Die Technik als Feind?

11. Oktober 2010 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Klimawandel, Kommentare, Medien

Es sind schon beeindruckende Maschinen in dieser von außen recht unscheinbaren Produktionshalle. Vibrationstische, die ein Werkstück einem Vielfachen der Erdbeschleunigung aussetzen können, Öfen, die es auf mehrere 100 Grad erhitzen, Kammern, in denen es enormen Drücken ausgesetzt werden kann. Kurz und gut: Die beste Simulationsumgebung, die man für Geld kaufen kann.  Um die Zustände im Erdinneren abzubilden, viele tausend Meter tief unter der Oberfläche. Und die Produkte, die dort einer rigiden Qualitätssicherung unterworfen werden, sind ebenso hochgezüchtete Hightech-Produkte. Es sind nicht nur einfache Bohrer. Sondern vielmehr Roboter. Autonome Maschinen, die getrieben vom Gewicht eines kilometerlangen Stahlgestänges tief in der Erdkruste in großem Umfang selbstständig agieren können. Die sich ihren Weg bahnen, in welche Richtung auch immer man vorstoßen möchte. Die ihre Umgebung erkennen und analysieren. Um Öl und Gas zu finden.

Denn da liegen die Gewinnaussichten, die den Einsatz dieser Bohrer rechtfertigen können. Und da liegt das Geschäftsfeld des Unternehmens mit der aufwendigen Qualitätssicherung. Ansässig in Deutschland, aber auch Teil des weltweiten Imperiums, das der genial/verrückte Erfinder und Luftfahrtpionier Howard Hughes einst errichtete. BakerHughes ist heute als Ausrüster der Öl- und Gasindustrie mit Bohrtechnik die Nummer 2 in der Welt.  Die Qualitätssicherung ist entscheidend für den Erfolg. Denn man kann in 3.000 Metern Tiefe (und darunter), bei Temperaturen von 150° Celsius (und darüber) und unter immensen Drücken keine Reparaturen durchführen. Geschweige denn mal eben nachsehen, was los ist. Und so muß man sich auf ihn verlassen können, auf den kleinen Roboter, man muß sicher sein können, daß alle mechanischen und elektronischen Systeme ihren Dienst fehlerfrei verrichten und korrekte Informationen nach oben melden.

Dies ist Technologie, wie sie nur an wenigen Orten auf der Welt entstehen kann. In Deutschland beispielsweise. Wo es gut ausgebildete Kräfte – vom Facharbeiter bis zum Oberingenieur gibt. Wo Gehälter bezahlt werden, die Experten und Spezialisten anlocken. Wo das Umfeld eine erhebliche Lebensqualität verspricht, von der ein oft unterschätzter Aspekt die Möglichkeit ist, das verdiente Geld auch sinnvoll auszugeben.

Dieser Roboter bohrt Löcher in die Erde, fast völlig autonom...

Und wo es Strom gibt. Soviel man will, wann immer man will und immer noch bezahlbar. Denn alle diese Maschinen, die zusammen die wettbewerbsentscheidende Qualitätssicherung bilden, sind längst auf hocheffiziente elektrische Systeme umgestellt. Elektromotoren, elektrische Hochleistungspumpen, Mikrowellenöfen und Laser bilden die Zustände tief in der Erdkruste verläßlich ab. Und führen zu einem Strombedarf von 10 GWh im Jahr (10 Millionen kWh).

Man sollte meinen, daß in diesem Unternehmen das Energiekonzept unserer Bundesregierung, das doch so intensiv den Strommarkt zu regulieren versucht, argwöhnisch betrachtet wird. Weit gefehlt. Man hat viel mehr Dollarzeichen in den Augen. Denn Teil des Energiekonzeptes ist ein enormer Ausbau der geothermischen Stromerzeugung in Deutschland. Auf niedrigem absoluten Niveau zwar, aber es müssen trotzdem viele Löcher gebohrt werden. Es müssen Gesteinsschichten aufgebrochen und mit Wasser (oder vergleichbaren Medien) gefüllt werden. Es müssen kalte Medien in diese künstlich porös gemachten Schichten gepreßt – und warme wieder an das Tageslicht befördert werden. Und wer könnte dies besser, als diejenigen, die dies ohnehin schon seit Jahrzehnten beherrschen? Die exakt diese Techniken einsetzen, um Öl- und Gasfelder auszubeuten? Wer also könnte dies besser, als die Öl- und Gasindustrie?

Unlautere Motive?

Das müßte einer Wissenschaftsredakteurin eines großen deutschen Nachrichtenmagazins eigentlich bekannt sein. Cordula Meyer, in dieser Funktion beim Spiegel tätig, ist es offensichtlich nicht geläufig. Jedenfalls hat sie in der Spiegel-Ausgabe 40 der vergangenen Woche (erschienen am 4.10.2010) mal wieder die alte Verschwörungstheorie aus der Klamottenkiste hervorgeholt. Es gäbe, so die Essenz ihres Textes, eine Verschwörung der Öl- und Gasindustrie. Mit dem Ziel, die Klimaforschung, die uns die Botschaft vom gefährlichen menschgemachten Klimawandel vermittelt, zu diskreditieren. Wider besseres Wissen wohlgemerkt, also durch leugnen im Rahmen einer großangelegten Desinformationskampagne, in die erhebliche Geldmittel fließen.

Ich verstehe nicht, warum diese Räuberpistole immer noch durch die Gazetten geistert.

Es ist mir unbegreiflich, warum Lobbyarbeit für die Industrie im Grundsatz schon als etwas Verwerfliches gilt. Könnte es nicht sein, daß die Klimaskeptiker eben nicht etwas wider besseres Wissen leugnen, sondern aus tiefer innerer Überzeugung gegen eine ihrer Meinung nach verhängnisvolle Entwicklung in der Politik vorgehen? Und warum darf man nicht die Interessen einer Industrie vertreten, die keinesfalls den Anspruch haben kann, die Erde zu zerstören? Die vielmehr ein großes Interesse daran haben muß, daß es ihren Kunden ziemlich gut geht. Gut genug, um große Mengen des Produktes zu benötigen und auch bezahlen zu können, das diese Industrie anbietet. Energie eben, transportabel, einfach zu lagern, mit hohem Gehalt: Erdölderivate und Erdgas. Sind denn Hersteller dieser Produkte und Händler dieser Waren immer gleich unter den Generalverdacht zu stellen, uns alle auf perfide Art und Weise über den Tisch ziehen zu wollen? Die Grundlage der menschlichen Zivilisation, liebe Frau Meyer, ist der Handel. Der davon lebt, beide Seiten, Käufer und Verkäufer zufrieden zu stellen. Und keine der beiden Seiten kann ein Interesse daran haben, die andere Seite zu übervorteilen. Denn dann kommt der Handel schnell zum erliegen – und das nutzt niemandem. In diesem Wechselspiel haben beide Seiten, Käufer wie Verkäufer, das natürliche Recht, ihre Interessen zu verteidigen. Auch durch Lobbyarbeit, auch und gerade gegenüber der Politik. Vor diesem Hintergrund sind nun einmal Industrielobbyisten gegenüber Umwelt- und Verbraucherschützern moralisch nicht im Nachteil. Eher ist das Gegenteil der Fall. Denn wo bitte entsteht unser Wohlstand?

Die Wissenschaftsredakteurin zitiert die Alarmistin Naomi Oreskes mit den Worten

„Die Zweifler glaubten, der Verlust ökonomischer Freiheit durch Umweltgesetze würde zum Verlust politischer Freiheit führen.“

Falscher Tempus, Frau Oreskes, wir Zweifler glauben das immer noch. Wir glauben das nicht nur, wir haben auch Belege dafür. Ist es denn so verwerflich, für politische Freiheiten zu kämpfen?   

Fred Singer, der Protagonist, auf den Frau Meyer besonders abhebt, wird sicher bestreiten, von der Erdöl- und Erdgasindustrie honoriert zu werden. Dabei ist diese Frage völlig unerheblich. Denn selbst, wenn es stimmen sollte, es wäre nicht verwerflich. Ich jedenfalls warte seit vielen Monaten auf den Anruf aus Houston. Ich würde das Geld nehmen, und auch offen dazu stehen. Denn es ist nichts Böses daran, am Kampf für die Freiheit zu verdienen, den man aus Überzeugung für notwendig erachtet. Weil man denjenigen, die Kindergehirne explodieren lassen, lieber doch kein gesellschaftliches Gestaltungspotential überlassen will.

Feinde der Technik

Aber dieser Anruf wird niemals kommen. Ganz im Gegenteil zu dem, was Frau Meyer im Spiegel kolportiert, liegt es nicht im Interesse dieses Wirtschaftszweiges, den Trend hin zur Vermeidung von CO2-Emissionen zu bekämpfen. Keine der bislang beschlossenen Maßnahmen verhindert ja den Handel mit Öl und Gas. Und die Industrie profitiert erheblich von der Förderung der NIEs.

Dies zeigt nicht nur das obige Beispiel:  

  • Wer kennt sich eigentlich aus mit der Qualitätssicherung, der Lagerung, dem Transport und dem Handel flüssiger Kohlenwasserstoffe (Biomasse)?
  • Wer kann tiefe Löcher in die Erde bohren, gezielt bestimmte Gesteinsschichten finden und manipulieren (Geothermie)?
  • Wer kann Strukturen auf hoher See errichten, diese versorgen und warten, wer hat die Schiffe dafür, die Kompetenz, die Ingenieure und die Techniker (Offshore-Windenergie)?

Richtig. Die Öl- und Gasindustrie. Und so sind eben alle Techniken, die beispielhaft rund um den Komplex „Geothermie“ mit staatlichen Fördermitteln unterstützt werden, nicht nur solche, die von der Öl- und Gasindustrie entwickelt werden. Es sind auch genau diese Techniken und Technologien, die helfen, Öl- und Gasvorkommen umfangreicher und effektiver auszubeuten, als bislang.

Diese Zusammenhänge werden in der breiten Öffentlichkeit nur selten wahrgenommen. Und wenn selbst eine berufsmäßige Wissenschaftsredakteurin dies nicht in ihr Kalkül einbezieht, so ist einmal mehr ein Beleg für die unter Alarmisten verbreitete Technikfeindlichkeit gefunden. Technikfeindlichkeit äußert sich eben nicht nur darin, die Welt in gute und böse Innovationen zu unterteilen. Technikfeindlichkeit ist auch, die Prozesse des Wissens- und Innovationstransfers über thematische und branchenspezifische Grenzen hinweg nicht zu erkennen. Technikfeindlichkeit ist auch, dies nicht verstehen, nicht in seine Vorstellungswelt einbeziehen zu wollen.

Und so offenbart sich Frau Meyer im Spiegel, in dem sie doch eigentlich den (Zitat) „glänzenden Atmosphärenphysiker“ Fred Singer als „Feind der Wissenschaft“ entlarven wollte, in Wahrheit als Feindin der Technik.

Wissenschaftsferne ausgerechnet denen andichten zu wollen, die Spitzentechnologien am Rande des Machbaren entwickeln und erfolgreich einsetzen können, ist ein klares Indiz für eine ideologische Abwehrhaltung. Die die eigene Lernfähigkeit massiv begrenzt.    

Es gibt also eine solche Verschwörung der Öl- und Gasindustrie gegen Klimaforschung und Klimapolitik wahrscheinlich nicht. Es hat sie wahrscheinlich auch nie gegeben. Denn wenn es sie gegeben hätte, wäre sie dämlich gewesen. Dämlich und kontraproduktiv angesichts der eigenen geschäftlichen Interessen und der eigenen Kompetenzen. Und man kann der Öl- und Gasindustrie vieles vorwerfen, aber ganz sicher nicht einen Mangel an Intelligenz.

Und nebenbei, Frau Meyer: Wäre diese Kampagne doch Realität gewesen, würden wir heute nicht über Klimawandel und Klimapolitik debattieren. Wären diese Abermillionen Dollar für gezielte Desinformation wirklich geflossen, hätte die Kampagne sicher zum Erfolg geführt. Denn man kann der Öl- und Gasindustrie ebenfalls nicht vorwerfen, bei der Verteidigung der eigenen Interessen schon einmal versagt zu haben.

Ich habe ein bißchen gewartet mit diesem Kommentar. Denn ich wollte EIKE, das in dem Spiegel-Artikel direkt angesprochen wird, den Vorrang bei der Antwort überlassen. Interessant ist auch wie Schellnhuber, unser aller oberster Klima-Kanzlerinnenberater, in dem Spiegel-Artikel eine politische Debatte über Sinn und Unsinn der Klimapolitik ablehnt. Pierre Gosselin hat sich diesem Aspekt bereits gewidmet.

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

8 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Hallo Peter,

    Du beschreibst einen Umstand, der den meisten Leuten hier im Land (einschließlich der regierenden Kaste) nicht recht bewusst zu sein scheint. Zum einen besteht der Stromkonsum der Menschen nicht nur aus dem, was bei ihnen zu hause aus der Steckdose kommt (oder durch den Zähler geht) sondern auch aus dem Strom, der für die Produktion der Dinge des Alltagsgebrauch in der gesamten Wertschöpfungskette benötigt wird. Hierfür ist das Beispiel BakerHughes besonders anschaulich, zeigt es doch dass auch für die Gas und Ölförderung und für die Geothermie erst einmal viel (elektrische) Energie aufgewendet werden muss, um überhaupt Energieträger fördern zu können. Ich habe Zahlen kursieren gesehen die davon sprechen, dass unser privater Stromverbrauch (den wir über die Stromrechnung bezahlen) etwa ein Drittel unseres wirklichen Stromverbrauches ausmacht. Den Rest bezahlen wir indirekt über die Preise der von uns gekauften Produkte. Eine (geplante) deutliche Verteuerung der elektrischen Energie wirkt sich also nicht nur auf unsere Stromrechnung aus, sondern betrifft beinahe sämtliche Bereiche unseres Lebens.

    Der zweite Aspekt ist das noch vorhandene Einsparpotenzial und die Möglichkeit den Stromverbrauch (durch sogenannte Smart Grids oder ähnliches) an eine schwankende Produktion anzupassen. Hier sind die Möglichkeiten im privaten Haushalt schon sehr begrenzt. Außer der oft zitierten Waschmaschine, die extern gesteuert auch schon mal des Nachts laufen kann will mir so recht nichts einfallen. Welcher Verbraucher wäre schon bereit und in der Lage mitten in der Nacht zu kochen oder wollte nur wenn es die Stromproduktion erlaubt lesen oder fernsehen? Vielleicht erleben wir ja daher eine Renaissance der (bisher gerade von Ökos gescholtenen) Nachtspeicherheizungen.

    Bei dem noch größeren Anteil des Stromverberauches, der Industrie, sieht das Bild nicht besser aus. Ich habe in meinem Berufsleben bisher verschiedenste Produktionsstätten besucht und kann aus meiner Erfahrung sagen, dass die Einsparung von elektrischer Energie seit geraumer Zeit eines der wichtigsten Themen, vor allem bei energieintensiven Betrieben, darstellt. Die noch vorhandenen Einsparpotenziale werden dementsprechend immer begrenzter. Alle große Einsparmöglichkeiten sind weitestgehend ausgereizt und weitere Einsparungen sind nur unter entsprechendem Aufwand möglich und erwirken immer weniger reale Einsparungen. Daher teile ich Deine Auffassung, die Du bereits in früheren Artikeln vertreten hast, nämlich dass die im Energiekonzept vorgesehen „Effizienzsteigerungen“ schlicht illusorisch sind.

    Mit Deiner rhetorischen Frage:

    Könnte es nicht sein, daß die Klimaskeptiker eben nicht etwas wider besseres Wissen leugnen, sondern aus tiefer innerer Überzeugung gegen eine ihrer Meinung nach verhängnisvolle Entwicklung in der Politik vorgehen?

    beschreibst Du ziemlich genau, auf welche Art und Weise im linksgrünen Lager vielfach gedacht wird (ich habe diesem Lager eine beschämend lange Zeit angehört, weiß also einigermaßen, wovon ich spreche).

    Als von der eigenen Sache überzeugter Grüner ist man zumeist mit dem festen Glauben ausgestattet, das Richtige zu tun und zu denken. Ich schreibe hier ganz bewusst „Glauben“, weil dieses Wort den Gemütszustand am besten beschreibt.

    Ausgerüstet mit der tiefen inneren Überzeugung, für die gute Sache zu kämpfen, wächst in einem schnell das Weltbild dass alle, die eine andere Meinung vertreten ganz einfach nur falsch liegen können. Das Ganze erinnert recht stark an die Vertreter der (monotheistischen) Religionen, die aus dem tiefen Glauben, die einzig heilbringende Wahrheit zu vertreten, alle anderen Religionsformen nur als falsch (oder ungläubig) ansehen können.

    So gesehen ist auch das Weltbild des modernen Grünen äußerst simpel. Das Heil der Erde und der Menschheit kann nur durch konsequentes Mülltrennen, den Verzicht auf möglichst viel Energie und eine Stromgewinnung mit ineffizienten Erzeugungsformen (sogenannte Erneuerbare Energien) erreicht werden. Jeder der dieses Weltbild nicht teilt ist entweder zu dumm die einzig heilsbringende Wahrheit zu begreifen, oder im Falle von Wissenschaftlern oder Ingenieuren, die es ja eigentlich „besser“ wissen müssten, von der bösen Industrie gekauft.

    Es sind hier aus meiner Sicht ganz deutliche Parallelen zu den großen Religionen zu erkennen. Wer nicht das gleiche glaubt wie ich hat (noch) nicht begriffen und muss überzeugt werden, oder er steht im Dienst des absolut bösen, ist so gesehen vom Teufel besessen oder dem schnöden Mammon erlegen.

  2. Au Backe, dat gibt gleich dolle Prügel.-:(

    Wie kann man denn nur High-Tec loben die nicht Windmühle oder Solarzelle beinhaltet, das ist ja sowas von Lobby, das geht ja garnicht.
    Ironie Off

    So, jetzt mal ernsthaft.
    Toller Artikel der das deutsche Dilemma besonders stark aufzeigt, Ölindustrie böse…..ganz dolle böse und für wirklich jede Schandtat verantwortlich die dieser arme Planet erleiden muss.
    Nun gut, man lebt ja ganz gut von den Artikeln der Ölindustrie, bis hin zu Plastik und allen anderen Produkten dessen Öl die Ausgangsbasis bildet, aber man braucht nun mal ein anständiges Feindbild das man dann in seiner Freizeit bekämpfen kann.
    Die Berufsdemonstranten bedenken aber eins nicht, erst die böse Öllobby ermöglicht Ihnen untereinander zu kommunizieren und Ihre aufwendigen Aufmärsche in ganz Deutschland zu organisieren.
    Am Ende bringt das böse Öl die Hobby-Gegen-Alles-Bessermenschen dann auch die hunderte von Kilometer zum beabsichtigten Randaleort, selbst wenn man die Lausitzer Kohle auf dem Kieker hat.

    Will sagen, man sägt eifrig auf dem Ast auf dem man sitzt und freut sich wie kleine Kinder zu Weihnachten es dem Baum mal anständig gegeben zu haben.

    Prinzipiell habe ich gegen Windkraft und Sonnennutzung nichts auszusetzen, wenn dort installiert wo Wind weht oder kräftig die Sonne scheint und ein Mangel an Elektroenergie vorliegt.
    Natürlich sollte man den notwendigen Speicher sofort mit aufbauen, denn ohne ist die Sache ja so ziemlich unsinnig, wie derzeit in Deutschland praktiziert.

    Genau diesen Punkt kritisiere ich aufs Heftigste, sinn- und planlos die Dinger in der Landschaft zu verteilen, den Netzbetreiber dann höhnisch aufzufordern doch bitte endlich mal die passenden Leitungen zu ziehen, den Netzleitstellen zu sagen, bitteschön erst unseren Strom durchleiten und nicht den bösen grauen Strom und am Ende diesen ganzen Unsinn per EE-Zwangsabgabe den unmündigen Stromkunden aus die Taschen zu ziehen.
    Dann beisst der Netzbetreiber in den sauren Apfel und plant die neuen Hochspannungstrassen (dauert unter Umständen 10 Jahre lang wegen diverser Eigentumsrechte und sonstige Unwägbarkeiten) und dann kommen andere Umweltbesoffenen und Elektro-Sensiebelchen und klagen erfolgreich die nächsten 10 Jahre gegen diese Leitung oder ein neues Pumpspeicherwerk.

    Diese Typen wissen nur eins, das Sie technisch nichts wissen und deshalb prinzipiell gegen alles sind was ihr kleines Hirn nicht begreifen will.
    Wascht mich aber macht mich ja nicht Nass dabei, um das mal in Kurzform auszudrücken.

    Eine Woche ohne Strom, Deutschlandweit…………..99% dieser Gutmenschen werden auf den Knien bettelnd angekrochen kommen weil Sie ohne Strom nicht mehr überlebensfähig sind, das garantiere ich jeden Grünen und Roten der es nicht hören will.

    Ich darf diesen Irrsinn am eigenen Leib erfahren und bin wohl deshalb zum Skeptiker und Bekämpfer der menschlichen Dummheit angetreten, vielleicht nicht so rhetorisch hervorragend wie ein Heller oder Kipp aber aus ehrlichem Herzen und jede Menge Fachwissen in der kleinen Rübe, dich ich mein eigen nenne.

    Lieber Herr Heller, weiter so.

    MfG
    Heinz Eng

  3. Bravo, meine Herren! Wo kann man das unterschreiben?

  4. Hallo Herr Heller,

    herzlichen Glückwunsch zu dem wirklich gelungenen Artikel. Sie haben unter anderem genau die Punkte angesprochen, die immer wieder gerne übersehen werden, wenn die Sprache auf die sog. Multis kommt. Da werden dann meistens nur die großen Gewinne in den Vordergrund gehoben. Von den enormen Investitionen in Forschung und Entwicklung neuer Technologien spricht da kaum jemand. Vielfach wird auch davon ausgegangen, dass diese wichtigen Felder ausschließlich in staatlichen Institutionen bedient werden und die Industrie letztlich nur noch abkupfert. Dass die Industrie die Hauptlast in der Forschung trägt und der Staat seit den 70er Jahren nur noch sog. gesellschaftsrelevante Forschung (was immer auch das sein mag) fördert und die Politik die Themen vorgibt wird in der Öffentlichkeit gerne mal übersehen, besonders dann, wenn es mal wieder darum geht einen bestimmten Zweig der Industrie in ein schiefes Licht zu rücken.

    Wer Ihrem Link folgt und den Spiegelartikel (oder sollte man besser Pamphlet sagen?) von Cordula Meyer liest kommt spätesten nach dem ersten Teil zu dem Verdacht, dass hier die Schreiberin einen Aussätzigen der Gesellschaft vernichten will. Allein die Wortwahl und das, was unausgesprochen zwischen den Zeilen steht lässt vermuten, dass hier eine Fanatikerin schreibt, die versucht alle Register zu ziehen um den Feind ihres Glaubens aufs Schafott zu bringen. Sie drückt sich zwar eleganter aus, aber der Tenor ist der gleiche, den wir von einem Vennecke oder Thorsten aus RE kennen. Es ist erschreckend feststellen zu müssen, dass wir schon wieder soweit sind, dass eine derartige Hetze in einem weitverbreiteten öffentlichen Magazin zu lesen ist.

    Bezeichnend und auch schon wieder peinlich ist wie sie zum Schluss noch Schellnhuber und seine Verweigerung zur Teilnahme an einer öffentlichen Debatte zitiert. Allein schon dieser Satz **Letztendlich sei Wissenschaft so kompliziert geworden, dass große Teile der Bevölkerung ihr nicht mehr folgen könnten.** zeigt auf in welche Sphären dieser „Herr“ schwebt. Ja, in drei Teufels Namen ist denn dieser Wissenschaftsdarsteller zu dumm den Leuten das in einfachen Worten zu erklären was er zu tun vorgibt, oder verbietet ihm sein elitärer Dünkel solches?

    Ein kluger Kopf, ich glaube es war Max Planck, sagte einmal: „Jemand der seine Wissenschaft nicht dem einfachen Mann auf der Straße erklären kann ist auch kein Wissenschaftler“.
    Fred Singer kann es. Schellnhuber und Konsorten können es offensichtlich nicht…..

    meint der Moosgeist

  5. Hallo Herr Moosgeist,

    die Definition eines Wissenschaftlers von Max Planck teile ich. Ich würde auch so weit gehen, dass jemand der seine Wissenschaft nicht einem 12jährigen Kind (oder dem „einfachen Mann“ auf der Straße) in halbwegs verständlichen Worten erklären kann, selbst nicht richtig verstanden hat. Dieser Gedanke kommt mir jedesmal, wenn ich irgendwelche verklausulierten Erklärungsansätze der Klimawissenschaftler des Schlages Schellnhuber lese (unser Freund Hoffmann ist auch so ein Fall). Da sollen aus meiner Sicht grunsätzliche Mängel im Verständnis hinter dem Gebrauch von möglichst vielen Fachausdrücken und Fremdwörtern versteckt werden.

    Das hält den ungebildeten Pöbel davon ab, kritische Fragen zu stellen. Die Botschaft die dabei rüber kommt ist klar. Das ganze Thema ist unglaublich kompliziert und nur wir, die auserkorenen Wissenschaftler können sich fachlich dazu äußern. Und Ihr, die Ihr nicht so erleuchtet seid, habt keine Wahl außer uns bedingungslos zu glauben.

    Ich habe übrigens gestern bei Anthony Watts eine weitere Definition des Wortes Wissenschaftler gefunden. Und zwar in dem offenen Brief, den der Physiker Hal Lewis an die American Physical Society (APS) geschrieben hat und in dem er seinen Rücktritt aus dieser Gesellschaft begründet:

    Es ist natürlich der Betrug mit der globalen Erwärmung, welcher von (Buchstäblich) Billionen von Dollar angetrieben wird, der so viele Wissenschaftler korrumpiert hat, und der wie eine Riesenwelle die APS vor sich hergetrieben hat. Es ist der größte und erfolgreichste wissenschaftliche Betrug den ich in meinem langen Leben als Physiker gesehen habe. Jeder der nur den geringsten Zweifel darüber hat sollte sich zwingen die Climategate Dokumente zu lesen, welche dieses offenlegen ( Monfords Buch gibt die Fakten sehr gut wieder). Ich glaube nicht das irgendein wirklicher Physiker, nein irgendein Wissenschaftler, dieses Material ohne Abscheu lesen kann. Ich würde fast so weit gehen, diese Abscheu als Definition des Wortes Wissenschaftler heranzuziehen.

  6. Apropos böse Ölindustrie………ratet mal woher die Bohrer in Chile kommen, die am Ende die verschütteten armen Bergleute eine Befreiung ermöglichen?

    Richtig……Ölbohrer, und nicht die vom Zahnarzt.

    Heinz Eng

  7. Richtig erkannt, Herr Kipp,

    Ausgrenzung durch Sprache ist eine gut eingübte Methode um kritische Stimmen aus dem Lager der Unwissenden fernzuhalten. Dies wird so nicht nur in der Klimawissenschaft angewandt sondern in vielen anderen Bereichen. Ich staune immer wieder in meiner Bibliothek über die hohe Kunst der wissenschaftlichen Verklausulierung von banalsten Dingen in Dissertationen oder in der riesigen Flut an Studien, wobei sich besonders die Studentenarbeiten des Umweltforschungszentrums auszeichnen. Wer weiß denn schon, was eigentlich hinter Gender Mainstreaming, Sustainable Development, Gentrifikation, Biodiversitäts-Konvention etc. tatsächlich steckt? Wer von den Normalbürgern ist denn in der Lage die Dokumente der EU nachzulesen, die fast nur in englisch zu haben sind? Hierbei kann es nur um elitäre Abschottung gehen.

    Beste Grüße B.

  8. …Und man kann der Öl- und Gasindustrie vieles vorwerfen, aber ganz sicher nicht einen Mangel an Intelligenz.
    Und die haben auch das nötige Kleingeld (für die ist es Kleingeld) sich im Zweifelsfall das nötige Wissen einzukaufen.
    Außerdem haben sie jahrzentelange Erfahrung was Marketing und Meinungsmache betrifft und haben auch beim Endverbraucher einen gewissen „Trust“, weil man sich ja schon seit Jahrrzehnten kennt.

Schreibe einen Kommentar