Klimabarometer 2/11

10. August 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Klimawandel

Meinungsumfragen haben Hochkonjunktur, manchmal könne man denken, durch diese Umfragen wird erst eine Meinung geschaffen. Und manchmal, werden solche Umfragen auch unternommen weil man eine eigene Agenda verfolgt und somit dem eigenen Anliegen mehr Bedeutung beimessen möchte. Wer, wen, was, warum gefragt hat, tritt dann gerne in den Hintergrund, schließlich ist die Botschaft wichtiger als ein kleinliches Hickhack, ob denn nun die Fragen suggestiv gestellt worden, oder ob die Befragten repräsentativ ausgewählt sind. Dennoch kann es manchmal lohnenswert sein, sich auch das Ergebnis derer Umfragen etwas genauer anzuschauen, denen man eigentlich eher weniger Objektivität zutraut. Vor allem im Hinblick darauf, welche Schlüsse gezogen worden sind und welche Botschaft mit den ermittelten Daten verknüpft wurde.

Hier soll nun das sogenannte Klimabarometer betrachtet werden deren Herausgeber sich, nach eigenem bekunden, für die Senkung des „klimaschädlichen Kohlendioxid“ einsetzen. Quartalsweise wird die Einstellung der Bevölkerung gegenüber aktuellen Fragen zum Klimaschutz, Klimawandel und zur Energiesituation sowie das öffentliche Interesse an diesen Themen ermittelt. Dabei werden zwei Bereiche dargestellt: 1. der Index, welcher das öffentliche Interesse der Bevölkerung zum Thema Klimaschutz, Klimawandel und zur Energiesituation darstellen soll. Sowie 2. einen Monatstrend, in dem das Ergebnis von aktuell durchgeführten Umfragen ausgewertet wird.

Zu beiden Punkten sind Anmerkungen nötig. Der Index vermengt Dinge miteinander, die eigentlich getrennt betrachtet werden müssen. Schon Klimawandel und Klimaschutz miteinander zu vermengen ist unsauber, wenn nun noch Fragen zur Energiesituation hinzukommen, wird es gänzlich ein Ratatouille. Diese Vermengung die hier statt gefunden hat, existiert nur in den Köpfen der Alarmisten, Skeptiker sehen das differenzierter. Doch wollen wir hier einmal großzügig darüber hinweg sehen und uns anschauen, was der Index sagt. Es ist eindeutig, das Interesse am Klimawandel ist weiter auf einem sehr niedrigem Niveau und wenn man nur das Thema Klimawandel, bereinigt von Klimaschutz und Energiesituation, betrachtet hätte, dann ist mit gutem Recht anzunehmen, dass der Wert noch um einiges geringer ausgefallen wäre. Die „Klimaschutzexperten“, wie sie auf der Website genannt werden, werden derzeit mehr zu den Kosten der Energiewende befragt, als zum Klimaschutz an sich. Hier zeigt sich wieder einmal, wenn es um reelle Bedürfnisse geht, das Geld zum Beispiel, treten abstrakte Begriffe wie Klimaschutz in den Hintergrund.

Im Monatstrend werden die Erwartungen in Bezug auf die Energiewende beleuchtet. Was das größte Problem für den Ausbau der NIE darstellt, oder welcher Ersatz durch die Abschaltung der Kernkraftwerke erwartet wird, sollen hier nicht weiter besprochen werden, sie sind zwar interessant was Vorstellungen und Grundüberzeugungen der Teilnehmer dieser Umfrage betrifft, doch wenig aussagekräftig wenn es darum geht, wie weit der Einzelne bereit ist die Folgen der Energiewende mit zu tragen. Dies wird im 3. Punkt des Monatstrends dargestellt. Die Überschrift dazu lautet: „Mehrheit (54 Prozent) der Befragten ist zu höheren Stromkosten bereit, um den Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich zu beschleunigen“ und ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wie man ein miserables Ergebnis (aus Sicht der Kampangebetreiber) in eine positive Schlagzeile packen kann. 46% der Befragten sind nämlich überhaupt nicht bereit irgendeinen finanziellen Beitrag zum Ausbau der NIE beizutragen. Da aber generell, auch bei den Befürwortern der Energiewende, davon ausgegangen wird, dass die Energiewende zu höheren Strompreisen führt, vor allem durch den Ausbau der NIE, muss man diese Gruppe als Gegner der Energiewende betrachten. Weitere 18% können sich einen Beitrag von 5€monatlich vorstellen, mit dem sie die NIE unterstützen würden. Dies ist eher ein symbolischer Betrag, der in Wahrheit aussagt, dass man für die NIE ist, vorausgesetzt sie kostet nichts (über die Akzeptanz von Windrädern etc. sagt das gar nichts aus). Und dies, um es noch einmal zu betonen, auf einer Website der Klimaschützer und mit beteidigten Experten wie Stefan Rahmstorf (PIK) oder Dr. Manfred Treber (Germanwatch).

Welche Schlüsse lassen sich nun aus diesem Klimabarometer ziehen?
1. Das Thema Klimawandel interessiert immer weniger Menschen, weswegen auch finanzielle Belastungen durch Klimaschutzmaßnahmen geringe Akzeptanz haben.
2. Ein großer Anteil der Bevölkerung steht der Energiewende kritisch bis ablehnend gegenüber und ist nicht bereit einen nennenswerten finanziellen Beitrag zum Ausbau der NIE zu leisten.

Schön das dies auch auch mal auf einer Alarmistenwebsite so deutlich klar gemacht wurde.

 

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

6 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Mann-o-Mann, ich Zahle 29 € für Strom im Monat, wenn ich zu einen billigeren Anbieter wechseln würde, dann wären es noch weniger. 7% der Befragten würden 40 € pro Monat mehr ausgeben? Das müssen ja richtige Verschwender mit ohnehin schon hoher Stromrechnung sein. Oder gut betuchte, die sich einen 2-3mal so hohen Strompreis leisten können, vermutlich mit eigener Solaranlage auf dem Dach.

  2. @Krüger
    Wie schafft man es, nur 30 € im Monat für Strom auszugeben?
    Darf man dann nie zu hause sein? Kochen mit Gas?

    Ich wechsel wegen 5 € im Monat sogar den Stromanbieter regelmäßig.
    Mich würde aber auch mal interessieren, wer dafür mehr bezahlen möchte.
    -- Studenten, die noch bei Mami wohnen und nie eine Stromrechnung gesehen haben?
    -- ‚Besserverdienende‘, denen die Nebenkosten egal sind?

    Ich weiss es wirklich nicht, da ich, wenn man mal ehrlich ist, noch niemanden getroffen hab, der für höhere Strompreise ist

  3. Wie es um das allgemeine Interesse an bestimmten Themen bestellt ist, kann man auch sehr gut bei Google Insights sehen. Die Zahl der Abfragen pro Tag ist leider begrenzt. Schnell kommt der Hinweis „Sie haben Ihr Quotenlimit erreicht. Bitte versuchen Sie es später erneut.“.

    http://www.google.com/insights/search/#q=Klimawandel&cmpt=q

    http://www.google.com/insights/search/#q=Klimaschutz&cmpt=q

    http://www.google.com/insights/search/#q=%22climate%20change%22&cmpt=q

    Der Klimahype ist demnach zu Ende. Das Interesse hat sich auf angenehmem „Pre-Hype-Niveau“ eingependelt. 🙂

  4. @Martin Frank

    Wie schafft man es, nur 30 € im Monat für Strom auszugeben?
    Darf man dann nie zu hause sein? Kochen mit Gas?

    Single-Haushalt. Ich bin oft zu hause und koche und erwärme das Wasser (dusche täglich) mit Strom. Nachdem ich von PC auf Laptop umgestellt habe und meine Deckenfluter durch LEDs ersetzt habe, hat sich meine Stromrechnung in etwa halbiert.

    Ich käme also nie auf den Gedanken für meinen Strom 40 € mehr im Monat zu zahlen. Auf einen solchen Gedanken können können nur Stromverschwender, oder hoffnugslose Klimaschützer kommen.

  5. Hmm, ich komme ja aus der Schweiz. Der Bundesrat schätzt die Kosten der Energiewende auf ca. 4 Milliarden Franken pro Jahr und dies 20-30 Jahre lang.
    Dies führt zu Mehrausgaben im Durchschnittshaushalt von Monatlich 29 Franken, nehmen wir an das entspricht ungefähr 20 Euro(ist im Moment etwas schwierig, wegen bestimmten Spekulanten 🙁 )
    Damnach ist die Akzeptanz unserer Energiewende bei 19%.
    Nun, mal sehen wie sich die lage entwickelt, in der Schweiz ist es ja noch ein langer Weg bis zum Ausstieg, irgendjemand wird in diesen 20-30 Jahren schon merken, dass es nicht geht 😉
    Mich würde eher Wundernehmen wie man in Deutschland auf so niedrige kosten kommt, schliesslich ist die optimistische Schätzung des Bundesrates ca. 100 Milliarden, und das obwohl wir recht gut mit Speicher eingedeckt sind(das Eine oder Andere Terrawattstündchen kommt da schon zusammen).
    Wenn man jetzt nur den Atomstrom in Deutschland zum gleichen „Preis“ ersetzen will, kommt man auf Gesamtkosten von rund 400 Milliarden Euro, aber wohlgemerkt, damit werden auch viele gaskraftwerke gebaut zusätzlich kommt in Deutschland noch die Speicherkosten hinzu(dumm, kann man nicht berechnen, weil es noch keine Technologie gibt ;)) und noch zusätzliche Netzkosten, schliesslich will man den Franzosen das Abnehmen von Strom und Geld ermöglichen^^

  6. …..ich hab doch gleich sowas geahnt: Die Oko-Aliens kommen!

    Angriff der Öko-Vogonen

    Sagen wir mal so -- die Klimapropheten haben eine Menge Visionen verbreitet, und die Politiker haben dies gern zum Anlass genommen um menschliches Tun großflächig zu beeinflussen, zu regeln, zu verbieten, oder wenigstens so richtig schön zu besteuern.

    Glühlampen verbieten, Häuser in Styropor einpacken, CO2-Zertifikate für Holzpellets, Zufallsstrom für deutsche Michels und subventionierte Solarpanels für jeden Süddach-Eigner. Die Angst macht Schwachsinn durchsetzbar.

    Nun ist es aber schon ein bissl unruhig geworden um die Prophezeiungen der Klimapriester von der Church of Global Warming. Wir hatten Climategate und Himalayagate, wir hatten vier tote Eisbären, die auf das baldige Ertrinken aller Knuts und Flockes hindeuteten, obwohl es nichtmal von den vieren Fotos gab. Wir hatten Bodenmessstationen in mittlerweile urbanen Wärmeinseln, und nun strahlt die Erde auch noch mehr Wärme ab, als bisher angenommen.

    Aber jetzt kommts.
    Wer meinte, dass irgendwann einmal wieder Vernunft in die Sache kommen würde, weil einfach zu viele Pfeiler der Treibhausgas-Theorie grundlegend morsch geworden sind, der sollte jetzt ganz stark sein. Ab hier kann man sich von der Ratio komplett verabschieden, denn nun werden die Möglichkeiten surreal:

    Wenn wir nicht mit unserem schändlichen Tun aufhören, und weiter Treibhausgase in die Erdatmosphäre pusten, dann könnten:

    Öko-Aliens kommen und unsere Spezies vom Angesicht der Erde tilgen, um den Planeten zu retten.

    Sagen Wissenschaftler. Schreibt der Guardian:

    „Green“ aliens might object to the environmental damage humans have caused on Earth and wipe us out to save the planet. „These scenarios give us reason to limit our growth and reduce our impact on global ecosystems. It would be particularly important for us to limit our emissions of greenhouse gases, since atmospheric composition can be observed from other planets,“ the authors write.

    Ähm, ja. Okay. Da ist dann wohl nix mehr hinzuzufügen. Da müssen wir wirklich dringend handeln.
    Ich hatte jahrelang geglaubt, dass die Men in Black eine Hollywood-Erfindung seien, und es sich bei Figuren wie Claudia Roth, Jürgen Trittin, oder Bärbel Höhn um ganz normale, wenn auch ein bisschen verdrehte Menschen handelt.