El Niño schwächelt

18. Mai 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Wissenschaft

Der letzte Winter und der diesjährige Mai sind deutschlandweit bisher deutlich zu kalt ausgefallen. Global wird aber eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen erwartet. Wie passt das zusammen? Des Rätsels Lösung sind die globalen Wettersysteme.


Der Stand der Dinge

Aktuell befinden wir uns in einer El Niño-Phase. Eine Wetteranomalie, einhergehend mit warmen Oberflächenwasser im Zentral- und Ostpazifik. Diese Temperaturanomalie ist nun am ausklingen.

Neben dem El Niño gab es ein zweites Wetterereignis, welches vor allem in der Arktis in den letzten Monaten für hohe Temperaturen gesorgt hat, nämlich eine schwache Arktische Oszillation. Der Winterindex der Arktischen Oszillation (AO) lag auf einem Rekordminimum und hat der Arktis Temperaturen beschert, die bis zu 4°C über dem langjährigen Referenzmittelwert lagen. Auch diese Anomalie klingt nun langsam aus.

Der Arktis brachte das Rekordtief der winterlichen AO Wärme, in weiten Teilen der USA, Asien und Europa hat die AO hingegen für winterliche Kälte gesorgt. Das haben wir auch in Deutschland zu spüren bekommen. Global gesehen gab es durch die großflächigen Wärmeanomalien im Pazifik und der Arktis (Regionen, die weitgehend unbewohnt sind) jedoch ein Zwischenhoch der Globaltemperatur.

Der Ausblick?
Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten, prognostiziert für die nächsten Monate fallende Temperaturen im Pazifik und in der Arktis. Tendenziell ist also mit einer sinkenden Globaltemperatur zu rechnen. Überraschend kommt das nicht, denn Wettersysteme ändern sich in aller Regel zyklisch, einem Temperaturhoch folgt somit ein Temperaturtief.

Der Beginn dieser Entwicklung zeichnet sich auch im Datensatz der NASA ab. Die Globaltemperatur ist im Monat April gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Selbes zeigen auch die Satellitendaten.

Die NOAA-Modelle (Ensemblemittel) prognostizieren für Herbst/Winter 2010/11 eine Abkühlungsphase im Zentral- und Ostpazifik, einen angehenden La Niña. Damit könnte die Globaltemperatur weiter sinken.

Entscheidend für diese Entwicklung ist die El-Niño-Südliche-Oszillation (El Niño Southern Oscillation, ENSO). Sie beschreibt ein komplex gekoppeltes Zirkulationssystem von Atmosphäre und Ozean im tropischen Ost-Pazifik. El Niños (Warmphasen, die zur Weihnachtszeit auftreten, einhergehend mit einer Erwärmung des Oberflächenwassers) und La Niñas (Kaltphasen, einhergehend mit einer Abkühlung des Oberflächenwassers) stehen dabei für die ozeanischen Zusammenhänge, während die Südliche Oszillation bzw. Southern Oscillation für die atmosphärischen Zusammenhänge steht. (Variationen des Luftdrucks auf Bodenniveau zwischen West- und Ostpazifik (südostasiatisches Tiefdruckgebiet und südostpazifisches Hochdruckgebiet)).

Der Southern Oscillation Index (SOI) ist ein statistisch berechnetes Maß zur Voraussage und Abschätzung des El Niño-Phänomens. Auswertungen langjähriger meteorologischer Messungen im Südpazifik haben ergeben, dass die ungewöhnliche Erwärmung (oder Abkühlung) des Ozeans einhergeht mit charakteristischen Anomalien des Luftdrucksunterschieds zwischen West- und Ostpazifik. Der SOI wird daher aus Luftdruckdifferenzen zwischen Tahiti und Darwin Australien errechnet.

Das Ergebnis ist eine Maßzahl zwischen -30 und +30. Ist dieser Wert positiv deutet dies auf eine Abkühlung des Ozeans hin (La Niña), wird der Wert negativ ist dies gleichbedeutend mit einer Erwärmung (El Niño). Aktuell ist der SOI-Wert (unterer Teil der Abbildung, auf dem Kopf stehend dargestellt) stark ansteigend und die positive Temperaturanomalie im Zentral- und Ostpazifik (Nino3.4 SSTA) (oberer Teil der Abbildung) am ausklingen.

Diese Entwicklung wird voraussichtlich über die nächsten Monate hinweg anhalten. Mit der nächsten El Niño-Phase (Warmphase) ist nicht vor dem Winter 2011/12 zu rechnen. Die Globaltemperatur stagniert voraussichtlich weiter auf hohen Niveau. Die globale Erwärmung macht weiter Pause.

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10 Kommentare
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  1. Ich weiß nicht wer hier mit Daten der NASA uns beglücken will? (Bekannt ist hier übrigens,dass es jenseits des 80. Breitengrades gar keine Messdaten gibt und für den Norden Kanada`s eine einzige Station am Wärmepol dieser Region gemessen wird. Und über die aufgeführten „Fehlfarbenkarten“ ist an anderer stelle hinreichend unterrichtet worden! ) Diese Organisation gehört zu dem Konsortium der weltweiten Klimahysteriker und ist bekannt dafür dass Messdaten dort genommen werden wo es passt und schreckt auch, wie diese ganze unseriöse Sekte, vor keiner Fälschung zurück! Man darf eins niemals aus dem Auge lassen: Spätestens seit 1980 sind alle öffentlichen und Globalen Institutionen mit Gefolgsleuten dieser Ideologie besetzt worden! Dabei bildet die Klimawissenschaft nur die Spitze des Eisberges. Die „freien Wissenschaften“ sind weltweit massiv unter Druck und sind eigentlich nur noch als Lieferant von Gefälligkeitsgutachten der Politik gefragt! Seit dem Zusammenbruch (1990) des kommunistischen System existiert praktisch keine Kontrollinstanz für derart groß angelegte ideologische Vorhaben! Die dem kommunistischen Systemen als Errungenschaft präsentierte „Freien Presse“ existiert im Prinzip nicht mehr!
    Die „Qualitätspresse“ gibt sich mit Alarmismus und Hofberichterstattung zufrieden!
    Deshalb ist alles was diese Presse heute als wissenschaftliche Meldung heraus gibt mit äußerster Vorsicht zu genießen!
    2 Beispiel:1. Sinngemäßer Titel des letzten Kongresses der Allergologen in Potsdam: Allergien in Zeiten des Klimawandels!
    2.

  2. Passend dazu meldete der WDR in seinen Nachrichten (6 Uhr 30, 18.05.), der April sei „der weltweit wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“ gewesen. Das hätten „offizielle Stellen in den USA“ mitgeteilt (meldet der WDR).

    Die Meldung geht im Original auf eine dubiose Agenturmeldung (Quelle apn vom 17.05.2010, 22:24:46) zurück. Sie verweist auf die staatliche US-Behörde NOAA (National Oceanic and Atmosphäric Administration), die das mitgeteilt habe. (Der WDR unterschlägt aber, daß in der Original-Meldung „das Klimaphänomen El Nino … möglicherweise eine wichtige Ursache für die Rekordwerte war.“
    Drei Tage zuvor meldete dpa (Deutsche Presseagentur, 14.05.2010, 17:13:24), das sich der Weltklimarat (IPCC) der „Kritik wegen falscher Daten“ stelle. Begründung: der so genannte Welt-Klimarat müsse (???) „Daten berücksichtigen, die kein wissenschaftliches Prüfverfahren (peer review) durchlaufen haben. Darunter seien Daten von Regierungen… “

    Im Klartext: Die Rekordhitze-Meldung des Ö-R-Propaganda-Senders WDR geht auf politisch manipulierte Regierungskreise zurück, deren manipulierte Klimadaten vom IPCC berücksichtigt werden müssen.

    Alles klar??????!!!!!!!!!

  3. Im Klartext: Die Rekordhitze-Meldung des Ö-R-Propaganda-Senders WDR geht auf politisch manipulierte Regierungskreise zurück, deren manipulierte Klimadaten vom IPCC berücksichtigt werden müssen.

    Alles klar?

    Ja. 🙂

    Aber mal ernsthaft, GISS ist nicht das einzige Institut, das rekordverdächtige Werte aufzeigt. Und wie im Text oben IMHO korrekt beschrieben wird, hat dieses Jahr eine gute Chance, sich in der „Rangliste“ der wärmsten Jahre ganz oben einzureihen. Und das auch in der AGW-Theorie nicht nahestehenden Anomalien, wie der von UAH. Kann man sich hier schön ansehen. Mit einem starken El Nino braucht es keine politischen Verschwörungen, um einen warmen Monat auszuweisen.

  4. @ Marvin Müller

    Mit einem starken El Nino braucht es keine politischen Verschwörungen, um einen warmen Monat auszuweisen.

    Das ist exakt richtig. Wobei man erwähnen sollte, dass vor allem die Satellitenmessungen in El Nino Zeiten höher ausfallen, als die der Bodenstationen. Als Grund hierfür gibt Roy Spencer an, dass die aufsteigende warme und feuchte Luft die oberen Luftschichten stärker erwärmt, als üblich:

    (1) It is well know, and widely published, that year-to-year surface temperature anomalies are magnified with height, This is due to moist convective transport of heat from the surface to the atmosphere by evaporation and precipitation; It’s been seen in radiosonde data before there were ever satellites.

    (2) It is similarly well known that this heat transport takes some time to occur, especially on large space scales (e.g. the tropics) with a 2 month or so average time lag between peak surface temperatures and peak tropospheric temperatures in the case of El Nino/La Nina.

    The magnified warming with height is the same effect as the so-called “hot spot” that is expected with *long-term* warming, but which the satellite data do not seem to support so far. Some think this is a big deal, others not so much, and still others think is an artifact of errors in one or more of the measurement systems.

    Allerdings ist diese Divergenz beim GISS-Datensatz seit etwa 2000 nicht mehr zu erkennen. Seitdem wächst auch die Diskrepanz zwischen den GISS und den HadCrut Daten:

    GISS erklärt diesen Unterschied mit der Unterschiedlichen Gewichtung der Arktis, diese wäre bei HadCrut unterepräsentiert. Was dabei allerdings stutzig machen könnte ist, dass Hadcrut mehr Messdaten aus der Arktis zur Verfügung stehen, GISS seine wenigen Daten allerdings durch Interpolation auf die gesamte Arktis ausweitet. Und dabei, wen wundert es, zu höheren Temperaturen in der Arktis kommt als Hadcrut oder auch DMI (GISTEMP is High und GISTEMP -vs- HadCRUT).

  5. Wobei man erwähnen sollte, dass vor allem die Satellitenmessungen in El Nino Zeiten höher ausfallen, als die der Bodenstationen.

    Ja, das kann man schön sehen,w enn man die verschiedenen reihen alle in ein Diagramm packt. Dann sieht man schön, dass die Satellitenmessungen sowohl weiter nach oben, als auch weiter nach unten ausschlagen.

    Dass GISTEMP nun in die gleichen Höhen schiesst, wie die Satelliten, sollte man wohl mal im Auge behalten …

  6. Hmm, eigentlich solte da ein Bild sein, in der Vorschau war es auch noch … Ich wollte auf die Notizen von Wood for trees verweisen, die ein Diagramm mit allen Anomalien bezogen auf die gleiche base line haben …

    [Edit] Diese Grafik? (Bei WFT rechtsklick aufs Bild und „Grafikadresse kopieren“. Diesen Link dann mit „Bild einfügen“ hineinkopieren) -- RK

  7. Ohne euer Daten klein klein stellen wir einfach mal folgendes fest:
    -Als um das Jahr 1000 die Wikinger Grönland besiedelten betrieben sie dort nachweislich Ackerbau und Viehzucht.
    Und Grönland war auf deutsch das grüne Land!(Bis Schottland wurde Wein angebaut)
    Was sagt uns das? Richtig es war damals wärmer als heute!
    -Deshalb entwickelt Hannibal 218 v.Cr. einen genialen Plan und griff mit 50.000 Fußsoldaten, 9000 Reitern und 39 Elefanten über die Alpen in Norditalien die Römer an! Wenn die Alpen nicht Eisfrei gewesen wären wäre dies nicht möglich!
    Was sagt uns das? Richtig es war damals wärmer als heute!
    Wie man sieht braucht man nur den normalen Menschenverstand zu bemühen um diese haltlose Theorie der anthropogenen Klimaerwärmung in seinen Grundfesten zu erschüttern.
    Und halten wir uns vor Augen bei dem ideologischen Überbau geht es nicht wirklich
    um die Klimaerwärmung! Die Klimaerwärmung mit ihrer CO2-Komponente ist nur Mittel zum Zweck! Mit dieser feudal geprägten Ideologie melden sich, nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, quasi die alten Eliten zurück! Was mit Prinz Philipp,dem Gründungsinitiator des WWF begann! Er stellte bei seinen organisierten Großwildjagten fest, dass es mittlerweile viel zu viele Menschen gab, die seinem Großwild den Lebensraum streitig machten. Ei überlieferter Spruch von ihm lautete sinngemäß: „Wenn ich wiedergeboren werde, dann möchte ich als tödlicher Virus die überflüssigen 2/3 der Menschheit ausrotten!“ Das ist auch gleichzeitig die Zentrale Aussage dieser Ideologie! Und welche Teile der Menschheit für das Überleben, natürlich auch ohne jede Einschränkung, vorgesehen sind ist ja woh

  8. Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten, prognostiziert für die nächsten Monate fallende Temperaturen im Pazifik und in der Arktis. Tendenziell ist also mit einer sinkenden Globaltemperatur zu rechnen.

    Die Temperaturen werden noch bis Oktober eher auf hohem Niveau bleiben. Es besteht eine deutliche „Phasenverschiebung“ zwischen ENSO und der Globaltemperatur; wenn sich das Geschehen an die „Spielregeln“ hält, wird zum Höhepunkt einer möglichen La Niña um den Jahreswechsel die Anomalie noch leicht über der Nullinie stehen…
    Die Frage ist: Wie tief geht sie dann noch hinunter?

  9. @Wetterfrosch
    Ich bin gerade über diese erstaunliche Seite gestopert:
    http://personal.inet.fi/tiede/tilmari/sunspots.html#alert
    !!

  10. @Wetterfrosch
    Besser hier einsteigen

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