Greentec-Gala – nur noch wenige Stunden…

30. August 2013 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Technium

Heute Abend findet in Berlin die große Gala unseres Lieblings-Umweltpreises statt. Die Greentec-Awards werden vergeben, wenn auch einge Gewinner bereits feststehen. Weitgehend unbemerkt gab es Holzkugeln für einen Popsänger und ein „Foodsharing“-Projekt. In der Kategorie „beste öffentliche Wirkung“ werden leider keine Preise vergeben. Denn der Gewinner wäre hier eindeutig der „Dual Fluid Reaktor“ gewesen – und das wäre ja unerhört. Trotz aller Debatten im Vorfeld wird das IFK aber auf der Gala vertreten sein. Dazu folgendes Statement von der Facebook-Seite des DFR, das ich unseren Lesern hier nicht vorenthalten möchte:

Liebe DFR-Freunde,
der Dienstweg der Gerichte ist zu lang, und es war dem Kammergericht nicht mehr möglich, vor dem 30.8. einen Verhandlungstermin anzusetzen, der uns sicher zu unserem Recht verholfen hätte. Aber es geht weiter, nach der Gala. Dennoch haben wir – nicht zuletzt dank der einstweiligen Verfügung – Zutritt zur Gala und werden dort mit 2 Personen vertreten sein.
Dort fürchtet man nun… offensichtlich, wir würden die Veranstaltung stören, und hat uns in einer Mail nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dies nicht zu tun. Wir können Greentec versichern, dass wir uns absolut friedlich verhalten werden. Mehr noch, wir wüssten nicht einmal, wie wir eine „Störung“ umsetzen sollten, denn wir sind in solchen Dingen hoffnungslos unerfahren. In unseren Kreisen ist es eher üblich, sich durch begutachtete Veröffentlichungen auszutauschen, nicht durch faule Eier.
Was ist letztendlich die Ursache dieser ganzen Misere? Es ist die Angst vor „tödlicher Strahlung“, vor „Atomen“, woraus der Glaube entstanden ist, Kernkraft sei eine grundsätzlich inakzeptable und unmoralische Technologie. Ist erst einmal der feste Glaube – unterstützt durch jahrzehntelange Verbreitung in den Mainstream-Medien – vorhanden, so finden sich auch schnell „Gutachter“, die dies bestätigen. So kam es zu einer gerichtlichen Widerspruchsschrift von Greentec, untermauert von einem „Gutachter“ aus der Solarforschung, die fast als ein zeitgeschichtliches Monument der Epoche der „nuklearen Angst“ angesehen werden kann.
Als Wissenschaftler will man entdecken, verbessern und aufklären, nicht randalieren und sabotieren. Wir hoffen, dass wir Leuten die Angst vor der „tödlichen Strahlung“ nehmen können, wenn wir sie verstehen lassen, was das eigentlich bedeutet. Die Kernspaltung ist eine phantastische Entdeckung mit einem unglaublichen Potential für die zivile Nutzung, sicherer und umweltfreundlicher als jede andere Möglichkeit, Strom und Kraftstoffe zu erzeugen, sogar verglichen mit Solar- und Windenergie. Dies mag viele Menschen, besonders in Deutschland, überraschen, aber die Fakten liegen genau so. Deshalb wurde der DFR zu Unrecht vom Wettbewerb ausgeschlossen. Um dies zu verstehen, muss man diejenigen, die sich damit ihr Leben lang auseinandergesetzt haben, wieder zu Wort kommen lassen. Wir wollen deshalb diskutieren, nicht auf der großen Bühne, aber in vielen Einzelgesprächen. Greentec hat mit der Ausstellung der Tickets vielleicht einen ersten Schritt getan, uns diese Möglichkeit zu geben. Hoffen wir, dass es dabei bleibt. Wir stehen bereit, auf der Gala, und wenn man uns anspricht, geben wir Auskunft. Über Kerne, über Strahlung, über Energieeffizienz und über die Zukunft der Energieversorgung. Auf dass eine festgefahrene Diskussion wieder in Gang kommen möge.
Euer DFR-Team
Die hier genannte Widerspruchsschrift enthält nach Auskunft des IFK einige inhaltlich unhaltbare Aussagen, auf die ich in den kommenden Tagen noch in einem weiteren Artikel eingehen werde.
Neben dem DFR-Team ist „für uns“ auch Felix Schaller heute vor Ort. Er ist sogar als Nominierter in der Kategorie „Luftfahrt“ eine der Hauptpersonen. Ich hoffe, er kann uns hinterher berichten, wer dort wen mit welchen Lebensmitteln aus dem Foodsharing-Projekt während der Gesangseinlagen beworfen hat…
 DFR-Kraftwerk

 

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8 Kommentare
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  1. Vielen Dank, Herr Heller, daß Sie uns in dieser Sache auf den laufenden halten. In den Medien ist mehr oder weniger das große Tuch des Stillschweigens über dieses Thema ausgebreitet worden. Ich persönlich finde es außerordenlich bedauernswert, das man von solch großartigen Innovationen wenn überhaupt, dann nur durch Skandale erfährt. Ich wünsche mir auch dort in der Zukunft wesentlich mehr Aufgeschlossenheit und Fachkompetenzen, weniger Empörungsindustrie und das „stilllegen“ sogenannter Experten mit abgebrochenem Studium (war wohl zu schwer) der Theaterwissenschaften oder von Menschen mit direktem Draht nach oben. Sowie ein Pastor sich darauf verlassen kann, das ich nicht von der Kanzel über die Gefahren des Glaubens an sich predigen werde, so erwarte ich auch von solchen Himmelkomikern, die sich Experten nennen, das sie sich zum Thema Technik, und vor allen Kerntechnik, sehr zurückhalten.
    Gruß an Heinz E. Du färbst ab!

    ps. tut aber gut

  2. Viel Glück und Erfolg DFR -- Team!

  3. @ Booker:

    Ich kann Ihre Medienschelte jetzt aber nicht mehr nachvollziehen. Wir diskutieren doch gerade im Nebenthread, wie intensiv mittlerweile über den DFR berichtet wird (WiWo, TR, DW). Mehr geht nun wirklich nicht für ein Konzept, das für die weitaus meisten Menschen ja nun auch uninteressant ist. Das müssen wir realistisch einschätzen. Für spezielle Interessengruppen wie uns bietet das Web mehr als genug authentische Informationsquellen an (Science Skeptical, die DFR-Webseiten und die DFR-Facebook-Seite, EIKE, Rainer Klute, die Nuklearia, Klaus-Dieter Humpich, und, und, und -- mit den englischsprachigen Seiten habe ich noch nicht einmal angefangen), die ohnehin besser sind (weil tiefgründiger und fachlich kompetenter).

    Ich sehe hier keinen Mangel. Ich sehe eher die Gefahr, daß man überzieht und Erwartungen weckt, die so schnell nicht erfüllt werden können. Genau darunter leiden ja im Moment die Ökologisten (die Klimakatastrophe kommt etwas lustlos daher und die Energiewende erbringt keinen der erwarteten Vorteile).

  4. @Tyron
    Um Gottes Willen, tu das nicht…ähm, das Abfärben…….ein räudiger Köter hier uff´n Blog ist schon mehr als genug, *grins*.

    Trotzdem……..kein Grund aus der Seele eine Mördergrube entstehen zu lassen…..Ärger nie runterschlucken, dat gibt bloss Magengeschwüre….nur nicht ganz so finster machen wie ick gewöhnlich, die lieben Leser bevorzugen dann doch lieber den etwas geschliffenen Ton.
    Na dann werden wir mal sehen, wer heut gewinnen tut…….ick bin schon gespannt wie ein Flitzebogen.
    H.E.

  5. @ Heinz:

    Na dann werden wir mal sehen, wer heut gewinnen tut…….ick bin schon gespannt wie ein Flitzebogen.

    Echt jetzt? Das meinst Du doch ironisch…

    Hier die Preisträger: http://www.greentec-awards.com/wettbewerb/preistraeger-2013.html

    In der Kategorie Luftfahrt hatten Herr Schaller und auch der Volocopter keine Chance (wiewohl, wenn man sich die Fotos anschaut, letzterer als Modell in der Halle schwebte). Airbus hat natürlich das Rennen gemacht. Beim Galileo-Wissenspreis hat auch das Dachkraftwerk nicht gewonnen, sondern die Plastikmüllsammler.

    Ansonsten gilt wohl das, was Tritium hier sinngemäß schon ausgeführt hat. Niemand von den Siegern wird in der Rückschau in Erinnerung bleiben. Eigentlich sind doch diese Greentec-Awards nur vorgeschoben, den Leuten geht es um die Party…

  6. @Peter
    Grins…….gerade zu den Müllsammlern ham wir ne Menge gesammelt…..als ob ick dat geahnt hätte.
    Ähm, Nachfolge-Zerlege-Artikel folgt in Kürze, denn dat Dingens ist derart an der Realität vorbei, dat ick jetzt mal voll den Brüller los lasse.

    MfG
    Onkel Heinz……..blos gut, nich das Dachkraftwerk….da hab ick kaum Material

  7. @Peter Heller
    Die Medienschelte bezog sich darauf, das erst einmal geschwiegen wird. Nur durch die Aufdeckung des Skandals wird jetzt berichtet. Und da die Medien auch sehen, woher nun der Wind weht, gibt man sich also auch „bürgernah“. Wird dieversen Journalisten aber bestimmt auch psychische Schmerzen bereiten.

  8. Hallo Herr Heller,

    in der Galahalle hing nicht ein Model vom Volocopter, das war der Prototyp, der noch dieses Jahr den bemannten Erstflug machen wird.

    Beste Grüsse, Alex Zosel

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