Ilmastogate – Finnische Doku zu Klimagate mit deutscher Übersetzung

16. Januar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Medien

preview.htmlWir hatten an dieser Stelle bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Informationspolitik der Europäischen Medien im Bezug auf die Klimawissenschaft im allgemeinen, und im speziellen beim Climategate-Skandal, offensichtlich darauf abzielt, den Konsumenten nicht mit zu viel Detailwissen zu verunsichern. Eine rühmliche Ausnahme bildet hier der finnische staatliche Sender YLE, der nach der äußerst informativen Dokumentationssendung über die Manipulationen, die zum berüchtigten Hockeyschläger-Diagramm geführt hatten (wir berichteten)  eine weitere äußerst sehenswerte Dokumentation über den Klimagate Skandal produziert hat.

Weil die Sender in Deutschland offensichtlich unwillig sind, ähnlich fundiert über den Skandal um Klimadaten zu berichten, haben wir die Dokumentation von YLE mit deutschen Untertiteln ausgestattet. Wir hoffen, dass wir so zu etwas zur Aufklärung im Tal der Ahnungslosen beitragen können.

[Update: Das Video ist jetzt auch bei Vimeo verfügbar und kann dort zusammen mit den Untertiteln heruntergeladen werden. Link hier)


Transkript zur Sendung:

Am Donnerstag, den 19. November, wurden Dateien und E-Mails von der britischen Climate Research Unit (CRU) auf einen russischen Internet Server hochgeladen. Der bislang unbekannte Hacker oder Insider erklärte sein Handeln in folgender Botschaft (the Air Vent):

“Wir glauben, dass die Klimawissenschaft in der momentanen Situation zu wichtig ist, als dass man Sie geheim halten sollte. Hiermit veröffentlichen wir eine zufällige Auswahl an Korrespondenz, Codes und Dokumenten. Hoffentlich ergibt sich daraus ein Einblick in die Wissenschaft und die Menschen dahinter.”

“We feel that climate science is, in the current situation, too important to be kept under wraps. We hereby release a random selection of correspondence, code, and documents. Hopefully it will give some insight into the science and the people behind it. This is a limited time offer, download now: http://ftp.tomcity.ru/incoming/free/FOI2009.zip “

Die Daten geben einen Einblick darüber, wie die CRU intern arbeitet, einer wissenschaftlichen Bastion des IPCC, des Weltklimarates. Sie enthüllten Geheimhaltung, Feindschaft, Intrigen und die Manipulation von Forschungsergebnissen hinter der Fassade von Klimawissenschaft.

Die Aufdeckung hat auch die Frage aufgeworfen, ob die Führer der Welt, die sich in Kopenhagen versammelt hatten, von den Wissenschaftlern in die Irre geführt worden waren. Professor Phil Jones, der Direktor der Climate Research Unit CRU der University of East Anglia, lehnte unsere Anfrage für ein Interview ab und wollte auch keine schriftlichen Fragen beantworten. Die Pressestelle der Universität teilte uns mit, dass man uns keine Antworten geben könne.

Aus diesem Grund hat MOT mit finnischen Professoren gesprochen.

Atte Korhola, Professor für Umweltveränderungen an der Universität Helsinki:

“…ziemlich verwunderlich…”

Kalevi Mursula, Professor für Astrophysik an der Universität von Oulu:

“…irgendwie verdächtig…”

Antero Järvinen, Professor für Biologie an der Universität Helsinki:

“…ich wundere mich…”

Juha Pekka Lunkka, Professor für Geologie und Paläontologie an der Universität von Oulu:

“…ich bin sprachlos…”

Aber zurück zur CRU. Die Person, welche die Dokumente gehackt oder durchsickern lassen hat, nutzte einen Dateinamen, der direkt Bezug nimmt zum britischen Gesetz zur öffentlichen Freigabe von Informationen (FOIA). CRU Direktor Jones und seine Kollegen haben dieses Gesetz seit mehr als 4 Jahren unterwandert. Jetzt müssen sie ihr Handel vor Untersuchungskommissionen und der Polizei erklären. Diese Kerngruppe der CRU und ihre Kollegen in den USA und Deutschland bestimmten praktisch, was Klimawissenschaft ist und was nicht. Welche Wissenschaftler für IPCC-Berichte zugelassen werden und welche nicht.


Das Hockey-Team

In diesem Programm nennen wir diese Gruppe das “Hockey-Team” CRU hat Statistiken zusammengestellt für die mittlere Temperatur der Erde seit 1850. Diese Zeitreihe zeigt eine Erwärmung von etwa 0,7 °C über das letzte Jahrhundert. Die Kurve ist das Ergebnis der Vereinigung von Daten von Wetterstationen aus der ganzen Welt und der Berechnung von Mittelwerten – mit geheimgehaltenen Methoden.

Der Anstieg der Temperaturen hat die Führer der Welt beängstigt und Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen ergreifen lassen. Viele Forscher haben die CRU gebeten, die Messdaten und die Computer Codes öffentlich zugänglich zu machen. Die Antwort von CRU Direktor Phil Jones war kühl:

“Wir haben 25 Jahre Arbeit investiert. Warum sollte ich ihnen Daten schicken wenn es Ihr einziges Ziel ist etwas falsches darin zu finden? Das ist eine sehr unwissenschaftliche Aussage.”

“We have twenty-five years invested in this, why should I send the data to you when your only objective is to find anything wrong with it?”

Die Führung der CRU hat die Globaltemperatur als ihren Privatbesitz angesehen, aber nun ist ein Teil der Daten und des Codes öffentlich verfügbar.

Atte Korhola:
“Die E-Mails geben wieder, dass manche Leute regelrecht Panik davor hatten was passiert, wenn die Natur sich nicht so verhält, wie die Modelle und Theorien vorhersagen.”

Ein Problem für die CRU-verbundenen Wissenschaftler war die Mittelalterliche Warmzeit zu Beginn des zweiten Jahrtausends. Es ist seit langem bekannt, dass diese wärmer war als die heutige Zeit.

Juha Pekka Lunkka:
“Ich muss ehrlich zugeben, dass wir noch nicht die Aussage machen können, die Mittelalterliche Warmzeit hätte nicht existiert. Die verfügbaren Proxydaten, jedenfalls von der nördlichen Hemisphere, speziell aus Westeuropa, wo wir die meisten Daten haben, zeigen ganz deutlich, dass die Temperaturen genauso warm oder wärmer waren als heutzutage.“

In den späten 90er Jahren publizierten Wissenschaftler die dem CRU nahe stehen diese Kurve, bekannt als “Hockeyschläger” im Magazin Nature. Sie zeigt die globale Durchschnittstemperatur der letzten 1000 Jahre. Ihr starker Anstieg im 20. Jahrhundert zeigt 1998 als das wärmste Jahr des Millenniums, und der leicht absteigende “Schaft” versteckte die wohl bekannte Mittelalterliche Warmzeit.

Der kanadische Mathematiker Steve McIntyre untersuchte den Hockeyschläger genauer. Weder Manns Methoden noch seine Daten bestanden eine genau Überprüfung. Auf Geheiß des US-Kongresses untersuchten die US National Academy of Science und das Statistik Komitee des nationalen Wissenschaftsrates McIntyres Anschuldigungen und fanden, dass Mann übertriebene Behauptungen aufgestellt hatte. Der Hockeyschläger war zerbrochen.


Hide the Decline

1999 produzierte das Hockey-Team ein Bild des Hockeyschlägers für die Titelseite einer Publikation der WMO. Eine E-Mail von CRU-Direktor Phil Jones zu dieser Grafik war unter den E-Mails in den Climategate Daten. Darin stand (942777075.txt):

“Ich habe gerade Mikes Nature-Trick angewendet und die realen Temperaturdaten für die letzten 20 Jahre eingesetzt – um den Rückgang zu verstecken.”

“I’ve just completed Mike’s Nature trick of adding in the real temps to each series for the last 20 years (ie from 1981 onwards) amd from 1961 for Keith’s to hide the decline.“

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Welchen Rückgang? Temperaturschätzungen von tausend Jahren werden mit Hilfe indirekter Messungen, Proxies genannt, vorgenommen. Vergangene Temperaturen werden zum Beispiel aus Sedimenten und aus Baumringen ermittelt. Zu ihrem Leidwesen hat das Hockey-Team festgestellt, dass die Temperaturen aus den Bauringen einen starken Rückgang in den letzten Dekaden des 20. Jahrhunderts zeigten. Aber die Thermometer zeigten, dass die Erde sich erwärmt hatte. Wie war also mit dieser Divergenz umzugehen?

In der Wissenschaft wird es allgemein als unangebracht angesehen, dass man Messungen mit unterschiedlichen Methoden in einem Diagramm zusammenfügt. Das Problem ist, dass Thermometer und Baumringe teilweise unterschiedliche Dinge messen. Es wurde vermutet, dass das Hockey Team einfach Thermometer-Messungen auf die Baumring-Messungen aufgepfropft hatte. Der Erfinder des Original Hockeyschlägers, Michael Mann, reagierte auf die Anschuldigungen mit beleidigtem Tonfall (Real Climate):

“Keine Forscher auf diesem Gebiet haben jemals, so weit wir wissen, Thermometer-Messungen zu irgendwelchen Rekonstruktionen hinzugefügt. Es ist irgendwie enttäuschend, diese fadenscheinige Anschuldigung zu sehen, welche wir üblicherweise von Industrie-finanzierten Klima-Desinformations Webseiten erhalten, die in diesem Forum auftreten.”

“No researchers in this field have ever, to our knowledge, “grafted the thermometer record onto” any reconstruction. It is somewhat disappointing to find this specious claim (which we usually find originating from industry-funded climate disinformation websites) appearing in this forum.“

Nur war dies exakt das, was Mann und die CRU-Forscher getan hatten. Als ihre Baumringdaten nach unten zeigten, wie hier

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versteckte die CRU den Rückgang durch das Einsetzen von Thermometer-Messungen an das Ende der Kurve, wie hier.

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Ohne diesen “Trick” irgendwo zu erwähnen. Mit diesem Trick war es Jones´ Team möglich einen Hockeyschläger mit einer mächtigen “Kelle” zu fabrizieren.

“Mann´s Nature Trick” hat durchaus für Erstaunen unter den Wissenschaftlern gesorgt.

Atte Korhola:
“Dieses Vorgehen wurde streng kritisiert – sie hätten das niemals machen dürfen.”

Das Hockey-Team nahm sich nicht die Zeit herauszufinden, warum ihre Interpretation der Baumringe nicht die erwartete Erwärmung zeigte. Stattdessen beschlossen sie, das Problem zu verstecken. Aber wenn Baumringe nicht in der Lage sind, die heutige Erwärmung zu zeigen, sind sie auch nicht verlässlich zur Abschätzung vergangener Temperaturen. Und dadurch könnte der Gebrauch von Baumringen zur Temperaturbestimmung in der Klimawissenschaft komplett infrage gestellt werden.

Jarl Ahlbeck (Dozent für Umwelttechnologie an der Abo Akademie)
“Das bedeutet, dass eine Messung falsch ist. Wenn die Baumringe keine Erwärmung zeigen, die Thermometer aber doch, ist eine der Methoden falsch. Sie können nicht beide Recht haben.”

Die Divergenz zwischen den Baumring- und Thermometer-Daten wurde versteckt, auch in dem IPCC-Bericht von 2001. Der Ergänzungsteil enthielt diese Daten, zeigte sie aber nicht (der rote Teil der Kurve).

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Steve McIntyre war einer der Gutachter des Reports von 2007. In einem seiner Kommentare sprach er das verstecken des Rückgangs an (Climate Audit).

“Zeigen Sie die Briffa- Rekonstruktion bis zum Ende. Stoppen Sie nicht bei 1960. Dann kommentieren Sie das ‘Divergenzproblem’ und stellen sich ihm, wenn Sie müssen. Verdecken Sie nicht das Abschneiden dieser Grafik. Das wurde im vorherigen Report (IPCC TAR) gemacht und war irreführend.”

“Show the Briffa et al reconstruction through to its end; don’t stop in 1960. Then comment and deal with the “divergence problem” if you need to. Don’t cover up the divergence by truncating this graphic. This was done in IPCC TAR; this was misleading“

Das IPCC antwortete MCIntyre dass es als unangebracht angesehen wurde, den letzten Teil von Briffas Daten zu zeigen. In seiner E-Mail hat Professor Jones zugegeben, dass er diesen “Versteck-Trick” angewendet hatte. Er hat jetzt die Wortwahl bereut, streitet aber ab, dass er mit dem Wort “Trick” etwas betrügerisches gemeint habe.

Atte Korhola:
“Was hier aus meiner Sicht besorgniserregend ist, ist dass viele dieser E-Mails darauf hinweisen, dass der Autor eine Person mit einer großen Mission ist und mit dem Glauben ausgestattet, das richtige zu tun und dass dies irgendwie rechtfertigt, Ausnahmen zu machen von der in der Wissenschaft sonst üblichen Praxis wie Peer-Review oder Offenheit, Selbstkritik und ähnlichem. Grundelementen der Wissenschaft also.”


Feindschaft unter Forschern

Das durchgesickerte CRU Material enthält 3000 E-Mail-Botschaften mit Korrespondenz zwischen Forschern. Sie zeigen eine aggressive Atmosphäre, in welcher Wissenschaftler Kollegen mit abweichender Meinung als ihre Feinde betrachten, welche mit allen Mitteln bekämpft werden müssen.

Ben Santer, einer der weltweit bekanntesten Klimawissenschaftler, schreibt in einer seiner E-Mails an Jones er fühle sich in Versuchung – in starker Versuchung – “Den Scheiß” aus seinem älteren Kollegen Pat Michals herauszuprügeln, weil dieser zu den Skeptikern gehört (1255100876.txt).

“Next time I see Pat Michaels at a scientific meeting, I’ll be tempted to beat the crap out of him. Very tempted.“

Gleicher Santer drückte in einer anderen Nachricht das Verlangen aus, mit Steve McIntyre und seinen Kollegen “in einer dunklen Gasse zu sprechen” (1177534709.txt).

“I’d really like to talk to a few of these “Auditors” in a dark alley.“

CRU Direktor Phil Jones bezeichnete abweichende Kollegen wiederholt als “völlige Trottel” (1233245601.txt).

“Also I see Pielke Snr has submitted a comment on Sherwood’s work. He is a prat.“

Als der finnische Skeptiker Timo Hämeranta in einer Botschaft den Tod des australischen Skeptiker-Veterans Jon Daly bedauerte, schrieb Jones seinem inneren Kreis, dass er diese Information als “erheiternde Neuigkeit” ansehe (1075403821.txt).

“Mike, In an odd way this is cheering news!“


Versteckspiel mit Daten

Die Informationen offenbarten das systematische schützen von Daten der CRU vor einer externen Überprüfung. Professor Jones behandelte die globalen Temperaturdaten, als wären sie sein Privatbesitz und hat Anfragen abgelehnt, sie zu veröffentlichen. Aber Jones war besorgt, dass Britanniens neues Gesetz zur Offenlegung von Daten auch auf seine Daten angewandt werden könnte. 2005 schrieb er an Michael Mann (1107454306.txt):

“McIntyre und McKitrick sind seit Jahren hinter den CRU-Stationsdaten her. Wenn sie jemals mitbekommen, dass wir hier ein Gesetz zur Freigabe von Daten haben, werde ich die Daten eher vernichten, als sie irgendwem zu schicken.”

“The two MMs have been after the CRU station data for years. If they ever hear there is a Freedom of Information Act now in the UK, I think I’ll delete the file rather than send to anyone.“

Bald darauf offenbarte Jones seine Frustration seinen engsten Kollegen (1109021312.txt):

“Ich werde von ein paar Leuten bedrängt, die CRU-Stationsdaten herauszugeben. Niemand von Euch dreien darf verraten, dass wir in Britannien ein Gesetz zur Herausgabe der Daten haben!”

“I’m getting hassled by a couple of people to release the CRU station temperature data. Don’t any of you three tell anybody that the UK has a Freedom of Information Act!”

Trotzdem nahm der Druck, die Daten herauszugeben, ständig zu. Im Frühjahr 2008 wurde deutlich, dass selbst der E-Mail Verkehr zwischen den Forschern als zu veröffentlichen angesehen werden könnte (1212073451.txt).

“Mike, kannst Du sämtliche E-Mails vernichten, welche Du mit Keith bezüglich des IPCC AR4 hattest? Keith wird das ebenfalls machen. Kannst Du ebenfalls Gene anschreiben und ihn auffordern gleiches zu tun. Wir werden Caspar anweisen, genauso zu verfahren. Danke, Phil.”

“Mike, Can you delete any emails you may have had with Keith re AR4? Keith will do likewise. He’s not in at the moment – minor family crisis. Can you also email Gene and get him to do the same?“

Alle Empfänger diese Auftrags zur Löschung haben zusammen an Studien gearbeitet, in denen “unabhängig” die wissenschaftliche Robustheit von Manns ursprünglichen Hockeyschläger gezeigt werden sollte. Im August 2008 kam Jones mit einer neuerlichen Ausrede, die Offenlegung der Daten abzulehnen. Er schrieb an Gavin Schmidt von der NASA (1219239172.txt):

“Die Aussage, welche wir alle benutzen, ist dass das IPCC von nationalen Regelungen ausgenommen ist. Das haben wir so den Skeptikern erzählt.”

“The FOI line we’re all using is this. IPCC is exempt from any countries FOI – the skeptics have been told this.“

Vor einem Jahr schrieb Jones an Santer (1228330629.txt):

“Ich habe vor etwa 2 Monaten große Mengen an E-Mails vernichtet. Also haben sie kaum etwas, wenn überhaupt.”

“About 2 months ago I deleted loads of emails, so have very little – if anything at all.”

Bald nachdem der Klimagate Skandal im letzten November aufflog, erklärte Jones dem Guardian:

“Wir haben nie irgendwelche Daten oder E-Mails hier am CRU gelöscht.”

„We’ve not deleted any emails or data here at CRU. I would never manipulate the data one bit – I would categorically deny that.“


Politisierte Wissenschaft

Atte Korhola:
“…Es werden schwarze Listen geführt mit Wissenschaftlern, deren Arbeiten man nicht in wissenschaftlichen Veröffentlichungen sehen wollte. Es wurden Boykotts von wissenschaftlichen Magazinen vorgeschlagen, wenn diese kritische Meinungen veröffentlichten.”

CRU und deren Top-Forscher üben gewaltigen Einfluss aus, um den Konsens darüber zusammen zu bringen, wie der momentane Zustand des Klimas gesehen wird. Sie können die IPCC-Reports beeinflussen und damit maßgeblich die öffentliche Meinung beeinflussen.

Professor Lunkka:
“Sagen wir es einmal so: weil die IPCC Politik – und es ist Politik – es liefert Munition für Politiker um Entscheidungen zu fällen, und daher haben wir verschiedene Gruppen innerhalb des IPCC die in eine bestimmte Richtung tendieren. Ich könnte diesen Standpunkt unterschreiben. Sagen wir Briffa, Overpeck und dieser Jones, die sind sehr starke Spieler und exzellente Wissenschaftler, kein Zweifel, aber auf der anderen Seite muss man sich fragen ob da nicht auch eine politische Agenda involviert ist.”

Professor Mursula:
“Ja, das Ganze ist auf eine sehr schnelle Art politisiert worden, und wurde zu einem völligen Dogma. Letztendlich geht es um eine Sache, die wissenschaftlich in keiner Weise gesichert ist. Zumindest bisher nicht.”

2003 war das Hockey-Team unzufrieden mit dem Climate Research Magazine, welches die Publikationen von Leuten erlaubte, die als Skeptiker klassifiziert worden waren. Michael Mann schrieb an Jones im März 2003 (1047388489.txt):

“Das war die Gefahr, wenn man die Skeptiker immer dafür kritisiert, dass sie nicht in Peer-review Magazinen publizieren. Offensichtlich haben sie eine Lösung dafür gefunden – die Übernahme eines Journals! Was unternehmen wir also? Ich denke wir sollten damit aufhören, ‘Climate Research’ als ein legitimes wissenschaftliches Journal anzusehen. Und wir sollten unsere Kollegen in der Klimawissenschaft dazu ermutigen, nicht mehr länger Artikel in diesem Journal zu veröffentlichen oder zu zitieren.”

„This was the danger of always criticising the skeptics for not publishing in the ‘peer-reviewed literature’. Obviously, they found a solution to that–take over a journal! So what do we do about this? I think we have to stop considering ‘Climate Research’ as a legitimate peer-reviewed journal. Perhaps we should encourage our colleagues in the climate research community to no longer submit to, or cite papers in, this journal.“

Die Sünde, welche ‘Climate Research’ begangen hatte, war die Publikation einer kontroversen Studie. Der innere Kreis der CRU wollte den Herausgeber dafür bestrafen.

Jones´ enger Vertrauter Tom Wigley schrieb an Timothy Carter, der den Klimawandel für die finnische Regierung untersucht, Herausgeber Hans von Storch publiziere “Mist-Wissenschaft” nur um die Debatte anzuheizen (1051190249.txt).

“…wir müssen auch von Stroch loswerden.”

“Note that I am copying this view only to Mike Hulme and Phil Jones. Mike’s idea to get editorial board members to resign will probably not work — must get rid of von Storch too, otherwise holes will eventually fill up with people like Legates, Balling, Lindzen, Michaels, Singer, etc.“


Kontrolle des Peer-Review Prozesses

Das Hockey-Team hat ein leidenschaftliches Interesse entwickelt den Peer-Review-Prozess zu kontrollieren. Im Juli 2004 war Mann ärgerlich wegen zwei Studien, die nach seiner Sicht nicht im nächsten IPCC Bericht zitiert werden sollten. Jones schrieb, um ihn zu beruhigen (1089318616.txt):

“Ich kann nicht sehen, dass eine von diesen Studien in den nächsten IPCC-Report kommt. Kevin und ich werden sie irgendwie draußen halten – selbst wenn wir dafür neu definieren müssen, was Peer-Review bedeutet.”

“I can’t see either of these papers being in the next IPCC report. Kevin and I will keep them out somehow – even if we have to redefine what the peer-review literature is!“

2005 geriet ein weiteres Magazin ins Fadenkreuz des Teams, die Geophysical Research Letters. Der Herausgeber James Saiers wurde ebenfalls verdächtigt, ein Skeptiker zu sein. Wigley und Mann in einem E-Mail Austausch (1106322460.txt):

“Wenn Du glaubst, dass Saiers zur Gruppe der Klimaskeptiker gehört, wenn wir dafür dokumentierte Belege finden, könnten wir offizielle AGU-Kanäle benutzen, um ihn aus dem Amt zu verdrängen…
Es ist eine Sache, ‘Climate research’ zu verlieren, aber wir können uns nicht erlauben GLR zu verlieren. Ich denke es wäre hilfreich, wenn wir beginnen unsere Erfahrungen mit Saiers zu dokumentieren…
Sie haben bei Weitem zu viele fehlerhafte konträre Studien im letzten Jahr oder so publiziert. Die waren alle Mist.“

„If you think that Saiers is in the greenhouse skeptics camp, then, if we can find documentary evidence of this, we could go through official AGU channels to get him ousted…
It’s one thing to lose “Climate Research”. We can’t afford to lose GRL. I think it would be useful if people begin to record their experiences w/ both Saiers and potentially Mackwell…
They have published far too many deeply flawed contrarian papers in the past year or so. There is no possible excuse for them publishing all 3 Douglass papers and the Soon et al paper. These were all pure crap. “

Jones´ vertraute Kollegen begutachteten gegenseitig ihre Arbeiten. Forscher mit weniger Beziehungen fragten daher Jones, wen er als Gutachter empfehlen konnte. Letzten August empfahl er neun Namen und beendete die Liste mit der Anmerkung (1249503274.txt):

“All diese wissen die richtigen Worte zu finden über unsere Kommentare und das furchtbare Original, ohne dass man sie darauf hinweisen müsste.”

„All of them know the sorts of things to say – about our comment and the awful original, without any prompting.“


Uneinigkeit über Konsens

Es wird in der Öffentlichkeit immer wieder behauptet, 3000 Forscher des IPCC wären alle einer Meinung. Dieser sogenannte Konsens besagt, dass sich die Erde weiter erwärmt und das menschliche Treibhausgas-Emissionen die Bedrohung einer Klimakatastrophe geschaffen haben. Aber die Klimagate-Dokumente zeigen, dass selbst das Hockey-Team, diese kleine Elite der Klimaforscher, weit entfernt ist von Einigkeit in ihrer Meinung. Ein Grund für Streitigkeiten war das Ausbleiben der Erwärmung in diesem Jahrzehnt (1255352257.txt).

“Fakt ist, wir können im Moment das fehlen der Erwärmung nicht erklären, und es ist eine Tragödie dass wir es nicht können.”

„The fact is that we can’t account for the lack of warming at the moment and it is a travesty that we can’t.“

So drückte der amerikanische Top-Klimaforscher Kevin Trenberg seine Probleme mit den Daten seinen Kollegen gegenüber aus. Er fuhr mit seinen abweichlerischen Gedanken fort (1255530325.txt):

“Wie kommt es, dass Ihr nicht mit der Aussage übereinstimmt, dass wir nirgends auch nur annähernd wissen, wohin die Energie verschwindet oder warum Wolken sich verändern und den Planeten heller machen. Wir sind nicht einmal nah daran, das Energiebudget zu verstehen. Die Tatsache, dass wir nicht berechnen können, was im Klimasystem passiert…”

„How come you do not agree with a statement that says we are no where close to knowing where energy is going or whether clouds are changing to make the planet brighter. We are not close to balancing the energy budget. The fact that we can not account for what is happening in the climate system makes any consideration of geoengineering quite hopeless as we will never be able to tell if it is successful or not! It is a travesty!“


CRU: Datensammlung oder Datenmüll?

Eine wichtige Aufgabe der CRU ist die Pflege der Daten und des Computer-Codes zur Berechnung der globalen Durchschnittstemperatur. Es ist dieses Material, dass Jones so standhaft vor externer Überprüfung geschützt hat. Die bekannt gewordenen Dokumente enthüllen jetzt einen möglichen Grund für die Geheimhaltung.Die wissenschaftlichen Daten und der Computer-Code im Zentrum der Weltpolitik sind in einem Zustand, dass sie nicht einmal für Leute zu entschlüsseln sind, die verantwortlich für die Pflege der Daten sind. Vor kurzem wurde junger Computer Programmierer, genannt Harry, eingestellt um das Chaos in Ordnung zu bringen. Harrys genervte Anmerkungen sind jetzt für die Öffentlichkeit verfügbar (Harry Read Me File):

„OH VERF****. Es ist Sonntag Abend, ich habe das gesamte Wochenende gearbeitet, und gerade als ich dachte, ich wäre fertig, finde ich schon wieder ein neues Problem. Es gibt keine einheitliche Datenintegrität. Es ist eine einzige Ansammlung von Problemen die anwachsen sobald man sie gefunden hat.“

„OH FUCK THIS. It’s Sunday evening, I’ve worked all weekend, and just when I thought it was done I’m hitting yet another problem that’s based on the hopeless state of our databases. There is no uniform data integrity, it’s just a catalogue of issues that continues to grow as they’re found.“

Es ist genau ebendiese Datenbank, welche Harry so verflucht, mit der die Welt-Mitteltemperatur ermittelt wird, die im 20. Jahrhundert um 0,7 °C angestiegen sein soll. Diese Daten sind auch wichtig für die Zukunft. Die Computermodelle zur Vorhersage eines zukünftigen Anstiegs der Globaltemperatur werden mit Hilfe dieser CRU-Statistik getestet und kalibriert. Wenn sie in der Lage sind, den Anstieg im letzten Jahrhundert zu reproduzieren, wie er von der CRU konstruiert worden ist, sollen sie angeblich in der Lage sein, das Klima bis zum Ende des 21. Jahrhunderts vorhersagen zu können.


Urbane Wärmeinseln

Viele Forscher haben in Frage gestellt, ob das so genannte Phänomen der urbanen Wärmeinseln bei der Konstruktion der Globaltemperatur hinreichend berücksichtigt worden ist.

Jarl Ahlbeck:
“Ich habe Phil Jones viele Male per E-Mail gefragt, mit welcher Methode die Daten für urbane Regionen angepasst werden. Ich habe nie eine Antwort erhalten.”

Urbane Wärme bedeutet die erhöhte Temperatur, die man in stark bewohnten Gegenden im Vergleich zu der wenig besiedelten Umgebung misst. Der hohe Energieverbrauch ist ein Grund für diesen Effekt.

Ahlbeck:
“Hier ist die Temperaturkurve für Bratsk (Russland). Die Messungen zeigen einen ziemlich flachen Verlauf bis in den 70ern eine große Zellstofffabrik eröffnet wurde. Und hier kann man die Erwärmung sehen, die durch die Papiermühle verursacht wurde. Die Temperatur in Brask ist deswegen dramatisch angestiegen.“

BratskIm Norden Russlands und in Sibirien gibt es viele Orte, an denen Urbane Wärmeinseln eine große Rolle spielen. Während der langen und kalten Winter wurde Energie unbekümmert in großen Mengen verbraucht. Die Jährlichen Durchschnittstemperaturen in den urbanen Zentren sind bis zu drei Grad höher als in der umgebenden Wildnis.

Ahlbeck:
“Hier in Jakutsk, das bis in die 60er Jahre eine Gulag Stadt ohne große Industrie war, begann dann eine Entwicklung, welche man hier sehen kann. Der Effekt der urbanen Wärmeinsel ist bei der Erwärmung von Jakutsk sehr gut zu sehen.”

JakutskDieses Phänomen wiederholt sich auch in den anderen Städten im Norden Russlands. Mächtige Hockeyschläger Graphen in den Daten der letzten 50 Jahre. Wenn man sich jedoch die Daten der ländlichen Gegenden ansieht, ändert sich das Bild.

DzardzanDzardzan – warme 30er, warm heute, kälter in der Zwischenzeit.

Ostrov DiksonOstrov Dikson im arktischen Meer – keine signifikante Erwärmung, mit den 30ern deutlich wärmer als heute.

DudinkaDudinka – das gleiche Muster.

SodankylaDas nördliche Finnland ähnelt Sibirien.

Profeesor Antero Järvinen ist der Direktor der Kilpisjärvi Forschungsstation in Lappland. Er untersucht die Natur in der Arktis seit 40 Jahren. Neben Langzeit-Serien der Temperatur hat er das Knospen von Birken und auch den Nestbau der Trauerschnäpper beobachtet.

“Diese Indikatoren sprechen kaum für überhaupt eine Erwärmung, und genauso wenig gibt es eine Abkühlung. Das ist mehr oder weniger der Status Quo, den wir seit mehreren Dekaden haben. Wir können nichts dramatisches feststellen, und das Gleiche gilt auch für zum Beispiel Spitzbergen. Auch dort passiert nichts großartiges.“

An den Wetterstationen im Norden der russischen Wildnis wiederholt sich das Muster, dass man auch in Sodankylä, Lappland, beobachten kann. Warme 30er, danach eine Abkühlung, und ab den 70ern wieder eine Erwärmung. Allerdings nicht so stark wie im Jahrzehnt vor dem 2. Weltkrieg. Nur haben die urbanen Wärmeinseln die Temperaturmessungen für Russland stark verfälscht. Gleiches gilt für China.

Wie haben Professor Jones und die CRU dies bei der Berechnung der Globaltemperatur berücksichtigt? Fast überhaupt nicht. Unter den bekannt gewordenen Nachrichten ist eine E-Mail von Jones, wo er erklärt, dass die einzige Korrektur für den Wärmeinsel-Effekt das völlige Entfernen von Stationen ist, die diesen Effekt zeigen(1184779319.txt). Nach Jones´ E-Mail wurden von der CRU nur 38 von vielleicht 2700 Stationen entfernt. 31 davon waren in Nordamerika und 7 in Europa.

Die Stationsliste der CRU enthält nach wie vor mehr als 200 nicht korrigierte Stationen aus Russland, darunter sämtliche großen Industriezentren.

Ahlbeck:
“Das bedeutet, dass Jones´ globale Kurve fehlerhaft ist. Sie stellt nicht das Klima dar, sondern irgendetwas anderes.”

Selbst das IPCC hat zugegeben, dass ein großer Teil der 0,7 °C Erwärmung im letzten Jahrhundert durch natürliche Variabilität verursacht wurde. Menschliche Aktivität hat vielleicht einen Beitrag zur Hälfte dessen geleistet, aber beachtet man den Effekt der urbanen Wärmeinseln, beträgt der Anteil der Treibhausgase vielleicht nur wenige Zehntel.

Kosmische Einflüsse auf das Klima

Das CO2 selbst hat vielleicht einen so kleinen Einfluss auf die Erwärmung, dass dieser in der Fehlerstreuung der Messung komplett verschwindet. Es ist gut möglich, dass der Klimawandel vom Einfluss der Sonne dominiert wird, auch wenn die direkte Einstrahlung nicht ausreicht um solche Veränderungen hervorzurufen.

Professor Mursula:
“Es wird interessant sein zu sehen, ob Klimaeffekte durch den Sonnenwind sich als die einflussreichsten Antreiber des Klimas erweisen. Es wäre eine große Überraschung für die Klimawissenschaft, aber es ist sehr gut möglich. Und in diesem Fall wäre der Klimawandel auf entscheidende Weise von der Sonne beeinflusst.

Die abschließende Wahrheit über ein Datenleck bei der CRU oder einen Datendiebstahl kommt vielleicht bis zum nächsten Frühling ans Licht, wenn die unabhängige Untersuchung abgeschlossen ist. Der Fall wird auch von der Polizei von Norfolk bearbeitet. Ein Teil der Affäre ist auch herauszufinden, ob Professor Jones gegen das Gesetz zur Offenlegung der Daten verstoßen hat. Jones hat sich von Seinem Posten zurückgezogen, solange die Ergebnisse der Untersuchungen offen sind.

In den USA hat der Klimagate-Skandal dazu geführt, dass eine interne Untersuchung an der Penn State University herausfinden soll, was deren weltbekannter Professor Michael Mann mit der Affäre zu tun hat. Der Skandal könnte eventuell einen Beitrag leisten für Offenheit in der Klimawissenschaft und deren angeschlagenen Ruf wiederherstellen.

Mursula:
“Nun, wir sollten abwarten und sehen, was bei der Untersuchung herauskommt und welche Konsequenzen dies für das IPCC hat. Ich bin sehr der Meinung, dass der Bereich des IPCC ausgeweitet werden sollte, indem Spezialisten in der Weltraumforschung hinzugezogen werden. Es ist entscheidend, dass wir alle möglichen Mechanismen untersuchen, wie die Sonne und der Weltraum im allgemeinen Einfluss auf das Klima nehmen können. Die Interaktion zwischen neutralen und geladenen Teilchen in der Atmosphäre ist sehr wichtig, und wie bereits gesagt, könnten sie einen großen Einfluss auf den Klimawandel haben.“

Phil Jones (1120593115.txt):

„Wenn überhaupt, so möchte ich sehen, dass der Klimawandel passiert, damit sich herausstellt, dass die Wissenschaft Recht hatte, unabhängig von den Konsequenzen.”

„If anything, I would like to see the climate change happen, so the science could be proved right, regardless of the consequences. This isn’t being political, it is being selfish.“

Links:

Homepage des Senders YLE mit einem englischen Transkript

Die Daten aus FOI2009.zip

Climategate – Das Musikvideo! Hide the Decline

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26 Kommentare
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  1. D AN K E

  2. Ebenfalls Danke!

  3. Tolle Fleißarbeit! Danke Herr Kipp!

    Das will erst mal alles in Ruhe durchgearbeitet werden.

  4. Danke für die immense Fleißarbeit!

  5. Sehr interessante Lektüre, Herr Kipp.

    Nur frage ich mich, wieso die HADCRUT Daten, die aus der East Anglia Datenbank kommen und angeblich alle so falsch sind, mit den NASA GISTEMP Daten übereinstimmen.
    http://www.realclimate.org/images/Hansen09_fig4.jpg

    Auch kann man doch viele Daten ohne weiteres einsehen und analysieren:
    http://hadobs.metoffice.com/

    Was mich auch immer irritiert, ist eine Verallgemeinerung und unsachliche Darstellung, gepaart mit teilweise hanebüchenen Übersetzungen. Aus “deleted E-Mails” werden “vernichtete E-Mails”.

    Ich kann auch Ihre Empörung nur schwer verstehen, wenn sich jemand weigert, einem Blogger aus einem anderen Land (noch nicht einmal EU), mit dem Kollegen schlechte Erfahrungen gemacht haben, Daten zur Verfügung zu stellen.

  6. @ _Flin_

    Nur frage ich mich, wieso die HADCRUT Daten, die aus der East Anglia Datenbank kommen und angeblich alle so falsch sind, mit den NASA GISTEMP Daten übereinstimmen.

    Sie werfen da eine äußerst interessante Frager auf. Eine Frage, die sich außer Ihnen mittlerweile auch einige andere gestellt haben. Gerade in den letzten Tagen wurde die Kritik an den NASA Daten zunehmend lauter. Dort scheint so einiges auch nicht mit rechten Dingen zuzugehen. So hat allein die Reduktion der GISS Messtationen nachweislich zu höheren Temperaturwerten geführt. Als Einstieg in das Thema empfehle ich dies Analyse von Josph D’Aleo:

    Climategate: Leaked Emails Inspired Data Analyses Show Claimed Warming Greatly Exaggerated and NOAA not CRU is Ground Zero

    Das Thema ist ein wenig zu komplex, um es hier in wenigen Worten zu erörtern. Ich werde in den nächsten Tagen einen eigenen Artikel dazu schreiben.

    Es ist mir übrigens durchaus bewusst, dass es nicht immer einfach ist, in einer Übersetzung die perfekt richtigen Worte zur korrekten Darstellung eines Sachverhaltes zu finden. Aus diesem Grund habe ich schließlich die Originalzitate mit aufgeführt.

    Wie sie die Tatsache, dass Daten bewusst zurückgehalten wurden, obwohl die Wissenschaftler nach dem Gesetz zur Offenlegung verpflichtet waren, als Lappalie abtun können, ist mir hingegen ein Rätsel. Hier wurde massiv gegen Gesetze und gegen das Prinzip der Offenheit in der Wissenschaft verstoßen. Jeder Forscher mit Anstand veröffentlich seine Daten, um sie einer wissenschaftlichen Diskussion zugänglich zu machen. Es sei denn, er hat das Gefühl etwas verbergen zu müssen.

  7. @_Flin_
    @Rudolf Kipp
    In dem Kontext “Climategate” würde ich das “Vernichten” von Emails vergleichen mit dem “Schreddern” und “Vernichten” von “Stasi -- Akten” und Unterlagen.

    Wobei natürlich “Löschen” sachlicher und korrekter übersetzt wäre :-)
    An der Tatsache, daß sie weg sind ändert das natürlich nichts, egal wie es heißt.

  8. @ Krishna Gans

    “Löschen” wäre lediglich die laut meinem Wörterbuch richtige Übersetzung. An der Tatsache, dass die E-Mails danach nicht mehr vorhanden sind ändert das nichts. Wenn ich Daten lösche, dann vernichte ich sie damit.

    Sei es drum, diese Art von Kritik zeigt jedenfalls deutlich, dass es sachlich wenig an dem oben geschriebenen zu bemängeln gibt. Das ist doch auch eine wertvolle Erkenntnis.

  9. @_Flin_

    Ich kann auch Ihre Empörung nur schwer verstehen, wenn sich jemand weigert, einem Blogger

    McIntyre ist nur sekundär ein Blogger, er war auch schon Reviewer bem IPCC….
    Er und McKitrick sind gefürchtet, weil sie fähig und in der Lage sind, Manipulationen in Statistiken zu finden und zu entdecken. Das sieht man nicht so gerne in diesen Kreisen der Global Warming Church.
    Statt sauberer u arbeiten….
    wobei dann natürlich nicht die erwünschten Ergebnisse rauskommen, die man als Ideologe gerne hätte.
    So ist das, wenn Ideologie und Politik die Wissenschaft vereinnahmt.
    Hatten wir doch alles schon…

  10. @Rudolf kipp

    Wenn ich Daten lösche, dann vernichte ich sie damit.

    Das hängt vom Löschprozess ab.
    Wenn ich nur mit “DEL” arbeite, oder sonstwie “normal” lösche, sind sie mit einem “undelete” wieder zugänglich, weil nur der “Zeiger” verschwunden ist, die Daten sind aber noch da. Es sei denn, sie werden überschrieben…
    dann sind sie weg, endgültig.

  11. Dass McIntyre am IPCC Report mitgearbeitet hat, ist mir neu. Ein Beleg für diese Behauptung wäre nicht schlecht, ich habe nach kurzer Suche keine Bestätigung zu dieser Aussage gefunden.

    Dass es Wissenschaftlern widerstrebt, Einzelpersonen gegenüber den Datenversorger zu spielen, wohl wissend, dass es nicht gedankt wird, sondern im Gegenteil nur zu weiteren und weiteren Anfragen führt (wie es wohl Kollegen bereits passiert war) halte ich für menschlich nachvollziehbar. Die korrekte Vorgehensweise wäre gewesen, diese Daten einfach allen zur Verfügung zu stellen, ohne Ansehen der Person.

    Alle oben genannten Punkte sollten allerdings nicht vom unbestrittenen Kern der Sache ablenken:
    -- Die Treibhausgas-Konzentration ist auf einem Level, der in der gesamten Erdgeschichte so noch nicht vorgekommen ist
    -- Treibhausgase tragen zur Erwärmung der Atmosphäre bei
    -- Eine Erwärmung um einige Grad hat erhebliche Konsequenzen für den Menschen

    Man kann sich ja darüber streiten, in welchem Ausmass die Erwärmung eintritt, und auch welches Ausmass die Konsequenzen haben. Unterm Strich kann allerdings nur der Schluß stehen, dass wir (die Menschheit) langfristig Möglichkeiten finden müssen, ohne billiges Erdöl und erheblichen Ressourcenverbrauch unser Leben und Wirtschaften zu gestalten.

    Und dieser Schluß ist vollkommen unabhängig von einer Klimaerwärmung. Sondern ergibt sich aus den marktwirtschaftlichen Notwendigkeiten der begrenzten Ressourcenvorräte.

    Das Schlechteste, das passieren kann, wenn globale Anstrengungen unternommen werden, um den GHG Ausstoß zu senken, sind gedämmte Häuser, regenerative Energien und nachhaltiges Wirtschaften. Das Schlechteste, das passieren kann, wenn man weitermacht wie bisher, ist ein rasch kippendes Klima mit venusianisches Zuständen, bei denen Menschen nur in unterirdischen Bunkern überleben können.

    Was genau passieren wird, das Herauszufinden ist Aufgabe der Wissenschaft. Vorurteilsfrei und unideologisch.

  12. @_Flin_
    Zum Beispiel hier

    I was one of the more industrious reviewers for IPCC AR4. In my Review Comments, I made frequent reference to Yamal versus the Polar Urals Update, expressing concern about the rationale for using Yamal rather than Polar Urals, an issue that is once again in play. Keith Briffa was the section author and can be deemed to be the author of the responses

    Einfach nach McIntyre suchen um sich seine Kommentare mal anzusehen.

  13. @ _Flin_

    Steve McIntyre hat nicht am IPCC-Bericht mitgearbeitet, er war Reviewer des IPCC AR4. Er schreibt darüber z.B. auf seiner Homepage.

    Ihre Aussage

    Die korrekte Vorgehensweise wäre gewesen, diese Daten einfach allen zur Verfügung zu stellen, ohne Ansehen der Person.

    findet meine volle Unterstützung. Nur Fakt ist leider, dass diese Daten niemandem externes zur Verfügung gestellt wurden. Und die Daten nicht zu veröffentlichen, weil sie dann kritisch betrachtet werden könnten, ist ja wohl an unwissenschaftlichkeit kaum zu unterbieten.

    Im weiteren scheinen Sie über CO2 in der Atmosphäre nicht besonders gut informiert zu sein. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre war lange Zeit deutlich höher als heute, zum Teil betrug er das 10fache. Und das auch in Zeiten, in denen es kälter war als heute. Wie groß im übrigen die Erwärmung bei einer Verdopplung von CO2 wäre ist alles andere als geklärt. Die IPCC-Angaben , die sich im Bereich von mehreren °C bewegen haben jedenfalls keine Wissenschaftliche Grundlage, sonder beruhen lediglich auf Computermodellen. 0,5-1 °C Erwärmung bei Verdopplung scheint deutlich realistischer zu sein. Womit wir zu dem Punkt kommen, dass die von Ihnen befürchtete Temperaturerhöhung um mehrere Grad durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe gar nicht zu bewerkstelligen wäre.

    Bei dem Punkt, dass Energieeinsparung und Rohstoffschonung mehr als sinnvoll ist, bin ich wieder völlig bei Ihnen. Nur hat dies absolut nichts mit Klimaschutz zu tun. Und dass die Klimaforschung im Moment alles andere als “vorurteilsfrei und unideologisch” ist, haben die Klimagate-Dateien ja eindrucksvoll bewiesen.

  14. @Krishna Gans: Danke

  15. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre war lange Zeit deutlich höher als heute, zum Teil betrug er das 10fache.

    Wann soll das gewesen sein? Offensichtlich nicht in den letzten 650.000 Jahren, zumindest nach den Eiskernbohrungen von Vostok/EPICA.

  16. Danke!

  17. @ _Flin_

    Wenn ich gewusst hätte, dass die “gesamte Erdgeschichte” bei Ihnen 650.000 Jahre umfasst, hätte ich ausführlicher geantwortet…

    CO2 war fast die gesamten letzten 600 Millionen Jahre deutlich höher als heute. Ähnlich niedrige Werte gab es nur während Carbon und Perm.

    http://www.geophysik.uni-kiel.de/~sabine/DieErde/Erdgeschichte/klima-phanero.html

  18. Man kann es auch kürzer zusammenfassen:
    Die Weltelite der Klimaforschung bestätigt, dass es in den vergangenen 1000 Jahren bereits wärmer war als heute.
    Die Weltelite der Klimaforschung kann nicht erklären, warum die Wolkenbedeckung abgenommen hat, warum die Temperaturen nicht weiter steigen. Nur 20% der Stationen zeigen überhaupt eine Erwärmung.
    Die Weltelite der Klimaforschung versuchte dies zu verschleiern, und zwar mit einem politischen Auftrag des selbsternannten Weltklimarates.
    Damit ist fragwürdig, ob es überhaupt eine nennenswerte Erhöhung der Temperatur gegeben hat und noch fragwürdiger, ob diese durch Treibhausgase nennenswert steigen wird.
    Und es ist noch fragwürdiger, ob die Projektionen von Klimamodellen stimmen können, die auf eben diesen fragwürdigen Daten basieren und eine Erhöhung der Temperatur um mehrere Grad Celsius für das kommende Jahrhundert voraussagen.
    Es ist aber sicher, dass sie (die Temperatur) es die vergangenen Jahrzehnte nicht messbar getan hat, den diesen Beweis wäre man uns nicht schuldig geblieben. Auch hätte man dann auf all die Spitzfindigkeiten, Verschleierungen, Diffamierungen, Löschungen und Ersetzungen verzichten können. So beißt sich die Katze in den Schwanz.

  19. @Rudolf Kipp: Was ist Geschichte, wenn sie keiner erzählen kann?

    Ich gestehe ein, dass meine Aussage in Bezug auf die Erdgeschichte überspitzt formuliert war. “Seitdem der Mensch aufrecht geht” trifft es eher. In Bezug auf Klimaveränderungen mache ich mir um unsere Erde nämlich die geringsten Sorgen. Die überlebt das ohne Weiteres. Mir persönlich wirds wohl auch wurscht sein, selbst bei “Vollgas” wirds vielleicht noch für ein wenig Atemknappheit reichen. Nur bei meiner kleinen Nichte, da sieht es schon anders aus.

    @Wetterfrosch: Wenn mich nicht alles täuscht, wird hier nicht vorgebracht, dass die Temperaturen nicht steigen würden, sondern dass die Messungen nicht korrekt seien.
    Die Mittelwerte (5-Jahres Mittel) der gemessenen globalen Durchschnitts-Temperaturen (HADCRUT von der berüchtigten CRU, GISTEMP von der NASA, Japan Meteorological Agency) steigen alle.

  20. @ _Flin_

    Was Ihre Nichte angeht, könnten Sie vielleicht etwas zuversichtlicher in die Zukunft schauen, als die Anhänger des Ökologismus uns glauben machen wollen. Der Zustand der Erde ist weit besser, als es allgemein dargestellt wird. Für Deutschland und viele Teile Europas kann ich in meiner Lebensspanne sehr viele Verbesserungen im Zustand der Umwelt erkennen. Ich persönlich glaube auch, dass Länder wie China oder Indien sich deutlich mehr auf den Umweltschutz konzentrieren, wenn sie erst die existenziellen Fragen der dort lebenden Menschen anständig gelöst haben. Das war in Europa schließlich auch nicht anders. Nur dass diese Länder dafür nicht 150, sondern wohl eher weniger als 50 Jahre brauchen werden.

    Die Temperaturmessungen sind vermutlich in der Tat nicht so korrekt, wie man uns immer erzählt. Da hat es in den letzten Jahren einfach zu viele Anpassungen gegeben, die alle die Temperaturen der jetztzeit nach oben, und vergangene nach unten korrigiert haben. So passten die Bodenstations- und Satellitenmessungen zu Beginn (frühe 80er) noch recht gut zusammen und laufen seit den 90er immer mehr auseinander. Wobei die Stationsdaten einheitlich wärmere Werte angeben. Bei allen Messungen zeigen die Werte allerdings seit Beginn dieses Jahrtausends nicht mehr nach oben, sondern sogar leicht nach unten. Selbst im 5-jährigen Mittel. Und wenn die Temperaturen nicht steigen, dann heißt das wohl, es wird nicht wärmer.#

    Ich finde es jedenfalls gut, dass Sie sich offensichtlich eingehender über den Zustand der Welt informieren wollen. Bleiben Sie dabei, es gibt erstaunliches zu lernen.

  21. test

  22. @ Rudolf
    Vielen Dank für Deine sehr gute Arbeit!
    Ich habe das Video auf meinem Blog veröffentlicht!
    Es gibt auf diesem Planeten leider sehr wenige Menschen, welche weit genug denken können und einen inneren Drang verspüren, die Wahrheit unter das Volk zu bringen.
    Vom Großteil des Volkes werden solche Menschen belächelt, weil deren Meinung nicht den Mainstream-Medien standhalten kann.

    Ich freue mich, dass es noch Menschen wie Dich gibt. Deine Artikel sind bestens recherchiert, mein Kompliment!
    Es freut mich immer wieder, nicht alleine zu sein, alleine mit meinen Meinungen und Erfahrungen.
    Bitte mache weiter so! Du bist mit Deinem Wissen ein wichtiger Baustein, hin zu einer besseren Welt!

  23. @ udssr.net

    Vielen Dank für diese äußerst netten Worte!

  24. Danke fuer die Fleissarbeit! Es laesst sich genau so an, wie damals die Berechnungen zur “Zuverlaessigkeit” der Atomkraftwerke -- auch dort wollte man den Computer-Code fuer die Behauptuing, ein gravierender Unfall mit Millionen Toten sei nur alle Million Jahre zu befuerchten nicht herausgeben (obwohl das bei tausend Reaktoren schon alle tausend Jahre, und ohnehin schon heute sein kann, und obwohl mehrere Millionenen Tote in einer Million Jahren ja rechnerisch bereit mehreree Tote pro Jahr ergeben -- mehr als bei jeder anderen Kraftwerkstechnologie). In die Enge getrieben gestand man dann aber kleinlaut zu, dass die Fehlergrenzen eher bei “plus/minus ZEHN Millionen Jahren” liegen. Das war 1977. Damit waren Atomkraftwerke in Deutschland und USA nicht mehr genehmigungsfaehig. Aehnlich “zuverlaessig” duerften auch die Hochrechnungen der Klimawissenschaftler sein und NUR DARUM verweigern sie jegliche wssenschaftliche Diskussion, was allein fuer sich genommen eigentlich schon zur Enthebung aus dem Lehramt fuehren muesste. Gegen spinnerte Privatgelehrte waere ja nichts einzuwenden.

  25. Eine der besten Zusammenfassung des Dramas, das wir eben erleben.

    Vielen Dank!

  26. Ich habe das Video mal auch bei Youtube hochgeladen:

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