Kein Geld für Klimaschutz

6. November 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Nachhaltigkeit, Politik, Profiteure, Wirtschaftsförderung

Das Klimabarometer 3/11 ist erschienen. Es ist alles so geblieben wie im letzten Quartal, das Interesse in den Medien und der Bevölkerung am Thema Klimawandel ist nach wie vor sehr niedrig.

Diesmal wurde als Monatstrend die Gebäudesanierung gewählt, hier speziell wie „Mieter und Vermieter mit den Kosten umgehen sollen.“ Besser gesagt, welche Kosten die Mieter bereit sind zu bezahlen. Momentan kann der Vermieter die Kosten für die energetische Sanierung auf die Miete umlegen. Hier hält sich die Begeisterung der Mieter in Grenzen.:

Die Hälfte der Befragten möchte die bestehende Regelung ändern. Sie präferieren eine Regelung, nach der die Umlagekosten nicht höher sein dürfen, als die eingesparten Heizkosten. Dies würde für die Mieter bedeuten, dass die insgesamt zu entrichtende Warmmiete (Mietzins und Nebenkostenvorauszahlung) nicht steigen dürfte. Die Mieter sollen also nach Meinung der Umfrage-Teilnehmer keinen finanziellen Nachteil haben, wenn eine energetische Modernisierung stattfindet. 14 Prozent sind sogar der Meinung, die Modernisierungskosten sollten in keinem Fall auf die Mieter umgelegt werden können.

Also nochmal: Fast 2/3 der Mieter sind nicht bereit für energetische Sanierungen Geld auszugeben. Wie ich immer sage, am Geld zeigt sich, wie wichtig der Bevölkerung der Klimaschutz tatsächlich ist. Von Mieterverbänden wird nun eine Warmmietenneutralität gefordert, oder auch Contracting-Regelungen, weil man nicht zu unrecht Angst hat, dass die Belastungen gerade für sozial schwächere Personen nicht mehr tragbar sind. Der Hintergrund dürfte sein, dass zur Zeit über ein „Mietrechtsänderungsgesetz“ beraten und hier ist auch erstmals die sogenannte energetische Sanierung festgelegt:

Nach § 555a Abs. 1 Nr. 1 RegE liegt sie vor, wenn durch die geplante Maßnahme:
nachhaltig der Wasserverbrauch reduziert wird oder
⃘nachhaltig Primär- oder Endenergie eingespart […] oder
⃘Energie effizienter genutzt oder
⃘das Klima auf sonstige Weise geschützt wird

Für den Mieterbund bedeutet dies: „Energetische Modernisierungen setzen keine (Heizkosten-)Ersparnisse bei Mietern voraus. Umstellungen beispielsweise auf Fernwärme, der Anschluss an eine Kraft-Wärme-Koppelungsanlage oder die Installation von Windkraftwerken und Photovoltaik-Anlagen müssen Mieter dulden und über Mieterhöhungen zahlen.“

Dieses Gesetz ist ein schönes Beispiel dafür, wie „Klimaschutz“ selbst in solche Bereiche wie das Mietrecht hineindrängt und der Bevölkerung Kosten auferlegt werden, gegen die sie sich dann nicht mehr wehren kann. Doch Dank dem Klimabarometer wissen wir auch, dass Klimaschutz immer weniger Menschen interessiert und vor allem, dass sie nicht bereit sind dafür Geld auszugeben.

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34 Kommentare
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  1. Volle Zustimmung:
    Reden ist leicht, gesagt wird viel.
    Doch wenn es ums Geld geht, kommt die wahre Einstellung zutage.
    Und da es bei der Energiewende NUR ums Geld geht, sind solche Umfragen die verlässlicheren.

    Das wissen auch die Propagandisten sehr genau; daher ihre absurden Aussagen über die Kostenentwicklung („Einige Zehntelcent“) und die Beschwörung der ganz, ganz bald, in ganz wenigen Jahren, erreichbare Konkurrenzfähigkeit der EE.
    Wir wissen aber, dass die echte (exponentielle!) Kostenlawine bei denn EE erst noch kommt: Neubau von Gaskraftwerken, Netzausbau, Speicher, Offshorezuschläge, hohe Importpreise…
    Es braucht keine Kristallkugel, um vorher zu sagen, dass daran der Ökotraum scheitern wird. Die Frage ist nur: Wann?

    Ich denke, der erste Auslöser wird der Hartz-Satz sein, der ja jetzt schon durch die Mehrkosten für Strom de facto erheblich gekürzt wurde. Es ist durchaus möglich, dass eine entsprechende Klage den Staat dazu verpflichtet, die Sozialbezüge erheblich aufzustocken. Das würde aber zwangsläufig einen Rücktransfer von den bürgerlichen Besserverdienern zu den Einkommensschwachen bedeuten, durch Einkommenssteuern. Dadurch wird aber eine Kluft zwischen EE-Investoren und den anderen geöffnet; viele werden sich fragen, warum sie mehr Einkommenssteuer bezahlen sollen, um das Solardach des Nachbarn zu vergolden. Und dann ist die Luft ‚raus. Die Grenzen der Vermögensumverteilung sind das Stopschild der EE.

  2. Tja, wie Mieter nun mal sind, ziehen sie es gelegentlich vor sich eine andere Bleibe zu suchen, wenn die alte zu teuer wird.
    Gerade hier im Osten, wo teilweise erheblicher Leerstand die Wohnungsbaugesellschaften plagt, stehen verschiedene Unternehmen im harten Wettbewerb um die spärlich werdenen Mieter.

    Eins sollten wir uns immer wieder aus alten DDR-Zeiten merken, werden staatliche Zwangsmassnahmen immer regider, wehrt sich der Mensch immer heftiger.
    E10 dürfte den Regierungsmerklern eine erste Warnung gewesen sein, irgend wann wehrt sich der Mensch immer vehementer, mag es jetzt noch passiv sein (Kippen und Sprit in Polen kaufen) könnte das bei Anzug der Daumenschraube irgendwann auch aktiver werden.

    Dat ganze Klimagedöns ist nix weiter als eine verstecke Konjukturmassnahme auf Kosten der Menschen, die sich nicht wehren können und den ganzen Mist am Ende bezahlen dürfen.
    H.E.

  3. Das muß man etwas anders lesen. Der Mieter will nicht bezahlen, daß soll der Vermieter übernehmen. Und die Vorteile weniger zu bezahlen möchte der Mieter für sich in Anspruch nehmen. Und da die Vermieter eh‘ zu den Spekulanten gehörten wird es bald ein occupy Mietshaus geben.. ;-(

  4. Es ist schon irgendwie eigenartig, warum haben die großen Ölfördernationen eine immer größere Ölreserve?

    Platz 1: Venezuela
    296,5 Milliarden Barell Öl ruhten in dem Land gegen Ende 2010. Laut OPEC ist das ein Plus von einem Viertel.
    Platz 2: Saudi-Arabien
    Saudis laut OPEC ihre Ölvorkommen von 2009 bis 2010 um 22,2 Prozent gesteigert haben. Damit können sie eine beachtliche Menge von 264,52 Milliarden Barrel Öl vorweisen.
    Platz 3: Iran
    Laut OPEC stiegen sie im Jahr 2010 um 12,7 Prozent auf 151,17 Milliarden Barrel an.
    Platz 4: Irak
    143,1 Milliarden Barrel Öl hat der von Krieg und Terrorismus geplagte Irak in Reserve. Damit stieg die Menge laut OPEC von 2009 bis 2010 um zwölf Prozent.
    Platz 5: Kuwait
    In Kuwait sind die Erdöl-Reserven im Jahr 2010 um 8,5 Prozent gestiegen – gegen Jahresende betrugen sie 101,5 Milliarden Barrel.
    Platz 6: Vereinigte Arabische Emirate
    Dort schlummerten nach OPEC-Angaben gegen Ende 2010 rund 97,8 Milliarden Barrell Erdöl. Das waren 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
    Platz 7: Libyen
    47,1 Milliarden Barrell betragen die Erdöl-Reserven im Bürgerkriegsland Libyen. Somit waren dies im Jahr 2010 etwa 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr.
    Platz 8: Nigeria
    37,2 Milliarden Barrel an Erdöl-Reserven gibt es in Nigeria. Damit wuchs der Vorrat laut OPEC von 2009 bis 2010 um 3,1 Prozent.
    Platz 9: Katar
    Dort lagerten 2010 nach OPEC-Angaben 25,38 Milliarden Barrel Erdöl, 2,1 Prozent mehr als 2009.
    Platz 10: Algerien
    12,2 Milliarden Barrel Erdöl schlummerten Ende 2010 laut der OPEC („Organization of the Petroleum Exporting Countries“) in Algerien. Das sind ein Prozent mehr als im Vorjahr.

    Es scheint nicht so als ob es in nächster Zukunft Probleme mit dem Öl geben wird. Von Kohle und Gas ganz zu schweigen. Da müssen unsere teutschen NIE aber noch ordentlich billiger werden um irgendeinen Stich auf dem Weltmarkt machen zu können.

  5. @Quentin Quencher

    Es ist schon irgendwie eigenartig, warum haben die großen Ölfördernationen eine immer größere Ölreserve?

    Eine mögliche Ursache könnte darin liegen, dass man bei der Berechnung der Reserven dazu übergegangen ist, auch solche Vorkommen mit einzubeziehen, die mit mehr Aufwand zu fördern sind. Siehe u.a. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,775634,00.html, wo es heisst:

    „Doch was auf den ersten Blick wie eine Linderung der Sorgen um das knappe Öl anmutet, ist nur ein weiterer Ausdruck der Misere. Denn in Venezuela wurden im vergangenen Jahr nicht etwa neue große Ölfelder entdeckt. Stattdessen beruht der Sprung an die Spitze der Förderländer auf einer Änderung in der Statistik: Die Opec rechnet nun auch solche Ölvorkommen hinzu, die nur schwer und mit hohem technischen -- und vor allem finanziellen -- Aufwand gefördert werden können.“

    Wusste ich ehrlich gesagt vorher auch nicht. Dieses Forum ist auch eine gute Motivationsgrundlage, sich weiterzuinformieren. 🙂

  6. @ Harder

    Es gibt ja immer diese Unterscheidung zwischen „Reserven“ und „Ressourcen“. Die oben genannten Zahlen sind eindeutig als Reserven ausgewiesen

    Es lässt sich eine vereinfachte Zusammenfassung des Reserven-/Ressourcenschemas definieren, wie es auch die BGR einsetzt: Hiernach können nachgewiesene Erdölreserven mit verfügbaren technischen Möglichkeiten wirtschaftlich gefördert werden. Erdölressourcen sind entweder nachgewiesen, dann aber technisch oder bei gegebenen Preisen wirtschaftlich nicht förderbar; oder die Vorkommen sind bisher nicht sicher belegt, werden aber aufgrund geologischer Anhaltspunkte vermutet.
    (Quelle: hier, pdf)

    Technischer Fortschritt macht es also möglich, dass heute Erdöl zu wirtschaftlichen Preisen gefördert werden kann, was früher nicht möglich war. Das heißt, die Reserven sind entgegen aller Voraussagen gewachsen und mit weiterem technischen Fortschritt werden sie das auch in Zukunft tun. Sie, Herr Hader, hoffen ja darauf, dass die NIE in Zukunft billiger werden und Technologien zur Speicherung zur Verfügung stehen. Leider ist nichts von dem in Sicht, im Gegenteil, es werden ständig neue Kostenquellen gefunden. So ist jetzt von einem Kapazitätsmarkt die Rede, was auch noch von den NIE verursachten Kosten herrührt. Oder es werden teure Nachrüstungen nötig. Wie man es auch dreht und wendet, die NIE haben auf absehbare Zeit keine Chance auf dem Markt.

  7. @Quentin Quetcher

    Technischer Fortschritt macht es also möglich, dass heute Erdöl zu wirtschaftlichen Preisen gefördert werden kann, was früher nicht möglich war.

    Ja, nicht nur weil der technische Fortschritt hinzukam, sondern auch der Ölpreis gestiegen ist. Je höher der Preis, umso mehr Reserven können auch rentabel gefördert werden. Ich zweifle gar nicht mal daran, wenn der Preis noch weiter steigen wird, man auch noch in 50 Jahren genügend Reserven besitzt.

    Sie, Herr Hader, hoffen ja darauf, dass die NIE in Zukunft billiger werden und Technologien zur Speicherung zur Verfügung stehen. Leider ist nichts von dem in Sicht, im Gegenteil, es werden ständig neue Kostenquellen gefunden. So ist jetzt von einem Kapazitätsmarkt die Rede, was auch noch von den NIE verursachten Kosten herrührt. Oder es werden teure Nachrüstungen nötig. Wie man es auch dreht und wendet, die NIE haben auf absehbare Zeit keine Chance auf dem Markt.

    Ich war auch erstaunt zu hören (die Nachricht machte schon vor Monaten die Runde), dass die Einzelanlagen keine entsprechende Steuerung besitzen, um quasi zeitversetzt diese abzuschalten. In anderen Bereichen ist das eher üblich und technisch auch etabliert. Die zusätzlichen Kosten wurden jetzt auf maximal 175 Mill. Euro für die PV-Anlagen beziffert. Klingt erstmal viel, auf die kWh umgerechnet ist das durchaus verkraftbar. Ich fände es übrigens gut, wenn man die Kraftwerksbetreiber belohnt, die im hohen Maße zur Netzstabilität beitragen. Denn Netzstabilität und damit Mittel- und Spitzenlastkraftwerke bräuchte man auch, wenn es überhaupt keine Erneuerbaren Energien gebe. Ob das nun mit höheren Kosten für Wind und Solar verbunden ist. Ich glaube kaum, schliesslich kann man diese Belohnung kostenneutral finanzieren. Also letztlich sehe ich das recht positiv, was die Marktchancen angeht. Mir ist auch klar, dass hier diese Meinung kaum geteilt wird. Aber das ist jetzt auch nicht entscheidend.

  8. Jojo, jubelt die NIE ruhig weiter hoch……….andere die auf diesen Quatsch gesetzt haben, gehen dann mal lieber in Insolvenz.
    http://www.scribd.com/doc/72246866/Windkraft-Insolvenzen

    Gucke, staunen und hoffen das man als eventueller Investor nicht auch in einen dieser Windparks investiert hat.
    Is schon blöd, wenn man Windgutachten glaubt die dahingehend viel zu viel Wind um die Sache machen, am Ende bringen dann diese Subventionsmonster nicht mal soviel ein, das die GmbH überleben kann.

    Energieversorgung auf tönernen Stelzen, aber der Wohlfühlbürger möchte ja seine Anlagen kommunal-kommunistisch selbstverwalten, um den bösen Konzernen die lange Nase zeigen zu können.
    Bähh, schon Scheiße wenn man sich von Vertretern/Verkäufern/gekauften Gutachten einlullen lässt, wird der Deutsche wohl nie lernen…..nu weiß man auch warum der Bildungsgrad nach unten geprügelt wird, damit der Mensch verlernt mal selber nach zu rechnen.

    Onkel Heinz……..empfindet in diesem Fall nicht das geringste Mitleid

  9. @ S.Hader #7

    Ich fände es übrigens gut, wenn man die Kraftwerksbetreiber belohnt, die im hohen Maße zur Netzstabilität beitragen. Denn Netzstabilität und damit Mittel- und Spitzenlastkraftwerke bräuchte man auch, wenn es überhaupt keine Erneuerbaren Energien gebe. Ob das nun mit höheren Kosten für Wind und Solar verbunden ist. Ich glaube kaum, schliesslich kann man diese Belohnung kostenneutral finanzieren.

    In dieser Aussage ist gut zusammengefasst, worin das Problem mit den NIE im wesentlichen besteht. Weil diese keine bedarfgerechte Versorgung gewährleisten können, muss die gesamte Produktionsinfrastruktur doppeklt vorgehalten werden. Dadurch erhöhen sich zwar nicht die Kosten für die Produktion der unsteten „Erneuerbaren“, die Gesamt-Gestehungskosten aber sehr wohl.

    Schließlich wird man in der Tat, wie auch Sie schreiben, die Kraftwerksbetreiber dafür „belohnen“ müssen, Schattenkraftwerke zu bauen, die oft gar nicht und diie meiste andere Zeit außerhalb ihres optimalen Wirkungsgradbereiches laufen werden. Und diese „Belohnung“ kann ja nur darin bestehen, dass man ihnen einen höheren Strompreis bezahlt, als für Kraftwerke die optimal betrieben werden anfällt. Dazu kommt noch der Effekt, dass der so erzeugte Strom aus diesen Kraftwerken mehr Ressourcen benötigt, als bei einem Kraftwerk dass nicht als Lückenbüßer ständig rauf- und runtergefahren werden muss.

    Wir leisten uns in Zukunft also die doppelte Infrastruktur zur Stromerzeugung, wo bei die eine (Sonne und Wind) viel teurer ist als die bisherige, und die andere (Gaskraftwerke) etwas teurer als bisher. Und da glauben Sie wirklich daran, dass man diesen wirtschaftlichen und energetischen Blödsinn „kostenneutral“ gestalten kann? Das hätte ich gerne mal von Ihnen vorgerechnet. (Schließlich muss Ihre Meinung bezüglich dieser Kostenneutralität ja eine Grundlage haben, oder?)

  10. #7

    Ich fände es übrigens gut, wenn man die Kraftwerksbetreiber belohnt, die im hohen Maße zur Netzstabilität beitragen.

    Na hoppla. Eigentlich wäre zwar Onkel Heinz an der Reihe, aber ich kann’s mir doch nicht verkneifen: ein Kraftwerksbetrieb darf nur dann zugelassen werden, wenn der Betreiber ein hohes Maß an Beitrag zur Netzstabilität garantieren kann!

    Wenn einer mit einem Fuhrwerk mit betrunkenem Pferd auf der Autobahn herumeiert, dann sollte man ihn aus dem Verkehr ziehen, nicht dafür belohnen, wenn er möglichst geradeaus fährt!

  11. Denn Netzstabilität und damit Mittel- und Spitzenlastkraftwerke bräuchte man auch, wenn es überhaupt keine Erneuerbaren Energien gebe.

    Diese Netzstabilitär war ja auch gewährleistet, mit einem Mix aus Mittel- und Spitzenlast-Kraftwerken.
    Aaaaaber:
    Bei den EE gehte es um völlig andere Grössenordnungen!
    Hier brauchen wir nicht ein paar flexible Kraftwerke oben auf die Grundlast drauf, sondern der gesamte konventionelle Kraftwerkspark dient ausschliesslich der Regelung!
    Für den Tag/ Nachtausgleich der Kohle- und Kernkraft genügte Goldisthal. Für den Tag/Nachtausgleich der ‚Erneuerbaren‘ wäre das hundertfache nötig, für den längerfristigen Ausgleich das tausendfache!

    Vor allem aber:
    Ein EE-Netz, das auf konventionelle Kraftwerke zum Regelbetrieb setzt, spart überhaupt nichts, keinen Brennstoff, kein CO2!

    Das belegt nicht nur die Bentek-Studie, sondern auch weitere Arbeiten.

  12. @ Tritium #11

    Für den Tag/Nachtausgleich der ‘Erneuerbaren’ wäre das hundertfache nötig, für den längerfristigen Ausgleich das tausendfache!

    Die Zahl ist wohl immer noch zu klei. Ich habe an anderer Stelle mal eine (eher zu niederig angesetzte) Überschlagsrechnung gezeigt:

    Man könnte den hier dargestellten Gedankengang auch noch ein wenig weiter spinnen
    Angenommen wir wollten in Zukunft die Hälfte unseres Stroms aus Windkraft produzieren. Das wären dann bei einem Gesamtbedarf von etwa 600 TWh wie im Jahr 2009 etwa 300 TWh. Das würde bedeuten, wir bräuchten

    300 TWh / 228 GWh (Produktion Alpha Ventus) = 1315 mal Alpha Ventus

    plus einer Speicherkapazität von

    300 TWh / 12 = 25 TWh = 25.000 GWh = 2948 mal Goldisthal

  13. @ Rudolf Kipp:
    Nach eigenen früheren Berechnungen komme ich überschlagsmässig auch auf etwa 2500 mal Goldisthal.
    Das ‚tausendfach‘ war hier als Schlagwort gedacht, zur Verdeutlichung der Grössenordnung, also dem Faktor 10^3. Womit ja das wesentliche gesagt wird: Die derzeitigen Spitzenlast-Kraftwerke und Speicher kann man nicht mit dem EE-Bedarf vergleichen, das sind Äpfel und Birnen.
    Oder, deutlicher:
    Die Aussage

    Denn Netzstabilität und damit Mittel- und Spitzenlastkraftwerke bräuchte man auch, wenn es überhaupt keine Erneuerbaren Energien gebe.

    ist entweder sehr, sehr dumm oder der Versuch einer vorsätzlichen Irreführung.

  14. Das Schlimme ist aber, dass die maßgeblichen Ökoexperten im Bürgerdialog auf diese Position zurückzogen.

    OK, Norwegen geht nicht, OK elektrochemische Speicher gehen nicht, aber wir haben doch 200TWh Gasspeichermöglichkeiten….

    Wir bauen erst EE aus, dann irgendwie Übertragungsnetze und dann kommen wir zu den Speichern.

    D.h. in den nächsten 20-30 Jahren bauen wir auf Kosten des Endverbrauchers eine parallele EE Stromerzeugung, ohne auch nur ein konventionelles KW abzuschalten.

    Die Zahlen für die Speicher sind gigantisch. Solche Vorhaben gibt es sonst nur in totalitären Regimen. 2948 mal Goldisthal heißt ca 35 Kubikkilometer Wasser. Sogar die Journaille müßte doch begreifen, dass das nie verwirklicht werden kann. In Thüringen wird ein weiteres PSW geplant .“ zur Lösung des Speicherproblems“. Damit ist die Journaille zufrieden, und begreift nicht, dass dies nur ein Tropfen auf einem heißen Stein ist.

    Das ist wie Afrika hungert, wir schicken denen ein Brot. Blödheit hat anscheinend keine Grenzen.

  15. 2948 mal Goldisthal heißt ca 35 Kubikkilometer Wasser.

    Allein wo das Wasser herkommen soll, ist unklar. Kann man Wikipedia glauben, dann enthält der Bodensee ca. 10 Kubikkilometer Wasser. Im Meer wäre natürlich jede Menge Wasser vorhanden, aber es muß ja auch irgendwo hochgepumpt werden…

  16. @ Fluminist #15

    Da die Speicherenergie E=m*g*h ist, würde es auch weniger Wasser und mehr Höhe tun. Wir müssten dann nur einen 2. Bodensee auf der Zugspitze errichten… Yes we can!

  17. Bei den Gasspeichern wird übrigens ein sehr bedeutendes Problem übersehen:
    Die sind nicht verfügbar!
    Denn die Gasspeicher dienen ja strategischen Zwecken, sie sollen im Fall eines Lieferstops die Grundversorgung für einige Zeit sicherstellen. das heisst aber, dass sie ständig gefüllt sein müssen!
    Wenn man sie für die Stromspeicherung verwenden will, würden sie aber sicherlich sehr oft teilweise oder fast vollständig leer sein. Wenn in so einem Moment Rußland einen kleinen Erpressungsversuch startet, stehen wir mit herunter gelassenen Hosen da.
    Das darf natürlich nicht passieren, vor allem, da unsere Abhängigkeit von ausländischen Gasversorgern im Rahmen des EE-Ausbaus erst mal ganz erheblich zunimmt.
    Ergo müssen für das Windgas neue, zusätzliche Speicher gebaut werden, der Altbestand steht NICHT zur Disposition!

  18. zu #16

    …oder wir müssten eine Möglichkeit finden, die Erdbeschleunigung zu erhöhen. Das wird schon 🙂

  19. Die Diskussion über Speicher, sei es in Norwegen, sei es das Gasnetz (Windgas), oder E-Autos ist im Prinzip völlig belanglos. Es gibt jetzt und in absehbarer Zeit keine auch nur annähernd wirtschaftliche Speicher für die NIE. Von dem einen oder anderen Pumpspeicherwerk mal abgesehen. Die werden sich aber nicht in der benötigten Quantität bauen lassen, schon gar nicht in dem Zeitfenster das noch zur Verfügung steht.

    Das Problem ist ja hauptsächlich der Einspeisevorrang für die NIE, dadurch rechnen sich die anderen Kraftwerke nicht mehr. Das heißt, wir haben das Problem sowieso, egal ob da noch Kernkraftwerke am Netz sind, oder nicht. Wenn konventionelle Kraftwerke wegen der NIE heruntergefahren werden müssen, kann man damit kein Geld verdienen, also sind aus wirtschaftlichen Gründen keine Neubauten mehr drin. Da ändert auch die neue Gaspipeline aus Russland nichts daran.

    Wind und Sonne können aber keine verlässliche Stromversorgung garantieren, also braucht man andere Kraftwerke die Lücke füllen. Und dafür dass die sich rechnen, will man einen sogenannten Kapazitätsmarkt schaffen. Was nicht anderes bedeutet, als dass man konventionelle Kraftwerke dafür bezahlt Kapazitäten vorzuhalten um im Bedarfsfall schnell liefern zu können. Das ganze Gelaber um Windgas, SmartGrids usw. ist nur Augenwischerei. Der Kapazitätsmarkt kommt, somit ein weiterer Kostenpunkt, den der Kunde zu tragen hat.

  20. @ Quentin #19

    Na super. Wenn zu wenig wind weht müssen Kraftwerke zugeschaltet werden, die unrentabel betrieben werden müssen und wenn zu viel Wind ist, müssen die Windkraftanlagen die Produktion einstellen. Dadurch sind allein im letzten Jahr etwa 150 GWh verschenkt worden.

    Und der Stromverbraucher darf für Kraftwerke bezahlen, die nichts produzieren wenn Wind weht und er darf den Strom bezahlen der in den Windkraftanlagen nicht produziert werden kann, weil gerade zu viel Wind weht. Beides sind Extra-„Leistungen“ die für den Verbraucher nicht den geringsten Wert darstellen, die er aber trotzdem zu bezahlen hat.

    Wie angesichts dieses offensichtlichen Blödsinns noch einige Leute hier im Land (#7) glauben können, diese Verbrennung von Werten wäre „kostenneutral“ zu haben, ist mir das größte Rätsel.

  21. #20

    Wie angesichts dieses offensichtlichen Blödsinns noch einige Leute hier im Land (#7) glauben können, diese Verbrennung von Werten wäre “kostenneutral” zu haben, ist mir das größte Rätsel.

    Ich will Herrn Hader nicht vorgreifen, aber das Geheimnis der Kostenneutralität besteht wohl darin, daß man die fiktiven „Folgekosten“ einer Nichtnutzung der NIE (ohne Rücksicht darauf, ob eine solche Nichtnutzung tatsächlich irgendetwas verschlechern würde) mit einrechnet. Und da die Kosten des Weltuntergangs in beliebig astronomischer Höhe angesetzt werden können, rechnet sich unterm Strich noch der größte Blödsinn.

  22. Fluminist,

    Allein wo das Wasser herkommen soll, ist unklar. Kann man Wikipedia glauben, dann enthält der Bodensee ca. 10 Kubikkilometer Wasser. Im Meer wäre natürlich jede Menge Wasser vorhanden, aber es muß ja auch irgendwo hochgepumpt werden…

    der Bodensee hat ca. 48 km^3 Wasser. Es besteht ja noch ein Problem. Selbst Goldisthal mit 12 Mill.m^3 Wasser im Oberbecken läuft nur 8h bis es leer ist, dann hat es bei einer Leistung von 1,06 GW in 8h 8,48GWh geliefert, danach werden mindestens 10 GWh für die Pumpen fällig.

    Alle PSW in Deutschland liefern doch nur 40 GWh bei installierten Ca.7GW, d.h. da kommt nur für 5,7 Stunden Strom raus, danach muß auch schon wieder Wind wehen, um mit mehr als 40 GWh die oberen Speicher wieder zu befüllen.

    Der Industriestandort Deutschland braucht aber täglich 1600 GWh.

    Denksport:
    Wieviel PSW Goldisthal brauche ich
    a) für 24GWh in 24 h
    b) für 48GWh in 48 h
    es soll immer nur ein PSW am Netz sein 😉
    1 GW je PSW Generatorleistung=Pumpleistung vereinfacht..

  23. #22

    Denksport:

    … ach, was sollen wir uns den Kopf zerbrechen. Nachdem ja legislativ die Energiewende unter Dach und Fach ist, mindestens 80% der Bevölkerung diese begeistert bejahen, der Bürgerdialog des Bildungsministeriums die letzten vermeintlichen Schwierigkeiten erfaßt, genannt und somit psychoanalytisch aus dem Wege geräumt hat und so insgesamt die Weichen in die schöne, saubere, kohlenstoff- und atomfreie Zukunft unumkehrbar gestellt sind, brauchen wir uns doch nur noch genüßlich zurückzulehnen und zuzusehen, wie die landschaftsschonenden und tierfreundlichen Windräder aus dem Boden schießen und die hübschen Speicheranlagen und angenehmen Energiepflanzenmonokulturen allenthalben die Umgebung bereichern. Was soll die ganze Rechnerei, wenn doch diese Wunderwerke deutscher Technik schon innerhalb der nächsten Jahre vor unseren Augen real entstehen und uns kostenneutral, problemfrei und nachhaltig beglücken werden?

  24. Die Rechnung wird noch viel tückischer.
    Sie gehen jetzt von der Arbeit aus, gemessen in GWh.
    Bei der Bemessung der Leistung (GW) ist jedoch nicht der Verbrauch maßgeblich, sondern die Produktion:
    Da sowohl Wind wie PV nur eine sehr schlechte Verfügbarkeit haben, müsen sie leistungsmässig stark überdimensiniert werden, um im Mittel den Verbrauch zu decken. Bei Wind müssen Sie typischerweise 5-6 mal mehr installieren, als Sie effektiv brauchen.
    Jetzt passiert es aber sicher bald, dass an einem sonnigen Tag und Starkwind sowohl Wind als auch PV nahe an der Nennleistung produzieren -- und diese enorme Strommenge, ein vielfaches des Bedarfs, muss nun sofort gespeicert werden! Die Pumpen der PSW müssen also so dimensieniert werden, dass sie ein vielfaches des deutschen Stromverbrauchs aufnehmen und speichern können!
    Die ca. 70 GW Leistung, die Deutschland im Mittel verbraucht, erfordern also eine Nennleistung der PSW-Pumpen, die in der Grössenordnung von 400 GW liegt (80% Wind und PV, 15% effektive Leistung und Wandlungsverluste).
    Die PSW müssen also stark ‚übermotorisiert‘ werden und das kostet natürlich sehr viel Geld.

  25. @Flumi

    Zurücklehnen tu ick mir schon lange………um in aller Ruhe auf Blacky zu warten.
    Mal gucken wie hart dieser Winter wird und dann sehen wir weiter.
    Ideologisch ausgebrannte Hirne brauchen eben erstmal einen Neustart, je brutaler um so besser.

    Schönes Wochenende………wo is eigentlich unser Haderchen abgeblieben, der wollte uns doch so toll von seinen Thesen begeistern?

    Onkel Heinz…………..in freudiger Erwartung

  26. Ich fände es übrigens gut, wenn man die Kraftwerksbetreiber belohnt, die im hohen Maße zur Netzstabilität beitragen.

    Das, Herr Hader, geschieht!
    Der Markt regelt das ganz großartig.
    Wenn zu viel Strom da ist, wird er an ausländische Verbraucher und Speicherbetreiber verschenkt und wenn Strom fehlt, verkaufen die den geschenkten Strom zu Mondpreisen wieder zurück*. Und wenn das nicht reicht, dann steigen die Kernkraftwerke in Tschechien und Frankreich ein, die können da nämlich ein mehrfaches verdienen, als wenn sie den Strom zuhaus verkaufen würden.
    Und jetzt das interessante: Da der Stromhandel frei ist und auch frei bleibt, weil de EU keinesfalls zulassen wird, dass Deutschland den Stromimport behindert, hat die deutsche Regierung absolut keine Handhabe, den Import von Atimstrom zu verhindern oder zu verbieten.
    Deshalb wird unsere Atomstromquote in etwa gleich bleiben und sogar steigen, je weiter die EE ausgebaut werden, der einzige Unterschied ist, dass der heimische Nuklearstrom 2 ct/kWh kostete und der ausländische eher 6-8 Cent. Wenn man nämlich kaufen MUSS, diktiert der Verkäufer den Preis.

    * Das Windstromland Dänemark zeigt das modellhaft: Theoretisch produzieren die üer 20% ihres stroms aus Wind. Aber praktisch können sie zuhaus höchstens 10% absetzen. Der Rest wird nach Norwegen praktisch verschenkt. Wenn dann in Dänemarkt der Strom knapp ist, bekommen sie ihren Strom zurück, aber zu Preisen, die exorbitant hoch sind:
    WIND ENERGY THE CASE OF DENMARK
    „The claim that Denmark derives about 20% of its electricity from wind overstates matters. Being
    highly intermittent, wind power has recently (2006) met as little as 5% of Denmark’s annual
    electricity consumption with an average over the last five years of 9.7%.

    Over the last eight years West Denmark has exported (couldn’t use), on average, 57% of the
    wind power it generated and East Denmark an average of 45%….
    The exported wind power, paid for by Danish householders, brings material benefits in the form
    of cheap electricity and delayed investment in new generation equipment for consumers in
    Sweden and Norway but nothing for Danish consumers.“…
    The cost of Denmark’s wind capacity to Danish consumers is exacerbated by its inability to use
    so much surplus electricity. The surplus will increase in 2013 when 800 MW of new offshore
    capacity is commissioned, increasing Denmark’s wind production by 2.7 TWh per year. Nearly all
    the additional wind power will be exported and this will further depress prices; nearly all the
    subsidies paid by Danish consumers will also be exported without achieving any significant fossil
    fuel use nor any CO2 reduction. Achieving own-consumption of all its wind power is technically
    impossible…

  27. Das BMU (Umweltministerium) hat eine Studie veröffentlicht mit dem Titel „Vorbereitung und Begleitung der Erstellung des Erfahrungsberichtes 2011 gemäß § 65 EEG (PDF, 3,9MB, 537 Seiten)“. Ich bin da eigentlich nur darauf gestoßen, da ich den Begriff „Kapazitätsmarkt“ gesucht habe. Möchte einfach nur wissen, wie weit die Planungen diesbezüglich schon sind. Viel war nicht darin zu finden:

    Da Langzeitspeicher nur für vergleichsweise wenige Stunden im Jahr benötigt werden (ca. 200-500 Stunden), ergibt sich durch den reinen Arbeitspreis absehbar keine Wirtschaftlichkeit im Ausgleich von saisonalen Schwankungen. Daher ist eine zusätzliche Vergütung oder Anrechnung für diese „Back-up“ Funktion notwendig, die hohe Stromausfallkosten vermeidet. Der Wert dieser Funktion ist heute noch nicht abgebildet.
    Daraus kann ein Kapazitätsmarkt für (Langzeit)Speicher entstehen, der ähnlich zum heutigen Regelenergiemarkt aufgebaut ist (Arbeitspreis, Leistungspreis). Im Übergang zur regenerativ dominierten Stromversorgung bei Anteilen von 80 % EE muss entsprechend der Markt für konventionelle Kraftwerke und Speicher vollständig in einen Kapazitätsmarkt übergehen. (S.164ff)

    Also hier ist noch gar nicht klar was das alles kostet. Wobei erst einmal unerheblich sein dürfte, ob die „Back-up-Funktion“ von konventionellen Kraftwerken oder von „Langzeitspeichern“, was immer das sein mag, übernommen wird. Tatsache ist, man braucht dieses Back-up und die Kosten dafür stehen noch in den Sternen.

    Ich habe natürlich dieses PDF nur sehr selektiv gelesen, es ist auch nicht unbedingt ein Fachgebiet auf dem ich mich gut auskennen würde. Doch an einer Überschrift bin ich hängen geblieben: „Kosten Windprognosefehler (ISI, IWES) (S.19ff).“ Das leuchtet schon mal ein, wenn die prognostizierte Strommenge von der tatsächlichen Strommenge abweicht, dann verursacht dies Kosten. Und hier stellt sich die Frage, wie hoch diese Kosten sind. Auf Seite 36 ist eine Tabelle abgebildet, hier werden bei einer Windstrommenge von 50 TWh in 2010 zwischen 183 bis 325 Mio€ genannt.

    Das sind ja meines Erachtens ebenfalls Kosten die eindeutig den NIE angerechnet werden müssen, aber vielleicht kann das mal jemand von den Fachleuten etwas allgemeinverständlich erklären. Für mich bleibt der Eindruck, dass die Kosten für die NIE wahrscheinlich noch viel höher sind als es durch das EEG dargestellt wird. Der kommende Kapazitätsmarkt hat nichts mit dem EEG zu tun und die Prognosefehler sicher auch nicht. Das sind also Kosten die durch NIE verursacht wurden, doch in die allgemeine Stromrechnung einfließen.

    @ Rudolf #20
    In dem von Dir verlinkten Artikel steht:

    Im vergangenen Jahr mussten Windparks an 107 Tagen insgesamt 1085 Mal zumindest kurzzeitig vom Netz gehen, um eine Überlastung der Systeme zu verhindern. Gegenüber 2009 entspricht dies einem Anstieg um fast 70 Prozent. Eine Tendenz, die sich bis Ende dieses Jahres fortsetzen soll.

    Schon für 2007 wurde gemeldet:

    Eingespeiste Windstrommenge: 40,7 TWh. Etwa 15 % der Windenergie konnten wegen Netzüberlastung nicht als Windstrom eingespeist werden.

    Dies dürfte nicht besser geworden sein. An jeder Ecke sind neue Kostenquellen zu entdecken. An „Kostenneutralität“ können da nur hoffnungslose Utopisten denken.

  28. Interessant finde ich folgende Passage aus dem “Executive Summary” des
    Weltenergieberichts
    der IEA.

    So wird im „Low-Nuclear-Case“ unterstellt, dass im OECD-Raum keine neuen Kernreaktoren gebaut werden, dass in den Nicht-OECD-Ländern nur die Hälfte der im Szenario der neuen energiepolitischen Rahmenbedingungen projizierten Kapazitätserweiterungen vorgenommen wird und dass die Laufzeiten der existierenden Reaktoren verkürzt werden. In einem solchen Szenario bieten sich zwar Chancen für erneuerbare Energien, zugleich nimmt aber auch die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen zu: der Anstieg des weltweiten Kohleverbrauchs entspricht dem Doppelten der derzeitigen australischen Kraftwerkskohleexporte und der Anstieg des Erdgasverbrauchs zwei Dritteln der aktuellen Erdgasexporte Russlands. Dies würde im Ergebnis zu zusätzlichem Aufwärtsdruck auf die Energiepreise und zu erhöhter Besorgnis über die Versorgungssicherheit führen sowie die Bekämpfung des Klimawandels sowohl schwieriger als auch kostspieliger machen. Besonders schwerwiegend wären die Auswirkungen auf Länder mit begrenzten einheimischen Energieressourcen, die geplant hatten, der Kernenergie einen relativ großen Platz einzuräumen. Zudem würde es für aufstrebende Volkswirtschaften wesentlich schwieriger, ihre rapide steigende Stromnachfrage zu decken.

  29. Tritium,

    Die Rechnung wird noch viel tückischer.
    Sie gehen jetzt von der Arbeit aus, gemessen in GWh.

    Die NorwegenPSWlüge ist noch haarsträubender, als die Klimalüge. Hier kann man nachrechnen.
    2050 sind 80% EE möglich, mit zu bauenden Speichern.
    Bei PSW heißt das, sie müssen 53 GW nur für Deutschland installieren, diese können dann 1280 GWh täglich erzeugen. Wenn das alles Goldisthaler wären und die oberen Speicherbecken fassen 3x soviel, also 0,036 km^3 , brauchen die Norweger dafür schon 1,9 km^3 Wasser täglich. Die Becken sind dann leer. Wenn die Norweger uns später mal über eine 20 Tage lange Flaute helfen sollen, müssten sie Becken für 40 km^3 Wasser bauen, also einen Bodensee auf den Klippen von Norwegen. Wer macht denn sowas?

    Wenn aber die Norweger nur 3 Mill.m^3 Speicherbecken haben, wie unten von den gehirnamputierten grünverblödeten Propagandisten geschrieben, dann müssen sie für uns die 12fache Menge PSW installieren.Der Bodensee bleibt 😉 Die verwechseln auch immer fröhlich inst. Leistung und Erzeugung.

    In diesen beiden Machwerken weiß man gar nicht welche Lüge man zuerst anprangern soll.

    Batterien Europas 😉 Göbbels wäre stolz. Norwegen 84TWh Speicher vorhanden, Schweden 34 TWh Wasserspeicher. Dann steht da, sie haben Wasserkraft dazu gezählt. Im Text protzen sie mit 3 Mill.m^3 Wasserbecken, Goldisthal hat ein 4x größeres. Wenn Deutschland die natürlichen Seen oberhalb der Laufwasserkraftwerke leerlaufen läßt, hat Norwegen keinen Strom mehr 😉

    Schlimmer kann man nicht lügen.

    Kleiner Auszug:

    Bisher wird der Strom für die Pumpen
    in einer kleinen Kraftwerksstation vor Ort erzeugt.
    Das könnte sich ändern, zumindest nach den Vorstellungen von
    Energieexperten. Mit überschüssigem Windstrom aus Deutschland
    und anderen Ländern soll Wasser in die Speicher gepumpt werden.
    Wird der Strom benötigt, treibt das Wasser aus den Speichern
    die Turbinen an, die Strom produzieren. So setzt beispielsweise der
    Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) in seinem aktuellen
    Energieszenario für eine regenerative Vollversorgung Deutschlands
    auf eine Verbindung skandinavischer Wasserkraft- und Pumpspeicherpotenziale
    mit den deutschen Erzeugungskapazitäten (neue
    energie 6/2010). Das Land könnte wegen seiner großen Speicherpotenziale
    und des relativ einfachen leitungstechnischen Anschlusses
    an die deutsche Windenergienutzung in der Nordsee eine zentrale
    zentrale Rolle für den erfolgreichen Ausbau der Elektrizitätserzeugung
    aus regenerativen Energiequellen in Deutschland spielen.
    Pumpspeicherwerke seien als Kurzzeitspeicher für große Strommengen
    die wirtschaftlichste Option, heißt es auch in einem Gutachten
    des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik
    Kassel. Sie sei zudem die einzig ausgereifte Großspeichertechnik

    grenzenlose Blödheit ? oder reinste Propaganda ?

  30. Speicherung und Produktion stehen in einem sehr komplexen Wechselspiel.
    Zuerst muss unterschieden werden zwischen einem Szenario mit offenen und geschlossenen Grenzen.
    Der Öko-Traum ist Autarkie, nur als Not-Argument wird auf irgendwelche internationale Wunder (Norwegen, Desertec…) verwiesen.
    Praktisch müsste jedoch tatsächlich eine autarke nationale Lösung gesucht werden, denn Deutschland ist nicht Dänemark -- unser Stromverbrauch ist einfach zu groß, um in nennenswertem Umfang durch ausländische Quellen und Senken ausgeglichen zu werden. Unsere Nachbarn nehmen sicherlich gerne den Strom den wir verschenken müssen und sie liefern sicher gerne zu Höchstpreisen, wenn bei uns Flaute herrscht. Aber sie werden ihre Produktions- und Speicherkapazitäten nicht im grossen notwendigen Umfang ausbauen, denn für solche sehr langfristigen Investitionen fehlt die Planungssicherheit; Deutschland könnte ja in wenigen Jahren wieder einen Kurswechsel machen und sie würden dann auf ihren Speichern und Kraftwerken sitzen bleiben.
    Damit Norwegen seine Wasserkraftwerke umbaut, müssten wir langfristige Garantien bieten, das gleiche gilt für Kraftwerke in Nachbarstaaten, sogar KKWs! Tun wir das nicht, bekommen wir nur die Krümel die übrig sind.

    National sieht das dann so aus:
    Wenn wir verienfacht die Windkraft mit 20% effektiver Verfügbarkeit als Modell nehmen, dann müssten wir genau 5 x mehr Leistung installieren als wir brauchen, ohne Berücksichtigung der Speicherverluste.
    Dazu müssten wir jedoch eine ‚unendliche‘ Speicherkapazität haben, die wirklich jede kWh aufnehmen kann.
    Das ist unrentabel: Schon vom Jahr zu Jahr gibt es erhebliche Schwankungen, wir müssten also sogar für mehrere Jahre bis zu 20% des Jahresstromverbrauchs irgendwie speichern um windschwache Jahre mit windstarken auszugleichen.
    Der Ausweg sind mehr Windräder. Es müssen so viele her, dass es auch in windschwachen Jahren reicht. Die installierte Leistung müsste also deutlich höher sein, mindestens 6 x.
    Zwischen Sommer und Winter gibt es wieder sehrstarke saisonale Schwankungen. Um die nicnt speichern zu müssen, muss die installierte Leistung noch mal erhöht werden, damit auch im windschwachen Sommer im Mittel genug produziert wird. Das würde eine installierte Leistung von mindestens 8 x bedeuten. In der Praxis allerdings mindestens 10-12 mal -- wir müssen ja schon bei den äusserst zuverlässigen konventionellen Kraftwerken 20 -30% Reservekapazität vorhalten, für alle möglichen Eventualitäten! Ausserdem ist es günstiger, regional durch Überkapazität Fernleitungen zu sparen.
    Nun können wir aber mit noch mehr Windrädern nichts mehr ausgleichen, denn selbst eine unendliche Zahl Windräder liefert bei Flaute nichts.
    Was kostet nun diese Überkapazität von etwa 10 x? Nun, theoretisch bräuchten wir nur 5 x. Im Mittel produzieren wir also wegen der Unzuverlässigkeit des Winds gezwungenermassen doppelt so viel Strom wie wir verbrauchen. Die Hälfte muss vernichtet werden, aber wir müssen sie dennoch bezahlen, weil sonst die Windräder nicht rentabel wären. Das bedeutet, dass der reine Herstellungspreis einer kWh Windstrom dann bei etwa 15 x 2 = 30 Cent liegen wird (Offshore und schlechte Landstandorte führen zukünftig zu deutlich höheren Herstellungskosten!).
    Und nun kommen die Mittel- und Kurzzeitspeicher:
    Die müssen in der Lage sein, eine Starkwindperiode von, sagen wir mal 1 Woche, in die folgende Schwachwindperiode zu üertragen.
    Bei Starkwind liefern die Windräder leicht das 5-fache des Verbrauchs. Die Speicher müssten also minestens in der Lage sein, den gesamten Stromverbrauch Deutschlands für 5 Wochen zu speichern.
    Deutschland verbraucht 600.000 GWh/Jahr, macht in 5 Wochen ca. 60.000 GWh.
    Der neue Pumpspeicher Atdorf kann 13 GWh speichern und kostet voraussichtlich 1 Milliarde €. Davon bräuchten wir 4500 Stück.
    Das würde, einschliesslich Zinsen etc, aber noch OHNE den zusätzlich erforderlichen Netzausbau jeden Bundesbürger mit rund 80.000 € belasten; oder anders gesagt: Dafür könnte man jeder Familie in Deutschland ein nettes Einfamilienhaus bauen.
    Auf den Strompreis umgelegt, wären das bei 20-jähriger Abschreibung 38 ct/kWh, zusammen mit dem Produktionspreis also ein Herstellungspreis von 68 ct/kWh.
    Darauf kommen nun natürlich noch die Netzkosten, die auch etwa 5 x höher als heute ausfallen dürften. Allein für das Hochspannungsnetz wären das noch einmal 15 ct/kWh.

    So ähnlich würde also in etwa eine Mischkalkulation ausfallen, die auf dem bestmöglichen Mix aus Speicherkapazität und Windrad-Überkapazität beruht.
    Natürlich nur für das Modellszenario 100% Windkraft. Aber PV und Biomasse ändern nicht wirklich viel -- diese Fata Morgana ist auf gar keinen Fall finanzierbar!

  31. #10:

    Na hoppla. Eigentlich wäre zwar Onkel Heinz an der Reihe, aber ich kann’s mir doch nicht verkneifen: ein Kraftwerksbetrieb darf nur dann zugelassen werden, wenn der Betreiber ein hohes Maß an Beitrag zur Netzstabilität garantieren kann!

    Absolut, da bin ich sofort bei Ihnen, Fluminist! Man müsste sich nur auf Kriterien einigen, mit denen man die Netzstabilität bewertet.

    #21:

    Ich will Herrn Hader nicht vorgreifen, aber das Geheimnis der Kostenneutralität besteht wohl darin, daß man die fiktiven “Folgekosten” einer Nichtnutzung der NIE (ohne Rücksicht darauf, ob eine solche Nichtnutzung tatsächlich irgendetwas verschlechern würde) mit einrechnet. Und da die Kosten des Weltuntergangs in beliebig astronomischer Höhe angesetzt werden können, rechnet sich unterm Strich noch der größte Blödsinn.

    Wenn dem so wäre und ich würde tatsächlich die Folgenkosten beliebig hochrechnen, hätten Sie vollkommen Recht. Nur ich tue das nicht. Auch den Ausdruck „Weltuntergang“ oder „Klimakatastrophe“ werden Sie in keinem meiner Beiträge wiederfinden, weil ich nicht die Ansicht vertrete, dass eine Klimaerwärmung, auch wenn sie 5 oder mehr Kelvin betragen würde, zum Untergang der Welt und dem Aussterben der Menschheit führen wird. Die menschliche Zivilisation wird auch in hundert und mehr Jahren weiterexistieren. Die Frage wird nur sein, mit welchen Kosten das verbunden ist. Fiktiv sind die Folgekosten mit Sicherheit nicht. Ernteverluste müssen die Gesellschaften tragen, dabei mache ich mir um die Industriestaate weniger Sorgen. Eine Weltwirtschaft, die auf Erdöl angewiesen ist, hat bei einem Ölvorkommen von 4 Billionen Barrel eine bessere ökonomische Ausgangssituation als eine Welt mit 1 Billion Barrel. Und gerade der Homo oeconomicus drückt ja gerne seine Lebenssituation am materiellen Wohlstand aus.

  32. @Hader

    Man müsste sich nur auf Kriterien einigen, mit denen man die Netzstabilität bewertet.

    Wat is denn dat nu wieder für ein Geknautsche?
    Die Netzstabilität ist nicht Verhandelbar, basta Sie Laie.

    Knurr

  33. Gerade eben sagte in der Phonix-Sendung „Unter den Linden“ die ZEIT-Journalistin Mariam Lau :

    Es gibt schon wieder Gerüchte über einen Ausstieg von Ausstieg vom Ausstieg aus der Kernkraft.

    Das würde mich schon mal interessieren ob an diesen Gerüchten etwas dran ist, oder ob Frau Lau nur Propaganda machen möchte. Leider ist im Gespräch auf diese Äußerung nicht weiter eingegangen worden.

  34. achgut.com (Peiser):

    Neues Buch: Realitätscheck für den Klimaschutz