Klimaschutz – Eine Beleidigung für die Menschheit

19. März 2010 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Medien

In seinem Beitrag „Eine Beleidigung für die Menschheit“ setzt sich der Kolumnist der britischen Zeitungen Independent und Sunday Times und ehemaliger Redakteur des Sunday Telegraph, Dominic Lawson, mit der der Klimadebatte zugrunde liegenden antihumanistischen Vorstellung auseinander, die Menschen seien nicht imstande, sich an einen Anstieg der globalen Temperaturen anzupassen. Den konpletten Artikel sowie Möglichkeiten zur Debatte finden Sie hier.

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Was ist vom Abschlussdokument des UN-Klimagipfels in Kopenhagen zu halten? Es ist kein Abkommen, ja nicht einmal ein Vertrag. Und es ist gewiss keine bindende und überprüfbare Verpflichtung. In den offiziellen Dokumenten ist nur von übereinstimmender „Kenntnisnahme“ die Rede. Und Dinge zur Kenntnis nehmen tut man, wenn nichts wirklich vereinbart worden ist. Das Abschlussdokument wiederholt lediglich das, was viele Politiker „die Wissenschaft“ nennen – und die Behauptung, es wäre eine Tragödie für die Welt, wenn die globalen Temperaturen um mehr als zwei Grad stiegen.

Dazu ist Folgendes zu sagen. Erstens: Einen deutlichen Temperaturanstieg als Katastrophe zu betrachten, ist lediglich eine Meinung. Zweitens: Angesichts der Entwicklung der vergangenen zehn Jahre, in denen die globalen Durchschnittstemperaturen konstant blieben, während die anthropogenen CO2-Emissionen unaufhaltsam und dramatisch zugenommen haben (wie schon seit der industriellen Revolution), ist offenkundig, dass die eigentliche Erkenntnis der Klimaforschung die ist, dass wir nicht genug über unsere Klimasysteme wissen, um verlässliche Voraussagen treffen zu können… (weiter lesen)

Ebenfalls bei NovoArgumente: Der Wissenschafts- und Technikphilosoph Günter Ropohl argumentiert in seinem Artikel “Forschung und mentale Prostitution”, dass die Wissenschaften, gerade weil sie so verführbar sind, ihre Unabhängigkeit wahren müssen. Anhand von Beispielen zeigt er, was passiert, wenn Wissenschaft zur Drittmittelforschung degradiert und in ihren Freiheiten beschnitten wird. Lesen und debattieren sie diesen Artikel hier.

Forschung und mentale Prostitution

Wissenschaften sind verführbar. Gerade deshalb ist ihre Unabhängigkeit so wichtig. Von Günter Ropohl

„Warum verachtet man Menschen, die ihren Körper verkaufen? Wo es doch offenbar niemand anstößig findet, dass andere ihren Geist verkaufen!“ Das sagte, vor mehr als 50 Jahren, mein damaliger Deutschlehrer vor versammelter Klasse im christkatholischen Köln. Diese seinerzeit höchst provokante Äußerung habe ich mein Leben lang nicht vergessen. Gewisse Entwicklungen in der Wissenschaft nähren in mir den Gedanken, dass heute immer mehr Forscher ihren Geist verkaufen, also gewerbsmäßig der mentalen Prostitution nachgehen. Dieser Verdacht drängt sich immer dann auf, wenn Wissenschaftler ein bestimmtes Fachproblem, das bei nüchterner Betrachtung keineswegs gelöst ist, in der Öffentlichkeit so darstellen, als hätten sie die endgültige Antwort darauf gefunden; und wenn sie abweichende Minderheitsmeinungen mit allen nur denkbaren Manipulationstaktiken als unseriös und abwegig zu diskreditieren und zu unterdrücken versuchen, als müssten sie befürchten, die „Hure von nebenan“ mache ihnen die Kunden abspenstig… (weiter lesen)

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12 Kommentare
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  1. Danke für den Artikel, Rudolf Kipp.

    Ja, die Katastrophe wird wohl ausbleiben. Ersten verspricht die unvoreingenommene, nach wissenschaftlichen Prinzipien arbeitende Wissenschaft keine Katastrophe sondern eine Veränderung, die sich bei Weitem nicht global in gleicher Weise auswirken wird und Zweitens sieht man dort, wo die natürliche Veränderung Auswirkungen haben könnte, die Dinge mit der notwendigen Gelassenheit, da dort ein riesiges Potential zur Anpassung und eben auch zur Vorteilsnahme aus diesen Veränderungen vorhanden ist. Bisher waren die wärmeren Zeiten immer ein Vorteil für die Menschheit, dies wird sich wohl auch nicht so schnell ändern.

  2. @ Bibliothekar

    Zweitens sieht man dort, wo die natürliche Veränderung Auswirkungen haben könnte, die Dinge mit der notwendigen Gelassenheit, da dort ein riesiges Potential zur Anpassung und eben auch zur Vorteilsnahme aus diesen Veränderungen vorhanden ist.

    Da stimme ich vollkommen überein. Ich würde sogar so weit gehen, dass man Forschern, die eben diese Gelassenheit vermissen lassen, unterstellen kann, dass sie es mit der Wissenschaftlichkeit nicht so genau nehmen. Gerade die aktuellen Skandale um den IPCC haben doch gezeigt, dass sich ein alarmistisches Weltbild nur dann ergibt, wenn man nicht wissenschaftlich an die Sache herangeht.

    Bezeichnend finde ich, dass diese Art des Vorgehens, nämlich des Anpassens von Wissenschaftlicher Ergebnisfindung an (gesellschafts)politische Vorgaben, mittlerweile in manchen Forscherkreisen durchaus anerkannt zu sein scheint. Über diese „Post Normal Science“ hat Edgar Gärtner ja kürzlich noch so treffend bei Eigentümlich frei geschrieben.

    Das Prinzip ist ja auch schon aus der Medizin und der Ernährungswissenschaft bekannt. Wenn die Ergebnisse keine fundierte oder eindeutige Aussage zulassen, dann beruft man ein „Experetengremium“ ein, welches dann durch Konsensentscheid bestimmt, was die gültige Wahrheit zu sein hat. Und dabei kommt natürlich häufig genug das „politisch korrekte“ Ergebnis heraus, unabhängig von der Faktenlage. Dort nennt man solche Art von „wissenschaftlichen“ Ergebnissen in Anlehnung an den Goldstandard der „Evidenzbasierten Wissenschaft“ dann auch folgerichtig „Eminenzbasiert“.

  3. Dieses stetige sich Verlieren im Klein-Klein der ergebnisbestimmten, ziel- und zeitvorgegebenen Wissenschaft, ist natürlich auch Ursache dafür, daß grundlegende und direkt innovative Forschungsergebnisse so rar werden. Die vielen kleinen, aber bedeutungsarmen Ergebnisse werden groß gefeiert und medial als Durchbruch kommuniziert. Dafür haben sich oft eigene PR-Abteilungen gebildet.

    Aber dieses Korsett wurde der Wissenschaft nicht nur aufgezwungen. Zu größten Teil hat sie sich es leider selbst freiwillig angezogen. Die Politik wiederum ist angewiesen auf die wissenschaftliche Autorität der Experten um den Mangel an eigener Glaubwürdigkeit und Substanz aufzuwiegen. Dafür wurden verschiedene Belohnungs- und Fördersysteme ins Leben gerufen, die aus einem gesunden Wettstreit der Meinungen einen Kampf um die Futtertöpfe entfacht haben.

    Das Ende der akademischen Wissenschaft dürfte mittlerweile schon besiegelt sein. Die neue wissenschaftliche Generation hat diese „Post Normal Science“ schon in sich aufgenommen und weiß sehr wohl persönlichen Vorteil daraus zu ziehen.

  4. Einen sehr lesenswerten Artikel zum Thema bei ef-online:
    Menschengemachter Klimawandel: Gaiadämmerung von Jörg Janssen

  5. Mann, ist der Günter Ropohl gut.

  6. Ja, Peper, der Ropohl-Artikel ist mit Abstand das Beste, was ich bislang zum Thema gelesen habe.

    Ich bin schon ein bißchen neidisch auf die intellektuellen Fähigkeiten dieses Herrn…

  7. Natürlich ist Klimaschutz eine Beleidigung für alles, was für Aufklärung, Humanismus, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Anstand ect. steht.
    Aber das kümmert unsere medialen AufklärerInnen nicht die Spur. Habe heute Nachmittag im Radio auf WDR 5 in der Sendung ‚Leonardo‘ (hat den Anspruch ‚wissenschaftlich‘ zu sein) ein Interview mit einem Vulkanexperten des Geomar-Instituts in Kiel zum aktuellen Vulkanausbruch unter einem isländischen Gletscher gehört. Da fragt doch die Moderatorin tatsächlich, ob dieses Ereignis mit dem Klimawandel in Verbindung steht. Klima verursacht Vulkanausbrüche nach Ansicht von ModeratorInnen beim WDR (in diesem Fall WDR 5, ‚Leonardo‘).
    Kommt das außer mir noch jemand grotesk, unfassbar dumm, dämlich, ahnungslos, katastrophal blöd…vor?

  8. @ Frank39

    Beim WDR5 im allgemeinen und bei Leonardo im Speziellen wundert mich schon lange gar nichts mehr. Dass die Moderatoren dieser „Wissenschaftssendung“ keine Ahnung von Wissenschaft haben, geben sie ja meist ganz unumwunden zu. Dass dies aber häufig auch bei den „Wissenschaftsredakteuren“ im WDR der Fall ist entsetzt mich schon deutlich mehr. Und dann noch der Leuchtturm der wissenschaftlichen Ahnungslosigkeit, dem ARD (WDR) Aushängeschild für populäre pseudowissenschaftliche Verblödungssendungen, Ranga Yogeshwar. Die gesamte Truppe in Köln hat aus meiner Sicht als einzigen Daseinszweck die jeweilige politisch korrekte Wahrheit schön verpackt an die Öffentlichkeit zu tragen.

    Ich kann mich noch gut erinnern, wie die Schweinegrippe, bzw die Impfung dagegen, vom WDR propagiert wurde. Dafür ist Staatsfernsehen schließlich da, um dem Volk das zu sagen, was der Staat das Volk wissen machen will. Dann wird noch per Gesetz festgeschrieben, dass das Volk selbst für diese Berieselungsmaschinerie aufzukommen hat und alle sind glücklich.

    Die Medienschaffenden bei den ÖRe freuen sich über Zustände wie im Schlaraffenland, wo Kosten offensichtlich keine große Rolle spielen, und auch nicht der Nutzen. Oder kann mir jemand darlegen, wo für mich als Zuschauer die Vorzüge des 50 Mio. Euro teuren neuen ZDF-heute Studios liegen, die die Kosten dafür auch nur im Ansatz rechtfertigen? Mir als Zuschauer bei Olympia hat es auch absolut nichts gebracht, dass ARD und ZDF, wie immer bei sportlichen Großveranstaltungen, beide mit eigenem Team von den Spielen in Calgary berichtet haben. Was für einen Bildungsauftrag verfolgt das ZDF, wenn es von meinen Gebühren Telenovelas produziert?
    Aber der eigentliche Gipfel der Frechheit sind in der Tat die „Bildungssendungen“, die uns, von unseren Gebühren finanziert, präsentiert werden. Das ist für mich ein Hort, in denen Weltverbesserer ihr misanthropes Weltbild auf Kosten der Gebührenzahler ausleben können.

  9. Habe heute Nachmittag im Radio auf WDR 5 in der Sendung ‘Leonardo’ (hat den Anspruch ‘wissenschaftlich’ zu sein) ein Interview mit einem Vulkanexperten des Geomar-Instituts in Kiel zum aktuellen Vulkanausbruch unter einem isländischen Gletscher gehört. Da fragt doch die Moderatorin tatsächlich, ob dieses Ereignis mit dem Klimawandel in Verbindung steht. Klima verursacht Vulkanausbrüche nach Ansicht von ModeratorInnen beim WDR (in diesem Fall WDR 5, ‘Leonardo’).
    Kommt das außer mir noch jemand grotesk, unfassbar dumm, dämlich, ahnungslos, katastrophal blöd…vor?

    Das Interview kann man sich beim WDR anhören, die Frage kommt so um 2:00 rum. Mit ein wenig guten Willen kann man die Frage der Moderatorin auch anders interpretieren. Sie hat das dumme Statement gehört, das der Ausbruch in Zusammenhang mit dem Klimawandel steht und wirft das im Interview auf, um dem Vulkanologen Gelegenheit zu geben, das auszuräumen, was der dann auch prompt macht. Sie fragt auch nicht, wie oben angedeutet, ob es diesen Zusammenhang gibt. Sie sagt folgendes:

    (jahrhundertelang ruhig, jetzt ausbruch …) Ist das jetzt ne spontane Idee gewesen oder hat das ne Ursache — manche sprechen davon, dass es einen Zusammenhang mit dem Klimawandel gibt — Wie schätzen Sie das ein?

  10. @ Marvin Müller

    Mit ein wenig guten Willen kann man die Frage der Moderatorin auch anders interpretieren.

    Na ja, diesen guten Willen verliert man echt bald, wenn man Leonardo des öfteren hört. Beim Thema Klimawandel ist die Redaktion in der Regel weit päpstlicher als der Papst. Ich hatte darüber hier schon einmal etwas geschrieben:

    Öffentlich rechtliche Verdummung – Der WDR und das Klima

  11. Zeit der Narren.
    Die Deutsche Welle schickt zehn Volontäre durchs Land, um festzustellen, wie klimafreundlich Deutschland ist.
    http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/W4/

    Man reist selbstverständlich klimafreundlich; und man ist empört, wenn auf einer Insel im Wattenmeer kein klimaneutraler Fisch angeboten wird.

    Die Sylter Rundschau ist immer nah am Klimawandel. http://tinyurl.com/yzadghg
    Es klingt wie ein Bericht mitten aus dem Tollhaus -- und ist doch ernstgemeint.

  12. Na ja, diesen guten Willen verliert man echt bald, wenn man Leonardo des öfteren hört. Beim Thema Klimawandel ist die Redaktion in der Regel weit päpstlicher als der Papst.

    Hmm, läuft man dann aber nicht Gefahr, am Ende genau so zu agieren, wie die, die man gerade kritisiert? Das ist beim Verfolgen der Debatte mein größtes Problem. Man darf immer erst mal loslaufen und selber kucken, ob das beschriebene nun wirklich so stimmt (soweit man das beurteilen kann). Was ich da in letzter Zeit lesen durfte (nicht hier), war da auch nicht gerade vertrauenserweckend. Damit das nicht in den falschen Hals kommt -- das ist jetzt nicht auf Sie bezogen. Die Artikel, die ich von Ihnen gelesen habe und auch ihr Umgang mit Kritik daran waren da eher positive Erfahrungen …

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