Es brodelt und der Deutsche ist der Dumme.

18. Juli 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Kommentare, Politik
Durch den unsäglichen Handel mit “Verschmutzungsrechten” wird die Produktion in Deutschland und Europa künstlich verteuert. Photo: via wikipedia.org

Durch den unsäglichen Handel mit “Verschmutzungsrechten” wird die Produktion in Deutschland und Europa künstlich verteuert. Photo: via wikipedia.org

Schon in diversen Kommentaren und Texten habe ich bereits erwähnt, dass Deutschland und Europa gerade dabei sind, sich selbst zu kastrieren. Ja lieber Leser, durch den unsäglichen Handel mit “Verschmutzungsrechten” wird die Produktion in Deutschland und Europa künstlich verteuert. Bis jetzt ruhten alle ökologischen Augen hauptsächlich nur auf die Energiewirtschaft, aber es sind auch andere Betriebe betroffen. Betroffen ist jede Firma, die mehr als 20 MW Feuerungswärmeleistung installiert haben, also auch die Stahl-, Zement-, Aluminium- und die chemische Grundstoffindustrie.

Die Bombe ist geplatzt

Bis jetzt haben sich alle Medien und Industrievertreter ruhig verhalten, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass bis 2013 doch noch eine Besinnung auf die Abschaffung des Zertifikathandels erfolgt. Aber nein, unsere Regierung und Europa wollen das “Ding” tatsächlich “durchziehen”, auch wenn es Europa in die wirtschaftliche Steinzeit zurückbringen würde.

Nun ist jedoch dem ersten Industrie-Manager einfach mal der “Kragen geplatzt” und hat öffentlich seine Meinung geäußert:

“‘Wenn dieser ganze Handel so kommt, verlagern wir unseren Zementbetrieb schlichtweg in die Ukraine. Dann wird hier nicht gehandelt, dann wird hier gar nicht mehr produziert, dann gehen hier die Lichter aus’, rief der Manager eines Zementwerks in den Vortragssaal. Die Wut der Herren machte die Experten des Emissionszertifikatehandels perplex. Zum entspannten Expertenforum hatten sie die Wirtschaftsvertreter vor wenigen Tagen geladen, direkt in den Ersten Dienstsitz des Bundesumweltministeriums am Robert-Schumann-Platz in Bonn. Die internationale Entwicklung des Kohlenstoffmarktes wollten sie vorstellen. Doch die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist gekippt, für akademische Vorträge haben die Manager nichts mehr übrig. Denn der Handel mit Emissionszertifikaten ist schon jetzt zu einer Belastung für manche ihrer Unternehmen geworden, die zur Produktion viel Energie benötigen.”
Auch in Spiegel-Online wird von dieser Geschichte berichtet, leider nur auf der internationalen Seite. Hat man Angst, den Deutschen die Wahrheit zu sagen, hat man Angst das auf deutsch zu veröffentlichen?

Wenn die Energiewirtschaft der Blutkreislauf unserer Gesellschaft ist, dann ist die Schwerindustrie das Rückrat. Wenn wir also beide aus den Land treiben, was bleibt dann noch übrig? Richtig, ein blutleeres Weichtier, das zum Sterben verurteilt ist.

Liebe Leser, geben Sie sich wirklich damit zufrieden, dass Deutschland sich zu einer ökologisch wertvollen Agrarnation zurückentwickelt, wollen Sie sich nur noch am Tag, wenn die Sonne scheint und wenn der Wind weht mit einer spärlichen Stromration zufrieden geben?
Wollen Sie wirklich, dass abertausende Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet werden und dem heiligen Klima geopfert werden sollen? Soll das denn alles gewesen sein, wo uns China, Indien und viele andere Staaten einfach nur den Stinkfinger zeigen und weiter CO2 in die Luft blasen. Wollen wir wirklich sehenden Auges in die Wirtschaftskatastrophe laufen, die Entscheidung dazu liegt bei Ihnen. Das einzige demokratische Mittel sind die nächsten Wahlen, achten Sie peinlich darauf, welche Partei mit welchen Wahlprogrammen unter das Volk tritt.

In der ehemaligen DDR gab es mal einen schönen Spruch: Früher standen wir vor dem Abgrund, heute sind wir einen großen Schritt weiter.

In diesen Sinne…

Zuerst erschienen auf Readers Edition am 18. Juli 2008

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