Feinstaubalarm: 31.12.2017-01.01.2018. Gesundheitsgefahr, bleiben Sie drinnen!

30. Dezember 2017 | Von | Kategorie: Blog, Daten, Erdöl, Klimawandel, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik

Silvester-Feinstaub

Das Umweltbundesamt teilt mit: In der Silvesternacht steigt die Belastung mit gesundheitsschädlichem Feinstaub explosionsartig an – am ersten Tag des neuen Jahres ist die Konzentration vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. In einer Silvesternacht sind das rund 5000 Tonnen, wie das Umweltbundesamt angibt. Das entspricht etwa 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr freigesetzten Feinstaubmenge. Oder 60 Tagen (bzw. zwei Monaten) Feinstaubbelastung durch den Verkehr, welche man sich an einem Tag zu Silvester aussetzt!

Das Einatmen von Feinstaub gefährdet die menschliche Gesundheit. Die Wirkungen reichen von vorübergehenden Beeinträchtigungen der Atemwege über einen erhöhten Medikamentenbedarf bei Asthmatikern bis zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen. Also gehen Sie zu Silvester besser nicht vor die Tür, insbesondere, wenn Sie gesundheitlich vorbelastet sind.

Wie schnell die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk abklingt, hängt vor allem von den Wetterverhältnissen ab. Kräftiger Wind hilft, die Schadstoffe rasch zu verteilen. Bei windschwachen Wettersituationen mit eingeschränktem vertikalen Luftaustausch verbleiben die Schadstoffe jedoch über viele Stunden in der Luft und reichern sich in den unteren Atmosphärenschichten an, teilt das UBA mit.

Zum Jahreswechsel 2016/2017 wurden 1860 µg/m³ um 1 Uhr in Leipzig gemessen. Aber auch in München und Nürnberg lagen die Konzentrationen über 1000 µg/m³. Der Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) im Tagesmittel, wurde also zu Silvester um das 20-35fache überschritten. Die höchste Konzentration durch den Verkehr betrug im Jahr 2017 176 µg/m³ im Tagesmittel. Zu Silvester wird dieser Wert um mehr als das 10fache überschritten. Das ist besonders gefährlich, da gerade hohe Konzentrationen zu gesundheitlichen Beschwerden führen können. Beispielsweise in der DDR sind etliche Kinder an Pseudokrupp und der zunehmenden Lunftverschmutzung gestorben.

Die Frage ist, wo sind all die Umweltschützer und Klimaschützer, wie Greenpeace, BUND, NABU, WWF, DUH, etc., die gegen die Feinstaubbelastung durch das Silvesterfeuerwerk demonstrieren und auf die Straße gehen, für Verbote von Großfeuerwerken? Oder Alternativen anbieten, wie platzende Luftballons aus Natur-Kautschuk, die durch LEDs, oder Lichtshows illuminiert werden? Z.B. mit wiederverwendbaren Star-Shower-Scheinwerfern. Mit 50 € wären Sie dabei. Gleichzeitig wären die Unfallgefahr und Brandgefahr durch explodierendes Feuerwerk und der ganze Müll, der durch Böller und Raketen verursacht wird gebannt. Haustiere und Wildtiere würden ebenfalls nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Offensichtlich ist das aber nicht erwünscht, da man kulturelle Ereignisse und Bräuche weiter in bekannter „Tradition“ feiern möchte und seinen Spaß haben möchte. Dem schließen sich sogar Moslems an, obwohl Silvester ein christliches Fest ist. Silvester wird am 31.12. gefeiert, dem Todestag von Papst Silvester. Silvester ist Schutzpatron der Haustiere und wird um eine gute Futterernte und ein gutes neues Jahr angerufen. Auch das Neujahresfest ist christlich. Schon um 700 n. Chr. war es in Rom üblich, den 1. Januar als Marienfest zu feiern. Heute feiern alle Silvester, konfessionsübergreifend, mit möglichst viel Lärm, Krach, Lichtexplosionen und Luftverschmutzung. Tags darauf wird dann wieder an den Feinstaub durch den Verkehr und die Dieselfahrzeuge gedacht und die Umweltschützer und Klimaschützer ziehen auf Demos wieder durch die Straßen.

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5 Kommentare
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  1. Am Besten nicht geboren werden, das Leben ist voller Gefahren und endet immer tödlich.

  2. Nach der gestrigen Meldung der Ober-Spaß-Verderber kaufte ich noch einmal Pyrotechnik nach. Ich werde knallen und schießen bis bei den moralinsauren Öko-Gurus die Heide wackelt. In meiner Jugend hatte ich kein Geld dafür, aber Kenntnisse in Chemie und Physik. Die „Feuerwerke“ machten schon beim Herstellen Spaß. Diese Kenntnisse wurden aber an heutigen Schulen bereits abtrainiert. Sollte mir morgen zuviel Feinstaub in die Lunge geraten, werde ich das mit 70 auch noch aushalten und mit Obstler „Klarspülen“.

  3. Die angaben des UBA beziehen sich offenbar auf den PM10 und der ist gesundheitlich auch im Straßenverkehr eigentlich nicht relevant. Denn erst ab einer Partikelgröße unter 2,5 sind diese Lungengängig. Aus dem PM10 ist aber nicht auf den PM2,5 zu schließen, sondern muss messtechnisch ermittelt werden. Warum das UBA aber weiter mit dem PM10 hausieren geht … könnte man versuchen, so zu erklären:

    1. Der PM10 lässt sich leichter ermitteln. Aber was nutzen Werte, die man zwar messen kann, aber nicht relevant sind?

    2. PM10 liefert drastisch höhere Werte: Das kann man leichter skandalisieren.

  4. Hallo, nun kommt was hier aus Belgien. Hat nix mit Feinstaub aber was mit Fahrverboten aufgrund von „dreckigen“ Dieselfahrzeugen zu tun. Diese fahrverbotsfreundliche Politik ist nicht typisch deutsch, sondern typisch eurokratisch.

    http://deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/nachrichten/1.2672435#

  5. Halbwegs zum Thema passend:
    Tod durch Schokolade

    I’ll tell you what you don’t get to see that often nowadays: Death by Chocolate.

    There was a time, not so long ago, when no dinner party was complete without a postprandial chuckle over the prospects of slumping dead into one’s pudding bowl. Now, sadly, Death by Chocolate has gone the way of Mississippi Mud Pie and Baked Alaska, never again to menace party-goers with fanciful threats that belie the delicious truth. It all seemed so jocular then.

    Postmoderne Wissenschaft 🙂

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