Dual Fluid Reaktor fachlich begutachtet

3. März 2015 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Technium

Es hagelte Kritik, als das Konzept des Dual Fluid Reaktors (DFR) des Teams vom Institut für Festköperkernphysik (IFK) durch den Greentec-Skandal einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. Interessanterweise schlugen damals nicht nur die Ökologisten wild um sich. Es waren vor allem Befürworter der Kernenergie, die glaubten, der Idee eines Flüssigsalzreaktors fachlich entgegentreten zu müssen. Ich habe das aus zwei Gründen nicht verstanden. Erstens ist ein Streit darüber, welches Reaktorkonzept für die Zukunft nun das bessere ist, angesichts der momentanen Situation in Deutschland wenig sinnvoll. Alle, die noch immer für Kernenergie eintreten, sollten ihre Kräfte doch bündeln, statt sich in unnützen Scharmützeln aufzureiben. Zweitens waren die fachlichen Einwände aus meiner Sicht unbegründet.

Was auch die Fachgutachter des Journals „Annals of Nuclear Energy“ nun bestätigen. Denn bei dieser Zeitschrift hat das IFK einen umfassenden Artikel über den DFR zur Veröffentlichung eingereicht, der ein intensives Peer Review durchlaufen hat (von der Einreichung am 23.07.2014 bis zur endgültigen Akzeptanz am 12.02.2015). Alle wesentlichen Elemente des Konzeptes werden in dem Artikel angesprochen, auch die Fragen nach der Verarbeitung der flüssigen Salze während des Betriebes (Abtrennen der kurzlebigen Spaltprodukte) und nach den erforderlichen Materialien (Korrosionsfestigkeit). Offensichtlich hat man für die Fachgutachter befriedigende Antworten gegeben. Das IFK zitiert diese auf seiner Facebook-Seite wie folgt:

Erster Gutachter

„…the idea of DFR is generally interesting and quite pioneering, DFR system, if finally developed and realized, can solve several drawbacks of existing and intended reactor systems with solid fuels.“

Zweiter Gutachter

„This paper presents an innovative and interesting reactor concept, and its publication should be pursued.“

Und schreibt weiter:

Natürlich wurden auch im Rahmen des Begutachtungsprozesses viele Fragen aufgeworfen, die wir aber zufriedenstellend beantworten konnten, denn das Paper wurde am Ende ohne konzeptionelle Änderungen veröffentlicht. Wir werden diese Diskussion aufbereiten und auf unserer Webseite demnächst veröffentlichen.

Man kann nun den Dual Fluid Reaktor als fachlich positiv evaluiertes Reaktorkonzept ansehen. Die Debatte über seine grundsätzliche technische Machbarkeit ist aus meiner Sicht entschieden. Fragen nach der Finanzierung der weiteren Entwicklung und vor allem nach den politischen Rahmenbedingungen in Deutschland sind anderer Natur – und liegen eben leider nicht mehr im Bereich der Physik.

Hier geht es zum Paper, der Abstract lautet wie folgt:

Abstract

The Dual Fluid Reactor, DFR, is a novel concept of a fast heterogeneous nuclear reactor. Its key feature is the employment of two separate liquid cycles, one for fuel and one for the coolant. As opposed to other liquid-fuel concepts like the Molten-Salt Fast Reactor (MSFR), both cycles in the DFR can be separately optimized for their respective purpose, leading to advantageous consequences: A very high power density resulting in remarkable cost savings, and a highly negative temperature feedback coefficient, enabling a self-regulation without any control rods or mechanical parts in the core.

In the current reference design the fuel liquid is an undiluted actinide trichloride based on isotope-purified Cl-37, circulating at an operating temperature of 1000 °C. It can be processed on-line in a small internal processing unit utilizing fractional distillation or electro refining. Medical radioisotopes like Mo-99/Tc-99m are by-products and can be provided right away. In a more advanced design, an actinide metal alloy melt with an appropriately low solidus temperature is also possible which enables a reduction of the core size and allows a further increase in the operating temperature due to its high heat conductivity.

For the reference design, pure Lead as coolant is the best choice. It yields a very hard neutron spectrum, fostering a very good neutron economy and therefore making the DFR a preferred thorium breeder but also a very effective waste incinerator and transmuter. With its high coolant temperature the DFR achieves the same ambitions as the Generation IV concept of the very high temperature reactor (VHTR), with all its advantages like electricity production with high efficiency and the synthesis of carbon-free fuels, but with overall production costs competitive with today’s refined oil.

The specific combination of the liquids in the very high temperature regime requires structural materials withstanding corrosive attacks. Because of the small size of the reactor core the utilization of these expensive materials would have no significant impact on the overall energy (and also economic) efficiency, measured by the EROI (Energy Return on Investment), which is more than 20 times higher than for a light-water reactor (LWR).

The DFR inherits the positive properties of the lead-cooled reactor (LFR) and of the MSFR, especially its outstanding passive safety Features.

Leider verbirgt sich die vollständige Veröffentlichung hinter einer Paywall. Aber unter diesem Link findet sich eine frei verfügbare, inhaltsgleiche Fassung, die nur nicht so perfekt formatiert ist wie der Originalartikel.

DFR-Optionen

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39 Kommentare
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  1. Trotzdem fürchte ich, daß der DFR niemals gebaut werden wird.
    Nicht weil der Kleinkrieg mit einer unbedeutenden TV Sendung und grünen Gedöhnspreisverleihung verloren wird, sondern aus folgenden zwei Gründen:
    a) wer hat genug Geld
    b) wer ist bereit es zu investieren.

    Ich bezweifle, daß es zu einem echten Prototypen kommen wird.

    mfg

  2. Wenn die Menschheit sich weiter entwickeln will -- und es ist letztlich unvermeidlich dass sie das tut, denn es scheint ein Grundgesetz der Intelligenz zu sein, dass sie wächst und immer größere Bereiche der Realität extrop gestaltet -- dann muss sie die Energieflussdichte erhöhen, also von fossilen Energieträgern zu Aktiniden und von diesen zu Fusionsbrennstoffen voranschreiten.

    Welche Technologien dabei zum Einsatz kommen werden ist natürlich noch offen. Ich denke aber, dass Höchsttemperatur-Flüssigsalzkonzepte eine wichtige Rolle spielen werden, schon allein aufgrund ihrer Fähigkeit, Prozesswärme für Treibstoffsynthese und Meerwasserentsalzung zu liefern.

    http://nuklearia.de/2014/06/20/ueber-den-wolken/

    Als ferneres Hochziel der Kerntechnik würde ich die aneutronische Fusion ansehen, z. B. auf p+11B-Basis, die nicht nur hocheffiziente Stromerzeugung sondern auch viele futuristische Anwendungen wie die Plasmafackel zur isotopenreinen Auftrennung aller Arten von Abfällen (und somit vollständiges Recycling) oder auch Flugzeug- und Raketenantriebe von luftatmenden Triebwerken bis zu interstellaren Schiffen ermöglicht.

    http://www.fusiontorch.com/
    http://www.fusiontorch.com/uploads/Closing_the_Cycle_from_Use_to_Re-use_redo_5.69.pdf
    http://www.askmar.com/ConferenceNotes/2006-9%20IAC%20Paper.pdf

    „Das ist alles zu teuer!“ werden manche rufen. Aber hinter dieser Aussage verbirgt sich ein Denkfehler: Vor dem zweiten Weltkrieg hatte der amerikanische Staat nicht genug Geld, um all die Jagdflugzeuge und Bomber herzustellen, die in den Kriegsjahren aus den Fabriken rollen sollten. Produziert wurden sie dennoch: Denn es waren die benötigten Rohstoffe und Energiequellen vorhanden, sowie Menschen, die bereit waren, die benötigten Arbeitsschritte auszuführen.
    Geld ist eine fiktive Ressource. Rohstoffe, Energie, menschliche Arbeitskraft sind reale Ressourcen. Ein Projekt ist durchführbar, wenn letztere in benötigtem Umfang zur Verfügung stehen.

    Die für Weiterentwicklungen der Kerntechnik benötigten Rohstoffe und Energiequellen stehen zweifellos zur Verfügung, die Wissenschaftlerinnen, Techniker und Arbeiter, die die erforderlichen Arbeitsschritte ausführen, können ausgebildet werden.

    Wenn Deutschland in die Zukunft investieren will, muss es an jeder Universität und FH einen Lehrstuhl für Kerntechnik einrichten. Die Zukunft sind höhere Energieflussdichten, nicht niedrigere (wie die Energiewende sie uns andrehen will).

    „Eine Zukunftsgesellschaft, die die Grenzen ihres Planeten überwunden hat, die kontrollierte Kernfusion beherrscht und sämtliche Industriezweige robotisiert – oder durch Nanocompiler ersetzt – hat, wird höchstwahrscheinlich nicht zögern, den nächsten logischen und menschlichen Schritt zu gehen und die Zahlungsmittel abschaffen. Denn unter den Bedingungen einer materiell nicht begrenzten, robotischen Post-Scarcity-Gesellschaft ist es sinnlos, Gegenleistungen für Waren und Dienstleistungen zu verlangen, da die Apparate diese bedingungslos zu Verfügung stellen!“
    http://nuklearia.de/2012/08/06/das-zeitalter-des-klaren-himmels/

  3. @mrotz #1
    Es geht in der Hochtechnologie nicht um das „Geld“, sondern um das Wissen, um Fortschritt und zu letzt um die Weiterentwicklung der Technik und des Menschen.

    NukeSqrrrl beschreibt es ja sehr schön in seinen Beitrag #2.

    Vor diesem Hintergrund ist die Energiewende ein wirkliche Wende….eine Wende zurück in die Vergangenheit.

  4. @NukeSqrrrl:
    Was die Zukunft der Zukunft bringt, ist ungewiss. Wir leben in der Gegenwart. Daß solcherlei Investitionen wichtig sind, keine Frage. Aber Du darfst gerne sagen, wer Geld in einen Prototypen stecken will/kann/könnte/sollte/müsste. Ich glaube die Entwickler wären darüber auch erfreut, wenn sich denn jemand fände.
    Selbst wenn alle Science Skeptical Leser ein Monatsgehalt spenden würden, bekäme man damit vermutlich nicht einmal die Genehmigung für eine Versuchsanlage. Wer kann und ist gewillt Größenordnung hundert Millionen (oder mehr) auf den Tisch zu legen, für etwas, das so noch nie gebaut wurde und somit immer das inhärente Risiko des Fehlschlags beinhaltet?

    Die Menschheit will zwar fliegende Autos, aber sie kriegt facebook…
    Es ist ein Trauerspiel. In D noch viel schlimmer.

    mfg

  5. @mrotz #4
    Die Asiaten und hier vor allen China werden ihr Geld in solche Hochtechnologieprojekte stecken. Auch die USA werden da am Ball bleiben. Auch Russland wird diese Entwicklung mitbegleiten und damit die Weiterentwicklung der Kernkraft vorantreiben.
    EU-Deutschland ist leider noch im Tiefschlaf einer Grün-Sozialistischen Ideologie gefangen. Diese Grüne Religion will nichts wissen von Fortschritt, Technik und Weiterentwicklung (Hightechwissen). Diese Religion will EU-Deutschland zurückführen in eine Vergangenheit ohne Fortschritt und Technik.

  6. Zu den Kosten: Wir sehen diese nicht als hoch an.

    Die Entwicklung des DFR kostet ca. 10 Mrd. €, der Serientyp 1,5 Mrd. €, weniger als ein Kohlekraftwerk. Die Kostenersparnis beim Betrieb ist enorm, weil externe Infrastrukturen so ziemlich vollständig wegfallen.
    Zum Vergleich: Für die „Erneuerbaren“ geben wir pro Jahr 25 Mrd. € aus, mit dem Ergebnis steigender Strompreise.

  7. Zum Vergleich: Für die “Erneuerbaren” geben wir pro Jahr 25 Mrd. € aus, mit dem Ergebnis steigender Strompreise.

    …mit dem Ergebnis der fatalen Win-Win Situation: Staat (über die erhöhten Steuern+Abgaben) -- Windbaron/Maisjunker/Sonnenkönig (über Umverteilung)…
    „Ackerland in Junkerhand“

    Versteckte Steuererhöhungen und Klientelpolitik. Die Maximen politischen Handelns im Real Existierenden Ökologismus.

  8. An die Fachleute,
    ich hoffe, dass ist nicht zu sehr „off-topic“ von mir als Laien, aber vor Kurzem gab es einen Artikel auf SPON über ein neues, angeblich massiv subventioniertes AKW in England, das gebaut werden soll, unter der Schlagzeile „Atomsubventionen: Britisches AKW könnte deutschen Ökostrom verteuern“,
    zu finden hier
    http://t1p.de/3lt2
    Da werden neben horrenden Kosten für die Herstellung das AKW auch noch überhöhte Preise für den Strom benannt; siehe Absatz „Abnahmegarantie zum doppelten Marktpreis“…
    Irgendwie habe ich den Verdacht, dass die Sache -so wie in SPON dargestellt- nicht stimmen kann, wenn ich die in #6 genannten Zahlen lese (übrigens ein überaus faszinierendes Konzept, dieser DFR!)…
    Hat jemand dafür eine Erklärung für die Behauptungen auf SPON parat? Liegt das u.a daran, dass hier ein anderer Typ AKW gebaut wird (mehr Sicherheitsmassnahmen etc. benötigt), als es bei einem DFR der Fall wäre?
    Vielen Dank im voraus eine Antwort
    MfG HUM

  9. …übrigens.

    Das schöne Schaubild oben verdeutlicht, dass die Lösung aller globalen Grundversorgungsprobleme:

    Wasser ->Ackerbau -> Nahrungsversorgung für steigende Weltbevölkerung -> Überleben
    Elektrizität -> ubiquitäre Energieversorgung -> Gesundheitsversorgung -> Überleben -> Lebensqualität
    Öl, Stahl -> Industrialisierung
    Hydrazin -> Mobilität, Wohlstand, Luxus
    (Fehlt noch: Transmutation -> Vernichtung der Argumentationsschine in Richtung „Atommüll“)

    …mehr oder minder allein von einer zuverlässigen, möglichst kostengünstigen Energieversorgung abhängig sind.
    Was muss man also denjenigen unterstellen, die letztere Verhindern wollen?

  10. @ #8 HUM:

    Ich vermute hier keine reinen (technisch bedingten) Kosten, sondern so etwas wie „politische Risikozulage“ oder eine „Minderauslastungszulage“. Würde man das Kraftwerk mit seinen zwei Blöcken 35 Jahre (so lang soll meines Wissens nach subventioniert werden) voll auslasten, dann kämen bei 11 Cent/kWh stattliche 40 Mrd. Euro pro Block raus -- fürstlich, nie und nimmer sind das technisch bedingte Kosten, die sind weit geringer. Entweder verdient da jemand richtig kräftig oder, wie ich vermute -- laut SPON-Artikel 22 Mrd. Euro Förderung insgesamt -- das Kraftwerk wird nur gering ausgelastet.

    Die technischen Kosten unseres Serien-DFRs werden aber geringer als bei einem LWR sein, da diverse Systeme nicht gebraucht werden und die wichtigen Komponenten bei gleicher Leistung deutlich kleiner ausfallen.

  11. @ HUM #8

    Die Zahlen in dem Spiegel-Artikel scheinen so weit zu stimmen. Es ist tatsächlich so, dass Großbritannien hier einen Deal zu denkbar schlechten Konditionen abgeschlossen hat. Eine wirklich vernünftige Erklärung dafür ist schwer zu finden.

    Den Besten Ansatz dazu bislang habe ich im britischen Spectator gefunden. Dort wird der EDF-Deal damit erklärt, dass England, um die Emissions-Minderungsziele (Reduktion um 60 Prozent bis 2030) der EU zu erreichen, schnellstmöglich mehr Kenrkraft ans Netz bringen will. Und der einzige Anbieter, der zu dem Zeitpunkt eine Inbetriebnahme Anfang der 20er Jahre angeboten hatte, war EDF aus Frankreich.

    Finnland hätte laut dem Spectator-Artikel zur gleichen Zeit ein neues Kernkraftwerk beauftragt, dass den Strom für weniger als die Hälfte produziert. Weil bei denen der Druck für eine frühe Fertigstellung nicht so groß gewesen wäre, hätten sie mehrere Anbieter im Wettbewerb anfragen können.

    Es wird auch angenommen, dass UK bei dem Deal davon ausgegangen wäre, dass 2023 und später die Preise für Öl und Gas sich im Vergleich zu heute verdoppeln würden. Eine Annahme die, sollte sie sich nicht erfüllen, die britische Entscheidung als finanziellen Irrsinn dastehen lässt. Und danach sieht es dann auch wohl aus.

  12. #11. Rudolf Kipp

    Die Zahlen in dem Spiegel-Artikel scheinen so weit zu stimmen. Es ist tatsächlich so, dass Großbritannien hier einen Deal zu denkbar schlechten Konditionen abgeschlossen hat. Eine wirklich vernünftige Erklärung dafür ist schwer zu finden.

    Ist wohl so. Bezeichnend aber in diesem Zusammenhang die Reaktion unserer „Ökostrom beseelten“ von greenpiXX energy & co., die dagegen klagen wollen. Vor allem die Begründung (von mir fett hervorgehoben) ist bezeichnend.

    Der Ökostrom-Anbieter Greenpeace Energy und die Republik Österreich trauen sich etwas, wovor die deutsche Bundesregierung zurückschreckt: Sie wollen gegen die wahnwitzige Subventionierung des britischen Atomprojekts Hinkley Point C vor Gericht ziehen. Beiden Klägern kann man nur Glück wünschen. Denn es geht in diesem Fall um mehr als um Partikularinteressen und nationale Befindlichkeiten. Es geht um die Glaubwürdigkeit der europäischen Wettbewerbs- und Energiepolitik. Sie wird in diesem Fall von der EU-Kommission aufs Spiel gesetzt.

    Hinkley Point C soll der erste Atomkraftwerks-Neubau in Großbritannien seit mehr als 20 Jahren werden. Das Land möchte sich unabhängiger von Energielieferungen machen und weniger Klimagase produzieren. Dass es dabei auch auf Atomkraft setzt, ist nicht schön, aber sein gutes Recht. Problematisch ist die Angelegenheit, weil die Regierung in London den Meiler mit Beihilfen von mehr als 20 Milliarden Euro überhaupt erst möglich macht. Sie garantiert Strom-Abnahmepreise, die sich am Markt niemals erzielen ließen. Das wird zu einer Verzerrung des europäischen Energiemarkts führen.

    Da fällt mir nix mehr zu ein. Ganzer Beitrag hier

    karl.s

  13. @HUM #8
    Bei solch hohen und langfristigen Investitionen wie in der Kraftwerkbranche brauchen die Investoren eines. Zuverlässige politische Rahmenbedingungen. Und diese Rahmenbedingungen sind mit dem Grünen Ideologiegedanken einer EU seit den EE-Subventionsgesetzen EEG und deren Brüder und Schwestern in den anderen EU-Staaten nicht mehr gegeben. Auch das Irschinger Gaskraftwerk benötigt seit der Energiewende per EEG (Subventions-Abgaben-Zwangsgesetz) staatliche Beihilfen um wirtschaftlich am Markt zu existieren. Jeder Neubau von Kraftwerken in der EU wird früher oder später Beihilfen vom Staat bekommen müssen, weil diese Grüne Energiewende auf einen marktfeindlichen = Subventions-Abgaben-Zwangsgesetz EEG basiert.
    Auch die Beihilfen in England sind nötig, damit überhaupt ein Kraftwerksneubau, unabhängig ob jetzt Kohle, Gas oder Kernkraft, verwirktlicht werden kann. Die Grüne Energiewendepolitik mit ihrem marktfeindlichen EEG hat zu massiven Verwerfungen im europäischen Energiesektor geführt. Sicherheit für Kraftwerks-Investoren gibt es unter der Energiewende/EEG nur in Form von Beihilfen, Subventionen ober Zwangsabgaben = Strompreissteigerungen. Dies gilt sowohl für den Erneuerbaren Energiebereich wie auch für den konventionellen Kraftwerksbereich. EEG = staatlicher Eingriff in den Markt und dieser Eingriff hat andere Eingriffe zur Folge, wenn das ganze Energieversorgungsnetz nicht zusammenbrechen soll. Somit sind die Beihilfen bei den KKW-Neubauten in England nur eine Reaktion auf die Erneuerbaren Energiesubventionen-Zwangsabgaben. In Deutschland auch unter dem EEG bekannt.

  14. @HUM #8
    Ist wohl auch ein wenig „Druck im Kessel“, da in den 20ern weitere Kraftwerke in UK abgestellt werden sollen.
    Möglicherweise gibt es aber auch ein Abkommen, welches Folgeaufträge dann um so günstiger macht -- dann rentiert sich der Deal für beide Seiten.

    https://www.gov.uk/government/news/initial-agreement-reached-on-new-nuclear-power-station-at-hinkley

  15. @HUM #8
    …noch vergessen: Der französische Konzern EDF wird nicht nur die beiden Kraftwerksblöcke bauen, sondern sie auch betreiben. Da stehen sie natürlich doppelt im Risiko und was das heisst, das sieht man ja an den Quasi-Enteignungen im deutschen Strommarkt. Dagegen sichert sich die EDF mit Garantien ab. Wie gesagt, vielleicht gibt es Absprachen über einen „Payback“ bei Beauftragung weiterer Kraftwerksblöcke (was die Regierung zumindest beabsichtigt).

  16. @Sonnenanbeter #15
    Sie sprechen da genau den Punkt an…man will sich als Investor gegenüber der Willkür der Politik und gewissen NGOs absichern. Das selbe Ziel verfolgt auch das TTIP in seinen Kern. Hier will sich die Wirtschaft/Investoren gegenüber der Willkür/Ideologie der wechselhaften Regierungen = Ideologie in der Politik, mit neutralen Schiedsgerichten/Orten absichern. Die Willkür einer deutschen Zwangsenteigung von Kraftwerksbetreibern durch den politisch erzwungenen Kernkraftausstieg und den Einstieg in eine marktfeindliche Energiewende durch das EEG hat in der Wirtschaft und bei Investoren nachhaltig massiven Schaden hinterlassen.

  17. NukeSqrrrl #2,

    “Das ist alles zu teuer!” werden manche rufen. Aber hinter dieser Aussage verbirgt sich ein Denkfehler: Vor dem zweiten Weltkrieg hatte der amerikanische Staat nicht genug Geld, um all die Jagdflugzeuge und Bomber herzustellen, die in den Kriegsjahren aus den Fabriken rollen sollten. Produziert wurden sie dennoch: Denn es waren die benötigten Rohstoffe und Energiequellen vorhanden, sowie Menschen, die bereit waren, die benötigten Arbeitsschritte auszuführen.
    Geld ist eine fiktive Ressource. Rohstoffe, Energie, menschliche Arbeitskraft sind reale Ressourcen. Ein Projekt ist durchführbar, wenn letztere in benötigtem Umfang zur Verfügung stehen.

    Rosevelt hatte in den 30er Jahren tatsächlich kein Geld. Er bekam es aber von der FED, seitdem stehen auf den Geburtsurkunden der Amerikaner aber Bank ID Nummern.

    Henry Ford sagte in der 30er Jahren:

    “Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.”

    Erst Kennedy erkannte das Geldsystem und wollte mit seiner Executive Order Number 11110, wie Lincoln, einen national ausgegebenen Greenback einführen. Er hat es aber wie drei seiner Vorgänger nicht überlebt. Seit dem 23.12.1913 wird der Dollar von privaten Bankern herausgegeben, daran änderte auch Kennedy nichts.

    Wenn diese privaten Banker einen DFR wollen, wird es einen geben, wenn nicht , dann nicht.

  18. @Götz Ruprecht

    10 Mrd ist eine Hausnummer, die man erst einmal stämmen muß. Sowohl der Deutsche Staat, als auch die EU dürften kein Interesse haben. EDF dürfte eher bedarft sein, das Bestehende zu Pflegen und den EPR zu verkaufen.
    Risikokapital in D, lächerlich. In dieser Größenordnung unwahrscheinlich.
    Bleibt vielleicht das US Militär….

    Als Entwickler ist man ja immer optimistisch. Es ist aber nicht einzusehen, daß der DFR (in der Anschaffung) billiger sein soll als ein Kohlekraftwerk. Der nicht-nukleare Teil wäre ähnlich und der nukleare Teil trotz allem aufwändiger als ein Kohleofen. Sowohl das Handling des Flüssigsalzes, als auch vor allem die Abtrennung der Spaltprodukte im Betrieb. Man sollte diesen Aufwand nicht unterschätzen.
    Das soll natürlich nicht heißen, daß das ganze technisch und wirtschaftlich unmöglich ist, aber sicherlich teurer als ein Brennofen.

    mfg

  19. Danke an alle für die interessannten Erläuterungen,

    ich verstehe jetzt,dass die Kosten für den Atommeiler in GB nicht allein der Technik geschuldet sind, sondern mit den i.w.S. politischen Gegebenheiten zu tun haben, die doch etwas komplizierter zu sein scheinen, als ein Laie sich das so vorstellt. Strom aus Kernenergie ist nach meiner Erinnerung doch sonst eher der Günstigste pro kWh (im freien Wettbewerb)?

    @10 D.Weisbach
    Das Konzept des DFR hört sich für mich nach dersprichwörtlichen „eierlegenden Wollmilchsau“ an. Da müßte es doch irgendwo auf der Welt -- wo die Energieerzeugung noch nicht zwangsbewirtschaftet und „Atom“ nicht verteufelt wird -- enorm großes Interesse geben (vielleicht in China, Indien, Canada, Australien?). Oder gibt es noch andere Hemmnisse (mal abgesehen von der Anti-AKW-Bewegung und den EEG-Verwerfungen), die dem Konzept eines DFR im Wege stehen, z.B. konkurrierende Energieerzeuger (Kohle, Gas und Öl), denen bei einem „flächendeckenden Einsatz von DFR´s große Teile ihres Geschäfts wegbrechen würden? Nachdem die Gas- und Ölreserven nun nicht mehr in absehbarer Zeit zur Neige gehen werden, ist vielleicht auch der Druck für neuartige Energiekonzepte wie den DFR nicht mehr so hoch oder spielt die „CO2-Thematik“ dem DFR dann eher wieder in die Hände?

  20. HUM,
    Die „Dual Fluid“ Erfindung

    Fazit

    In der Kürze eines solchen Artikels läßt sich die Breite der Kerntechnik nur anreißen. Es gibt in der Technik kein gut, sondern lediglich ein besser oder schlechter geeignet — und das ist in jedem einzelnen Anwendungsfall neu zu beurteilen. Es nutzt überhaupt nichts, wenn irgendwelche Trolle Diskussionen führen, wer den besseren Reaktor kennt. Solche Diskussionen sind genauso kindisch, wie die üblichen Argumentationsschlachten der Sonnenmännchen für ihre „regenerativen Energien“. Was die „Erfindung des Dual Fluid Reaktors“ betrifft, handelt es sich eher um den Entwurf für ein neues Perry Rhodan Heft, als um ein Patent für einen genehmigungsfähigen Reaktor. Dies ändert aber auch nichts an der Schwachsinnigkeit der Begründung der Ablehnung. Warum sagt „GreenTec Awards“ nicht einfach: Wir mögen keine Kernenergie, basta! Dies wäre völlig legitim. Unanständig wird die Sache erst dadurch, daß man die Entscheidung krampfhaft versucht zu begründen und dabei sogar Tatsachen verdreht.

  21. @mrotz #18
    Dafür gibt es Kosten-Nutzen Analysen. Immer noch die besten Verkaufs- Investitionsargumente 😉

  22. @20 W.Rassbach

    uhps -auch wenn ich früher sehr gerne Perry Rhodan gelesen habe-
    dass dämpft meine laienhafte Euphorie für den DFR aber beträchtlich…
    schade, anscheinend tut sich da der Spalt auf zwischen Theorie und realisierbarer Praxis?
    MfG

  23. @ HUM, #22:

    uhps -auch wenn ich früher sehr gerne Perry Rhodan gelesen habe

    Nun, ich lese ihn immer noch gerne. Aber das ist ein Beispiel für das, was ich oben in meinem Artikel meinte. Humpich hat hier meines Erachtens (und ja, ich bin auch vom Fach) schlicht Blödsinn geschrieben.

    Wie ja auch die begutachtete Veröffentlichung zeigt: Humpich hat nicht recht.

    @ FK9:

    Das schöne Schaubild oben verdeutlicht, dass die Lösung aller globalen Grundversorgungsprobleme:

    Und genau diese Botschaft wollte ich mit dem Schaubild geben. Deswegen habe ich diese Illustration ausgesucht.

  24. HUM,
    Humpich ist vom Fach, er sagt nur , dass der DFR weit weg von einem genehmigungsfähigen Reaktor ist und nicht, dass es so nicht geht.
    Auf nukeklaus.de beschreibt er was jetzt machbar ist.
    Wenn aber die Gehirnwäsche zur sg. Atomangst nicht beendet wird, wird es bald kein KKW mehr geben.

    Galen Winsor hat in den 80er Jahren vergeblich gegen die Verfälschung der Sicherheitsauflagen gekämpft, die Grundlage für die Gehirnwäsche der Atomangst der grünen Agenda.

  25. @ Rassbach, #24:

    Humpich ist vom Fach, er sagt nur , dass der DFR weit weg von einem genehmigungsfähigen Reaktor ist und nicht, dass es so nicht geht.

    Humpich ist ein Protagonist der Vergangenheit. Er klebt an dem, was er kennt und verweigert sich der Innovation. Für ihn gibt es nur die Optimierung des Bestehenden. In Bezug auf den DFR meinte er durchaus, dieser wäre technisch/physikalisch nicht realisierbar. Und hat sich damit selbst ins Aus katapultiert. Denn seine verschiedenen Statements bezogenen sich nicht nur auf den DFR im Konkreten, sondern auf das Prinzip des Flüssigsalzreaktors im Allgemeinen.

    Verstehen kann man das schon. Wenn man nämlich feststellt, daß der Flüssigsalzreaktor das zukunftsweisende Konzept ist, dann hat man gleichzeitig einzuräumen, daß sich die Kerntechnik bisher in eine völlig falsche Richtung entwickelt hat. Humpichs Idee, allen Leuten erklären zu müssen, wie ein Leichtwasserreaktor wirklich funktioniert, ist falsch, weil sie keinen Effekt zeigen wird. Die alte Kerntechnik ist tot (zumindest in D). Ein neues Narrativ wird gebraucht. Wer sich diesem neuen Narrativ in den Weg stellt, sollte besser beiseite treten.

    Von Humpich ist mir der durchaus in einer Vermischung von „ich-weiß-es-besser“-Arroganz und einer gewissen Empörung geäußerte Satz im Ohr, ein Kernreaktor sei doch keine chemische Fabrik.

    Doch, genau das ist ein Kernreaktor. Eine chemische Fabrik. Nichts anderes. Denn nur wenn man ihn als chemische Fabrik versteht, eröffnen sich die erforderlichen neuen Perspektiven.

  26. @Peter Heller,

    Das Problem ist allerdings, daß für die winzige Verbesserung des Bestehenden aufgrund dessen, daß man sehr gut abschätzen kann, „sehr schnell“ bzw unter Garantie auch das Gewünschte in der Hand zu halten, erheblich einfacher finanzielle MIttel bereitstehen, als für etwas revolutionäres.

    Die Hürden sind einfach zu hoch. Dies betrifft sowohl Finanzierung, als auch Zulassung. Niemand in den entsprechenden Behörden hat doch eine Ahnung von der Materie abseits etablierter Reaktortechnik. Von technischen Unwägbarkeiten in Bezug auf die chemische Abtrenneinheit ganz zu schweigen.

    Wenn man einen Prototypen realisiert bekommt, dann vielleicht in internationalen Gewässern. k.A., wer sowas finanzieren wollte und ich fürchte ein so erstellter Reaktor, auch wenn er wunderbar funktioniert wird von der Zulassungsbürokratie nicht anerkannt werden.

    Erinnert sich jemand an die Geschichte der Ölvollbrennwertkessel (Vetter), die das Abgas unter den Taupunkt abkühlen (Wirkungsgrad), so daß ein Plastikabgasrohr genügt? Da hat der TÜV-schimmel gewiehert, was das Zeug hält….

    Selbst diese Entwicklung eines schnöden Heizkessels hat (in den 80ern) über 5 Millionen D-Mark verschlungen!

    mfg

  27. @ mrotz, #26:

    Das mag ja alles so sein, aber das ist nicht der Kernpunkt der Kritik von Herrn Humpich gewesen. Das Wort vom „Perry Rhodan Reaktor“ beinhaltet zweierlei: die Botschaft, ein Flüssigsalzsystem wäre eine reine Phantasie jenseits des technisch machbaren und den Ansatz, etwas besseres als die etablierte Technologie sollte man nicht anstreben.

    Würde ich dagegen etwas als „Perry Rhodan Technologie“ bezeichnen, wäre es als Kompliment gemeint.

    So unterscheiden sich die Perspektiven. Ich denke, die Perspektive von Herrn Humpich ist ihrem Wesen nach auch nur technophob.

  28. @mrotz

    Für Deutschland mag das Gesagte ja gelten, dass keine Innovationen in diesem Bereich zu erwarten sind.
    Aus meiner Sicht deutet sich international aber im Moment folgender spannender Entwicklungspfad an:

    --> NuScale erhält die „Design Certification“ der NRC für ihre SMR-Leichtwasserreaktoren. Damit sind im kommerziellen Bereich erst einmal kleine, modulare Reaktoren zertifiziert und ein Paradigmenwechsel weg von großen Einzelreaktoren, hin zu kleinen fabrikgefertigten Reaktoren kann stattfinden. Die NRC lernt dabei, welche Anforderungen mit modularer Bauweise erforderlich sind.

    --> Gleichzeitig wird während der Zertifizierung / Realisierung modularer LWR massiv an kleinen, modularen Salzwasserreaktoren entwickelt. Diese werden zuerst in China, Kanada oder sonstwo außerhalb der USA zertifiziert. Aufgrund der erfolgreichen Zertifizierung in anderen Ländern muss sich auch die NRC mit diesem Reaktortyp beschäftigen und ggfs ihr auf LWR fixierte Herangehensweise ändern. Irgendwann gegen 2030 wird es auch in den USA möglich sein modulare Salzreaktoren zu zertifizieren.

    --> Sobald sich Flüssigsalzreaktoren etabliert haben, werden auch darauf aufbauende Konzepte, wie der DFR eine Chance bekommen.

    Fazit: Der direkte Schritt vom LWR zum DFR ist eindeutig zu groß. Die oben skizzierten Zwischenschritte erarbeiten schrittweise die Innovationen und vor allem die Grundlagen des regulatorischen Rahmens. Am Ende setzt sich das beste machbare Konzept durch. Ich habe es schon öfter gesagt: Wir haben das Beste noch vor uns!

  29. Hat eigentlich mal jemand Humpichs Artikel überhaupt gelesen?

    Das Bemerkenswerte daran ist, dass dort mit keinem einzigen Wort inhaltlich auf den DFR eingegangen wird. Auch geht der gesamte Artikel am Thema vorbei: Es werden Probleme *anderer* Reaktortypen erklärt, die aber gerade beim DFR elegant umschifft werden. Mit diesem Problem haben wir oft zu kämpfen: Sobald das Wort „Flüssigsalz“ fällt, rasten viele „Experten“ bei der Vorstellung des typischen Flüssigsalzreaktors (MSR) ein, denken, sie wüssten alles und setzen sich nicht mehr eine Minute mit unserem Konzept auseinander. Dabei hat der DFR mit Flüssigsalzreaktoren etwa so viel gemein wie die Fotovoltaik mit Solarthermie.

    Abgesehen davon, das der DFR gar nicht notwendigerweise ein Flüssigsalzreaktor sein muss (die Bezeichnung „Dual Fluid“ bringt das Wesentliche breits zum Ausdruck), sieht auch die Variante mit Flüssigsalz völlig anders als der MSR aus. Um dies klarzustellen haben wir genau einen Satz unseres begutachteten Papers fett gedruckt:

    „It should be clearly noticed that no carrier salt is needed or desired, as opposed to current MSR concepts – this is the advantage of the Dual Fluid principle.“

    Und was macht Herr Humpich? Er beschreibt ausschließlich Probleme, die nur bei fluoridhaltigen Trägersalzen auftreten, also das typische MSR-Problem.

    Sogar das Aufbereitungsverfahren (hier: Pyroprocessing, was gar kein festgelegtes Verfahren ist) hat Herr Humpich nicht verstanden. Wir haben ausdrücklich und mehrfach auf fraktionierte Destillation als bevorzugtes Verfahren für die Flüssigsalzvariante des DFR hingewiesen -- ein Verfahren, das durch die Verwendung von Chloridsalzen möglich wird, beim MSR hingegen nur durch erheblich komplizierte weitere Prozessschritte verwendet werden kann. Stattdessen lässt sich Herr Humpich über Elektroraffination aus. Auch sein Fazit ist beeindruckend, dass man dafür keinen Flüssigsalzreaktor benötigt -- so what?

    Bis auf den „Perry Rhodan“-Vergleich hat Herr Humpich sich also nicht mit dem DFR-Konzept auseinandergesetzt. Die Gutachter unserer Veröffentlichung hingegen schon.

  30. Lieber Herr Ruprecht #29,

    ich habe den Artikel gelesen und teile ihren Eindruck. Im Grunde behauptet der Artikel es gäbe technische Schwierigkeiten und das Thema wäre komplex. Am Schluß kommt rüber, dass er die Technik schlichtweg nicht will.

    Am Ende bringt er nur halbseidene Argumente wie:

    Allerdings ist es zumindest diskussionswürdig, ob die in der Öffentlichkeit angeführten Vorteile überhaupt solche sind.

    Die Salze sind auch nicht ganz billig.

    Im Grunde gewinnt man den Eindruck, dass er die Technik auf Teufel komm raus schlecht reden will. Seine dünnen Argumente verbrämt er mit einer Menge allgemeiner Technik die mit dem Kern seiner Kritik nichts zu tun haben.

    Grüße
    Günter Heß

  31. Herr Heller,

    Humpich ist ein Protagonist der Vergangenheit. Er klebt an dem, was er kennt und verweigert sich der Innovation.

    erst das Etikett und dann der Diskurs?

    Gerade ging im HR ein Beitrag wegen der Stillegung KKW-wer trägt die Kosten-( ich weiß es schon, der Steuerzahler) so los

    “ Fukushima- 20000 Tote- eine Flutwelle und ein Supergau…. (dann wagt sich einer gegen die Stilllegung zu klagen)“

    Diese Gehirnwäsche verhindert jedes KKW

  32. @ Rassbach:

    Den Diskurs hatten wir ja schon in 2013.

  33. @31 Rassbach
    Vielleicht dazu noch passend die heutige Meldung
    in mehreren Printmedien und Radionachrichten:
    z.B. Welt online
    „Merkel wirbt in Japan für Atomausstieg“
    und so jemand hat angeblich in Physik promoviert…
    es ist nicht zu fassen…

  34. HUM,
    dient alles der Gehirnwäsche. Wenn ich in der Familie auf einer Geburtstagsfeier sage, dass Kernenergie völlig sicher benutzt werden könnte und das Endlagerproblem in Wirklichkeit kein Problem ist, werde ich schon wie ein Vollidiot oder ein seltenes Tier betrachtet. Die gut angelegten memetischen Viren verhindern auch jedes Gespräch 😉

  35. @34 W.Rassbach,

    aus ähnlichen Gründen muß ich mich -gottseidank nicht im Familienkreis- immer zurückhalten,
    wenn es um „grüne Gentechnik“ geht. Da verliert man schnell alle Symphathien und die Stimmung
    geht in den Keller…. traurig, wie sich die Muster gleichen, wenn bestimmte Meme sich erfolgreich
    in den Köpfen der „Gläubigen“ verankert haben…
    das Mittelalter ist -vom geistigen Niveau her betrachtet- m.E. gar nicht mehr so weit weg…

  36. Der Dual Fluid Reaktor -- ein neues Konzept für einen Kernreaktor ?

    Herr Dr. Peter Heller schreibt in :
    http://www.freiewelt.net/blog/der-dual-fluid-reaktor-ein-neues-konzept-fuer-einen-kernreaktor-5486/
    „Bezogen auf die installierte Leistung ergeben sich dann Kosten von 1 €/Watt, deutlich unter denen eines modernen Kohlekraftwerks.“

    Die durchschnittlichen Preise für kristalline Module aus Deutschland liegen bei 0,54 €/Watt peak, chinesische Produkte notieren bei 0,52 €/Wp (18.08.2016).
    Die kostengünstigsten südostasiatischen Solarmodule erreichten beinahe die 0,40 €/Wp Marke.
    http://www.solarserver.de/service-tools/photovoltaik-preisindex.html

    Da sind die 1 €/W bei dem Dual Fluid Reaktor ja doppelt so teuer wie die PV-Platten.

    Beim Neubau vom Kernkraftwerk Flamanville kostet das W ca. 7,9 €/W.
    Baukosten 10.500.000.000 € (September 2015) und einer Leistung von 1.330.000.00 W
    Wie Herr Dr. Peter Heller bei der neuen Dual Fluid Reaktor Technik auf einen Preis von 1 €/W kommt ist mir schleierhaft und vollkommen realitätsfremd.

    MfG

  37. Ja, da sind sie mal wieder, die Baumäpfel und die Pferdeäpfel (Birnen wäre hier ein unhaltbarer Euphemismus):

    Stromerzeugungspotenzial: 1 W installierte Leistung: Kernkraft= 8 kWh/a -- PV (D)= 1 kWh/a
    Notwendiger Invest pro kWh/a: Kernkraft (Innovativ) = 12,5 Cent -- PV(D)= 50 Cent
    Kernkraft (FOIK) = 100 Cent
    Kernkraft (Bewährt) = 50 Cent

    Fazit: Die Investkosten zur Erzeugung einer bestimmten Strommenge sind für bewährte Kernkrafttechnologien genauso niedrig, wie für Massen-PV aus Asien.

    Warum es trotzdem sinnvoll ist Kernkraftwerke zu bauen und vor allem innovative weiter zu entwickeln, auch wenn die Investkosten für PV-Erzeugung ähnlich sind? Hier kann man folgende Aspekte andenken:
    -- Systemkosten für eine sichere Versorgung
    -- Lebensdauer der Anlagen, vor allem als „Hedge“ gegen Änderungen zukünftiger Energiepreise
    -- Platz- und Ressourcenbedarf
    -- Nachhaltigkeit

  38. Mad-2-Max schreibt am 10. Februar 2017 13:10
    „Stromerzeugungspotenzial: 1 W installierte Leistung: Kernkraft= 8 kWh/a — PV (D)= 1 kWh/a“

    Mad-2-Max,
    alle weltweit vorhandenen AKWs schaffen im Jahr 6,3 kWh/a aus einem 1 W installierte Leistung und nicht die von Ihnen genanten 8 kWh/a.
    Die 6,3 kWh/a sind der Durchschnitt (2015) über allen AKWs, manche sind besser, andere schlechter.
    Quelle:
    Internationale Atomenergie-Organisation, IAEA
    https://www.iaea.org/PRIS/WorldStatistics/NuclearShareofElectricityGeneration.aspx

    Mad-2-Max schreibt am 10. Februar 2017 13:10
    „Notwendiger Invest pro kWh/a: Kernkraft (Innovativ) = 12,5 Cent — PV(D)= 50 Cent“

    Notwendiger Invest beim Neubau vom Kernkraftwerk (Innovativ) real Flamanville ca. 7,9 €/W.

    Notwendiger Invest beim Neubau vom Kernkraftwerk (Innovativ) real Olkiluoto-3 ca. 5,6 €/W.
    Notwendiger Invest beim Neubau vom Kernkraftwerk (Innovativ) real Hinkley Point C ca. 10 €/W.

    Notwendiger Invest beim Neubau von einer größeren PV-Anlage (Innovativ) real , unter 1€/W.

    Nur beim AKW kommt erst nach der Stilllegung die „richtige“ Rechnung.

    Hier kann man folgende Aspekte andenken:

    „-- Systemkosten für eine sichere Versorgung“

    Und ein Entsorgung und Endlager sind natürlich die nächsten 10.000 Jahre kostenlos, alles klar.

    „-- Lebensdauer der Anlagen, vor allem als „Hedge“ gegen Änderungen zukünftiger Energiepreise“

    Und die Sonnenstrahlen werden natürlich jedes Jahr teurer, alles klar.
    Bekommt nicht das Kernkraftwerk Hinkley Point C noch einen Inflationsausgleich für 35 Jahre oben drauf, alles klar.

    „-- Platz- und Ressourcenbedarf“

    Und es sind natürlich zu wenig Wand und Dachflächen in Deutschland vorhanden oder reichen die doch, alles klar.

    „-- Nachhaltigkeit“

    Und man kann natürlich an fast jeder Ecke in Deutschland ein neues AKW errichten und die Bürger begrüßen den AKW-Neubau oder ist da doch mit Widerstand vom Wutbürger zu rechnen.
    Brennstoff für AKWs haben wir ja auch in Deutschland an jeder Ecke oder müssen wir den im Ausland einkaufen ?
    Das nennt man so richtig Nachhaltig, sich noch einige Anschlagsziele für durchgeknallte Terroristen hinzustellen, alles klar.

    MfG

  39. @Udo Stemmer 10. Februar 2017 22:26

    . . . wer so überhaupt keine Ahnung hat, sollte sich dreimal überlegen, was er schreibt!

    Bei allen Anlagen zur Erzeugung von Strom, stellt sich die Frage des Erntefaktors: wieviel muß ich investieren -- wieviel Strom erzeuge ich während der Laufzeit dieser Anlagen. Schon nach dieser einfachen Frage, stellt sich heraus, daß jemand, der in Solarenergie investiert, ein hoffnungsloser Idealist sein muß. Wer 1 Million Euro in Solarenergie investiert, kann mit dieser Anlage während der gesamten Laufzeit für 1,6 Millionen Euro Strom erzeugen. Nur ein grüner Fantast investiert also in Solarenergie.

    Ein der wirtschaftlichen Realität verantwortlicher Investor weiß, daß er erst bei einem Erntefaktor von 7,5 die Verlustzone verläßt. Auch mit der unser Land verschandelnden Windenergie bleibt er mit einem Erntefaktor von 3,9 in der Verlustzone.

    Die anderen Erntefaktoren sind: Biomasse 3.5, Erdgas 28, Kohle 30, Druckwasserreaktor 75-115.

    Wo paßt nun der DFR mit seinem Erntefaktor hin?
    Gern noch einmal ganz langsam: wer 1 Milliarde in Solarenergie investiert, erzeugt damit für 1,6 Milliarden Euro Strom -- Strom aus der kostenlosen Sonnenenergie. Er macht also etwa 5,9 Milliarden Euro Verlust! Diesen Verlust trägt allerdings der Bürger, dem man in DDR-Manier diesen Unsinn aufgezwungen hat.

    Wer 1 Milliarde Euro in den DFR investiert, erzeugt während der 60 Jahre der Laufzeit des DFR Strom für 2000 Milliarden Euro. Das sind -- wenn ich es recht verstehe -- 2 Billionen Euro! Strom aus den kostenlosen Brennresten, die bei uns ohnehin rumliegen und die für die Vollversorgung ganz Deutschlands mit Strom für 2000 Jahre reichen. Und der DFR kann bei seiner Prozesswärme von 1300 Grad aus unserem Atommüll auch syntetischen Kraftstoff herstellen. In dem Fall reichen unsere Brennabfälle aus den alten Reaktoren für 200 Jahre Vollversorgung mit Benzin und Strom!

    Bevor nun die Frage kommt: und was ist nach den 2000 Jahren? Die Reserven an Kernbrennstoff reichen für Millionen von Jahren.

    Stromerzeugungskosten des DFR sind kalkuliert mit 0,6 Cent/kWh -- bei Serienfertigung der Anlagen ist ein Stromerzeugungspreis von unter 0,1 Cent möglich -- selbstverständlich vor Steuern.

    Wenn wir 40 Milliarden Euro in die Entwicklung und den Bau aller DFR-Anlagen investieren, kostet die jährliche Stromerzeugung für ganz Deutschland lediglich 3 Milliarden Euro -- sie ist also umsonst und wir könnten aus Steuermitteln an alle Haushalte den Strom kostenlos liefern.

    Das wäre auch mehr als gerecht, denn wer zahlt heute neben seiner persönlichen Stromrechnung eigentlich alle Stromkosten von Industrie und Handel auch noch? Richtig: der Bürger! Industrie und Handel legen schließlich die Stromkosten auf ihre Preise um! Erhöht sich der Strompreis auf 50 Cent und demnächst auf 1 Euro, wird der Bäcker seinen Brotpreis erhöhen und die Autos werden auch teurer!

    Auch gern zum Vergleich: Merkels EEG wird bis 2050 Kosten von 2500 Milliarden Euro verursachen. Mit dem Bau des DFR wäre das inklusive Bau aller Anlagen mit 125 Milliarden Euro abzudecken.

    Wie gesagt: wer so gar keine Ahnung hat, sollte ruhig sein! Die Abfälle aus unseren alten AKW´s werden also im DFR verarbeitet. Die Abfälle aus dem DFR sind dann so weit ausgenutzt, daß nur 10% davon für 300 Jahre sicher verwahrt werden müssen, dann strahlen sie nicht mehr. 90% können oberirdisch gelagert werden, sie strahlen nur schwach und innerhalb von 100 Jahren nicht mehr.

    Noch ein Aspekt: unsere alten AKW´s erzeugen während ihrer Laufzeit 1000 Tonnen Abfall. Der DFR erzeugt während seiner Laufzeit von 60 Jahren 30 Tonnen Abfall.

    Wer verstanden hat, daß man bei uns Strom nicht speichern kann, hat verstanden, daß das EEG Unsinn ist. Schon heute sind tausende Techniker damit beschäftigt, den minderwertigen EEG-Strom so hinzuregeln, daß unser Netz nicht kollabiert. Bei einem weiteren Ausbau dieses Unsinns wird das nicht mehr gelingen!

    Der Zugang zu billiger Energie ist der Schlüssel zum Wohlstand eines Volkes. Merkels unsinniges EEG und der daraus resultierende Strompreis von 1 Euro und darüber, wird unser Land verarmen und unsere Industrie in den Ruin treiben. Der Bau des DFR wird zu einer Wohlstandssteigerung um den Faktor 10 führen.

    China baut übrigens 140 Kernkraftwerke und Hunderte Kohlekraftwerke.

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