Freeman Dyson: Ein aktuelles Interview

7. April 2015 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Medien, Wissenschaft

Ich war 14, als man mir ein Buch von Freeman Dyson schenkte. Dadurch reifte der Entschluß, Physiker zu werden. Nun hat der große alte Mann aus Princeton erneut ein Interview zum Klimawandel gegeben. Man kann es sich als Video bei der Vancouver Sun ansehen.

The fact is that CO2 is so beneficial in other ways it would be crazy to try to reduce it.

Ja, so führt er gewohnt eloquent aus, am menschlichen Einfluß auf das Klima bestünde kein Zweifel. Aber den Glauben, hier handele es sich um eine Katastrophe, nennt er religiös motiviert. Denn weder könne man das Ausmaß der Veränderungen überblicken, noch dürfe man die positiven Folgen einer höheren Kohlendioxid-Konzentration in der Erdatmosphäre ausblenden.

Die Modellrechnungen, auf denen die Angst vor dem Klimawandel beruhe, seien zwar nützlich um das Klimasystem zu verstehen, aber nicht für Vorhersagen geeignet. Die Komplexität der Realität könne man niemals in einem Computermodell abbilden.

Worauf sein Optimismus beruhe, fragt ihn der Journalist am Ende des etwa zwanzig Minuten langen Gesprächs:

I grew up in the nineteen thirties and everything was so much worse then. That’s I think the primary reason why I am an Optimist.

Gilt das nicht für jeden von uns zu jeder Zeit? Freeman Dyson ist jetzt 91 Jahre alt. Aber das Nachdenken über die Zukunft bereitet ihm immer noch sichtlich Freude. Dies ist, was Wissenschaftler sein sollten. Rebellen für eine bessere Welt und nicht Advokaten der Angst.

Dyson

 

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44 Kommentare
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  1. Der alte Herr ist bestimmt ein großer

    Vordenker

    im Gegensatz zu ideologischen Dünnbrettbohreren.
    Die grünen

    Nachdenker

    kann er überleben, in meiner Familie wurden alle fast hundert.
    Für solche

    Vorbilder

    kann man nur dankbar sein.

  2. Mir ist die Dyson-Sphäre seit den frühen 1990ern bekannt. Bis vor kurzen dachte ich Dyson wäre schon längst tot, bin aber vor einigen Wochen auch auf das Interview bei youtube gestoßen. Schön, dass es noch Leute wie Dyson gibt.

  3. “ Dies ist, was Wissenschaftler sein sollten. Rebellen für eine bessere Welt und nicht Advokaten der Angst.“

    oder frei nach Vince Ebert.….

    In Wahrheit haben wir alle ziemlich Schiss, Fehler zu machen. Bestes Beispiel ist das in Deutschland so beliebte Vorsorgeprinzip, das da lautet: Wenn mit einer Technologie, einer wissenschaftlichen Erkenntnis oder einer beliebigen anderen Sache, irgendein denkbares Risiko verbunden sein könnte, sollte es niemals entwickelt, gebaut oder sonst wie benutzt werden: „Stammzellenforschung? -- zu unberechenbar” sagen die Kirchen. „Gentechnik? -- viel zu gefährlich!” sagt Greenpeace. „Fracking? -- Och nö heute nicht, ich hab’ Kopfschmerzen…” sagt meine Frau……

    Wer überall nur Risiken und Bedenken sieht, züchtet sich eine Gesellschaft von Angsthasen und Weicheiern heran.

    Und heute sitzen in Deutschland bei jedem Mini-Projekt 20 Controller und 50 Juristen, die jede mögliche Gefahr prüfen. Und eine Gleichstellungsbeauftragte sorgt dafür, dass alles politisch korrekt zugeht. Und so fliegst Du eben nicht auf den Mond. So fliegst Du nicht mal von Berlin irgendwohin.

    Klimaschutz, ist wie ein Placebo für Weicheier……dat Kondom für Eunuchen……oder die Geschwindigkeitsbegrenzung auf einer Ameisenstrasse……klingt wichtig, is aber irgendwie……bekloppt.
    Ups…..schnell meinen Rechtsverdreher konsultieren…..ob meine Vergleiche auch genug geschlechtsneutral sind, für diese unsere ausgeflippte Welt.

    Onkel Heinz……wo kommen bloß die vielen Fettnäpfchen her?

  4. Vor ein paar Jahren gab es auch ein Interview mit ihm auf Econ Talk:
    http://www.econtalk.org/archives/_featuring/freeman_dyson/

  5. @Heinz #3

    Und heute sitzen in Deutschland bei jedem Mini-Projekt 20 Controller und 50 Juristen, die jede mögliche Gefahr prüfen.

    Nun ja. Der Vince Ebert macht einen Witz. Deshalb musst Du es nicht auch noch glauben, auch wenn es in dein Weltbild passt. Das ist ja das fatale am Fernsehen, das Klischees so oft und solange wiederholt werden bis es jeder glaubt.
    Vor allem wenn sie ins Weltbild passen und für einen Lacher sorgen.
    Deshalb glauben alle die noch nicht im Ausland gelebt haben, Deutschland sei ein bürokratisches Land.
    Anscheinend auch der Vince Ebert.
    Ich hoffe mal für ihn er hat das nur für den Lacher gemacht.

    Das Gegenteil ist der Fall. Und das Projekte die Steuergelder ausgegeben geprüft werden müssen halte ich als Steuerzahler für sinnvoll. Als Projektleiter ärgere ich mich vielleicht über die „Bürokratie“.

  6. @Peter

    Dyson bringt schon lange ein paar Kernsätze auf den Punkt. Zum Beispiel, dass heutzutage in einigen Wissenschaften die Arbeit am Computer dominiert und nicht das Experiment oder die Feldarbeit.

    Das liegt auch daran, dass Examensarbeiten immer kürzer werden

    Über diese Aussage sollten meines Erachtens einige Wissenschaftszweige selbstkritisch nachdenken.

    Aber auch wichtige Anregungen für beide politischen Seiten der Debatte:

    Die Modellrechnungen, auf denen die Angst vor dem Klimawandel beruhe, seien zwar nützlich um das Klimasystem zu verstehen, aber nicht für Vorhersagen geeignet.

    Manchmal liest man Klimamodelle könnten das Klima in einer bestimmten Region in 2100 vorhersagen. Das ist nicht richtig.
    Denn niemand kann sicherstellen, dass ein Klimamodell das richtig tut.

    Aber manchmal liest man ja auch, dass Klimamodelle zu gar nichts nütze sind. Das ist eben auch falsch.

    Oder:

    Ja, so führt er gewohnt eloquent aus, am menschlichen Einfluß auf das Klima bestünde kein Zweifel.

    Denn manchmal liest man eine niedrige CO2 Konzentrationserhöhung könnte gar keinen Einfluss aufs Klima haben. Auch das ist falsch.

  7. @ Günter:

    Ja, ich weise natürlich mit Hintergedanken auf Dyson hin. Er ist aus meiner Sicht ein „echter“, aus wissenschaftlichem Antrieb motivierter Skeptiker und eben nicht jemand, der sich mit dem Begriff schmückt, obwohl er in Wahrheit nur ein Alarmist der „anderen Seite“ ist.

    Quentin hat glaube ich für letztere mal den Begriff „Pseudoskeptiker“ geprägt. Sehr passend.

    Dyson zeigt in dem Interview die aus meiner Sicht zielführende Argumentationslinie auf. Man beachte dazu auch, daß er am Ende auf Lomborg verweist, von dem er scheinbar viel hält. Auch so ein „echter“ Skeptiker, der unter dem Blickwinkel der Ökonomie sehr klug und differenziert argumentiert.

  8. @Günter…#5
    Nun ja……bei uns in der Energiewirtschaft geht nix mehr ohne Jurist…Dank stündlich ändernde Gesetzgebung werden schon heute Lehrgänge angeboten, wo das Gestz noch nich einmal in Sack und Tüten ist.
    Wer vor ein paar Jahren massiv „smarte Zähler“ eingebaut hat, steht heute vor dem Scherbenhaufen einer Fehlinvestition….weil die Kommunikationsstandarts noch unklar waren.

    Gesetze sind so Wischiwaschi formuliert, das erst ein Gericht entscheiden muss…..welche Sichtweise denn nun gültig ist….und Wochen später, wird das Gesetz schon wieder geändert.
    Ohne Gefährdungsbeurteilung, Gefahrstoffverordnung und Dienstanweisung ……darfste heute nich mal mehr gefahrlos aufs Kackhaus gehen…….externe Sicherheitsberater verdienen sich am Vorschriftenwahn der EU…..ne richtig goldene Nase….Unfallverhtungsvorschriften, die auch zu DDR Zeiten Sinn gemacht haben……sind heute Schall und Rauch und kein fachlicher Vorgesetzter ist heute noch in der Lage, sämtliche Vorschriften, Regeln, Dienstanweisungen, Umweltschutzrichtlinien und allerlei sonstiges Zeuch, das sich bei mir in 3 Aktenschränken stapelt…….zu kennen.
    Monatlich kriege ich (teuer erkaufte ) Aktualisierungen, wo man schon fürs Lesen ein paar Tage braucht.

    Mein Arbeitsleben besteht praktisch zu 75% aus Bürokratie……..samt Amtikorruptionsrichtlinen, Controller….Rechtsanwälte, maulende Kunden, bisweilen penibel agierenden Behörden, Emissions-Zertifizierer, die Ihrerseits ihren EU-Zertifizierer mitbringen……u.s.w.
    Kann sein, das in nordeuropäischen Ländern der Irrsinn noch ein Stück weiter gediehen ist (Finnland und Atomkraftwerk)….hat doch der gute Vince, in allen Punkten recht.

    Naja…..ich hab mich als Vorgesetzer damit abgefunden, mit einem Bein im Knast zu stehen…..Berufsrisiko, am Ende kann ich mich eventuell noch mit Burn out rausreden…….wenn der Staatsanwalt doch etwas gefunden hat, um mir einen reinzuwürgen.
    Und ja, Du hast recht…….Deutschland ist die rosarote Wolke, die die Welt schon morgen retten wird.
    H.E.

  9. @Heinz

    Nun ja……bei uns in der Energiewirtschaft geht nix mehr ohne Jurist

    Selbstverständlich braucht man in der Wirtschaft Juristen.

    Ohne Gefährdungsbeurteilung, Gefahrstoffverordnung und Dienstanweisung ……darfste heute nich mal mehr gefahrlos aufs Kackhaus gehen…….externe Sicherheitsberater verdienen sich am Vorschriftenwahn der EU…..ne richtig goldene Nase….Unfallverhtungsvorschriften, die auch zu DDR Zeiten Sinn gemacht haben……sind heute Schall und Rauch und kein fachlicher Vorgesetzter ist heute noch in der Lage, sämtliche Vorschriften, Regeln, Dienstanweisungen, Umweltschutzrichtlinien und allerlei sonstiges Zeuch, das sich bei mir in 3 Aktenschränken stapelt…….zu kennen.

    Und das ist auch gut so, deshalb kann man bei uns sicher arbeiten und die Umwelt ist sauber. Da ist die Bundesrepublik deutlich besser als die DDR. Auch das REACH -- Geste und die Gafahrstoffverordnung sind sinnvoll. Gefährdungsbeurteilung ist eine tolle Sache, weil man selbst den Arbeitsplatz beurteilen kann und eben nicht zentral ein Geste gemacht wird von Leuten die vor Ort nicht Bescheid wissen. Eine tolle Sache.

    Mein Arbeitsleben besteht praktisch zu 75% aus Bürokratie……..samt Amtikorruptionsrichtlinen, Controller….Rechtsanwälte, maulende Kunden, bisweilen penibel agierenden Behörden, Emissions-Zertifizierer, die Ihrerseits ihren EU-Zertifizierer mitbringen……u.s.w.

    Gut dass wir das haben. Mein Eindruck ist, dass Du wenn wir das nicht hätten über die Abwesenheit maulen würdest.
    Maulende Kunden gehören immer zum Geschäft. Ein Controller sollte schon über die Zahlen schauen. Ein Rechtsanwalt die Verträge lesen, etc.

    Mal wieder alles schlecht reden, oder?

    Naja…..ich hab mich als Vorgesetzer damit abgefunden, mit einem Bein im Knast zu stehen…..Berufsrisiko, am Ende kann ich mich eventuell noch mit Burn out rausreden…….wenn der Staatsanwalt doch etwas gefunden hat, um mir einen reinzuwürgen.

    Da verdienst Du sicher auch mehr Geld als andere? Es ist Verantwortung die bei der Führungskraft bezahlt wird.

  10. @Günter Heß #9
    Ob REACH nun für jeden ein Segen ist, steht sicher noch dahin. Sie haben aber sicher Recht, daß solch Datenbasen enorm hilfreich sein können. Aber sicher hat auch Herr Eng recht, dass sie schnell mal über das Ziel hinausschießen. Da ist dann sicher eine Satire ala Vince Ebert ganz hilfreich. Ein schönes Beispiel hatte Tichy letztens mit einem EU-Text über die Pizza Napoletana. An sonsten gebe ich ihnen aber Recht. Ich bin zwar erst in den 50gern des vorigen Jahrhjunderts aufgewachsen, aber auch hier in Deutschland ist fast alles besser geworden. Aufs und Abs in unterschiedlichen Gebieten gibt es immer.

  11. Also da stehe ich aber auf der Seite von Heinz (und Vince Ebert). Deutschland hat eine funktionierende Verwaltung, die vor allem Rechtssicherheit schafft, das ist richtig. Aber in sehr vielen Bereichen ist dieses Land einfach überreguliert. Und dadurch entsteht das genaue Gegenteil: Statt Möglichkeiten zu eröffnen, werden sie blockiert.

  12. Ich kann da Heinz ganz gut verstehen. In jedem Fachgebiet stapeln sich die unsinnigsten Dinge und niemand , so denke ich, kann hier pauschal über alle Gebiete bescheid wissen und denken alles ist in wohlgeformter und wohldosierter Ordnung. Da ich auf einem Gebiet tätig bin, wo das „Vorsorgeprinzip“ allerhöchste Prirorität hat, können einem oft die Haare zu Berge stehen. Aber so lange der Steuerzahler auch für die unsinnigsten Maßnahmen aufkommen muss wird sich die Situation nicht ändern, eher noch verschärfen. Da helfen auch keine DDR Vergleiche oder Rätselraten über Gehälter von mauligen Vorgesetzten die alles scheinbar schlecht reden oder einfach nur genervt sind.
    So ist eben auch die „Gefährdungsbeurteilung“ eine tolle Sache wenn man sie mit dem „Vorsorgeprinzip“ totschlagen kann. Eine tolle Sache, so einfach, bequem und niemand muss sich mit Sachfragen auseinandersetzen. Wenn dann noch EU-Richtlinien dazukommen ist das noch bequemer. Frei jeder Sachkompetenz werden Dinge auf ganz vielen Gebieten verabschiedet die großen Schaden anrichten.
    Vielleicht lebe ich auch nur in einem ganz anderen Deutschland oder leide an unhaltbarer Realitätsverirrung.

  13. @Peter
    Das mit dem überreguliert ist leicht dahingesagt. Ich sehe das nicht. Projekte kann man zum Beispiel mit dem BMBF
    sehr effizient abwickeln, verglichen mit amerikanischen Projekten und EU Projekten.
    Die haben beim BMBF auch ein offenes Ohr für konstruktive Kritik und helfen bei Grenzfällen unbürokratisch.
    Das mach mal in den USA.
    Auch Arbeitssicherheit ist in Deutschland sehr selbständig und unbürokratisch organisiert und dadurch wird ein
    Hohes Niveau erreicht.
    Mich stört einfach dieses pauschale Klischee und Jammern ohne ein konkretes Beispiel. Das stimmt irgendwie immer, glaubt auch jeder,
    Hilft aber niemanden.
    So ähnlich wie immer über den Benzinpreis gejammert wird.
    Es gibt wohl kaum ein Land auf der Welt in dem die Bürger sich so schlecht reden wie Deutschland.

  14. @Günter
    Gefahrstoffverordnung……janz geiles Ding…..da ham wa sogar unser Spüli mit aufgenommen….ist ja echtes Teufelszeug.
    Rechtsanwalt….ja ne is klar, wenn man wieder mal gegen die Bundesnetzagentur klagen muss, weil die uns so toll den Hals zuschnürt….janz normal, wenn die Medien/grüne Möchtegernexperten den Kunden Müll erzählen, der dann zu uns kommt und auf die Kagge haut……weil er ja da was gehört hat……macht echt Spass…..und ab und zu muss auch da dann der Rechtsverdreher ran.
    Heeh….ich hab sogar ne Gefährdungsbeurteilung für meinen Hammer und die Schraubenzieher…..fehlt bloss noch der Aufdruck auf meiner persönlichen Kaffeetasse……Vorsicht heiß……und dann noch die Umweltfuzzis, die alle Nase lang die Gesetze verschärfen und meine Firma ein Haufen Geld in die Hand nehmen muss…..um den neuesten Schwachsinn in die Tat umzusetzen.
    Ick könnte Dir Sachen erzählen, da würde selbst Dir Gemütsmensch der Hut hoch gehen……aber ich darf hier nicht, sonst bin ick völlig am Arsch.

    Ich wills mal so sagen……einfach in der Garage wat erfinden und in 3 Jahren Milliardär werden…….geht wohl nur bei den Amis…..in Deutschland steht die Berufsgenossenschaft vor der Tür, solltest Du Deinen Kumpel mal eben als Hilfskraft einstellen….ach ja….MIndestlohn nich vergessen, der Zoll lauert an jeder Ecke……mal sehen, was die neue Betriebsstättenverordnung bringen wird……die Angestellten in den U-Bahn-Läden freuen sich schon aufs Fenster im Pausenraum.

    Joo…..jede Menge sinnvolle Gesetze zum Schutz des Arbeitnehmers, der Umwelt und Tante Hilde……und noch mehr Gesetze…..deren Sinn kein normaler Mensch mehr versteht, ausser er ist…….Rechtsanwalt.

    Wie olle Vince schon sagt…..der Deutsche hat Schiss vor Fehlern……und am Besten macht man dann keine Fehler, wenn man die Finger tunlichst von der Arbeit lässt.
    Kleiner Tip, Du solltest Dir den GANZEN Text von Vince durchlesen, bevor Du bei mir die Haare in der Suppe suchst.

    In Wahrheit haben das Vorsorgeprinzip und das damit verbundene Konzept der Nachhaltigkeit einen entscheidenden Schwachpunkt. Da sich beide Konzepte ausschließlich auf Risikovermeidung, Reduzierung und Verzicht konzentrieren, können sie keine Rezepte und Ideen liefern, wie man mit man mit unabwendbaren Katastrophen und unberechenbaren Ereignissen umgehen soll. Was ist, wenn bestimmte Dinge eben nicht mehr verhinderbar sind? Man kann bei einem Auto, das mit voller Geschwindigkeit auf einen Abgrund zurast, natürlich auf die Bremse drücken und es dadurch verlangsamen. Aber man kann sich auch mit der Tatsache abfinden und auf dem Weg zum Abgrund Flügel für das Fahrzeug entwickeln.

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/i_have_a_plan

    H.E.

  15. @Heinz #14

    einfach in der Garage wat erfinden und in 3 Jahren Milliardär werden

    In DE geht das schon mal deshalb nicht, weil in Garagen nur Motorfahrzeuge stehen dürfen, oder so ähnlich. Mal eben seine Möbel unterstellen und das Auto auf der Straße parken ist in Hessen meines Wissens schlecht möglich.
    Absatz 3
    Dann kannste ja mal versuchen zu erfinden 😀 -- musste halt im Auto sitzen, aber Motor aus !

  16. @Heinz PS
    Guck mal hier 😀 passt prima !

  17. Was die Regulierungen anbelangt haben sowohl Peter als auch Günter Recht, eine allgemeine Aussage darüber lässt sich kaum treffen. Zum einen haben wir tatsächlich ein Problem, wenn unser öffentliches Leben immer mehr mit Verboten und Geboten bestimmt wird. Das viel zitierte Rauchverbot mal nur so als Beispiel. Oder auch nur die Gebote, zum Beispiel in der Sprache, wie sich politisch korrekt gesprochen wird.

    Kürzlich wurden hier in BW die Schulen angewiesen, die Kinder während der Sonnenfinsternis nicht aus der Schule zu lassen. Zwei von meinen hatten gerade während dieser Sonnenfinsternis Schulaus. Die Lehrer durften sie nicht gehen lassen, nur wenn die Eltern sie im Klassenraum abgeholt haben.

    Den Menschen werden eine Fülle von Gefahren vorgegaukelt, mit denen sie aber ganz gut klar kommen, nach eigener privater Gefahreneinschätzung. Doch das wird denen nicht mehr zugetraut, was eine Überregulierung zur Folge hat und die Freiheit sich auch Gefahren auszusetzen immer mehr beschneidet. Jede Regelung hat für sich genommen schon was sinnhaftes, doch in der gefühlten Summe, kann man den Eindruck bekommen, unsere Gesellschaft läuft auf eine Versichertengesellschaft hinaus. Als Vater wird man schon schräg angeschaut, wenn man stolz darauf ist, wie die eigenen Bälger auf die Bäume klettern. Was da alles passieren kann?

    Ich hatte vor zwei Jahren mal »Risiko und Freiheit« dazu geschrieben.

    Diese Regeln, die überall neu entstehen und die Freiheit bedrohen, sind aber was anderes wie die Bürokratisierung. Manchmal kann man es nicht trennen, oder die Thematik überschneidet sich, aber es ist eigentlich nicht das Gleiche. Und dann lohnt schon mal ein Blick über den Tellerrand hinaus. Wenn ich zum Beispiel daran denke, was meine Frau für einen Hindernislauf durch die Behörden auf den Philippinen hinter sich hatte, als sie nur einen kleinen Sari-Sari-Store mit Karaoke auf den Philippinen eröffnen wollte, dann weiß man schon was ineffiziente Bürokratie ist. Auf der anderen Seite, kümmern sich dort auch Viele gar nicht drum, und machen einfach. Geht auch, und die entsprechenden Behördenvertreten kommen sowieso nur zum kontrollieren, wenn sie wissen, dass was zu holen ist. Am besten für die eigene Tasche.

  18. @Krishna….# 15/16

    Joo, sowas in der Art dachte ich mir schon……Reichsgaragenordnung (1939)……samt Denunzianten und einer lustigen Justiz….in Deutschland geht so einiges, wenn man seinen Nachbarn/Mitbewerber fertig machen will.
    Hab eben einen schönen Spruch gefunden……

    Wie sich die Menschen manipulieren lassen

    Um zu erklären, warum sich die Menschen in Deutschland die „Energiewende“ von ihrer politischen Führung aufzwingen lassen, kann man aber auch auf den Zoologen und Verhaltensforscher Irenus Eibl-Eibesfeldt zurückgreifen, der dies herausgefunden hat: „Ich kann im Hirn des Menschen über Indoktrination und dauernde Belehrung Strukturen aufbauen, die diese Menschen gegen ihre Eigeninteressen und gegen die Interessen ihrer Gemeinschaft handeln lassen.“ Nicht manipuliert, aber trotzdem nicht bei Verstand sind auch die (subventionierten) Profiteure der Merkelschen Energiewende-Politik, denn sie wirken daran mit, die deutsche Wirtschaft und das Land zu ruinieren.

    http://kpkrause.de/2015/04/06/die-dummheit-der-deutschen/

    So…..und nun versuch ich es mit Autosuggestion……..Deutschland ist schön……Deutschland ist nett…….Deutschland ist xyz……..und das ganze 1000 mal hintereinander aufgesagt, dürfte dann endlich den bekloppten Pittbull zum Schaf mutieren lassen.

    Onkel Heinz ……….Ommmmm

  19. http://www.familie-ahlers.de/cartoons/cartoons178.jpg

  20. Deutschland aber nicht nur Deutschland ist überreguliert. Wer sich einmal die Außenwirtschaftsverordnung von Deutschland, der EU und den USA vorgenommen hat, der weis, was Bürokratie bedeutet und wohin diese uns führen wird. Um überhaupt noch wirtschaftlich in der Welt unter dieser Außenwirtschaftsverordnung unterwegs zu sein, muss man schon dazu übergehen einige Vorschriften zu missachten bzw. kann man schon lange nichts mehr mit Sicherheit Ein- bzw. Ausführen.
    Bei jeder kleinsten Schraube, die ins Land eingeführt wird, muss darauf geschaut werden, wer da alles seine Hand drauf hat. Herkunftsnachweise, Zertifizierungsnachweise usw. usw. Und wehe, der Ami ist in dieser Prozesskette irgendwie involviert, dann ist das gesamte Produkt auf einmal ein Amiprodukt. In der It-Branche oder bei Airbus hat man ja diesbezüglich schon Erfahrungen sammeln können.
    Neben dem Außenwirtschaftsrecht, gibt es dann auch noch das jeweilige Steuerrecht oder Umweltrecht oder oder …..
    Bürokratie pur, die sich nicht nur selbst ernährt, sondern sich auch immer mehr vermehrt.
    Wir können ja mal die Entwicklung bei China beobachten..ich wette jetzt schon, um so mehr China an Wirtschaft-Wohlstand gewinnt um so mehr wird die Bürokratie zunehmen und dann wird der Zeitpunkt kommen (wie in der EU und USA), dass die Bürokratie den Wirtschaftsaufschwung immer mehr abwürgt.
    Produktivität und Wertschöpfung werden mit immer mehr Vorschriften erstickt. Die Bürokratie nimmt den Platz der Produktivitä/Kreativität ein und dadurch wird die Wertschöpfung gegen Null gedrückt. Heutige Vorschriften sind mehr und mehr dazu gedacht um etwas zu verhindern und nicht um etwas neues und bessers zu schaffen.

  21. #9 GH

    Ohne Gefährdungsbeurteilung, Gefahrstoffverordnung und Dienstanweisung ……darfste heute nich mal mehr gefahrlos aufs Kackhaus gehen…….externe Sicherheitsberater verdienen sich am Vorschriftenwahn der EU…..ne richtig goldene Nase….Unfallverhtungsvorschriften, die auch zu DDR Zeiten Sinn gemacht haben……sind heute Schall und Rauch und kein fachlicher Vorgesetzter ist heute noch in der Lage, sämtliche Vorschriften, Regeln, Dienstanweisungen, Umweltschutzrichtlinien und allerlei sonstiges Zeuch, das sich bei mir in 3 Aktenschränken stapelt…….zu kennen.

    Und das ist auch gut so, deshalb kann man bei uns sicher arbeiten und die Umwelt ist sauber.

    öhm, nö… das ist nicht gut so!
    es gibt fälle, da steigen die kosten wie wahnsinnig und das ohne grund.

    ein bsp:
    es gibt nen fall, da wurden im rahmen des arbeitsschutzes leitern verboten. sprich, sämtliche arbeiten die eine leiter erfordern, müssen mit (roll-)gerüsten erledigt werden. dummerweise sollten da auch mal paar kalbel in einer kabeltrasse neu verlegt werden. da rollgerüste nicht möglich waren (alle paar meter gabs nen überstieg über paar rohrleitungen) sind die gerüstbaukosten auf ca. das 3fache der geplanten kosten gestiegen… und da rede ich von einem hohen 6-stelligen eurobetrag.

    Gefährdungsbeurteilung ist eine tolle Sache, weil man selbst den Arbeitsplatz beurteilen kann und eben nicht zentral ein Geste gemacht wird von Leuten die vor Ort nicht Bescheid wissen. Eine tolle Sache.

    grundsätzlich richtig, nur leider nicht in echt.
    gefährdungsbeurteilung bedeutet nur, das deine werkstatt mit betriebsanweisungen zugepflastert wird und sich keine sau für interessiert.
    gesunder menschenverstand in verbindung mit einer guten ausbildung hilft da mehr.

    Mal wieder alles schlecht reden, oder?

    heinze redet da nix schlecht, leider.

    Da verdienst Du sicher auch mehr Geld als andere? Es ist Verantwortung die bei der Führungskraft bezahlt wird.

    verdienst und bezahlung sind wie apfel und kuh 😉
    ***
    #13 GH

    Auch Arbeitssicherheit ist in Deutschland sehr selbständig und unbürokratisch organisiert und dadurch wird ein Hohes Niveau erreicht.

    haha
    in echt geht es teilweise soweit, das dich die arbeitsschutzvorschriften am arbeiten hindern ohne das eine konkrete gefahr besteht.
    bei uns gilt eigtl die pflicht beinheunfälle zu melden und i zweifel die arbeit einzustellen.
    dies hat aber zur folge, das zb bei viel zu groß abgesperrten bereichen kein finger mehr gerührt werden kann. würde ich mich daran halten, wäre nicht nur ich meinen job los sondern auch meine kollegen für die ich verantwortlich bin.
    also mache ich mich schlau, denke darüber nach was passieren kann und entscheide dann. unabhängig von der vorschrift, einfach damit man mal zum arbeiten kommt. und wenns bisl grenzwertig wird mach ich mir dann sogar selber die finger schmutzig, einfach damit ich von betroffen bin wenns schief geht und nicht meine kollegen.

    ich hab vor paar jahren in berlin ma 3h mit warten zugebracht, bis ein kollege in einen 3m tiefen schacht runter klettern durfte. da musste erst ein dreibein aufgebaut werden damit sich der kollege mit fallschutz sichern konnter. er könnte ja zu blöd sein ne leiter zu benutzen…

  22. @michael m #21
    Ich denke mal, Herr Heß kommt aus der theoretischen Abteilung, oft leiden die Praktiker unter den Auswüchsen der Theoretiker, weil die nicht wissen, wie es in der Praxis praktisch zugeht.
    Übrigens lassen sich Zeitverzögerungen wegen solcher Gesetzesänderungen (keine Leitern, dafür Gerüste, Leihkosten für letztere etc) kalkulatorisch im Vorfeld kompensieren da diese Vorkehrungen ja bei jedem Gewerk für jeden Anbieter vergleichbar sind. Muß halt in der Planung entsprechend berücksichtigt werden und die Praktiker „vor Ort“ mit in die Planung einbezogen werden -- das klappt halt nicht allein vom Zeichentisch aus. Diese „Theoretiker“ glauben auch gern, sie wüssten alles. 😀

  23. @Krishna Gans #22
    Woher wissen sie denn was ich mache?
    Arbeitssicherheit gehört mit zu meinen Aufgaben. Ich habe also genug praktische Erfahrung neben einer guten theoretischen Ausbildung bei der Berufsgenossenschaft (BG).
    In einem Betrieb oder in einem Bereich in dem einem erzählt wird Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen sind unnötige Bürokratie und führen zu Ineffizienz ist meistens etwas faul, denn es ist eine faule Ausrede. Das ist so meine Erfahrung. Meistens ist dann auch der Rest der Prozesse diesem Betrieb oder in diesem Bereich ineffizient organisiert.
    Das liegt oft daran, dass die Ausbildung der Führungskräfte im Bereich Arbeitssicherheit fehlt, obwohl diese Ausbildung bei der BG kostenlos zu bekommen ist. Deren Schulungszentren sind exzellent mit guten Referenten.
    Man braucht beides Praxiserfahrung und die theoretische Ausbildung.
    Fehlt die Ausbildung dann reagieren einige Führungskräfte damit, dass sie wie gelähmt sind durch die Vorschriften und die anderen damit, dass sie über die Bürokratie jammern.
    Gute und effiziente Betriebe und Bereiche legen deshalb meiner Meinung nach sehr viel Wert auf Arbeitsicherheit und die Umsetzung der Vorgaben des durchaus brauchbaren Arbeitsschutzgesetzes das ja aufgrund des positiven Lobbyismus der BG zustande gekommen ist.
    Sie legen aber vor Allem Wert darauf, dass ihre Führungskräfte im Bereich Arbeitssicherheit gut ausgebildet sind.

    Im Sinne von Freeman Dyson: „Rebell für eine bessere Welt“, empfehle ich darüber nachzudenken wie man das Arbeitssicherheitsgesetz im eigenen Bereich effizient anwenden kann, anstatt zu jammern es wäre Bürokratie. Ich bin optimistisch, dass dann auch andere Prozesse effizienter werden.

    Im Grunde ist das das gleiche was Dyson und Lomborg den Wissenschaftlern ins Stammbuch schreiben. Jammert nicht, dass sich das Klima wandelt, aufgrund des Einflusses des Menschen, sondern arbeitet daran den Wohlstand der Menschen zu verbessern und die Folgen von Extremwetterereignissen zu verringern indem Schutzmassnahmen verstärkt werden oder entsprechende Vorkehrungen getroffen werden.

    Stattdessen scheint es mir, dass immer mehr Arbeitsgruppen entstehen die berechnen wie das Klima werden könnte und welche Folgen es geben könnte. Aber nichts genaues weis man nicht.

    Nun ja, je mehr es davon gibt, desto wahrscheinlicher wird es dass im Nachhinein eine davon Recht gehabt haben wird.

  24. #23
    Das die BG kostenlos ist können Sie einem Fachmann aus der Wirtschaft nicht erzählen. Die Schulung mag eventuell kostenlos sein, aber die BG ist es mit Sicherheit nicht!
    Beispiel für Überregulierung:
    Beinahe Unfälle

    Gruß
    Steinzeit

  25. ad 23
    Die Beiträge zu BG sind immens und werden in den Overheadkosten mit verpreist.
    Das macht die Produkte nicht günstiger im Vergleich zum internationalen Wettbewerb.
    Und hier die Schulungen als kostenlos anzupreisen hat ein Geschmäckle.
    Aber nun gut die BG macht das Arbeiten sicherer und das muss vor Rendite stehen.
    Ist die Rendite aber schon ausgelutscht— ja was nun. Davor wird die Auto-Zulieferer Industrie in den nächsten Jahren stehen und da wird jede Stellschraube gesucht werden.

    Gruß
    Steinzeit

  26. @Günter
    Is ja witzschisch……vor meinen heutigen Posten war ich jahrelang Sicherheitsbeauftragter….und bin fein artig, regelmäßig zu den Lehrgängen gefahren. Inzwischen sind die BG zu zahnlosen Tigern verkommen……reine Versicherungsanstalten, die auch genauso agieren, wie Allianz und co……..und wenn dann mal einer von denen kontrollieren kommt, ist jedes zweite Wort von Ihm……Staatsanwalt……und wehe die Belehrungen sind nicht regelmäßig, die Unterlagen unvollständig, und, und, und.

    Tja…..und durch die ständigen Fusionen der BG´s…….wir Energiefuzzis ham jetzt auch Textil dabei…..geht Kompetenz verloren und BG-Regelwerk ist abgestuft zu „Empfehlungen“……..und beim Amt für Arbeitssicherheit wird auch kräftig Personal gespart……weil man lieber die Steuerknete den Umweltfuzzis in den Rachen wirft.

    Währenddessen wird das harmonisierte Regelwerk immer unüberschaubarer…..bekloppter……nervtötender, am Ende muss man auf den gesunden Menschenverstand der Mitarbeiter appeliern, damit sie im Tran nich doch noch ein Unfall bauen.

    Andere Frage, wann warst Du das letzte mal bei der BG um Dich theoretische Schuhbesohlen zu lassen?

    MfG
    Heinz Eng

  27. @Steinchen
    Joo……beim Kassieren sind die BG´s Weltspitze……und wehe dem, das Geld kommt nicht regelmäßig….dann steht ganz schnell der Gerichtsvollzieher vor der Firmentür.
    H.E.

  28. @Steinzeit

    Die Schulung ist kostenlos.
    Beiträge muss man zahlen.
    sie schreiben:

    Beispiel für Überregulierung:
    Beinahe Unfälle

    Da sieht man, dass sie vermutlich nicht aus der Praxis wirklich gefährlicher Prozesse kommen.
    In Bereichen wie Goldgalvanik mit Cyaniden, Dotierung von Halbleitern durch Ionenimplantation, Laserschutz, aber auch Gabelstapler und Sägen oder Pressen ist das Melden von Beinaheunfällen das A und O, um die Arbeitssicherheit in einem Betrieb zu verbessern.
    Da wollen sie nicht wirklich auf einen echten Unfall warten.

    Es gibt aus der Praxis sehr gute Gründe Beinaheunfälle zu entdecken und zu melden.

  29. @Heinz #26

    Ich weiß nicht wie Du das machst. Ich komme mit den Leuten von der BG wunderbar klar, schicke Leute hin und lade die auch regelmäßig ein, um uns schulen zu lassen. Ich bespreche vorher mit denen welche Themen ich im Schwerpunkt habe und was sie in den Fokus nehmen sollen. Man muss sich ein bisschen kümmern, denen vorher den Betrieb zeigen, mit den Mitarbeitern sprechen lassen, damit die nicht an den konkreten Problemen im Betrieb vorbeireden. Sprich man muss die Führung übernehmen und darf nicht so sehr nur Konsument sein.Wir schicken auch die Azubis schon hin. Das lohnt sich.

    Letztes Jahr war einer da für 2 Tage. Das ist effizient, da kannst Du deine ganze Mannschaft schulen lassen und Probleme aus der praktischen Umsetzung von Arbeitssicherheitsmassnahmen besprechen und die Prozesse verbessern.

    Das Geld ist mit den Beiträgen ja schon bezahlt. Kann ich nur empfehlen.

  30. Da sieht man, dass sie vermutlich nicht aus der Praxis wirklich gefährlicher Prozesse kommen.

    Da sieht man nicht jeder Ansatz kann über alle Gewerke gestülpt werden.
    Was bei Ihren brisanten Prozessen Sinn macht gilt eben nicht universell. Und kann in anderen Gewerken zum Papiertiger mutieren.
    Aber nun ist gut! Halten wir uns an die Aussage: Arbeitssicherheit geht vor Rendite!
    Das durchzuhalten wird schon ne menge Kraft kosten.

    Gruß
    Steinzeit

  31. @Günter
    Nun ja…..mein Personal ist stark begrenz……Sparmassnahmen (nennt sich Anreizregulierung)…..und nebenbei muss ich den laufenden Betrieb aufrecht erhalten, da fällt es schon von vornherein aus, das meine Mannschaft mal 2 Tage faul rumsitzt und sich das Gesabbel der BG an zu hören…….Gott sei Dank sind wenigstens die erste Hilfe Lehrgänge auf 1 Tag verkürzt worden….so das die Mitarbeiter nicht zu lange wech sind.

    Große Firmen können sich ja noch hauptberufliche Sicherheitsfuzzis leisten…..bei uns verdient sich ein externer Sicherheitsmensch dumm und dämlich……und am Ende, wenn großflächig der Strom ausgefallen ist, wirds schwer….für jede Tätigkeit, die nicht Standart ist……mal eben eine Gefährdungsbeurteilung zu schreiben…..da muss improvisiert werden, bevor die einheimische Bevölkerung auf die Barrikaden geht.

    Grau is alle Theorie…..wenn ick mit meinen TÜV-Menschen quatsche, erzählt der Dinger, da geht Dir der Hut hoch…besonders bei den so verehrten „Mittelstand“……weil die einfach nicht das Geld haben um den ganzen Schwachsinn umzusetzen.

    Fallschutzgurte ham ein Ablaufdatum…..egal ab benutzt oder noch original verpackt…….wenn die Zeit um ist, darf ich die wegwerfen und für Teuer Geld neue kaufen……..so siehts in der Praxis aus.
    H.E.

  32. @Steinzeit

    Was bei Ihren brisanten Prozessen Sinn macht gilt eben nicht universell. Und kann in anderen Gewerken zum Papiertiger mutieren.

    Genau diese Anpassungsmöglichkeit gibt ihnen aber das Arbeitsschutzgesetz. Es liegt an jedem Betrieb selbst das eigenverantwortlich zu adaptieren. Dafür sind Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen da. Die werden ja nicht vom Gesetzgeber erstellt, sondern von jedem Betrieb selbst mit dem Sicherheitsingenieur und Beratung der BG wenn gewünscht. Ich empfinde das Arbeitsschutzgesetz als vernünftiger Rahmen in dem ich selbstverantwortlich meine Prozesse gestalten kann.

    Aber nun ist gut! Halten wir uns an die Aussage: Arbeitssicherheit geht vor Rendite!Das durchzuhalten wird schon ne menge Kraft kosten.

    Im konkreten Fall ja. Sie können nicht Mitarbeiter gefährden, um Rendite zu machen.

    Wollen sie in einem Betrieb arbeiten der Rendite auf Kosten der Arbeitssicherheit macht?
    Ich nicht, gibt es nicht mit mir.

    Für mich wäre das zurück in die Steinzeit. Sorry, das war zu verlockend.

  33. Wollen sie in einem Betrieb arbeiten der Rendite auf Kosten der Arbeitssicherheit macht?
    Ich nicht, gibt es nicht mit mir.

    Ich wünsche Ihnen die nötige Kraft dazu!
    Und Ideen die Rendite über Produktivität zu steigern.

    Gruß
    Steinzeit

  34. #23 GH

    In einem Betrieb oder in einem Bereich in dem einem erzählt wird Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen sind unnötige Bürokratie und führen zu Ineffizienz ist meistens etwas faul, denn es ist eine faule Ausrede.

    mit verlaub, aber mit dieser aussage zeigen sie, das sie ein theoretiker sind.
    es spricht nix gegen einen vernünftigen arbeitsschutz, aber dieser muss vernünftig und an die realen bedingungen angepasst sein.
    und ihre begründung, das die ursache eine faule ausrede ist, ist nix anderes als eine faule ausrede… 😉

    Im Sinne von Freeman Dyson: “Rebell für eine bessere Welt”, empfehle ich darüber nachzudenken wie man das Arbeitssicherheitsgesetz im eigenen Bereich effizient anwenden kann, anstatt zu jammern es wäre Bürokratie.

    ich praktiziere dies, in meiner funktion als projektleiter sinngemäß so:
    * ich gucke mir die vorschriften und die realität an
    * dann stelle ich in aller regel fest, das einige vorschriften bullshit sind, sprich nicht praktikabel
    * es wird dann einfach gemacht, auch wenn es die vorschriften nicht zulassen
    * ich habe damit die arbeitsfähigkeit sichergestellt

    ps: es gab, bis auf kleinigkeiten, welche auch durch die einhaltung der arbeitsschutzvorschriften nicht verhindert werden hätten können, noch keinen arbeitsunfall der auf die, durch mich zu verantwortende, aufweichung der vorschriften zurückzuführen ist.

    #28

    ist das Melden von Beinaheunfällen das A und O, um die Arbeitssicherheit in einem Betrieb zu verbessern.

    hach, in dieser welt würde ich auch gern leben.
    in letzter konsequenz bedeuten das konzept der ‚beinaheunfälle‘, das man die arbeit wegen eines zu groß abgesperrten bereiches einstellen muss und damit einige kiloeuro ’schaden‘ entstehen.

    bei einem meiner auftraggeber muss man ne arbeitsschutzbrille aufsetzen wenn man mittags in die kanine will!!!

    heinze triffts eigtl auf den pkt.:

    Grau is alle Theorie…..

    eine sicherheitsnadel, die sich noch ni im leben in dem aufgabengebiet, welches verantwortet wird, die finger schmutzig gemacht hat, ist nur ein witz und die nehme ich auch nicht ernst.

    #30

    Aber nun ist gut! Halten wir uns an die Aussage: Arbeitssicherheit geht vor Rendite!

    diese aussage ist einfach nur falsch.
    denn falsch verstandener arbeitsschutz behindert das arbeiten und damit die zwingend notwendige rendite.
    punkt.

  35. nachtrag zu #34
    wer folgende aussage unterstützt:

    Arbeitssicherheit geht vor Rendite!

    kann nicht glaubwürdig gegen das vorsorgeprinzip argumentiern 😉

  36. nachtrag 2 zu #34

    ps: es gab, bis auf kleinigkeiten, welche auch durch die einhaltung der arbeitsschutzvorschriften nicht verhindert werden hätten können, noch keinen arbeitsunfall der auf die, durch mich zu verantwortende, aufweichung der vorschriften zurückzuführen ist.

    war falsch formuliert.

    es sollte heißen:

    ps: es gab, bis auf kleinigkeiten, welche auch durch die einhaltung der arbeitsschutzvorschriften nicht verhindert werden konnten noch keinen arbeitsunfall der auf die, durch mich zu verantwortende, aufweichung der vorschriften zurückzuführen ist.

    ***
    so, da es nun immer noch sehr spät ist: gute nacht 🙂

    ps: gibets garkeine vorschaufunktion der beiträge mehr?

  37. Ok, wir sind uns alle einig, das der Schutz des Werktätigen vor Verunfallung oberste Priorität hat, denn allein der Gedanke daran, das ein Mitarbeiter im Dienst sein Leben verlieren könnte, ist schon grausam genug.

    Blöderweise ist der Arbeitsschutz nur ein kleiner Teilaspekt im Bürokratenkarussell……denn Dank Frau Nahles ham wir ja nun die nächste Kacke am Hals,….speziell als „Auftraggeber“…….der jetzt für die Mindestlohndingensbummens seiner Auftragnehmer, deren Sub-…..und deren Subunternehmen verantwortlich ist.

    Ich hab bis heute keine Ahnung, wie das funktionieren soll….vor allem, wenn während des Baus erfordelich wird, andere Sub-Unternehmen zu binden, die bei der Ausschreibung noch nicht erwartbar waren….gibbet da nun auch schon Zertifikate….oder behördlich abgesegnete Zettel, die besagen, das Firma XYZ ihren Lohnsklaven den Mindestlohn zahlen….oder muss ich persönlich zu dieser Firma um mir die Lohnzettel der letzten 10 Jahre anzugucken?

    Wer mit Tiefbau zu tun hat….kennt es……die Archäologen…..und wehe, die finden wat, wat irgendwie alt aussieht….dann is Baustop…..und die Buddelflinks mit Schippchen und Pinselchen….bezahlt natürlich der Auftraggeber und glaubt mir, die lassen sich vieeel Zeit, und unser Planung und die Kosten sind dann Makulatur….und oh weh….wehe man trifft auf kontaminierten Boden….dann lernt man erstmal richtitsch, was der gemeine Bürokrat an fiesen Auflagen im Aktenschrank parat hält.

    Für mich jedenfalls ist dat Desaster um den neuen Flughafen in Schönefeld…….nix weiter als die konsequente Weiterführung dessen, was mir hier im Kleinen schon blüht…..plus unfähigen Planern und laienhaften Aufsichträten.

    Onkel Heinz……und noch sooo weit bis zu Rente, heul

  38. diese aussage ist einfach nur falsch

    Das die Aussage falsch ist, ist einfach nur falsch.
    Ihnen ist schon bewusst dass bei der aktuellen Fertigungstiefe in der z.B. Automobilindustrie jeden Menge Einzelteile aus Ländern bezogen werden die nicht unsere Vorstellung des Arbeitsschutzes umsetzen.
    Und ich will hier nicht einmal die Textilindustrie, Chemie&Pharma etc. miteinbeziehen.
    Und gerade beim Lieferantensourcing wird bzgl. des Arbeitschutzes nicht nur ein Auge zugedrückt.
    Oft ist nur der Preis das entscheidende Merkmal.
    Deshalb meine Aussage: Arbeitsschutz vor Rendite.
    Das durchzuhalten wird schwer genug.

    Gruß
    Steinzeit

  39. Der Arbeitsschutz scheint mir kein geeignetes Beispiel für ausufernde Bürokratie.

    Ich denke da mehr an den Mindestlohn, die Frauenquote, an Gleichstellungsgedöns -- aber auch an das Steuerrecht, die Straßenverkehrsordnung, an Bebauungs- und Nutzungspläne usw. usf.

  40. @Peter

    Genau. Aber ein gutes Beispiel wie man es machen sollte meines Erachtens.
    So wie das Dyson den Klimaforschern ins Stammbuch schreibt. geht ins Feld und beobachtet. Messt also erstmal die Wolkenbedeckung und die Sonneneinstrahlung genau bevor ihr am Computer Schlüsse zieht.

    Wenn man Gesetze machen will die nicht in Bürokratie ausarten muss man eben vor Ort gehen, konstruktiv mit den Lobbyisten aus allen politischen Lagern zusammenarbeiten und einen Rahmen schaffen der Raum für Lernen, Korrektur und Fehlerbeseitigung lässt.

    Die von Dir angebrachten Beispiele waren nicht der Auslöser der Diskussion, sondern Industrieprojekte und Arbeitssicherheit. Und da ist meine Erfahrung, dass diese Bereiche eben gerade keine Beispiele für ausufernde Bürokratie sind. Zu mindestens nicht in meiner täglichen Arbeit in solchen Projekten, mit Projektträgern, dem BMBF und mit der Arbeitssicherheit.

    Im Gegenteil, ich bekomme dadurch viele wertvolle Anregungen wie man Projekte erfolgreich umsetzt. Die sind schon ganz gut im BMBF und bei den Projektträgern, teilweise hat man Referenten mit exzellentem Erfahrungsschatz. Und wie immer menschelt es auch.

    Es ist schon wichtig meines Erachtens, dass wenn man die ausufernde Bürokratie beklagt, dass man nicht in das Muster verfällt alles schlecht zu reden, sondern konkrete Beispiele benennt. Sonst ist man da wo die Klimawandeldiskussion ist. Im Grunde ist der Klimawandel an allem Schuld.

  41. @Steinzeit

    Ihnen ist schon bewusst dass bei der aktuellen Fertigungstiefe in der z.B. Automobilindustrie jeden Menge Einzelteile aus Ländern bezogen werden die nicht unsere Vorstellung des Arbeitsschutzes umsetzen.

    Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Die Automobilindustrie führt schon weltweit Lieferantenaudits durch und nimmt Einfluß darauf, dass diese Bedingungen sich verbessern. Den Auditoren der Automobilindustrie ist sehr wohl bewusst, dass eine Firma die beim Arbeitsschutz aus Kostengründen die Regeln missachtet, auch unzuverlässig in der Qualität ist und da aus Kostengründen die Regeln verletzt. Gerade die Automobilindustrie achtet deshalb darauf, dass die Betriebsanweisungen da sind, auch wenn ein Land gar kein Arbeitssicherheitsgesetz hätte.

    Das gehört schon zusammen.

  42. Lächle
    Lieferantenbaudits habe ich mehr als 2 Jahrzente durchgeführt.

    Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Die Automobilindustrie führt schon weltweit Lieferantenaudits durch und nimmt Einfluß darauf, dass diese Bedingungen sich verbessern. Den Auditoren der Automobilindustrie ist sehr wohl bewusst, dass eine Firma die beim Arbeitsschutz aus Kostengründen die Regeln missachtet, auch unzuverlässig in der Qualität ist und da aus Kostengründen die Regeln verletzt. Gerade die Automobilindustrie achtet deshalb darauf, dass die Betriebsanweisungen da sind, auch wenn ein Land gar kein Arbeitssicherheitsgesetz hätte.

    Haben Sie schonmal in Asien ein Audit durchgeführt? Kennen Sie das CCC Audit der Chinesen?
    Wir können nur hoffen mit unserem Auftreten in diesen Ländern den Menschen (Arbeiter) zu helfen.
    Aber eine Gewähr haben wir nicht. Ich kann Ihnen garnicht die Anzahl der Audits nennen, bei denen nicht eine Frage zu Arbeitssicherheit oder Betriebsanweisungen gestellt wurde.
    Das bestimmende Merkmal ist der Preis.
    Aber danke für Ihre Zuversicht und die Idee wir machen es jeden Tag ein bisschen besser…

    Gruß
    Steinzeit

  43. @Steinzeit

    Haben Sie schonmal in Asien ein Audit durchgeführt?

    Natürlich, mehrfach sonst hätte ich es nicht geschrieben.
    Natürlich gibt es keine Gewähr.
    Nichtsdestotrotz ist es eben keine unnötige Bürokratie, sondern sinnvoll.

    Wenn sie Audits nach TS 16949 oder ISO 9001 durchgeführt haben, haben sie dann auf den Preis geschaut und den Lieferanten durchgewunken?

    Meiner Erinnerung nach ist Arbeitssicherheit der eigenen Mitarbeiter und Massnahmen dazu diese zu verbessern im Bereich Produktsicherheit mit dabei.

    Wenn Auditoren das nicht prüfen finde ich das schade.

  44. #43
    Sie haben schon zertifiziert?
    ISO TS16949 hat mit Arbeitssicherheit nichts am Hut. Die paar allgemeine Fragen können Sie doch nicht im Ernst meinen.
    Und selbst dann wenn der Lieferant durch das Audit rasselt und auch im Nachaudit, Liefern darf er trotzdem. Er wird, wie so schön heißt „qualifiziert“. Das macht dann der Lieferantenmanager des OEM oder eines großen Mittelständlers.
    Als externer Zertifizierer 1000 mal schon so erlebt. Das ist die Praxis.
    Auf wiedersehen.
    Grüße
    Steinzeit

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