GRACE-Mission: Himalaja-Gletscher schmelzen nicht ab

25. März 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Daten, Klimawandel, Schnee und Eis, Wissenschaft

GRACE-Satelliten, Quelle: DLRSeit nunmehr 10 Jahren (März 2002) vermessen die beiden Satelliten der GRACE-Mission (Gravity Recovery and Climate Experiment) aus einer Höhe von 500 km das Gravitationsfeld der Erde. Die ursprünglich auf fünf Jahre ausgelegte Mission wurde bis 2015 verlängert (eine Nachfolge-Mission GRACE-FO ist avisiert). Im Lauf eines Monats liefert GRACE genügend Daten, um das Schwerefeld der gesamten Erde zu berechnen. Die minimalen Variationen der Distanz zwischen beiden Satelliten (220 km) liefern Informationen über das Schwerefeld mit einer räumlichen Auflösung von “einigen 100 km”.

Kontinentale Gletscher und Eismassen

Aus den GRACE-Daten lassen sich unter anderem Rückschlüsse auf die globale Entwicklung der kontinentalen Gletscher sowie über das grönländische und antarktische Eisschild gewinnen. Die Auswertung eines US-amerikanischen Forscherteams der Uni Colorado und des National Center for Atmospheric Research (NCAR) über einen Zeitraum von acht Jahren brachte überraschende Ergebnisse — überraschend jedenfalls für Vertreter der AGW-These. Und zwar haben die kontinentalen Gletscher auf hohen Gebirgen (ohne Grönland und die Antarktis) deutlich weniger Masse verloren, als bisher geschätzt. Die Abschmelzrate ist tatsächlich 30 Prozent niedriger.

Für die Gletscher- und Eismassen in den Hochgebirgen Asiens (Himalaja, Tibet, Pamir) ist die Diagnose noch deutlicher. Dort konnte nicht einmal eine signifikante Abnahme festgestellt werden, obwohl die Schätzungen dort von 50 GT pro Jahr ausgingen. Da half auch eine Untersuchung auf eventuelle tektonische Veränderungen in der Region nichts, die Gletscher im den asiatischen Hochgebirgen weigern sich im Beobachtungszeitraum hartnäckig, klima-alarmistischen Vorstellungen Genüge zu tun.

Dieses Ergebnis ist besonders peinlich für das IPCC, welches noch in 2009 die alarmistische Behauptung verbreitete, die Himalaja-Gletscher würden bis 2035 vollkommen verschwinden. Erst nach erheblichem Druck von aussen und sehr zögerlich räumte man einen “Zahlendreher” (2350) ein, doch steckte dahinter in Wahrheit die Verwendung unseriöser Quellen. Dennoch brüstete sich in Deutschland ein gewisser H.J. Schellnhuber noch im Vorfeld zur Kopenhagen-Konferenz im deutschen Staatsfernsehen, dieses “genau ausrechnen” zu können. Bedarf es eines besseren Belegs für die naturwissenschaftliche Inkompetenz dieses klima-apokalyptischen Nebelwerfers?

Gegenwärtige Eisentwicklung Grönlands

Grönland Satellitenfoto NASADas Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) veröffentlichte Mitte März eine Pressemitteilung zur grönländischen Eisentwicklung, ebenfalls auf Basis der GRACE-Daten. Demnach verzeichnete Grönland in den letzten 10 Jahren einen Massenverlust von “bis zu(!!!) 240 GT”, das sind 261 km3. Dies entspräche, so das GFZ, einem Meeresspiegelanstieg “0,7 mm pro Jahr“. Das GFZ verwechselt (absichtlich?) den Maximalwert mit dem Mittelwert, die Aussage ist nicht korrekt ! Das GFZ macht keine Angaben, wie gering dieser Verlust in Relation zur Gesamtmasse des grönländischen Festlandeises ist.

Ich bin daraufhin der Frage nachgegangen, ob der IPCC-Report einen Umrechnungsfaktor zwischen Massenverlust und Meeresspiegelanstieg nennt und bin im IPCC AR4 2007, Chapter 4 fündig geworden. Dort wird ein Meeresspiegelanstieg von 1 mm pro 360 GT angegeben. Das ist interessant, bedeutet es doch für die vom GFZ genannten 240 GT einen Anstieg von 0,67 mm und nicht 0,7 mm. Das GFZ übertreibt also sogar doppelt. Es verkauft einen Meeresspiegelanstieg von 0,7 mm eines Jahr als Durchschnitt für acht Jahre, wobei diese Angabe schon für dieses eine Jahr etwas zu hoch ist!

[Nachtrag: Laut dieses Artikels zeigen die GRACE-Daten zwischen 2002 und 2008 einen durchschnittlichen Verlust von 170 GT.]

Diese Ansammlung subtiler kleiner Tricks, alle in genau dieselbe Richtung weisend, ist typisch für klima-alarmistische Darstellungen. Natürlich wurde diese subtile Tendenz in diversen Veröffentlichungen brav und unkritisch übernommen: astronews, Die Zeit, Focus. Im folgenden habe ich mal den prozentualen Eisverlust Grönlands kalkuliert. Dazu ist die Umrechnung von Gigatonnen Eismasse in km3 hilfreich:

Eisdichte bei 0°C: 917 kg/m3, bei -60°C: 923 kg/m3
Ich rechne der Einfachheit halber mit 920 kg/m3 = 0,92 t / m3

Eismasse Grönlands = ca. 2,95 Mio km3
max. jährlicher Verlust = 240 GT = 240*109 Tonnen.
240*109 / 0,92 = 260,87*109 m3 = 260,87 km3.

Ein Verlust von 261 km3 entspricht 0,009% der grönländischen Eismasse. Mit dieser Geschwindigkeit würde das komplette Abtauen Grönlands mehr als 11.000 Jahre dauern. Das ist rein hypothetisch, denn selbst bei den Klima-Alarmisten geht man bei einer Erwärmung von zwei Grad von 50.000 Jahren aus (siehe folgender Abschnitt).

Alarmistische Dramatisierungen

So etwas können die selbsternannten “97% aller Klimaforscher” natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Durch intensive Klimamodell-Pflege und Ölung imaginierter “Kipp-Punkte” mit Spezialfett ist es ihnen gelungen die Abtauzeit formel-eins-mäßig auf 500 Jahre “herunterzutunen”. Hier das naturwissenschaftlich daherkommende Feigenblatt dafür: Multistability and critical thresholds of the Greenland ice sheet.

Dazu bedarf es des entschlossenen Griffs in die Erwärmung-Trickkiste. Sie erfanden einen Temperatur-Anstieg von 8 Grad. Unerheblich, daß eine solche Erwärmung mit den fossilen Rohstoffvorräten gar nicht leistbar ist. Gott, seien wir nicht so kleinlich, wer merkt das schon? Da spinnt der oben verlinkte Artikel dann auch tapfer das Märchen:

Erwärmt sich das Klima beispielsweise langfristig um rund acht Grad, weil die Menschheit ihren Ausstoß an Treibhausgasen unvermindert fortsetzt, würde ein Fünftel des Grönlandeises innerhalb von 500 Jahren abschmelzen, wie die Forscher berichten. In 2.000 Jahren wäre Grönland dann komplett eisfrei.

[Nachtrag: nähere Information dazu bei EIKE: Wikinger wieder in Grönland? PIK lässt schon mal das Eis schmelzen!]

Überprüfungen

Interessehalber habe ich mal weitere Quellen angeschaut, welcher Faktor für den Meeresspiegelanstieg denn dort auftaucht:

1. Max-Planck-Institut für Meteorologie
Landeismasse Antarktis = 29 Mio. km3 (IPCC 1995)
Landeismasse Grönland = 2,95 Mio. km3 (IPCC 1995)
Meeresspiegelanstieg Totalverlust Antarktis+Grönland: ca. 70m (IPCC 2001)
70.000 * 100 / 31,95*106 = 0,219 mm / 100 km3

2. Welt der Physik: Der Tandemsatellit GRACE
Eisverlust Grönland = 170*109 Tonnen
Meeresspiegelanstieg = 0,55 mm
170*109 / 0,92 = 184,78 km3
0,55 * 100 / 184,78 = 0,298 mm / 100 km3

3. meteo ETH Zürich
Landeismasse Grönland = 2,93 Mio. km3
Meeresspiegelanstieg Totalverlust: ca. 7m
7000 * 100 / 2,93*106 = 0,239 mm / 100 km3

4. wiki.bildungsserver
Eisverlust Antarktis = 152 km3
Meeresspiegelanstieg = 0,4 mm
0,4 * 100 / 152 = 0,263 mm / 100 km3

Zum Vergleich muss die IPCC-Angabe “1 mm pro 360 GT” auf mm pro 100 km3 umgerechnet werden:

360*109 / 0,92 = 391,3 km3
100 / 391,3 = 0,256 mm / 100 km3

Wie man sieht, ist die Grössenordnung überall ähnlich. Der IPCC-Wert von 2007 scheint mir als Schätzwert glaubwürdig. Ich will ihn abschliessend extra festhalten:

360 GT = 1 mm Meeresspiegelanstieg
100 km3 = 0,256 mm Meeresspiegelanstieg

Referenzen:

Dieser Artikel erschien am 25.03. auch bei KlimaZwieback.

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20 Kommentare
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  1. Lieer CO,

    es ist beckmesserisch, eine Differenz von 0,67 mm zu 0,7 mm als ‘Falsch’ zu brandmarken. Das tut der Sache keinen Gefallen.
    Es wäre besser, darauf hin zu weisen, dass dort, wo es nötig werden könnte, eine Erhöhung der Deiche um 7 cm pro hundert Jahre (das ist weniger als eine Handbreite) sicherlich kein Problem darstellt. Und auch die Malediven haben dann noch ein sehr langes Leben; Korallenriffe wachsen nämlich mit bis zu 25 mm/Jahr und der Korallensockel der Malediven ist so bereits über 2000 Meter hoch gewachsen.

  2. @Tritium

    es ist beckmesserisch, eine Differenz von 0,67 mm zu 0,7 mm als ‘Falsch’ zu brandmarken. Das tut der Sache keinen Gefallen

    Lieber Tritium,
    für sich alleingenommen, vielleicht. Nur summieren sich da eben mehrere Kleinigkeiten in “gewohnter” Weise auf … ich hatte gehofft, dass deutlich gemacht zu haben. Und mit “falsch” hatte ich bezeichnet, dass das GFZ behauptet(!), diese 0.7 mm wären in jedem Jahr des Beobachtungszeitraum anzutreffen gewesen. Vielleicht ist dir dieser feine Unterschied entgangen?

    Das ist so, als würde jemand aufgrund der Höchsttemperatur eines Wochentages (z.B. 30 Grad) feststellen, JEDER Tag der Woche hätte diese Höchsttemperatur erreicht!

  3. Trotzdem nicht uninteressant, diese Hütchenspiele. Wobei vermutlich noch andere Faktoren bei der Dynamik der Meereshöhen mitspielen. mfG

  4. Lieber CO,
    ich hab’ das schon verstanden, was du wolltest und du hast ja auch grundsätzlich recht.
    Nur der Text wirkt auf mich eben kleinlich, von der Ausdrucksweise her.
    Und das ist, da bin ich mir sicher, das letzte, was du im Sinn hast.

  5. Nachfrage:

    In der verlinkten Pressemitteilung steht:

    Bis zu 240 Gigatonnen Massenverlust pro Jahr musste der grönländische Eisschild zwischen 2002 und 2011 verkraften. Das entspricht einem Meeresspiegelanstieg von etwa 0,7 mm pro Jahr.

    Daraus lässt sich nicht entnehmen, wie stark der Massenverlust von Jahr zu Jahr schwankt. Wenn es eben einmal 240 Gt waren, die anderen Jahre aber jeweils auch mit mehr als 230 Gt zu Buche schlagen, also in derselben Größenordnung liegen, denke ich auch, daß man darauf nicht herumreiten sollte.

    Gibt es dazu Daten?

    Ansonsten zeigt die Formulierung in der PI einmal mehr auf, wie sprachliche Ungenauigkeiten, die durch eine von jeglicher Kompetenz unbelastete Pressestelle verzapft werden, zu falschen Interpretationen führen. Richtig wäre wohl doch gewesen:

    Bis zu 240 Gigatonnen Massenverlust pro Jahr musste der grönländische Eisschild zwischen 2002 und 2011 verkraften. Das entspricht einem Meeresspiegelanstieg von bis zu etwa 0,7 mm pro Jahr.

  6. @Peter Heller

    Gibt es dazu Daten?

    Der Artikel Der Tandemsatellit GRACE in der Welt der Physik berichtet zumindest folgendes:

    In der Arktis fanden Wissenschaftler mit Hilfe von GRACE zum Beispiel heraus, dass das Eisschild, das große Teile von Grönland bedeckt, schrumpft, und dies mit zunehmender Geschwindigkeit. Die abnehmende Schwerkraft über der Eisdecke lässt auf einen Verlust von etwa 170 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr zwischen 2002 und 2008 schließen.

    170 GT Durchschnitt über 7 Jahre sind ein bisschen weniger als 240, oder?

    Ansonsten zeigt die Formulierung in der PI einmal mehr auf, wie sprachliche Ungenauigkeiten, die durch eine von jeglicher Kompetenz unbelastete Pressestelle verzapft werden, zu falschen Interpretationen führen

    Fehlende Kompetenz — ich weiss nicht. Einerseits wird “Hochkompetenz”” demonstriert, andererseits soll die Pressestelle strohdoof sein. Komischerweise kommen so immer nur alarmistische Übertreibungen raus. Wie sagt der Schwabe? Das hat letztendlich ein “G’schmäckle”.

    …. von bis zu etwa 0,7 mm pro Jahr.

    Naja, die Aussagekraft ist zwar dann nur noch gering, aber wenigstens ist das nicht mehr verkehrt.

  7. @Tritium #4

    Nur der Text wirkt auf mich eben kleinlich, von der Ausdrucksweise her.

    Tut mir leid, daß das so schlecht ankommt. Die Kritik muss ich dann eben einstecken.

  8. #7. C-O

    Tut mir leid, daß das so schlecht ankommt. Die Kritik muss ich dann eben einstecken.

    moin C-O,

    sehe ich nicht so verbissen :-) denn grundsätzlich ist es ja schon so, dass allein durch eine gewisse Wortwahl Alarmismus rausgekitzelt wird, wo die Fakten eigentlich kein Katastrophenszenario hergeben. Und genau das werden wir im neuen IPCC Bericht in Reinkultur erleben. Denn Fakt ist doch, dass sich nun schon seit etwa 25 Jahre die Endzeit einfach nicht einstellen will.

    karl.s

  9. @ CO, #6:

    Danke. Das ist dann allerdings schon krass. Die Differenz zwischen 170 Gt im Durchschnitt und 240 Gt im Maximum finde ich erheblich.

    So funktioniert der Alarmismus. Schön herausgearbeitet.

  10. @karl.s
    Hallo Karl,
    ja — diese “gewisse Wortwahl” in einer PI, möglichst immer schön knapp unter der Schwelle der Unrichtigkeit bleibend, ergibt in der Summe nun mal eine bestimmte Färbung. Kritik, die sich an die Einzelheiten “heranwagt”, um diese Färbung sichtbar zu machen, mag vielleicht schnell kleinlich wirken.

    Ich habe die Formulierung(!) im einleitenden Absatz zu Grönland nun ganz leicht entschärft — und einen Nachtrag angefügt. Die Kritik selbst ändere ich nicht. Für Presseinformation müssen diejenigen, die sie verbreiten schon geradestehen.

    @Peter Heller
    Danke. Ich habe eine Ergänzung im Artikel betreffs dieser 170 GT hinzugefügt.

  11. @ C-O:

    Die Kritik selbst ist ja auch völlig gerechtfertigt -- das Muster kennen wir leider nur zu gut.

  12. CO,

    es ist immer das Gleiche, sie lügen, als gäbe es kein Morgen ;-)

    Was war zuerst da , die politische Forderung oder der pseudowissenschaftliche Beweis ?

    Vielleicht hört es aber bald auf: Herr Rannseyer, sie wissen es, so blöde ist kein Mensch ;-)

    Seit Jahren verkünden weltweit Politiker und Wissenschaftler, der Mensch sei schuld an der Erderwärmung, und die von ihm verursachten Kohlendioxid-Massen (CO2) würden unseren Planeten aufheizen. Unter Klimaforschern, Geologen, Chemikern und anderen Wissenschaftlern tobt derzeit eine große Schlacht über die Ursachen der Klimaschwankungen, die seit Hunderttausenden von Jahren den Wechsel zwischen Eiszeiten, Wärmeperioden, Zwischeneiszeiten und Zwischenwärmeperioden bestimmen…

    … Unter seriösen Wissenschaftlern ist man sich einig, dass vor allem die astrophysikalischen Zyklen für die Temperaturschwankungen verantwortlich sind, und nur zu einem vernachlässigbaren Teil die menschlichen Aktivitäten.

    Nachdem im britischen Fernsehen “The Great Global Warming Swindle” gelaufen ist, bricht auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung auch in Deutschland die Schweigemauer. Christian Bartsch schreibt beispielsweise in der FAZ vom 27. März, daß es in der Erdgeschichte schon immer Klimaänderungen gegeben habe, die freilich nie eine Korrelation zum historischen CO2-Gehalt der Luft aufgewiesen haben. Eine Vielzahl historischer Beispiele werden angeführt. Darauf aufbauend widerlegt Bartsch Stück für Stück die Argumente der Ökologisten.

    Die Vermutung liegt nahe, dass die Regierungen nicht nur wissen, dass die von Menschen gemachte Klimakatastrophe ein Schwindel ist, sondern dass sie auch wissen, dass das mit der Globalisierung verbundene weltweite System hoffnungslos am Ende ist. Und da sie nicht den Mut haben, zuzugeben, dass ihre inkompetente Wirtschaftspolitik für die gegenwärtige Systemkrise mitverantwortlich ist, bietet die Klimafrage einen willkommenen „Sündenbock”. Denn wenn das Finanzsystem kracht, droht Chaos -- und für diesen Fall haben einige Kräfte durchaus Notstandsmassnahmen in petto.

    Noch ist der Angriff auf unsere Freiheit nicht vorbei, die meisten nützlichen Idioten wissen noch gar nicht, was sie angerichtet haben. Der Klimawahn war nur ein Ablenkungsmanöver.

  13. @W.Rassbach

    Noch ist der Angriff auf unsere Freiheit nicht vorbei, die meisten nützlichen Idioten wissen noch gar nicht, was sie angerichtet haben. Der Klimawahn war nur ein Ablenkungsmanöver.

    Nein, lieber Herr Rassbach, die schleichende Entrechtung der Menschen ist voll im Gange.

    Kürzlich hiess es, Werbeslogans sollen “verboten werden”(!). Meinetwegen sollen diese kennzeichnungspflichtig werden, damit sie besser als Werbeslogans erkennbar sind, aber die Freiheit zu entscheiden, muss bei den Bürgern bleiben! Deshalb bin ich strikt gegen ein Verbot. Obwohl ich Werbung hasse.

    Nun will “Verbraucherschutz”-Ministerin Aigner sogenannte “übergroße” Lebensmittelverpackungen verbieten. Es würden “zuviele Lebensmittel weggeworfen”. Ja und? Was geht das die Dame an? Wer Lebensmittel wegwirft, der kann sich das eben leisten. Wer sie braucht, wird das nicht tun. Es ist zudem ein verlogenes Anliegen. Ist doch Deutschland zum Weizenimportland geworden, weil politischen Institutionen durch planwirtschaftliche Maßnamen erst dafür gesorgt haben, daß unsere landwirtschaftlichen Anbauflächen für Bio-Kraftstoffgewinnung verloren gehen. Das planwirtschaftliche Denken Aigners ist bezeichnend:

    Wir stellen jetzt die gesamte Lebensmittelkette auf den Prüfstand: vom Acker über Verarbeiter und Verkauf bis zum Verbraucher.

    Hier der Link.

    Unter dem “hohen Etikett” des angeblichen Verbraucherschutzes — ich habe die Dame nicht gebeten !?! — soll in die Sebstbestimmung und Entscheidungsgewalt der angeblich “mündigen Bürger” (haha) und der Wirtschaft in kujonistischer Weise eingegriffen werden.

    Die unbegründeten (bzw. rein ideologisch begründeten) Eingriffe in Freiheit und Selbstbestimmung der Menschen nehmen überhand. Doch selbst ein gestandener Bürgerrechtler wie der neue Bundespräsident singt in seiner Sonntags-Antrittrede das hohe Lied von Freiheit und Verantwortung und scheint nicht zu merken, daß dieser Staat, das diese europäische Union peu a peu die Freiheit und Selbstbestimmung in einem bürokratischen Zwangskorsett zu ersticken droht.. Wie sogenannte “Bürgerbeteiligung” aussieht, wissen wir ja spätestens seit der sogenannten “Energiewende”.

  14. CO,
    Was uns da übergestüpt wird, heißt Politische Ökologie, was mich einigermaßen beruhigt ist der Satz, “…die sind ja noch schlimmer als früher die Kommunisten…” den ich immer öfter höre, allerdings auch “…da können wir nichts machen…”

    Wer hat der Aigner nur diesen Schwachsinn eingeredet. Was soll es, Obama wollte auch Guantanamo schließen, jetzt hat er das NDAA unterschrieben, aber er hat jetzt auch die XL Keystone Pipeline genehmigt und redet nicht mehr vom Klimawandel vor der Wahl, ein Jahr Ruhe ;-)

    Kommt das morgen wirklich in der FAZ ? Diese Zeitung in #12 kannte ich nicht, wer macht die ?

    Wie ist dieser Artikel zu bewerten?

    Stiftung neue Verantwortung, hört sich gut an ? Oder sollen sie die Legitimierungsprozesse neu erfinden?
    Ich höre noch den Ethikchef Töpfer, die Wende ist machbar, wir müssen nur noch ein paar Kleinigkeiten durch Experten deliberativ abprüfen lassen. Die Herrschaft der verblödeten Ökoexperten.

    Vielleicht nach diesen Prinzip?

    “Der Sierra Club ließ die Nature Conservancy annehmbar erscheinen. Ich gründete Friends of the Earth um den Sierra Club annehmbar erscheinen zu lassen. Dann gründete ich das Earth Island Institute um Friends of the Earth annehmbar erscheinen zu lassen. Earth First! läßt uns nun annehmbar erscheinen. Wir warten immer noch auf jemanden, der Earth First! annehmbar erscheinen läßt”. (David Brower zitiert von Ron Arnold und Alan Gottlieb in ihrem Buch “Trashing the Economy” 1993)

  15. Hier ein wie so oft erfrischender Kommentar von Calimero zu den politischen Tiefflügen der fehlplatzierten Rundfunkmechanikerin Ilse Aigner, die jetzt Verbraucher “schützt”.

  16. @ C -O, # 13:

    Das ist wieder mal einer der wenigen Beiträge, zu denen ich nichts sagen kann, weil alles gesagt ist, aber trotzdem meinen Beifall ausdrücken möchte.

  17. @Tritium
    Ja Tritium, diese grundsätzliche Sorge scheinen (nicht nur) wir zu teilen.

  18. Im Klima-Forum von wetteronline.com hatte man sich schon Mitte März mit dem 500-Jahres-Märchen der PIKaderos inklusive der imaginierten “Kipppunkte” auseinandergesetzt.

    Was von der “Kipp-Kunde” der PIKaderos zu halten ist, darüber hatte EIKE schon im Februar 2010 und im letzten Sommer berichtet . Laut dieser Pressemitteilung des MPI von 02/2011 (siehe auch hier) mussten die Klimamodellierer in einer Modellstudie einsehen, dass es zumindest für das arktische Meereis keinen Kipppunkt gibt.

  19. Lehren für die Klimadebatte: alles schon mal da gewesen. Der damals als “Leugner” titulierte Alfred Wegener stand gegen die gesamte Fachwelt mit seiner Theorie der Kontinentalverschiebung. Vor eigentlich überraschend kurzer Zeit erst, nämlich Ende der 1960er Jahre wurde diese Theorie endlich anerkannt. Bis dahin verhöhnte und ignorierte man jene, die es wagten, bestehende Modelle anzuzweifeln.

    Nachtigall, ick hör dir trapsen …

    Im Rückblick erscheint es interessant, dass wichtige richtungsweisende Manuskripte zur Plattentektonik zunächst von internationalen Fachzeitschriften einfach abgelehnt wurden. (…) Lawrence Morley, einer der beteiligten Forscher, berichtete in seiner Rückschau auf die Ereignisse wie frustriert er vom ineffizienten Begutachtungsprozess war und zeigt das Hauptproblem auf, das auch heute in den Klimawissenschaften wieder eine herausragende Rolle spielt.

    Einen anderen sehr wichtigen Punkt nennt Gordon MacDonald. (…):
    „Wenn Herdenmitglieder zu sehr vom aktuellen Dogma der Herde abweichen, werden sie geächtet und schließlich verbannt. Der Herdeninstinkt wird weiter verschärft wenn die Geldgeber Mitglieder der Herde sind. Die Arbeit von Abweichlern wird nicht mit Fördermitteln unterstützt, und ihre Arbeiten, die zum Teil hochinnovativ ist, wird vom Rest der Herde ignoriert. Wenn Meinungsführer der Herde sich dazu entschließen, eine neue Richtung einzuschlagen, folgt die Herde oft. Im Gegensatz hierzu wird es sehr schwer die Herde zu überzeugen, wenn die Innovatoren nicht Mitglied der Herde sind. Vor den 1950er Jahren machten sich die nordamerikanischen geologischen Herdenanführer über ausländische Unterstützer der Kontinentaldrift lustig. In den 1960er Jahren entschieden sich die allseits respektierten Meinungsführer Harry Hess (Princeton University), Tuzo Wilson und Robert Dietz (University of California Scripps Institution of Oceanography) dazu, die Richtung zu ändern. Und die Herde folgte ihnen.

    Die Plattentektonik setzt sich durch: Lehren für die Klimadebatte
    Kontinentalverschiebung und Klimawandel: Die wundersame Wiederholung der Wissenschaftsgeschichte

    Man kann nur hoffen, daß es Svensmark, Shaviv und Co nicht wie einst Alfred Wegener ergeht.

  20. Zitat #19 am Ende: Man kann nur hoffen, daß es Svensmark, Shaviv und Co nicht wie einst Alfred Wegener ergeht.

    Hallo C.-O.,

    nur ganz kurz: Ich glaube, dass es Svensmark und Co. nicht so ergeht. Wer weiß, was passiert wäre, wenn es zu Wegeners Zeiten schon Internet gegeben hätte…

    Chris Frey

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