Gauck spricht vor der Öko-Lobby von Wachstum und Fortschritt

6. Juni 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energiewende, Kommentare, Politik

Gastbeitrag von Michael Miersch

Journalisten lieben Texteinstiege mit einer symbolischen Szene. Mir wurde eine solche heute gleich beim Eintreten in den Park des Schlosses Bellevue serviert. Dort trifft sich zwei Tage lang die Elite des deutschen Umweltschutzes. Daimler, Deutsche Bank, Lufthansa und 197 andere Ökobetriebe haben im Schlossgarten ihre Zelte aufgebaut, um zu zeigen, wie sie den Planeten retten. Als ich also durch die Sicherheitskontrolle gehe, kommt mir ein Fuchs entgegen. Das schmale Tier im kurzen Sommerpelz ist von dem Geschehen im Park offensichtlich genervt. Diese Metapher kann ich mir nicht verkneifen: Die Öko-Industrie kommt, die Natur geht.

Die Feier beim Bundespräsidenten zur Woche der Umwelt hat sich trotz dieses Jahrmarkts der grünen Lobby und Subventions-Abzocker gelohnt. Schon wegen der Rede von Gauck. Es war eine der vernünftigsten Ansprachen zu diesem Thema, die ich von einem Politiker bisher gehört habe. Keine apokalyptischen Szenarien, keine kitschige Öko-Prosa, dafür ein paar Sätze, die dem Publikum im Halse stecken blieben. Ein Aufruf, auch mit Umwelt- und Klimafragen vernünftig und sachlich umzugehen.

Gauck bezeichnete die „Energiewende“ als „ein ehrgeiziges Projekt, das sich Deutschland als führende Industrienation vorgenommen hat.“ Er fuhr fort: „Es wird uns nicht gelingen allein mit planwirtschaftlichen Verordnungen. Schon gar nicht mit einem Übermaß an Subventionen…Es gibt keinen besseren Nährboden für neue Ideen und Problemlösungen als eine offene Gesellschaft mit offenen Märkten und freiem Wettbewerb … Marktwirtschaftliche, wachstumsfreundliche Umweltpolitik heißt für mich, dass Kosten für Umweltbelastungen und Umweltrisiken den Verursachern in Rechung gestellt werden und nicht den Steuerzahlern.“

Auch folgender Satz wird vielen Zuhörern nicht sonderlich gefallen haben: „Nachhaltigkeit bedeutet nicht Beschränkung oder Verzicht, sondern Verantwortung und Vernunft.“ Gauck schloss seine Ansprache mit einem Aufruf zum „nachhaltigen Fortschritt“.

Bemerkenswert auch, dass er bei einer Aufzählung derer, die für eine bessere Umwelt gebraucht werden „Wissenschaftler und Ingenieure“ an erste Stelle setzte. Das Thema „Klima“ tauchte im hinteren Teil der Rede kurz auf, mit einem erstaunlich vorsichtigen Satz: „Führende Klimaforscher warnen, dass eine folgenschwere Erderwärmung kaum mehr zu bremsen ist.“

Vermutlich lag dieser zurückhaltende Hinweis auf das Klima nicht nur daran, dass die Menschen im Schlosspark bei 12 Grad Mittagstemperatur im Juni froren und teilweise in Daunenjacken gekleidet waren.

Noch vor einem Jahr war der Klima-Sound im Berliner Polit-Sprech ein ganz anderer. Da hieß es unentwegt „DIE Klimaforscher“ oder sogar „DIE Klimaforschung“ lasse „keinen Zweifel“, dass die große Erwärmung komme. Jetzt sind es nur noch die „führenden Klimaforscher“, die „warnen“. Ein diplomatischer Rückzug vom Allparteien-Dogma.

Interessant auch, dass Hubert Weinzierl (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) in seiner Rede ebenfalls nicht das Klimathema in den Mittelpunkt rückte, wie noch vor Kurzem bei solchen Veranstaltungen üblich. Er erwähnte es lediglich in einer Reihe von vier großen globalen Problemen. Die anderen waren Ressourceneffizienz, Naturverlust und die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung.

Das riecht nach einem Abschied vom Klima als beherrschendem Öko-Thema. Ein Schelm, wer dabei daran denkt, dass Deutschland bei der Energieversorgung nun wieder vermehrt auf fossile Brennstoffe setzt, da der hastige Atomausstieg keine andere Wahl lässt.

Die Wiese hinter dem englischen Rasen, auf dem man feierte, ist übrigens sehr schön und reich an Wildblumen. Übermorgen wird sich auch der Fuchs wieder dorthin zurück trauen. Vielleicht findet er noch ein paar Zipfel von der Öko-Currywurst.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf der Achse des Guten.

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

82 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Michael Miersch hat meines Erachtens eine wirklich treffende Analyse der Rede von Gauck vorgenommen. Entscheidend ist wohl tatsächlich, dass Gauck betont, freier Wettbewerb und freie Märkte sowie offene Gesellschaften sind die eigentlichen „Problemlöser“. Und das ziehlt m.E. eindeutig in Richtung wachsender planwirtschaftlicher Strukturen im Energiesektor. Alles andere, wie das obligatorische Klimagedöns, mußte wohl sein, ist aber als „schmückendes“ Beiwerk zu betrachten. Diese Rede dürfte aber auch Rösler neuen Auftrieb geben.

    Das riecht nach einem Abschied vom Klima als beherrschendem Öko-Thema. Ein Schelm, wer dabei daran denkt, dass Deutschland bei der Energieversorgung nun wieder vermehrt auf fossile Brennstoffe setzt, da der hastige Atomausstieg keine andere Wahl lässt.

    Dann bin ich ein Schelm, denn es bleibt uns ja gar nichts anderes übrig! Und da beides, der sogenannte Klimaschutz und der überhastete und irrationale Atomausstieg, nicht unter einen Hut zu kriegen sind, muß einer draußen bleiben.

    karl.s

  2. Lieber Herr Seegert,

    deshalb funktioniert es auch nicht sich mit Diktatoren zu arrangieren, um die Lösungen für die Welt zu entwickeln. In Afrika werden die Probleme verwaltet. Lösungen wie ein begrünen der Sahelzone packt keiner an. Diktaturen mit Plan- und Korumptivwirtschaften können das
    nicht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  3. #2. Günter Heß

    Lieber Heß,

    Sie haben da völlig recht. Ich weiß nicht, wieviele Millliarden an Dollars o. Euros -- oder früher noch D-Mark -- nach Afrika geflossen sind, es hat nichts gebracht, außer dass die Diktatoren und Stammesfürsten aller Coleur, nebst ihren Günstlingen, immer reicher wurden und ihre Armeen mit genau diesem Geld aufgerüstet haben. Sicher, es gibt da auch positive Ausnahmen, aber die kann man an einer Hand abzählen. Der Großteil der Bevölkerung in Afrika lebt, verglichen mit unseren Maßstäben, in tiefster Armut und in tiefstem Elend. Diese Probleme sind aber hausgemacht und tatsächlich nur in einer demokratischen Ordnung zu lösen, die aber keineswegs eine Kopie der westlichen sein muß! Das erscheint mir wichtig, um Akzeptanz für einen Wabdel in eine demokratische Grundordnung zu gewinnen.

    Mit freundlichem Gruß
    karl.seegert

  4. achgut.com (Hüttner):

    Das neue Neusprech

    …..Wie lassen sich Einschränkungen der Freiheit als Gewinn verkaufen? Indem man sie sprachlich vernebelt. Was hat dies mit dem Hier und dem Jetzt zu tun? Es gibt Parallelen, die einen bewusst werden, wenn man sich ein paar der täglich durch die Medien geisternden Begriffe etwas näher betrachtet.

    Energiewende

    Kann man Energie wenden? Physiker wissen, dies geht mit Sicherheit nicht, denn es ist weder ein Blatt Papier, was bekanntlich geduldig ist, noch eine An- oder Einsicht, die für manche wenig zählt…..

    Bitte weiterlesen !!!

  5. @admin

    Kommentar (#4) ist ins Nirvana entfleucht (oder in Deinen Spam-Eimer).

    [Nu isserr freigelassen… RK]

  6. mein #3.

    um Akzeptanz für einen Wabdel in

    soll natürlich Wandel heißen 🙂

  7. Das riecht nach einem Abschied vom Klima als beherrschendem Öko-Thema.

    Ja, das haben wir hier schon mehrfach fest gestellt. Doch sollten wir uns nicht der Illusion hingeben, dass nun alles gut ist. Die Ökologisten aller Parteien werden neue Begründungen suchen (Nachhaltigkeit, Ressourcen).

  8. Richtig, Quentin Quencher,

    denn ‚der Weg ist das Ziel!‘
    Es geht um die Methodik der Gleichschaltung und Bevormundung und es ist völlig gleichgültig welches Vehikel dafür verwendet wird, ob Alkohol, Tabak, Übergewicht, Ozonloch, ‚Ende des Wachstums‘ oder Klimawandel.

  9. Tritium und QQ,
    da stimme ich auch zu und die RoySoc hat sie schon eingeleitet, es wird um Ernährung, Wasser, und Ressourcen gehen. Malthus lebt. Sie werden es einfach haben. Selbst mein bester Freund sagt, irgendwann wird alles alle sein….

    Der „Weg“ ist einfach ein Geschäftsmodell, in dem auch Skeptiker nur eine Rolle spielen…

  10. @Rassbach

    Der “Weg” ist einfach ein Geschäftsmodell, in dem auch Skeptiker nur eine Rolle spielen

    …..aber nur dann, wenn die Skeptiker sich die „Spielregeln” der Heilsverkünder aufnötigen lassen – und dann artig ihre Statistenrolle spielen.

    Beispiele für Blogs, in denen sich Gläubige und Skeptiker bis aufs Messer bekämpfen, gibt’s ja genügend….. zum Glück gehört unserer nicht dazu….. und so soll’s auch bleiben.

  11. Die Interpretation, in der Rede Gaucks -- eine Abweichung und damit die Hoffnung auf mehr reale Rationalität zu erwarten -- teile ich gern mit Ihnen Herrn Miersch.

    Doch vielleicht, „macht ein Fuchs sich auch so seine Sorgen“, wenn die Subventionsjäger auf der Lauer liegen, da kann der Präsident der „Jagdgesellschaft“ von Lobbyisten, denen zwar einen „einschenken“ aber das stört diese vermutlich in ihrem Tran und Tun gar nicht.
    Wenn ich in dem analogen Beispiel einer Jagdgesellschaft bleibe, wo der „Klimawandel“ als von „Schädlingen verursacht“ indoktriniert wird, dann haben sich diverse Büchsenspanner um ihr „Geschäftsmodell“ versammelt.
    Da möchte jeder zum „Absch(l)uss“ kommen und sich bar bezahlen lassen.
    Das dabei ein riesiger Aufwand getrieben wird, in dem Glauben, dass z.B. eine normale Stromversorgung, durch miteinander konkurrierende zusätzliche und auch noch vom Wetter abhängige Systeme einen ökonomischen Sinn machen könnten, zeigt offensichtlich, das schon die Grundrechenarten verloren gegangen sind. Als im Eifer der Büchsenspanner das Jagdfieber jede Vernunft verlor.
    Die Vehemenz der berittenen Jäger auf den Amts-Schimmeln, allen voran die Klimakanzlerin, die zu den Windmühlen reitet wie einst ihr spanischer Vorgänger Don Quichotte, zeigt wie erfüllt von ihrer Mission ein Schwachsinn ein Land infiziert hat, wo offensichtlich eine Tollwut ausbrach und Hysterie erzeugte. Wo Sonnenanbetung mit Solarzellen und Windnutzung angesagt sind, da fehlt nur noch die Wiederentdeckung der Takelage mit Segeln für die Handels-Flotte als ideologisch angesagt, um über die Weltmeere internationaler erfolgreich Handel zu betreiben.
    Mir scheint allerdings, dass die BRD ist zur „Bullerbüh-Republik-Deuschland“ mut(t)ierte und „hirnfrei“ von gesundem Menschenverstand, als typisch Deutsche uniforme, nun als „grüne Mode“ getragen wird.
    Hoffentlich gibt es genug Füchse, die dieses Treiben überstehen, ohne das schöne Land verlassen zu müssen, was sich traditionell gern auf politische Irrfahrt begibt, wo Klugheit politisch keine Chance hat.

  12. #4. Tim Hardenberg

    habs gelesen.

    Energiewende

    Kann man Energie wenden? Physiker wissen, dies geht mit Sicherheit nicht, denn es ist weder ein Blatt Papier, was bekanntlich geduldig ist, noch eine An- oder Einsicht, die für manche wenig zählt…..

    Hier steckt der Teufel im Detail. Das alleinige Wort WENDE ist fast immer positiv belegt. Alles wendet sich zum Guten. Oder einfach die „Wende“ 1989 = positiv. Daher ist es einfach, das Wort irgendwo anzupappen und schon habe ich eine positive Grundaussage, ob die jetzt Sinn ergibt oder nicht. Ist ja auch für die Masse gedacht und nicht für die Fachleute.

    karl.s

  13. @admin

    irgendwie ist auch von mir ein Kommentar (Bezug auf Tim`s #4) entfleucht. Mich deucht, der hängt auch im Spam?

    danke
    karl.s

  14. Noch Fragen?
    http://medien-luegen.blogspot.de/

    Wer nichtmal Gauck richtig wiedergibt, macht noch ganz andere Sachen.

  15. Diese Desinformation, die die dpa dort hinsichtlich der Gauck-Rede verbreitet (mehrere entscheidende Stellen wurden nicht wörtlich wiedergegeben, sondern mit Interpretationen angereichert, ohne dies kenntlich zu machen) sollte aus meiner Sicht skandalisiert werden und ist einen eigenen Artikel wert. Wer traut sich? (Ich habe wie immer keine Zeit.)

  16. muahahahaha

    und schon geht das gejammer los 😀

    In der SPD stoßen die kritischen Äußerungen von Bundespräsident Joachim Gauck zur Förderung der erneuerbaren Energien auf Widerspruch. Gaucks Worte seien oberflächlich, sagte die SPD-Umweltpolitikerin Ute Vogt der Zeitung „Die Welt“. „Der Bundespräsident beginnt offenbar, sich in die Umweltpolitik einzuarbeiten. Aber da muss er noch etwas tiefer gehen“, sagte Vogt. Seine Kritik sei nicht gerechtfertigt: „Ich erkenne dort weder Planwirtschaft noch ein Übermaß an Subventionen“, sagte Vogt.

    Unterstützung erhält Vogt von ihrem Parteikollegen Michael Müller. „Gauck kann das Thema nicht beurteilen. Seine Logik ist nicht haltbar“, sagte der frühere Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Eine Förderung sei nötig, damit Deutschland die führende Position bei der Ökotechnologie innehabe. „Gaucks Kritik hängt wohl mit seiner Ost-Mentalität zusammen. Er hat Angst vor der Planwirtschaft.“ Dabei agierten die vier großen Stromkonzerne sowieso schon planwirtschaftlich.

    guckst du hier:

  17. @Micha
    Na anfänglichen Brechreiz gibbet jetzt doch einen vor den Latz.

    Die in Wiesloch aufgewachsene Ute Vogt absolvierte nach dem Abitur am Wieslocher Wirtschaftsgymnasium[1] ein Studium der Rechtswissenschaft in Heidelberg, welches sie mit beiden juristischen Staatsexamina beendete. Zudem studierte Vogt an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Seitdem ist sie als Rechtsanwältin in Pforzheim tätig.

    Michael Müller wurde im Berliner Bezirk Tempelhof geboren, legte 1982 die Mittlere Reife ab und besuchte 1983 die Fachoberschule Wirtschaft und Verwaltung. 1986 schloss er eine kaufmännische Lehre ab und ist seitdem als selbstständiger Drucker tätig. Gemeinsam mit seinem Vater betreibt er eine kleine Druckerei in Berlin-Tempelhof.[1]

    Fazit:
    Von Energiewirtschaft keine Ahnung aber Gauck kritisieren wollen, dat ham wa gerne.
    Wichtigster Faktor ist aber, die hauen allesamt die Umwelt mit dem Klima durcheinander, wegen dem wir ja unbedingt unsere Energie wenden müssen.
    Nieten im Nadelstreifen, die mangels Kompetenz lieber mal die Fresse gehalten hätten.
    Naja, die SPD ist in meinen Augen eh nur noch ein verlogener Verein, der für die Interessen der EE-Lobby über die Leichen seiner eigenen Wähler geht.

    H.E.

  18. Lieber Herr Hardenberg #4,

    Sie schreiben:

    „Kann man Energie wenden? Physiker wissen, dies geht mit Sicherheit nicht,..“

    Da sieht man es wider. Mit Physik kann man nicht Reich werden. Der Erneuerbare Landwirt hingegen weiß. Wenn man Getreide oder Heu, also Bioenergie, erntet und lange genug wendet, dann wird es zu Methan und mit der EU und dem BMU zu Kohle.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  19. Ich habe nun auch mal die Rede gelesen, auf der Seite des Bundespräsidenten. Zum zitieren gibt es da ja einiges, doch das verkneife ich mir jetzt. Wenn ich den Blick vom Text abwende und überlege, welchen Geist diese Rede atmet, dann bleibt bei mir zweierlei hängen. Zum einen, er distanziert sich nicht vom Umwelschutzgedanken im Sinne der Nachhaltigkeit wie sie heute überall in aller Munde ist. Mir ist nicht klar ob dies nur ein Lippenbekenntnis ist, immerhin eröffnet er mit dieser Rede die Umweltwoche. Da muss er ja was dazu sagen und kann nicht daherkommen und alle seine Gäste vor den Kopf stoßen. Aber möglicherweise steht er ja wirklich hinter diesem Generationen übergreifenden Nachhaltigkeitsgedanken, auf Grund dieser Rede wage ich mir da kein Urteil zu. Er bleibt da auch recht schwammig.

    Ein Punkt der mich aufhorchen ließ war: er mahnt Streit an. In diesem Zusammenhang erwähnt er auch noch, dass es nur auf dem Friedhof keinen Streit gebe. (Wenn ein evangelischer Theologe etwas weiß, dann ist es die Wirkung solcher harter Worte wie „Friedhof,“ diese Wortwahl ist sicherlich nicht aus Versehen geschehen.) Er vermisst Alternativen zum derzeit angepeilten Weg, es ist für ihn unverständlich, dass solche komplexe Vorgänge wie die Umgestaltung der Energieversorgung einer Industrienation praktisch ohne Debatte abgeht.

    Wenn nun davon gesprochen wird, dass sich Gauck gegen den planwirtschaftlichen Charakter der Energiewende ausspricht, dann stimmt das schon, geht aber an der viel wichtigeren Frage vorbei, warum denn keine Alternativen diskutiert werden, es keinen Wettstreit um die besten Lösungen gibt. Ich glaube nicht, dass Gauck so naiv ist und sich nicht vorstellen kann, was denn bei einer wirklich offenen Debatte herauskommen würde. Dennoch mahnt er sie an. Der Mann ist gut, ich bin wirklich gespannt was da noch kommt.

    Morgen werde ich mir das alles noch mal in Ruhe anschauen, auch die dpa-Meldungen, da habe ich noch gar nicht rein geschaut.

  20. #17. Heinz Eng

    Naja, die SPD ist in meinen Augen eh nur noch ein verlogener Verein, der für die Interessen der EE-Lobby über die Leichen seiner eigenen Wähler geht.

    moin Heinz,

    sehe ich auch so, aber nicht nur die SPD allein. Die andere große „Volkspartei“ mit Mutti an der Spitze ist da keinen Deut besser, von Ausnahmen mal abgesehen.

    karl.s

  21. #16. michael m.

    und schon geht das gejammer los

    moin micha,

    war zu erwarten. Aber was mich verwundert ist, dass bislang noch nix von den Grünen gekommen ist.

    karl.s

  22. dass bislang noch nix von den Grünen gekommen ist.

    Die sind offenbar so verblendet, dass sie gar kapieren, was Gauck da gesagt hat.
    Siehe Hans Joachim Fell von den Grünen:
    Einiges von dem, was Gauck gesagt habe, sei vollkommen richtig, sagte Fell der „Welt“. Allerdings interpretierte er die Warnungen Gaucks vor Planwirtschaft bei der Energiewende keineswegs als Kritik am EEG und an der EEG-Umlage….“Das EEG ist nicht Planwirtschaft, sondern das genaue Gegenteil -- ein marktwirtschaftliches Instrument“, sagte Fell.
    So kann man sich die Welt natürlich auch schön reden. Voraussetzung ist allerdings, wie auch schon aao erwähnt, ein ausreichender Drogenkonsum.

  23. @TRitium

    J.Fell……….ick bin fast kurz davor einen meiner berüchtigten cholerischen Anfälle zu kriegen, ausgerechnet der Typ, der zusammen mit den verschiedenen H.Scheer diese unsägliche Beraubung des deutschen Volkes, Namens EEG , mitinitiiert hat.

    „Die schwarz-gelbe Bundesregierung missbraucht die Erneuerbaren Energien als Steinbruch, um ihre Klientelpolitik für die konventionelle Energiewirtschaft weiter finanzieren zu können. Klimaschutz und Arbeitsplätze bleiben auf der Strecke“, erklärte EUROSOLAR-Vizepräsident Hans-Josef Fell am Freitag in Berlin.

    Quelle

    Wenn ein EE-Lobbyist ganz ungeniert von marktwirtschaftlichen Instrument labert, dann krieg ich das kotzen, wenn solch ein Typ rotzfrech die Verarmung des Stromkunden, die Vertreibung der Schwerindustrie als Marktwirtschaft bezeichnet……….dann fallen mir nur noch Vokabeln ein, die weder Stubenrein noch auf diesen Blog erlaubt sind.
    Also handhabe ick dat wie sonst auch in solch einen Fall, ick beiß vor Wut in die Tischkante.

    Würg und aua
    Onkel Heinz………dat gibt wieder Magengeschwüre

  24. #21. / #22.

    Heinz und Tritium,

    so langsam kommt er aus der Deckung, der Fellige. Ein krudes Gewäsch, was er da von sich gibt. Kaum zu glauben, dass ein einzelner Mensch dermaßen die Realität außen vor läßt. Wenn solche Typen 2013 wirklich an die Macht kommen sollten, dann wird es richtig „spassig“.

    karl.s

  25. @karlchen

    Aber was mich verwundert ist, dass bislang noch nix von den Grünen gekommen ist.

    …..na ja, die Claudi manövriert ja gerade ziellos im heißen Wüstensand umher …. „Nicht ohne meine Burka!” (is wohl auch besser so, sonst kriegen die Touareg ’n Schock für’s Leben)…. und da ham wohl die Grünen grad ganz andere Sorgen…..

    Claudia Roths Abenteuerurlaub in Libyen

    ….nee, net uff’m Kamelrücken, natürlich im dicken SUV (von den Grünen auch gern „Spritschlucker” genannt).

  26. @Onkel Heinz

    Onkel Heinz………dat gibt wieder Magengeschwüre

    ….trink ma ’n Schnaps! …..Du weißt ja: „Kein Alkohol is auch keine Lösung….”

  27. Fell:

    Die Gefährdung unseres Wirtschaftsstandortes kommt doch nicht von der erfolgreichen Branche Erneuerbare Energien, sondern von den zunehmenden Schäden durch die Erderwärmung

    Fell ist nicht eingewiesen, seine Politschulungsleiter reden seit einiger Zeit nur vom Klimawandel und nicht von Erderwärmung. Da wir z.Z. keine nenneswerte Erderwärmung haben werden wir auch keine Schäden dadurch haben.

  28. Und hier der gleiche Beißreflex auf das gestern vorgestellte Strategiepapier Oettingers zur zukünftigen Energiepolitik Europas von einem weiteren Solarlobbyisten, nämlich Stephan Grüger von EURO-Solar.

    karl.s

  29. @Karlchen #23

    Ihhhhhhh, musste dat jetzt wirklich sein?
    Na jut, zerlegen wir den in Worten gegossenen Schwachsinn mal etwas in seine schäbigen Einzelteile, immer die Lobbyistenrolle dieses feinen Herren im Hinterkopp behaltend.

    Offensichtlich geht das erfolgreiche Wachstum der Erneuerbaren Energien vielen schwarz-gelben Politikern viel zu schnell. Sie scheinen zu befürchten, dass das Regierungsziel von 35 Prozent Erneuerbare Energien im Stromsektor bis 2020 bei bisherigem Ausbautempo weit übererfüllt wird.

    Hier der Beweis das dieser Herr abseits jeder Realität vor sich hin labert, ein Typ der wahrscheinlich aus seinen weißen Turm schon seit Jahren nicht mehr raus gekommen ist, ein Typ der immer noch nicht mitbekommen hat, das wir schon mehrfach vor dem Black-Out standen, ein Typ der ungerührt seine Schäfchen ins trockene bringen will.

    Die Branche der Erneuerbaren Energien und die Umweltbewegung müssen ihre Aktivitäten verstärken, damit die Argumente wieder zurecht gerückt werden. Hier ist noch viel Arbeit nötig.

    Offene Drohung, wenn ihr nicht macht was wir wollen, dann schicken wir euch unsere grünen Extremisten und Lobbyisten auf den Hals………hier gehts nur noch darum, in der verbleibenden Zeit bis zum Zusammenbruch noch so viel Geld wie möglich aus dem Bundesbürger heraus zu quetschen.

    Die Gefährdung unseres Wirtschaftsstandortes kommt doch nicht von der erfolgreichen Branche Erneuerbare Energien, sondern von den zunehmenden Schäden durch die Erderwärmung, externe Umweltschäden und die steigenden Preise der fossilen Rohstoffe, durch deren Importabhängigkeit immer mehr europäische Staaten in immer größere Wirtschaftprobleme gedrängt werden.

    Will der uns für blöd verkaufen?
    Will der uns verarschen?
    Welche Klimaschäden haben denn bisher die deutsche Wirtschaft gefährdet?
    Welche Umweltschäden richten denn schon heute Biogas, Vogelschredder und Konsorten in Deutschland an?

    Wer grün wählt………….hat sein Hirn wohl bei der letzten Wahlspende gleich mit gespendet, in diesen Sinne…….mehr Beleidigung meiner Intelligenz ertrag ich heut nich mehr.

    H.E.

  30. @Quentin

    Zum einen, er distanziert sich nicht vom Umwelschutzgedanken im Sinne der Nachhaltigkeit wie sie heute überall in aller Munde ist. Mir ist nicht klar ob dies nur ein Lippenbekenntnis ist, immerhin eröffnet er mit dieser Rede die Umweltwoche. Da muss er ja was dazu sagen …

    Zur Nachaltigkeit sagte er folgendes

    Ich bin zuversichtlich, dass sich die Erkenntnis durchsetzt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht Beschränkung oder Verzicht, sondern Verantwortung und Vernunft.

    Ist auch ein wenig anders als die offizielle Def., die auch nicht wirklich Eindeutig ist.

  31. @Tim #24

    Dem Claudia wird nix passieren, denn die Einheimischen wissen ganz genau, das kein Deutscher je Lösegeld für diese……….bezahlen würde.
    Naja, und da ist auch nix mehr da, was bei dieser Hitze bei Ihr noch ausdörren könnte……
    Nö, ick bin nicht gehässig……niemals nimmer…………ick weeß, nimmt mir wieder mal keiner ab, heul.

    Darauf ein gutes Glas……..Apfelsaft.
    H.E.

  32. @Onkel Heinz

    Hans-Josef Fell: „Diese drastischen Einschnitte sind vollkommen absurd, da durch den Investitionsanreiz beim Marktanreizprogramm deutlich mehr Steuereinnahmen erzielt werden als Mittel für die Förderung anfallen. Wer also zukunftsfähige Lösungen für die Staatsfinanzen sucht, muss die Erneuerbaren Energien ausbauen, statt die Mittel zu senken.“ Quelle

    ….wer dreist auf Kosten anderer lebt, ist natürlich auch um Ausreden nie verlegen. …..und man will ja schließlich net bei seiner Mahlzeit gestört werden, wenn man sich gerade rülpsend und schmatzend und mit beiden Armen tief im Subventions-Mustopf an seinem üppigen Festmahl labt…..

    ….. und wenn die Schüssel leer zu werden droht, muss man natürlich laut nach „Nachschlag“ schreien.

  33. #24. Tim Hardenberg

    eins muß man der Schnepfe lassen, Schiss hat se nicht. Aber vielleicht ist das auch nur mangelndes Vermögen,
    die objektive Wirklichkeit rational zu erfassen und zu verarbeiten. Das kann dort vor Ort mal sehr schnell in die Hose
    gehen.

    karl.s

  34. @Onkel Heinz

    Naja, und da ist auch nix mehr da, was bei dieser Hitze bei Ihr noch ausdörren könnte……

    ….na, ich denke, ’n paar Liter Biodiesel könnt’ man noch rauskochen…. aber ob das der SUV verträgt???

  35. @karlchen

    Das kann dort vor Ort mal sehr schnell in die Hose gehen.

    ….Dein Wort in Allahs Ohr….

  36. @Tim #31

    Wer also zukunftsfähige Lösungen für die Staatsfinanzen sucht, muss die Erneuerbaren Energien ausbauen, statt die Mittel zu senken

    Aha, damit wollen se die Finanzgeschenke an halb Europa finanzieren……..EEG als Mittel um das deutsche Volk noch massiver aussaugen zu können, schön das das ein Politiker mal so klar und deutlich von sich gesabbert hat.

    Verbrecherbande, allesamt.
    H.E.

  37. #30. Heinz Eng

    Dem Claudia wird nix passieren, denn die Einheimischen wissen ganz genau, das kein Deutscher je Lösegeld für diese……….bezahlen würde.

    Heinz, da würde ich nicht drauf wetten, die Wüstensöhne stehen auf „Dralle“ Blondinen, auch wenn nur gefärbt! Die würden die dann aus ganz anderen Gründen dabehalten. Aber auch für ne nette Erpressung wäre sie immer gut.

    karl.s

  38. jetzt werd ich langsam stinkig. Könnt ihr das mit der Claudia nicht im Off-Topic machen.

  39. @Onkel Heinz

    Hans-Josef Fell
    , MdB….. die letzte Platzpatrone, die die Grünen noch im Lauf haben!

    „FDP und Union rufen zum Sturmangriff auf das EEG auf”

    Die Aufrufe zum Abschaffen des EEG häufen sich. Alleine gestern und heute meldeten sich mit Warnungen gegen das EEG oder gar mit klaren Abschaffungsforderungen die Koalitionspolitiker Brüderle, Rösler und Kauder zu Wort.

    Selbst Bundespräsident Gauck ließ sich von seiner Administration gefährliche Fehleinschätzungen zum EEG aufschreiben und forderte indirekt zum Abschaffen des EEG auf. All die Politiker aus FDP und Union, die den Atomausstieg nie wollten und immer gegen das EEG gestimmt haben, fordern heute dessen Abschaffung.

    Dabei steht nicht nur das weltweit über 60 mal kopierte erfolgreichste Gesetz für den Klimaschutz auf dem Spiel, sondern auch das Gelingen der Energiewende mit einer Umstellung auf Erneuerbare Energien. Auch die weitere Entwicklung der Branche in Deutschland mitsamt ihren hundertausenden Arbeitsplätzen ist gefährdet.

    ….nee klar, die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen !!! …..und unbeirrt markige Sprüche über „gefährdete Arbeitsplätze” grölen…..

  40. #28. Heinz Eng

    Ihhhhhhh, musste dat jetzt wirklich sein?

    ich hör jetzt auf damit 🙂 Aber eins ist doch erstaunlich und das sollte man vielleicht bei allem Frust oder Ärger nicht übersehen. Solche Diskussionen, öffentlich geführt, wie sie jetzt stattfinden, waren doch vor nicht allzu langer Zeit einfach undenkbar. Da hat sich meiner Wahrnehmung nach deutlich was geändert. Und das gibt Anlass, doch wieder ein wenig optimistischer in die Zukunft zu blicken.

    karl.s

  41. #37. Quentin Quencher

    hast Recht, Schluss damit.

    karl.s

  42. @Quentin #37

    ….’tschuldigung, hast recht….. Wüstenintermezzo beendet (…so ergiebig ist das Thema eh net).

  43. # 36:

    Heinz, da würde ich nicht drauf wetten, die Wüstensöhne stehen auf “Dralle” Blondinen…

    Na, dann tauschen wir doch einfach.
    Sie sollen Claudia behalten und wir bekommen für sie ein Kamel.
    Den Unterschied würde man gar nicht bemerken.

  44. @Quentin
    Zu Befehl, Cheffe (-:

    @Karl #39
    Nun ja, jetzt wo langsam auch für den letzten Trottel im Lande sichtbar wird das die Energiewende ein Blase ist die demnächst platzen wird, trauen sich auch langsam die Medien aus ihre Löcher……..oder haben den Befehl von Oben dazu bekommen.
    Die Einschläge kommen in immer kürzeren Abständen aus den unterschiedlichsten Richtungen, da nützen auch die dümmsten Realitätsverweigerer aus dem rotgrünen Lager nix mehr.
    Wir hier alle wissen, das es über kurz oder lang gewaltig scherbeln wird, die Frage ist nur ob dieser Knall mit Griechenland oder einen Blacky beginnen wird.
    Deutschland steht mit den Rücken an der Wand, energiepolitisch……..und neuerdings als geiziger Weltretter, man darf garnet darüber nachdenken das wir gerade dabei sind unsere Finanzhoheit dem Brüsseler Bürokratiemonster in den Rachen zu werfen.
    Mir gruselt es…….wie wahrscheinlich eine immer größere Bevölkerungsgruppe in diesen, unseren Lande auch.
    H.E.

  45. Karl Rannseyer schrieb am 7. Juni 2012 11:20

    Zur Nachaltigkeit sagte er folgendes

    Ich bin zuversichtlich, dass sich die Erkenntnis durchsetzt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht Beschränkung oder Verzicht, sondern Verantwortung und Vernunft.

    Ist auch ein wenig anders als die offizielle Def., die auch nicht wirklich Eindeutig ist.

    Hmm, ich bin mir nicht sicher, ob man nicht zu einem falschen Eindruck kommt, wenn man den Satz so isoliert betrachtet. Nimmt man den ganze Absatz dazu, kann man auch einen anderen Eindruck bekommen:

    Ich bin zuversichtlich, dass sich die Erkenntnis durchsetzt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht Beschränkung oder Verzicht, sondern Verantwortung und Vernunft. Die Menschheit, das menschliche Leben, jedes Leben kann sich auf dieser Erde nur im Einklang mit der Natur entfalten, nicht gegen sie. Sonst zerstört es sich selbst. Langfristig ist deshalb auch ökonomisch nur sinnvoll, was ökologisch vernünftig ist.

    Da habe ich eher den Eindruck, dass er etwa folgendes meint: Redet man nur über Beschränkung oder Verzicht, empfinden das viele als Beeinträchtigung der eigenen Person und lehnen das ganze ab. Setzt sich aber bei allen die EInsicht durch, dass wir auch Verantwortung tragen und vernünftig mit unserer Umwelt umgehen müssen, stellt sich von allein die Einsicht ein, dass wir nach reiflicher Abwägung auch mal auf etwas verzichten müssen. Die letzten drei Sätze des Absatzes drehen sich genau darum -- wie kriegen wir die Balance hin zwischen Entwicklung, Wachstum und vernünftigem Umgang mit unserer Umwelt, Ressourcen, …

    Was er da genau gemeint hat, wird man wohl in nächster Zeit sehen müssen …

  46. Ups…
    Kann man das verschieben?
    Tschuldigung, war ZU verführerisch…

  47. Zu Gaucks Rede:
    Selbstverständlich gehört sie mit zu den Symptomen des sich anbahnenden Paradigmenwechsels.
    Denn wenn sie systemkonform zur ‚Energiewende‘ WÄRE, würde sie ja nicht von SPD und Grünen vehement kritisiert!
    Die ablehnenden Reaktionen aus diesem Lager sind ein wesentlich besserer Indikator als alle direkten Interpretationsversuche!
    Oder, nach einem altten Sprichwort: Nur getroffene Hunde bellen!

  48. @Marvin Müller

    Ich bin zuversichtlich, dass sich die Erkenntnis durchsetzt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht Beschränkung oder Verzicht, sondern Verantwortung und Vernunft.

    Setzt sich aber bei allen die EInsicht durch, dass wir auch Verantwortung tragen und vernünftig mit unserer Umwelt umgehen müssen, stellt sich von allein die Einsicht ein, dass WIR nach reiflicher Abwägung auch mal auf etwas verzichten müssen.

    ….wer soll denn eigentlich „WIR” sein? Die Verzichtsprediger meinen damit stets die „anderen”, niemals sich selbst. ….d.h, verzichten sollen selbstverständlich diejenigen, die ohnehin auf der Schattenseite des Lebens stehen – ein deutliches Beispiel dafür sind die über 600.000 Menschen (Tendenz steigend…), die auf Grund des Energiewende-Irrsinns u.a. ihre Stromrechnung nicht mehr zahlen können und damit bereits heute schon von der Inanspruchnahme elementarer Lebensqualitäten ausgeschlossen werden.

    …. außerdem ist der Begriff „Nachhaltigkeit” ist eine so inflationär benutzte Wort-Hure, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit diesem Kampfbegriff albern und überflüssig ist. Und diese immer wieder flammend beschworene „Nachhaltigkeit” führt eben gerade nicht zu mehr Verantwortung und Vernunft – das Gegenteil ist der Fall.

    ….und der Begriff „EINSICHT” war bereits in der seligen DDR ein Kampfbegriff: „Einsicht in die Notwendigkeit” sollte den Leuten damals als Inbegriff von „Freiheit” verkauft werden…. viele naive Menschen haben’s sogar geglaubt (worüber sich die salonkommunistische Herrscherkaste vermutlich insgeheim schlapp gelacht hat).

  49. @ Marvin Müller

    Hmm, ich bin mir nicht sicher, ob man nicht zu einem falschen Eindruck kommt, wenn man den Satz so isoliert betrachtet.

    Darum hab ich Nanny-mäßig den Link mit angeführt 😉 .
    Klar kann man das anders verstehen, es kommt immer auf den Standpunkt an und Gauck hat die Worte sehr wohl mit bedacht so gewählt. Nur wann haben Sie den Begriff „Nachaltig“ das letzte mal in Verbindung mit dem Aufruf zur Vernunft und als nicht zwangsläufig auf Einschränkung und „wir können nicht so weiter wie bisher“-blabla geseiere gehört.
    Ich denke nur an den Wisch der Nachhaltigkeitskommission.
    In sofern für mich schon ein Fortschritt, aber

    Was er da genau gemeint hat, wird man wohl in nächster Zeit sehen müssen …

  50. Tim Hardenberg schrieb am 7. Juni 2012 12:57

    @Marvin Müller
    ….wer soll denn eigentlich „WIR” sein?

    Wen Gauck damit meinte, steht in dem Teil, den ich zitiert habe und den Sie rausgestrichen haben …

    Die Menschheit, das menschliche Leben, jedes Leben kann sich auf dieser Erde nur im Einklang mit der Natur entfalten, nicht gegen sie. Sonst zerstört es sich selbst.

  51. @Heinz #43

    Nun ja, jetzt wo langsam auch für den letzten Trottel im Lande sichtbar wird

    Mein Reden, es geht voran.

    Das mit den Griechenlændern wird gany smoothie über die Bühne gehen, Freudenfeiern inclusive, zumindest am Mittelmeer, selbst der Spiegel räumt inzwischen ein das was nicht ganz richtig läuft mit der Eurorettung.

    Die Geschichte mit dem Blackout seh ich ähnlich, war ywischen Weihnachten und Neujahr 3 Tage ohne Saft, geht gar nicht. Hier sind se dat ja immer noch einigermaßen gewohnt die Leutchen, im verwöhnten Deutschland möchte ich nicht dabei sein.

  52. Die Menschheit, das menschliche Leben, jedes Leben kann sich auf dieser Erde nur im Einklang mit der Natur entfalten, nicht gegen sie. Sonst zerstört es sich selbst.

    Das ist, wie die ganze ‚Nachhaltigkeit‘, einfach nur Geschwafel.
    Denn da wird ‚die Natur‘ ist Spiel gebracht, ein ebenso schwammiger und nichtssagender und daher beliebig interpretierbarer Begriff.
    Und dann gar noch ‚Einklang‘ -- auch so ein beliebig füllbarer Begriff.
    Einklang mit der Natur kann das Leben eines Mammutjägers beschreiben oder das eines Kernkraftwerks-Betreibers, der durch die Verwendung der Nuklearenergie die Natur durch geringstmögliche Entnahme von Rohstoffen und geringstmöglichen Emssionen schont.
    Solche Null-Sätze sind also nicht geeignet, zur Klärung beizutragen. Abseits solcher rhetorischer Schörkel zählt es viel mehr, zu beobachten, dass, wie oben bemerkt, Gauck eben nicht die Gleichsetzung ‚Nachhaltig=Verzicht‘ gebracht hat.

    Aber, offengestanden, sind derartige Spekulationen eben nur Spekulationen, sie sind nicht zielführend. Halten wir uns lieber an die Interpretation der Reden durch die politischen Lager: Gauck hat die Hunde zum bellen gebracht, die getroffen wurden!

  53. @Karlchen aus’m Norden

    Nur wann haben Sie den Begriff “Nachaltig” das letzte mal in Verbindung mit dem Aufruf zur Vernunft und als nicht zwangsläufig auf Einschränkung und “wir können nicht so weiter wie bisher”-blabla geseiere gehört.

    ….und dabei sind das immer die selben dümmlichen Propagandasprüche:

    „Passt dein Fuß auf diese Erde?“ (Bullshit-Index 0.26)

    Alle zwei Jahre, zuletzt im Oktober 2010, veröffentlicht der WWF den Living Planet Report, welcher den Verbrauch der Erde nach Nationen aufzeigt. Das Ergebnis für Deutschland: Wenn alle Menschen so leben würden wie wir, bräuchten wir 2,8 Erden. Der deutsche Fußabdruck ist 5,09 Hektar groß, das entspricht etwa fünf Fußballfeldern. Ein „gerechter“ Fußabdruck läge bei 1,9 Hektar.

    …..ja klar, und wenn alle Menschen so leben würden wie Mr. Al Gore, der unerschrockenste und aufrechteste Kämpfer gegen die Erderwärmung, dann bräuchten wir 250.000 Erden.

  54. @Karlchen aus’m Norden #50

    Die Geschichte mit dem Blackout seh ich ähnlich, war ywischen Weihnachten und Neujahr 3 Tage ohne Saft, geht gar nicht. Hier sind se dat ja immer noch einigermaßen gewohnt die Leutchen, im verwöhnten Deutschland möchte ich nicht dabei sein.

    …..kannste Dich noch an den 14. Juli des letzten Jahres erinnern? …..und da war der Strom noch nicht mal ’ne Stunde weg – außerdem nur regional begrenzt auf Hannover / Langenhagen.

    Plünderungen bei Stromausfall in Hannover

    Die Metropole Hannover und die Nachbarstadt Langenhagen waren am Mittwochabend durch einen technischen Defekt in einer Einspeisestation für ungefähr 20 Minuten komplett ohne Strom. Kurz nach 22:40 Uhr kam es zum Zusammenbrechen der Stromversorgung. Den Schutz der Dunkelheit nutzten einige Plünderer, sie zerschlugen Schaufensterscheiben und entnehmen Ware……

    Auch in Altenheimen kam es zu erheblichen Komplikationen: Da viele Beatmungsgeräte auf Strom angewiesen sind, musste auch diese auf Akkubetrieb laufen. Insgesamt gingen fast 800 Notrufe bei der Feuerwehr ein. In 10 Fällen musste die Feuerwehr menschen aus steckengebliebenen Fahrstühlen befreien.…..

  55. @Tritium #51

    Gauck hat die Hunde zum bellen gebracht, die getroffen wurden!

    …..den Vogel der „Hundebeauftragten” schießt wohl gerade Michael Lühmann vom Cicero ab:

    Mehr Planwirtschaft wagen

    Rösler und Gauck haben bei der Energiewende vor zu viel „Planwirtschaft“ gewarnt, dabei braucht Deutschland genau das: mehr Staat, mehr Planung. Wer den Märkten jetzt noch vertraut, handelt grob fahrlässig.

    ….jawoll Herr Lühmann…. vorwärts immer, rückwärts nimmer!

  56. …..weiß nich, vielleicht hat den Link ja schon jemand gepostet:

    F.A.Z.: „Auf uns rollt ein Kosten-Tsunami zu“

    Herr Professor Haucap, ein Energiegipfeltreffen ist vorüber, das nächste kommt. Wird auch die Monopolkommission um Rat gefragt?

    Nein. Wettbewerb spielt bei der Energiewende keine Rolle. Wir erleben eher das Gegenteil. Der mühsam erkämpfte Wettbewerb auf dem Energiemarkt wird wieder zurückgedrängt.

    Wie soll das anders gehen, solange erneuerbare Energien noch nicht konkurrenzfähig sind?

    Es mag ja sein, dass man vorübergehend einen Schutzzaun braucht. Aber dann könnte man zumindest zwischen den erneuerbaren Energien für Wettbewerb um die günstige Technologie, Energieform und Anlagengröße sorgen…..

  57. @Tim

    …kannste Dich noch an den 14. Juli des letzten Jahres erinnern? …

    Dunkel -- MUUHAHAHA

    So und nun denken wir uns das ganze mal Deutschlandweit …

    Michael Lühmann -- der Mann ist 32, was weiß der vom Leben, als die DDR verschwand war er 9 und kennt nur Jungpioniere und fand das sicher toll …

  58. @Karl

    Dunkel — MUUHAHAHA

    …..boah ey, bist du ’ne fiese Möpp!

  59. @Tim

    …boah ey, bist du ’ne fiese Möpp!

    Ja, was geht mich fremdes Elend an 😉 , ihr macht das schon -- glaub ich …

  60. #50. Karl Rannseyer

    Hallo Karlchen,

    Dein verlinkter SPON Artikel hat es aber in sich. Letztendlich wird es aber so oder so auf eins der beiden Szenarien hinauslaufen. Und wie der Münchau schon geschrieben hat, „D“ ist auf keins der Szenarien vorbereitet. Es kommt wie es kommt, egal wie, und damit kommt auch das Ende der sogenannten „Energiewende“, weil schlicht und ergreifend kein Geld mehr dafür da sein wird. Ich lehn mich hier mal ganz bewusst weit aus dem Fenster 🙂 .

    karl.s

  61. #54. Tim Hardenberg

    …..den Vogel der „Hundebeauftragten” schießt wohl gerade Michael Lühmann vom Cicero ab:

    jo, Tim. Dieser Typ hat in seinem bisherigen überschaubaren Dasein noch nix geleistet, noch nix zum Bruttosozialprodukt beigetragen, der weiß nicht, was Arbeiten eigentlich bedeutet, schwingt aber die große Besserwisserkeule und maßt sich an, Ratschläge zu erteilen. Wat so alles aus den Löchern gekrabbelt kommt, gruselig!

    karl.s

  62. @ Karl S.

    Tja Süd-Karl 😉

    Ich stand neulich zufällig neben dem Außenminister eines uns sehr freundlich gesonnenen Landes. Wenn ich den Mann richtig verstanden habe, dann rechnet er fest damit, dass die Griechen nach den Neuwahlen darüber verhandeln werden, was den anderen ein Austritt Griechenlands aus dem Euro wert ist. Sie selber haben nicht mehr viel zu verlieren, die Nachbarn, allen voran die Deutschen, aber noch sehr viel. An dieser Diskrepanz wird sich der Preis bemessen.

    Auch nicht übel, oder?

    Ich lehn mich hier mal ganz bewusst weit aus dem Fenster 🙂 .

    Und ich lehne mich entspannt zurück und genieße die Show … Nein mach ich nicht, ich könnt grad platzen vor Wut, dieser ganze scheix war sowas von vorhersehbar und klar und diese „Führer“ der Nationen sind einfach mal zu blöde und feige um ihrem originären Auftrag gerecht zu werden. Das allerschlimmste aber ist diese Schafsköpfige Gleichgültigkeit mit der dies alles von derBevölkerung hingenommen wird, im Gegenteil könnte man den Eindruck bekommen im Sportpalast zu sein, umgeben von Fanatikern und mit Irren auf der Bühne.

  63. #61. Karl R.

    Auch nicht übel, oder?

    jo Karlchen, auch nicht übel. Hier zeigt sich das Gleichnis zur sogenannten „Energiewende“ in „D“. Jeder der 16 Provinzfürsten denkt nur an sich zuerst, das „große Ganze“ ist wurscht. Und genauso läuft es es auf europäischer Ebene. Und da soll doch einer behaupten, eine politische Union wäre möglich. Die wird es definitiv nicht geben, auch wenn in Brüssel schon daran in aller Eile rumgebastelt, oder besser ausgedrückt, rumgemurkst wird. Jedenfalls werden die nächsten Monate noch äußerst spannend.

    karl.s

  64. achgut.com (Peiser):

    Energiepreise zu hoch: Mehrheit will Atomausstieg verschieben

  65. # 64:
    Tjaaa, das ist natürlich eine ECHTE ‚Energiewende‘!
    Nächstes Jahr, mit 5 ct/kWh EEG-Umlage, dürften wir schon deutlich an der 2/3-Mehrheit für den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg vom Ausstieg sein.

    Frau Merkel, es gibt viel zu tun!

  66. Passend zum Thema. Interessanter Artikel!

    Go Gauck – warum die FDP vor einem Comeback steht

  67. @karlchen #66

    …..klare Worte von Herrn Weimer….. absolut lesenswert!

    …..Mit Quoten und Verboten kommen sie daher, die Verbraucher- und Familienschützer, die Gleichstellungsbeauftragten und Integrationsberater. Sie tragen Menschen teure Bildungspakete hinterher, die gar keine haben wollen, denn sie wissen alles besser. Sie sind Profiteure des Freiheitsentzugs, jene Armutsbekämpfer, Präventionsräte und Klimaretter, Lobbyisten der Gewissheitsindustrie, die ihr Geschäft mit der Besserwisserei so verfolgen, dass sie ihre Nachfrage mit Problemstudien immer selbst erzeugen. Ihre Absicht, das Land in eine gigantische Besserungsanstalt zu verwandeln, folgt einer ganz eigenen Logik, denn dann haben sie als Besserungs-Pädagogen ihr Auskommen…..

  68. Seit Fukushima haben die Deutschen ihre Lieblingsangst, die vor dem Atom, wiederentdeckt, und können sie als Stütze für ihre politische Religion des Grünseins benutzen (die wir in allen deutschen Parteien an zentraler Stelle finden, da sie der allgemeine Religionsersatz geworden ist).

    Demzufolge kann die Erderwärmung jetzt unter den Bus geworfen werden. Sie war ja auch schon ziemlich ramponiert.

    Es geht den Deutschen in erster Linie darum, ihre Religion zu retten. Nicht so sehr die Welt; denn dann muesste man sich ja mit China anlegen -- die machen nicht nur viel mehr CO2, sondern auch viel mehr Atome.

  69. Entschuldigung für meine Kümmelspalterei bezüglich „Fukushima“: Es gab voriges Jahr in Japan eine furchtbare Naturkatstrophe (Seebeben / Tsunami) mit einer endlosen Zerstörung von Menschen, Häusern, Technik, Infrastruktur und Anlagen! Und als Folge auch recht glimpflich verlaufende Havarien von Kernenergieanlagen, die bei nüchterner Betrachtung sogar ein erstklassiges Zeugnis für diese Technologie ausstellen.

  70. Naja, nLeser # 69,

    ‚erstklassig‘ ist was anderes.
    Das waren uralte General Electric-Kisten, die kurz vor ihrer Verschrottung standen und die Japaner haben gepfuscht:
    GE hat die Sicherheitsmaßnahmen auf US-Verhältnisse abgestimmt. Dabei dachten die natürlich nicht an Tsunamis, sondern an Wirbelstürme und Tornados, denn die Kraftwerke sollten nicht an Küsten gebaut werden. Worst case war ein entwurzelter Baum, der mit sehr hoher Geschwindigkeit in den Bau krachen könnte.
    Deshalb hielten die GE-Ingenieure es für eine gute Idee, die lebenswichtigen Notpumpen unterirdisch zu verbauen um sie vor fliegenden Trümmern zu schützen.
    Und genau deshalb sind die Pumpen bei dem völlig anderen Bedrohungsszenario in Japan abgesoffen. Daß das nicht bedacht wurde, ist schlicht und einfach Pfusch gewesen!
    In Deutschland ist das anders gelöst: Die Pumpen sind unterirdisch, wie in Japan, aber massiv verbunkert, mit Panzerklappen und Filtern an den Luftein- und Auslässen, die weder Wasser, noch Feuer noch giftige Gase oder Radioaktivität in die Notanlagen dringen lassen, gesichert gegen Kriegseinwirkung, ABC-Gefahren, Flugzeugabstürze, Naturkatastrophen aller Art -- DAS ist ‚Erstklassig‘!
    Daneben ist übrigens auch noch eine genau so gesicherte Notwarte, deren Personal völlig geschützt ist, während in Japan die Warte ja geräumt und später nur unter schweren Risiken wieder betreten werden konnte und es gibt auch noch ein paar weitere Konzepte, die den japanischen Anlagen überlegen sind, nicht zuletzt die Tatsache, dass die BE-Becken IM Sicherheitscontainment sind und daher selbst bei einer Schmelze nichts nach aussen gelangen kann.

  71. hm tritium, ich muss da ein wenig widersprechen:

    1.) nur bei den Druckwasserreaktoren befindet sich in Deutschland das BE-Becken im Containment (sogenanntes Volldruckcontainment), bei Siedewasserreaktoren hingegen nicht (weder bei Baureihe 69 noch 72, noch bei dem eventuellen Nachfolger SWR 1000 (nun als KERENA(TM) geplant)).
    2.) Bei Kernschmelzen sind solche Betrachtungen nicht so ganz einfach. Beim Schmelzen des Kerns im Reaktordruckbehälter wird dieser irgendwann Versagen (zumal eine Aussenflutung des RDB nicht überhalb vorgesehen ist, und es auch da keinerlei Garantie dafür gibt dass das etwas helfen würde). Nach dem Versagen des RDB wird beim DWR die Reaktorgrube mit Schmelze gefüllt, und diese ist fast nicht kühlbar und frisst sich durch den Beton (und da sie selbstheizend ist, kommt sie auch nicht so schnell zum Stillstand). Ein langfristiges Versagen des Containment ist da nicht auszuschliessen (allerdings ist dies nach mehreren Tagen auch nicht mehr das riesige Problem, da sehr viele Aerosole sich bis dahin niedergeschlagen haben).
    3.) Bei Kernschmelzen im BE-Becken sieht das Ganze prinzipiell besser aus, da sich die Schmelze besser ausbreitet und die Brennelemente schon sehr viel weniger Leistung produzieren. Dennoch ist das BE-Becken bei deutschen Siedewasserreaktoren ausserhalb des Containment (was aber auch Vorteile hat, man kommt einfacher mit Notmaßnahmen zum Auffüllen hin).
    4.) Das gebunkerte Notstandssystem gibt es nicht bei allen deutschen Reaktoren (hauptsächlich DWR haben diese, aber Biblis beispielsweise nicht).

    Dennoch stimme ich ihrer Behauptung, dass deutsche KKW einen höheren Sicherheitsstandard hatten und haben, zu.

  72. Ja, Helium, musst schon entschuldigen, mit den Siedewassertypen hatte ich nie zu tun, da blenden sich die gern aus. Mea culpa!

    Nur: Fukushima Daiichi war eben eine unvergleichlich schlechtere Anlage, nicht mal mit den alten deutschen zu vergleichen, mit den modernen DWRs schon gar nicht. Die sind einfach eine andere Generation und sicherheitstechnisch schon von der Planungsphilosophie her auf einem ganz anderen Level.

    Bei der Kernschmelze sprach ich auch nur von dem Fukushima-Szenario, das heisst trockenfallen des BE-Beckens. Da sehe ich wirklich keine Gefahr eines Durchbruchs. Bei einer Kernschmelze im RDB teile ich die Bedenken durchaus. Das Containment ist ja schon von der Druckfestigkeit her ohne Redundanz ausgelegt und darin sehe ich eigentlich ein grösseres Problem als bei einem ‚China-Syndrom‘, denn so lange sich das Zeug selbst eingräbt, verteilt es sich nicht großräumig, bei einem Entweichen nach oben, falls der Druck das Containment sprengt, sehe ich persönlich das viel ungünstiger.
    Aber immerhin ist da ein Containment, das theoretisch halten sollte und, natürlich ganz elementar: Ein völliges Versagen der Pumpen ist einfach unvorstellbar, zumindest bei den neuren DWR. Denn da wird Redundanz wirklich ganz groß geschrieben, neben jeder nur denkbaren Absicherung gegen äussere Einflüsse. Die Jungs in der Notwarte sind im Fall des Falls nicht zu beneiden, aber dass da auf jeden Fall noch Reaktorfahrer da sind die auch ein Arsenal von Möglichkeiten selbst im schlimmsten denkbaren Fall haben, ist eben eine ganz andere Lage als in Japan.

  73. Nun Tritium, bei einer Kernschmelze ist nach Versagen des RDB bei den DWR langfristig der Druckaufbau im Containment das Problem. Es entstehen nämlich massiv nicht kondensierbare Gase bei der Wechselwirkung von Schmelze und Beton (MCI=melt concrete interaction), und dies ist natürlich auch bei Schmelzen im BE-Becken ein Faktor. Darunter sind Wasserstoff und Kohlendioxid. Irgendwann muss dann zwingend das Venting eingeleitet werden. Dabei kanns dann auch kräftig knallen, weil man eventuell zündfähige Wasserstoffgemische bekommt (im Containment eher nicht wegen der Rekombinatoren, weil der Sauerstoff im Wesentlichen schon verbraucht ist). Ein großflächiges Versagen des Containment ist jedoch nicht zu erwarten, das war aber auch in Fukushima nicht wirklich das Problem. Prinzipiell ist es dann natürlich besser wenn das BE-Becken im Containment liegt.

    Prinzipiell geb ich da duchaus recht, die Auslegung in Deutschland ist eine gänzlich andere. Dennoch ist ein völliges Versagen der Pumpen auch in Deutschland nicht undenkbar, weswegen es ja auch einiges an Massnahmen gemäß Nottfallhandbuch gibt, und diese auch regelmässig geübt werden. Persönlich bin ich ja ein Fan des russischen Konzepts AES 2006 (genau genommen gibts davon 2 Varianten), die auch noch passive Kühlmöglichkeiten vorsehen (wobei Block 1 in Fukushima auch ein weitestgehend passives System hatte, dies jedoch abgestellt wurde).

    Nunja, ich will hier ja kein Reaktorbaulinienlehrbuch verfassen.

  74. Hallo Tritium!

    ‘erstklassig’ ist was anderes.

    Mir ist nach Schock vor einem Jahr durchaus bewußt, daß schwerwiegenden strategische Fehler gemacht wurden. Ich möchte trotzdem um eine Übersicht / Gesamtschau zu den verschiedenen großtechnischen Technologien der Erzeugung von Elektroenergie bitten. Was ist insgesamt besser als Kernenergie?

  75. achgut.com (Peiser):

    Der Umweltzerstörminister

    …..Er will ein ehrlicher Makler zwischen allen Beteiligten sein – doch Altmaier muss die brutalste Zerstörung letzter Naturräume exekutieren: die schnelle Abholzung des Waldes und der Mittelgebirgsrücken. Die Einspruchsfrist der Bürger gegen die Trassen läuft schon am 10. Juli aus, es lebe die Bürgerbeteiligung! …..

  76. Eh Leute, wat meckert ihr hier rum…….die EEG bringen doch viele dolle neue Arbeitsplätze, bis 2020 sogar 500.000…..sagte eine am Mittwoch vorgestellte Studie der Agentur für Erneuerbare Energien voraus.

    Energiewende bringt Arbeitsplatz-Boom

    Auch wenn Subventionskürzungen und Billigkonkurrenz aus China derzeit nicht den Anschein erwecken, wird die Energiewende viele neue Arbeitsplätze schaffen -- auch dank guter Exportperspektiven.

    Hmm, zählt ein Bauer auch dazu, der bisher Rindviecher gezüchtet hat und jetzt einen Kaggevergaser auf seinem Agger hat?
    Hmm. zählt auch ein Elektromeister dazu, der bisher nur Häuser elektrifiziert hat und nun Krähenspiegel auf die Dächer blöder Kunden pappt?

    Hier nun wieder meine für mich logische Frage…….wenn ich für die Produktion für das Erzeugnis X die Anzahl der Werktätigen verdopple, was kostet das selbe Produkt nachher?

    PS. Wieder mal ein Anzeichen dafür, das die EE-Lobby weiter macht wie bisher……koste es dem deutschen Volk was es wolle.
    Würg und janz weit wech
    H.E.

  77. Marktwirtschaftliche, wachstumsfreundliche Umweltpolitik heißt für mich, dass Kosten für Umweltbelastungen und Umweltrisiken den Verursachern in Rechung gestellt werden und nicht den Steuerzahlern.

    Sehr gerne, wenn das dann auch für die konventionelle Energiewirtschaft gilt!

  78. Um nochmal auf Herrn Gauck zurückzukommen: Auch diese Rede liest sich gar nicht so verkehrt, oder?
    http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2012/07/120704-DFG.html

  79. nLeser schrieb am 10. Juli 2012 07:29

    Um nochmal auf Herrn Gauck zurückzukommen: Auch diese Rede liest sich gar nicht so verkehrt, oder?
    http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2012/07/120704-DFG.html

    Hmm, sind genau wie in der letzten Rede Dinge drin, die hier normalerweise auf Ablehnung stossen:

    Beim Klimawandel etwa haben wir bestimmt noch nicht alle Wirkungszusammenhänge verstanden. Aber was uns die Mehrheit der Wissenschaftler berichtet, sollte Grund genug sein, das uns Menschenmögliche – und das ist eine Menge – bei der Bekämpfung der Ursachen und der Bewältigung der Folgen zu tun.

    Man sollte da also weiterhin genau hinkucken.

  80. Ich denke, daß Herr Gauck sich in kluger Selbstbescheidung nicht auf eine der konträren Positionen festlegen wird und das erwartet wohl niemand (außer den 97%igen Sammlern). Aber mir scheint (als Ossi hört ja manchmal das Gras zwischen den Zeilen wachsen), daß er mehr Nachdenklichkeit und Ausgewogenheit erwartet als bisher üblich; bei solchen Stichworten meinetwegen „unangemessene Ängste“ , „nötigen Portion Skepsis“, „Suchbewegungen im Offenen“, „Selbstkorrektur“ oder „Vielstimmigkeit“. Wie gesagt: Ich möchte das nicht exegetisch bearbeiten. Nur: Es lohnt sich wieder, bestimmte Staatsreden zu lesen -- m.E.

    mfG

  81. Also, Herr Müller, zwischen

    „Die Debatte ist vorbei!“

    und

    Beim Klimawandel etwa haben wir bestimmt noch nicht alle Wirkungszusammenhänge verstanden.

    besteht ein himmelweiter Unterschied.

    Auch spricht Gauck von einer „Mehrheit der Wissenschaftler“ und nicht mehr von einem von allen getragenem Konsens, den nur irgendwelche Irren anzweifeln. Worte, Begriffe und Formulierungen sind das Werkzeug der Politik, da muß man schon genau hinsehen.

  82. Peter Heller schrieb am 10. Juli 2012 10:35

    Also, Herr Müller, zwischen

    “Die Debatte ist vorbei!”

    und

    Beim Klimawandel etwa haben wir bestimmt noch nicht alle Wirkungszusammenhänge verstanden.

    besteht ein himmelweiter Unterschied.

    Irgendwie schreiben Sie das so, als hätte ich irgendwas von „Debatte ist vorbei“ gesagt oder würde diese Position vertreten. Hinzu kommt, dass nichtmal da steht, wer das eigentlich wann wozu gesagt hat. Müßte ich raten, ich könnte mit dem Honest Broker Pielke jr. anfangen, aber wahrscheinlich ist wohl Al Gore gemeint. (Lustigerweise läßt sich neuerdinge auch Prof. Lüdecke zu Statements dieser Art hinreissen[1])

    Nun hat das aber alles nichts mit dem Zitat von Gauck zu tun. Der hat das so formuliert, wie ich es in den letzten Jahren sehr oft in der Debatte gehört habe. Und auch diese Formulierung wurde bisher immer abgelehnt. Hat sich da was geändert?

    [1] „Und sie sagen vor allem auf dem heutigen Stand der Physik aus. Wer diesen Stand anzweifelt und zu anderen Ergebnissen hinsichtlich des „Treibhauseffekts“ gelangt, muss es auf nachvollziehbarer physikalischer Basis begründen können. Dies ist bis heute nicht erfolgt.

Schreibe einen Kommentar