FDP: Gegenwind für die Windkraft

25. Februar 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Politik, Windkraft

WindNein, dies ist keine Werbung für eine bestimmte Partei. Aber die folgende Entwicklung scheint mir wichtig genug, um sie hier zur Diskussion zu stellen:

Hannover. Die Zahl der Bürgerinitiativen in Niedersachsen, die sich gegen den von der rot-grünen Landesregierung beabsichtigten massiven Ausbau der Windenergie engagieren, wächst. Der Generalsekretär der FDP Niedersachsen, Gero Hocker, hat zu einer Reihe von Vernetzungstreffen für die Bürgerinitiativen eingeladen. Erklärtes Ziel der vertretenen Bürgerinitiativen ist die Gründung eines niedersächsischen Dachverbands, der die Interessen der Bürgerinitiativen bündeln und den gemeinsamen Absichten größeres Gehör verschaffen soll. „Bislang findet die Diskussion über den Ausbau ohne jede Beteiligung der Betroffenen statt, die sich Sorgen um ihre Gesundheit, ihr Eigentum und die Verschandelung ihrer Heimat machen“, sagt Hocker.

An den bisherigen Treffen haben jeweils zwanzig bis dreißig Vertreter von Initiativen aus ganz Niedersachsen teilgenommen. Ziel dieser Treffen ist es gewesen, dass sich die Vertreter der einzelnen Initiativen über die Problemlagen bei sich vor Ort austauschen können, Sorgen an die Politik herantragen können und zu verfahrenstechnischen Fragen eine juristische Fachmeinung einholen können.

„Die Interessen der Bürger stehen beim Ausbau der Windenergie nicht im Fokus der Landesregierung. Eine echte Bürgerbeteiligung gibt es nicht. Wir Freien Demokraten wollen dabei helfen, den Betroffenen Gehör zu verschaffen“, erklärt Hocker. „Damit die Stimmen der einzelnen Bürgerinitiativen auch von der Landesregierung wahrgenommen werden, unterstützen wir sie dabei, einen Dachverband der Bürgerinitiativen zu gründen. Bei dem nächsten Treffen im März wird dieses Thema auf der Tagesordnung stehen“, führt Generalsekretär Hocker weiter aus.

Hier geht es zur Quelle: FDP Niedersachsen

Auf Gero Hockers eigener Webseite heißt es zudem:

[…] Hocker betonte, dass die  Energiewende unter diesen Umständen an mangelnder Akzeptanz scheitern wird. „So, wie das derzeit in Bund und Land angegangen wird, werden wir ab dem Jahr 2022 sprunghaft noch mehr Strom aus Frankreich, Tschechien und der Ukraine importieren, weil die erneuerbaren Energien die Grundlast nicht decken können. Das dann noch Energiewende zu nennen wird an Zynismus nicht mehr zu überbieten sein“, sagte der Abgeordnete.

Die FDP setzt sich dafür ein, dass statt der bisher doppelten oder dreifachen Höhe der Windenergieanlagen mindestens die zehnfache Nabenhöhe als Abstand vorgeschrieben wird. Bei 150 Metern Nabenhöhe ist das ein Abstand von 1.500 Metern.

Man weiß ja, woher das Wort „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ stammt (jedenfalls hoffe ich das). Schön zu sehen, wenn zumindest einige Politiker diesem Grundsatz auch bei der Energiewende nicht mehr folgen wollen.

 

 

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19 Kommentare
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  1. Die grüne Gehirnwäsche aller Parteien und Medien, hat leider schon flächendeckend gewirkt.Die Anwendung von Grundrechnungsarten wird nicht mehr vorgenommen. Selbst die angebliche Alternative für Deutschland hat das Gefährdungspotenzial der „Energiewende/Planwirtschaft/Ökoreleigion/Ökodiktatur“ nicht erkannt. Mit Euros gestartet, also mit Peanuts im Vergleich zu den realen volkswirtschaftlichen Verlusten durch die „Energiewende“. Die FDP, also einzelne Mitglieder, waren immer schon eher der Vernunft zugeneigt. Leider hat ein ehemaliger Außenminister einmal versucht mit einem Wahlsieg gleich übers Wasser zu gehen. Jetzt steht ihnen das Wasser bis zum Hals.
    In allen Parteien regt sich Widerstand gegen mainstream Unverstand. Immer mehr verstehen, daß sie einer Gehirwäsche aufsitzen. Nabenhöhe, Abstand, Lärm, alles Unfug.
    Strom geht so nicht.
    Nachts wird es dunkel,
    meist paßt der Wind nicht
    und Strom läßt sich nicht nennenswert speicher.
    Kernkraft Gen. IV ginge, dann wäre die Endlagerdrohung auch vom Tisch.
    Energie statt Endlager!
    Also Vernunftkraft gegen Gehirnwäsche, da könnten sich Parteien profilieren.

  2. Herr Heller,

    danke für den Hinweis. Ich bekenne, ich bin parteiisch, man möge mir trotzdem ein paar Anmerkungen gestatten.
    Die Freien Demokraten haben eine personelle und programmatische Bereinigung hinter sich. Das hat unter anderem zu einer klaren Haltung zu Energiewende/EEG, sowohl auf Landesebene (siehe oben, aber auch ein klares Papier aus Hessen dazu), als auch auf Bundesebene (wenn man die Beschlüsse des Präsidiums im Zeitverlauf zwischen Herbst 2013 und Dezember 2014 vergleicht, wird die Rückkehr der Vernunft offensichtlich) geführt.

    Auf kommunaler Ebene wird soweit es möglich ist, auch gegen unsinnige Windkraftprojekte gekämpft, man ist da aber (noch) von anderen Parteien alleinegelassen (zumindest bei uns ist die AfD noch nicht kommunal vertreten).

    Ich nehme die Diskussion über den massiven Ausbau auch als Graswurzelbewegung für eine Meinungsänderung in der Masse wahr. Da wo man sich mit dem Thema beschäftigt, sehen viele plötzlich die Widersprüche der Energiewende.

    Auch wenn sich bisher nur die kleinen Parteien AfD und Freie Demokraten in der Energiepolitik klar gegen die Bundestagsparteien positionieren, werden diese Stimmen bei kommenden Wahlen nicht zu überhören sein.

  3. Erst wenn sich die FDP als oberstes Ziel die Abschaffung des marktfeindlichen EEG auf die Fahne geschrieben hat, wird diese Partei wieder von mir wahrgenommen. Alles andere sind „nichtsaussagende“ Politikerfloskeln.

  4. Tja,

    leider nimmt man das Ganze der FDP inhaltlich nicht ab.

    Die FDP sieht eine Gruppierung (Windkraftgegner) die weitere Wählerstimmen in nennenswerter Größenordnung einbringen kann.

    Daher schwingt man sich zum „Sprachrohr“ auf und hofft auf das Kreuzchen der Vertretenen an passender Stelle.

    Man sollte aber nicht erwarten, dass die FDP auf politischer Ebene eine Position der Vernunft in Sachen Energiewende an den Tag legen wird.

  5. @Peeters, #4

    Gibt es, außer der Erfahrung mit dieser Partei vor dem Herbst 2013, irgendwelche Gründe, die für Ihre Annahmen sprechen? Die würden mich interessieren.

    @Hofmann, #3
    Die Einstufung als oberstes Ziel ist sicher Ansichtssache, Sie und ich sehen das sicher so, weil das unser Herzensthema ist. Ich denke das ist doch schon mal ein Anfang. Und als oberstes Ziel sollten die Freien Demokraten die Durchsetzung der sozialen Marktwirtschaft haben und dabei hat die Beendigung der energiewirtschaftlichen Planwirtschaft sicher eine hohe Priorität, wie man am verlinkten Beschluß sieht.

  6. Im letzten Bundestagswahlkampf hat die FDP noch von einer Quotenregelung für EE geschwafelt. Der Beschluss des FDP Bundesvorstands vom 09.12.2014 und die Aktion von Herrn Hocker hingegen machen durchaus wieder Hoffnung.
    Dieser Vorstandsbeschluss wäre es durchaus mal Wert, hier auf diesem Blogg näher betrachtet zu werden. Ein Satz daraus lautet:

    Nur eine effiziente Energiewirtschaft vermag sowohl die Konsequenzen des von der Mehrheit der Bürger gewollten Ausstiegs aus der Kernenergie zu kompensieren als auch die Herausforderungen der europäischen Klimapolitik zu meistern.

    Die Mehrheit der Bürger möchte vor allem günstigen Strom. Hierbei wird auch gerne die Kernenergie in kauf genommen.

  7. @Werner Schneider #6
    Die FDP braucht nur das EEG abschaffen und schon hätte die FDP wieder einen funktionierenden Energie-MARKT. Solange die FDP nicht erkennt, dass das EEG gegen die Marktwirtschaft und damit gegen die Gesellschaft massiv verstösst, solange ist noch keine Vernunft und Verstand in die FDP zurückgekehrt.

  8. @Hofmann #7
    Noch ein Satz aus dem FDP Beschluss:

    Erneuerbare Energien haben auf dem deutschen Strommarkt einen Anteil von über 25 Prozent. Damit hat das EEG sein Ziel, die Markteinführung erneuerbarer Energien, längst erreicht. Es ist allerhöchste Zeit, sie in den Wettbewerb zu entlassen und das EEG abzuschaffen

  9. Warum soll man etwas fördern, was aus eigener Kraft mittelfristig nie rentabel sein kann? Wir sind doch in einer Marktwirtschaft, wo marktrealistische Produkte das Sagen haben.

  10. Ja und auch für das Wattenmeer wäre es besser, wenn die Windkraft Gegenwind bekäme.

    Wie immer bei den NIE wie an Umweltschutz nicht gedacht.

    Hier der Link.

  11. http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article137970641/Macht-der-Infraschall-von-Windkraftanlagen-krank.html

    Das Thema „Risiken der Windkraft“ scheint etwas Fahrt aufzunehmen. Auch viele Kommentare sind lesenswert, auch wenn man sie seit 2 Tagen nur noch als „Registrierter“ bewerten kann.

    Die Vorsorgeprinzip -- Apologeten müssten doch schon bei dieser Datenlage einen sofortigen Ausstieg aus der Windkraft fordern.

    Auch die Provinz murrt:
    http://www.hna.de/lokales/hann-muenden/windkraft-mediziner-warnt-gesundheitsrisiken-4775777.html

  12. @Carola #9
    Das ist ja das fatale in der deutschen Energiewirtschaft…..hier hat nicht mehr die Marktgesellschaft als wir Bürger das Sagen, sondern der Staat schreibt uns per Gesetz (EEG,Energieeinsparzwang usw.) vor, was wir zu machen und was wir zu lassen haben. Und die meisten Skeptiker und Kritiker habe extrem was dagegen, wenn sich der Staat mit seiner Ideologie in unsere freie Marktgesellschaft = Marktwirtschaft von Nachfrage, Angebot, Wettbewerb und Insolvenz einmischt. Das EEG, der ESM sind nur einige Gesetzesbeispiele dafür, wie sich der Staat über unsere freien Köpfe hinweg setzt und sein eigenes Ding macht.
    Und dies zum Schluss immer zum Schaden der gesamten Gesellschaft. Der hohe Schuldenberg = Staatsverschuldung ist das Ergebnis einer marktfeindlichen und fehlgeschlagenen Volkswirtschaftspolitik.

  13. @Günter Heß #10
    Wenn diese See-Windräder so weiter vor sich hinrosten, dann wird es in 10 Jahren bald keine See-Windräder mehr geben. Und schon vorher werden diese See-Windräder aus statischen Gründen dann wohl schon mal vorsorglich ihren Betrieb einstellen müssen. Gefahr für Leib und Schifffahrt so zu sagen….

  14. Und schon vorher werden diese See-Windräder aus statischen Gründen dann wohl schon mal vorsorglich ihren Betrieb einstellen müssen.

    Als Ironie der Geschichte stehen die Dinger ja gottseidank schon da, wo man die Residuen historischer Irrtümer bereits zwei mal in der Vergangeneheit verklappt hat.

    Das nenne ich mal „vorausschauende Effizienz“ in der Entsorgung.

  15. @Günter Heß #10

    Der SPON-Artikel ist allerdings selbst beseelt von einem seltsamen Umweltschutz-Gedanken. Dass man da Aluminium oder Zink, das ins Meerwasser abgegeben wird, als giftig bezeichnet, ist schon etwas aberwitzig. Wenn das das einzige Problem mit den Windrädern in der Nordsee wäre, könnten wir uns glücklich schätzen.

    Allerdings sieht man bei solchen Berichten, wie den Ökos bei den „Erneuerbaren“ regelmäßig ihre eigenen Ansprüche auf die Füße fallen. Kein gramm unnatürliches Irgendwas in die ach so geliebte Natur… Vielleicht merkt der eine oder andere so irgendwann, dass an den EE doch nicht so alles Bio und sauber ist.

  16. @Rudolf Kipp #15

    Die Technik mit den Opferanoden wird ja in der Schifffahrt verwendet. Allerdings fahren die Schiffe und alles wird verdünnt.
    Aber schon da wird das bemängelt.
    Die Windmühlen stehen direkt im Wattenmeer und es regt sich kein Widerstand.

    Auch bei dieser Studie des Umweltbundesamtes findet sich der Begriff „Opferanode“ und die ökologischen Auswirkungen nur bei den Erdgas- und Ölplattformen, bei der Windenergie und ihren ökologischen Auswirkungen habe ich den Begriff nicht gefunden:

    Auch die Freisetzung von Schadstoffen durch Korrosionsanstriche, Ummantelungsmaterialien und Opferanoden an den Anlagen kann zur Anreicherung in marinen Nahrungsketten führen160. Die Anreicherung der Schad‐ stoffe kann u.U. Auswirkungen auf Fische haben, was sich gesellschaftlich wiederum auf die Ver‐ wertbarkeit und Vermarktung dieser auswirkt, allerdings von der Quantität abhängig und im Gegen‐ satz zur Schifffahrt auch räumlich eher begrenzt161 ist.

    Man findet dann auch folgenden Workshop

    mit folgenden Schlussfolgerungen:

    Im Zusammenhang mit der potentiellen Gefährdung von marinen Säugetieren durch die Er-richtung von Offshore-Windkraftanlagen sind die folgenden Punkte von besonderer Bedeu-tung:
    es kann durch den Bau von Offshore-Windkraftanlagenkomplexen zum Verlust der Habi-tate der Tiere kommen,
    die Auswirkungen akustischer Emissionen sind bisher nicht quantitativ beurteilbar,
    die Auswirkungen elektromagnetischer Felder sind bisher weder qualitativ noch quantitativbeurteilbar,
    in vielfacher Hinsicht besteht noch erheblicher Forschungsbedarf

    Das ist bei der Gentechnik längst alles beantwortet und zwar so, dass kein Risiko feststellbar ist.
    Bei der Windenergie weis man es nicht und trotzdem wird nicht protestiert.

  17. Und weil es so lustig ist.

    Guckst Du nach Dänemark

  18. #15 RK

    Dass man da Aluminium oder Zink, das ins Meerwasser abgegeben wird, als giftig bezeichnet, ist schon etwas aberwitzig.

    das man alu eine giftigkeit andichten will, geht schon ne weile so. is nur ein paar monate her, da wurde in den medien vor alu-dosen (oder warns dosen mit alu-beschichtung?) gewarnt, weil die ja so hoch giftig sind…

  19. #17

    Tja dann sind wir bald doch die Einzigen.
    Wir befinden uns im Jahre 2015 n.Chr. Ein von unbeugsamen Windmüllern bevölkertes Ländchen hört nicht auf, dem Eindringling Vorschub zu leisten. Frei nach Asterix

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