Klaus Töpfer und der König von Bhutan

8. Januar 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik

Beispiele dienen gemeinhin der Verdeutlichung von Aussagen, Annahmen oder Überzeugungen. Das können eher abstrakte Beispiele sein, wie Gleichnisse, oder konkrete, wie der Vergleich mit einer andern Person oder Sache. Wenn es um die Vorteile von Volksbefragungen geht, wird gern die Schweiz als Vorbild genannt, Nachteile einer Planwirtschaft werden am Beispiel des ehemalig sozialistischen Ostblock verdeutlicht.

Nun macht seit einiger Zeit ein Begriff die Runde, für den es kein so richtiges Beispiel gibt: „das Bruttglücksprodukt“. Das wird zur Zeit von denen gern verwendet, die das Bruttoinlandsprodukt als Grad für eine entwickelte Gesellschaft für nicht ausreichend oder gar falsch erachten, weil es rein quantitativ das Mehr an Gütern und Dienstleistungen anzeigt, nicht aber die Umstände unter denen es entstanden ist. Deshalb wird nun im Hause Röttgen auch an einem Wohlfahrtsindex gearbeitet, bei dem Verbraucherausgaben ein wichtiger Punkt ist, neben solchen Dingen wie Verbrauch von Rohstoffen und Schäden für die Umwelt. Über Sinn oder Unsinn dieses Wohlfahrtsindex möchte ich aber eigentlich gar nicht weiter sprechen, selbstredend ist dies ein Feld, auf dem sich die Liebhaber der Nachhaltigkeit richtig austoben können, um mit ihren Schlussfolgerungen so den Index ins genehme Licht zu setzen. Oder wie Alexander Horn in NovoArgumente meint: „Das fatale Bild des bösen, gierigen Menschen, das seit Jahrzehnten die Umweltdiskussion beherrscht, hält nun auch in der offiziellen Wirtschaftspolitik Einzug.“

Das Bruttoglücksprodukt ist nun die Steigerung und konsequente Weiterentwicklung des Wohlfahrtsindex. Denn was wünschen sich die Menschen denn mehr, als glücklich zu sein. Doch definiert jeder Glück anders, was die Erstellung eines Index nicht leichter macht. Besonders häufig hört man das Wort Bruttoglücksprodukt, oder auch Bruttonationalglück, von Klaus Töpfer, der ist ganz angetan davon, vor allem, nachdem er das Glück hatte, sich mit dem König von Bhutan darüber zu unterhalten. Ausschnitt aus einem als Buchform erschienen Gespräch mit Ranga Yogeshwar:

Yogeshwar: In Bhutan haben sie Zufriedenheit und Glücksgefühle als Maß gesetzt. Anfang 1970 führte man dort das «Bruttonationalglück» ein, und langsam fängt man auch im Westen an, sich über solche Lebenskonzepte Gedanken zu machen. Es könnte sehr spannend werden, sich zu überlegen, was Menschen glücklich macht.
Töpfer: Mit Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, dem König von Bhutan, habe ich zweimal lange diskutieren können.
Yogeshwar: Hatten Sie ein Glück!
Töpfer: Jigme Khesar Namgyel Wangchuck ist im Grunde nicht mehr König, weil er den Entschluss getroffen und durchgesetzt hat, sein schönes Land Bhutan zu einer Demokratie zu entwickeln. Etwas, was seine Bürger eigentlich gar nicht recht wollten. Die waren mit ihrem König sehr glücklich. Erwähne ich das in öffentlichen Veranstaltungen, ernte ich damit allenfalls ein Lächeln. Keiner will das so richtig ernst nehmen. Doch wenn man mit dem König einmal gesprochen hat, dann bekommt seine Staatsphilosophie, in deren Zentrum das Glück steht, eine ganz andere Bedeutung.

Doch welches Glück meint denn der König? Sein Premierminister Jigmi Y. Thinley sagte: „Materielles Wohlbefinden ist nur ein Teil unseres Glücks, das noch nichts darüber aussagt, ob jemand in Einklang mit der Umwelt und in Harmonie mit den Mitmenschen lebt.“. Die vier Grundpfeiler des Bruttosozialglücks sind: der Schutz der Umwelt, die Bewahrung unserer kulturellen Werte, eine wirtschaftliche und soziale Entwicklung, die alle einschließt, und eine gute Regierung. Etwas weiter geht man noch beim Happy Planet Index der Lebenszufriedenheit, Lebenserwartung und Ökologischen Fußabdruck kombiniert. Doch wenn ich mir hier die ersten 10 Länder anschaue, also diejenigen wo die angeblich glücklichsten Menschen leben, so beschleichen mich doch ernste Zweifel, ob dieser Index tatsächlich irgendeine sinnvolle Aussage erlaubt (1. Costa Rica, 2. Dominican Republic, 3. Jamaica, 4. Guatemala, 5. Vietnam, 6. Colombia, 7. Cuba, 8. El Salvador, 9. Brazil, 10. Honduras). Außer vielleicht, dass bestimmte klimatische Bedingungen das Wohlbefinden fördern.

Wir können festhalten, dieses Bruttoglücksprodukt ist gänzlich ungeeignet um wirtschaftspolitische Entscheidungen zu treffen. Glück ist eben ein ganz subjektives Gefühl, dass nur dadurch erreicht wird, dass Individuen Entscheidungen treffen können die sie glücklich machen. Und Gesellschaften die das Glück sozusagen verordnen, sind nichts anderes als Diktaturen, die ihre Vorstellung von Glück allen anderen aufzwingen möchten und unseren hiesigen Vorstellungen, wonach jeder nach seiner Fasson selig werden soll, entgegenstehen.

Warum findet dann aber Klaus Töpfer den König von Bhuthan so toll? Die Antwort dürfte einfach sein: Weil alle wirtschaftlichen Interessen des Landes dem Umwelt- und Naturschutz untergeordnet werden und somit als Beispiel dienen kann, welchen Weg die angestrebte Transformation der Gesellschaft nehmen soll. Doch dieses Beispiel ist völlig untauglich, denn es handelt sich mit Bhutan um eines der ärmsten Länder der Welt, und, weil das Bruttosozialprodukt so gering ist, dass die nötigen Aufgaben nicht daraus erwirtschaftet werden können, muss man sich eben von seinen Nachbarn aushalten lassen:

note: the government of India finances nearly three-fifths of Bhutan’s budget expenditures (2010 est.)

Hier schließt sich der Kreis, auch fürs Bruttoglücksprodukt muss irgendjemand eine finanzielle Basis dafür bereit stellen, und wenn man es nicht selbst erwirtschaften kann, nimmt man es eben von anderen. Dieses Spiel kennen wir ja nun schon zur Genüge, die ganze „Green Economy“ ist nach diesem Prinzip aufgebaut. Obwohl, wenn jemand meine Fixkosten übernehmen würde, wäre ich auch glücklicher.

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48 Kommentare
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  1. Amen

  2. Da kann ich nur zustimmen. Glück ist subjektiv. Nur totalitär-freiheitsfeindliche Spinner können vorschreiben wollen, was Glück zu sein hat. Bhutans Frauen scheinen einen sie mit harter Hand führenden Ehemann für ein Glück zu halten:

    Bei einer Umfrage von Bhutans Nationalem Statistischen Büro antworten 70 Prozent der befragten Frauen, sie würden Prügel verdienen, wenn sie ihrem Gatten Sex verweigerten, sich mit ihm stritten oder gar das Essen anbrennen lassen würden.
    http://www.fr-online.de/panorama/koenigshochzeit-in-bhutan-millionen-asiatinnen-trauern,1472782,10997532.html

    Tja, in Bhutan ist die Welt noch in Ordnung;-)

    Wie deutsche Männer nach den Vorstellungen unserer Linksökobessermenschen glücklich zu sein hätten, male ich mir lieber nicht aus. Das dürfte aber in jedem Fall drastisch mit meinen persönlichen Glücksvorstellungen kollidieren.

    Es will natürlich niemand Castro-Kuba gen Norden verlassen, weil die Menschen in den USA viel unglücklicher sind. Wer könnte daran zweifeln?;-)

    Ein Witz ist der tolle „ökologische Fußabdruck“ von Haiti, das in den 90er Jahren komplett entwaldet wurde.

  3. Ehemaliger UNEP-Häuptling und Bilderberger gibt „internationalen Konsens“ über Bevölkerungspolitik zu

    Töpfer muss es wissen. Er besuchte 1989 das Bilderbergtreffen, das in La Toja in Spanien abgehalten wurde und die in der Nähe der kanadischen Stadt Toronto abgehaltene Bilderbergkonferenz am 30.06.1996. Neben seiner Eigenschaft als Bilderberger und ehemaliger Häuptling der UNEP ist Klaus Töpfer auch Mitglied des Club of Rome. 2004 leistete er einen Beitrag zur Veröffentlichung des Club of Rome mit dem Titel „Nachhaltigkeit schafft Wohlstand: Grundlage für eine Neue Weltordnung, Neue Wirtschaft und Umweltschutz“……

    …..Bei anderer Gelegenheit, fordert der Geschäftsführer der UNEP die Schaffung einer neuen weltweiten Religion:

    „Wir müssen eine ökologische und ganzheitliche Weltanschauung entwickeln, welche uns mit dem Rest der Natur verbindet – materiell wie auch spirituell. Religiöse Traditionen betonen diesen Zusammenhang. Unsere Aufgabe sollte es sein diese grundlegenden Symbole und Glaubensinhalte, die in einer jeder Tradition zu finden sind, wiederherzustellen und sie in ein verständliches Rezept der Öffentlichen Ordnung und des Verhaltens umzuwandeln.“

    …..und warum findet Klaus Töpfer den König von Bhutan toll?….. Na wahrscheinlich wär’ er selber gern König von Deutschland….. als Bilderberger und Club-of-Rome-Mitglied würde ihm das ja wohl zustehen, nöch?

    ….. und Rio Reiser würde sich im Grabe umdrehen.

  4. Für mich ist Glück in erster Linie immer noch, frei von Zwängen zu sein.

    Wenn die Damen und Herren Politiker der Meinung sind, mich vor lauter Rührseligkeit innig in die Arme schließen zu müssen, dann befinden sie sich gehörig auf den Holzweg. Ich möchte das nicht und werde mit meinen bescheidenen Mitteln auch alles tun, um dies zu verhindern oder dort, wo es nicht möglich ist, es zu umgehen.
    Schließlich wollte mich schon der DDR- Sozialismus jahrzehntelang mit Zwang beglücken, ihm ist das nicht gelungen. Im Gegenteil, die DDR ist an ihrem eigenen Unvermögen gescheitert und genauso wird es mit diesen Öko- Faschisten geschehen.

  5. @ Liberaler

    Die „Liebhaber der Nachhaltigkeit“ haben ein Problem. Wenn die Ihre eigenen Richtlinien befolgen, dann bedeutet dies ein Absinken des Bruttsozialproduks, sprich Wohlstand. Ohne dem geht es nicht, das wissen die auch. Deswegen wird nun in der Enquete-Kommission “Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität” und anderswo nach einem Weg gesucht, den Menschen zu verklickern, dass doch Wohlstand (BIP), nicht alles ist, und vor allem nicht aussagt, wie glücklich die Menschen sind. Und man solle sich doch mehr Zeit nehmen, entschleunigen usw. Bruttoglücksprodukt ist das neue Narrativ mit dem uns Wohlstandverlust schmackhaft gemacht werden soll.

    @ Tim

    „Nachhaltigkeit schafft Wohlstand: Grundlage für eine Neue Weltordnung, Neue Wirtschaft und Umweltschutz“……

    Stimmt, das war der Spruch der bis vor kurzem galt. Nun merkt man aber, dass dies nicht funktioniert. Deshalb das neue Narrativ.

  6. @Quentin

    Deshalb das neue Narrativ.

    ….das hatten die Gebrüder Grimm schon mal: Das Märchen vom Hans im Glück

  7. Quentin Quenche

    den Menschen zu verklickern, dass doch Wohlstand (BIP), nicht alles ist, und vor allem nicht aussagt, wie glücklich die Menschen sind. Und man solle sich doch mehr Zeit nehmen, entschleunigen usw. Bruttoglücksprodukt ist das neue Narrativ mit dem uns Wohlstandverlust schmackhaft gemacht werden soll.

    Genau das habe ich auch gedacht, als ich den Artikel las.
    Es gibt noch viel Spielraum nach oben bzw. nach unten.

  8. @dani Andre

    Es gibt noch viel Spielraum nach oben bzw. nach unten.

    …..vor allem nach unten.

    Der „Hans im Glück” des 21. Jahrhunderts

  9. Na, das wäre doch mal eine Aufgabe für Alice Schwarzer, den ökobeseelten, grünen deutschen Frauen die Glücksvorstellungen der Frauen von Bhutan zu vermitteln.

  10. Zum Buch von Töpfer und Yogeshwar fand ich eine interessante Rezension bei amazon (1 Stern):

    Unwissenschaftliches Nachhaltigkeitsgeplapper

    Wer mal herzlich lachen möchte, sollte bei diesem Buch zugreifen.

    Als besonders krassen Fall für die Blindheit der Konsumenten hat Yogeshwar im Baumarkt die aus China importierte Grillkohle ausgemacht, sieben Kilo für nur 12,99 Euro. Kaum einer denke darüber nach, wie hoch die wirklichen Kosten seien. Die Bedingungen in den chinesischen Bergwerken seien katastrophal. Virtuell reise auf jedem Schiff, das diese Kohle transportiere, ein toter Bergmann mit. Er, Yogeshwar, habe das selbst einmal ausgerechnet. „Gut, dass Sie das getan haben“, lobt Töpfer. Nur, Grillkohle stammt nicht aus dem Bergwerk, Grillkohle ist Holzkohle, das ist Schulbuchwissen, ansonsten Google, Wikipedia.

  11. …so beschleichen mich doch ernste Zweifel, ob dieser Index tatsächlich irgendeine sinnvolle Aussage erlaubt (1. Costa Rica, 2. Dominican Republic, 3. Jamaica, 4. Guatemala, 5. Vietnam, 6. Colombia, 7. Cuba, 8. El Salvador, 9. Brazil, 10. Honduras).

    Mich auch.
    Brasilien hat eine Mordquote, die selbst auf dem Land, also ausserhalb von Rio mit seinen gesetzlosen Slums, dreimal höher ist als im Irak. Und in Rio traut sich der Staat nur noch mit Panzern in die Gangsterviertel.
    Jamaica und die anderen Karibikstaaten auf Platz 1-3 verdanken ihr ‚Glück‘ wohl vor allem dem Haschisch.
    El Salvador und Honduras sind durch und durch korrupt und von Gangstern beherrscht.
    Kuba ist eine üble Diktatur.
    In Vietnam ist das Glück für viele das Opium.

    In dieser Sammlung von Glückspilzen fehlt eigentlich nur noch Nordkorea, das ja so glücjlich ist so geniale Führer zu haben, und Haiti, die können ihr Glück über die Cholera kaum fassen. Aber es wäe wohl gar zu frech gewesen, die auch noch auf diese Liste von failed States zu setzen, weil dann sogar der durchschnittliche Bild-Leser stutzig geworden wäre.

  12. #3. Tim Hardenberg

    …..und warum findet Klaus Töpfer den König von Bhutan toll?….. Na wahrscheinlich wär’ er selber gern König von Deutschland….. als Bilderberger und Club-of-Rome-Mitglied würde ihm das ja wohl zustehen, nöch?

    Moin Tim,

    na, aber selbstverständlich, als König Kläuser der Erste würde er uns alle in die ökölogische Glücksseligkeit führen. Ruck zuck würden wir uns einreihen in die TOP 10 der „führenden“ Nationen beim Happy Planet Index. Dein Hans im Glück in #8 ist da doch mal eine erstrebenswerte Zielvorgabe zur Erreichung dieser ausgezeichneten Platzierung.

    Ach übrigens, das Buch von Boris Grundl „Diktatur der Gutmenschen“ ist am Sonnabend eingetrudelt bei mir. Angefangen zu lesen habe ich schon und mein erster Eindruck ist, top!

    gruß
    karl.s

  13. Na da passt ja folgendes wie die Faust aufs Auge.

    Technik allein bringt’s nicht
    Ohne soziale Innovationen wird der Klimawandel nicht zu beherrschen sein.

    Statt zu sinken, stiegen die globalen CO2-Emissionen weiter an. Der Optimismus, allein mit neuen Technologien das Klima zu retten, ist hierzulande dennoch ungebrochen. Zu verlockend ist die mehrfache Rendite: Klimaschutz, höhere nationale Wettbewerbsfähigkeit – und für die Bürger bleibt alles bequem beim Alten. Durch die Fixierung auf diesen Ansatz aber werden soziale Innovationen vernachlässigt, ohne die der Klimawandel nicht beherrschbar ist………..

    International ermöglichen soziale Innovationen ein respektvolles Lernen. So können wir zum Beispiel von Indiens vegetarischer Kultur genauso lernen wie von der Fahrradkultur in Kopenhagen, in der es heute selbstverständlich ist, mit dem Rad zur Arbeit zu kommen. Oder man denke an die schöne Idee des Halbzeitvegetariers. Zwei tun sich pragmatisch zusammen und werden damit in der Summe zu einem ganzen Vegetarier…….
    Der Autor
    Uwe Schneidewind ist Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und sitzt im Vorstand der Vereinigung für Ökologische Wirtschaftsforschung

    Ergo sollen wir zu unseren Glück gezwungen werden, wir suchen uns weltweit die dümmsten Lebensstile zusammen und matschen damit das deutsche „Öko-Glück“ zusammen, natürlich nachhaltig ……man muss den Menschen nur richtig erziehen, dann klappt dat auch.
    Zumindest hat jemand erkannt das mit allerlei technischen Firlefanz das noble Ziel nicht zu erreichen ist, der Pöbel soll sich gefälligst in Demut der Armut hingeben, auf das unser Klima sich anschließend kampflos ergibt und Einsicht vor des Menschen Rettungwillen nimmt.

    Halbzeitvegetaria………..mach ich grundsätzlich zwischen 19:00 -- 07:00 Uhr, es besteht also noch Hoffnung für die Welt.
    Onkel Heinz………die Welt dreht durch

  14. #14. Heinz Eng

    Der Autor Uwe Schneidewind ist Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und sitzt im Vorstand der Vereinigung für Ökologische Wirtschaftsforschung

    Hallo Heinz,

    ich bin immer wieder erstaunt, wieviel Institute und Vereinigungen sich mit solchem Quatsch beschäftigen. „Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung“, ich schmeiß mich weg.

    gruß
    karl.s

  15. Es ist besser reich und unglücklich als arm und und unglücklich zu sein.

  16. Das glücklichste Land der Welt: Costa Rica?

    Im Human Development Index, der Einkommen, Lebenserwartung und Bildung bewertet, ist Costa Rica auf dem 69. Platz, Deutschland auf dem 9.
    Costa Rica teilt sich seine Position mit so illustren Ländern wie Kasachstan (68) und Albanien (70).
    Das Bruttoinlandsprodukt in Kaufkraft-$ beträgt 10.579 PPP, was für den 75. Platz reicht, weniger als Rumänien (Platz 68) oder Kasachstan (Platz 71). Deutschland liegt mit 34.212 PPP auf dem 21. Rang.
    Costa Rica hat keine eigene Armee, dafür aber 7000 dauerhaft stationierte US-Soldaten und eine US-Marinebasis. Womit klar ist, wer die Politik des Landes bestimmt.
    Die Journalistin Eva Golinger wies darauf hin, dass in einem offiziellen Dokument, das die amerikanische Botschaft an das Ministerium für Sicherheit in Costa Rica geschickt hat, die uneingeschränkte Straflosigkeit von US-Soldaten zu einer Voraussetzung des Einsatzes gemacht wird: „Das Personal der Vereinigten Staaten in Costa Rica genießt Bewegungsfreiheit und das Recht, jeder Tätigkeit nachzugehen, die für die Erfüllung seiner Mission notwendig ist“

    Ansonsten ist Costa Rica einer der gescheiterten Fürsorgestaaten:

    In den 1940er-Jahren begann der konsequente Ausbau des Sozialstaates, und der sechswöchige Bürgerkrieg 1948 mündete in einer umfassenden Sozialgesetzgebung und der Gründung staatlicher Institutionen, welche nahezu die gesamte Bevölkerung mit Sozialversicherungen, Elektrizität, Trinkwasser oder Telefonanschlüssen versorgten, sowie der Etablierung eines landesweiten Bildungssystems.

    Anfang der 1980er-Jahre sanken in der Folge der Ölkrise von 1979 der Absatz und die Weltmarktpreise der wichtigsten costaricanischen Exportprodukte Kaffee, Bananen und Zucker. In der Folge ging das BIP bis 1982 um elf Prozent zurück, die Reallöhne sanken bis zu 40 Prozent, die Arbeitslosigkeit stieg dafür auf rund zehn Prozent, und die Inflation lag bei etwa 100 Prozent. Die Regierung legte Sozial- und Wirtschaftsprogramme auf, die die Arbeitslosigkeit senkten, den industriellen Sektor stärkten und neue Exportprodukte förderten. Die Auslandsverschuldung stieg in diesem Zusammenhang jedoch bis 1984 auf 3,8 Milliarden US-Dollar. Der Internationale Währungsfonds empfahl vor diesem Hintergrund erstmals, staatliche Unternehmen zu privatisieren, den öffentlichen Beschäftigungssektor abzubauen und Sozialausgaben zu senken. Die Regierung von Luis Alberto Monge (1982-1986) setzte diese Forderungen in begrenztem Maße um, konnte aber gleichzeitig internationale Finanzhilfen vor allem aus den USA gewinnen, die Costa Rica als Nachbarland des mittlerweile sandinistisch regierten Nicaraguas bereitwillig unterstützten.

    Das Land musste seine Souveränität also an die USA verkaufen, um nicht zusammen zu brechen.

    Wie immer, wenn der Staat alles in die Hand nummt, blüht auch die Korruption:

    Im Herbst 2004 wurden drei ehemalige Präsidenten wegen Korruption angezeigt. Rafael Ángel Calderón (1990-1994) und Miguel Ángel Rodriguez (1998-2002) wurden verhaftet, der in der Schweiz lebende José Maria Figueres (1994-1998) wurde aufgefordert, nach Costa Rica zurückzukehren, um sich der Justiz zu stellen. Während die drei Präsidenten in den 1990er-Jahren den Sozialstaat demontierten und einen Anstieg der Armut in Kauf nahmen, hatten sie sich privat schamlos bereichert.

    Warum führt Costa Rica denn dann diesen ominösen Glücksindex?
    Hier die Antwort:

    [Präsident] Arias erklärte 2007, dass bis zum Jahr 2021, Costa Ricas 200. Geburtstag, das Land als erster Staat der Erde eine ausgeglichene Bilanz beim Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) erreichen wolle. Seit mehreren Jahren deckt das Land über 90% seines Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen ab.
    2011 bezeichnete Bundespräsident Christian Wulff bei seinem Staatsbesuch in Costa Rica das Land als „ökolögisches Vorbild“

    Wir sehen also: Glück ist gleichzusetzen mit Erneuerbaren Energien! Denn das ist der einzige Aspekt, unter dem Costa Rica irgendwie ‚positiv‘ hervortritt.
    Daraus lernt man zweierlei:
    1. Dieser seltsame Glücksindex ist ein primitives Propagandamittel.
    2. Wer so einseitig eine einzigen Aspekt mit allgemeinem ‚Glück‘ assoziert, ist gefährlich, denn eine so extreme und totalitäre Haltung widerspricht eklatant den Grundsätzen der Freiheit und Pluralität.

    Quellen:
    Wikipedia
    Bundeszentrale für Politische Bildung

  17. „Bruttoglücksprodukt“ wirkt auf mich depressogen und gefährlich. So einen Quatsch hab ich ja noch nie gehört.
    Am besten gefällt mir der erste Kommentar. Er hätte gereicht.

  18. Kein Wunder, dass Töpfer von der Glücksproduktidee so begeistert ist:

    Glück statt Geld: Der gute Rat aus Bhutan

    «Die Relevanz dieses Ziels reicht weit über die armen Staaten hinaus und vereint die ganze Menschheit – arm wie reich – in einer zeitlosen gemeinsamen Vision», so der Premierminister weiter, «man benötigt nicht viel Intelligenz, um einzusehen, dass das endlose Streben nach materiellem Wohlstand in einer Welt mit begrenzten Ressourcen nicht nachhaltig ist.»

    MAN BENÖTIGT NICHT VIEL INTELLIGENZ!
    ….. Na also! Mit diesem Grundsatz wird die Umerziehung des Pöbels zu Nachhaltigkeits- und Klima-Musterbürgern doch weltweit ein Kinderspiel.

  19. #16. Tritium

    Seit mehreren Jahren deckt das Land über 90% seines Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen ab.

    Bei den natürlichen Bedingungen auch kein Wunder und vor allem keine Kunst! 80% des Energiebedarfs kommen aus Wasserkraft (60% dv. allein aus dem Arenalstausee) und 17% aus der Geothermie (Stand März 2011). Was daran nun eine besondere Leistung sein soll, erschließt sich mir nicht. Man hat ganz einfach gegebene Bedingungen optimal genutzt. Insoweit taugt Costa Rica nicht unbedingt als Vorzeigestaat.

    gruß
    karl.s

  20. Froh zu sein bedarf es wenig / und wer froh ist ist ein König

    Wenn man als tüchtiger Buddhist die materielle Welt für eitel Illusion hält und dem eigenen Verrecken als Schritt auf dem Weg ins Nirvana freudig entgegensieht, braucht man freilich keine Wissenschaft, Technologie, Wohlstand um glücklich zu werden.

    Daß uns das in unserer Krisensituation als leuchtendes Beispiel vorgehalten wird, dürfen wir optimistisch als Zeichen dafür werten, baldigst von nützlichen Idioten zu glücklichen Idioten umgeschult zu werden.

  21. …mit nachwachsenden Glücksstoffen? 😉

  22. …Bei den natürlichen Bedingungen auch kein Wunder und vor allem keine Kunst! 80% des Energiebedarfs kommen aus Wasserkraft

    DAS interessiert doch den Öko vulgaris überhaupt nicht! Die realisieren ja nicht mal die unterschiedliche Topolgie von Deutschland und Norwegen. Hauptsache ‚erneuerbar‘ und Hauptsache, Deutschland hat irgendwie ‚Nachholbedarf‘ und Hauptsache man kann sagen „Na da seht ihr es: Es geht doch!“

    Glaube kann eben Berge versetzen -- samt Stauseen 😉

  23. #22 “Na da seht ihr es: Es geht doch!”

    Wäre doch gelacht, wenn wir in Deutschland durch Zusammenbruch der Energieversorgung und Notenbank-Bankrott nicht bald so glücklich werden könnten wie die Leute in Costa Rica. Deutschland als Glücks-Weltmeister, vorher geben wir uns nicht zufrieden!

  24. #23 Fluminist

    Deutschland als Glücks-Weltmeister, vorher geben wir uns nicht zufrieden!

    ja, also nicht schon wieder Vize oder Dritter, wir holen den Titel, genau, das muß unser Anspruch sein. Wir werden uns doch wohl nicht von Costa Rica unsere Titelambitionen „versaun“ lassen 😉

    karl.s

  25. Tritium,

    mal was „Nachdenkliches“ zu den grünen Schlitzohren von Costa Rica

  26. grünen Schlitzohren von Costa Rica

    Gibt es eigentlich eine Korrelation zw. Bodenschätzen und Bürgerkrieg?

    Aktuell viele Bodenschätze und viel Bürgerkrieg in Somalia und Sudan 😉

    Griechenland viel Bodenschätze und insolvent , finde ich besser als „Bürgerkrieg“

    Töpfer kann ich nicht helfen, er war acht Jahre in Afrika und hat nichts gemerkt 😉

    Er ist scheinbar für die deliberative Überprüfung von Ökoschwachsinn in Deutschland zuständig.

    Wo hat Rangar den Physik studiert? Im Thüringer Wald haben sie gestern eine Kandiszuckerader entdeckt. Die liegt so nahe der Oberfläche, dass sie im Tagebau abgebaut werden kann. Danach wird aus der Grube ein EE PumpspeicherKW gebaut, streng ökologisch natürlich 😉

    Hoffentlich gibts keinen Bürgerkrieg 😉

  27. Danke, Carl M.!

    Bemerkenswert is ja, dass der harte ökologistische Kern der deutschen Bevölkerung den grössten ‚ökologischen Fußabdruck‘ hat; unter anderem wegen der ach so ökologisch-naturverliebten Fernreisen, die einfach zum Image gehören. Dass ein Hartzer im ganzen Jahr weniger Heizöl verbrennt, als die Flugzeugturbinen pro Passagier an Kerosin verbrauchen und dass die Abgase gleich ohne Umwege in die Stratosphäre geblasen werden, wird einfach verdrängt, ebenso wie der Energie- und Rohstoffbedarf des eigenen Häuschens und der Spritverbrauch der 2 Autos, die man ja ‚braucht‘, weil auf dem Land ja ohne nichts geht und weil die Kinder ja irgendwie zur Schule gebracht werden müssen und überhaupt, wir haben ja nur noch LED-Beleuchtung im Haus und kaufen Ökostrom von Greenpeace…!

    Es ist keineswegs so, dass diese Ökos in Costa Rica schmählich betrogen werden. Es ist die Show, die sie wollen und brauchen, um sich so richtig gut zu fühlen und genau für diese Show zahlen sie.

  28. soll ich mal ehrlich sein?

    langsam bekomme ich angst…

  29. @Carl M. #25
    Gute Aktion, den Link hätte ich hier auch eingestellt, aber Sie waren schneller. Sicherlich sind die ökogrün bewusstlosen Urlauber in Costa Rica die „glücklichsten Urlauber der Welt“.

    Quentin in #5 hat schon Recht. Die Ideologen des antrophogenen Klimawandels, der gesellschaftlichen „Transformation“ sind ständig auf der Suche nach neuen Narrativen, weil Ihre Ideologie nicht überzeugt. Jetzt soll es also der „Glücksfaktor“ richten? Lieber Herr Töpfer, auch das wird scheitern!

  30. @C-O

    Lieber Herr Töpfer, auch das wird scheitern!

    ….ich glaub, der liest hier nicht mit. Der gibt doch jetzt wieder Töpferkurse.

  31. @quentin

    Hallo Quentin,
    du verweist in deinem Artikel auf einen Aufsatz von Alexander Horn in NovoArgumente. Dort wird auch der Ursprung des „Nachhaltigkeits-„Gedankens angerissen:

    Durch den Nachhaltigkeitsansatz ist ein extrem negatives Menschenbild popularisiert worden. Bereits der klassische Ökonom Robert Malthus war fest davon überzeugt, dass die Menschheit nicht in der Lage sein würde, die Grenzen einer gegebenen Produktionsweise zu überwinden, um dadurch für eine Verbesserung der Lebensumstände zu sorgen. … Die Nachhaltigkeitskonzepte beruhen nämlich nicht auf der Ausschöpfung des kreativen Potenzials der Menschen, um materielle Schranken durch wirtschaftliches Wachstum zu überwinden. Sie laufen vielmehr darauf hinaus, den „ökologischen Fußabdruck der Menschheit“ einzugrenzen. Vom Standpunkt der Nachhaltigkeit erscheint heute jede Strategie, die den Einfluss des Menschen auf die Natur nicht mindert, als moralisch verwerflich.

    Über öko-fundamentalistische Kreisen hinaus hat sich daraus offenbar ein menschenfeindliches Weltbild entwickelt, dem ich kürzlich mit Der Mensch ist Teil der Biosphäre begegnet bin. Das erwähne ich nur, weil sich daran ein interessantes Feedback an anderer Stelle entzündet hatte, nämlich im Forum der Stuttgarter Nachrichten.

    „Zeus“ schreibt dort völlig richtig:

    Der Angebliche Antagonismus Mensch -- Natur ist das Fundament der ökologistischen Weltanschauung. Dem muss die rational denkende Mehrheit unserer Gesellschaft endlich mit einem eigenen Weltbild entgegentreten !

    Was der User „Heilige Inquisition“ antwortet, wirft aus meiner Sicht ein erhellendes Licht auf die krude Denkweise der Anhänger dieser Ideologie und zeigt, mit welchen Leuten man es da zu tun hat. Das Posting steckt voller Pseudoargumente, glaubt sogar ein externes Ereignis (Meteor) mit internem Geschehen der Biosphäre (es existiert ein Säugetier namens Mensch) gleichsetzen zu können. Ich gebe dieses misanthropische Konstrukt mal unkommentiert wieder:

    Spannend was du da zitierst. Der mensch, weil säuger und teil der biosphäre KANN gar nicht gegen diese handeln, denn er ist ja selbst nur teil von regelkreisläufen wie alles andere auch. Klassischer zirkelschluss.

    Welches menschenbild und welche weltanschauung steckt hinter dieser argumentation ?

    Könnte man dieser <> folgend auch sagen der mensch wäre nicht zur handlung gegen seine natur fähig, weil alle anderen säuger letztlich nur zum nutzen ihrer jeweiligen art handeln ? Spielt bewusstsein, ich- begriff und die in der natur einzigartige option DIESES wesens gegen seine ureigenen interessen sogar qua vorsätz zu handeln damit plötzlich auf dem prüfstand ? Ist der mensch doch nur mehr ein instinktgesteuertes tier, welches übergeordnet keine freie entscheidung kennt ? Das müsste er nämlich sein, wenn er qua schierer existenz und zugehörigkeit zu den säugetieren in seinen bedingungen und handlungen wie jedes andere teil zu messen wäre.

    Nein, natürich ist der mensch immer teil dessen was er betrachtet. Daher wäre der begriff mitwelt dem der umwelt vor zu ziehen. Daher ist er selbstredend teil der biosphäre und der ökosysteme. Nur stellt er sich und die bedingungen seiner existenz eben einzigartig außerhalb der gesetzte die ökosysteme und lebensräume normaler weise limitieren. Ein meteor der in die biösphäre einschlüge wäre auch nicht automatisch zugehöriger teil derselben nur weil er gerade da ist. Er könnte aber ihr ende bedeuten. Nur der mensch scheint in der lage KÜNSTLICHES zu schaffen und KÜNSTLICHE bedingungen zu implementieren, die eben NICHT den natürlichen regularien unterliegen.

    Die anderen säuger sterben eben aus wenn die ressourcen knapp werden, verenden an seuchen und deren population begrenzt sich von alleine. Dies scheint für den menschen nicht zu gelten. Er verändert was er vor findet und er tut dies -- selbst abwägend -- selbst entscheidedend und nach eigenem gusto.

    Das stellt ihn klar außerhalb … denn er ist bfähigt die eigenen lebensgrundlagen und die der anderen zu manipulieren. Das geht zum guten wie zum schlechten. Das geht eigennützig und kurzfristig oder nachhaltig und <> oder schlicht im interesse dessen was man hinterlässt. Kein anderes teil der biosphäre hat hier eine wahl, der mensch hingegen schon.

    Welcher teil, einer sich selbst regulierendenen biosphäre, mit all ihren mechnistischen wechselwirkungen und abhängigkeiten kann über den freitod befinden oder könnte anderes zwecklos und planhaft ermorden ? Hat diese biosphäre dies vorgesehen und wenn ja qua welcher übergeordneten macht ?

    Was bitte definiert die mainstream kreise, beziehungsweise deren logisches gegenüber ? Sind diese erlesenen nichtmainstreamer fundamentalistische gläubige vielleicht und geht es hier um <>, gar nicht um das biolgische ?

    Über <> und diesen blog sollte man wissen wes kindes geist er ist.

    Hannes Stein charakterisierte Die Achse des Guten als Hauptakteur eines „liberalen Paralleluniversums“, das dem US-amerikanischen Neokonservatismus nahe stehe.

    Eben dieser neokonservatismus verkörpert die hardcore ansichten christlichen werte, in verbindung mit extremem antiislamismus und der klassischen leugnung von klimawandel und mensch gemachter lebensbedingungen, garniert mit extrem neoliberalen ansichten. Klar -- wenn alles gottes werk ist braucht man auch nicht verantwortlich sein für das eigene tun.

  32. @Tim #30

    Der gibt doch jetzt wieder Töpferkurse.

    ;-D

  33. Die anderen säuger sterben eben aus wenn die ressourcen knapp werden

    Was für ein Schwachsinn!
    Eine Art stirbt nicht, weil ‚die Reessourcen knapp werden‘ -- das kann ja schon deshalb nicht sein, weil nach Ökoglauben in der guten Natur alles recycelt wird.
    Eine Art stirbt aus, wenn besser befähigte Arten sie aus ihrem Habitat verdrängen! Die Arten, die sich wandeln können, die ihre Fähigkeiten verbessern und neue Lebensräume und neue Ressouren erschliessen, überleben. KEINE Art beschränkt sich, KEINE Art ’spart‘! Das ist widernatürlich!
    ‚Survival of the fittest‘ heisst ‚Überleben der am besten angepassten‘ (Nicht der Stärksten! Das ist eine grobe Fehlübersetzung!) und diese Anpassung ist ein hochdynamischer Prozess.Er bedingt stetigen Fortschritt, denn Stillstand ist Rückschritt und führt über kurz oder lang zur Exterminierung.
    Tatsächlich führt aber auch die Anpassung, das Überleben, zur Exterminierung, denn genau so, wie der heutige Mensch eben nicht mehr der äffische Vorfahr ist, sondern etwas ganz neues, werden auch unsere Nachkommen nicht mehr Menschen wie wir sein.
    Daraus folgt, dass unsere Art so oder so zum ‚Aussterben‘ verurteilt ist. Unsere einmalige Befähigung der genetisch unabhängigen Evolution des Wissens bescheunigt nur diesen Prozess und hebt ihn auf eine andere Ebene. Deshalb werden schon unsere Enkel ganz andere Menschen sein als wir. Eine neue Art, die unter ihren Umwelbedingungen überleben muss. Der Glaube, dass wir ihnen etwas materielles hinterlassen können, ist absurd, genau so absurd als ob die Mammutjäger (oder auch unsere Großväter!) uns etwas hätten hinterlassen können.

  34. @tritium #33
    Eine Art kann schon aussterben, wenn die benötigten Ressourcen für sie knapp werden und sie keine Umstellung schafft. Die Ressourcen werden aber meistens für eine Art knapp, weil andere Arten effizienter auf sie zugreifen können. Dass man sich die Ressourcen selbst verknappt, weil man ihre Nutzung für schädlich hält oder glaubt man müsste noch genug übrig lassen, ist sicher ein Novum und hat wohl auch mit Evolution nichts zu tun. Das ist ist einfach Dekadenz. Man kann das sicher irgendwie schwurbelig begründen, aber letztendlich heisst das immer, dass sich andere gefälligst einschränken sollen. Auch so kann man glücklich sein. Das heisst natürlich nicht, dass es nicht auch Einzelexemplare gibt, die das tatsächlich vorexerzieren. Ich beobachte da Töpfer ganz aufmerksam.

  35. @Tritium #33
    In meinem Verständnis ist das ganze zitierte Posting von vorn bis hinten krank und spottet jeder Logik. Sich mit einzelnen Punkten auseinanderzusetzen lohnt sich gar nicht. Tatsächlich, bei nüchterner Überlegung sieht es doch so aus:

    Die Biosphäre ist die Summe der gesamten Flora und Fauna dieses Planeten (plus des gesamten Lebensraums). Der Mensch KANN vernünftigerweise gar nicht anderes begriffen werden als integrales Produkt und Ausdruck dieser Biosphäre — ohne ihn (wie ohne jegliches andere Lebewesen) ist die Biosphäre dieses Planeten schlicht und ergreifend unvollständig und aus weltanschaulichen Gründen willkürlich beschnitten.

    Selbst die sogenannten „künstlichen“ Produkte des Menschen (z.B. Maschinen, Technik, Werkstoffe), aber auch die Fähigkeiten zur Sammlung und Aufbereitung von Rohstoffen sind Ausdruck desjenigen Teils der Biospähre, der sich menschliches Gehirn nennt, desjenigen Teils der Biosphäre, welche die taktilen Fähigkeiten des Säugetieres „Mensch“ umfasst. Sicher kann man bei genauerer Betrachtung diese Produkte und Fähigkeiten einem ganz bestimmten Teil der Biosphäre zuschreiben (eben dem Menschen), so wie man den Antrieb des Blutkreislaufs eines Lebewesens dem Herzen zuordnen kann. Das Herz herauslösen, hiesse das Lebewesen töten, den Menschen aus der Biosphäre herauslösen, hiesse die Biosphäre kastrieren. Betrachtet man die Biosphäre als Ganzes, ist der Mensch notwendigerweise(!) nichts Separates.

    Jegliches Handeln des Menschen ist Ausdruck desjenigen Teils der Biosphäre, der sich menschliches Gehirn nennt, desjenigen Teils der Biosphäre, welche die taktilen Fähigkeiten des Säugetieres „Mensch“ umfasst. Was auch immer der Mensch auf diesem Planeten damit auch anstellen mag, kann daran nicht das geringste ändern !!!

    Du merkst, ist widerspreche ganz fundamental und exzessiv dem Antagonismus Mensch — Natur. Jeder Ökofuzzi, selbst wenn er einen Doktorgrad und drei Nobelpreise vor sich herträgt, der kriegt das von mir links und rechts um die Ohren gehauen.

  36. #25. Carl M.

    mal was “Nachdenkliches” zu den grünen Schlitzohren von Costa Rica

    Moin Carl,

    der Artikel ist Klasse, voll eco 😉

    gruß
    karl.s

  37. @ Climateobservator

    Zwischen Malthus und dem Club of Rome, sowie dem Nachhaltigkeitsgedanken, bestehen ja erhebliche Unterschiede. Salopp gesagt, hat Malthus den Menschen einfach nicht genug zugetraut, der technische Fortschritt könne dem Bevölkerungswachstum nicht entsprechend folgen, demzufolge es zu Hungersnöten etc. kommt. Das hat sich ja als Quatsch heraus gestellt.

    Das Posting in den Stuttgarter Nachrichten ist wohl stark von der Gaia-Therorie inspiriert, hier als Biosphäre bezeichnet. Lohnt sich wirklich nicht weiter darauf einzugehen.

    In #29 sagst Du:

    Die Ideologen des antrophogenen Klimawandels, der gesellschaftlichen “Transformation” sind ständig auf der Suche nach neuen Narrativen, weil Ihre Ideologie nicht überzeugt.

    Das war genau das, was mich zu dem Beitrag hier bewogen hat. Und das der Nationale Wohlfahrtsindex eben im Prinzip nichts anderes ist, als das Bruttonationalglück in Bhutan, oder der Happy Planet Index. Eines eint alle diese Indizes, die die am lautesten tröten sind am wenigsten in der Lage, für sich selbst zu sorgen, und sind auf Zuwendungen angewiesen.

  38. #31. Quentin Quencher

    Hat diese biosphäre dies vorgesehen und wenn ja qua welcher übergeordneten macht ?

    Der gesamte Artikel strotzt mit Ergüssen aus einer kruden Gedankenwelt, die den ökologisch orientierten Gutmenschen zu eigen ist. Aber diese eine Satz toppt das alles. Allein schon die Fragestellung impliziert, dass die Biosphäre dies nicht vorgesehen hat, hier muß irgendetwas „fürchterliches“ geschehen sein. Etwas scheint schief gelaufen zu sein mit „Mutter Erde“, die so etwas wie den heutigen Menschen hervorbringen konnte.

    Selbstverständlich ist der Mensch Teil des Gesamtsystems Erde und nicht nur der Erde. Und Intelligenz, wie sie dem Menschen eigen ist, ist meines Erachtens ein zwangsläufiges Ergebnis der Evolution, genauso wie Leben zwangsläufig im Universum entsteht, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind.

    karl.seegert

  39. #64. Peter Heller

    Guten Morgen Herr Heller,

    Sie haben mir aus der Seele gesprochen, danke. Ich bin beim Thema FDP auch immer hin und her gerissen. Aber welche Alternativen haben wir denn wirklich? Ich habe mich mal mit der PdV beschäftigt, aber so richtig warm werden kann ich damit nicht. Freie Wähler? Die nennen sich ja nicht umsonst so. Die passen in kein Parteikorsett. Das wars dann aber auch schon.

    Und zwar genau die 14%, die der FDP beim letzten Mal ihre Stimme gegeben haben. Ich sehe das ganz genau so. Der Reporter war sprachlos…

    Ich bleibe dabei, es sind deutlich mehr als 14%, die die FDP erreichen kann, nämlich all die frustrierten CDU-Wähler, die der grün lackierten Öko-Merkel-CDU nicht mehr folgen wollen sowie die vielen Nichtwähler, für die die Energiewende das ist, was es ist, eine Geldvernichtungsmaschinerie.

    Gruß
    karl.seegert

  40. @ Quentin Quencher:

    Malthus lag schon deshalb falsch, weil die Vermehrung des Menschen von den Grenzfaktoren abhängt, die er selbst gestaltet:
    Auch heute noch ist Nahrung der Grenzfaktor.
    Die menschliche Population wuchs exakt mit der sich steigerneden Nahrungsmittelproduktion. Für die Nahrungsmittelprodktion ist wiederum seit Beginn des Industriezeitalters die Ammoniakproduktion (Sickstoffdünger) der Grenzfaktor.
    Das führt dazu, dass die Bevölkerungsentwicklung ziemlich exakt der Entwicklung der Ammoniakproduktion entspricht.Es werden nicht mehr und mehr Menschen geboren die immer weniger zu essen haben, sondern es werden nur genau so viele Menschen geboren, wie sich auch ernähren lassen. Dass dies auch einmal mit der einen oder anderen Nahrungsmitteknappheit eingeregelt wird, widerspricht dem keineswegs.

    Es ist also keinesweg so, dass die Bevölkerungsexplosion die Produktion überholen würde, wie Malthus glaubte, sondern sie folgt ihr! Das war also sein grundsätzlicher Kardinalfehler.
    Und sekundär sehen wir natürlich, dass entwickelte Industriegesellschaften ihr quantitaives Wachstum auf einem bestimmten Level überhaupt einstellen.

  41. #40. Tritium

    Und sekundär sehen wir natürlich, dass entwickelte Industriegesellschaften ihr quantitaives Wachstum auf einem bestimmten Level überhaupt einstellen.

    Hallo Tritium,

    genau. Ein Grund aus meiner Sicht ist, dass die Alterversorgung mit zunehmendem Wohlstand nicht mehr über die Kinder sichergestellt werden muß, wie in den unterentwickelten Ländern. Dort gilt die Regel, je mehr Kinder, desto höher die Chance, im Alter nicht verhungern zu müssen. Das war übrigens in Deutschland bis teilweise in das 20igste Jahrhundert nicht anders.

    gruß
    karl.s

  42. Tja, wie belämmert es in Deutschland und Europa schon aussieht, zeigt folgende Meldung:

    BASF gibt grüne Gentechnik in Europa auf

    16.01.2012 · Die Widerstände in Politik und Gesellschaft waren zu groß: Der weltgrößte Chemiekonzern BASF gibt den Markt für Pflanzenbiotechnologie in Europa wegen mangelnder Akzeptanz auf. Künftig wird in Amerika geforscht. ……….

    Schon komisch das die ganzen tollen NGO sich nur ernsthaft in Europa austoben dürfen während die Schlüsselforschungen leise weinend in die USA auswandern……..manchmal könnte man glauben, da steckt ein Plan dahinter.

    Ups……ich hab nur laut gedacht.
    H.E.

  43. Tja, was ab 1945 durch die „Verträge“ des Potsdamer Abkommens geregelt war, regeln jetzt die neuen NGOs medial per medial erzeugter Mehrheitsmeinung 😉

    Die unnützen Vorläufer der Mikrochips wanderten schon in den 50ern in die USA aus 😉

    Putzig ist auch, dass der deutsche Steuerzahler diese NGOs voll bezahlt über die EU 😉

  44. Jetzt haben die Wachstumsgegner erkannt, dass auch der „New Green Deal“ auf Wachstum baut. Wer sich mal so richtig gruseln möchte, der höre sich mal diese Sendung an: Traum und Wirklichkeit -- Rettet grünes Wachstum die Welt?

    Hier zeichnet sich eine neuerliche Spaltung in der Nachhaltigkeitsdebatte an. Auf der einen Seite diejenigen, die meinen, man könne die gegenwärtige Wirtschaftsordnung weiter führen, lediglich die Produkte sollen irgendwie grün oder nachhaltig hergestellt werden. Also grüner Mainstream sozusagen. Auf der anderen Seite diejenigen, die sagen, das nützt alles nichts, sobald ein Produkt hergestellt wird, belastet es auch den Planeten Erde, also helfen nur Schrumpfungsprozesse und Verzicht. Das erinnert mich an den alten Disput zwischen Realos und Fundis bei den Grünen, der nun mit neuen Vokabeln und Begriffen wieder Einzug hält.

    Falls ich in den nächsten Tagen die Zeit dafür finde, nehme ich mir die Sendung noch mal vor und bringe die besten Zitate. Habe mir sie nur so nebenher anhören können. Fand das aber sehr interessant, schließlich will man ja wissen wie der Gegner denn so tickt.

  45. Detmar Doering berichtet unter der Überschrift: „Glück und Politik“ von einer Stellungnahme des belgischen Juristen Marc de Vos.

    Eine bestimmte Vorstellung von Glück vom Staat durchsetzen zu lassen sei hingegen unzulässig und zum Scheitern verurteilt.

  46. Und noch einmal zum Thema Glück. In einer Studie der Uni Princton wurde festgestellt, das bis zu einem Haushaltseinkommen von 75000 Dollar die emotionale Wohlbefinden und die Zufriedenheit steigt, danach nicht mehr. Umgerechnet bedeutet dies, bis zu einem Nettoeinkommen von 5000 Euro pro Monat steigt das Glück, darüber hinaus spielt das Geld nicht mehr die Hauptrolle.

    Jetzt wird aber von den Nachhaltigkeitsaposteln Genügsamkeit eingefordert, und immer wieder damit argumentiert, dass Geld nicht allein glücklich macht. Wir haben aber in Deutschland ein durchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen von knapp 3000 Euro. Wenn ich also das Bruttonationalglück steigern will, muss ich erst einmal dafür sorgen, dass die Mehrheit der Bevölkerung ein Einkommen erreicht, welches an der Grenze dessen liegt, ab dem mehr Geld nicht glücklicher macht.

    Das ist zwar etwas populistisch formuliert, doch nur so kann man den sich anbahnenden Diskussionen über den neuen Wohlstandindex begegnen.

  47. Carl Christian von Weizsäcker hat am 21.März 2012 einen Vortrag Vortrag bei der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Bundestages gehalten. Hier machte er klar, dass ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinnvoller Weise nur über kurze bis mittlere Zeiträume aussagekräftig ist:

    Aber es ist letztlich sinnlos, das wirtschaftliche Wachstum über einen Zeitraum von 100 Jahren messen zu wollen. Das ist den meisten Teilnehmern an der aktuellen Diskussion überhaupt nicht bewusst.
    […]
    Eines wissen wir mit Sicherheit: der Warenkorb, den unsere Nachkommen im Jahre 2112 produzieren und verbrauchen werden, ist uns heute weitgehend unbekannt. Viele der darin enthaltenen Waren und Dienstleistungen können wir uns heute noch gar nicht vorstellen. Die Berechnung des Wachstums des Bruttoinlandsprodukts im Verlauf des 21. Jahrhunderts mithilfe des heute bekannten Warenkorbes von 2012 ist damit ein völlig verfehltes Gedankenexperiment.

    Ob dagegen andere Indikatoren eher geeignet sind, kann er auch nicht beantworten, hat aber erhebliche Zweifel:

    Ganz wichtige Phänomene unseres Lebens und Zusammenlebens lassen sich nicht messen. Wir können „Freiheit“ nicht messen -- was uns nicht daran hindert, Freiheit als ein hohes Gut anzusehen. Wir leben in einer arbeitsteiligen Volks- und Weltwirtschaft. Dennoch haben wir kein gutes Maß für das Ausmaß der Arbeitsteilung. Wir sind interessiert an Freundschaft, Liebe, Harmonie. Es ist aber nicht sinnvoll, diesen Beziehungseigenschaften zwischen Personen quantifizierte Werte zuzuordnen. Das alles wissen wir. Wir sollten Abstand nehmen von dieser Gier oder Sucht, alles messen zu wollen. Das gilt auch für das wirtschaftliche Wachstum über längere Perioden hinweg.

    Auch das Thema Nachhaltigkeit kommt nicht gut weg:

    … Ist unsere Form der parlamentarischen Demokratie kompatibel mit Nachhaltigkeit? Letzteres bezweifelt ja zum Beispiel der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für globale Umweltfragen (WBGU). …

  48. NOVO ARGUMENTE:

    Glückspolitik: Sei zufrieden mit dem, was Du hast…?
    Von Ashley Frawley

    Die moderne Glückspolitik ist ein von oben verordnetes Elitenprojekt. Wir sollen lernen mit wenig zufrieden zu sein und unsere Erwartungen an gesellschaftlichen Fortschritt herunterschrauben. Die britische Soziologin Ashley Frawley über die Rolle des Glücks im politischen Diskurs….