Greentec Awards: „Projekt DFR inhaltlich nicht mit den Zielen der Awards vereinbar“

12. Juni 2013 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Medien

Greentec Awards FacebookDie Macher des Greentec Awards haben auf ihrer Facebook Seite eine Stellungnahme zum Ausschluß des DFR abgegeben. Es bestätigt, was man vermuten konnte. Die Verantwortlichen hinter dem Award haben in keiner Weise begriffen, welche Potentiale der Dual Fluid Reactor hat. Es ist Atom und deshalb abzulehnen. Basta.

Kritische Kommentare werden von Greentec Awards konsequent gelöscht. Allerdings hat die Facebook Seite der Naturfreunde für Atomstrom davon einiges dokumentiert. Interessant ist dort etwa eine Stellungnahme von Greentec Awards, die inzwischen ebenfalls gelöscht wurde (siehe Screenshot):

„Der Name Fukushima wurde zum Inbegriff für mehr als 19.000 Tote, für verstrahlte und verwaiste Landstriche. Dies können, wollen und werden wir nicht ignorieren! Atomkraft in jeder Form lehnen wir und unsere Jury kategorisch ab! Eine weitere Diskussion wird es nicht geben!“

Greentec Awards Facebook 2

Die komplette Stellungnahme im Wortlaut:

Stellungnahme der Veranstalter der GreenTec Awards
zum Ausschluss der Bewerbung „Dual Fluid Reaktor“ aus dem diesjährigen Wettbewerb durch die Jury

Aufgrund der öffentlich geführten Diskussion der vermeintlich unsachgerechten Behandlung der Einreichung „Dual Fluid Reaktor“ (kurz DFR) des Instituts für Festkörper-Kernphysik gGmbH möchten wir an dieser Stelle die Entscheidung der Jury verteidigen und unsere inhaltliche Meinung zum Projekt als Veranstalter darlegen (und damit eine objektive Diskussion ermöglichen).

Unseren Ausführungen möchten wir voranstellen, dass wir vor nunmehr 6 Jahren die GreenTec Awards ins Leben gerufen haben, um insbesondere technologischem Umweltengagement eine mediale Plattform zu schaffen. Ziel der Awards ist es gemeinsam mit unserer Jury, unseren Unterstützern und Botschaftern herausragende Beispiele zu prämieren und aufzuzeigen, dass durch Engagement und kluge Entscheidungen schon heute viel im Sinne eines Klima- und Ressourcenschutzes erreicht werden kann.

Um die Awards glaubhaft durchführen zu können, haben wir uns einem transparenten Regelwerk unterworfen und entwickeln dieses den Anforderungen entsprechend auch kontinuierlich weiter. Ein zentrales Element der Awards ist die sehr prominent besetzte Jury mit 54 Mitgliedern. Diese hohe Zahl vereint unterschiedlichste Kompetenzen und gewährleistet ein geringes Gewicht einer einzelnen Stimme. Wir als Veranstalter der Awards sind ausdrücklich nicht Mitglieder der Jury und in keiner Weise in die Auswahl der Nominierten oder Preisträger eingebunden. Die Aufgabe der Jury ist es, einerseits die Nominierten und Gewinner zu bestimmen und andererseits aber auch sich für die oben genannten Ziele des Awards einzusetzen und diesbezüglich Verantwortung zu übernehmen.

Am 04. Juni hat die diesjährige Jurysitzung in Berlin stattgefunden. Neben der Festlegung der Gewinner der Awards hat sich die Jury fast einstimmig entschieden, diese Bewerbung in Abwägung der eingangs erläuterten Prämissen aus dem Wettbewerb auszuschließen. Als Beobachter der sehr intensiven, sehr tiefgängigen und teilweise kontrovers geführten Diskussion stehen wir zu 100 Prozent zu diesen Entscheidungen!

Nach unserer Auffassung ist das Projekt DFR inhaltlich nicht mit den Zielen der Awards vereinbar. Es liefert entgegen der Darstellung keinen Umweltbeitrag sondern erhöht nukleare Entsorgungsrisiken unkontrollierbar. Das Projekt propagiert die Abkehr von einem zentralen Endlager in dezentrale „Kernkraftwerke“ – also radioaktiver Abfall wird dezentral bei Betriebstemperaturen über 1.000 Grad Celsius und flüssigem Metall zur Kühlung energetisch in seinem Abklingverhalten genutzt. In der Darstellung in der Bewerbung wurde allerdings unterschlagen, dass die verwendeten Materialien hoch giftig sind und ihre Umgebung radioaktiv kontaminieren. Da entsprechende Anlagen unmöglich Standzeiten von hunderten von Jahren haben werden, produzieren wir neuen radioaktiven Müll. Wir gehen davon aus, dass das Problem damit größer als die Endlagerung heutzutage und der radioaktive Müll schlechter zu kontrollieren ist. Es erscheint unmöglich, bei mehreren hundert Anlagen sicherzustellen, dass keine Unfälle passieren oder vorsätzliche Anschläge zum Erfolg führen.

Wir möchten eine derartige Anlagen nicht in unserer Stadt haben und sie auch niemand anderem zumuten.
All das ist unsere persönliche Meinung.

Als Diplomingenieure unterstützen wir allerdings auch die Wissenschaft, die sich Gedanken zu diesen Themen macht und Alternativen zur Endlagerung erforscht. Wir begrüßen damit ausdrücklich auch dieses Projekt und seinen Beitrag zur Forschung.

Allerdings gehört dieses Projekt nicht in einen Umweltpreis. Die GreenTec Awards werden keinesfalls Bühne für Kernkraftexperimente sein.

Sven Krüger & Marco Voigt (Initiatoren)

Bewerbung DFR

 

 

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32 Kommentare
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  1. WiWo Green, indiesem Jahr einer der Medienpartner der Greentec Awards, hat ebenfalls eine Stellungnahme veröffentlicht:

    Greentec Awards: In eigener Sache

    (…) Die Jury des Cleantech-Awards hat sich nach eingehender und sehr kontroverser Diskussion entschieden, dass das Projekt nicht in der Endausscheidung verbleiben kann.

    -- einige Jurymitglieder hielten den geplanten Reaktor für physikalisch und technisch durchaus umsetzbar. Da bisher aber eine Technikfolgeabschätzung des Projektes durch anerkannte Wissenschaftler fehle, könnten über die tatsächliche Sicherheit der Technologie, deren Umweltfreundlichkeit und behaupteten Vorteile keine Aussagen getroffen werden. Im Bereich der Kernkraft, mit ihren potenziellen Gefahren, sei dies für eine verantwortungsvolle Entscheidung der Jury aber notwendig.

    -- Andere führten an, dass die Macher des Projektes sich selbst wiedersprechen. In der Bewerbung behaupteten sie, Atommüll energetisch verwerten zu können. In der Projektbeschreibung auf der Webseite des Unternehmens, ist aber auch davon die Rede, frisches Material wie Uran oder Thorium einzusetzen.

    -- Anschließend hieran kam ein weiterer Einwand: Bei Thorium stellte eine Expertenkommission in England ein erhebliches Proliferationsrisiko fest. Wenn dieses bestehe, sei das nicht mit den Zielen eines Awards für nachhaltige Technologieprojekte unvereinbar.

    -- Auch die Marktchancen des Projektes – ein besonders wichtiges Kriterium für die Auswahl der Projekte für den Award – wurden von einigen Jurymitgliedern in Frage gestellt. Schließlich werde seit Jahrzehnten an verwandten Technologien gearbeitet – ohne sichtlichen Erfolg bei der kommerziellen Umsetzung.

    -- Ein weiteres Argument: Mit der Entscheidung für den Atomausstieg in Deutschland sei diese Technologie hierzulande nicht mehr relevant. Die beim Award ausgezeichneten Technologien sollen aber eine Vorbildfunktion für deutsche Ingenieure und Unternehmen haben.

  2. #1

    Andere führten an, dass die Macher des Projektes sich selbst wiedersprechen. In der Bewerbung behaupteten sie, Atommüll energetisch verwerten zu können. In der Projektbeschreibung auf der Webseite des Unternehmens, ist aber auch davon die Rede, frisches Material wie Uran oder Thorium einzusetzen.

    Häh? Das ist ebenso wenig widersprüchlich wie bei einer Müllverbrennungsanlage „normalen“ Brennstoff hinzuzufügen — weil der papier-, kunststoff- und „bio“-freie Restmüll sonst gar nimmer brennt.

    Aber das finale Totschlagargument, bei dem man nur noch mit vereistem Rückgrat schweigen kann, ist dieses hier:

    Mit der Entscheidung für den Atomausstieg in Deutschland sei diese Technologie hierzulande nicht mehr relevant.

    Das war’s dann.

  3. Ein weiteres Argument: Mit der Entscheidung für den Atomausstieg in Deutschland sei diese Technologie hierzulande nicht mehr relevant

    Klar und das ist unveränderlich für alle Zeiten! Fast wie für Tausend Jahre… Daran können auch zukünftige Erfahrungen und andere demokratische Mehrheitsverhältnisse nichts ändern. „Unsere“ Generation hat entschieden, und wir wissen am besten, was für zukünftige Generationen das Beste ist.

    -- Auch die Marktchancen des Projektes – ein besonders wichtiges Kriterium für die Auswahl der Projekte für den Award – wurden von einigen Jurymitgliedern in Frage gestellt.

    Welche „Marktchance“ haben die anderen Vorschläge in einem ideologiefreien Wettbewerb? Welche Marktchance haben Solarzellen und Windräder im freien Wettbewerb -- keine! Aus diesem Grunde findet die deutsche Energiewende auch keine Nachahmer -- Deutschland ist der Geisterfahrer!

    Da bisher aber eine Technikfolgeabschätzung des Projektes durch anerkannte Wissenschaftler fehle, könnten über die tatsächliche Sicherheit der Technologie, deren Umweltfreundlichkeit und behaupteten Vorteile keine Aussagen getroffen werden.

    Die Technikfolgeabschätzung für das Perpetuum mobile möchte ich bitte sehen…

    Die Jury des Cleantech-Awards hat sich nach eingehender und sehr kontroverser Diskussion entschieden, dass das Projekt nicht in der Endausscheidung verbleiben kann.

    Es wurde zur Entscheidung gestellt, hat die meiste Online -Zustimmung erhalten und hat damit nach eigenen Regularien in die Endausscheidung kommen müssen -- egal, was die Wächterräte davon halten mögen. Die Jury hätte das Projekt auf die Plätze verweisen dürfen, sonst nichts.

    WiWo Green sponsort Betrug.
    Das ist das eigentliche Fazit. Die etwas dezentere Semantik verschleiert nur die platte Ideologie, die Greentec auf der eigenen Seite unverschleiert offenbart.

  4. Greentec Awards: “Projekt DFR inhaltlich nicht mit den Zielen der Awards vereinbar”

    Hihi… vielleicht das einzig ehrliche Argument. War doch fast wie, als hätte so ein Schalk bei einer Veranstaltung zur Verbesserung des Sozialistischen Wettbewerbs under Schirmherrschaft des zweiten Reichsjägermeisters auf deutschem Boden, den am Ende bestbewerteten Vorschlag gemacht, einfach die soziale Marktwirtschaft der damaligen BRD einzuführen und das Plankommitee hat das erst entdeckt, als der Genosse Waldschratsvorsitzende sich über diese klassenfeindliche Ungeheuerlichkeit beschwert hat. Boah, da wäre die Kacke aber am dampfen gewesen und damals hätte die Westpresse das bestimmt aufgegriffen.

  5. @FK 9 Pilot

    Klar und das ist unveränderlich für alle Zeiten! Fast wie für Tausend Jahre…

    Daher eben das eiskalte Gefühl am Buckel:

    „Wir können glücklich sein zu wissen, dass diese Zukunft restlos uns gehöhrrt!“

  6. Ziel der Awards ist es gemeinsam mit unserer Jury, unseren Unterstützern und Botschaftern herausragende Beispiele zu prämieren

    Herausragend aus was?
    Herausragender Blödsinn, wie das ‚Dachktaftwerk‘?
    Sind die Greentech Awards so etwas wie in Kabarett- oder Satirepreis für diejenigen, die das infantile Technik-Verständnid der Grünen mit möglichst skurrilem und komischem Nonsens am besten durch den Kakao ziehen?

  7. „… Als Diplomingenieure…“

    *Lacht schallend*
    Als Diplomingenieure müsstet ihr schamrot wie eine Tomate herumlaufen, für den Quark, der bei euch zur Auswahl steht!

    Ich denke, man sollte den VDI mal auf diese Möchtegern-Ingenieure aufmerksam machen. Nestbeschmutzung ist ja kein Straftatbestand, aber eine deutliche Distanzierung wäre sicherlich angebracht, angesichts dieser Rufschädigung.

  8. Da ist die „Suffizienz“ erneut am Werk, auch wenn Quentin meint ich unterschätze oder übertreibe, was denen die auf „öko“ abfahren nicht ins Kästchen passt, hat sehr viel mit entspannter Vernunft zu tun, wie ich meine. Sich nicht krampfhaft an Hirngespinnsten entlang zu hangeln, weil der Blickwinkel ideologisch schielend eingeengt ist, ist kein moralischer noch intelligenter Vorteil.
    Was in der Wiwo Green an „grün-romantischem Rosamunde-Pilcher-Palaver“ laufend produziert wird, wo „Rapsöl-Raper“ und andere fantastisch kompetenten Öko-Durchblicker auflaufen, das hat eher ein billiges Mapet-Show-Format.
    Also reine PR der Öko-Lobby für das Schutzgeld-Geschäft.

  9. @ Meier

    Mir wird einfach nur noch schlecht, wenn ich die Silbe „Green“ lese. Sie soll sauber, edel, gut zu Allem und Jedem suggerieren, ist aber doch nur eine Floskel um die „Green profits“, ob real oder zu erwartend, rein zu waschen. Viele fallen leider auch noch darauf rein. Das wilde, überschäumende Getue ist doch nur der Tatsache geschuldet, daß man ganz genau weiß, daß der Hype nicht von langer Dauer ist. Es ist die Panic am begrenzten Buffet.

    Beste Grüße B.

  10. Ich denke mal die jungen Leute von den Greentec Awards sind mordsmäßig von einigen Jurymitgliedern zusammengesch… worden und müssen jetzt die Sache politisch korrekt in „Ordnung“ bringen um die eigene Haut zu retten. Die werden vermutlich jetzt nicht nur von uns geprügelt. Ich kenne das noch gut von früher, wenn die SED-Kreisleitung intervenierte und alle auf Befehl zurück rudern mußten. Ich wüßte nur zu gern, wer hier, in diesem Fall, die Kreisleitung spielte.

    Beste Grüße B.

  11. Lieber Bibliothekar,

    Sie sprechen mir aus der Seele.

    Die Kommunisten wussten ganz genau, dass eine Hysterie nur von begrenzter Haltbarkeit ist: Ein Zeitfenster zur Macht, das sich relativ rasch wieder schliesst.
    ‚Bewegungen‘ (Den Ausdruck verwende ich absichtlich und ich bin sicher, Sie wissen, warum) haben innerhalb des Zeitfensters die Macht für einen Staatsstreich und können sich dann als Diktatur etablieren.
    Versäumen sie dies -- entweder aus rudimentärem Respekt vor der Demokratie, oder aus einer Hybris heraus, die sie glauben lässt, ihre Propaganda hätte kein Verfalldatum, oder aus reiner Dummheit und Trägheit -- dann ist die ‚Bewegung‘ unweigerlich zum Untergang verurteilt.
    Die Ökos haben Anlauf genommen. Manche sind so strohdumm, dass sie wirklich glauben, sie hätten ein ‚tausendjähriges‘ Bewusstsein erzeugt („Kernkraft ist erledigt, die gibt es in Deutschland nicht mehr!“), der grossen Mehrheit gestehe ich zu, dass sie wirklich rudimentären Respekt haben und letztendlich eine demokratische Entscheidung gegen sich akzeptieren werden. Ein Bodensatz von agressiven Dummköpfen ist ohne Belang, da sie ohnehin nur als Mitläufer taugen und ohnehin stracks dem nächsten Rattenfänger in die Arme laufen.
    Ich glaube, für den Staatsstreich reicht es nicht. Nicht zuletzt auch wegen der EU, die im Fall wirklicher Gefahr massiv intervenieren würde.
    Also brauchen wir eigentlich nur ‚aussitzen‘, die Vernunft wird unweigerlich siegen. Als historische Gewinner sind wir schon so gut wie auf dem Treppchen. Für die Schäden werden wir aber freilich mit haften müssen.

    Ich möchte, betreffs des Zeitfensters, ein Beispiel wiederholen, das viele hier wohl schon kennen, doch es schadet nicht:
    Die Alkoholprohibition wurde 1920 als XVIII. Amendment, also als Zusatz zur geheiligten Verfassung der USA, scheinbar für alle Zeiten in Erz gegossen.
    Ein Prohibitionist triumphierte: „Eher wird ein Kolobri mit dem Washington-Monumernt am Schwanz zum Mars fliegen, als dass die Prohibition wieder aufgehoben wird!“
    Nach nur 13 Jahren flog der Kolibri zum Mars! Das XXI. Amendment hob im Jahr 1933 die Prohibition wieder auf.
    Das EEG ist nun ebenfalls 13 Jahre alt und wir alle wissen, dass es längst todgeweiht ist. Es wird sehr bald fallen, denn sein historisches Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen. Das Zeitfenster zur Etablierung einer Diktatur aber ist ohnehin bereits geschlossen -falls es je weit genug geöffnet war.

  12. Ich meine: es ist gut, daß der Reaktor bei diesen Leuten raus geflogen ist.
    Wenn ich mir die Botschafter anschaue: http://www.greentec-awards.com/engagement/botschafter.html
    Was soll das? Bei diesen Leuten?
    Aber wie geht es weiter? Unterstützung ist notwendig: aber wie. Ich bin Schlosser und einundsechzig Jahre alt. Wie kann ich helfen?

    Viele Grüße Rainer Brandl

  13. @11
    Tritium,
    haben Sie Bibliothekar in @10 wirklich verstanden?

    Ich kenne das noch gut von früher, wenn die SED-Kreisleitung intervenierte und alle auf Befehl zurück rudern mußten.

    ich glaube der meint was anderes!
    JH

  14. Habe bei Wiwo Green gerade folgenden Kommentar abgesetzt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    schön, daß Sie Fragen stellen. Aber sind Sie nicht Journalisten, die sich ihre Fragen durch einfache Recherchen auch selbst beantworten können.

    Das entscheidende Merkmal des DFR ist die Verwendung der Flüssigsalztechnologie. Diese macht ihn inhärent sicher. Ich erkläre es Ihnen gerne, lesen Sie nach:

    http://www.science-skeptical.de/energieerzeugung/der-stein-der-weisen/008408/

    2. Ein entsprechendes System ist in den 1960er Jahren in den USA bereit gebaut worden und mehrere Jahre problemlos (als Laborprototyp) betrieben worden. Alles, was Sie dazu wissen möchten, finden Sie hier:

    http://energyfromthorium.com/ornl-document-repository/

    Das dürfte als Technikfolgenabschätzung genügen.

    3. Die Studien, die Sie erwähnen, beziehen sich nicht auf die Flüssigsalztechnologie, sondern auf die Verwendung von Thorium in herkömmlichen Leichtwasserreaktoren. Sie haben da etwas vollkommen falsch verstanden.

    4. Statt Facharbeiten können Sie auch die beiden Bücher von Robert Heargraves und von Richard Martin lesen:

    http://superfuelbook.com/
    http://www.amazon.de/THORIUM-energy-cheaper-than-coal/dp/1478161299

    Da wird die ganze Story erklärt. U.a. auch, warum es solche Systeme heute nicht mehr oder besser noch nicht wieder gibt.

    Die Lifter (LFTR=Liquid Fluoride Thorium Reactor) oder T-MSR (Thorium Molten Salt Reactor)-Bewegung ist eine globale Graswurzelbewegung, die nichts mit der “Atomlobby” zu tun oder gemein hat.

    Sie können auch bei Youtube nach den Vorträgen von Kirk Sorensen googeln. Und noch mehr lernen.

    3. Der DFR ist deswegen innovativ, weil er das Flüssigsalzprinzip (hier mit Chloriden statt mit Fluoriden) durch den getrennten Blei-Kreislauf technisch höchst elegant umsetzt. Die eingesetzten Stoffe entsprechen solchen, die bspw. auch bei solarthermischen Anlagen als Wärmespeicher eingesetzt werden.

    4. Daß man Flüssigsalreaktoren mit verschiedenen Brennstoffkonzepten einsetzen kann, ist ja einer ihrer großen Vorteile. Sicher kann man Thorium nutzen. Die Anreicherung und die Produktion von Brennstäben, mit allen Sicherheits- und Proliferationsproblemen, entfallen dann. Auch entstehen dann keine langlebigen, toxischen und radioaktiven Transurane wie Plutonium oder Curium mehr.

    5. Man kann den DFR — und das ist kein Widerspruch sondern eben nur eine weitere Option — aber auch zur Vernichtung bereits vorhandender Abfälle dieser Art einsetzen. Sie würden durch Transmutation im Reaktorkern in stabile, industriell nutzbare Metalle umgesetzt und das in wenigen Wochen und Monaten.

    Letztendlich ist aber auch egal, ob Sie dies nun “grün” finden oder “nachhaltig” oder sonst irgendwie. Tatsächlich erfüllt er entsprechende Vorgaben, wenn man diese unter den Stichworten “Reduce, Reuse und Recycle” betrachtet:

    http://energyfromthorium.com/?s=Reduce+Reuse+Recycle

    Aber wie gesagt: Das ist völlig egal. Man hat ihn zum Wettbewerb zugelassen. Damit war bereits klar, daß er die Vorgaben erfüllt, das haben die Veranstalter geprüft (oder etwa nicht?). Er hat die Online-Abstimmung gewonnen. Damit gehört er zu den Nominierten gemäß den Regeln, unter denen die Bewerbung erfolgte. Die Jury hat da schlicht nichts zu sagen. Sie hat lediglich zwei weitere Projekte aus der entsprechenden Kategorie zu nominieren und dann den Sieger zu bestimmen.

    Da Sie sich an der “Denominierung” aktiv beteiligt haben, haben auch Sie die Regeln gebrochen und vor allem deutlich gemacht, wie wenig Sie die Meinung der Internetcommunity tatsächlich interessiert. Da können Sie sich auch nicht mehr herausreden.

    Die Leute, die für den DFR gestimmt haben, hatten schließlich ihre Gründe dafür. Diese Gründe hätten Sie durchaus vor der Jura-Sitzung recherchieren und nachprüfen können. Haben Sie nicht. Hat Sie nicht interessiert. Ist das moderner Journalismus? Haben Sie denn gar keine Ehre im Leib?

    War hastig, deswegen ein paar blöde Rechtschreibfehler.

  15. Herr Heller,

    Da wird die ganze Story erklärt. U.a. auch, warum es solche Systeme heute nicht mehr oder besser noch nicht wieder gibt.

    ohne das Buch lesen zu müssen, könnten Sie den Grund nennen?

  16. @11
    Tritium,
    haben Sie Bibliothekar in @10 wirklich verstanden?

    Als ich antwortete, war noch #9 aktuell.
    Ich schwöre, ich werd‘ in Zukunft immer die Nummer referenzieren! 😉

  17. Ich hoffe meine Meldung kommt, durch. FUD als „Sprit“ für wissenschaftlichen Fortschritt, das wird nicht funktionieren.

  18. @ Tritium #11

    Das Schlimme ist allerdings, daß man das kurze Zeitfenster zunehmend nutzt, um die Grundlagen für bestimmte, ungeliebte Entwicklungen in Deutschland zu stören oder gar zu zerstören. Nicht nur die Produkte, wie Kernkraftwerke oder die der Grünen Gentechnik werden scharf angegriffen, sondern nun auch direkt die Grundlagenforschung oder gar die Beschäftigung damit. Man will diese Dinge nachhaltig, zunächst aus Deutschland und später möglichst weltweit aus dem Gedächtnis löschen. Deshalb ist diesen Gruppierungen stets die „Bildung“ so wichtig. Manche wollen vielleicht auch nur „Club of Rome Land“ werden. Entsprechende Schulen gibt es ja schon reichlich. Diese Wettbewerbe finden dann aber sicher ohne Internet-Abstimmung statt.

    Beste Grüße B.

  19. #11. Tritium

    Das EEG ist nun ebenfalls 13 Jahre alt und wir alle wissen, dass es längst todgeweiht ist. Es wird sehr bald fallen, denn sein historisches Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen. Das Zeitfenster zur Etablierung einer Diktatur aber ist ohnehin bereits geschlossen -falls es je weit genug geöffnet war.

    moin, moin

    ich hoffe, Du hast recht. Ich sehs mal optimistisch 🙂

    karl.s

  20. Einfach lächerlich, wie die Veranstalter nun versuchen, die regelwidrige Jury-Entscheidung nachträglich zu rechtfertigen. Ich möchte mal sehen, was von den allermeisten anderen Wettbewerbs-Projekten übrigbleibt, wenn man mit einer derartigen Einseitigkeit, Spitzfindigkeit und Feindseligkeit versucht, Gegenargumente zusammenzuklauben.
    Niemand hat doch behauptet, dass der DFR so einfach und ausgereift ist, dass ein sechsjähriger ihn in seinem Kinderzimmer betrieben könnte.
    Die „Stellungnahme“ von GreenTex und deren Kommentare in der Projektbeschreibung sind der erbärmliche Versuch einer Rechtfertigung, wo nichts zu rechtfertigen ist. GreenTec hat gegen die eigenen Regeln verstoßen. Das enorme Potential des DFR, ressourcen- und umweltschonend Energie zu erzeugen, ist unbestreitbar.

  21. @Peter Heller #14

    Herzlichsten Dank fuer diesen Beitrag. Ich empfand diesen als einen der besten Kommentare im ganzen WiWo-Rechtfertigungs-Pallaver. Der Moderator tut einem sogar fast leid, aber nur fast.

    Ich habe mir die Freiheit genommen, auch einen Link zu Ihrem Beitrag bei der WiWo ueber Twitter (@Ineluki80, @Nuklearia) zu verbreiten. Ich und meine AG Nuklearia setzen uns seit ueber einem Jahre fuer die Verbreitung von Informationen zu neuen Entwicklungen in der grünen Kerntechnik (LFTR, MST, DFR, IFR) ein. Und gerade im Hinblick auf den oftmals starken Gegenwind ist es sehr schoen, zu sehen, dass es in Deutschland noch andere Gruppierungen gibt, dich sich ebenfalls eingehend mit der Materie befasst haben, und fuer das selbe Ziel kaempfen.

    In diesem Sinne, ein unermessbares herzliches Danke an alle, die sich fuer den DFR und aehnliche Konzepte in Deutschland stark machen.

  22. @ Rassbach, #15:

    In aller Kürze: Militärische Lobbyarbeit hat dafür gesorgt, daß Nixon die Forschungsmittel auf schnelle Plutonium-Brüter konzentriert hat. Weil diese eben im Gegensatz zum Flüssigsalzreaktor waffentaugliches Material produzieren.

    @ Ineluki, #21:

    Vielen Dank für die Blumen. Habe mal kurz bei Ihnen reingeschnuppert. Wenn Sie so weitermachen, werde ich vielleicht doch noch Pirat (ich hatte das mal vor, aber dann war mir Ihre Truppe doch zu links). Aber egal, es ist schön, wie die Greentec-Geschichte Gleichgesinnte zusammenführt. Irgendwann muß ich mal unsere Linkliste überarbeiten. Denn da gibt es ja noch den hier und den.

  23. Ineluki,

    habe auch mal nachgelesen, bravo. Ihr seid die einzige Partei, die sich gegen Nachhaltigkeit ausspricht, und ich dachte alle wären in der Nationalen Front ala Meadows und von Gnaden des Club of Romes.
    Steht das auch im Parteiprogramm ?

    Brief an die Nachhaltigkeit

    Daher, Nachhaltigkeit Schnarchhaltigkeit, verschwinde, und nimm deinen stumpfsinnigen Anhang, die “Grenzen des Wachstums”, bitteschön gleich mit. Ich will von deiner ökologistischen K———-e nichts mehr sehen, nichts mehr hören. Fort mit dir! Du hast im Umfeld denkender Menschen nichts verloren.

  24. @ W.Rassbach

    So schön es ist, dass die Nuklearia mit uns hier an einem Strang zieht, sie aber mit den Piraten gleich zu setzen wäre in etwa so, wie wenn man wegen dem Schäffler die ganze FDP als Eurorebellen bezeichnen würde. Bitte nicht falsch verstehen, ich wünsche der Nuklearia viel Erfolg in der parteiinternen Auseinandersetzung, doch mein Optimismus dass eine Mehrheit bei den Piraten der Nuklearia folgt hält sich in Grenzen. Aber vielleicht ändert sich das auch gerade. Und für diejenigen die mit den Piraten sowieso was anfangen können ist es auch eine schöne Gelegenheit sich dort zu engagieren. Es gibt schon eine Gruppe an die man andocken kann. Da sind die anderen Parteien noch weit davon entfernt.

  25. Einstweilige Verfügung des Berliner Kammergerichts: Der Dual-Fluid-Reaktor ist nun doch für GreenTec Awards nominiert. Hier die ganze Geschichte: http://rainerklute.wordpress.com/2013/07/31/einstweilige-verfuegung-dual-fluid-reaktor-nun-doch-fuer-greentec-awards-nominiert-2/

  26. diese Denominierung müssen die GreenTec Awards wieder rückgängig machen, beschloß das Berliner Kammergericht in zweiter Instanz (Az. 25 W 22/13) und gab dem Antrag der DFR-Macher auf einstweilige Verfügung statt. Die Greentec Communications GmbH muß das Ergebnis der Online-Abstimmung hinnehmen, den DFR gemäß der ursprünglichen Wettbewerbsregeln behandeln und ihn für die Endrunde zulassen. Die Jury muß daher erneut über den Gesamtsieger abstimmen und den Dual-Fluid-Reaktor dabei als Kandidaten berücksichtigen. Außerdem hat der DFR das Recht auf einen Filmbeitrag durch ProSieben und auf eine angemessene Präsentation bei der GreenTec-Awards-Gala am 30. August. Der Beschluß ist unanfechtbar; Greentec Communications trägt die Kosten des Verfahrens.

    http://rainerklute.wordpress.com/2013/07/31/einstweilige-verfuegung-dual-fluid-reaktor-nun-doch-fuer-greentec-awards-nominiert-2/

    -Th

  27. Geil:

    http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/einstweilige-verfuegung-green-award-muss-denominierung-des-dual-fluid-reaktors-zuruecknehmen/

    Die haben tatsächlich erfolgreich geklagt!

  28. Ich habe übrigens bei Greentec gesehen, dass ab dem Herbst, der ja bald da ist, Bewerbungen für 2014 angenommen werden.

    Habt ihr da vielleicht ein paar Vorschläge 😉

  29. Es ist doch schön zu erleben, dass wir in einem Rechtsstaat leben und das sich hin und wieder das eigene Rechtsempfinden (Regeln im nachhinein ändern ist Unrecht) mit dem der Juristen deckt.
    Nun muss ich nur noch jemanden finden, bei dem ich an besagtem Tag Pro7 gucken kann … Das wird wahrscheinlich seit mindestens 25 Jahren das erste Mal sein, dass man im deutschen Fernsehen von positiven Eigenschaften der Kernreaktoren hört. Und es wird das erstem Mal im deutschen Fernsehen sein, das man von anderen Reaktortypen als LWR oder HTR hört.
    Der Monat beginnt mir Freude!

  30. @27 FK9

    jetzt ist auch klar, warum der greentec-award nicht mehr von der GreenTec Communications GmbH veranstalltet wird, sondern von der VKP engineering GmbH

  31. Nun ich denke das zeigt 3 Dinge sehr schön:

    1. eine unabhängige Justiz ist ein wichtiger Aspekt unserer Demokratie, sonst hätten diese Meinungstotalisten das sagen

    2. Welch armselige Wichtel aus Schauspielern und Lobbyisten in diesen Jurys und Gremien sitzen

    3. Wir müssen uns vor Räten, Beiräten und Jurys hüten

  32. Na , ich weiß ja nicht. Gustl Mollath hat die „unabhängige“ Justiz nicht geholfen, da hängt sie am Tropf der Verwaltungsbeamten.

    Vereinigte Daten

    Zuverlässig wie immer schoss SPD-Chef Gabriel den Vogel ab, als er Angela Merkel den Bruch ihres Amtseids vorwarf und forderte, die Bundesanwaltschaft sofort gegen die USA in Marsch zu setzen. Die Juristen müssten bald wieder kehrtmachen. Vereinbarungen auf Basis des Nato-Statuts und fortgeltendes Besatzungsrecht bieten den USA eine Grundlage für ihre Aktionen. Wir haben offensichtlich verdrängt, dass Deutschland noch immer solchen Vorbehalten unterliegt und in der Uno-Charta fast drei Generationen nach dem Zweiten Weltkrieg noch immer als „Feindstaat“ rangiert. Es ist höchste Zeit, diese Überbleibsel der Realität anzupassen. Hans-Peter Friedrich konnte dazu das Einverständnis der USA mitbringen. So sehen diplomatische Erfolge aus.

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