Kälte in den USA – schon 21 Tobe bei Temperaturen bis -40°C!

1. Februar 2019 | Von | Kategorie: Blog, Daten, Klimawandel

NAO-AO

Am Donnerstag waren stellenweise Temperaturen von deutlich unter minus 30 Grad Celsius gemessen worden. Das sind Temperaturen nahe an den Allzeit-Tiefstrekorden. Schulen blieben geschlossen, Postboten konnten keine Briefe mehr zustellen. Auch Flugzeuge konnten nicht fliegen. Mindestens drei Bundesstaaten riefen den Katastrophenfall aus. Einwohner sollten idealerweise Zuhause bleiben. Die Kälte forderte in den USA auch schon mehrere Opfer. Laut der „New York Times“ starben landesweite bereits mindestens 21 Menschen. In Chicago war es kälter als in der Antarktis. Die Behörden richteten mehr als 60 Wärmestuben für Wohnungslose ein, ansonsten hätte es noch mehr Tote gegeben. Bis Sonntag müssen die Amerikaner noch Ausdauer beweisen, dann sollen die Temperaturen wieder steigen.

Ursache soll auch hier der Klimawandel sein!

Der massive Wintereinbruch wird durch den sogenannten Polarwirbel verursacht. Das ist ein gigantische Ansammlung sehr kalter Luft über der Arktis. Normalerweise wird sie vom Jetstream – einer starken Windströmung in höheren Luftschichten – über der Arktis gehalten. Dieser aber kann infolge des Klimawandels in starken Wellenbewegungen nach Süden ausbrechen oder sich abschwächen – und der Polarluft den Weg nach Süden eröffnen.

Über einen schwachen Jetstream wird auch der Hitzesommer 2018 in Deutschland erklärt. Durch einen schwachen Poarwirbel und einen instabilen Jetstream. Dadurch lag Deutschland monatelang unter Hochdruckeinfluss, infolge eines stabilen Hochdruckgebietes über Skandinavien und den Baltikum.

Der Jetstream weist immer Wellenbewegungen auf. Angetrieben wird er wesentlich von dem Temperaturunterschied zwischen kalten Polen und warmen Tropen. Je stärker das Gefälle, desto kräftiger ist der Jetstream – und desto besser hält er auch den Polarwirbel stabil. So ist es zumindest in der Theorie, in der Praxis sind die Dinge noch etwas komplizierter.

Im Atlantikum, der Mittleren Wärmezeit wischen ca. 8000 v. Chr. und ca. 4000 v. Chr. hatten wir die wärmste und feuchteste Periode der Neuzeit „Holozäne Optimum“ genannt. In Nordeuropa und der Arktis lagen die Temperaturen teilweise deutlich höher als heute. Um etwa 2 °C. Die Gletscher in der Arktis und den Alpen erreichten Niedrigststände und die Arktis war im Sommer größtenteils Meereisfrei. Der Polarwirbel und Jetstream brach in dieser Zeit allerdings nicht ständig zusammen und brachte trockenheiße Sommer und einskalte Winter mit sich. Die Winter und Sommer waren mild und eher feucht, was auf einen stabilen Polarwirbel und Jetstream und eine stabile Nordatlantische Oszillation/ Westwindwetterlage schließen lässt.

Diese stabile Westwindwetterlage brachte zuletzt den Schnee in den Alpen mit sich. In den USA sind die Wetterverhältnisse gerade genau entgegengesetzt. Der Jetstream ist instabil und bringt Kaltlufteinbrüche aus dem hohen Norden der Arktis mit sich. Das hat alles nichts mit dem Klimawandel zu tun, sondern mit der Großwetterlage. Trotzdem gehen heute die Schüler wieder auf die Straße und schwänzen bei Kälte und Schnee die Schule für mehr Klimaschutz! Die Lehrer geben den Schülern dafür sogar Freistellungen.

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

3 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. „Dieser aber kann infolge des Klimawandels in starken Wellenbewegungen nach Süden ausbrechen oder sich abschwächen –“
    Naiv wie ich bin, dachte ich bisher immer, Klima (-wandel) sei eine Folge, nicht eine Ursache des Wetters. So kann man sich irreleiten lassen …

  2. Der Polarwirbel in der Antarktis ist übrigens sehr stabil, trotz Klimawandel und die Zentralantarktis kühlt sich seit den 1950ern u.a. deshalb ab.

  3. Solar cyclic variability can modulate winter Arctic climate

    Abstract
    This study investigates the role of the eleven-year solar cycle on the Arctic climate during 1979–2016. It reveals that during those years, when the winter solar sunspot number (SSN) falls below 1.35 standard deviations (or mean value), the Arctic warming extends from the lower troposphere to high up in the upper stratosphere and vice versa when SSN is above. The warming in the atmospheric column reflects an easterly zonal wind anomaly consistent with warm air and positive geopotential height anomalies for years with minimum SSN and vice versa for the maximum. Despite the inherent limitations of statistical techniques, three different methods – Compositing, Multiple Linear Regression and Correlation – all point to a similar modulating influence of the sun on winter Arctic climate via the pathway of Arctic Oscillation. Presenting schematics, it discusses the mechanisms of how solar cycle variability influences the Arctic climate involving the stratospheric route. Compositing also detects an opposite solar signature on Eurasian snow-cover, which is a cooling during Minimum years, while warming in maximum. It is hypothesized that the reduction of ice in the Arctic and a growth in Eurasia, in recent winters, may in part, be a result of the current weaker solar cycle.

    Sollte sich das PIK und andere Wissenschaftsleugner mal durchlesen,
    Auch Lockwood wäre eine geeignete Lektüre für die Computersüchtigen.

Schreibe einen Kommentar