Klimabarometer 4/2010

3. Februar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel

Vierteljährlich veröffentlicht die Webseite Klima sucht Schutz ein sogenanntes Klimabarometer. Nach eigenen Worten ermittelt das Klimabarometer “die Einstellung der Bevölkerung gegenüber aktuellen Themen zum Klimaschutz, Klimawandel und zur Energiesituation sowie das öffentliche Interesse an diesen Themen”. Außerdem wird die Meinung von Experten eingeholt und Besucher einiger Kampangnenwebsites befragt. Über die Experten braucht man nicht viele Worte verlieren, einige bekannte Namen sind dabei, von Rahmstorf und Schellnhuber über Claudia Kemfert bis Hermann E. Ott. Also alles Personen, die man landläufig als Alarmisten bezeichnet.

Wie sich nun dieser Index im Einzelnen darstellt, darüber sind keine genauen Angaben gemacht, doch im Text finden sich Anhaltspunkte darüber. So ist das Medieninteresse, trotz Klimagipfel in Cancun, nach wir vor sehr gering. Etwas anderes ist auch nicht zu erwarten gewesen, und spiegelt auch das Interesse, oder besser Desinteresse, der Bevölkerung am Thema Klimawandel wieder. Doch Energieeffizienz-Maßnahmen für Wohngebäude wurden im letzten Quartal verstärkt nachgefragt, wohl wegen gestiegener Heizkosten auf Grund der kalten Witterung. Was dieser Punkt in einem “Klimabarometer” zu suchen hat, wird wohl ein Geheimnis bleiben.

Dem Ausbau der NIEs (Neue Ineffiziente Energien) wird von Alarmistenseite große Bedeutung im Kampf gegen den Klimawandel zugemessen. Über Sinn oder Unsinn dieses Ausbaus soll aber hier nicht gesprochen werden, sondern nur darüber, wie nach Ansicht der Betreiber dieser Kampagne, die Öffentlichkeit darüber befindet. Und hier sind zwei Punkte bemerkenswert. Zum einem wird gefragt, was der wichtigste Grund ist, “erneuerbare Energien” auszubauen. 39% der Befragten geben an, weniger Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wäre deren Hauptgrund, gefolgt von 36%, die sich weniger CO2-Emissionen versprechen.

Das sich eine relative Mehrheit um die Versorgung mit fossilen Brennstoffen Sorgen macht, erstaunt einigermaßen, und kann nur durch die ständige Gerede von irgendwelchen Piks (Öl, Gas, etc.) erklärt werden. Offensichtlich hatte diese Kampagne Erfolg. Keine Rolle spielt der Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen, nur 4% gaben an, dies wäre ihr wichtigster Grund für den Ausbau der NIE.

Welcher Stellenwert der “Klimaschutz”, so wie er hier propagiert wird, in der Bevölkerung tatsächlich hat, erfährt man erst, wenn es ums liebe Geld geht.

Hier lautete die Frage: “Wie sollte der Ausbau erneuerbarer Energien zur Stromversorgung finanziert werden”? Die Aussage ist eindeutig, 55% meinen, der Ausbau sollte sich von allein finanzieren. Anders formuliert heißt das, eine Mehrheit lehnt Subventionen komplett ab und meint die NIE sollen sich eben am Markt behaupten. Nur 28% befürworten einen Stromkosten-Aufschlag, also das wir derzeit als EEG-Umlage kennen.

Wenn man dann noch bedenkt von wem diese Zahlen kommen, dann darf man mit Gutem Recht behaupten, das EEG wird von einer breiten Mehrheit abgelehnt.

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11 Kommentare
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  1. Erneuerbare Energien……..Wirtschaftsfaktor, Exportschlager……….bis dannnnn…………..die doofen Inder/Chinesen das Heft in die eigene Hand nehmen.

    Kalte Enteignung in Indien
    Für den deutschen Windanlagenbauer Enercon wurde der Sprung auf den Wachstumsmarkt Indien zum Albtraum: Indische Richter erklärten alle Enercon-Patente für unwirksam. Ein alarmierender Präzedenzfall für Hochtechnologieanbieter, findet Enercon.

    Quelle

    Demnächst kommen neben Solarmodulen aus China die Windmühlen aus Indien………toll wie die deutschen EEG den Schwellenländern auf die Beine hilft.

    Nun gut, der deutsche Pöbel zahlt diese „Entwicklungshilfe“ dann über die EE-Umlage ganz artig mit……….zahlt die höchste Summe in den EU-Topf ein, darf aber bald nur noch 4% Exportüberschuss erzielen (ansonsten Strafzahlungen)…..wir hams doch……….

    Umfragen…….trau ich nur wenn ich die Suggestiv-Fragen selber stellen darf und dazu die passenden Gutmenschen aussuchen darf……….trotzdem schöner Artikel, Quentin.

    Onkel Heinz……lacht sich scheckig

  2. @ Heinz

    Im Focus war ein Beitrag von Norbert Bolz über den Gesinnungsterror der politisch Korrekten. Dieser Beitrag ist auch übertragbar auf den Gesinnungsterror der Klimaschützer. So schreibt Bolz:

    Aus Angst davor, sich mit der eigenen Meinung zu isolieren, beobachtet man ständig die öffentliche – was man so sagt und meint. Doch was man so sagt, ist zumeist die Meinung gut artikulierter Minderheiten. Mit anderen Worten: In der Mediendemokratie werden die Menschen durch eine Sprache versklavt, die als die unwiderrufliche der Mehrheit auftritt, in Wahrheit aber von gut organisierten Minderheiten geprägt wird. Die öffentliche Meinung verhilft also immer häufiger nicht der Majorität, sondern der Orthodoxie zum Ausdruck.

    Und deshalb ist meine These: Schaut nicht auf Umfragen, schaut welche Entscheidungen die Menschen treffen. Und das hat meist mit Geld zu tun.

  3. In einem Kommentar schrieb ich heute, quasi aus dem Bauch heraus, sinngemäß, dass man am Beispiel BIO-Lebensmittel auch sehen kann, dass trotz aller grüner Berieselung aus den Medien, die Verbraucher die grüne Philosophie doch noch nicht geschluckt haben. So haben wir derzeit ca. 4% Anteil an verkauften BIO-Produkten.

    Dann bin ich mal wieder auf ein Barometer aufmerksam geworden, diesmal ein Ökobarometer. Eigentlich ist das etwas anderes, nach eigener Auskunft soll das eine Repräsentative Bevölkerungsbefragung im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sein. Und nun, haltet Euch fest, die Auswertung hat ergeben: Der Biokonsum unter den Deutschen ist im Vergleich zu 2008 leicht gestiegen: Haben 2008 noch 17 % häufig bzw. ausschließlich Biolebensmittel gekauft, sind dies 2010 21 %.

    Also noch mal zusammengefasst: 4% beträgt der Anteil an verkauften BIO-Produkten, doch 21% der Befragten einer Studie gibt an, häufig oder ausschließlich Biolebensmittel gekauft zu haben. Was stimmt denn nun jetzt? OK, ich gebe zu, ich habe auch schon mal Biobananen gekauft, die anderen waren nämlich alle. Zähle ich deswegen nun auch zu den 21%?

  4. @Quentin

    Ich bin Bio-Totalverweigerer!
    Nur manchmal kriegste garnichts anderes mehr bei einigen Artikeln im Supermarkt, irgendwo klebt dann immer so ein Bio-Siegel drauf (besonders bei Obst und Gemüse) und man wird praktisch gezwungen das dann zu kaufen.

    Umfragen zu Bio-Nahrung…….sollte man mal ausschließlich unter Harzt 4 Empfängern machen, wäre mal gespannt was da an Zahlen bei raus kommt.

    Apropo Gesinnungsterror………..nun wurde das nächste Tabu durchbrochen…….Till Schweiger…..ist der Kragen geplatzt (oder tolle schauspielerische Leistung) und bekommt jede Menge Zustimmung.
    Verbrecher werden gehätschelt, Opfer im Stich/Dreck/Allein gelassen……….die verwirkte Menschlichkeit wird gehätschelt und umsorgt…….das dummer Opfer kann sehen wo es bleibt……………und eine Horde von Gutachtern/Psychologen schreit plötzlich auf, schlechte Kindheit als Ausrede für jedes Verbrechen…………Sozio-Gutmenschen als Beihelfer des Verbrechens.

    Hoffe mal, das diese Diskusion nicht gleich wieder im Keller verschwindet.

    H.E.

  5. @Quentin

    Gut organisierte Minderheiten die sich perfekt artikulieren können………..korrekter hätte ich es nicht ausdrücken können.

    Nur blöd, wenn die gefühlte Meinungshoheit am Platzen ist, wenn ein Sarrazin oder Schweiger mal den Mund aufmachen und Dank Internet die hohe Zustimmung des „Mannes von der Straße“ plötzlich dimetral der eingebildeten „Öffentlichen Meinung“ entgegensteht.

    Ist es doch ein Zeichen dafür, das sich der Deutsche doch noch ein Gefühl für Gerechtigkeit bewahrt hat, es sich nur niemand gewagt hat sie öffentlich zu äussern, aus Angst von Gutmenschen in die radikale Ecke gedrückt zu werden.

    Die Frage bleibt….Sturm im Wasserglas oder Anschub die Altlasten der 68èr endlich fachgerecht zu entsorgen……da wird man die Zeit abwarten müssen.

    Onkel Heinz

  6. @Heinz

    Ist es doch ein Zeichen dafür, das sich der Deutsche doch noch ein Gefühl für Gerechtigkeit bewahrt hat, es sich nur niemand gewagt hat sie öffentlich zu äussern, aus Angst von Gutmenschen in die radikale Ecke gedrückt zu werden.

    Das ist ja längst zum beliebtesten Toschlagargument geworden:

    Wenn du die Ansichten linksgrüner Gutmenschen und Multikulti-Versteher nicht teilst und womöglich noch ’ne kulturunsensible oder (pfui!) nicht gender_innen-gerechte Sprache sprichst, wirst du von denen fast automatisch als „rechtspopulistisch”, „rassistisch” „menschenverachtend” oder „Nazi” abgestempelt.

    „Die Welt besteht aus Gut und Böse!”
    Eine sehr schlichte Art, sich mit Andersdenkenden und Ungläubigen auseinander zu setzen.

  7. Herr Rahmstorf (u.a. auch beteiligt am Klimabarometer) gerät übrigens gerade arg in Bedrängnis.

    Link 1

    Link 2

  8. @ Michael Krüger

    ich habe mir es auf Rahmstorfs Blog angeschaut, ich frage mich, wer nimmt den noch ernst. Bei jedem Sturm, jeder Dürre oder jedem Waldbrand, sogar bei jeder Kältewelle kommt er mit der gleichen Leier.

    @ all

    hier in meinem Bericht über das Klimabarometer hatte ich angeschnitten, dass die öffentliche Wahrnehmung oftmals darüber täuscht, wie die Menschen wirklich empfinden. Ein Grund dafür ist natürlich auch die mediale Dauerberieselung durch grünes Gedankengut.

    Doch nicht nur der Medienkonsument ist vor solchen Trugschlüssen gefeit, auch Politiker haben sich den Medien untergeordnet. Lena Wilde schreibt in Novo-Argumente:

    Gemeinsam mit der Politik treiben die meisten Medien daher ziellos auf der Mittelspur ins Grüne, wo man die meisten Wähler oder Rezipienten vermutet, während man gleichzeitig unter den fehlenden Alleinstellungsmerkmalen zu leiden beginnt.

    Und so mäandert die öffentliche Meinung auf einer imaginären grünen Wiese, ohne Tiefe zu haben, oder eine Richtung. Solche Zustände bereiten den Weg für Rattenfänger, zu denen ich die Grünen in weiten Teilen zähle.

  9. Mit einigen Tagen Verspätung, Herr Quencher, möchte ich Sie dann auch als neuen Autor auf Science Skeptical begrüßen. Nach diesem gelungenen Einstand freue ich mich auf weitere interessante Texte.

    Ich habe Ihnen eine Position auf der „Autoren“-Seite eingerichtet. Dort können Sie etwas über sich schreiben, wenn Sie mögen. Von dort aus besteht auch jederzeit Zugriff auf alle Ihre Artikel.

  10. Herr Heller, vielen Dank für Blumen. Ich freue mich auch über die herzliche Aufnahme hier bei Science Skeptical. Momentan habe ich noch nichts Neues in Arbeit, doch das kann sich auch schnell ändern.

  11. Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, immer wenn ein neues Klimabarometer erschienen ist, dieses zu kommentieren. Nun liegt die Auswertung vom 1.Quartal 2011 vor und ich finde nicht genug Substanz um daraus einen neuen Artikel zu machen. Das Medieninteresse am Klimawandel ist weiterhin sehr gering, das hat man aber auch so gewusst. Und die andern Themen, wie Energieberatung, scheinen auch keine große Zugkraft zu haben, bei einer Datenbasis von 317 Antworten auf die Fragen.