Fake News: Arktische Meereisschmelze bei -10°C bis -20°C und neuer Negativrekord?

13. März 2018 | Von | Kategorie: Blog, Daten, Klimawandel, Medien, Wissenschaft

extent_n_running_mean_amsr2_previous Derzeit berichten die Medien und einige Klimaforscher über einen Rekord-Niedrigstand des Meereises in der Arktis und den wärmsten Nordpolarwinter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Verantwortlich für den außergewöhnlich milden Winter im Nordpolargebiet waren ungewöhnliche Wetterlagen. Sowohl über dem Atlantik als auch über dem Pazifik strömte lange Zeit sehr milde Luft in die Polregion. Die Kälte im hohen Norden wurde also in die Zange genommen und wich nach Nordamerika, Asien sowie nach Europa aus. Einen Teil davon haben auch wir Ende Februar als ungewöhnliche Kältewelle zu spüren bekommen.

Für das Wetter in der Arktis und auch hierzulande bedeutet dies: Beult sich der Polarjet weit nach Norden aus, kann warme Luft bis tief in die Arktis vordringen – so wie in diesem Februar über Grönland der Fall. An anderen Stellen aber beult sich die Strömung nach Süden aus und bringt dann kalte Polarluft bis in gemäßigte Breiten. Das führte in diesem Jahr zum Wintereinbruch über weite Teile Westeuropas.

Warme-Arktis

Die Temperaturen rund um die Arktis lagen im letzten Winter bei -20°C. Das Meereis gefriert aber schon bei knapp -2°C. Seit einigen Tagen ist es mit dem Kälteeinbruch bei uns vorbei und die Kälte hat sich zurück in die Arktis gezogen. Das Meereis in der Arktis legt somit weiter zu, zum Frühjahresbeginn. Das arktische Meereis hat wieder die Ausdehnung der Vorjahre erreicht. Der Rekord zum Ende des Nordpolarwinters ist also kein neuer Rekord. Da haben wieder einige Leute zu früh gefeiert und die Sektkorken knallen lassen.

UPDATE 15.03.2018: Arktische Meereisausdehnung (Daten: Uni Bremen).

Warme-Arktis2

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17 Kommentare
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  1. @M. Krüger
    Es sieht aber so aus als läge die rote Kurve darunter. Also ein niedriger Start.

  2. Aktuell liegt 2018 über den Negativmaximum von 2017 und 2016. Ich habe dazu nochmal ein aktuelles Update angefügt.

  3. Ergänzende Infos gibt es hier.

  4. Danke Krishna. Hatte ich auch über Klimanotizen gefunden und gelesen. Da sieht man das noch deutlicher und hat eine ausführlichere Beschreibung. So wie es aussieht wächst das Meereis in der Arktis noch einige Tage weiter. Die Schmelzsaison lässt weiter auf sich warten.

  5. Die Antarktis wächst bereits seit Tagen recht rasant, dazu jetzt auch noch die Arktis zur „Unzeit“ -- Grönland friert auch wieder zu -- sieht klar nach Klimaerwärmung aus 😀

  6. Die Dänen und die Japaner verzeichnen auch seit einigen Tagen eine weitere Zunahme des arktischen Meereisausdehnung und Werte, die über denen der letzten Jahre liegen. Aber die Presse und die Klimaforscher, die groß posaunt haben, korrigieren nicht ihren „neuen Negativrekord“ vor Beginn der Schmelzsaison.

  7. In den letzten Jahren hat die Forschung doch gut herausgearbeitet, dass es eine Wechselwirkung zwischen der Vereisung von Arktis und der Antarktis gibt (Klimaschaukel). Insofern ist es relativ egal, ob in der Arktis mehr oder weniger Eis vorhanden ist. Diese ständigen Meldungen über Eisschmelze, Eisbärsterben usw. sind nichts als Alarmismus -- also Angstmache, damit für Klimaschutz abkassiert werden kannn -- ein Konjunkturprogramm der besonderen Art.

  8. Herr Krüger, wie dick ist denn Meereis welches nur wenige Tage Zeit hatte zu gefrieren? Dieses Meereis ist HAUCHDÜNN, es verschwindet also ebenso schnell wieder wie es gekommen ist! Anders ist das bei Minima der Meereisausdehnung. Diese richten sich ja nach der Ausdehnung des verbleibenden dauerhafteren und dickeren Meereises. Ihr Artikel ist also wieder ein voraussehbarer Rohrkrepierer, ebenso wie Ihr Februar-Kältebericht. Global war es im Februar 0,79 Grad zu warm (im Vergleich der Februarmittelwerte der Jahre 1951-1980).

    https://data.giss.nasa.gov/gistemp/maps/

  9. @Bernd/ Thorsten

    Sie werden wieder albern. Im Nordpolarmeer sind immer noch Eisbrecher unterwegs, da das Eis so dünn ist? Und hier in Bremen schneit es gerade wieder bei Temperaturen um Null. Am Montag sollen die Tiefstwerte auf -8°C fallen.

  10. PS

    Die Meereisausdehnung in der Arktis wächst aktuell noch weiter an:

    https://seaice.uni-bremen.de/data/amsr2/today/extent_n_running_mean_amsr2_previous.png

  11. Zu bemerken ist, dass das Meereis bestenfalls ein Indikator ist, das den Meeresspiegel jedoch nicht verändert. Wofür also ist es ein Indikator? Für den Klimawandel oder für das Wetter? Die aktuelle Anomalie ist eher dem Wetter ohne Klimarelevanz geschuldet. Das erscheint als hinreichend robuste Annahme.

  12. Nick Reimer Chefredakteur des Onlinemagazins „klimaretter.info“ schreibt bei ZEIT-ONLINE:

    Arktis im Winter: So wenig Eis war nie

    Deutschland bibbert, in der Arktis aber taut es: Nie gefror dort weniger Meereis als diesen Winter. Der Point of no Return? Die Entwicklung könnte schon unumkehrbar sein.

    Seit Beginn der Aufzeichnungen gab es im polaren Winter nie weniger Meereis am Polarkreis als in diesem Jahr. 2018 wird mit einem neuen Negativrekord in die Geschichte eingehen. Was hier geschieht, könnte bald alles durcheinanderbringen.

    Aktuell geht der Winter und die Meereiszunahme in der Arktis noch weiter.

  13. Dass die MSM Unsinn schreiben, ist doch mittlerweile ein Allgemeinwissen. Sie wundern sich nur, warum manche von ‚Lügenpresse‘ reden -- wo sie doch so sorgfältig recherchieren.

    Das ist doch nur ein Beispiel zum Thema Vertrauenswürdigkeit der Meldungen.

  14. Übrigens, der Artikel in der Zeit steht hier:
    http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-02/arktis-erderwaermung-klimawandel
    Die Falschangabe ist vielleicht daher, dass zum Zeitpunkt des Erscheinens der Sachverhalt noch so war. Aber das entschuldigt den Autor nicht, denn auch er sollte wissen, dass man den Tag nicht vor dem Abend loben soll. Und wer sich zu weit aus dem Fenster lehnt, fällt raus.

    Weiter wurde dann in den Kommentaren die Massebilanz der Antarktis kontrovers diskutiert. Der aktuelle Stand dazu ist wohl:

    https://www.cambridge.org/core/journals/journal-of-glaciology/article/mass-gains-of-the-antarctic-ice-sheet-exceed-losses/983F196E23C3A6E7908E5FB32EB42268

  15. Gemäß PIOMAS ist immer noch der Winter 2016/2017 derjenige mit dem geringsten Meereisvolumen.

    http://psc.apl.uw.edu/wordpress/wp-content/uploads/schweiger/ice_volume/BPIOMASIceVolumeAnomalyCurrentV2.1_CY.png

    Und das Meereisvolumen wächst dort bis Ende März.

  16. Die Meereisausdehnung hängt von vielen Einflüssen ab: El Nino, ENSO, PDO, AMO, NAO usw. Diese Einflüsse haben zum Teil auch lange Zeitkonstanten. Ich frage mich, was da kurzzeitige Rekorde wirklich aussagen. Ich betrachte das 12-Monate Gleitmittel der Summe der Meereis-Ausdehnung von Arktis und Antarktis. Für eine Ausgleichsrechnung verwende ich eine Parabel. Dann betrug die Meereis-Ausdehnung 197901-197912 4,63 % und 201703-201802 4,32% der Erdoberfläche. Die Meereis-Ausdehnung nimmt beschleunigt ab, allerdings in einem geringen Ausmaß. Interessant ist dass der El Nino 1998 einen geringen Einfluss auf die Meereis-Ausdehnung hatte, der El Nino 2016 aber einen sehr großen. Dies ist wohl auf die geringere Dicke des Meereises zurückzuführen.

  17. Die Amerikaner sind jetzt auch bei der arktischen Meereisausdehnung über den Werten von 2017.

    https://nsidc.org/arcticseaicenews/charctic-interactive-sea-ice-graph/

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