Ein Termin bei der Kanzlerin?

4. Februar 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Wirtschaftsförderung

“Die Absender jener zehn Vorschläge, denen die meisten Nutzer ihre Stimme gegeben haben, werden nach dem Ende des Zukunftsdialogs ins Bundeskanzleramt eingeladen, um mit der Bundeskanzlerin über ihre Ideen zu sprechen.”

So heißt es im neuen Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin.

Ich würde auch gerne mal direkt mit der Kanzlerin sprechen. Und ich hänge der Illusion an, man könne die Physikerin Angela Merkel mit einer neuen Idee für eine saubere, sichere, verläßliche und preiswerte Energieversorgung erreichen. Ich habe daher einen kurzen Text geschrieben, um eine aus meiner Sicht sehr vielversprechende Erfindung, den Thorium-Flüssigsalzreaktor, dem Publikum näherzubringen.

Hier ist er:

Thorium als Energiequelle

Vorschlag: Die Bundesregierung soll ein ambitioniertes Programm zur Entwicklung und Realisierung des Thorium-Flüssigsalzreaktors auflegen.

Nein, ich möchte hier nicht den Anstoß für die Fortsetzung einer ideologiebasierten Energiedebatte liefern, die von beiden Seiten voller Fanatismus und Bitterkeit geführt wird. Wollen wir denn nicht alle dasselbe? Eine bessere Zukunft für uns und unsere Kinder? Wenn wir uns doch in diesem Ziel einig sind, ist es dann nicht möglich, Gräben zu überwinden und die klügsten unserer jeweiligen Ideen miteinander zu verbinden, statt Gegensätze zu betonen und sich gegenseitig zu neutralisieren?

Auch und gerade als Befürworter der Kernenergie bin ich zu Einsicht in der Lage. Uran 235, der Stoff, den unsere gegenwärtigen Reaktoren zur Energiegewinnung einsetzen, ist selten. Ihn nutzen zu wollen, bedarf einer Technologie, die entlang der gesamten Kette, vom Bergbau über die Anreicherung bis hin zur Verwendung im Kraftwerk und der anschließenden Behandlung der Abfälle, Risiken beinhaltet, die viele Menschen zu tragen nicht mehr bereit sind. Angesichts der Störfälle in Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima ist auch mir deutlich geworden, wie aus Risiken reale Gefahren werden können, seien Wahrscheinlichkeiten auch noch so gering. Aber hören wir denn auf, Häuser zu bauen, wenn mal eines einstürzt? Schaffen wir Schiffe ab, wenn eines versinkt? Demontieren wir unser Schienennetz, wenn ein Zug entgleist? Verzichten wir auf Wasserkraft, wenn ein Damm bricht?

Nein, das tun wir nicht. So zu handeln, würde den meisten Menschen irrational und hysterisch erscheinen. Stattdessen versuchen wir, aus Unglücken zu lernen und unsere Technologie weiter zu verbessern, sie sicherer, effizienter und effektiver zu gestalten. Sind wir selbstbewußt, sind wir fähig und kompetent genug, uns dieser Herausforderung auch auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung der Kernenergie zu stellen?

Es gibt ein Element, das sehr viel häufiger zu finden ist, als Uran 235. Es handelt sich um das Schwermetall Thorium. Und es gibt eine Maschine, mit der die diesem Element innewohnenden Energien freigesetzt und verwendet werden können. Es handelt sich um den Thorium-Flüssigsalzreaktor, im englischen Sprachraum auch als “LFTR” (Liquid Fluoride Thorium Reactor) oder eingängig als Lifter bezeichnet.

Der Vorteil dieser Maschine besteht dabei nicht darin, die mit unseren gegenwärtigen Leichtwasserreaktoren verbundenen Risiken noch weiter zu minimieren. Mit dem Lifter wären diese Risiken vielmehr grundsätzlich ausgeschlossen. Er stellt eine völlig andere Technologie, ein völlig anderes Konzept dar. Eine Kernschmelze ist nicht möglich, denn der Kern ist bereits geschmolzen. Kühlsysteme, deren Ausfall gefährlich sein könnte, gibt es nicht mehr. Der Lifter reguliert seine Temperatur selbst. Er basiert auf dem Konzept der passiven Sicherheit, sollte (wie im Falle Fukushima) jegliche Energieversorgung des Kraftwerkes unterbrochen sein, nimmt er von selbst einen sicheren Betriebszustand ein. Isotope, die man zum Bau von Kernwaffen verwenden könnte, entstehen im Thorium-Brennstoffkreislauf nicht. Es fehlen ebenso die langlebigen und toxischen Transurane, die bei herkömmlichen Reaktoren das Problem der Endlagerung aufwerfen.

Ein Lifter ist weit mehr als nur eine thermodynamische Maschine zur Stromproduktion. Er ist eine chemische Fabrik, seine Gestaltung ist auf die optimale Handhabung der beteiligten Stoffe ausgerichtet. Dies begründet letztlich nicht nur seine Sicherheitsvorteile, dies ermöglicht auch die Gewinnung vieler nützlicher Stoffe auf einfache Weise während des Betriebs, von seltenen Erden wie Neodym bis hin zu Isotopen für die Nuklearmedizin. Darüber hinaus stellt er eine ideale Quelle für Prozesswärme in der industriellen Produktion dar.

Das einzige Problem: Er produziert Energie durch die Freisetzung der Kernbindungskräfte mittels einer Kernspaltung. Und dieser Ansatz ist nun nicht nur in Deutschland verboten, sondern für viele Mitbürger scheinbar grundsätzlich nicht tragbar. Darf oder kann man aber ein Naturgesetz verbieten, ist es klug, gegen ein natürliches Prinzip zu demonstrieren?

Ich kann die politische Entscheidung zum Ausstieg aus der Kernenergie als eine Reaktion auf die Stimmung in der Bevölkerung verstehen. Ich kann auch verstehen, wenn viele Menschen angesichts der Geschehnisse in Tschernobyl und Fukushima der Kernkraft skeptisch, ja sogar ängstlich gegenüberstehen. Man sollte sich aber darüber im klaren sein: Was man auch immer als Argument gegen Kernkraftwerke in die Diskussion einbringt, ist in Wahrheit nur ein Argument gegen eine bestimmte technische Umsetzung und nicht gegen die Kernkraft insgesamt. Es gibt tausende Möglichkeiten, die Kernbindungskräfte in Kraftwerken zu nutzen, man sollte Leichtwasserreaktoren nicht für eine gesamte Technologie haftbar machen.

Masse und Energie sind einander äquivalent. Daraus kann man nicht aussteigen.

Der Lifter ist keine Phantasie. Er wurde bereits gebaut und war als Versuchsanlage am Oak Ridge National Laboratory in den USA von 1965 bis 1969 in Betrieb. Die Technologie ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten, zumindest in Deutschland. Weltweit hingegen formieren sich Netzwerke aus Wissenschaftlern und Ingenieuren, aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, um die Wiederaufnahme der damaligen Entwicklungstätigkeiten zu forcieren. Zu nennen sind die Thorium Energy Alliance, die International Thorium Energy Organization und die Weinberg Foundation. Anfang 2011 hat China angekündigt, innerhalb der nächsten 5 Jahre einen Demonstrationsreaktor zu bauen und binnen 20 Jahren den Lifter kommerziell einzusetzen. Man sieht dies als eines von vier Projekten zur Gewinnung einer strategischen Führungsrolle in Wissenschaft und Wirtschaft in bedeutenden Zukunftstechnologien.

Stellen wir uns in Deutschland dieser Herausforderung? Wir, die wir doch eigentlich die Maschinen entwickeln und bauen möchten, die die Welt in Zukunft mit Energie versorgen? Energie, die sauber und ohne die heute debattierten Risiken produziert wird? Man kann an den Klimawandel glauben oder nicht – der Lifter wird ganz unabhängig davon keine Naturräume bedrohen, wie Wind- und Solarkraftwerke oder wie der Anbau von Energiepflanzen, und er wird kein Kohlendioxid freisetzen.

Wenn die Frage gestellt wird, wovon wir in Zukunft in Deutschland leben wollen, dann kann die Antwort nur unsere Innovationskraft sein. Die Kernkraftgegner mögen im Moment triumphieren, aber die Freiheit, durch Demonstrationen politische Entscheidungen zu erzwingen ist auch verbunden mit der Verantwortung, die man dann für diese Entscheidung zu übernehmen hat. Ist es verantwortlich gedacht, sich wegen eines Störfalles in einem bestimmten Reaktortyp gleich ganz  von einem zukünftigen Wachstumsmarkt zu verabschieden? In einer auf Wissen und Kompetenz in Hoch- und Spitzentechnologien angewiesenen Gesellschaft?

Ich kann auch als Befürworter der Kernenergie der Entscheidung zum Ausstieg etwas abgewinnen. Wenn wir den Leichtwasserreaktor durch etwas Besseres ersetzen. Das uns mehr Möglichkeiten für eine sichere, saubere und verlässliche Energieversorgung bietet – und nicht weniger. In diesem Sinne bitte ich Sie alle um Zustimmung zu meinem Vorschlag. Ich würde mich freuen, könnten einige Kernkraftgegner über ihren Schatten springen und damit ein Zeichen dafür setzen, ideologische Ignoranz nicht als den Weg in die Zukunft anzusehen. Fortschritt kann auch eine Brücke sein, er kann Gräben überwinden, weil er scheinbar wichtige Fragen irrelevant macht. Der Lifter ist in diesem Sinne nicht Sieg oder Niederlage für die ein oder andere Meinung, sondern ein Gewinn für uns alle.

—–

Nach der Reduzierung auf die durch den Zukunftsidalog vorgeschriebenen 1.500 Zeichen wurde dann das hier daraus:

Die Bundesregierung soll ein Programm zur Entwicklung und Realisierung des Thorium-Flüssigsalzreaktors auflegen.

Mit dem LFTR (Liquid Fluoride Thorium Reactor, eingängig “Lifter”) wären die Risiken herkömmlicher Kernkraftwerke ausgeschlossen. Er basiert auf einem anderen Konzept. Eine Kernschmelze ist nicht möglich, Kühlsysteme, deren Ausfall gefährlich sein könnte, gibt es nicht mehr. Sollte jegliche Energieversorgung des Kraftwerkes unterbrochen sein, nimmt der Lifter von selbst einen sicheren Betriebszustand ein. Isotope für den Bau von Kernwaffen entstehen im Thorium-Brennstoffkreislauf nicht. Es fehlen auch langlebige und toxische Transurane, die bei herkömmlichen Reaktoren das Problem der Endlagerung aufwerfen.

Der Lifter ist nicht nur eine thermodynamische Maschine zur Stromproduktion. Er ist eine chemische Fabrik, sein Design ist auf die optimale Handhabung der beteiligten Stoffe ausgerichtet. Dies ermöglicht die Gewinnung vieler nützlicher Stoffe während des Betriebs, von seltenen Erden wie Neodym bis hin zu Isotopen für die Nuklearmedizin. Darüber hinaus wäre er eine Quelle für Prozesswärme in der industriellen Produktion.

Deutschland wird auch in Zukunft nur von seiner Innovationskraft leben können. In den USA, in GB und in China ist man bestrebt, die Arbeiten der 1960er Jahre, in denen der Lifter bereits prototypisch realisiert wurde, wiederaufzunehmen und ihn zur Marktreife zu führen. Wir dürfen uns aus diesem Zukunftsmarkt nicht verabschieden.

Ich denke, wir sollten uns in den Zukunftsdialog einbringen. Wenn denn die Kanzlerin wissen will, welche Fragestellungen und Themen die Menschen bewegen, dürfen wir nicht fehlen. Im Gegensatz zum Bürgerdialog des BMBF zur Energiewende, der nicht nur mich frustriert hat, sind hier alle Themen erlaubt. Betreut wird die Internetseite auch nicht von einem privaten, dem rotgrünen Spektrum zuzuordnenden Dienstleister, sondern vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung selbst. Und das allerbeste: Man kann nicht mit “Nein” stimmen, sondern nur mit “Ja”.

Ich bitte daher um die Stimmen der Leser von Science Skeptical (ein paar unterstützende Kommentare wären natürlich auch hilfreich). Und um die Weiterverbreitung dieses Aufrufes in allen möglichen anderen Blogs. Kann ich es unter die besten zehn schaffen? Wahrscheinlich nicht, wenn man sich anschaut, wie beliebt die Debatten über das bedingungslose Grundeinkommen und die Legalisierung von Cannabis sind (beides Ideen, die mir durchaus sympathisch sind, das möchte ich einräumen). Aber man kann solche Plattformen auch nutzen, um Ideen bekannt zu machen und weiter zu verbreiten. Schaffen wir 1.000 Unterstützer bis zum 15. April? Diese tausend erzählen es vielleicht herum und bald werden es mehr.

An dieser Stelle möchte ich auch auf meinen Artikel in der letzten Ausgabe der NovoArgumente hinweisen, der nun auch online gelesen und diskutiert werden kann. Leider ist der Text immer noch zweimal vorhanden, einmal hier (im Blog) und einmal hier (im Archiv, mit schon eingegangenen Kommentaren). Was die Novo-Redaktion da treibt, ist mir ein Rätsel.

Es gibit im Zukunftsdialog natürlich auch weitere Vorschläge, die die Haltung von Science Skeptical aufgreifen. Einige Beispiele:

Auch diese Beiträge verdienen unsere Unterstützung. Weitere Fundstücke können im Kommentarbereich ergänzt werden.

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32 Kommentare
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  1. Klasse Peter. Ich hatte mir auch schon überlegt wie man diesen Zukunftsdialog nutzen könne. Da dachte ich vor allem an deinen Kommentar auf der Klimazwiebel in dem Beitrag: “Experten an der Macht?” Daraus könnte man etwas formulieren wie: “Für eine technologiebasierte Politik” und damit solche Klüngelrunden wie den Ethikrat etc. zu entmachten.

  2. Es ist selbstverständlich richtig und sinnvoll, an diesem Bürgerdialog teilzunehmen und unsere Meinung einzubringen.
    Ob es nutzt, ist nicht die Frage -- entscheidend ist, dass es nicht schadet!

  3. “Ob es nutzt,..”

    Wir erinnern uns: Unsere Füsikerin wird das alles “nicht hilfreich” finden. Schon mal was von Gummiwänden gehört?

  4. Unsere ‘Füsikerin’ hat keinen eigenen Standpunkt, sondern hängt ihr Mäntelchen nach dem Wind.

    Wenn wi also erreichen können, dass dort, wo sie hin sieht, sich der Wind dreht, wird das nicht ohne Einfluss sein.

    Ich glaube, nebenbei bemerkt, auch nicht, dass Schawans ‘Bürgerdialog’ mit seinen vernichtenden Ergebnissen für die NIE, so einfach vom Tisch geschubst wurde, wie das offizielle Abschlusspapier es suggeriert.
    Intern, da bin ich mir sicher, kursiert eine ganz andere Auswertung!

  5. Hallo Peter,

    tolle Aktion, ich habe auch schon für Dich gestimmt.

    Einen in diesem Zusammenhang interessanten Aspekt hat Ludger Weß vor kurzem auf der Achse des Guten beigesteuert (Ein Fall für Greenpeace: Windräder produzieren Atommüll):

    Da das radioaktive Thorium derzeit nicht verwendet wird, häuft es sich rund um die chinesischen Minen, aus denen derzeit 97% der Weltproduktion an Neodym stammt, in riesigen Mengen unter freiem Himmel an: allein rund um den „See der seltenen Erden“ (40.632324, 109.685440), einem riesigen Auffangbecken für die wässrigen Abfallprodukte des Abbaus nahe der mongolischen Stadt Baotou, lagern bereits jetzt ca. 90.000 Tonnen Thorium.

    Für den Betrieb eines 1.000 MW LFTR benötigt man etwa eine Tonne Thorium pro Jahr. Damit würde allein diese Menge an “Abfall” ausreichen, um Deutschland mehr als 1.000 Jahre mit Strom zu versorgen.

  6. Factsheet Thorium:
    http://www.wellhome.com/blog/wp-content/uploads/2010/12/Final-Thorium.png

    Kirk Sorensen discuss “Thorium” at TEDxYYC 2011

  7. In dem Vorschlag an die Kanzlerin würde ich den Begriff “Isotope” im ersten Fall durch “Nuklide” und im zweiten Fall durch “Radionuklide” ersetzen. Isotp sollte nur im Zusammenhang mit dem zugehörigen konkreten Element verwende werden.
    Viel Erfolg!
    Alexander

  8. Hallo Herr Weng,

    Sie haben natürlich recht. Ich kann den Vorschlagstext jetzt nicht mehr editieren, werde mich aber in Zukunft an die korrekte Begriffsverwendung halten.

  9. Ich habe gestern, und heute nochmal, einen Kommentar für den Vorschlag im Zukunftsdialog abgegeben. Bis jetzt ist der noch nicht frei geschaltet.

    Bezahlbare, sichere, saubere Energieversorgung ist in greifbare Nähe gerückt. In NovoArgumente wird das Konzept noch genauer beschrieben.

    Im ersten Kommentar war nach ein Zusatz: “Jawoll, lasst uns die Zukunft gestalten”. Diesen Satz habe beim 2. weggelassen, da ich an nahm, dass eventuell dies zu dick aufgetragen ist und einer Veröffentlichung entgegensteht.

  10. Toller Artikel, auch sehr allgemeinverständlich geschrieben! Bei NOVO habe ich vorab schon gelesen.

    #9 Herr Quencher

    Zitat: “Diesen Satz habe beim 2. weggelassen, da ich an nahm, dass eventuell dies zu dick aufgetragen ist und einer Veröffentlichung entgegensteht.”

    Da mögen Sie recht haben, aber dann möchte ich den Hinweis anbringen, wie sehr mit zweierlei Maß gemessen wird. Die Alarmisten dürfen nämlich so dick auftragen, dass ‘die Bits gesprengt’ werden -- je mehr, umso mehr werden die veröffentlicht.

    Komisch, dass das keiner merk(el)t (oder merken will).

    Chris Frey

  11. …mit Verlaub: die in der Einlassung angeführten Vergleiche hinken (wieder einmal) -- so wie auch das Nichtrauchen Einzelner keinen Raucher gestört hatte, so kann man andersherum eben auch für dieses Thema einen Schuh daraus bauen. Die Nichtverwendung der Kernenergie stört deren Anhänger irgendwie technisch, schadet ihnen dabei aber nicht. Die Verwendung und der -- möglicherweise eintretende -- Schaden und die Folgelast des Normalbetriebes belasten aber auch die Nichtanhänger dieser Technik -- siehe also Raucherproblem. Wer nicht Kreuzfahren will, weil Schiffe untergehen, muß es jau auch nicht -- es gehen nur die unter die freiwilliog drauf sitzen (die anderen sehen vom Ufer aus zu) -- wer sich aber im gleichen Land oder gleichen Kontinent oder schließlich auf dem gleichen Planeten mit einer radioaktiven Anlage und deren Folgeprodukten befindet, kann nichts dagegen tun außer Schutz-Anzug tragen.
    Mein liebster Massendefekt, um beim energetischen Thema zu bleiben -- ist der unseres Fusionsreaktors Sonne und das wußten schon älteste Kulturen (die von den europäischen Technos aber weitgehend ausgerottet wurden). Und wenn wir uns technisch noch so sehr dagegen “wehren” -- all unsere Lebensenergie kommt von dort und geht eines Tages wieder dort hin. Warum wir also unsere kurzen Lebenstage mit extrem komplexen technischen Prozessen anfüllen wollen -- ungefragt der Nachfolger. Und wo es mehr an Bewußtseinsbildung, christlicher Bescheidenheit und Demut not tun würde, wird mir ein Rätsel bleiben…

  12. @Heinrich Ernst #11
    Ich verstehe zwar ihren Bezug zur Sonne nicht, aber das mit dem Nichtrauchen oder der Nichtverwendung von Kernenergie ist ja entweder eine Forderung für totalen Stillstand oder der Versuch, eine autoritäre Position einzunehmen, aus deren Perspektive man bestimmt, was gemacht werden darf.
    Um ihren Vergleich mit dem Rauchen aufzunehmen, hat das Rauchen sicher olfakttorische Belästigungen für da empfindliche Zeitgenossen. Es wundert einen Zigarettenraucher allerdings da aber manchmal, dass Pfeifenrauchen von einigen Nichtrauchern als angenehm empfunden wird. Wie dem auch immer sei, abgesehen von echten Problemfällen, wie Asthmatikern o.ä., hängt das ganze doch sehr vom Zeitgeist ab.
    Bei Strahlung gibt es solche Befindlichkeiten ja nicht. Sie spüren sie ja gar nicht. Es gibt da auch keine Problemfälle. Das Risiko, dass wir eingehen, Prozesse zu nutzen, die Strahlung freisetzen können, ist natürlich da, aber wenn wir es nicht tun, dann bremsen wir einen Fortschritt, der vielen Menschen ein erfülltes Leben ermöglichen wird.
    Wenn sie natürlich glauben die NIEs könnten das auch, dann sehen sie sich einfach mal die Realität an und gucken darauf, was wirklich in der absehbaren Zukunft Realität werden kann.

  13. Die Nichtverwendung der Kernenergie stört deren Anhänger irgendwie technisch, schadet ihnen dabei aber nicht.

    Ach?
    Volkswirtschaftliche Schäden schaden nicht?
    Herr Ernst, es ist ein ernstes Warnsignal, dass in Deutschland die Lebenserwartung von Geringverdienern erstmals seit langer Zeit zurück geht!

    Der Ersatz von Kernkraftwerken durch die dann notwenidgen Kohlekraftwerke schadet nicht?
    Jährlich sterben durch die Nebenwirkungen der Kohleverstromung global mehr Menschen als jemals durch radioaktive Strahlung ums leben kamen!
    Allein in den USA wird die Zahl der Todesfälle durch Fossil-Kraftwerke auf jährlich 30.000 geschätzt!

    Glauben Sie an die Klimaerwärmung, Herr Ernst?
    KKWs sind CO2-Frei!

    Denken Sie etwa, die ‘Erneuerbaren’ seien ein gesünderer Ersatz?
    Photovoltaik ist schmutzige Energie!
    Denn für die Gewinnung der Rohstoffe und bei der Herstellung werden enorme Mengen von Giftstoffen freigesetzt. Unter anderem sehr grosse Mengen radioaktiver Substanzen. Dadurch ist die Strahlenbelastung durch PV höher als die durch KKWs!

  14. Dein Kommentar ist online, Quentin. Ich glaube, die brauchen ganz einfach nur extrem lange dort, die Dinge zu bearbeiten. Man ist offensichtlich mit dem Zuspruch hoffnungslos überfordert.

    Mit den ersten drei Tagen bin ich sehr zufrieden. 218 Ja-Stimmen katapultieren Thorium auf Platz 13 in der Kategorie “Wovon wollen wir leben?”, bei 722 Vorschlägen insgesamt.

    Ich werde noch zwei weitere Ideen einreichen, die allerdings nichts mit Klima oder Energie zu tun haben. Ich werde darüber berichten.

  15. @Tritium und Straten: sehr geehrte Herren, danke für Ihre Aufmerksamkeit. Es ist in meinen Augen ein Unterschied, ob ich ein Risiko für mich singulär in Kauf nehme oder dies für andere mittue -- Sie sehen das anders und so kann man es auch stehen lassen. Ich rauche ja z.B. selbst -- wenn sich niemand daran stört -- und nehme die potentiellen Probleme dabei in Kauf -- nicht sehr clever, zugegeben. (ob Geringverdiener aufgrund der unterschiedlichen gesellschaftlichen Haltung zu Energieträgern früher sterben, was ganz ehrlich gesagt Geringerverdiener zu allen Epochen leider getan haben, halte ich aber mal für fraglich -- auch hier müßte der evtl. höhere pro-Kopf Zigaretten und Alkoholkonsum eingebettet werden -- nicht nur um ein Sozialklischee zu bedienen ) Stochastisch ist für das Individuum Tritium, Straten oder Ernst ein Linienbus ohnehin tödlich gefährlicher als ein Klimakollaps oder AKW-Unfall, genauso ist die deutsche Hauskatze um Zehnerpotenzen bedrohlicher für Kohlmeise+Co als ein Windkraftwerk. Es wundert mich also oft die absolute Strenge in der Diskussionen im Netz zum Thema Energie. Es wundert noch mehr, wie die vielleicht 3500 Generationen homo sapiens bis vor wenigen Jahrzehnten ohne elektrische Energie voranschreiten konnten? Auch dass kann man mal unkommentiert stehen lassen oder zum Durchatmen verwenden. Und Klima? Ich kenne aus echter eigener Erfahrung nur Wetter -- den Rest müßte ich mangels eigener Messtechnik und Langzeitdaten glauben. Die Klimastory mit CO2 dünkt mich also eher wie des Kaisers neue Kleider -- hipp und unsichtbar. Ist also (unbewiesenes) Bauchgefühl, daß hier Luft an einer Börse gehandelt wird (was ja der Sinn einer Börse zu sein scheint) und der Konsument darf es blechen. Mit dem “Grünstrom” sehe ich das schon anders. Auch wenn Strom ebenso meist unsichtbar ist, oder zumindest weitgehend bleiben sollte, so traue ich als praktizierender Energietechniker und Dienstleister dann doch meinen Ampere- und Wattmetern und solange 1kWh aus 1000 Wh besteht, so ist mir Energie in Erzeugung (Umwandlung) und Gebrauch heilig (wobei ich hier einen Unterschied von Glauben und Wissen treffe) und am besten ist immernoch der vermiedene Verbrauch (eine “verschwendete” Wind-kWh macht auch keinen Sinn). Ich hätte mir also z.B. kein einziges Modul installiert, wenn nach tiefer Vorinformation und Abwägung vieler Faktoren für mich nicht ein Gesamtnutzen im Vordergrund stehen würde. Ich sehe dies eher als eigenes finanzielles Risiko und Mit-Begründerleistung einer techno-LOGISCHEN Entwicklungslinie bei gleichzeitiger Brennstoffersparnis. Wenn es mir nur um Gewinn ginge, gäbe es weitaus simplere und renditestärkere Anlagen (weiß Gott und Teufel). Und wenn es nur ums (grüne) Seelenheil ginge? Das läßt sich bekanntermaßen christlich ganz ohne Geld erwirken und so denke ich hier also physikalisch und sehe klassische Kraftwerkstechnik als energetische Einbahnstrasse in einer endlichen Welt (Kugelform) und erneuerbare als zyklisch an, was dem Grundprinzip aller Lebensprozesse nahe kommt. Kreisläufe sind in abgeschlossenen Systemen Bedingung. Das diese zyklische “Solarprothese” in Modulform (noch) nicht die Genialität der Photosynthese oder des Citratzyklus hat ist auch leicht schon an der noch etwas klobigen Form zu sehen und sollte uns technischer Ansporn oder zumindest Denkanstoß sein. Das sich nun weiter bei Atom+Kohle vs. Wind+Solar zwei Systemarchitekturen treffen, die in der Zielsetzung Ihrer Herkunft (vernetzter Dauerläufer gegen Spitzenbedarf -- Inselversorger) nur schwer kompatibel sind, wäre vorhersagbar problematisch gewesen, hat sich aber nur schneller ausgeprägt, als es jemand erwartet hatte. Jedoch nur aus neuen Wegen und deren Problemen entstehen ja neue Denkansätze und neue Lösungen und Produkte. In diesem -- auch patriotischen -- Sinne würde ich Sie gerne aufrufen, an einem neuen (erneuerbaren) Energiezeitalter teilzunehmen…

  16. Der Zukunftsdialog scheint wirklich mehr Zuspruch zu finden als man vorher dachte. Im Blog findet sich diese Meldung:

    Bereits in den ersten Tagen haben uns tausende Vorschläge und Kommentare erreicht. Ihre Beiträge sind uns wichtig! Wir arbeiten jeden Vorschlag und Kommentar Stück für Stück ab. Gleichzeitig erweitern wir gerade unser Redaktionsteam, um dem großen Interesse gerecht zu werden. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die noch auf die Freischaltung ihrer Beiträge warten, bitten wir deshalb um etwas Geduld. Es findet keine Zensur statt!

    Es könnte wirklich so sein, dass man aus den negativen Erfahrungen des letzten Bürgerdialoges (Energie) gelernt hat. Der Hinweis, dass keine Zensur statt findet, mit Ausrufezeichen, lässt das erahnen.

  17. @ Ernst:

    Sie sind herzlich eingeladen, sich mit dem Lifter zu beschäftigen und seine Vorteile gegenüber herkömmlichen Kernkraftwerken zu entdecken. Vorteile, die Ihre Kritik an der Kernkraft gegenstandslos machen.

    Ansonsten bringen Ihre Tiraden hier nicht viel, ich verstehe nicht, was Sie uns eigentlich sagen wollen:

    Es wundert noch mehr, wie die vielleicht 3500 Generationen homo sapiens bis vor wenigen Jahrzehnten ohne elektrische Energie voranschreiten konnten? Auch dass kann man mal unkommentiert stehen lassen oder zum Durchatmen verwenden.

    John D. Rockefeller gilt -- nach heutiger Kaufkraft seines damaligen Vermögens -- als der reichste Mensch, der jemals gelebt hat. Nur: Ich bin viel, viel reicher als er. Weil ich Dinge tun kann, von denen Rockefeller nicht mal träumen konnte.

    Das scheint Ihnen entgangen zu sein.

    Wir hier leben alle in einer Welt, in der der Mensch den Mond betreten hat und es jederzeit wieder tun könnte. Sie sind in dieser Welt noch nicht angekommen. Das ist das falsche Forum für Sie.

  18. @Heinrich Ernst #15
    Die Ernergieerzeugung ist immer ein Risiko. Sie deswegen aufzugeben würde aber für eine moderne Gesellschaft, den Untergang bedeuten. Die einzige wirklich wichtige Frage ist, wie hoch das Risiko sein darf. Da herrscht bei uns im Moment die Meinung vor, dass das Risiko bei der Kernkraft zu hoch ist und das Risiko eines Umstiegs auf “erneuerbare Ernergien” eher gering ist.
    Das ist aber eher eine Kurzschlussreaktion. Mag sein, dass man die bisherige Nutzung der Kernkraft im Hinblick auf Tschernobyl so bewertet aber das Konzept ist, wie ja Herr Heller dargestellt hat, durchaus entwicklungsfähig. Der Aufschrei “Wir werden das nie beherrschen” ist wirklich nur religiös zu erklären.
    Was die “erneuerbaren Energien” angeht, so besteht das Risiko, dass sie eine ausreichende Energieversorgung nicht gewährleisten können. Das ist bei Sonne und Wind wegen ihres intermittierenden Characters systemimmanent. Ob und wann man das mal anders als durch Backupsysteme ausgleichen kann, steht in den Sternen. Selbst, wenn das einmal möglich sein sollte, dann haben sie im Vergleich zur Kernenergie einen enormen Ressourcenverbrauch. Wind und Sonne mögen zwar unerschöpflich sein, aber der Mensch muss sie zur Energieerzeugung nutzbar machen. Das bedeutet Beton, Stahl, Kunststoffe, Metalle aller Art und Landschaftszerstörung in beträchtlichem Ausmass.
    Schon aus diesem Grund kann ich ihrem patriotischen Aufruf nicht folgen und der Ressourcenverschwendung die bei dem Ensatz der “erneuerbaren Energien” ohne, dass man mit ihnen eine gesicherte Energierversorgung erreichen kann, sage ich den Kampf an.
    Ausserdem glaube ich noch an die Zukunft und die kann nur besser werden, wenn uns Energie im Überfluss zur Verfügung steht. Das zu leisten, hat die Kernenergie einfach die besseren Karten.

  19. Es ist schon interessant, daß jetzt so nach und nach alle Kommentare zum Thorium-Vorschlag freigeschaltet werden. Ich hatte mich schon gewundert, daß zwar viele Stimmen, aber keine Kommentare eingehen.

    Derzeit fehlt immer noch eine Antwort von mir auf “Thomas Schäfer”. Ein aktuellerer Kommentar meinerseits (von heute!) wurde dagegen zeitnah freigegeben. Ich glaube, die sind einfach nur furchtbar schlecht organisiert.

    Ich habe mittlerweile einen zweiten Vorschlag online, die deutsche Mondmission:

    https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/20-Wovon-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=4921

    Obwohl ich ein paar Raumfahrtenthusiasten angeschrieben habe ein Rohrkrepierer. Nun ja, meine dritte Idee lasse ich dann lieber offline. Man kann die Beteiligung nämlich auch negativ werten: Wenn sich nur wenige Unterstützer finden, sollte man das Thema besser nicht anfassen.

  20. Der Zukunftsdialog wird uns noch einige Zeit beschäftigen. Nicht nur wegen der Fragen die da aufgeworfen wurden, sondern, als Beispiel, was bei einer Beteiligungsgesellschaft alles schief laufen kann. Schauen wir uns mal die die drei Themen an, die den meisten Zuspruch bekommen: Islam, Drogen, Grundeinkommen. Ich bin davon überzeugt, die ersten beiden Themen sind durch entsprechende Netzwerke gepuscht. Das ist nichts verwerfliches, nur zeigt es eben, dass Menschen mit Partikularinteressen sich so in den Vordergrund stellen können, dass es so aussieht, als gäbe es ein vordringliches Problem.

    Genau das passiert nämlich bei allen solchen Beteiligungsprojekten. An lokalen runden Tischen, etc.. Nirgends kann man davon ausgehen, dass die jeweils da Versammelten, einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung, oder auch nur der Betroffenen, bilden. Es werden diejenigen die größte Aufmerksamkeit bekommen, die am besten und meisten vernetzt sind.

    Nochmal zu Vorschlag Thorium. Für mich hat dieser Begriff tatsächlich das Potential ein neues Narrativ für Fortschritt zu sein. So wie sich nun der Varenholt in der Klimadebatte positioniert hat, wäre es wünschenswert, wenn eine entsprechend bekannte Person, sich positiv zu den Möglichkeiten äußert die die Energiegewinnung mittels dieses Konzeptes bietet.

  21. Quentin Quencher schrieb am 10. Februar 2012 10:31

    Nochmal zu Vorschlag Thorium. Für mich hat dieser Begriff tatsächlich das Potential ein neues Narrativ für Fortschritt zu sein. So wie sich nun der Varenholt in der Klimadebatte positioniert hat, wäre es wünschenswert, wenn eine entsprechend bekannte Person, sich positiv zu den Möglichkeiten äußert die die Energiegewinnung mittels dieses Konzeptes bietet.

    Sie könnten ja Hansen nehmen, der wirbt auch schon seit Jahren dafür …

  22. @ Marvin Müller

    Sie könnten ja Hansen nehmen, der wirbt auch schon seit Jahren dafür …

    Das war gut. Und wie heißt es doch so schön: “Auch ein blindes Huhn ….”

  23. @ Müller:

    Quelle? Ich kenne nur Hansens pro-Kernkraft-allgemein-Statements, aber keine mit Bezug auf Thorium oder gar den Lifter…

  24. Insight: Poland’s shale gas play takes on Russian power

    Nach dem Shale Gas Boom in USA beginnt Polen trotz Geschrei der ÖKOS zu fördern -- Gas für 300 Jahre.
    Dann besteht auch Hoffnung, dass sich der Gaspreis den USA anpassen, der ist dort weniger als halb so groß wie in Europa. Wie auch der Strompreis nur halb so groß ist.

  25. Peter Heller schrieb am 10. Februar 2012 13:44

    @ Müller:

    Quelle? Ich kenne nur Hansens pro-Kernkraft-allgemein-Statements, aber keine mit Bezug auf Thorium oder gar den Lifter…

    Ich habe die Statements eigentlich immer als Referenz auf Reaktoren der 4. Generation gehört. Wenn man nach “hansen nuclear 4th generation” sucht, findet man jede Menge Artikel und teils auch Videos dazu, unter anderem http://bravenewclimate.com/2008/11/28/hansen-to-obama-pt-iii-fast-nuclear-reactors-are-integral/, wo er auch Thorium diskutiert:

    The Liquid-Fluoride Thorium Reactor (LFTR) is a thorium reactor concept that uses a chemically-stable fluoride salt for the medium in which nuclear reactions take place. …The common presumption that 4th generation nuclear power will not be ready until 2030 is based on assumption of ‘business-as-usual”. Given high priority, this technology could be ready for deployment in the 2015-2020 time frame, thus contributing to the phase-out of coal plants. Even if the United States finds that it can satisfy its electrical energy needs via efficiency and renewable energies, 4th generation nuclear power is probably essential for China and India to achieve clear skies with carbon-free power.

  26. Danke, Herr Müller, ich werde das verwenden.

    Hihi.

  27. Ich bin ziemlich begeistert. Soeben ist für Thorium Stimme Nummer 500 eingegangen. Es scheint tatsächlich möglich zu sein, 1000 Unterstützer bis zum 15. April zu aktivieren. Vielen Dank an alle, die schon die Idee unterstützt haben. Echt super, ich hatte eigentlich nicht wirklich mit soviel Zuspruch gerechnet.

    In meiner Katgorie (“Wovon wollen wir leben?”) halte ich mich damit hartnäckig unter den Top 20 (im Moment Platz 13). Über alle drei Kategorien hinweg liege ich auf Platz 68. Von weit über 4.000 Vorschlägen -- wenn das bis zum Ende so bleibt, ist das ein Riesenerfolg.

    Tja, Quentin, die bekommen am Ende ein Problem. Will die Kanzlerin wirklich Islam-Phobisten, Waffennnarren und Cannabis-Konsumenten zu einem Gespräch bitten? Sollen merkwürdige ökonomische Vorstellungen (von der Deckelung der Kraftstoffpreise bis hin zu einer “ressourcenbasierten Überflussgesellschaft”, deren Konzept ich nicht verstanden habe) als Ergebnis des Bügerdialogs herauskommen? Ganz zu schweigen von der Frage, wie man mit mehrfachen Vorschlägen zum Bürgergeld, die alle Top-Platzierungen aufweisen, umgehen soll. Werden gleichlautende Ideen am Ende zusammengelegt? Das Konzept des Dialoges ist doch etwas unausgegoren, ich vermute, vieles wird hinterher von den Experten weggeredet. Wenn dann aber einer von den Top-Vorschlägen gegen die Regeln ignoriert wird, hat man einen veritablen Netzaufstand provoziert. Außerdem werden alle zehn Top-Vorschläge am Ende aus nur einer Kategorie stammen (“Wie wollen wir zusammenleben?”).

    Ich bin gespannt, wie man das auflösen will. Hält man alle drei Kategorien für gleichbedeutend, dann müsste man eigentlich jeweils die Top-10 aus jeder Kategorie für weitere Diskussionen auswählen -- und dann hätten wir eine echte Chance. Ansonsten würden eben zwei Leitthemen komplett herausfallen.

    Nach meiner Durchsicht der Ideen liegt Thorium in der nichtvorhandenen Kategorie “technische Innovationen” auf dem ersten Platz. Schön -- aber eigentlich auch traurig.

  28. @Peter Heller

    Und am Ende wird eh nur eingeladen, wen man sprechen möchte. Noch immer kann man, zumindest über verschiedene Browser, Vorschläge mehrfach bewerten. Tür und Tor offen für Manipulation.

  29. So oder so -- spannend auf alle Fälle. :)

  30. @Heller

    Ich bin ziemlich begeistert. Soeben ist für Thorium Stimme Nummer 500 eingegangen. Es scheint tatsächlich möglich zu sein, 1000 Unterstützer bis zum 15. April zu aktivieren. Vielen Dank an alle, die schon die Idee unterstützt haben. Echt super, ich hatte eigentlich nicht wirklich mit soviel Zuspruch gerechnet.

    Hab gerade gesehen, dass 1000 erreicht wurden, bis zum 15. April lässt sich wohl noch mehr erreichen.

  31. Bürgerdialog aus Sicht eines Bürgers
    Ein teurer Spuk

    Kanzlerin Merkel führt in Bielefeld den vorerst letzten Bürgerdialog. Das Fazit nach drei dieser Diskussionsabende: Überraschende Impulse, radikale Ansätze, oder zumindest unterhaltsame Utopien sind bei dem 1,5 Millionen Euro teuren Projekt äußerst rar. Stattdessen bieten die Debatten großen Interessenvertretungen eine Plattform für altbekannte Forderungen.

  32. @micha m. #31

    ….das war doch aber von Anfang an klar. Man muss schon besonders naiv oder einfältig sein, um an eine Sinnhaftigkeit solcher Lummerland-Veranstaltungen zu glauben.

    Ein teurer Spuk

    Der Bürgerdialog ist “Geldverschwendung” und “Wahlkampf”. Das sagte Heinrich Quakernack, bevor er daran teilnahm. Dann wurde er zu einem von 100 ausgewählten Bürgern, die sich in der Bielefelder Stadthalle mit Kanzlerin Angela Merkel trafen und über die Zukunft Deutschlands sprachen. Ein Gespräch, das seine Meinung änderte. Jetzt hält er das Projekt nur noch für Geldverschwendung. Der Bürgerdialog aus der Sicht eine Bürgers.

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