Früher Wintereinbruch und Schneefall in vielen Teilen der Welt
15. Oktober 2009 | Von Rudolf Kipp | Kategorie: BlogDeutschland
Wintereinbruch sorgt für Chaos
In den Alpen ist der Winter eingekehrt. Auf der 2962 Meter hohen Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg, wurde am Dienstag eine Schneehöhe von 70 Zentimetern gemessen. Im Flachland sorgte der Wintereinbruch teilweise für Chaos auf den Straßen.
Schneetreiben verursacht Massenunfall auf A 20
.
.
Österreich
Der Winter zieht mit Rekorden ein
So viel Schnee im Oktober gab es österreichweit seit 25 Jahren nicht mehr. Nicht nur in der Steiermark setzten heftige Schneefälle und eisiger Wind dem überdurchschnittlich warmen Spätherbst ein jähes Ende. In den Bergen Salzburgs liegen bis zu 75 Zentimeter Schnee, in Tirol wurde wegen dem Wintereinbruch die erste Lawinenwarnung der Saison ausgegeben.
Früher Schnee, aber warmer Winter
Angesichts der für diese Jahreszeit außergewöhnlich starken Schneefälle mag man es kaum glauben: Der kommende Winter soll eher mild ausfallen. Darauf deuten Langzeit-Prognosen hin.
In der Tat, man mag es kaum glauben…
Polen
Poland pelted by snow, hail and rain
Central Europe hit by heavy snow
Montenegro

Norwegen
Metering station at Røros Airport registered the night minus 13.9 degrees. Dette er den laveste temperaturen som noen gang er målt på Røros så tidlig i oktober. This is the lowest temperature ever measured in Røros so early in October.
USA
Early start to winter ≈20% of USA is covered in snow already

Mammoth Mointain (Kalifornien)
Mammoth is opening Friday, Oct 16, 2009! 2nd earliest opening EVER!
Kanada
Record cold, early snow grip Prairies on Thanksgiving
Temperatures dropped to –16.1 C in Calgary early Monday, breaking the day’s previous record, from 1928, by about three degrees.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=tAddgwBUABM[/youtube]
Und noch etwas verspäteter Schnee in Australien:
Snow falling in Victorian highlands





Da ist sie wieder, die Klimaerwärmung. Versteckt sich wieder hinterhältig hinter zu frühem Schnee und Eis, sogar hinter zu spätem Schnee.
Ein paar Rekorde sind dabei auch in Deutschland gepurzelt. Besonders im Westen und Süden des Landes wurden Mitte Oktober bisher so niedrige Temperaturen gemessen: Köln, Freiburg, Düsseldorf, Brocken, Feldberg, Wendelstein…, um nur einige zu nennen. Den kältesten jemals gemessenen Wert im Oktober hält fortan die Zugspitze mit Minus 18,1°C.
Ursache dieser Kältewelle ist -wie bereits bei den warmen Temperaturen der Vorwoche- eine ausgeprägte meridionale Strömung, welche auf der einen Seite warme Luft nach Norden, auf der anderen Kaltluft weit nach Süden führt. Eine überwiegend negative NAO führt schon seit 2007 immer wieder abwechselnd zu Warm- und Kaltlufteinbrüchen, während die typischen Westwetterlagen seltener geworden sind.
Da sich das ganze entsprechend auch in den USA abspielt gehen doch so einige AGWisten “baden”, die sich schon auf einen Super-El Niño gefreut haben, der wie man eben an der Wetterentwicklung in den USA sehen kann, ein Schläfchen hält. Die Sonnen”aktivität” gibt eben nichts her, was einen El Niño so richtig in Fahrt bringen könnte.
@Wetterfrosch @Krishna Gans
Laut Prof. Rahmstorf mittelt sich das aber alles raus. Ist ja nur Wetter.
Mit freundlichen Grüßen
Günter Heß
@Wetterfrosch
Ergänzung zu meiner Nr. 4
Prof. Rahmstorf schrieb in der Klimalounge. In guter Näherung mitteln sich veränderte Wetterlagen heraus. Ich verstehe nicht, wie das in einem nichtlinearen System funktioniert, denn eine Veränderung der Wetterlagen, können ja die Albedo nachhaltig ändern und dann Wirken doch die berühmten Feedbacks.
Mit freundlichen Grüßen
Günter Heß
Ergänzung:
Hier ist eine Seite mit einigen Bildern vom Schnee in Europa:
Europe’s 1st snowfall of season
Lieber Günter Hess,
es ist ja schon mal bemerkenswert, dass Herr SR die “veränderten Wetterlagen” erwähnt.
Nu mal Butter bei die Fische, meinen sie, dass insbesondere die Veränderung der Durchmischung der Atmosphäre und Wolken/ Schneealbedo da ein Wort mitsprechen?
Ja? Hmm. Ich auch.
@Wetterfrosch
Lieber Wetterfrosch,
Ich denke vor allem, wenn man weder die absolute Wolkenbedeckung, noch die räumliche Wolkenverteilung in einem Betrachtungszeitraum kennt, kann man prinzipiell nicht sagen wieviel Energie das Erdsystem in diesem Zeitraum aufgenommen hat und auch nicht auf eine Größenordnung fürs “Radiative Forcing” einer speziellen Komponente schließen. Laut Nasa Giss Daten schmilzt das Eis in der Arktis seit den 50er Jahren. Die Temperatur steigt aber erst stärker in den 80ern. Wer kann denn dann in einem nichtlinearen System eindeutig die Ursache zuordnen. Wenn also eine Veränderung der Zirkulation erst das Eis schmilzt, bleibt die Temperatur noch konstant und steigt danach. Aber das ist auch nur Spekulation, genau wie die CO2 Hypothese. Übrigens beobachtet das Earthshine Projekt und das ISCCP eine abnehmende Albedo in den 80ern und 90ern. Das entsprechende “radiative forcing” entspricht etwa 0.3K -- 1K. Albedo steigt wieder seit Anfang 2000. Können Sie mir sagen, warum das nie erwähnt oder zitiert wird? Selbstverständlich ist CO2 eine Möglichkeit/Hypothese, aber es gibt auch andere Hypothesen die ähnlich wahrscheinlich sind. Aber die Konsensuswisssenschaft hat sich anscheinend eingeschossen.
Mit freundlichen Grüßen
Günter Heß
@Günter Hess
Laut NPI, Norwegisches Polarinstitut und WWF geht das Eis seit ca. 150 Jahren zurück.
ACSYS Historical Ice Chart Archive
Polareis schmilzt schon seit 150 Jahren -- WWF rekonstruiert Klimawandel in der Arktis
@ Günter Heß
Ich stimme ihnen voll und ganz zu, was die Strahlungsflüsse betrifft. Auf Grund der chaotischen räumlich-zeitlichen Verteilung der Ereignisse ist prinzipiell nichts über die tatsächlichen Flüsse bekannt. Das bei der Mittelung der Temperaturen vs. Strahlungsgleichgewicht metaphysikalische Wege beschritten werden, habe ich ja schon mit einem Beispiel für “Jedermann” auf Ökologismus gezeigt.Freilich bin ich kein Fachmann… aber zu so viel Mathe reicht’s gerade.
Bei den Temperaturen der Arktis sollte man trennen in “über Eis” und “über Wasser”.
Über dem Eis kühlt die Luft schnell aus, und es bildet sich die bekannte Inversion, welche den weiteren Energieaustausch eher dämpft. In sofern liegen sie natürlich richtig. Deshalb verharrt die Temperatur in geringer Höhe auch wenig über Null.
Das folgende sind eigene Überlegungen zum Thema nach der Sichtung der Paper, die einem so unter die Augen fallen:
Die im Mittel steigenden Temperaturen der Arktis dürften vielmehr direkt korrelieren mit dem Rückgang der Eisfläche, da von (n) Stationen immer mehr nicht über Eis, sondern über Wasser / Boden messen. Die Temperaturen sind dann nicht nicht Ursache, sondern überwiegend Folge der Schmelze. Freilich lässt sich so eine Ei-Henne-Beziehung nur schwer aufdröseln.
Einmal vor 150 Jahren in Bewegung gesetzt (Erwärmung von außen) verstärkt sich dieser Prozess selbst, so lange keine Abkühlung von außen einwirkt.
Gehen wir mal hypothetisch von dem überwiegenden Einfluss der Sonne aus, erklärt das trotz gleichbleibender oder sogar leicht sinkender Aktivität den Anstieg der mittleren Temperaturen.
Aus diesen Gründen bezweifle ich auch, dass es gravierender anderer Faktoren als der Erwärmung nach der kleinen Eiszeit und den Oszillationen der NAO/AO bedarf.
Mit zurückgehenden Meerestemperaturen und damit steigender Bewölkung dürfte es allerdings damit vorbei sein.
“Albedo steigt wieder seit Anfang 2000. Können Sie mir sagen, warum das nie erwähnt oder zitiert wird?”
Lieber Herr Heß, sie stellen ihre Fragen sehr vorsichtig. Es drängt sich wie so oft auf, dass die Tatsache der (noch nicht restlos geklärten) Änderungen der Wolkenbedeckung der Schlüssel zu den natürlichen Klimaänderungen ist.
Mit den beobachteten deutlichen Veränderungen von Wolkenbedeckung und Zirkulation kommt man jetzt in Erklärungsnot. Deshalb enden viele Public- Daten auch in diesem Zeitraum. Man kann die Wahrheit verschleiern, verstecken, verzögern. Verhindern kann man sie nicht.
MfG Wetterfrosch
@Wetterfrosch
Sie schreiben:
„
Deshalb hat SR auf meinen letzten Beitrag in der Klimalounge vielleicht auch nicht mehr geantwortet.
Denn sowohl
IPCC AR 4 Chapter 3 S. 278:
Als auch Dieter Notz in:
http://www.wissenslogs.de/…2/ende-des-schmelzens
„
Diese experimentellen Befunde zeigen, dass Wetterlagen aufaddiert Energie zuführen können. Wie lange es dauert bis sich das zu Null mittelt, wissen wir schlichtweg nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Günter Heß
Hallo Herr Kipp,
falls sie diesen Artikel haben:
Recent changes in a remote Arctic lake are unique within the past 200,000 years
PNAS published online before print October 19, 2009, doi:10.1073/pnas.0907094106
könnten Sie mir den an meine private Email Adresse schicken?
Mit freundlichen Grüßen
Günter heß
@ Günter Heß
Die E-Mail ist unterwegs.