Indische Studie: IPCC übertreibt bei Gletscherschmelze im Himalaya

10. November 2009 | Von | Kategorie: Blog, Schnee und Eis, Wissenschaft

IMG_0572Die Diskussion, ob das Abschmelzen der Gletscher weltweit direkt mit dem Klimawandel zusammenhängt bekommt neuen Zündstoff. Zum ersten mal hat jetzt die indische Regierung westliche Wissenschaftler mit eigenen Forschungsarbeiten konfrontiert, in welchen der Rückzug der Gletscher im Himalaya untersucht wurde.

Bei der Präsentation der Studie am Montag sagte der indische Umweltminister Jairam Ramesh, dass durch diese Arbeit die gängige Meinung über das Abschmelzen der Gletscher in Frage gestellt würde. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Gletscherschmelze im Himalaya und dem globalen Klimawandel könne, so Ramesh, nicht hergestellt werden. Auch wenn sich einige Gletscher im Himalaya nach wie vor auf dem Rückzug befänden, würde dies mit einer Geschwindigkeit erfolgen, die historisch betrachtet nicht besorgniserregend sei.

Aussagen der indischen Geologen stehen im Widerspruch zum IPCC

Mit dieser Auffassung steht der Minister im direkten Widerspruch zum Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dass in seinem Report 2007 noch vor einem totalen Verschwinden der meisten Himalaya-Gletscher bis 2035 gewarnt hatte. Und so führte Ramesh auch an dass er bereit sei, sich mit den Untergangsszenarien von Al Gore und dem IPCC anzulegen.

“Mich beunruhigt”, so Ramesh weiter “dass alle bisherigen Studien von westlichen Wissenschaftlern kommen. Es ist dringend an der Zeit, dass Indien selbst mehr in die Forschung investiert um zu verstehen, was im Ökosystem Himalaya vor sich geht.”

Wie zu erwarten war, hat sich der Minister mit diesen Äußerungen nicht nur Freunde gemacht. Besonders scharf wurde er von seinem Landsmann, dem Vorsitzenden des IPCC Rajendra Pachauri, angegriffen. Dieser bezeichnete die Verlautbarungen Rameshs als “extrem arrogant” und stellte die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit des gesamten Reports in Frage. Auch der Autor der Studie, der Geologe und ehemaliger stellvertretender Direktor der Geological Survey of India (GSI) Vijay Kumar Raina, musste sich Kritik von Pachauri gefallen lassen der dabei explizit erwähnte, dass es sich bei Raina schließlich um einen Geologen im Ruhestand handele.

Figure 27

Zu solch scharfen Worten kam es wohl weil auch Raina es wagte, offen den Ergebnissen des IPCC-Berichts von 2007 zu widersprechen: “Die Gletscher im Himalya schmelzen, aber es gibt da nichts dramatisches, nichts was andeutet dass sie innerhalb von Jahrzehnten verschwinden.” Der Fehler der westlichen Wissenschaftler wäre, die Schmelzraten aus anderen Teilen der Welt einfach auf den Himalaya zu übertragen: “In den Vereinigten Staaten liegen die höchsten Gletscher in Alaska immer noch unterhalb den niedrigsten im Himalaya. Unsere 9500 Gletscher befinden sich in sehr großen Höhen. Es ist ein komplett anderes System … So lange es den Monsun gibt werden wir auch Gletscher haben. Viele Faktoren sind zu berücksichtigen wenn wir herausfinden wollen wie schnell die Gletscher schmelzen, Niederschläge, Verschmutzung, Relief und Gelände.”

Figure 28

In der Studie war unter anderem herausgefunden worden, dass der Gangotri-Gletscher, die Hauptquelle des Ganges, den stärksten Rückzug 1977 erlebte und heute praktisch zum Stillstand gekommen ist. In dem Bericht, der die Daten aus 150 Jahren untersucht wurden 25 Gletscher im Detail analysiert. Damit stellt diese Arbeit die erste umfassende Studie dieser Art überhaupt in der Region dar. Zusammenfassend kamen die Forscher zum dem Schluss, dass Gletscher sich weder beschleunigt zurückziehen, noch dass sie sich als Indikatoren für einen globalen Klimawandel eignen.

…Average annual retreat of the glaciers, under observation, which generally was around 5m till up to late 50s of the 20th century, increased many folds in some glaciers in the Central and the Eastern Himalayas during the decade of mid seventies to late eighties, touching a value of as high 25m-30m as in the case of the Gangotri glacier. The retreat, with the advent of the decade of the nineties, began to slow down and in some cases like the Siachen glacier, Machoi glacier, Darung Drung glacier, Gangotri glacier, Satopanth-Bhagirath Kharak glaciers and the Zemu glacier, it has practically come down to stand still during the period 2007-09…

…Annual snow precipitation, during the accumulation season, is the parameter primarily responsible for the glacier having either a positive or a negative balance…

…We know today, with a great degree of certainty that glaciers can be considered as nature’s secular barometers, which can help in deciphering the climatic changes that the earth has undergone since a particular glacier has come into existence. But to postulate that a glacier can warn of the climate changes likely to take place in future is a big question mark. A glacier as, already, stated does not necessarily respond to the immediate climatic changes, for if it be so then all glaciers within the same climatic zone should have been advancing or retreating at the same time…

Figure 30

Vorhersagen über das Verschwinden der Gletscher sind Propaganda

Unterstützung bekam Raina auch von anderen indischen Geologen. So sagte etwa Rameshwar Bali, Professor für Geologie an der Universität Lucknow: “Vorhersagen die das Verschwinden der Himalaya Gletscher sehen sind Unsinn. Das ist organisierte Propaganda von Klimawandel Aktivisten.” Ein weiterer Geologe, Anjani Tangri vom Uttar Pradesh Remote Sensing Applications Centre hat Satellitendaten und Expeditionsmessungen kombiniert und dabei ebenfalls gefunden, dass der Rückgang des Gangotri sich signifikant verlangsamt hat: “Trotzdem redet jeder nur von der globalen Erwärmung.”

Rajinder Ganjoo, Geologe an der Universität Jammu, hat vor kurzem eine Studie im Journal Climatic Change veröffentlicht, in welcher er den Einfluss des Wetters auf Zu- und Abnahme von Schnee auf dem Naradu-Gletscher untersuchte: “Es scheint Übertreibungen des Ausmaßes des Gletscherschwunds zu geben.” Bei Untersuchungen des Siachen-Gletschers fand er eine Rückzugsrate von nur 60 cm pro Jahr – und nicht 7,5 m die von anderen Quellen angegeben wurden.

Quellen:

[1] Himalayan Glaciers – A State-of-Art Review of Glacial Studies, Glacial Retreat and Climate Change

[2] The Telegraph India – Experts dispute glacier fear in Himalayas

[3] Hindustan Times – Government quells panic over Himalayan glacial melt

[4] Roger Pileke Jr. Blog – IPCC vs. Indian Environment Ministry

[5] Guardian – India ‘arrogant’ to deny global warming link to melting glaciers

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5 Kommentare
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  1. Frage:
    Wann und wo übertreibt das IPCC nicht ?

  2. Das IPCC ist gegründet worden, um den angeblich anthropogenen Anteil am angeblichen unnatürlichen Klimawandel zu propagieren. Insofern machen sie einen (schuftig) guten Job. Denen würde ich nicht mal glauben, wenn diese ‘Ganoven im Wissenschaftskittel’ mir sagen würden, wo oben und unten ist.

  3. Hier noch ein paar mehr Informationen zu den Gletschern im Himalaya:

    The Karakoram Anomaly? Glacier Expansion and the ‘Elevation Effect,’ Karakoram Himalaya

    In the late 1990s widespread evidence of glacier expansion was found in the central Karakoram, in contrast to a worldwide decline of mountain glaciers. The expansions were almost exclusively in glacier basins from the highest parts of the range and developed quickly after decades of decline. Exceptional numbers of glacier surges were also reported…

    Some Himalayan Glaciers Growing

    May 5, 2009 — Perched on the soaring Karakoram mountains in the Western Himalayas, a group of some 230 glaciers are bucking the global warming trend. They’re growing…

    Global Warming Science -- http://www.appinsys.com/GlobalWarming

    …In October 2009: “India signed an agreement with China, the world’s biggest polluter, to increase cooperation on tackling climate change after the countries rejected calls from rich nations to set binding caps on carbon emissions. … The world’s fastest-growing major economies called on rich nations to slash carbon dioxide output while refusing to accept binding reduction targets that they say will hurt development. … “There’s no way developing countries will accept caps.”…


    Jennifer Marohasy -- Melting Glaciers and Cognitive Dissonance

    …But according to Patrick Moore, co-founder of Greenpeace, it’s a case of cognitive dissonance. He explains:

    “In other words the supply of melt water from the melting glaciers is threatened by the melting of the glaciers. This is correct in that if the glaciers melt completely there will be no more melt water from the glaciers.

    “What if the glaciers were not melting due to a colder climate? Then where would the irrigation water come from? How about if the glaciers were advancing 100 meters per year toward the villages that need the melt water for irrigation?

    “How does the logic of this situation escape these bright minds?…

  4. …und Schellnhuber hatte am 30.10.2009 im ZDF auch noch behauptet, dass er -- so wörtlich -- “ganz leicht ausrechnen (!) könne”, dass die Himalaya-Gletscher in 30 bis 40 Jahren verschwunden seien…

    Video-Beweis über die Himalaya-Gletscher-Lüge von Schellnhuber hier:

  5. Herr Hoffmann,
    die comedy ist noch besser, er sagte bei 2° könne sich jeder ganz leicht ausrechnen… ;-)

    Noch besser ist aber seine Haltung zur Demokratie, als er sagt sinngemäß “… in den USA gibt es nicht eine Partei, die einem Kongreß sagt, wie er abzustimmen hätte… ” Ist denn das so gewesen in Deutschland? Aber wenn es der Berater der Kanzlerin sagt, muß es so gewesen sein?

    Dieser Ausschnit würde sich auch gut auf youtube machen ;-)

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