Gott Globus – Umweltschutz als neue Weltreligion

20. Januar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Medien

erdekn0So langsam kommt doch ein wenig Bewegung in unsere Medienlandschaft. Die Mischung aus dem latent durch Nichtbeachtung verschleierten Klimagate-Skandal und dem unerwartet kalten Winter scheint seine Spuren zu hinterlassen. Nicht mehr alle Meldungen, die Zweifel an der Klimawissenschaft zulassen, werden dem deutschen Leser und Fernsehzuschauer vorenthalten.

In einem Anflug von bisher ungekannter Offenheit berichteten Spiegel, Stern und Welt darüber, dass das IPCC sich bei seinen Angaben über das erwartete Schmelzen der Gletscher im Himalaja wohl auf falsche Angaben gestützt hatte. Anstatt sich auf wissenschaftliche Literatur zu verlassen, die einem Peer-Review unterzogen wurde, wie es eigentlich Aufgabe des IPCC sein sollte, wurden Zahlen aus einer Studie des WWF ungeprüft übernommen. Angesichts dieser Erkenntnisse erscheinen die Anschuldigungen dem Vorsitzenden des IPCC Rajendra Pachauri, an seinen Landsmann, den der indischen Umweltminister Jairam Ramesh, in einem völlig neuen Licht.

Ramesh hatte bei der Vorstellung einer indischen Studie zur Gletscherschmelze (wir berichteten) das IPCC der Übertreibung bei Ihren Aussagen zur Gletscherschmelze im Himalaja bezichtigt. Woraufhin dieser die Verlautbarungen Rameshs als “extrem arrogant”  bezeichnet und die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit des gesamten Reports in Frage stellte. Vor dem Hintergrund dieser neuen Enthüllungen ist es wohl eher Pachauri, dem man ebendiese Arroganz vorwerfen muss.

Zwar hat diese Meldung es bisher noch nicht in die Redaktionsstuben unser TV- und Radiosender geschafft, aber auch hier sind jetzt zunehmend Stimmen zu hören, die das Dogma des Menschen als Umweltzerstörer und Klimakiller mehr und mehr in Zweifel ziehen. Gestern Abend konnte man ind der 3sat Kulturzeit einen Bemerkenswerten Beitrag mit dem Titel „Gott Globus“ sehen. Darin wurde folgende ketzerische Frage gestellt:

Biblische Plagen wie Hungersnöte und Sintfluten gelten nicht mehr als gottgewollt, sondern vom Menschen gemacht. Ist der Umweltschutz die neue Weltreligion?

Darin sagt der Soziologe Norbert Bolz:

Der Glaube an den Klimawandel bringt uns Aug´in Aug´mit einer absehbaren Katastrophe, das heißt wir können wieder religiös empfinden, ohne an einen Gott glauben zu müssen. Das ist offenbar für eine atheistische Gesellschaft wie die unsere ein fast unwiderstehliches Glaubensangebot…

Al Gore ist der erste Politiker, der es wieder gewagt hat, zumindest in der westlichen Welt, als Prophet aufzutreten. Und man könnte sagen, er hat an seine gescheiterte Politikerdkarriere eine sehr erfolgreiche Prophetenkarriere angeschlossen.  Und das interessanterweise mit dem Material scheinbar avantgardistischer Wissenschaft. Das ist eine, wie ich finde, sehr unheilvolle Mischung…

Selten waren wir in den letzten Jahrzehnten weiter entfernt von Liberalität und einer Art Massenaufklärung als heute. Ganz im Gegenteil, wir sind wieder in die Hände von Propheten geraten.

Eins scheint sicher zu sein – der Damm ist gebrochen. Es ist somit zu hoffen, dass sich in nächster Zeit wieder mehr Journalisten auf das besinnen, was ihre eigentliche Aufgabe ist. Nämlich nach der Wahrheit zu suchen, und nicht das zu verkünden, was sie für die Wahrheit halten.

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19 Kommentare
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  1. Es kommt Bewegung in die Sache…

    Hier auf tagesschau.de

    Nach Kritik an Bericht zur Gletscherschmelze im Himalaya
    Weltklimarat muss umstrittene Prognose zurückziehen

    Der Weltklimarat (IPCC) hat einräumen müssen, dass seine eigene Warnung vor einem rapiden Abschmelzen der Gletscher im Himalaya keine ausreichende wissenschaftliche Basis hatte. Die 2007 veröffentlichte Prognose, wonach die Gletscher bis 2035 größtenteils verschwunden sein könnten, habe auf nur mangelhaft belegten Schätzungen beruht, erklärte der IPCC in Genf.

  2. Delikat ist hierbei auch, dass es sich offenbar um einen Zahlendreher handelt. Allein das zeigt, wie schlampig der IPCC arbeitet. Viele Grüße, Harry.

    P.S.
    Neben der deutschen liegt nun übrigens auch eine englische Übersetzung für den finnischen TV-Bericht „Klimakatastrophe abgesagt“ vor. Habe mir mal die Mühe gemacht:
    http://dotsub.com/view/4c13587a-ea76-4c4a-bbf7-eba2a48a58a6

  3. Ist die AIDS-Virus-Theorie, die etwa zur gleichen Zeit wie die Theorie von der menschengemachten Klimaerwärmung in einem von Endzeitstimmung und Untergangserwartung geprägten gesellschaftlichen Klima von den Medien in Umlauf gebracht wurde, nicht ein weiteres typisches Beispiel für staatlich geförderte Junk-Science? Ja ist AIDS vielleicht gar der Prototyp des modernen Medienhypes, die Mutter aller Medienmärchen vom Typ Waldsterben, Ozonloch, BSE, SARS, Vogel- und Schweinegrippe-Pandemie und so weiter und so fort? Wurde nicht auch hier eine abenteuerliche wissenschaftliche Theorie mit allen zur Verfügung stehenden medialen Propaganda-Mitteln, vor allem mit dem Erzeugen von Angst und Panik, in kürzester Zeit durchgesetzt und etabliert? Wurden nicht auch hier Kritiker von Anfang an mundtot gemacht, aus dem erlesenen Zirkel hochsubventionierter Wissenschaftler ausgeschlossen und, wie im Fall der GW-Theorie, als Leugner gebrandmarkt? Vergleicht man die beiden Wikipedia-Artikel zu den Stichworten Klimaleugner und AIDS-Leugner, so ist das identische Argumentationsmuster, das hier wie dort in erster Linie auf das wissenschaftlich invalide Argument eines Konsenses unter führenden Experten abstellt, offenkundig. Daneben werden gesicherte Erkenntnisse behauptet, ohne dass dem jeweiligen Eintrag zu entnehmen wäre, worin diese gesicherten Erkenntnisse im Einzelnen bestehen sollen. In der AIDS-Wissenschaft wurde das Ende der Debatte noch früher und noch apodiktischer ausgerufen, als in der Klimawissenschaft. Mehr noch, eine solche Debatte wurde von Anfang an nicht zugelassen. Alles, was die Klimawissenschaft an Katastrophen vorhergesagt hat, Hitzewellen, Dürren, Überflutungen, Orkane, gibt es heute und gab es bereits zu biblischen Zeiten. Wir nennen und erklären es heute nur anders. In den Industriestaaten ist keine der Vorhersagen der AIDS-Wissenschaft eingetreten. Keineswegs wurden die europäischen oder amerikanischen Massen, wie in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts prognostiziert, von der Lustseuche dahingerafft. Das statistische Bundesamt gibt heute für Deutschland jährlich etwa 500 AIDS-Tote an; das entspricht bei den Todesursachen der Größenordnung des Ertrinkens in der Badewanne oder des Erstickens an einer Fischgräte. Und so, wie es in der Klimawissenschaft gleichzeitig wärmer und kälter werden kann, ohne dass dies als Widerspruch empfunden wird, kann laut AIDS-Wissenschaft auch in Afrika gleichzeitig die Bevölkerung explodieren (letzes Jahr wurde die Milliardengrenze überschritten) und von der AIDS-Epidemie ausgerottet werden. In beiden Fällen, beim Klima und bei der erworbenen Immunschwäche, beides Forschungsgegenstände, die von der Wissenschaft noch in weiten Teilen unverstanden sind, geben bis heute die Alarmisten den Ton an, wird von diesen dringend zu unverzüglichem Handeln aufgerufen, weil es sonst zu spät sei. In beiden Fällen ist es den Alarmisten auf diese Weise gelungen, schon frühzeitig die Gründung von nationalen und internationalen (IPCC und UN-AIDS) Institutionen zu erwirken, deren Ziel die Bekämpfung des drohenden Desasters ist, wobei die Wahrheit der zugrundeliegenden Theorie nicht nur stillschweigend vorausgesetzt, sondern durch die höheren Weihen der Weltorganisation sozusagen in den Rang eines unbezweifelbaren Dogmas erhoben wurde. Alles, was an Krankheiten bzw. Symptomen heute in Afrika Eingang in die AIDS-Statistik findet, gibt es dort schon immer. Doch was früher als Folge von Unterernährung, schlechten sanitären Verhältnissen, Parasitenbefall etc. angesehen wurde, wird uns heute werbewirksam von Politikern, gewieften Fundraisern und korrupten Wissenschaftlern als AIDS verkauft.
    http://pressetext.com/news/090812032/afrikas-bevoelkerung-knackt-erste-milliarde/
    http://tinyurl.com/yeoetmm

  4. @ hellbound

    Ich finde nicht, dass der Vergleich zwischen der Panikmache um CO2 und der Berichterstattung zu AIDS irgendwie sinnvoll ist. Zwar sind zur Anfangszeit der AIDS-Geschichte auch einige sehr überzogenen Prognosen veröffentlicht worden, aber das ist in unserer Mediengesellschaft bei einer neuen, und noch dazu tödlich verlaufenden, Infektionskrankheit wohl als normal hinzunehmen.

    Allerdings ist auch richtig, dass AIDS, auch wenn es in der Westlichen Welt längst nicht solche Dimensionen angenommen hat, wie einst angenommen, in Afrika ein mehr als ernstes Problem darstellt. Dort sterben, ganz real, viele, vor allem junge Menschen an der Krankheit. Wohingegen die katastrophalen Auswirkungen eines CO“-induzierten Klimawandels nur im Computer stattfinden.

  5. AIDS ist eine reale Krankheit, ebenso wie sein(e) Erreger, die unterschiedlichen HIV-Subtypen real sind.

    Skepsis ist einem Wissenschaftler immanent, wenn er sein Fachgebiet ernsthaft betreibt. Dazu gehört zuvorderst auch Skepsis gegenüber seinen eigenen Ergebnissen.
    Diesem Anliegen trägt m. E. dieser Blog Rechnung

    Nicht hingegen gehört dazu, auf allen möglichen Verschwörungstheorie-Wellen mitzureiten, weil diese sich bei näherer Betrachtung regelmäßig als Hoax erweisen.
    Die Beschäftigung damit hält ungemein auf und ist fruchtlos.

  6. @Rudolf Kipp

    Jetzt argumentieren Sie aber wie ein Anhänger der GW-Theorie. Ich erlaube mir, Ihnen wie ein Klimarealist zu antworten. Zunächst einmal machen Sie es sich ein klein wenig zu einfach. Niemand bezweifelt, dass in Afrika Menschen, z.T. auch junge Menschen, sterben. Auch ist unbestritten, dass die Lebenserwartung dort weit unter der in westlichen Industrieländern liegt. Aber was beweist das? Das war schließlich auch schon vor AIDS so. Woher wissen Sie, dass viele von diesen Menschen real an AIDS sterben, wie Sie sagen; dass andere Todesursachen ausgeschlossen sind; dass die Erklärung der AIDS-Wissenschaftler richtig ist? Schließlich bezweifeln sogar angesehene Fachleute wie der Virologe und Retrovirenspezialist Peter Duesberg und der Biochemiker, Nobelpreisträger und Klimaskeptiker Kary Mullis, dessen Verfahren zur Erkennung von Erbkrankeiten und Virusinfektionen, PCR, in allen Krankenhäusern der Welt Anwendung findet, wie auch andere Wissenschaftler diese Theorie. Dass einer tot ist, beweist schließlich noch nicht, dass er an der bestimmten Krankheit X gestorben ist. Erklären Sie bitte, wie Sie die Richtigkeit der AIDS-Virus-Theorie überprüft haben. „Die große Mehrheit der Experten ist sich einig“, ist übrigens kein wissenschaftliches Argument, genausowenig -- aber wem sage ich das -- wie die Aussage: „es gibt einen wissenschaftlichen Konsens“ etc. Einstein zitiert nach Karl R. Popper: „Die erste und wichtigste Frage, nach dem ich eine neue Theorie entwickelt habe: Angenommen die von mit aufgestellte Theorie ist falsch, woran würde ich das erkennen?“ Angenommen die AIDS-Theorie ist falsch, woran würden Sie das also erkennen?
    Leider sind Sie nur auf ein einziges meiner Argumente, allerdings nur sehr oberflächlich, eingegangen.
    Zu Ihren Argumenten: „Zwar sind zur Anfangszeit der AIDS-Geschichte auch einige sehr überzogenen Prognosen veröffentlicht worden …“ Ich weiß nicht, auf welchem Planeten sie in den 80er und 90 Jahren gelebt haben, hier auf der Erde wurde von den Medien eine bis dahin beispiellose Hysterie entfacht (inzwischen allerdings von der Klimahystrie noch übertroffen) und es wurden NUR überzogene Prognosen, deren Urheber übrigens nicht die Medien selbst, sondern die AIDS-Wissenschaft bzw. deren internationales Propagandaorgan, UNAIDS, eine Unterorganisation der WHO, waren, veröffentlicht. Oder können sie mir wenigstens eine hinreichend spezifische und präzise Prognose nennen, die sich später auch nur annähern erfüllt hätte? Da wurde z.B. die weitgehende Entvölkerung Europas prognostiziert und dann ist AIDS dort bis heute nie über das Stadium einer medizinischen Rarität hinausgekommen. Kommt ihnen das nicht irgendwie bekannt vor? Parturient montes, nascetur ridiculus mus.
    Wissenschaftliche Theorien müssen den Test mit der Realität bestehen. Dazu werden von der Theorie Vorhersagen abgeleitet, die, im Rahmen einer angebbaren Messgenauigkeit, entweder eintreten oder nicht eintreten. Treten sie nicht ein, gilt die Theorie als widerlegt und muss entweder verworfen oder korrigiert und dann neu getestet werden. Richtig? Warum soll also die AIDS-Theorie richtig sein, obwohl ihre Vorhersagen nicht eingetreten sind? Offenbar haben sie einen anderen als einen wissenschaftlichen (vielleicht einen religiösen?) Grund, an AIDS zu glauben; ja ihre Antwort liest sich gerade so, als hätten Sie sich ungeprüft das zu eigen gemacht, was Sie aus den Mainstream-Medien über AIDS erfahren haben.

    1964 wurde in den USA das Medikament AZT als Anti-Läukämie-Mittel entwickelt. Wegen seiner hohen Toxidität und der selbst für ein Chemotherapeutikum als zu strark eingestuften Nebenwirkungen wurde es allerdings nicht zur klinischen Verwendung zugelassen. Das mit großem finanziellen Aufwand entwickelte Medikament verschwand schließlich in der Schublade. Aber wie der Zufall so spielt, tauchte etwa 20 Jahre später wie durch ein Wunder (oder eher wie auf Bestellung?) die dazu passende Krankheit auf: AIDS. Verglichen mit diesem exorbitanten Zufall ist ein dreimal hintereinander getippter Sechser im Lotto mit Superzahl geradezu ein wahrscheinliches Ereignis. Oder anders ausgedrückt: Wer an sowas glaubt, dem kann man alles erzählen.

  7. @Theobald Tiger
    Dass die Diskussion beendet ist, und das Gespräch mit Skeptikern (sie werden zum Zwecke der Diskreditierung willkürlich Verschwörungstheoretiker genannt) nur aufhält, dagt auch Al Gore. Damit sind Sie in bester Gesellschaft.
    AIDS ist keine Krankheit sondern, folgt man den Anhänger dieser Theorie, ein Syndrom. Es gibt also keine neue Krankheit, es werden nur etwa dreißig bekannte Krankheiten neuerdings unter dem Konstrukt AIDS zusammengefasst.
    Ihr Beitrag besteht ausschließlich aus unbelegten Behauptungen und enthält kein einziges wissenschaftliches (also intersubjektiv nachprüfbares) Argument. Aber vielleicht kommt ja noch was …

  8. @ hellhound

    Jetzt argumentieren Sie aber wie ein Anhänger der GW-Theorie. Ich erlaube mir, Ihnen wie ein Klimarealist zu antworten.

    Wollen Sie damit in irgendeiner Form ausdrücken, dass Sie im Besitz einer Wahrheit sind, die anderen Menschen nicht zugänglich ist, oder sich ihnen nicht erschließt? Mit Verlaub, eine solche Art der Argumentationsführung erscheint mir doch ein wenig arrogant.

    Nach allem, was ich über das Thema weiß, kann man den HI-Virus nachweisen und somit auch ermitteln, ob eine Person damit infiziert ist oder nicht. Auch treten im Verlauf der Erkrankung bestimmte Symptome auf, die es erlauben auf eine Erkrankung zu schließen oder nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass wegen der unzureichenden Möglichkeiten der Diagnostik in vielen Ländern in Afrika die Zahl der AIDS-Erkrankungen als zu hoch eingeschätzt wird. Das ändert aber aus meiner Sicht grundsätzlich nichts daran, dass AIDS in vielen Ländern Afrikas ein großes Problem darstellt.

    Bei den teilweise alarmistischen Vorhersagen zur Ausbreitung einer AIDS-Epidimie handelte es sich auch nicht um eine wissenschaftliche Theorie im eigentlichen Sinne. Somit ist ein ausblieben der prognostizierten „großen Seuche“, zumindest in der westlichen Welt, ganz bestimmt nicht geeignet die Virusinfektion AIDS per se als nicht existent darzustellen. Wie ich bereits oben beschrieben habe, Parallelen zum weltweiten Hype um CO2 als Klimakiller kann ich nicht erkennen.

  9. @ hellbound

    Vielleicht sollten Sie auch noch einmal im Knigge nachlesen, dass sich die Diskussionen zu den Beiträgen auf die zugehörige Meldung beziehen sollten. Ein solcher Bezug ist bei Ihrer Diskussion, ob es sich bei AIDS um eine reale Krankheit handelt nun absolut nicht zu erkennen. Wenn Sie dieses Thema diskutieren möchten, sollten Sie sich besser ein entsprechendes Forum suchen.

  10. @Rudolf Kipp Der Titel des Forums lautet, bitte korrigieren Sie mich, wenn ich mich verlesen oder etwas falsch verstanden haben sollte: „Wissenschaft kritisch hinterfragt.“ Wenn sie hier nur Klimawissenschaft diskutieren wollen, warum nennen sie es dann nicht einfach „Klimawissenschaft kritisch hinterfragt“?
    Ich jedenfalls sehe das Problem in einem größeren Zusammenhang, vermute in der Lehre von der Menschen gemachten Klimaerwärmung mit all ihren politischen Implikationen nicht einfach einen Unfall des Wissenschaftsbetriebes oder ein geglücktes Husarenstück dreister Wissenschaftsbetrüger, sondern u.a. das Ergebnis von pathologischen Kommunikationsstrukturen zwischen Wissenschaft, Medien, Politik, Interessengruppen und der breiten Öffentlichkeit. Ich halte es nicht für Zufall, dass uns seit gut zwei Jahrzehnten eine Weltuntergangsankündigung nach der anderen mit großer medialer Aufgeregtheit präsentiert wird, und die angeblich absolut sicheren Prognosen dann regelmäßig ausbleiben.
    Entschuldigen sie bitte, dass ich mit meinen unzeitgemäßen Betrachtungen Ihre Idylle gestört habe.

  11. @Rudolf Kipp
    „Nach allem, was ich über das Thema weiß, kann man den HI-Virus nachweisen“ Soviel ich weiß, kann man auch das CO2 Molekül in der Atmosphäre nachweisen. Aber ist das eine Beweis dafür, dass sich durch den Anstieg der CO2-Konzentration die Bodennahe Luft immer weiter aufheizen wird und wir dadurch unausweichlich den globalen Hitzetof erleiden werden? Übrigens, viele GW-Anhänger argumentieren genau so: Der Klimawandel ist da. Der Klimaerwärmungl ist real, vor allem in Afrika. Dort sterben real schon jetzt vor allem Kinder an seinen Folgen. Wer daran zweifelt ist ein Leugner, Verschwörungstheoretiker und Menschenfeind. Merken Sie gar nicht, wie sich die Argumente gleichen? Die Klimaerwaärmung soll es wie auch AIDS aus unerfindlichen Gründen vor allem auf die Bewohner der Dritten Welt abgesehen haben.

  12. @ hellhound

    Die Parallelen, die Sie zu finden glauben, erscheinen mir doch ein wenig an den Haaren herbei gezogen. Beim CO2 geht es darum, einen Hebel für die Kontrolle über die Wirtschaft zu finden. Bei HIV haben sicher einige Pharmakonzerne finanzielle Interessen (wie bei eigentlich allen Krankheiten). Das halte ich allerdings im allgemeinen für Legitim. Schließlich stellt das doch deren Hauptanreiz für die Entwicklung von Medikamenten dar. Allerdings liegt deren haupaugenmerk wohl auf den westlichen Ländern. In Afrika ist für die kaum etwas zu holen. Daher habe ich gewisse Probleme damit, die AIDS-Epidemie in Afrika als Teil einer globalen Verschwörung der Pharmaindustrie zu sehen.

  13. @ hellbound:

    Ich bin nicht ganz sicher, was Sie nun von uns erwarten. Dies hier ist kein Forum gegen Wissenschaft. Wir sind hier alle wissenschafts- und technikbegeistert. Von Verschwörungstheorien halten wir alle nichts. Es gibt keine Verschwörung im wissenschaftlich-politisch-medialen-Komplex. Es gibt nur sich selbst organisierende Strukturen. Gesteuert wird da nichts, denn die Kommunikationswege sind derart vielfältig und komplex, daß man diese ebensowenig steuern kann, wie das Weltklima.

    Was wir anprangern, ist die Politisierung der Klimaforschung. Und wir behaupten, daß aufgrund dieser Politisierung Daten unvollständig und/oder einseitig und/oder auch falsch interpretiert werden. Mein persönliches Credo ist schlicht und einfach, daß der gegenwärtige Stand des Wissens über das Weltklimasystem die politischen Maßnahmen, die diskutiert werden, nicht rechtfertigt.

    Es stimmt, daß vergleichbare Tendenzen auch in Fragen von Gesundheit und Ernährung existieren. Allerdings liegt in diesen Bereichen nicht unsere Kernkompetenz, dazu kann zumindest ich mich nicht mit einer entsprechenden fachlichen Expertise wie bei der Klimapolitik äußern. Sie sollten sich dafür tatsächlich ein anderes, passenderes Forum suchen.

    Ob es nun eine AIDS-Hysterie, die auf falschen Annahmen beruht. gibt, oder nicht: Ich vermag nicht zu erkennen, daß konkret über das Thema AIDS versucht wurde oder wird, die persönliche Freiheit des Einzelnen einzuschränken und ihm eine bestimmte Lebensart vorzuschreiben. Ich kenne kein einziges Verbot, keine einzige Regulierung, die infolge der AIDS-Debatten verabschiedet wurde.

    Vielmehr erkenne ich, daß hier klassische Anpassungsmaßnahmen (Verwendung von Kondomen, regelmäßige Untersuchungen) propagiert werden. Und daß infolge der Debatte AIDS insoweit enttabuisiert wurde, daß man sich als Erkrankter frei und toleriert in der Gesellschaft bewegen kann.

    AIDS ist für mich eigentlich das klassische Beispiel dafür, wie man in einer aufgeklärten Gesellschaft mit Risiken umgehen kann. Außerhalb fundamentaler christlicher Kreise wurden Dinge wie „Enthaltsamkeit“, „Verbot der Prostitution“ o.ä. in diesem Land niemals ernsthaft diskutiert. Vielmehr wurde sogar die Gesundheitsfürsorge für Prostituierte gestärkt und somit das Gewerbe sogar noch unterstützt.

    Übersetzt auf die Klimadebatte wäre eine vergleichbare Argumentation: Fahrt ruhig weiter Auto (habt ruhig weiter Sex), wir bauen ganz einfach höhere Deiche (verwendet Kondome).

    Es gibt im Bereich der Gesundheitsvorsorge (Achtung: Vorsorgeprinzip!) ganz andere Aufreger. Man will uns vorschreiben, was wir essen und trinken dürfen, wieviel und welchen Sport wir zu betreiben haben und nicht zuletzt, welche Genußmittel wir uns noch gönnen dürfen (am besten: keine). Darüber lohnt sich zu schreiben. Aber erstens nicht hier und zweitens ist AIDS eben kein solcher Aufreger.

  14. Lieber hellhound,
    natürlich gibt es immer wieder Parallelen, wenn man sich verschiedenen Themen in ihren Reflexionen zwischen Wissenschaft, Politik und Bürger anschaut. Das ist einfach dem Wesen der Gesellschaft geschuldet, Und immer und überall steht die Frage „Wem nützt es“ im Raum. Letzteres dürfte auch ihre Argumentation stützen, denn die Interessen sind auch hier sehr unterschiedlich verteilt. Die Medien verdienen ihr Geld mit möglichst katastrophalen Meldungen, die Politiker streuen es am liebsten mit der Gießkanne in Wissenschaft, Studien etc. (um gewählt zu werden und Lobbyinteressen zu befriedigen) und begründen damit steigende Kosten, Gebühren und Steuern. Und so mancher Wissenschaftler hält gerne die Hand auf und frisiert vielleicht auch mal seine Ergebnisse, es besteht ja noch dringender Forschungsbedarf… Es ist m.E. egal, was da konkret zum Hype stilisiert wird.
    Insofern gebe ich ihnen Recht.
    Die geradezu religiösen Züge, die der „Kampf gegen den Klimawandel“ angenommen hat, ist mit dem Thema AIDS nicht vergleichbar. Und auch nicht Thema oben stehenden Artikels.
    MfG

  15. @Rudolf Kipp „Wollen Sie damit in irgendeiner Form ausdrücken …“ Nein, will ich nicht. So etwas wie den Besitz einer Wahrheit gibt es nur in der Religion, nicht aber in der Wissenschaft. Es gibt auch keine wissenschaftliche Theorie, die per se wahr ist und nicht bezweifelt werden darf. Das ist es, was ich ausdrücken will.

  16. @ hellbound #15

    Dann habe ich Ihre Eingangsformulierung wohl etwas falsch interpretiert. Ich stimme Ihnen voll und ganz zu, wissenschaftliche Theorien sollen, nein müssen angezweifelt werde (dürfen), Das ist eine der Hauptsäulen der modernen Wissenschaft.

  17. Wenn man die These aufstellt, Umweltschutz sei eine neue Weltreligion, bewegt man sich doch eher auf psychologischem bzw. soziologischem Terrain und nicht sosehr auf dem Gebiet von Naturwissenschaft und Technik. In dem Artikel und vor allem im Film wird doch der Frage nachgegangen, warum so viele Menschen für all diese apokalyptischen, wissenschaftlich verbrämten Botschaften überhaupt empfänglich sind. Und die Frage wird psychologisch beantwortet, nicht naturwissenschaftlich. Warum man mich hier also so anfeindet, weil ich nicht ausschließlich physikalisch/technisch argumentiere, vertehehe ich angesichts des vorgegebeben Themas ehrlich gesagt nicht.
    AIDS hat keine religiösen Bezüge? Ach ja, wirklich?
    http://www.zeit.de/2007/33/Abdruck-Grill?page=all
    http://www.unaids.org/en/Partnerships/Civil+society/religionAndAids.asp
    http://en.wikipedia.org/wiki/Religion_and_AIDS
    http://tinyurl.com/ybebzhm
    http://gateway.nlm.nih.gov/MeetingAbstracts/ma?f=102220011.html
    Ich könnte hier noch endlos Links anfügen.

    Die Menschen glauben, was sie glauben wollen, Fakten interessierensie nicht. William s. Burroughs

  18. @hellhound #7
    In meiner Wortmeldung habe ich mich mit meinen „Behauptungen“ knapp gefaßt, weil das AIDS-Thema in diesem Thread OT ist.

    Nun im Einzelnen, jedoch auch wieder knapp:
    -- Ich habe das Virus im Elmi Ende der 80er Jahre gesehen, allerdings lange nach Gallo.
    -- Ich kenne aus beruflicher Tätigkeit (mit dem Thema befaßt von Mitte 80er bis Ende 90er) eine Reihe Kasuistiken, bzw. habe diese zusammengestellt, bei denen wir Infektionswege (Sexualpartner, Blutspender) eindeutig nachverfolgen konnten.
    -- Ich kannte HIV-infizierte Patienten persönlich.
    -- In unserem PCR-Labor wurden tausende Proben untersucht. Zuweilen wurden wir mit einem positiven HIV-Antikörper-Befund fündig, der mit der späteren Manifestation einer AIDS-Symptomatik beim Patienten korrespondierte.

    Daß das wiederum „Behauptungen“ bleiben müssen, liegt an der Art dieses Kommunikationsmediums und meiner Unlust, mich nach der langen Zeit an einzelne Details der Patientenakten erinnern zu sollen.

    Ihr Statement

    „AIDS ist keine Krankheit sondern, folgt man den Anhänger dieser Theorie, ein Syndrom. Es gibt also keine neue Krankheit, es werden nur etwa dreißig bekannte Krankheiten neuerdings unter dem Konstrukt AIDS zusammengefasst.“

    weist auf einen Mangel an Satisfaktionsfähigkeit in dieser Diskussion aufgrund Kenntnisdefizits.
    Ich erklär’s kurz:
    Syndrom = das gleichzeitige Auftreten unterschiedlicher Krankheitszeichen (Symptome), die bei einer Erkankung auftreten können. Daher auch Acquired Immune Deficiency Syndrome.
    Der einheitliche Mechanismus einer HIV-Infektion -- die Eliminierung der mit Viren befallenen T-Lymphozyten als Träger der zellvermittelten Immunität -- kann zu einer Mehrzahl von Symptomen führen, jedoch nicht alle (bekannten) müssen (gleichzeitig oder hintereinander) auftreten. Das hat seine Ursachen in unterschiedlichen HIV-Subtypen und Patientenindividualität.
    Das mag in der Kürze und abschließend genügen.

  19. Okay, ich habe verstanden. Sie haben eine vorgefertigte Meinung, akzeptieren nur zustimmende Kommentare und sind an einer ergebnisoffenen Diskussion nicht interessiert. Ich habe deshalb auch nicht vor, sie weiter mit wissenschftstheoretischen Problemen zu behelligen. Sollte sich aber unter Ihnen doch der eine oder andere befinden, dem es um Wissenschaft und nicht um Weltanschauung geht, und der intellektuell in der Lage ist, Erkenntis von Bekenntnis zu unterscheiden, den könnte vielleicht dieses Interview interessieren: http://www.neue-medizin.com/intmull.htm

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