In London steigt das Sterberisiko ab 19°C an!

24. März 2018 | Von | Kategorie: Blog, Daten, Energieerzeugung, Klimawandel, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik

neurathNEU_0 Im Blog der KlimaLounge ist gerade ein Gastbeitrag von Veronika Huber (ehemals Wissensschafts-Analystin des Direktors des PIK und Klimaberaters der Kanzlerin Schellnhuber) erschienen. Thema des Beitrages ist das Sterberisiko infolge der globalen Erwärmung.

Abbildung 1 im Beitrag zeigt den Zusammenhang zwischen der täglichen Mitteltemperatur und dem relativen Sterberisiko (RR: relative risk) in vier ausgewählten Städten. Sydney, Sao Paulo, London und New York. Quelle: Gasparrini et al. 2015, The Lancet.

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Im unteren Teil der Abbildung ist jeweils die vor Ort geltende Häufigkeitsverteilung der Temperatur dargestellt. Die gestrichelten schwarzen Linien markiert den Temperaturbereich, bei den ein geringes Sterberisiko besteht. Die gepunktete Linie markiert die Temperatur, an der das Sterberisiko durch Kälte, bzw. Wärme in die eine, oder andere Richtung steigt. „Optimale Überlebenstemperatur“.

Die optimale Überlebenstemperatur liegt in Sydney bei 22,5°C. In Soa Paulo bei 22°C. In London bei 19°C. In New York bei 22°C. Auffallend ist, unterhalb der optimalen Überlebenstemperatur steigt das relative Sterberisiko nur leicht an. Erst bei sehr geringen Temperaturen beschleunigt sich der Anstieg. In London etwa bei 2°C. Oberhalb der optimalen Überlebenstemperatur steigt das relative Sterberisiko hingegen, bei nur einigen Grad mehr, nahezu exponentiell an. In London sind Sie bei 22°C schon im absoluten Gefahrenbereich. Also besser nicht die Heizung in London aufdrehen. Oder wenn Sie Engländer sind, besser nicht nach Mallorca fahren. Schon gar nicht als Rentner, deren Sterberisiko deutlich höher liegt, als von jüngeren Menschen. Ähnliches dürfe für Deutsche gelten, deren klimatische Anpassungsfähigkeit der eines Londoner entsprechen dürfte. Klima-Anthropologen haben gerade herausgefunden, unsere Vorfahren in den Savannen Afrikas haben die Wärme schon nicht gut vertragen und sind deshalb in das kühlere Mittel- und Nordeuropa ausgewandert. Das hat unser Überleben gesichert.

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23 Kommentare
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  1. Wo lässt es sich besonders gut überleben? Die Temperaturen spielen bei heutigen „Völkerwanderungen“ keine Rolle mehr. Die Alimentation im „Aufnahmeland“ ist die Stellgröße. Deutschland mit einklagbaren Hartz IV Sätzen klingelt auf vielen Smartphones als das „Verheissene Land“. Den deutschen Bürgern (den Steuerzahlern) wird nur ständig eine Bringschuld wegen Klima und Umwelt eingetrichtert. Ablasszahlungen im Mittelalter lassen grüßen. Die Staatskirche von Umweltgottesgnaden bittet zur Kasse und schränkt freie Bürgerrechte zunehmend ein.

  2. Die Engländer kommen schon lange übrigen zu diesen Ergebnis:

    https://www.welt.de/wissenschaft/article1677009/Klimaerwaermung-verlaengert-das-Leben.html

  3. Frau Huber arbeitet seit 02.2018 übrigens in Sevilla. Vermutlich der Wärme wegen?

  4. Na, ja, alles relativ: Briten in Spain…
    Wer -einen Teil- der Briten i n Spain erlebt hat, versteht es gut ,das die britische Rentenversicherung sich drüber freut das sich da der Lebensabend dieser Personen dank billiger Spirituosen verkürzt. Und jetzt auch durch die Wärme…
    Es gibt auch einige Deutsche, Schweden und Finnen dort, die das selbe tun… Scheinbar auch Frau Huber?

  5. Übrigens: nicht vergessen: heute Abend das Licht anschalten weil das Klima es fordert…

  6. Irgendwie erinnert mich das an Ödipussi: Da hatte die Psychologin Evelyn Hamann erklärt dass die Farbe des Sofas die Selbstmord-Rate beeinflusst. Loriot fragte besorgt, bei welcher farbe denn die Überlebenswahrscheinlichkeit am höchsten sei? Sie wollte frische Farben empfehlen, die Beratenen entschieden sich dann für ein frisches Aschgrau.

  7. Off Topic:

    Die AfD wollte, dass der Bundestag eine Subsidiaritätsrüge zu einer EU-Verordnung zur Senkung der Kohlendioxidemissionen von Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen und zur Änderung der EU-Verordnung 715 / 2007 (Ratsdokument 14217/17) ausspricht. Der Antrag auf Erweiterung der Tagesordnung wurde gegen die Stimmen der AfD abgelehnt.

    Die Grenzwerte für den Ausstoß von Kohlendioxid würden mit einer Verbrauchsobergrenze von vier Litern für Personenkraftwagen so gewählt, dass sie bereits für Mittelklasse-Limousinen nicht mehr erfüllbar wären. Die „offene Aggressivität der EU gegen die deutsche Autoindustrie“ mit der „potenziellen Vernichtung Hunderttausender Arbeitsplätze“ bezeichnete er als „Skandal“.

    https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw12-de-aenderung-to/548580

    Das Argument zur Ablehnung war, dass die AfD ja vier Monate Zeit hatte, und nun zu spät für eine Eilentscheidung gekommen war. Aber es ist gar kein Problem der AfD, sondern der Wirtschaft, der Autofahrer und damit aller Parteien, die Volksvertreter sein wollen. Auch die hatten 4 Monate Zeit und haben keinen Antrag dazu gestellt. Nun nimmt das Verhängnis seinen Lauf.

  8. Und noch was Off-Topic: Antarktis war zu Urzeiten praktisch eisfrei

    Das sei vor nur 8 Mio Jahren der Fall gewesen. Überrascht mich etwas …

    https://www.welt.de/wissenschaft/article1495966/Antarktis-war-zu-Urzeiten-praktisch-eisfrei.html

    Die in den Sedimenten entdeckten Fossilien deuten auf wärmere Verhältnisse hin als bislang angenommen. Der Blick in diesen Teil der Erdgeschichte zeigt dabei durchaus wichtige Parallelen zum heutigen Klimageschehen: „Damals war die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid in der Atmosphäre ähnlich hoch wie heute“, erläuterte Kuhn.

    Bislang bin ch nicht davon ausgegengen, dass die Steinzeit oder Vormenschen so viel fossile Energie freisetzten. Auch war eines meiner Merksätze, dass es erdgeschichtlichen Zeiten immer erst eine Erwärmung gab, und dann -- mit deutlicher Verzögerung -- der CO2-Anteil stieg. Dazu sagt der Artikel aber nichts.

  9. Noch eine Anmerkung zu den Grafen und der Methode.

    Methods We collected data for 384 locations in Australia, Brazil, Canada, China, Italy, Japan, South Korea, Spain, Sweden, Taiwan, Thailand, UK, and USA. We fi tted a standard time-series Poisson model for each location, controlling for trends and day of the week. We estimated temperature–mortality associations with a distributed lag non-linear model with 21 days of lag, and then pooled them in a multivariate metaregression that included country indicators
    and temperature average and range. We calculated attributable deaths for heat and cold, defi ned as temperatures
    above and below the optimum temperature, which corresponded to the point of minimum mortality, and for moderate
    and extreme temperatures, defi ned using cutoff s at the 2·5th and 97·5th temperature percentiles.

    Naja, was soll man dazu sagen?

    Und bei 0°C in London sterben dann genauso viel Leute wie bei 25°C. Und bei 30°C schon deutlich mehr als bei -5°C. Für Toronto und Stockholm weist die Studie auch einen Anstieg der Sterberate schon bei unter 20°C auf.

    Auch interessant, Björn Lomborg vs. Veronika Huber.

    http://www.3sat.de/mediathek/index.php?mode=play&obj=36564

    Ich sehe dort Björn deutlich vorne.

  10. @Landvoigt

    Die Antarktis ist seit ca. 8-12 Mio. vereist, die Arktis sogar erst seit ca. 4 Mio. Jahren.

  11. PS

    Dieser Artikel geht sogar davon aus, dass der Eisschild von Grönland sich erst vor knapp 3 Mio. Jahren gebildet hat.

    https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article127112271/Eis-konserviert-Millionen-Jahre-alte-Landschaft.html

  12. Michael Krüger 24. März 2018 18:13

    Noch eine Anmerkung zu den Grafen und der Methode.
    Naja, was soll man dazu sagen?

    Für den, der sich noch nie mit Statistik beschäftigt hat, hört sich das ehrfurchterregend wissenschaftlich an. Wer das aber auch schon gemacht hat weiß, dass das völliger Humbug ist. Co-Varianzanalysen sind zwar möglich, aber nur dann, wenn man ein robustes Modell mit zuverlässigen Zahlen hat. Bei einem derartig ungünstigen Signal-Rauschverhältnis ist es einfach nur unseriös, so was zu veröffentlichen. Aber, so sagten sich wohl die Herausgeber: ‚Was mit NO2-Toten geht, kriegen wir gewiss auch mit CO2 Toten hin.‘

  13. @Landvoigt

    Gewertet wurden alle Sterbefälle, unabhängig von der Todesursache, aber keine Unfälle, etc.. Und das wurde dann statistisch in Abhängigkeit von der Temperatur, mit einem Zeitverzug zwischen Tod und Temperatur von 21 Tagen ausgewertet. Denn das Wetter wirkt erst nach 3 Wochen tödlich. Man kommt zu den Schluss, im Winter sterben immer noch mehr Leute als im Sommer, aber mit der globalen Erwärmung soll sich das ändern. Und: „Dabei ist die optimale Temperatur umso höher je wärmer das lokale Klima, denn offensichtlich sind die Menschen zumindest bis zu einem gewissen Grad gut an die vorherrschenden klimatischen Bedingungen angepasst.“

    Demzufolge sind die Menschen noch gut an das lokale Klima angepasst, aber nach dem Klimawandel in X-Jahrzehnten nicht mehr. Der Klimawandel geht einfach zu schnell, so dass man sich nicht mehr anpassen kann. Zudem dürfen dann heute schon, insbesondere ältere Menschen, die anfälliger sind, nicht im Winter nach Mallorca, oder in die Wärme reisen, da sie nicht angepasst sind und sich das Sterberisiko mit der Hitze in den Urlaubsländern drastisch erhöht. Das wäre eine Sensation und aus Gesundheitsgründen müsste man allen Urlauber Ü60 den Urlaubsflug im Winter in die Wärme untersagen. Und erst recht das Saunieren. Die Finnen sterben bekanntlich auch wie Fliegen in der Sauna. Was soll man dazu noch sagen?

    Vermutlich sterben bei Hitze einfach mehr ältere Leute in den Heimen und Krankenhäusern, weil die nicht ausreichend mit Flüssigkeit vom Pflegepersonal versorgt werden. War schon 2003 so. Das ist aber nicht ursächlich auf die Temperatur zurückzuführen, sondern auf die Pflege.

  14. Michael Krüger 24. März 2018 18:13

    Auch interessant, Björn Lomborg vs. Veronika Huber.

    http://www.3sat.de/mediathek/index.php?mode=play&obj=36564

    Ich sehe dort Björn deutlich vorne.

    Ich auch. Anpassung vs. Vermeidung. Frau Huber meint, es wäre zu ungewiss, was Anpassung denn bedeute, aber eine Vermeidung eines Klimawandels meint sie verstehen zu können. Das nenne ich Hybris gepaart mit institutionalisierter Dummheit.

    Aber auch Lomborg sieht die Klimapanik sehr unkritisch: ‚Der Klimawandel ist real, wir müssen ihn aufhalten.‘

    Aus dem Off heißt es dann: ‚Der Klimawandel schreitet voran, dass ist sicher. Unsere Lösungen sind noch nicht perfekt‘

    Das alles bleibt gaga. Denn dass es immer Klimawandel gegeben hat ist banal, aber wir können nicht hinreichend sicher prognostizieren, wohin sich das Klima wandelt. Und es ist weder sicher, ob wir den klimawandel wirklich aufhalten sollten, noch ob wir das auch nur annähernd könnten.

  15. PS

    Im Sommer 2003 starben vor allem viele ältere, alleinstehende Menschen in Frankreich an den Folgen von Flüssigkeitsmangel. Mich wundert auch, dass sich das nicht nicht bis zum PIK herumgesprochen hat.

    Aus einem Fachbuch für Geriatrie:

    Der heiße Sommer 2003 hat durch die hohe Anzahl an Toten vor allem in Paris vor Augen geführt, dass die Austrocknungsgefahr bei älteren Menschen erhöht ist. Vor allem dann, wenn noch zusätzliche Erkrankungen vorliegen, wie Fieber oder Infekte, …

  16. Michael Krüger 24. März 2018 19:34

    Vermutlich sterben bei Hitze einfach mehr ältere Leute in den Heimen und Krankenhäusern, weil die nicht ausreichend mit Flüssigkeit vom Pflegepersonal versorgt werden. War schon 2003 so. Das ist aber nicht ursächlich auf die Temperatur zurückzuführen, sondern auf die Pflege.

    Das ist viel zu differenziert gedacht. Man muss bei dem Niveau des Studienansatzes fragen: Wie viele Menschen sterben auf der Straße, zu Hause, am Arbeitsplatz, im Krankenhaus oder in Altersheimen? Das kann man dann nach Altersgruppen, Nationalitäten etc. differenzieren, und Korrelationen und Varianzanalysen rechnen.
    -- Und die überraschenden Ergebnisse: Die Krankenhäuser und Altersheime dürften Spitzenplätze einnehmen. Die logische Schlussfolgerung: Einfach nicht mehr ins Krankenhaus gehen und Altersheimen fern bleiben … denn das ist statistisch zu gefährlich.

  17. #7 Martin L. formal klingt die Ablehnung des AFD-Antrages einleuchtend. Verblüffend ist tatsächlich -- wie von Ihnen angesprochen -- dass sonst niemand von dem im EU-Vertragsrecht vorgesehenen Instrument der Subsidiaritätsrüge Gebrauch macht. Auch nicht in Frankreich oder Italien -- ok, dort werden die Messstationen weniger öko-trickreich aufgestellt.
    #8 Frage von 2015 immer noch nicht beantwortet 😕 Die Antarktis ist ein Kontinent in etwa der Groesse Australiens. Aus meiner Sicht sind punktuelle Probenahmen nicht für den gesamten Kontinent repräsentativ. Bei Canberra gibt es Skigebiete. Bohrübersicht der späten 90-er, ebenfalls McMurdo Sund. Das Eindriften der antarktischen Kontinentalplatte nach dem Auseinanderbrechen von Pangäa vor ca. 200 Millionen Jahren in die Südpolpostion war wahrscheinlich recht früh von Eisbildungen begleitet. Dazu von heftigem Vulkanismus, Abbrechen und Anschweissen von Kontinentalbruchstücken usw.

  18. #8 link oben in 17 verunglückt :- Oktober 2015

  19. Und woran sterben diese Menschen schlussendlich? Sicher nicht an der Temperatur.

    Es gibt allerdings Studien, die zeigen, dass im Winter und Frühjahr die Herzinfarktraten (also bei niedrigeren Temperaturen) wesentlich höher sind als im Sommer. Die Zahlen stammen aus dem Herzinfarktregister einer japanischen Kleinstadt und umfasst 16 Jahre:

    In fact, one of the most comprehensive studies of seasonal variation in acute myocardial infarctions found that there is a 40% reduction in the incidence of heart attacks in the summer compared to the winter and spring (see: Rumana et al. Seasonal pattern of incidence and case fatality of acute myocardial infarction in a Japanese population [from the Takashima AMI Registry, 1988 to 2003]. American Journal of Cardiology 2008; 102: 1307-1311).

    https://www.researchgate.net/publication/23460216_Seasonal_Pattern_of_Incidence_and_Case_Fatality_of_Acute_Myocardial_Infarction_in_a_Japanese_Population_from_the_Takashima_AMI_Registry_1988_to_2003

  20. #16 Hier noch einmal der Link: https://www.researchgate.net/publication/23460216_Seasonal_Pattern_of_Incidence_and_Case_Fatality_of_Acute_Myocardial_Infarction_in_a_Japanese_Population_from_the_Takashima_AMI_Registry_1988_to_2003

  21. Im 20. Jahrhundert ist es wärmer geworden und die Lebenserwartung der Menschen ist gestiegen.
    Die Epidemiologen werden noch viele Korrelationen finden mit dem Klimawandel finden. Eine Korrelation ist eine Vermutung und die Ergebnisse von Frau Huber sind alles nur Vermutungen. Einen kausalen Zusammenhang hat sie nicht gefunden.

  22. Hitze und Kälte habe ich als Todesursache auf der Internetseite worldlifeexpectancy.com nicht gefunden. Sie können den Tod hauptsächlich beschleunigen, aber ihn nur in geringem Maße verursachen. Eine gesunde Lebensweise basiert auf anderen Prioritäten.

  23. Aus den Kurven, sollten sie realistisch sein (was ich bezweifle), geht doch eines klar hervor: Der Mensch passt sich über die Zeit den Temperaturen an, sonst würden alle 4 Tiefpunkte auf derselben Temperatur liegen.

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