Klimawandel: Kalt ist Warm!

17. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Wissenschaft

Entsprechend einer kürzlich im Journal of Geophysical Research veröffentlichten Studie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), könnte Kalt das neue Warm werden, jedenfalls für unsere Winter. Bis vor kurzem galt unter den Klimawissenschaftlern noch die einhellige Meinung: Unsere Winter werden allmählich wärmer. Nach zwei harten Wintern in Folge hat offensichtlich ein Umdenkprozess stattgefunden. Nun verkündet das PIK in einer Pressemitteilung vom 16. November 2010:

“Erderwärmung könnte Winter kälter werden lassen”

In der Pressemitteilung heißt es:

„Die Erderwärmung durch Treibhausgase könnte in Europa kalte Winter zur Folge haben. In der östlichen Arktis schrumpft das Eis auf dem Meer – hierdurch werden örtlich die unteren Luftschichten aufgeheizt, was zu einer starken Störung von Luftströmungen führen kann. Ergebnis ist eine mögliche Abkühlung der nördlichen Kontinente, wie eine kürzlich im Journal of Geophysical Research veröffentlichte Studie zeigt. „Diese Störungen könnten die Wahrscheinlichkeit des Auftretens extrem kalter Winter in Europa und Nordasien verdreifachen“, sagt Vladimir Petoukhov vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Hauptautor der Studie. „Harte Winter wie der vergangenen Jahres oder jener 2005/06 widersprechen nicht dem Bild globaler Erwärmung, sondern vervollständigen es eher.“

Die Forscher stützen ihre Aussagen auf Simulationen mit Hochleistungsrechnern, die ein aufwändiges Modell Klimamodell namens ECHAM5 nutzen. Dabei wurde der Computer mit Szenarien gefüttert, bei denen die Eisdecke in der östlichen Arktis von hundert Prozent schrittweise auf ein Prozent verringert wurde.

Der Autor der Studie Vladimir Petoukhov sagt: es geht dabei nicht um Wettervorhersagen für den nächsten Tag, sondern um langfristige Veränderungen des Klimas. „Vermutlich weiß niemand“, sagt er, „wie rau der Winter dieses Jahr wird.”

Fazit: Harte Winter wie die der letzten beiden Jahre oder jener von 2005/06 können also zukünftig häufiger auftreten, was wiederum als Bestätigung der globalen Erwärmung aufzufassen ist.

Diesbezüglich hatte schon mal ein Klimawissenschaftler namens Mojib Latif eine “Prognose”. Wir erinnern uns:

Quellen:

Erderwärmung könnte Winter kälter werden lassen

A link between reduced Barents-Kara sea ice and cold winter extremes over northern continents

Mojib Latif 1997 – Neue Eiszeit

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7 Kommentare
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  1. Ja, genau. Wenn der Hahn kräht auf dem Mist…
    Her Krüger, schön dass sie die Geschichte hier in den Blog stellen. Sie steht ja so nun schon in allen Zeitungen.
    Sehr wahrscheinlich, dass sie mit der Darstellung des Herrn Petoukhov nicht einverstanden sind. Nur, dann werden sie doch bitte dem Thema des Blogs gerecht und hinterfragen die Wissenschaft kritisch.
    Oder soll ich das jetzt wieder machen? 😉

    1. Schon die Annahme ist sehr gewagt. Richtig ist, das das nördliche Polareis zurückgeht. Dieser Prozess hatte ja 2007 seinen bisherigen Höhepunkt gefunden. Aber gerade in den Jahren des Rückgangs vor 2006, hatten wir eine ausgeprägte zonale Zirkulation, was uns durchschnittlich wärmere Jahre brachte.

    2. Wenn jetzt im Sommer größere Eisflächen verschwunden sind, und sich dadurch die Lufttemperaturen lokal ändern, erschließt sich mir in keiner Weise, welchen definierten Einfluss das Monate später auf den Winter haben soll, wenn die Flächen in der Polarnacht komplett zugefroren sind.

    3. Die Prozesse des Polarwirbels sind gut erforscht und insbesondere die Schwankungen der Zirkulation und der Temperaturen mit der AMO sind an Hand von Messdaten nachgewiesen.( Vergl.auch: Barents Sea multidecadal variability, GEOPHYSICAL RESEARCH LETTERS, VOL. 36, L19604, doi:10.1029/2009GL039847, 2009)

    4. Die Winter 2006 und 2009 waren nicht wirklich Kalt. Mit minus 1,3 Grad (2009) und mit minus 0,2 Grad (2008) liegen die Winter nahe am Durchschnitt der Jahre des Referenzmittels (1961-90) mit 0,2 Grad. Die Winter 1995/96 (minus 2,3 Grad) und 1984/85 (minus 2,5 Grad) sind dann schon eher „kalt“. 1962/63 war es dagegen minus 5,5 Grad richtig kalt. In all diesen Jahren war die Zirkulation ähnlich meridional . Nur blöd, das die besonders warmen Winter eine ähnliche Zirkulation aufweisen…

    Im übrigen war hier schon alles dazu gesagt.

    MfG

  2. Mir deucht, die Klimaforschung passt ihre Thesen den vorherrschenden Wetter an……..an Beliebigkeit nicht mehr zu übertreffen, egal wie groß der Supercomputer auch ist, wenn man vorne Murks eingibt, kann hinten nur Müll bei raus kommen.

    Die Jungs hätten mal einen guten Meteorologen fragen sollen, Ersatzweise einen afrikanischen Schamanen, dann hätten se den Energieaufwand für die Berechnung ihrer neuesten These sparen können.
    Zur Not geht ja noch die Wahrsagerin samt kalibrierter Glaskugel, wenn man in der Stadt wohnt und gerade keinen Hahn und keinen Misthaufen sein eigen nennt.

    So long, ich habe jedenfalls meine Brennstoffvoräte aufgestockt…….neue Schneeschieber besorgt, Nahrungsmittel für 2 Wochen gebunkert, der Winter kann also kommen.

    MfG
    Heinz Eng

  3. Lach, ich glaube mit diesem „Rechenergebnis“ hat sich das PIK und die Klimaforschung allgemein keinen Gefallen getan.
    Man gucke sich mal die Kommentare bei der Welt -- Online an, langsam begreift auch der Letzte, das diese Leute uns tolle Märchen erzählen.

    Erinnert mich an 2003/4 und Seite 1 der Bild………erst sollte Brandenburg zur Wüste mutieren und im nächsten Jahr hats etwas mehr geregnet….plötzlich waren laut Klimaforscher „subtropische Verhältnisse“ angesagt.

    Seit 6 -7 Jahren widersprechen sich diese Typen von Jahr zu Jahr, der Bürger merkt sooo ganz langsam das da so einiges nicht stimmt………aber die wollen uns erzählen wie 2100 das Wetter wird………lach.

    Ich glaube, mit diesen „neuesten“ Erkenntnissen der Potsdamer „Klima-Folge-Forscher“ haben se den Skeptikern einen Gefallen getan und den Zulauf noch weiter erhöht.

    Sorry, wer soll die eigentlich noch ernst nehmen?

    H.E.

  4. Hach, Leute

    Was haben wir in der Schule gelernt? Wenn a = b, dann ist b = a

    So weit so gut. Jetzt lest mal unter diesem Gesichtspunkt aufmerksam die in dem Artikel verlinkte Pressemeldung des PIK durch.

    Was schreibt Petoukhov vom PIK da?
    Wenn das Eis im Nordpolarmeer (Barents-Kara-See sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Meeres) taut, dann wird es kalt (a = b). Umkehrschluss (b = a), wenn das Eis im Nordpolarmeer wächst, wird es warm.

    Das würde bedeuten:
    In der WMP war das Polarmeer mit einer dicken Eisschicht überzogen. Aufgrund der höheren Temperaturen an Land bzw. wärmeren Wassers -von wo auch immer-, taute das Eis und es begann die „kleine Eiszeit“ mit dem Ergebnis, dass das Nordpolarmeer nahezu eisfrei gewesen sein müsste und es daraufhin an Land kälter wurde. Das wäre die Logik, die uns das PIK beipulen will. Folgt man dieser Logik, dann gehen wir kalten Zeiten entgegen.

    Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass hier eine komplette „Rolle rückwärts“ vorbereitet wird. Da können noch so akrobatisch und akademisch die bewussten Haare gespalten werden, wenn Theorie und Realität nicht übereinstimmen, dann sollen doch die Verantwortlichen das PIK einstampfen und auf dem Gelände eine Würstchenbude mit Schiffschaukel bauen.

    meint der Moosgeist

  5. Dazu schrieb jemand hier:

    Mein Kommentar dazu ist dort auch zu finden.

    Es spielt keine Rolle ob es kälter wird, insgesamt wird es wärmer und der Mensch ist schuld basta.

    Wissenschaft war gestern heute sind wir bei …. ja wo eigentlich?

  6. Schau an,
    der Klimazirkus stellt einen neuen Klimaesel bereit auf dem die Politik uns wieder ein paar Runden vorreiten darf.

  7. Worum es dem PIK geht, ist doch folgendes: egal, ob es in 20000 Jahren wärmer ist als jetzt , oder ob wir uns da in einer Eiszeit befinden -- und das sollte normalerweise so sein, immer ist die globale Erderwärmung daran schuld. Und dagegen muss die Regierung etwas tun, nämlich dem PIK Geld geben.

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