Film (in einem Vortrag) sinngemäß, er glaube nicht, daß die US-Regierung von dem, was er da beschreibt, überhaupt irgendeine Kenntnis habe. Ich glaube, das gilt auch für unsere Regierung. Das gilt auch für unsere Medien und erst Recht für die Bevölkerung. Was auch etwas damit zu tun hat, daß man es nicht zur Kenntnis nehmen will. Bei mir hat dieses Video genau diesen Effekt gehabt: Ich verliere die Geduld. Keine Debatten mehr, keine Frage-Antwort-Ketten, kein Bemühen um Verständnis. Ich kann Herrn Hader nicht verstehen, ich werde ihn nie verstehen und seit Vorgestern, seit ich diesen Film gesehen habe, will ich ihn auch nicht mehr verstehen. Es reicht. Nur noch Fakten, Fakten, Fakten und dann muß es erzwungen werden.

    Gegen den NATO-Doppelbeschluß sind weit mehr Menschen auf die Straße gegangen, als jemals gegen die Kernenergie. Trotzdem wurde er erzwungen, durch Regierungswechsel,durch Mehrheiten in Parlamenten, die wahrscheinlich niemals einer Volksabstimmung standgehalten hätten. Und er war richtig. Im Nachhinein ist es niemandem peinlich, damals dagegen demonstriert zu haben. Das Thema wird weitgehend ignoriert. Und genau so muß mit der Kernkraft auch verfahren werden.

    Wenn hier 20 neue Thorium-Reaktoren entstanden sind, werden die Kernkraftgegner immer noch dagegen sein. Sie werden zwar nicht genau wissen, warum und sie werden auch verstummen. Aber überzeugen können wird man sie nie.

    Wer nicht hören will, muss fühlen:

    http://energyfromthorium.com/2011/10/14/thorium-remix-2011/

  66. Lieber Herr Hader,
    dann schreiben sie doch Ja oder Nein auf meine Fragen, oder warum tun sie sich so schwer damit.
    Interessiert mich, um Sie einzuschätzen.
    Passt die Konsequenz nicht politisch?

    Herr Heß, Sie stellen allgemeine und unpräzise Fragen und erwarten von anderen, dass sie ein reines Ja oder Nein als Antwort geben. Fragen wie, „können wir auf das und das verzichten“ provozieren bei mir sowieso ein ja, denn ich kann auch auf meinen rechten Arm verzichten, wenn es sein muß, aber eine Freude wäre es nicht. 😉 Und genauso kann ich auf 200 Euro Lohn verzichten, aber ich wäre nicht dafür.

    Also wenn Sie schon soooo fragen, dann muss ich als Antwort geben, ja, wir können wirklich darauf verzichten, die Kernenergie als „Fall-Back“ -Rückzugsalternative weiterzuentwickeln, aber ich würde diese Entscheidung nicht befürworten und halte es für keine gute Idee. Ich bin gespannt, ob Sie mit meiner dialektischen Antwort etwas anfangen können. 🙂

  67. Im Grunde sage ich dadurch das gleich wie Sie. Eine technische Lösung muss benutzt werden wenn man sie braucht und wenn es sinnvoll erscheint. Natürlich mit einer vernünftigen Kosten/Nutzen/Risiko Analyse. Ein Ausstieg aus einer technischen Lösung für ein bestimmtes Problem, aufgrund von „German Angst“ ist albern.

    Da muss ich Ihnen aber widersprechen, Herr Heß. Auch wenn Sie es albern finden, aber aus einer Technologie auszusteigen, weil der Marktakteur „Mensch“ das Produkt ablehnt, ist nicht albern, sondern vernünftig. Nur wer wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert ist, würde auf Dauer versuchen, ein Produkt auf dem Markt gegen den Willen von breiten Bevölkerungsschichten durchzusetzen. Die puritanischsten Neoliberale unter uns sagen dazu: „Der Markt hat Recht“, egal wie irrational dieser handelt.

  68. @ Peter Heller:

    Die Bedenken gegen Kernkraft sind hinsichtlich des Risikoempfindens gegenüber ionisierenden Strahlen nun einmal ebenso esoterischer Natur, wie die Idee, ein Mobilfunkmast erzeuge Krebs. Das ist so, das anzuerkennen ist notwendige Bedingung für eine rationale Diskussion.

    Und was würden Sie diesen Menschen bzgl. ihren Befürchtungen von Störfällen bis hin zu einem GAU und dem bisher ungelösten Problem der Endlagerung erwidern?

    P.S.: Deutschland ist auch nicht mittelbar (über Euratom) am Generation IV Forum beteiligt.

    Genauso wie alle anderen EU-Staaten, außer Frankreich, dort kein aktives Mitglied sind, sondern ihre Aktivitäten in Euratom gebündelt haben, was ja durchaus vernünftig ist. Ist Ihnen übrigens noch ein Lehrstuhl für Kernenergie in Deutschland eingefallen, welches kurz vor dem Aus steht? Und glauben Sie immer noch, dass durch den Atomausstieg es keine Versuchsreaktoren in Deutschland geben wird?

  69. Gut, wir haben hier noch keinen Text zum Thorium-Flüssigsalzreaktor eingestellt. Aber in den Kommentarspalten zu den mittlerweile zahlreichen Kernkraft-Artikeln finden sich ja nun ausreichend Hin- und Verweise. Herr Hader weigert sich standhaft, dies zur Kenntnis zu nehmen.

    Ähm *aufwacht*, wo nehme ich die Thorium-Flüssigsalzreaktor nicht zur Kenntnis? Mir ist doch durchaus bewusst, dass es diese Konzepte gibt. Aber das alles liegt ja nicht in meiner Entscheidungsbefügnis. 😉

    Ich verliere die Geduld. Keine Debatten mehr, keine Frage-Antwort-Ketten, kein Bemühen um Verständnis. Ich kann Herrn Hader nicht verstehen, ich werde ihn nie verstehen und seit Vorgestern, seit ich diesen Film gesehen habe, will ich ihn auch nicht mehr verstehen. Es reicht. Nur noch Fakten, Fakten, Fakten und dann muß es erzwungen werden.

    Naja, wenn Sie auf eine Entweder-oder-Entscheidung aus sind, dann dürften doch die letzten Monate für klare Verhältnisse gesorgt haben. Irgendwie kommen mir gerade Visionen von einem Kleinkind, der mit den Füssen aufstampft und schreit, „ich will aber das Atomkraftwerk behalten“, aber das hat sicher nichts zu bedeuten. 😉

  70. @ S.Harder

    Und was würden Sie diesen Menschen bzgl. ihren Befürchtungen von Störfällen bis hin zu einem GAU und dem bisher ungelösten Problem der Endlagerung erwidern?

    Schauen Sie sich den oben verlinkten Film an, lesen Sie den Artikel hier. Wir reden hier von der Zukunft und nicht von der Vergangenheit. Und wenn Sie dann immer noch der Meinung sind, derartige Angst-Psychosen sollten ernst genommen werden, dann haben Sie eben Pech gehabt. Winfried Kretschmann sagte im Hinblick auf Proteste gegen Windräder: „Wenn ihr meint, es verschandele die Landschaft, ist das leider nicht zu ändern.“ Genau so wird es auch mit Leuten wie Ihnen geschehen. Wenn ein paar Grüne und Genossen hyperventilieren, dann ist das eben auch nicht zu ändern.

  71. @Quentin Quetcher,

    Auch ein Herr Kretzschmann wird schnell verstehen, dass man beim Bau von neuen Windkraftanalgen Mehrheiten für sich gewinnen muss, und keine Basta-Politik weiterhilft. Das politische Schicksal von Herrn Mappus sollte da Anschaungsunterricht genug geben, wie man es nicht machen sollte.

    Aber was mich generell erstaunt, wie viele Anhänger der „harten Linie“ man in einem Forum findet, der den Skeptizismus eigentlich als Grundidee ausgerufen hat.

    grüblerische Grüße
    S.Hader

  72. @ Hader, #68

    Und was würden Sie diesen Menschen bzgl. ihren Befürchtungen von Störfällen bis hin zu einem GAU und dem bisher ungelösten Problem der Endlagerung erwidern?

    Auch wenn es nichts bringt:

    GAU = Kernschmelze durch Ausfall der Kühlung des Reaktorkerns
    Schlußfolgerung: Man verwende einen bereits geschmolzenen Kern und schaffe die aktive, externe Kühlung ab. Es folgt: Kein GAU.

    Endlagerungsproblem = Erbrüten langlebiger Plutonium-Isotope und weiterer Actinide im Brennstoff gekoppelt mit dem Verzicht auf Wiederaufarbeitung.
    Schlußfolgerung: Man erbrüte keine langlebigen (239,240,241) Plutonium-Isotope und keine weiteren Actinide (Curium, Americium). Es folgt: Kein Endlagerproblem.

    Man kann so weitermachen. Listen Sie ruhig alle weiteren Bedenken auf. Wir räumen sie aus dem Weg.

    Das Problem ist, daß Sie nicht verstehen können oder wollen, daß man diese Bedenken gegenstandslos machen kann.

    Hinzu kommt:

    GAU-Schadenspotential bei Leichtwasserreaktoren: Nahe Null.

    Beweis:

    Harrisburg (Druckwasserreaktor): Null Tote.
    Fukushima (Siedewasserreaktor): Null Tote.

    Und glauben Sie immer noch, dass durch den Atomausstieg es keine Versuchsreaktoren in Deutschland geben wird?

    Bitte korrekt zitieren, ich sprach von „keine neuen Versuchreaktoren„. Die wird es so wenig geben, wie weitere Versuche mit gentechnisch optimierten Pflanzen. Obwohl beides im Grundsatz nicht verboten ist. Etwas anderes anzunehmen, wäre naiv.

    Ist Ihnen übrigens noch ein Lehrstuhl für Kernenergie in Deutschland eingefallen, welches kurz vor dem Aus steht?

    Ich werde zu diesem Thema bei Gelegenheit einen eigenen Artikel verfassen. Stay tuned.

    Aber was mich generell erstaunt, wie viele Anhänger der “harten Linie” man in einem Forum findet, der den Skeptizismus eigentlich als Grundidee ausgerufen hat.

    Spieglein, Spieglein an der Wand…Skeptizismus damit gleichzusetzen, man müsse gegen alles sein, ist bemerkenswert. Tatsächlich sind wir hier für alles (wenn es sich rechnet).

    Vielleicht fragen Sie sich mal, warum es den ominösen Flüssigsalzreaktor nicht mehr gibt. Dann werden Sie sehr schnell feststellen, wie skeptisch wir hier gegenüber der „Atomwirtschaft“ eingestellt sind.

  73. GAU = Kernschmelze durch Ausfall der Kühlung des Reaktorkerns
    Schlußfolgerung: Man verwende einen bereits geschmolzenen Kern und schaffe die aktive, externe Kühlung ab. Es folgt: Kein GAU.

    @Peter Heller, ich hab mich jetzt wirklich gefragt, ob Sie das tatsächlich ernst meinen. Aber vielleicht sehe ich auch die Genialität Ihrer Gedankenzüge aufgrund eigener kognitiver Beschränktheit nicht.

    Das Problem ist, daß Sie nicht verstehen können oder wollen, daß man diese Bedenken gegenstandslos machen kann.

    Ähm, ich hab mal in einem Land gelebt, wo die Obersten auch meinten, politische Bedenken gegenstandslos machen zu können, nicht indem man auf die Menschen einging, sondern Grenzen aufgezeigt hat, wenn man nicht auf sie hörte. Hat aber im Dauerversuch nicht so richtig funktioniert. Die Vorstellung, dass man die Sorgen anderer Menschen dadurch zerstreuen könnte, indem man sie als esoterische Natur bezeichnet und dann sagt, „so, jetzt dürften ihre Bedenken gegenstandslos sein“, ist zwar durchaus putzig, aber wenig lebensnah. Ich vermute mal, dass Sie so generell, nicht viel mit Menschen zu tun haben, oder?

    Hinzu kommt:

    GAU-Schadenspotential bei Leichtwasserreaktoren: Nahe Null.

    Beweis:

    Harrisburg (Druckwasserreaktor): Null Tote.
    Fukushima (Siedewasserreaktor): Null Tote.

    Okay, ich weiß jetzt nicht, wo Sie beruflich arbeiten, aber im Versicherungswesen vermutlich nicht. Wenn Sie das Schadenspotential nur allein an Todesopfern abzählen wollen, kann man dem durchaus ein romantisches Menschenbild abgewinnen, aber mit der Wirklichkeit hat das jetzt wenig zu tun. Für die Betreiber Tepco kostet Fukushima bis dato heute 52 Mrd. Dollar. Ihre Zahlungsfähigkeit wird nur durch den Staatshaushalt Japans aufrechterhalten. (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,788745,00.html)

    Bitte korrekt zitieren, ich sprach von “keine neuen Versuchreaktoren“. Die wird es so wenig geben, wie weitere Versuche mit gentechnisch optimierten Pflanzen. Obwohl beides im Grundsatz nicht verboten ist. Etwas anderes anzunehmen, wäre naiv.

    Okay, dann eben neue Versuchreaktoren. Wobei der Letzte 2005 in Dresden in Betrieb ging, es wäre durchaus denkbar, dass auch nach 2011 einer gebaut wird.

    Spieglein, Spieglein an der Wand…Skeptizismus damit gleichzusetzen, man müsse gegen alles sein, ist bemerkenswert. Tatsächlich sind wir hier für alles (wenn es sich rechnet).

    Vielleicht fragen Sie sich mal, warum es den ominösen Flüssigsalzreaktor nicht mehr gibt. Dann werden Sie sehr schnell feststellen, wie skeptisch wir hier gegenüber der “Atomwirtschaft” eingestellt sind.

    Um Gotteswillen, Skeptizismus bedeutet für mich nicht gegen alles sein. Es ist für mich eine innere Einstellung, wie man alten und neuen Erkenntnissen begegnet. Flüssigsalzreaktor, soweit ich mal gehört habe, waren es wohl wirtschaftliche Gründe. Erfreulich zu hören, dass man auch der Atomwirtschaft skeptisch gegenüber eingstellt ist, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht vermuten würde.

  74. @ Hader

    „Und was würden Sie diesen Menschen bzgl. ihren Befürchtungen von Störfällen bis hin zu einem GAU und dem bisher ungelösten Problem der Endlagerung erwidern?“

    Können Sie eigentlich wirklich lesen, Sie müssen sich schon auch etwas bemühen um ernst genommen zu werden. Fangen Sie einfach mal bei Null an, reset und dann versuchen Sie beim lesen auch noch zu denken, dan wird auch Ihnen, sollten Sie nicht ideologisch vollkommen verblendet sein, ein inhärend sicherer Kernreaktor kann weder einen Super-GAU noch einen GAU, nicht einmal ein Gäuchen für die Sensation liefern. Damit ist jedes rationale und eventuell zu verstehende Argument gegen die Kernenergie passe‘. Sollten Sie weiter auf dieser Schiene Argumentieren, ist jedwede Diskussion mit Ihnen, wie Peter Heller schon bemerkte, sinnlos und obsolet. Mit „religiösen“ Fanatikern kann man nicht diskutieren.
    MfG
    Karl Rannseyer

  75. @ Peter Heller #29

    Scheinbar haben wir mit dem Thorium-Flüssigsalzreaktor ein “Narrativ” gefunden, das geeignet ist, die Stimmung in Deutschland langfristig wieder zu drehen.

    Das denke ich auch so. Wird aber noch ein gutes Stück Arbeit werden. Dein Novo-Artikel ist jetzt auch online: Thorium – Der Brennstoff der Zukunft.

  76. Kann denn inzwischen jemand die Frage beantworten, wer hinter dem „Stimmungsumschwung“ seit Fukushima steckt.?

    Den gibt es vorrangig nur in Deutschland.
    Der wurde „herbeigeredet“ durch massiven Auftritt von NGOs.

  77. @Hader

    Na, ist Ihnen Bei EIKE langweilig geworden oder ham se nur zu viel Zeit?

    Ängste und Strömungen in der Bevölkerung

    Jojo, deswegen ist ja auch Deutschland unmittelbar nach dem der Naturkatastrophe in Japan so negativ aufgefallen, weil sämtlich Öko-Hansel und Möchtergern-Experten per Funk und Fernsehen sich auf das havarierte AKW gestürzt haben wie ein paar abgefrackte alte zahnlose Geier.
    Der unselige Verbund von Ökos und Medien sorgte ja erst dafür, das der Pöbel auf der Strasse das Zittern bekommt, wenn nur andeutungsweise Kernstrahlung ins Gespräch kommt.

    Lol…..nun wartet gaaaanz Deutschland darauf, das endlich in Japan ein Techniker an den Folgen der Havarie des AKW verreckt, besonders die Chefagitatoren Ihrerseits, die neuerdings verstärkt den skeptischen Blogs uff de Nerven gehen.

    Hier nochmals für alle Atom-Angst-Besudelten……….in Japan sind an den Folgen des Tsunamis weit über 10.000 Menschen umgekommen………..ersoffen, erschlagen, ins Meer raus geschwemmt…….menschliches Leid ohne Gleichen und trotzdem ein taperes Volk das nicht ins Jammern verfallen ist, obwohl der Arsch in Tränen stand und immer noch steht.
    Tja, und dann guckt man sich die deutschen Öffentlich-Rechtlichen Medien an, die sich anfangs sogar geweigert haben einen Spendenaufruf zu tätigen…….Japan ist Reich, sollen doch sehen wie die damit klar kommen.

    Deutschland…..zittert vor Atom, vor Gentechnik, vor Feinstaub, vor Passsivrauch, vor Handystrahlung, vor Elektrosmog……….eigentlich müssten wir alle schon Tod sein………..dummerweise werden die Deutschen aber immer Älter, zum Ärgernis der deutschen Rentenversicherer.
    Irgenwie beisst sich also die ständige Angstmache mit der gelebten Realität, aber dat anzuerkennen ist ja nicht Ihre Aufgabe, lieber beweist man die Tatsache das man obigen Artikel absichtlich nicht verstehen will und taucht überall dort auf, wo Kernkraft eventuell ein klein wenig positiv betrachtet wird.

    Kann aber auch sein, das man inzwischen bei den Ökos gelernt hat wie man kritische Stimmen im Netz bekämpfen kann……..mit unendlichen totquatschen und zumüllen mit den immer wieder selben Argumenten.

    Ick stehe der Kernkraft relativ neutral gegenüber, fand die obige Zusammenfassung der neusten Techniken sehr interessant und für mich als Techniker auch nachverfolgbar.
    In erster Linie betrachte ich die möglichen Techniken der Elektroenergieversorgung im Sinne der jederzeit verfügbaren abrufbaren Leistungen und damit die Versorgungssicherheit.
    Wenn also die Kernkraft (was sie bisher bewiesen hat) das kann, warum soll ick da nein sagen und wenn die neueste Generation inhärent sicher wird, könnte se mir die Dinger sogar im eigenen Garten einbuddeln.

    Solange die Klima-Hyper und Atomangsthasen aber denken, das man mit Wind und Sonne alleine eine engbesiedelte Industríenation mit Strom versorgen kann, solange werden se weiter auf Kern und Kohle rumhacken und sich mit virtuellen Öko-Strom aus norwegischen Wasserkraftanlagen ihr Seelenheil erkaufen.

    Wenn die Esotherik die Politik übernimmt, geht die Logik den Bach runter…………..was man heute sehr schön am Fall des erkrankten Patienten „Deutschland“ erkennen kann, dat einzige was wir aber bis zur Unkenntlichkeit verdünnen, ist der menschliche Geist….wat man ja regelmäßig mit den PISA-Studien vorgeführt bekommt.

    So, wer also denkt das 80 Millionen Angshasen den Lauf der Geschichte aufhalten können, der schnüffelt auch an Bachblüten.
    Wir sind nicht der Nabel der Welt, inzwischen sind da ganz andere Nationen dabei den weiteren Lauf der Geschichte nachhaltig zu beeinflussen, und die kommen da mit knapp 1,3 Milliarden Einwohnern daher.
    Deutschland schafft sich ab…..und dat ganz nachhaltig.

    H.E.

  78. @ Hader, #73:

    Aber vielleicht sehe ich auch die Genialität Ihrer Gedankenzüge aufgrund eigener kognitiver Beschränktheit nicht.

    Vielleicht. #69:

    Ähm *aufwacht*, wo nehme ich die Thorium-Flüssigsalzreaktor nicht zur Kenntnis?

    In #73. Und eigentlich allen anderen Kommentaren auch. Sie verweigern sich offensichtlich, den Artikel von Günter Keil zu lesen. Und Sie nehmen auch alle darüber hinaus gehenden Hinweise nicht zur Kenntnis.

    Ähm, ich hab mal in einem Land gelebt, wo die Obersten auch meinten, politische Bedenken gegenstandslos machen zu können,

    Bislang rede ich hier nicht von „politischen Bedenken„, sondern von technischen Möglichkeiten. Wie die Politik damit umgehen kann/sollte, wenn sie diese denn mal erfährt, ist eine völlig andere Debatte. Meine Auffassung ist, daß die Märkte auf Basis technischer Möglichkeiten Fakten schaffen, noch bevor die Politik überhaupt reagieren kann.

    Vielleicht hilft Ihnen das beim Verständnis der GAU-Thematik weiter:

    Schmelzpunkt Urandioxid: ca. 2900° C
    Schmelzpunkt Urantetrafluorid: ca. 1000° C

    Es ist alles eine Frage der Physik. Und es hilft nichts, man muß sich bemühen, das zu verstehen, sonst kann man nicht bewerten.

  79. @Hader

    Tja, nu gibbed noch ein auf die Backe, bei der Achse des Guten.

    Radioaktivität – einige Fakten

    …Trägt man die Mortalität der in Tschernobyl eingesetzten Arbeiter als Funktion der Dosis auf, so ergibt sich, dass es keinen linearen Verlauf gibt. Man findet einen nichtlinearen Zusammenhang, der ganz klar durch ein Schwellwertverhalten charakterisiert wird. Von den 140 Verstrahlten mit einer Dosis kleiner 2000mSv starb keiner und von den 55, die eine Dosis zwischen 2000 und 4000mSv erhalten haben, überlebten 54. Bei einer Dosis zwischen 4000 und 6000 mSv starben 7 von 21 Betroffenen. Bei noch höheren Dosen gab es 20 Opfer bei 21 Verstrahlten….

    …Ein vielleicht noch erstaunlicheres Ergebnis fand man für eine große Anzahl von Beschäftigten (174541), die in diversen Berufen einer erhöhten Strahlendosis von 24.9mSv im Mittel über der normalen pro Jahr, ausgesetzt waren. Die Sterblichkeitsrate an Krebs betrug unter diesen 81-84% (!) gegenüber der vergleichbaren Bevölkerung. Also, Strahlung kann sogar gesund sein. Viele Heilbäder beruhen auf den Effekt, siehe Bad Gastein, Bad Karlsbad (Karoly Vary) etc. …

    ….Eine Verteufelung der Radioaktivität per se ist wider die Natur. Radioaktivität gibt es überall und zwar mit einer ganz großen Bandbreite. Mehr noch, Radioaktivität kann in milden Dosen, die aber ein Vielfaches der angeblichen grünen Grenzwerte betragen, gesundheitsfördernd sein, wie Heilbäder seit Jahrhunderten bezeugen.
    Aber auch in sehr hohen Dosen, wie sie in der Krebsbekämpfung verwendet werden, kann sie lebensrettend eingesetzt werden.

    Der unmotivierte Ausstieg aus der Kernenergie ist wissenschaftlich nicht begründbar und volkswirtschaftlich ein Desaster. ……
    Dr. Bernd Hüttner arbeitet am Institut für Technische Physik im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

    Naj, der Deutsche glaubt ja auch, das ein einziges Feinstaub-Körnchen sofortigen Lungenkrebs erzeugt. Er glaubt auch daran, das ihn ein ionisiertes Teilchen sofort um die Ecke bringt, wozu also noch Fakten präsentieren……die sind ja eh bloss von der Atomlobby erfunden um den deutschen Michel in Sicherheit zu wiegen.

    PS. Uffpassen wenn se Morgens uff de Straße latschen, es könnte Ihnen der Himmel uff den Kopp knallen.
    H.E.

  80. Hihi……weil wir gerade so schön bei der pösen Kernkraft sind.

    London (dpa) -- Die britische Regierung sieht nach der Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima keinen Handlungsbedarf bei der eigenen Produktion von Atomstrom. Die britischen Atomkraftwerke könnten wie bisher weiterarbeiten, sagte Energieminister Chris Huhne am Dienstag in London bei der Vorstellung des letzten Teils eines Berichtes zu dem Thema in London. In dem mehrteiligen Report war untersucht worden, was Großbritannien aus Fukushima lernen könnte.

    «Der Bericht stellt klar, dass Großbritannien eines der besten Sicherheitsregime in der Atomkraft auf der Welt hat, und dass Atomstrom weiterhin Häuser und Firmen im ganzen Land versorgen und Jobs schaffen kann», sagte Huhne laut Mitteilung. Man müsse allerdings darauf achten, sich dort zu verbessern, wo es möglich sei -- vor allem, wenn es um das Thema Atommüll gehe…….

    Die spinnen, die Briten…….würde jetzt Obelix sagen.

    Prag (dpa) -- Weil Tschechien an der Atomkraft festhalten will, muss Deutschland seinem Nachbarn nach Ansicht des Grünen-Chefs Cem Özdemir die Vorteile erneuerbarer Energien aufzeigen. Die Bundesrepublik müsse beweisen, dass der Umstieg langfristig die günstigere Lösung sei, Arbeitsplätze schaffe und Wohlstand generiere, sagte Özdemir der Nachrichtenagentur dpa am Montagabend in Prag………..

    …..Allerdings pochte der Bundesvorsitzende der Grünen auf strenge Sicherheitskontrollen. Brüssel müsse darauf achten, dass der aktuelle Stand der Wissenschaft in allen Mitgliedsländern umgesetzt werde. Es dürfe keinen «Rabatt» für einzelne Länder geben, denn Radioaktivität mache keinen Halt an der nationalen Grenze, sage Özdemir.

    Da hilft nur noch eins, mit grünen Fahnen einmarschieren und alles wegdemonstrieren wat nach fossilatomar riecht, oder aber wir fordern mit gaaaanz fester Stimme………wie olle Platzek kürzlich


    Brandenburg fordert Baustopp von AKW in Polen

    Jaja……und den Franzosen werden wir auch noch beibringen, wie wir Deutschen gedenken die Welt mit NIE zu überfallenhäufen.

    Irgendwie sind großdeutsche Träume alle paar Jahrzehnte einfach nicht wegzudenken, blöd nur, das man seine Nachbarn zu ihren Glück zwingen muss………wir ham ja jetzt die EU, und damit kriegen wir auch noch den größten Widersacher klein, bis auch der uns aus der Hand frisst.

    Sorry, langsam wird es peinlich Deutscher zu sein………….

    H.E.

  81. @Onkel Heinz #77

    Deutschland…..zittert vor Atom, vor Gentechnik, vor Feinstaub, vor Passsivrauch, vor Handystrahlung, vor Elektrosmog……….eigentlich müssten wir alle schon Tod sein………..dummerweise werden die Deutschen aber immer Älter, zum Ärgernis der deutschen Rentenversicherer.

    achgut.com (Beda M. Stadler) vom 7. April 2011: Rauchzeichen über Fukushima

    …..Die Panik wird bewusst oder unbewusst mit Grenzwerten geschürt. Grenzwerte sind Vermutungen, die man für eine Population anstellt, in der Praxis haben sie wenig mit der Auswirkung auf den einzelnen Menschen zu tun. Zudem werden sie auf dem Schreibtisch erfunden und sind bloss Konsens von Regulatoren, von denen sich keiner vorwerfen lassen will, etwas heruntergespielt zu haben……

    …..Das Szenario, das uns erwartet, ist absehbar. Nachdem die Japaner die gröbste radioaktive Sauerei aufgeräumt, Landwirtschaft und Fischereizonen ausgegrenzt und die wenigen Strahlenopfer behandelt haben, wird die Kampagne der Wundergläubigen beginnen. Man wird mit dem Märchen der Langzeitschäden durch extrem niedrige Strahlung Politik machen. ….. Die 20 000 realen Tsunami-Opfer werden von imaginären Legionen hypothetischer Strahlenopfer verdrängt. Die Rettung des Planeten scheint wichtiger als der Schutz von Menschenleben.

    …..Die pseudowissenschaftliche Wahrsagerei wird virtuelle Friedhöfe füllen: Zehntausenden von prognostizierten BSE-Opfern und Passivrauchtoten, die es nie gegeben hat, ¬werden Legionen von erfundenen Krebsopfern folgen……

  82. Lieber Herr Hader,

    sie schreiben:

    Also wenn Sie schon soooo fragen, dann muss ich als Antwort geben, ja, wir können wirklich darauf verzichten, die Kernenergie als „Fall-Back“ -Rückzugsalternative weiterzuentwickeln, aber ich würde diese Entscheidung nicht befürworten und halte es für keine gute Idee. Ich bin gespannt, ob Sie mit meiner dialektischen Antwort etwas anfangen können.

    Selbstverständlich, wenn sie mich so fragen. Aber ich schließe dann daraus, dass Sie die CO2-Problematik auch nicht als ein so großes bedrohliches Problem einschätzen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  83. Hallo!

    Ich möchte immer alles Objektiv sehen, bin ein großer Verfechter des Flüssigsalzthoriumreaktors, da er massiv Vorteile aufweist, aber man darf nie auf den Gedanken kommen zu sagen, er ist Sicher, weil er Sicher ist. Das wäre ein fataler Zirkelschluß, der die wissenschaftliche Wahrheit nicht darstellt.
    Man muß sich schon immer fragen, was ist sicher? Und da muß man dann immer feststellen, daß sicher in einem „großen Kontext“ immer nur heißen kann sicherer als. Das wird dann aber leider meist von den „Grünen“ verdreht.

    Das Problem an einer Kernschmelze ist ja nicht die Schmelze an sich, sondern daß die Schmelze dazu führt, daß radioaktive Stoffe das Reaktorgebäude verlassen können.
    Als Physiker ist man ja sehr kreativ und ich kann mir auch Szenarien ausmalen, wie man einen LFThR kleinkriegt. Könnte man das nicht, könnte man ihn ja auch nicht sicherer bauen. Man hat dann aber immer wieder Szenarien, von denen man nicht weiß, daß sie eintreten können, oder Szenarien, die man nicht zu 100% ausschließen kann.

    Nur: Sowas ist dann ein Totschlagargument, wenn man es weiterdenkt gegen absolut alles.
    Und mit diesem Totschlagargument wurde auf die Kernenergie eingedroschen und man kann nicht verhindern, daß damit auf andere deutlich sicherere Reaktoren eingedroschen wird. Man kann damit auf die Chemie, allgemeine Industrie, Landwirtschaft, Verkehr, … absolut alles eindreschen.

    Die Frage ist immer die Gefahrenabwägung. Und da scheitert es bei den meisten Leuten. Und vermutlich auch bei einem LFThR (zumindest in D).
    Ein (großes) Chemiewerk hat ähnliches Schadenspotential wie ein Kernreaktor. Es kann auch für kontaminierte Umgebung sorgen und es sorgt auch für nicht rosarote Zuckerwatteabfälle. Dieses Risiko ist aber
    a) entweder akzeptiert
    oder b) hat Greenpeace dieses Thema in der Schublade, wenn sie mit der Kernkraft fertig sind (man will sich ja nicht mit abschaffen 😉 )

    Man beachte dazu nur den Krawall um die Uranhexafluorid-Güterzüge, aber was sonst noch so bei Unfall Fluorfreisetzendes auf der Schiene rollt, ist egal.

    mfg
    Physiker

  84. Herr Heller,

    Peter Heller 14. Oktober 2011 22:38
    Das Kernproblem scheint mir zu sein, daß die Menschen unter “Nutzung der Kernkraft” automatisch den Leichtwasserreaktor mit dem Uran-Plutonium-Brennstoffkreislauf verbinden.

    Das ist doch nicht das Kernproblem. Es muß doch klar sein, dass die Bundesregierung den Ausstieg will, aus welchen Gründen auch immer. Dazu haben sie doch die NGOs selbst losgeschickt, das Volk zu überzeugen, das brauchen sie gar nicht , es reicht, medial den Eindruck zu erwecken, dass der Ausstieg vom Volk gewünscht wird.

    Es wird zwar gesagt, dass 80% für den Ausstieg sind, ich schätze aber, dass es 80% völlig egal ist, ob wir aussteigen oder nicht.
    Welche Ziele mit dem Ausstieg verknüpft sind ist mir dabei völlig schleierhaft. Auch der Dümmste kann aus der Tatsache, dass kein anderes Land aussteigt ,den Schluß ziehen, dass es keinerlei gefahrerhöhende Erkenntnisse aus Fukushima gibt.
    Deutschland bestreitet einen Sonderweg, jedes andere europäische Land würde bei dieser Verschwendung schon Griechenland folgen.

    Die neue Religion „Nachhaltigkeit“ gibt es doch mit oder ohne Kernkraft nach dem Verständnis der Ökologisten.

  85. Und weil es in einer Zeit, in der alles nur noch pessimistisch Verzicht predigt, sehr passend ist, möchte ich ein Zitat aus den „Lectures of Physics“ von Richard Feynman anfügen. Wer nicht weiß wer Feynman ist, so sei auf Wiki bzw das Buch You’re Surely Joking Mr Feynman oder seine Fachliteratur verwiesen und gesagt: Er ist (einer) der größte(n) Physiker des 20 Jh.

    „Abschließend eine Bemerkung zu der Frage, woher wir heute unsere Energie beziehen können. Unsere Energievorräte kommen aus der Sonne, aus Regen, Kphle, Uran und Wasserstoff. Die Sonne macht den Regen und auch die Kohle, so daß diese alle von der Sonne herrühren.Obgleich die Energie erhalten bleibt, scheint die Natur nicht daran interessiert zu sein; sie setzt eine Menge Energie aus der Sonne frei, aber nur ein Teil aus zwei Milliarden fällt auf die Erde. In der Natur gilt die Energieerhaltung, aber die Natur achtet nicht darauf, sie teilt sie in alle Richtungen in Mengen aus. Wir haben bereits Energie aus Uran gewonnen; wir können auch aus Wasserstoff Energie gewinnen, jedoch gegenwärtig nur in einem explosiven, gefährlichem Zustand. Wenn sie in thermonuklearen Reaktionen kontrolliert werden kann, so ergibt sich, daß die Energie, die aus 10 Litern Wasser pro Sekunde erzielbar ist, gleich der gesamten in den USA erzeugten elektrischen Leistung ist. Mit 600 Liter fließendem Wasser pro Minute hätten wir genug Kraftstoff für den gesamten gegenwärtigen Energieverbrauch in den Vereinigten Staaten! Darum ist es Sacher der Physiker, herauszufinden, wie wir uns vom Energiemangel befreien können. Es ist zu schaffen.“

  86. Auch wenn Sie es albern finden, aber aus einer Technologie auszusteigen, weil der Marktakteur “Mensch” das Produkt ablehnt, ist nicht albern, sondern vernünftig.

    Der Marktakteur ‚Mensch‘ lehnt dieses Produkt erst mal GLOBAL keineswegs ab. Und eine Exportnation hat globale zu denken. Kluge Staatsmänner verstehen dies und handeln strategisch.

    Zum anderen ist auch in Deutschland die Ablehnung zwar laut, aber keineswegs allgemein. Es ist Agitprop-Gekläffe.

  87. @ physiker, #83:

    Als Physiker ist man ja sehr kreativ und ich kann mir auch Szenarien ausmalen, wie man einen LFThR kleinkriegt.

    Als mir das Thema vor ungefähr zwei Jahren erstmals begegnete, dachte ich das auch. Tatsächlich habe ich seitdem festgestellt: Wann immer man etwas Gutes über den „Lifter“ sagen kann, ist es meistens noch besser, als man zunächst glaubte.

    Fukushima zeigt mir, daß es auf das Risiko, auf die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Störfalles, gar nicht ankommt. Dies isr zwar die Debatte, die die „Atomlobby“ über die Jahre führen wollte, mit der man aber niemanden wirklich erreicht hat. Das Argument der Gegner war ein anderes: Jeder Störfall, der eintreten kann (also eine Wahrscheinlichkeit größer als Null aufweist, ganz gleich, wie klein sie sein mag), wird auch eintreten. Im Falle der Kernschmelze respektive der Freisetzung radioaktiver Materialien in nennenswertem Umfang ist es ja auch zweimal so gekommen, in Tschernobyl und Fukushima. Wichtig für die Gegner ist eigentlich nur die Frage des Schadenpotentials, also nach dem, was geschehen kann, wenn der Störfall wirklich eintritt:

    -- Im Lifter entstehen keine langlebigen, radioaktiven und toxischen Materialien wie PU 239, 240 und 241 oder höhere Transurane. Eine Kontaminierung der Umwelt wie in Tschernobyl ist also ausgeschlossen.

    -- Im Lifter gibt es kein Wasser oder vergleichbare Stoffe im Kern. Er wird außerdem unter Normaldruck betrieben und nicht unter Überdruck. Eine Verteilung der hochradioaktiven, aber kurzlebigen Spaltprodukte über ein größeres Areal wie im Falle Fukushima ist also ausgeschlossen.

    -- Wird der Lifter so eingesetzt, wie ich mir das denke,also als „chemische Fabrik“, werden die Spalt- und nichtspaltbaren Brutprodukte kontinuierlich während des Betriebs aus dem Reaktorkern entfernt und ihrer weiteren Nutzung in der Nuklearmedizin oder in Radionuklidbatterien oder sonstigen Bereichen zugeführt. Der Reaktor wird also niemals die Mengen an Spalt- und Brutprodukten beinhalten, die für eine großflächige und langfristige Kontaminierung der Umwelt erforderlich wären.

    Im Falle eines Falles wäre also nur der Reaktor selbst betroffen. Ein geringeres Schadenspotential ist nicht mehr denkbar. Denn dieses Schadenspotential existiert grundsätzlich bei jeder Maschine.

  88. Kann denn inzwischen jemand die Frage beantworten, wer hinter dem “Stimmungsumschwung” seit Fukushima steckt.?

    Den gibt es vorrangig nur in Deutschland.

    Nur in Deutschland, Herr Rassbach? Die Schweiz hat das sanfte Auslaufen ihrer Atomkraftwerke ohne Neubau beschlossen. Heute wurde der Präsidentschaftskandidat der Sozialisten in Frankreich für das kommende Jahr gewählt. Es ist ein Novum in Frankreich, dass ein aussichtsreicher Kandidat laut darüber nachdenkt, den Anteil der AKWs von 80% langfristig auf 50% zu senken. Ja, der Tellerrand stört natürlich schon erheblich, um das alles mitzubekommen. 🙂

  89. @Peter Heller, #78:

    In #73. Und eigentlich allen anderen Kommentaren auch. Sie verweigern sich offensichtlich, den Artikel von Günter Keil zu lesen. Und Sie nehmen auch alle darüber hinaus gehenden Hinweise nicht zur Kenntnis.

    Sorry, aber ich verstehe nicht, woran Sie das genau festmachen? Bezüglich Thorium-Flüssigsalzreaktoren und Mini-Kernreaktoren hatte ich mich überhaupt nicht negativ geäußert.

    Ich muss aber auch generell sagen, dass ich das Thema Atomenergie trotz all der aufbrausenden Emotionen ganz persönlich für nicht soooo spannend halte. Zu dem Thema hab ich mich auch ausführlich genug geäußert und dabei will ich es auch belassen.

  90. @Hader

    Ja, der Tellerrand stört natürlich schon erheblich, um das alles mitzubekommen.

    -- sprach der Blind zum Einäugigen.
    Mann, nehmen Sie die Scheuklappen ab, links und rechts von Deutschland werden neue KKW geplant, gebaut und Länder welche bislang noch keine großen Ambitionen in der Richtung hatten denken laut über Planung und Bau von ersten KKW nach.
    Hören Sie auf zu fabulieren und zu träumen, in der Realität ist Deutschland mit seinem Ausstieg allein.

  91. -- Wird der Lifter so eingesetzt, wie ich mir das denke,also als “chemische Fabrik”, werden die Spalt- und nichtspaltbaren Brutprodukte kontinuierlich während des Betriebs aus dem Reaktorkern entfernt und ihrer weiteren Nutzung in der Nuklearmedizin oder in Radionuklidbatterien oder sonstigen Bereichen zugeführt.

    Ich frage mich, wie die Menschen reagieren würden wenn man ihnen sagen würde:

    Es gibt eine Möglichkeit Krebs wirkungsvoll zu bekämpfen, dazu muss man nur den Kernreaktortyp LFTR entwickeln und viele von diesen bauen

    Zu den „Abfällen“ des Reaktors kann ich dieses Video nur empfehlen:
    http://youtu.be/tdusXIvyLFQ?hd=1

  92. @ Hader, #89:

    Sorry, aber ich verstehe nicht, woran Sie das genau festmachen?

    Das war klar. Ich glaube, alle anderen haben das verstanden. Sie könnten das auch, da bin ich mir sicher. Sie wollen nur nicht.

  93. Das war klar. Ich glaube, alle anderen haben das verstanden. Sie könnten das auch, da bin ich mir sicher. Sie wollen nur nicht.

    Werter Herr Heller, der Letzte, der mir sowas in der Art gesagt hatte „…alle sehen es, nur sie wollen es nicht wahrhaben“ stand in der Fussgängerzone und hatte den Wachturm in der Hand. *)

    MfG
    S.Hader

    *) Ich hofffe Sie verstehen den Spaß und den Wink mit dem Zaunspfahl. 😉

  94. Lieber Herr Heller,
    ich habe mir gerade das Video THORIUM REMIX 2011 angesehen. Das hat wirklich das Potential zu einem „Narrativ“ für eine zukünftige Ernergieversorgung zu werden. Die Frage ist nur, wie man das in Deutschland salonfähig macht. Man hat da nicht nur die Apologeten der NIEs sondern auch die Verfechter der deutschen Kernenergie gegen sich. Von der Sache her gibt es auch eine Reihe von Konzeptionen der vierten Generation der Kernkraft. Man wird da auch auf Querschüsse rechnen müssen, wenn man den LFTR als Konzeption propagiert. Ich habe vor allem den Verdacht, dass es vielen Verfechtern der NIEs nicht darum geht, Energie bezahlbar und sicher zur Verfügung zu stellen, sondern eher darum eine Gesellschaft der Erfolgreichen zu schaffen, die dann die Masse auf der Autobahn nicht so behindert. Das meint genau den Rückschritt der in dem Film unter dem Label Sklavenhaltergesellschaft ja auch thematisiert wird.
    Man sollte vielleicht wirklich von seine Vorlieben Abstand nehmen und sich auf eine Konzeption einigen, einfach der Wirkung willen.
    MfG.

  95. @ S. Hader

    Bezüglich Thorium-Flüssigsalzreaktoren und Mini-Kernreaktoren hatte ich mich überhaupt nicht negativ geäußert.

    Zu diesen Themen haben Sie sich eigentlich überhaupt nicht geäußert. Dabei geht es doch genau darum in dem Artikel der hier zur Diskussion steht.

    Ich muss aber auch generell sagen, dass ich das Thema Atomenergie trotz all der aufbrausenden Emotionen ganz persönlich für nicht soooo spannend halte.

    Dann sind Sie also vor allem hier um die Diskussion zu stören und ein wenig Dampf abzulassen. Das erklärt einiges.

  96. @ S.Hader/ Peter … lustich und alle anderen Gutmenschen, auf gehts, die Welt muß gerettet werden …

  97. Dann sind Sie also vor allem hier um die Diskussion zu stören und ein wenig Dampf abzulassen. Das erklärt einiges.

    Hallo Herr Kipp, ja, von außen betrachtet sieht das tatsächlich so aus. Das was ich zu dem Thema schreiben wollte, steht im wesentlichen unter #6 und #46. Alles andere waren Reaktionen auf Reaktionen zu meinen Postings, die ich stellenweise zu ausführlich beantwortet habe. Aber bzgl. dem Thema Atomenergie ist die Gefahr nicht mehr gegeben, dass ich groß weiterstören werde. 🙂

  98. @ Hader, #93:

    Also gut, rekapitulieren wir noch mal den Vorgang.

    Im obigen Artikel und in den Kommentaren wird auf neue technische Lösungen zur Nutzung der Kernenergie hingewiesen.

    Daraufhin fragen Sie in #68, was ich denn zum Thema GAU zu sagen hätte:

    Und was würden Sie diesen Menschen bzgl. ihren Befürchtungen von Störfällen bis hin zu einem GAU und dem bisher ungelösten Problem der Endlagerung erwidern?

    Ich sage dazu: Man verwende einen bereits geschmolzenen Kern, der sich selbst kühlt.

    Daraufhin sagen Sie in #73 tatsächlich:

    ich hab mich jetzt wirklich gefragt, ob Sie das tatsächlich ernst meinen. Aber vielleicht sehe ich auch die Genialität Ihrer Gedankenzüge aufgrund eigener kognitiver Beschränktheit nicht.

    Sie hätten dies nicht geschrieben, wenn Sie sich mit dem Artikel oben und mit den Hinweisen in den Kommentaren auseinandergesetzt hätten. Wenn Sie das geschrieben haben, obwohl Sie sich mit der hier angesprochenen Thematik befaßt haben, dann sind Sie eben entweder doof oder ignorant.

  99. Lieber Herr Straten (#94):

    Ich befürchte nur, man muß schon einiges über den Lifter wissen, wenn man den Film wirklich verstehen will. Eigentlich braucht man etwas noch Kürzeres und noch prägnanteres. Das Video wird daher nur eine begrenzte Zielgruppe mit Zeit, Interesse und technischem Verständnis ansprechen können. Aber das ist eben ein erstes Samenkorn, von solchen Leuten ausgehend verbreitet sich die Botschaft weiter. Ich versuche das ja auch hier 😉

    Die Frage ist nur, wie man das in Deutschland salonfähig macht. Man hat da nicht nur die Apologeten der NIEs sondern auch die Verfechter der deutschen Kernenergie gegen sich.

    Genau. Vielleicht aber wird es später einmal heißen, daß Fukushima nicht das „Ende des Atomzeitalters“, sondern seinen eigentlichen Beginn bedeutet hat, weil erst durch Fukushima die Möglichkeit gegeben war, einen jahrzehntelangen Innovationsstau aufzulösen. Ich werde jedenfalls das tun, was ich kann. Und das ist einfach, allen Leuten von diesen neuen Ideen zu erzählen -- ob sie es nun hören wollen, oder nicht.

  100. Herr Heller,

    Sie werden aber nur gehört, wenn die Vernunft wieder Zugang zum Mainstream bekommt. NGOs sind doch nicht zufällig entstanden, sie werden zu 70% von uns Steuerzahlern finanziert und machen zu 100% das, was sie sollen lt. ihren Auftraggebern, eine Wende in der Politik legitimieren. Wir fragen nicht das Volk, sondern die NGOs..

    Aus den letztlichen Äußerungen von RWE Großmann entnehme ich, auch die Konzerne stehen hinter dieser Wende. Der Strom soll in Deutschland doppelt erzeugt werden, wir können ihn dann auch doppelt bezahlen. Das ist dann die Nachhaltigkeit.

    Herr Hader,
    wetten, auch die Grünen schaffen es in Deutschland nicht die Kohle der Welt zu verbrauchen. Sie haben wohl zuviel Club of Rome gelesen? Dennis hat sich vor 40 Jahren geirrt und er wird sich jetzt auch wieder irren.

    „Es wird dann zu solcher Zerrüttung in den zuerst betroffenen Regionen, wie etwa Indien, und zu Milliarden Toten kommen.“
    Dennis Meadows,1974 (Stern-Interview)
    Quelle: Der Stern Nr. 44/1974

    „Mehr als dreieinhalb Milliarden Menschen bevölkern bereits unseren sterbenden Planeten -- und etwa die Hälfte von ihnen wird verhungern.“
    Paul Ehrlich 1972 in einem Zukunftsszenario
    Quelle: Alvin Toffler, Kursbuch für das Dritte Jahrtausend, Bern 1973

    „Während es Kohle noch für Jahrtausende gibt, gibt es Öl nur noch für wenige Jahrzehnte. Die verschiedenen Schätzungen der Vorräte ergeben kein übereinstimmendes Bild, aber dass die vereinigten Staaten in höchstens 20 Jahren kein Öl mehr haben werden, steht fest.“
    Anton Zischka in „Ölkrieg“, erschienen in Leipzig 1939

    Immer der gleiche Quatsch, es steht fest und es ist fünf vor zwölf 😉 Ich kaufe das nicht ab und Sie?

  101. @W.Rassbach

    “Während es Kohle noch für Jahrtausende gibt, gibt es Öl nur noch für wenige Jahrzehnte. Die verschiedenen Schätzungen der Vorräte ergeben kein übereinstimmendes Bild, aber dass die vereinigten Staaten in höchstens 20 Jahren kein Öl mehr haben werden, steht fest.”
    Anton Zischka in “Ölkrieg”, erschienen in Leipzig 1939

    Ist schon Schlümm, daß der Peak-Oil sich einfach nicht einstellen will,

    „Größter Erdöl-Fund seit 30 Jahren“


    Wenn sich die Schätzungen bewahrheiten, wird Libra zusammen mit dem Feld von Tupi einer der
    weltweit größten Erdölfunde der letzten 20 Jahre sein.

    20bn barrel oil discovery puts Cuba in the big league

    Riesiges Erdölfeld bei Norwegen entdeckt – größter Erdölfund seit 30 Jahren in der Nordsee

  102. @ Rassbach:

    Vielleicht kommen hier schon einmal tausend zusammen:

    https://wwws.whitehouse.gov/petitions/!/petition/provide-funding-liquid-fluoride-thorium-reactor-lftr-research-and-development-energy-independence/JkwTRBlv

    Nächstes Jahr sind es dann vielleicht mal 10.000. Und in zwei Jahren möglicherweise 100.000 und dann ist es geschafft. Dann ist das Thema kein Geheimwissen mehr, versteckt in so Untergrund-Blogs wie unserem hier, sondern in der Öffentlichkeit. Es kann also sehr schnell gehen, denn der Lifter ist ja keine Utopie, sondern im Labormaßstab erprobte Technologie. Das ist einer der Gründe, warum ich mich entschieden habe, dieses Konzept zu unterstützen.

    Die „Vernunft in den Mainstream zu tragen“ benötigt zwei Dinge: Beharrlichkeit und eine Maschine faszinierender technischer Eleganz zur Erfüllung eines wichtiges Bedarfes. Letzteres liefert der LFTR, ersteres immer mehr Menschen.

  103. Man sollte auch darauf hinweisen das viele der „neuen“ Reaktortypen eigentlich alles andere als „neu“ sind. Viele dieser Konzepte wurden vor 50+ Jahren entwickelt. Das diese bisher nicht großartig weiterverfolgt wurden hat unter anderem aber auch einen ganz banalen Grund: Man wollte keine Reaktoren die _kein_ waffenfähiges Material erzeugen. Im Gegenteil man wollte waffenfähiges Material haben. Man denke da nur mal an den kalten Krieg.

    Sicher ist dies nicht der einzigste Faktor, aber meiner Meinung nach doch einer der größten, wenn nicht gar der größte überhaupt. Aus z.B. einem TWR lässt sich sowas halt nur schwer bis garnicht produzieren, womit dieser Typ dann eben einfach nicht brauchbar war, und man ihn daher nicht weiter verfolgt hat.

    Ich kann mir wirklich nicht so recht vorstellen das Firma X lieber riesige Reaktorblöcke baut, die ein erheblich größeres Unsicherheitspotential haben, zudem sehr teuer im Bau sind, etc., wenn sich die gleiche Leistung auch mit mehreren kleinen, sicheren Anlagen erreichen lässt. Denn je mehr kleine Dinge man produziert und baut, desto billiger werden diese am Ende auch. Stichwort Modularität. Auch Wartung und Betrieb sollten ja bei solchen modularen Anlagen wesentlich einfacher sein: Man tauscht einfach generische Modulkomponenten aus.

    Gut Möglich das ich damit falsch liege. Aber irgendwie ist es doch komisch. Soll das wirklich einzig und alleine nur wegen der höheren Leistung eines einzelnen Blocks nicht gemacht worden sein?

    Achja, auch dürften sich Genehmigungs-, Planungs- und Bauzeiten durch modulare Systeme doch erheblich verkürzen. Anstelle jeden Reaktor neu zu planen, genehmigen zu lassen, etc. hat man einfach Module die bereits erprobt und genehmigt sind. Ein Baumuster halt, so wie überall anders in der Industrie auch.

    Und bzgl. Elektrosmog durch Handy- und UMTS-Anlagen. Leider finde ich das Vider gerade nicht mehr. Einige Firmen gehen aber nun dazu über („nun“ = seit einigen Jahren) das sie erstmal die Antennen aufstellen, aber keinerlei Technik einbauen. Wie zu erwarten kommen dann die „Elektrosensiblen“ rausgekrochen und beschweren sich darüber das diese neue Anlage ihren Schlaf stört, etc, etc. Woraufhin die Betreiber dann einfach sagen: „Komisch, wie kann das nur sein, so ganz ohne aktive Technik?“ und somit diese Spinner sehr effektiv als das entlarven was sie sind: Spinner.

    Grüße,

    Chris

  104. Herr Rannseyer,

    für Herrn Hader ist es nicht schlimm, er glaubt ganz fest an die Endlichkeit der Ressourcen.

    Für mich ist es schlimm, dass ich das mit Kuba gar nicht mitbekam, allerdings informierte ich mich bis vor 12 Monaten auch nur im Mainstream. Sowas aber auch. Das sind ja lauter Gefahren für den Ölpreis, aber er hält sich hartnäckig oben, wie das nur kommt. 😉

    Der Ölpreis ist immer hoch, wenn die Schulden drücken.
    Je mehr Öl sie finden, umso höher ist der Ölpreis 😉

    Das ist auch noch ein offenes Geheimnis des Peak Oil .

    Der Erdmantel schwimmt auf Öl, Öl wurde auch schon unter hohem Druck abiotisch hergestellt. Allerdings muß man an schon erforschten Stellen 10 km bohren, also 6 km tiefer als beim Fracking, um reichlich Öl abzupumpen. Scheint aber keiner Interesse zu haben, den Ölpreis ins bodenlose absinken zu lassen.

    Our results support the suggestion that hydrocarbons heavier than methane can be produced by abiogenic processes in the upper mantle.

    ——————————————————————————--
    Jedes Land könnte sein eigenes Öl haben 😉 ???? Nicht gut für Exxon und Kollegen 😉

  105. @ ChrisK, #103:

    Das mit der Erbrütung von Plutonium 239 für Kernwaffen ist schon richtig.

    Ein weiterer entscheidender Punkt ist aber auch, daß die kerntechnische Industrie heute das meiste Geld mit der Bereitstellung des Brennstoffes, also mit der Urananreicherung und der Produktion der Brennstäbe verdient. Beides würde bei der Verwendung von Thorium in Flüssigsakzreaktoren wegfallen.

  106. Die größten Fragezeichen beim LFTR bzw MSR habe ich bei der angeschlossenen chemischen Separierung des Thoriums oder seines Vorläufers, des Protactiniums.
    Schließlich werden hier die kurz, aber stark aktiven Spaltprodukte entfernt.
    Kann hier nur durch passive Kühlung ein Schmelzen der Materialien vermieden werden,
    das durch deren Nachzerfallswärme entstehen könnte?
    Und wie groß ist die Gefahr des Ausweichens radioaktiver Stoffe im Normalbetrieb,
    der Materialermüdung durch korrosive Stoffe( es wird mit elementarem Flour gearbeitet)?

    Wenn meine Fragen unklar formuliert sind, liegt es daran, dass ich trotz einiger Bemühungen
    das Prinzip des MSR nicht genau kapiert habe, also bitte etwas Nachsicht und ggf. nachfragen oder umformulieren.

  107. @ Heraklit

    Tja, wo soll ich anfangen. Beim LFTR gibt es keine chemische Separierung des Thoriums, und Proactinium stellt auch dabei keine Vorstufe des Thoriums dar. Auch werden keine stark aktiven Spaltprodukte entfernt.

    Die Verhinderung einer Kernschmelze soll sowohl beim MSR als auch beim LFTR nicht verhindert werden. Ganz im Gegenteil, weil beide im laufenden Betrieb mit einer Schmelze arbeiten.

    Dass im laufenden Betrieb „Materialermüdung“ aufgrund korrosiver Substanzen eintreten kann, lässt sich heutzutage durch den Einsatz entsprechender Materialien auch sehr gut vermeiden. Schließlich werden diese vorher eingehen bezüglich ihrer Eignung getestet.

    Insgesamt zeigen mir Ihre Fragen, dass Sie weder das Prinzip des MSR, noch das des LFTR auch nur im Ansatz verstanden haben. Vielleicht sollten Sie als Einstieg in die LFTR-Technik dem von Peter Heller in #29 geposteten Link folgen und sich in dem dort dargestellten Video einmal die Grundlagen anschauen.

    MfG,
    Rudolf Kipp

  108. Natürlich meinte ich, dass aus Proactinium U-233 entsteht,10 Stunden ohne Kaffee, das kommt dabei heraus,dass Thorium destilliert wird, war mein Fehler.
    Um deutlicher zu machen, was ich meine, von energyfromthorium

    In order to purify the fuel salt, the first step is to remove the uranium fuel by fluorination. Then the carrier salt (LiF-BeF2) can be distilled from fission product fluorides in a high-temperature still. The remaining fission product fluorides constitute the equivalent of “high-level waste” from fluoride reactor reprocessing. The extracted LiF-BeF2 is recombined with the uranium and reinserted into the reactor core for another cycle of power generation.

    Mir ging es um Schmelzen durch Nachzerfallswärme und um Korrosion dieser Aufbereitungsanlage, nicht des Reaktor selbst.

  109. # 108

    siehe hier

  110. @Peter Heller, #105

    Ja, das die Industrie da derzeit mit dem Brennstoff an sich das Geld verdient ist klar. Nur ist das eben der Ist-Zustand. Ich bezog mich eher darauf wie es zu eben diesem Zustand gekommen ist.

    Meiner Meinung nach hätte es auch anders laufen können, wenn eben nicht das Erbrüten von waffenfähigem Material ein wichtiger Punkt damals gewesen wäre. Gerade in Bezug auf modulare Anlagen wäre dann ja eine sehr gute Einnahmequelle eben das Herstellen/Austauschen von Modulkomponenten. Natürlich ist das alles nur eine „Was wäre wenn“ Spekulation.

    Aber man stelle sich mal vor das man sich entschieden hätte die Anlagen eben Modular, und die Einzelreaktoren klein zu bauen. Dann hätte man jetzt die Situation von vielen, weitestgehend identischen, modularen Kleinreaktoren. Die dann auch gerne zu größeren Gruppen zusammengestellt wären um eben große Kraftwerke zu realisieren. Aber eben (weltweit? (zumindest in der westlichen Welt)) zum Großteil gleiche Module. Und da ergibt sich dann eben auch ein großer Markt der Service und Wartung braucht.

    Oder denke ich da in eine völlig falsche Richtung?

    Natürlich sind Konzepte wie LFTR und TWR da völlig anders. Aber man kann das ganze auch als anders sehen, nämlich als erweiterten Brennstoff-Kreislauf. Was aus dem einen Reaktor rauskommt wird aufbereitet in Brütern, geht zum Teil wieder in „herkömmliche“ Reaktoren, und der Rest eben in die Typen, die das verwenden können, wobei hier eben der TWR hervorsticht. Und während des ganzen Kreislaufs wird Energie produziert. Ganz am Ende kommt dann irgendwann „Abfall“ heraus der dann auch nur für einige hundert Jahre sicher gelagert werden muss.

    Und bei dieser Lagerung gibt es dann auch ganz andere Möglichkeiten. Irgendwo kam ja das Ausgangsmaterial her. Nun könnte man den „Abfall“ mit anderen Stoffen mischen um eine Art künstlichen Stein daraus zu machen, den man dann wieder in eben diese alten Minen pumpt, wo er dann härtet. Damit landet der Müll dann dort wo das ganze seinen Anfang nahm.

    Wobei natürlich die Frage ist was die Zukunft so bringt. Ich wäre nicht sonderlich überrascht wenn sich auch für diesen „Abfall“ dann noch eine Verwertungsmöglichkeit finden lässt. Vielleicht zur Erzeugung von Warmwasser/Heizenergie?

    Grüße,

    Chris

  111. Lieber Herr Heller

    Wie gesagt, ich stehe der Kernkraft eher neutral gegenüber aber aus Versorgersicht finde ich gerade bei den kleinen Reaktoren in Modulbauweise eins faszinierend.
    Jedes kleine bis mittlere Stadtwerk könnten sich derartige Module am Rande der Stadt hinbauen lassen und somit eine Eigenversorgung aufbauen, die unabhängig von irgendwie geartete Stromkonzerne arbeitet.
    Natürlich müssten die Überlandnetze noch gewisse Ausgleichsströmlinge durch die Gegend schicken, aber insgesamt wäre die Ausfallsicherung mehrere kleiner Einheiten besser als nur wenige große Kraftwerke.

    Ich glaube deswegen, der Aufschrei der hier durch den Blog bezüglich Mini-Reaktoren geht, nicht nur von der Seite der grünen Allesverweigerer kommt, nöö da fühlen sich wohl noch ein paar ganz andere Interessenten auf die Füsse getreten.

    @All

    Eine lustige Meldung nebenbei
    Dresden produziert im Städtevergleich den wenigsten Müll, kurz gefolgt von Leipzig………….und unser Öko-Vorzeige-Städtchen Freiburg liegt in dieser Statistik nur auf Platz 4.
    Hmm, scheint wohl auch nicht viel her zu sein, nur seine grüne Überzeugung vor sich hin zu leben, gelle.

    H.E.

  112. Werter Herr Kipp, ich weis dass Liquid Fluoride und Molten Salt Flüssigkeiten sind.
    Aber jede Flüssigkeit braucht einen Behälter, und der besteht aus Feststoffen.
    Nun ist Überhitzung im Reaktor kein Problem, der Freeze-Plug würde den Inhalt ableiten.
    Aber der große Vorteil des LFTR, dass seine Rückstände nur Jahrzehnte bis Jahrhunderte aktiv sind,und zudem konzentriert vorliegen, nicht wie im Leichtwasssereaktor im Gemisch mit nicht umgesetzten Uran ist auch die
    mögliche Gefahr, denn dieser geringvolumige Abfall produziert eine Menge Wärme.

  113. @ Heraklit, #112:

    Das wird jetzt sehr spekulativ, denn es ist ja nicht so, daß der LFTR tatsächlich existiert. Er wurde vor mehr als 40 Jahren im Labormaßstab erprobt und selbstverständlich müsste man dort wieder anfangen und noch eine Menge Entwicklungsarbeit in die Technologie investieren. Das Grundprinzip des Reaktors ermöglicht aber

    -- kleine, modulare Einheiten (s. Projekt „FUJI“ im obigen Artikel)
    -- eine kontinuierliche Entfernung der Spaltprodukte aus dem Reaktorkern während des laufenden Betriebs

    Auf diese Weise ist es möglich, eine Ansammlung von Spaltprodukten in der Menge, wie sie in großen Leichtwasserreaktoren nach 2-3 Jahren anfallen, zu verhindern. Und damit wird auch die freigesetzte Wärmemenge begrenzt. Sie stellen im Prinzip eine Designfrage. Auf die kann ich derzeit nur antworten: Es ist möglich, den LFTR so zu bauen, daß er niemals eine Betriebstemperatur von deutlich mehr als 1.000° aufweisen kann. Derartige Temperaturen sind materialtechnisch heute beherrschbar.

    Die Spalt- und Brutprodukte liegen im Reaktor nicht konzentriert vor, wie sie schreiben, sondern „isotopenrein“. Sie können also durch einfache chemische Verfahren aus dem Kernkreislauf entfernt werden, es sind keine komplizierten physikalischen Verfahren der Isotopentrennung erforderlich. Im Leichtwasserreaktor fallen beispielsweise Pu 239, 240 und 241 an, die man aus dem Brennstab kaum einzeln separieren kann (weil sie ja chemisch alle gleich sind). Im LFTR dagegen gibt es nur ein Pu-Isotop, das erbrütet wird (Pu 238 -- nicht langlebig, nicht spaltbar und nicht waffentauglich). Natürlich verteilen sich die Spalt- und Brutprodukte über den gesamten Kernkreislauf -- es handelt sich ja hier um eine zirkulierende Flüssigkeit. An irgendeiner Stelle außerhalb des Reaktorkerns kann man sie also „abgreifen“. Ich habe keine Ahnung, wie warm sie dann noch sind. Denn das ist, wie gesagt, eine Frage des konkreten Designs. Ich würde dieses „Abgreifen“ nach dem Wärmetauscher vornehmen.

  114. @Rudolf Kipp

    Vielleicht haben sie das Konzept nur halb verstanden?

    Es gibt nämlich die Frage nach einem oder zwei Salzkreisläufen. Bei einem einzelnen Salzkreislauf, wäre die „Brutzone“ auch die „Spaltzone“.
    Bei einem Zweisalzkreislauf gibt es einen Brutkreislauf in dem Salz mit Thorium zirkuliert und einen Brennstoffkreislauf bei dem Salz mit Uran233 zirkuliert.

    Das im Brutkreislauf durch Neutroneneinfang aus Thorium erbrütete Uran 233 wird chemisch (durch Einleitung von Fluor) als Uranhexafluorid vom Thorium abgetrennt. Das Uranhexafluorid wird zu wieder löslichem Uran IV-Fluorid reduziert durch Einleitung von Wasserstoff. Es entsteht Fluorwasserstoff. Dieser wird dann elektrochemisch wieder gespalten.

    Die Menge ist natürlich nur ein kleiner Teil des im Reaktor befindlichen Inventars. Aber hier ist schon eine mögliche Fehlerquelle. Man kann natürlich einen guten Bunker drum bauen, aber man sollte nicht blauäugig sein.

    mfg
    ein Physiker

    PS ich halte nach wie vor das Konzept für sicherheitstechnisch überlegen

  115. @ physiker, #114:

    Ich promote die Lösung mit zwei Salzkreisläufen.

    Mein Kernargument ist eben nicht, der Lifter wäre „fehlerfrei“. Mein Kernargument sind Beherrschbarkeit und Folgen eines Störfalles. Und hier schneidet der Flüssigsalzreaktor aus meiner Sicht entscheidend besser ab, als herkömmliche Leichtwasserreaktoren.

    Man kann eben nicht mit der Kommunikationsschiene „das Störfallrisiko ist so und so gering“ weiterverfahren. Und es war offensichtlich auch ein schwerer Fehler, sich auf diese Botschaft zu konzentrieren. Die neue Botschaft muß lauten „stell Dir vor, es gibt einen Störfall -- und keiner merkts“.

  116. @ Peter Heller

    und dann zerlegt sich der Trafo und jeder merkts, da dunkel, und schon ist’s passiert… obwohl eigentlich nichts passiert ist.

    Ich habe die Befürchtung, daß in diesem Land bei diesem Maß an Indoktrination nichts mehr zu machen ist, außer machen zu lassen, um am ende sagen zu können: Hättet ihr halt auf mich gehört.

    mfg
    ein Physiker

  117. @ Physiker

    Das Prinzip habe ich mir durchaus angesehen und ich denke auch im wesentlichen verstanden. Bei der Diskussion mit Heraklit ging es wohl mehr darum, dass wir aneinander vorbeigeredet haben. Ich muss auch eingestehen, dass ich mich mit dem Problem der Nachzerfallswärme außerhalb des Reaktors überhaupt nicht beschäftigt habe.

    Die Beständigkeit der Leitungen gegen HF stellt natürlich kein triviales Problem dar. Wobei die Salzschmelzen wohl noch deutlich agressiver sind und die größere Herausforderung darstellen. Ich habe mit beidem (Flussäure und Salzschmelzen) im Studium im Labormaßstab gearbeitet und weiß recht gut um deren Agressivität. Ich habe auch großchemische Anlagen gesehen, in denen Flusssäure und auch Salzschmelzen prozesssicher gehandhabt wurden.

    Ich bin weit davon entfernt die beschriebenen Reaktorkonzepte als bedingungslos sicher darzustellen. Dazu weiß ich zu wenig (fast nichts) über den geplanten Aufbau und die eingesetzten Komponenten.

  118. Vielleicht kommen hier schon einmal tausend zusammen:

    https://wwws.whitehouse.gov/petitions/!/petition/provide-funding-liquid-fluoride-thorium-reactor-lftr-research-and-development-energy-independence/JkwTRBlv

    schon geschehen 😉

  119. @ Mollet:

    Ja super. Damit hätte ich nicht unbedingt gerechnet. Aber die 25.000 schaffen sie eben leider nicht. Mir ist allerdings auch nicht aufgefallen, daß für die Petition sonderlich viel Werbung im Web gemacht wird.

  120. @Heller

    Ich glaube es liegt daran, das Kirk Sorensen und co., gar nicht unbedingt staatliche Unterstützung wollen.
    Sie glauben daran, dass sie durch die Privatwirtschaft finanziert werden können.

  121. Die Technik hat Thorium als sicheren Reaktor entwickelt, Doch auch hier bleibt das Thema die Rest Strahlungen. Daher wurden neue Wege und Lösungen gefunden. Eine von mir ermittelte Verfahren ist die der Wasser Auftrieb. Hier hat die Firma Rosch AG aus der Schweiz einen Kettenumlaufsystem mit Kompressor entwickelt. Damit kann mit einfachen Mittel und ohne Umwelt Belastungen Strom in jeder Höhe und Menge Hergestellt werden. Die reinen Herstellkosten sind nicht Höher als die aus Atomstrom. Dabei wird auch keine Brennstoff benötigt noch verbleiben Altlasten die Entsorgt werden müssten. Nun kommt es darauf an ob die Lobby es nicht Mundtot macht. Ich für meinen Teil habe mir schon eine Anlage bestellt und biete Teilhaber die Möglichkeit eines Einstieg. Beteiligungen ab 2.500,00€ sind Möglich, bei Rendite in 2 stelliger Höhe. Anfragen und Informationen E-Mail: 20ie12b40@sat-kabel-online.de

  122. Ich für meinen Teil habe mir schon eine Anlage bestellt und biete Teilhaber die Möglichkeit eines Einstieg. Beteiligungen ab 2.500,00€ sind Möglich, bei Rendite in 2 stelliger Höhe. Anfragen und Informationen E-Mail:

    „Zeichnen auch Sie diesen lukrativen Kettenbrief, an deren Ende Sie dastehen werden, wie ein begossener Prokon-Pudel.“

  123. Stichwort Prokon….

    In einem Schreiben an die Prokon-Anleger hat sich der Gründer des Windenergieunternehmens offenbart. Immer mehr Anleger würden ihn auf Schadenersatz verklagen, ihm drohe die Privatinsolvenz.

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/recht-steuern/anleger-und-verbraucherrecht/carsten-rodbertus-ex-chef-von-prokon-steht-vor-der-privatinsolvenz/10735888.html

  124. In Deutschland lohnen sich die kleinen Atomreaktoren für Heizzwecke ganz besonders. Wer mit einem Reaktor Strom erzeugt, erhält für die kWh beim Einspeisen ins Netz ca 3 Cent pro kWh. Betreibt er jedoch mit der Abwärme des Reaktors ein Wärmenetz für Heizzwecke, ist die kWh Wärme ca 6 Cent wert. Da lohnt es sich sogar, mit großem Aufwand teuer erzeugten Strom zurück in Wärme zu verwandeln und als solche zu verkaufen. Wärme wird, im Gegensatz zum Strom, nicht versteuert und nicht mit Umlagen belegt. Eine kWh Strom hingegen wird zwar für ca 26,5 Cent verkauft, aber auch mit 23,5 Cent Steuer und Umlage belegt.
    Wärme darf jeder verteilen. Strom hingegen unterliegt den diversen Monopolgesetzen, denen von 1935 und der „Verschlimmerung“ von 1996.
    Eine Energiewende ist auf diese Weise in Deutschland nicht möglich.
    Sehr wohl aber durch kleine Wärmereaktoren. Verzichtet man auf die Stromerzeugung, erhält man das Drei- bis Vierfache an Wärme, dazu zum doppelten Erlös. Ferner entfällt der gefährliche Innendruck des Reaktors und er ist sehr viel sicherer und langlebiger aufgebaut.
    Allerdings muss man die Reaktoren in die Nähe der zu beheizenden Häuser bauen. Im Sommer werden sie abgestellt und sind für Wartungsarbeiten zugänglich, obwohl meist 10 Jahre Wartungsfreiheit besteht. So einfach und billig wie Strom lässt sich Wärme nicht verteilen, jedenfalls nicht über km-große Flächen.

    Wegen der enorm hohen Erlöse spielt es keine Rolle, wenn die Abbrandzeiten Jahrzehnte betragen.

    Auch, wenn die Spaltproduktmenge pro erzeugter kWh nur ein Drittel so hoch ist wie bei einem heutigen Kernkraftwerk und die kleinen Heizreaktoren viel sicherer gebaut werden, bleiben für mich Sicherheitsbedenken.
    Aber wir werden uns gegen die weltweite Entwicklung nicht wehren können. Dafür ist die deutsche Energiepolitik zu kurzsichtig, um nicht zu sagen, zu dumm.

  125. Sind die Mini-Kernreaktoren gekommen in den vergangen 6 Jahren ?

    AUS für Kernenergie?

    JA

    Die Preisgünstigen AKW-Neubauten z.B. Atomkraftwerk Hinkley Point.

    Die Endkosten würden schätzungsweise von bisher rund 20,5 Milliarden auf über 22 Milliarden Euro steigen, teilte EDF mit. Die Lieferung des ersten Reaktors könne sich um 15 Monate verzögern, die des zweiten um neun Monate. EDF hatte vor einigen Tagen eine „komplette Überprüfung“ des Kosten- und Zeitplans angekündigt.

    http://www.tagesschau.de/ausland/hinkley-point-akw-101.html

  126. Die Mini-Kernreaktoren kommen

    Wo sind jetzt die Mini-Kernreaktoren ?
    Sind vermutlich so klein das ich die noch nicht gefunden habe nach ca. 6 Jahren.

    MfG

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