Kommt bald das Verbot für Glühbirnen? Ein Kommentar

9. Dezember 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kommentare, Politik

rzsgtfradsDer 08. 12. 2008 könnte ein historisches Datum werden. Denn an genau diesem Tage hat die Europäische Union zum Wohle ihrer Bürger entschieden, dass zukünftig nur noch so genannte Energiesparlampen die Wohnstuben der Europäer beleuchten sollen.

In einem mehrstufigen Prozess sollen demnach ab September 2009 zunächst einmal die 100 Watt Glühbirnen verschwinden. Schon Anfang 2010 folgen dann sämtliche Modelle mit einem Verbrauch größer 40 Watt. Das bedeutet dann faktisch den Tod für die Glühbirne, wie wir sie kennen. Ab 2012 soll dann auch der Handel mit Glühbirnen von 40 Watt und darunter komplett verboten werden.

Klimawandel als Rechtfertigung

Als Begründung für das Verbot gilt ein sich beschleunigender Klimawandel. Dass dieser mehr in der Politik und in den den Medien als in der Realität stattfindet, tut dabei offensichtlich nichts zur Sache. Einzig der durchaus sinnvolle Grundgedanke der Energieeinsparung erscheint unter rationellen Aspekten gerechtfertigt.

Wenn man allerdings weiß, dass durch das Konsequente Verbot von konventionellen Glühlampen lediglich eine Gesamteinsparung von weniger als 1% bezogen auf den privaten Gesamtenergieverbrauch möglich ist, eröffnet sich die geringe Wirkungsfähigkeit dieser Maßnahme. Erschwerend kommt hinzu, dass Energiesparlampen kaum die angegeben Lebensdauer erreichen und nur selten zu den versprochenen Einsparungen führen, wie zum Beispiel die Zeitschrift Ökotest in einem aktuellen Heft befunden hat.

Wirtschaftliche Betrachtungen spielen keine Rolle

Die Europäische Union hingegen scheint unbeeindruckt von solchen Resultaten einem bewährten Rezept zu folgen. Wenn es um den Umweltschutz geht ist keine noch so kostspielige Lösung zu dumm. So lange es nur für die Gute Sache ist, ist uns offenbar eine jede Kostenbetrachtung egal. Dass man die so vergeudeten Milliarden auch für durchaus sinnvolle Projekte hätte einsetzen können, wird konsequent ignoriert.

Getrost kann man jedweden Beitrag der Energiesparlampen zur Verminderung von CO2-Emissionen mit gutem Recht als völlig wirkungslos bezeichnen. Und noch weniger wird die jetzt vorgeschlagene Europäische Regelung zu den Energiesparlampen irgendeine Auswirkung auf das globale Klima haben.

Nichtsdestotrotz verfolgen unsere amtlichen Vertreter weiterhin den einmal eingeschlagenen Weg von völlig nutzlosen und obendrein extrem teuren Maßnahmen. Ein Schelm wer dahinter Lobbyinteressen von Seiten einschlägiger Industrien vermutet. Osram oder Phillips jedenfalls profitieren enorm vom der Präferenz technologisch anspruchsvoller und dementsprechend teurer Lösungen. Mit der klassischen Glühbirne ist hingegen schon längst kein außergewöhnlicher Profit mehr zu machen.

Vorteile für Europa nur kurzfristig

Aber auch, was zunächst wie eine Förderung Europäischer Hight-Tech Produzenten aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als unsinnig. So mag die Bevorzugung von technisch anspruchsvollen und dementsprechend hochmargigen Artikeln kurzfristig als Wettbewerbsvorteil für europäische Produkte aussehen. Aber machen wir uns nichts vor. Auf lange Sicht werden all die kostspieligen Leuchten die wir hier in Europa kaufen werden, made in China sein. So wie heute schon ein großer Teil der Windräder aus Indien und der Photovoltaikzellen aus China kommt, werden auch die hochwertigen Leuchtmittel bald hauptsächlich im außereuropäischen Ausland produziert.

Anders als beim fragwürdigen Nutzen, den Energiesparlampen angeblich bieten, gibt es allerdings durchaus einige Aspekte, die aus Sicht des Autors eindeutig für Glühlampen sprechen.

Glühlampen besser fürs Gemüt

So verfügen herkömmliche Glühlampen über ein von Energiesparlampen unerreichtes, angenehmes Lichtspektrum. Gasentladungslampen, und das sind Energiesparlampen größtenteils, emittieren immer nur einen kleinen Ausschnitt dieses Spektrums, was von den meisten Menschen als sehr kalt und ungemütlich empfunden wird. Auch Auswirkungen des Lichtspektrums auf die physische und psychische Gesundheit erscheinen nach aktueller Datenlage als eher wahrscheinlich.

Auch die Tatsache, dass Glühlampen aufgrund ihrer natürlichen Trägheit nicht zum Flimmern neigen, wird von vielen Menschen als äußerst angenehm empfunden. Hier können auch hochpreisige „flimmerfreie“ Energiesparlampen nicht annähernd mithalten.

Neuer Schwarzhandel

Freunden von klassischen Glühbirnen kann man daher nur empfehlen, sich bis September 2009 entsprechend zu bevorraten. Sollte der aktuelle Vorschlag tatsächlich umgesetzt werden, bleibt vielen danach wohl nur noch die Illegalität. Dann gibt es für den geneigten Bürger wohl nur noch der Gang zum einschlägigen Schwarzhändler (dann „light-bulb-dealer“, LBD). Glühbirnen aus der Ukraine werden bald begehrter sein als Prostituierte oder Zigaretten.

Der Autor jedenfalls vermag nicht nachzuvollziehen, wie vermeintliche Umweltschützer den Neubau von energieeffizienten Kraftwerken verhindern können und gleichzeitig einen Bruchteil der Energie sehr viel teurer einsparen wollen. Sie tun dies für nicht messbare Effekte und sind auch noch bereit hierfür einen Teil unserer Freiheit und ein gutes Stück Lebensqualität zu opfern.

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