Kleine Anfrage an die Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

30. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog

Position der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Offenheit wissenschaftlicher Debatten und zum Umgang mit Andersdenkenden

Die Abgeordneten Dr. Hermann Ott, Bärbel Höhn, Hans-Josef Fell, Sylvia Kotting-Uhl, Oliver Krischer, Undine Kurth (Quedlinburg), Nicole Maisch, Dorothea Steiner und die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben am 3. November 2010 eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet (BT-Drucksache 17/3613). Darin wird unter anderem eine Einschätzung der wissenschaftlichen Reputation des “Klimawandelleugners” Singer erfragt und weiter, ob es wissenschaftlich publizierte und einem sog. Peer Review unterzogene Arbeiten gibt, die den vom Menschen verursachten Klimawandel in Frage stellen und dies entsprechend mit wissenschaftlichen Daten untermauern. Die Kleine Anfrage der Grünen, insbesondere aber ihr inquisitorischer Tonfall, veranlasst uns, nun an die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eine Kleine Anfrage zu stellen.

Hier weiterlesen…

Und hier können Sie die Petition unterzeichnen.

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…………….Die kleine Anfrage ist eine konzertierte Aktion von

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……………und

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12 Kommentare
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  1. Antwort der Bundesregierung

    Leopoldina informiert: Gutachten zum Weltklimarat vorgelegt

    Kann mir jemand diese Ungenauigkeiten erklären?

  2. Nun, ich habe bislang nicht unterzeichnet und werde das wohl auch nicht machen.

    Leider sind nämlich einige Punkte in dem Text formuliert, die aus meiner Sich zu leicht angreifbar sind (und wohl auch so nicht haltbar sind). Es steht wieder einmal drin, „Climategate“ wäre ein Beweis für „Fälschungen“. Zwischen den Zeilen wird wieder einmal vermittelt, Klimaforscher hätten „absichtlich gefälscht“ und dies würde durch Climategate belegt.

    Ich finde, wir sollten das jetzt mal lassen. Climategate zeigt, wie sehr sich einige Klimaforscher einer bestimmten politischen Instrumentalisierung ihrer Ergebnisse verpflichtet fühlen und daß natürlich Ergebnisse in diesem Sinne dargestellt und promotet wurden. Und Climategate zeigt, wie einfach es am Ende ist, den vielgerühmten „Peer-Review-Prozeß“ in eine ideologisch gewünschte Richtung zu steuern und zu lenken. Climategate zeigt, daß Klimaforschung nicht politisch neutral erfolgte und auch, daß das IPCC ein politisches Gremium geworden ist, das sich einer bestimmten Ideologie verpflichtet fühlt.

    „Fälschungen“ aber können durch Climategate nicht belegt werden. Und ich glaube auch nicht, daß da irgendjemand irgendwann bewußt gefälscht hat. Man hat sich vielleicht mal „geirrt“ (das ist aber etwas anderes) und man hat vielleicht nicht immer alles gesagt, was man weiß -- oder auch, was man nicht weiß. Aber in Fälschung steckt irgendwie der Betrugsvorwurf und derlei Dinge mögen vorgekommen sein, aber sie sind nicht belegbar.

    Ich glaube auch nicht, daß da wirklich absichtlich betrogen wurde. Ich glaube eher, daß viele Klimaforscher ihre Arbeit mit einem politischen Auftrag verbinden, dies nicht einmal kritisch sehen, und eine Art Betriebsblindheit entwickelt haben. Diese Leute verstehen nicht einmal, wo da das Problem ist und deswegen verstehen sie auch nicht, warum Climategate eine solche Zäsur in der Debatte darstellte.

    Da sich die „Gegenanfrage“ am Ende mehr an die Öffenlichkeit richtet, als an die Grünen, hätte man hier ene Chance gehabt, mit einer differenzierteren Argumentation besser zu überzeugen. Leider aus meiner Sicht vertan, weil an einigen Stellen zu polemisch.

  3. Sehr geehrter Herr Heller,
    ich habe spontan unterzeichnet, obwohl ich einen etwas weniger polemischen Text für sinnvoller gehalten hätte. Ich teile auch Ihre Einschätzung zu Climategate. Ich halte es aber einfach für wichtig, dass die Tendenz der Grünen zum Bevormunden und zur Verächtlichmachung Andersdenkender so oft wie möglich thematisiert wird.
    Mir ist in meiner Schulzeit vor allem von den jüngeren Lehrern, die ihre Ausbildung direkt nach dem Krieg abgeschlossen hatten, immer wieder gesagt worden :“Wehret den Anfängen“. Ich habe mich immer wieder gefragt, was diese Anfänge denn sein sollen. Als Jugendlicher habe ich sie bei den Konservativen gesucht, bis ich begriffen habe, dass da zwar keine der meinen entsprechenden Weltsicht ist, meine Ansichten aber auch nur eine Meinung darstellen und ich in der Auseinandersetzung mit diesen Leuten viel lernen kann. Die Neofaschisten in der BRD waren nie mehr als ein lächerlicher Haufen und nie irgendwelche Anfänge von etwas gefährlichem. Wenn jetzt aber eine Gruppierung, die schon Regierungsverantwortung getragen hat und bis über 20% Zustimmung in der Bevölkerung erhält, sich so äussert, wie das in ihrer Anfrage an die Bundesregierung geschehen ist, dann sind das für mich die Anfänge.
    Ich stütze daher alles, was dies der Öffentlichkeit deutlich machen kann, auch wenn ich nicht alles unterschreiben kann, was in der Anfrage von Herrn Kipp steht.

  4. Lieber Herr Straten,

    ich habe hier auf die Anfrage hingewiesen, Urheber sind Wolfgang Müller vom Berlin-Manhattan-Institut und Achim Hecht vom Antibürokratieteam.

    Man hätte gerade den Punkt #6 in der Anfrage etwas geschickter formulieren können (da teile ich Peters Kritik). Aber es werden auch viele sehr passende Fragen gestellt, auf deren Beantwortung seitens der Grünen ich schon gespannt wäre (und auf die ich wahrscheinlich ewig warten kann).

    Mich stört auch ein wenig Polemik im Text nicht. Ich finde es manchmal sogar hilfreich etwas schärfer zu formulieren, wenn man damit seinen Standpunkt besser öffentlich machen kann.

  5. @ Peter Heller

    Leider sind nämlich einige Punkte in dem Text formuliert, die aus meiner Sich zu leicht angreifbar sind

    Der Punkt ist leider völlig richtig. Beim Verfassen einer solchen Anfrage sollte man seinen Text möglichst „wasserdicht“ machen. Wir kennen das Spiel hier schließlich zur Genüge. Da kann man in einem Text über Seiten belegbare Fakten bringen, sobald man in einem Nebensatz auch nur etwas vage oder angreifbar formuliert, wird sich von Seiten mancher Diskutanten genau auf eben diesen Nebensatz gestürzt.

    Mit der von Dir bemängelten Formulierung schafft man den Grünen (sollten sie sich jemals genötigt sehen zu antworten) eine riesige Hintertür. Und das eigentlich ohne Not.

  6. Nun gut, ich will natürlich niemanden abhalten, zu unterzeichnen. Wäre nur schön, wenn es auf der Seite einen Zähler gäbe. Mittlerweile dürften es mehr als 1000 Unterzeichner sein -- trotz allem ein schöner Erfolg.

  7. Ich denke, die Verhältnisse von Politik und Wissenschaft sollten wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden.

    Der Präsident der Leopoldina, Prof. Jörg Hacker, dankte Ernst-Ludwig Winnacker für seine Arbeit und unterstrich die Bedeutung von unabhängigen Expertisen durch die Wissenschaft: „Die Arbeit der IAC-Kommission zeigt einmal mehr, wie wichtig die politisch und wirtschaftlich unabhängige Arbeit der Wissenschaftsakademien ist. Wir hoffen, dass wir durch unser Engagement im Kreise der internationalen Akademien dazu beitragen, dass eine Institution wie der Weltklimarat effektiv arbeitet.“

    siehe Link #1
    Ist das ein Hilfeschrei?
    Die Bundesregierung sagt den Grünen (siehe link #1)

    Die Bundesregierung stützt sich in ihrer Beurteilung des Klimawandels auf die Einschätzungen des zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC), dessen Berichte den aktuellen internationalen wissenschaftlichen Erkenntnisstand zum Klimawandel darstellen. Ein unabhängiges Expertengremium der internationalen Dachorganisation der Wissenschaftsakademien (Inter Academy Council, IAC) hat im August dieses Jahres die Qualität der Arbeitsweise des IPCC überprüft und bestätigt.

    Die IAC Kommission hat dies in der Tat so gesagt:

    Das Gutachten besagt, dass der Rat vom Grunde her gute Arbeit leiste, es aber Modifikationen in seiner Struktur geben müsse…..

    …..Der Bericht unterbreitet darüber hinaus Vorschläge, wie Interessenkonflikte unter Führungspersonen aufzulösen sind und wie sich die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Arbeitsgruppen verbessern lässt, damit es in Zukunft nicht mehr zu Ungenauigkeiten in Abschlussberichten des Weltklimarates kommen kann. Schließlich, so die Kommission, sei es auch nötig, die Kommunikation von statistisch bedingten Unsicherheiten in den Berichten besser zu handhaben. Diese Unschärfen entstünden durch begrenzte Daten und Modellrechnungen im Bereich der Klimaforschung. Der Weltklimarat war Anfang des Jahres wegen seines Umgangs mit Daten, die zu Prognosen über den Klimawandel genutzt worden waren, in die öffentliche Kritik geraten.
    „Wir hoffen sehr, dass im Interesse der Sache unsere Vorschläge nun bald aufgegriffen werden, und dass damit das Vertrauen in den Weltklimarat wiederhergestellt wird“, so Prof. Ernst Ludwig Winnacker, langjähriger Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und lange Zeit Vize-Präsident der Leopoldina.

    Nur die angesprochenen „strukturellen Probleme“ scheinen ernsterer Natur zu sein, siehe Bericht der IAC Kommission.
    Mitarbeit der besten Wissenschaftler, Nutzung aller Informationen,Transparenz aller Entscheidungen , …
    Oder warum arbeitet z.B. Herr Singer und Frau Curry nicht im IPCC ? Wissenschaft sucht eigentlich die Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen und sollte auf ihre Kritik nicht verzichten.

    Ich hoffe unsere Wissenschaftler lassen sich auch in Zukunft politisch und wirtschaftlich nicht unter Druck setzen.
    Bei der Arbeit zum Energieforschungskonzept sah das nicht so gut aus, sonst wäre eine Stellungnahme zu Berichten über ein Energieforschungskonzept nicht notwendig gewesen.

    Der Tenor, es handele sich beim Konzept um eine “Atomstudie“, ist falsch. Richtig ist, dass im Konzept auch die Kernkraft vorkommt.

    Wie gesagt, Wissenschaftler sollten unabhängig sein und ihre Ergebnisse klar kommunizieren. Was aus diesen Forschungsergebnissen gemacht wird, entscheiden Politik und Wähler.
    Sachliche Kritik ist besser zu lesen als diese Anhäufung von Argumentum ad hominem in den Zeitungen.

    Ach so, die Anfrage an die Grünen passt zur Anfrage der Grünen an die Bundesregierung . 😉

    Über die Antwort der Bundesregierung denke ich noch nach, dies ist ok:

    Die Bundesregierung begrüßt eine offene wissenschaftliche Diskussion über Bedeutung und Unsicherheiten der Ergebnisse der Klimaforschung, denn Forschung und Fortschritt leben von lebendigen und kontroversen Diskussionen. Allerdings sollten sich alle Akteure den Standards der üblichen wissenschaftlichen Qualitätskontrollen in anerkannten Foren auf wissenschaftlichen Tagungen oder durch sonstige unabhängige Begutachtungsverfahren stellen.

    Ich hoffe darauf , auch, dass erst nachgedacht wird, bevor wir gegen das Klima kämpfen müssen. Hört sich für mich nicht gut an, kommt mir bekannt vor.

  8. Immer noch kein Zähler auf der Seite, schade.

    Stand 2.11.2010, 19:50: 1.285, sehr schön…

  9. Hallo,

    Ihre Artikel sind wie fast immer erstklassig. Ich würde mir jedoch wünschen, ich müsste nicht diese beiden Pappnasen beim Betreten der Seite sehen.

    Gruß

  10. @ P. Kuehne

    Und ich würde mir wünschen, ich müsste nicht immer so viel über diese Herr(Innen?)schaften schreiben. 55 Seiten Grünes Energieprogramm lesen zu müssen ist auch nicht die reine Erbauung…

  11. Hi Rudiger,
    Hope you had a good trip back from Berlin. I really enjoyed the after conference discussion yesterday -- thanks!
    Please feel free to translate Ed Caryl’s Wind in Antarctica in German and to post it. He’d be happy about it.
    Cheers!

  12. Hi Pierre,

    it was my pleasure meeting you in Berlin. I have added your excellent Website to our linklist.

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