Kretschmanns Gründerzeit

29. Mai 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Politik

Ein guter Slogan ist Gold wert. Werbestrategen ersinnen eingängige Formulierungen, die dann sofort mit einem Produkt in Verbindung gebracht werden und gewünschte Assoziationen hervorrufen (have a break, ich bin doch nicht blöd, usw). Oft werden auch Produktnamen erfunden die bereits eine Eigenschaftsbeschreibung beinhalten oder auf eine Zielgruppe hinweisen (Kinderschokolade, Softis, Tipp-Ex). Manchmal geht so eine Namensgebung auch daneben, Mitsubishi musste das mit seinem Pajero erleben, was in der spanischen Vulgärsprache „Wichser“ bedeutet. Doch solche Pannen sind eher selten.

Politik will natürlich auch verkauft werden, hier ist es ebenso wichtig eingängige Formulierungen zu finden (Freiheit statt Sozialismus, Mehr Demokratie wagen). Wohlwollend betrachtet sind diese Slogans die Verpackung eines entsprechenden Programms, weniger wohlwollend sind es Sprüche die vom Inhalt ablenken oder einen Inhalt suggerieren, der so nicht nicht vorhanden ist. Ganz selten wird man später noch die Wahlkampfslogans mit der Politik verbinden, die dann Wirklichkeit wurde. Wenn wirklich eine wegweisende Epoche geschah, wurde dieser ein ganz anderer Name gegeben. Oftmals nach Politikern benannt (Wilhelm, Adenauer, Brandt, Kohl), oder nach wirtschaftlichen Besonderheiten (Inflationszeit, Wiederaufbau, Gründerzeit, Wirtschaftswunderzeit).

Da Winfried Kretschmann, grüner Ministerpräsident von Baden-Württemberg, in seiner Regierungserklärung eine neue Gründerzeit ausgerufen hat, sollte man sich erst einmal deutlich machen, zu welcher Kategorie dieser Begriff zählt. Dies ist recht einfach, momentan ist dies ein Slogan, keinesfalls bereits eine Epoche. Kretschmann und den Grünen schwebt vor, dass dieser Begriff eine neue Epoche einleitet, die später einmal Neue (grüne) Gründerzeit genannt wird. Das dies so geschehen wird, darf ernsthaft angezweifelt werden und wir müssen nun zwei Aspekte dieser Namensgebung betrachten. Erstens, was war die Gründerzeit überhaupt, zweitens, warum hat Kretschmann diese Formulierung gewählt.

Unter der Gründerzeit versteht man in Deutschland zum einen die Zeit nach der deutschen Reichsgründung 1871 und zum anderen die Zeit der industriellen Revolution in Deutschland. Wir wollen uns auf die Industrielle Revolution beschränken, die bereits früher begann, etwa zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die spätere Phase, ab der Reichsgründung wird auch Hochindustrialisierung genannt. Wirtschaftlicher Motor dieser Entwicklung war, um den ausgezeichneten Wikipedia-Artikel zu zitieren, der Eisenbahnbau. Die von diesem ausgehende Nachfrage förderte die Entwicklungen in den drei aufs engste miteinander verbundenen Leitbranchen: dem Bergbau, der Metallerzeugung und dem Maschinenbau. Gleichzeitig war es eine Epoche in der das Bürgertum eine führende Rolle einnahm, Handels- und Zollbarrieren abgebaut worden. Zusammengefasst kann man also sagen, Freihandel und liberale Veränderungen in der Gesellschaft ermöglichten, dass sich neue wirtschaftliche Perspektiven für das aufstrebende Bürgertum ergaben. Steinkohle und die Eisenbahn waren das Blut für den wirtschaftlichen Aufschwung, der sich auch in vielen Neugründungen von Unternehmen ausdrückte. Karl Polanyi bezeichnete diesen Prozess auch als Great Transformation.

Gründerzeit, Industrielle Revolution, Große Transformation, alles Begriffe die im Wesentlichen das Gleiche beschreiben. Jedenfalls in Bezug auf die Veränderungen im 19. Jahrhundert. Den Ausdruck Große Transformation kennen wir heute auch aus einem anderen Zusammenhang, vor allem ist er durch die Äußerungen Schellnhubers einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Und ganz aktuell, der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen hat einen Gesellschaftsvertag für eine Große Transformation vorgestellt, in der die Decarbonisierung der Wirtschaft gefordert wird. Es lohnt sich, noch einen Moment bei diesem Bericht zu verweilen, gehen die Macher, Schellnhuber gehört natürlich dazu, doch auch auf die vergangenen Transformationen ein:

Die bisherigen großen Transformationen der Menschheit waren weitgehend ungesteuerte Ergebnisse evolutionären Wandels. Die historisch einmalige Herausforderung bei der nun anstehenden Transformation zur klimaverträglichen Gesellschaft besteht darin, einen umfassenden Umbau aus Einsicht, Umsicht und Voraussicht voranzutreiben.

Das ist einfach Quatsch. Die industrielle Revolution war kein ungesteuertes Ergebnis evolutionären Wandels, sondern wurde durch politische Vorgaben ermöglicht. Dies vor allem dadurch, indem Hemmnisse beseitigt wurden. Erst danach wurde es evolutionärer Wandel, dem aber von Seiten der Politik keine Richtung vorgegeben wurde. Ganz anders heute, jetzt soll der Wirtschaft die Richtung vorgegeben werden, Stichwort Decarbonisierung, und es werden Hemmnisse in der Form aufgebaut, als daß das was dem entgegen steht mit zusätzlichen Abgaben und Verboten belastet wird. Nehmen wir einfach einmal das Glühlampenverbot als Beispiel. Wir können also feststellen, die Große Transformation des 19. Jahrhunderts ist so ziemlich das Gegenteil dessen, als das was heute unter gleichem Namen angestrebt wird. Liberalisierung contra Regulierung.

Winfried Kretschmann hat den Begriff Gründerzeit gewählt, weil dieser positiv besetzt ist. Nachdem er sich mit seinem verbalen Frontalangriff auf die Automobilindustrie gewaltig vergaloppiert hat, sollten nun die Wogen geglättet werden. Die Unternehmensneugründungen die es durch die Transformation nach Schellnhuber und Co. geben wird, und das sind auch die Ziele des Herrn Kretschmann, sind auf staatliche Alimentierung angewiesen, oder auf Zwangsabgaben der Bürger. Was dabei heraus kommt, ist eine grüne Planwirtschaft, niemals eine neue Gründerzeit. Manchmal bekommt ein Produkt einen Namen, das den wirklichen Charakter verschleiern soll. Kretschmanns Gründerzeit gehört dazu.

 

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73 Kommentare
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  1. Ich kann nur zustimmen. Auch mir ist immer wieder aufgefallen, wie intensiv sich die Ökologisten auf historische Vorbilder berufen, dabei aber nur erkennen lassen, daß sie die Wechselwirkungen zwischen Technik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht verstanden haben.

    Tatsächlich steckt hinter den beiden „großen Transformationen“ der Vergangenheit (Landwirtschaft und Industrialisierung) die Motivation, sich von den Launen der Natur unabhängig zu machen. Und es ist uns tatsächlich gelungen. Ebenso, wie ich seit Jahren vergeblich nach den „Grenzen des Wachstums“ suche, finde ich die sogenannten „natürlichen Lebensgrundlagen“ auch nicht. Die Schellnhubersche „Große Transformation“ ignoriert die Entwicklungen der Vergangenheit nicht nur völlig, sie versucht das Rad der Zeit auch zurückzudrehen. Es wird eine Abhängigkeit von der Natur postuliert (entgegen der Realität), deren Berücksichtigung diese Abhängigkeit erst wieder schafft.

  2. @ Peter Heller

    Sich an historischen Namen zu bedienen ist ein beliebter Versuch, vom Glanz des Namens etwas auf die eigene Agenda abfärben zu lassen. Schon der Begriff Kaiser oder Zar, abgekupfert von Caesar, zeigt wie wirkungsvoll und altbewährt dieser Vorgang ist. Aber, wie auch der Versuch Kretschmanns zeigt, wird bei diesem Vorgang verschwiegen, welche sonstigen Voraussetzungen und Auswirkungen mit dem alten Namen verbunden sind, und genau wie Sie sagen, die Wechselwirkungen zwischen Technik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht verstanden, oder ausgeblendet werden. Damit einhergehend ist oft auch eine Verklärung der Vergangenheit. In einem anderen Zusammenhang hat das Fabian Heinzel gut dargestellt: „Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft

    Wie wir im Kleinen Schlüsse aus unseren eigenen Erfahrungen ziehen, versucht die Politik im Großen bei ihren Entscheidungen die Ereignisse der Vergangenheit zu berücksichtigen, was wiederum Einfluss auf die Zukunft hat. Das vorherrschende Geschichtsbild trägt also maßgeblich zur weiteren Entwicklung eines Landes bei.

  3. Nachtrag #2

    Nicht vergessen werden sollte in diesem Zusammenhang, dass auch Schellnhubers Große Transformation in Kategorie Verklärung fällt. Hier wird versucht die Neolithische Revolution und die Industrielle Revolution mit dem angestrebten Umbau der heutigen Gesellschaft gleichzusetzen. Man bedient sich an einem Begriff, den ein doch umstrittener Wirtschftswissenschaftler (Polanyi) für bestimmte Phasen der Entwicklung der menschlichen Gesellschaften kreiert hat, und versucht dabei die eigenen Interessen als historische Gesetzmäßigkeit darzustellen. In einer Kritik an Polanyi findet sich diese Formulierung:

    Mit historischen Beispielen kann man Kausalzusammenhänge bei der Fülle von Variablen ziemlich beliebig konstruieren. Änderungen gewisser Parameter sind deshalb nie zwingend auf Veränderungen anderer Parameter zurückzuführen. Die Wahrscheinlichkeit des Zusammenhangs muß anhand einer Theorie erklärt werden

    . In diesem Satz offenbart sich die ganze Verlogenheit historischer Vergleiche und erklärt, warum diese bei Politikern so beliebt sind. Man kann praktisch alles hernehmen um die eigene Agenda auszuschmücken und dabei davon ablenken, auf welch dünnem Boden die eigenen Theorien stehen.

  4. Heinz Eng würde es vielleicht so formulieren: „Ich hasse es, wenn jemand versucht, mir Sand in die Augen zu streuen“. Nicht anderes ist nämlich die Bezeichnung Neue Gründerzeit von Kretschmann oder Große Transformation von Schellnhuber.

  5. Zur Zeit werden Stimmen laut, die von einer Unumkehrbarkeit beim Ausstieg aus der Kernenergie sprechen, unter anderem durch eine Änderung im Grundgesetz. Sollten sich derartige Forderungen durchsetzen, wäre es nichts anderes, als eine Diktatur der gegenwärtigen Generationen gegenüber zukünftigen. Dies ohne zu wissen, welche technischen Möglichkeiten sich in der Zukunft bieten. Somit wäre es zukünftig einer Minderheit möglich, den Willen einer Mehrheit, von der wir heute natürlich nicht wissen wie diese aussieht, zu blockieren. Ich bin entsetzt, nicht nur über diesen Vorschlag, sondern vor allem, dass scheinbar niemand diese ungeheuerliche Forderung aufgreift und aufzeigt was sie wirklich bedeutet.

  6. Wenn sich alle einig sind, ist es Zeit, misstrauisch zu werden. Wenn Widerspruch verboten scheint, ist er um so wichtiger.

    Nicht alle marschieren im Gleichschritt …

  7. @ Karl

    Solche Stimmen, wie aus der Augsburger Allgemeinen, wünscht man sich häufiger zu hören. Im Internet oder in den Print-Medien kommt das schon noch vor, doch im TV hört und sieht man nichts davon.

    Mir ging es mit der der Kritik an dem Wort Unumkehrbarkeit aber eigentlich um einen andern Vorgang. Wenn sich eine Regierung zu einem Gesetz entschließt, die Opposition auch noch Beifall klatscht, dann ist das Gesetz nach demokratischen Spielregeln legitim. Und wenn diejenigen, die meinen, das wäre der falsche Weg, in der Minderheit sind, so haben die eben Pech gehabt und müssen sich fügen. Doch die derzeitige politische Stimmung und vorherrschende Überzeugungen herzunehmen, um künftigen Genrationen etwas vorschreiben zu wollen, denen praktisch das Recht auf eigene Entscheidungen zu nehmen, ist nichts anderes als Bevormundung. In dem Moment wo der Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie ins Grundgesetz geschrieben wird, werden künftige Generationen bevormundet. Man kann dann von einer Diktatur der Gegenwart gegenüber der Zukunft sprechen. So ein Demokratieverständnis beunruhigt mich stark.

  8. @Quentin

    Sicher wäre es wünschenswert öfter so etwas zu lesen oder gar zu hören oder sogar im Fernsehfunk zu sehen aber selbst wenn der Wind sich dreht wird dies mit einiger Verzögerung von statten gehen, wie auch beim „Aufbau“ der Klimalüge.

    … Doch die derzeitige politische Stimmung und vorherrschende Überzeugungen herzunehmen, um künftigen Genrationen etwas vorschreiben zu wollen, denen praktisch das Recht auf eigene Entscheidungen zu nehmen …

    das ist doch aber genau nach den Vorstellungen Schellnhubers und des WGBU, nur wird die Bevormundung und Entdemokratisierung der heutigen Gesellschaft mit den angeblichen Wünschen, Ansprüchen und der Entscheidungsfreiheit der kommenden Generationen begründet, das dabei den so „gehätschelten“ Generationen die Grundlage der Entscheidungsfreiheit genommen werden soll ist den wenigsten klar. Beunruhigend ist der mangelnde Widerspruch gegen diese Forderungen, wobei, es sollten schon ganz andere Dinge im GG festgeschrieben werden und stehen immer noch nicht drin.

  9. @Karl

    …..das dabei den so “gehätschelten” Generationen die Grundlage der Entscheidungsfreiheit genommen werden soll ist den wenigsten klar. Beunruhigend ist der mangelnde Widerspruch gegen diese Forderungen, wobei, es sollten schon ganz andere Dinge im GG festgeschrieben werden und stehen immer noch nicht drin.

    Wer mit Tunnelblick rumrennt, sieht eben nicht, was links und rechts passiert. Und damit die leuchtend grünen Scheuklappen auch schön dran bleiben und net verrutschen, wird immer besonders drauf geachtet, auch auf’m Evangelischen Kirchentag in Dresden. Nun liebe Kinder gebt fein acht, hier kommt der Brief an die Tante Merkel:

    Kirche mit Kindern gegen Atomkraft

    …….Darum kooperieren wir mit Hannah und Emilia, die mit ihrer Aktion „Kinder gegen Atomkraft“ für ihr Recht auf ein Leben ohne Bedrohung durch atomare Strahlung eintreten.*

    Als Unterzeichnende teilen wir das Anliegen der Kinder:
    „Ich bin gegen Atomkraft in meinem Land. Ich möchte, dass sich die Politik dafür entscheidet, die 17 deutschen Atomkraftwerke dauerhaft abzuschalten. Ich möchte in einem gesunden Land eine schöne Zukunft haben!…….“

    Komisch, von dem knuffligen Onkel Ahmadinedschjihad fordern se das nich, nur von der ollen Tante Merkel, nöch? Dabei is der Iran doch viel näher als Japan, oder hab ick da in Erdkunde damals net richtig uffgepasst?

    Na ja, Welt und Klima retten is eben ne schwierige Kiste: Guckst du hier

  10. @ Tim

    Hör mir auf mit Kirchentach, ich war im Osten einmal auf ´nem Kirchentag, 83 und 88, hatte was von stiller Revolte. Das was da heute abgeht ist einfach nur noch peinlich. Wobei meine Tage der „christlichen Beseeltheit“ auch schon länger zurückliegen, watt hat man nicht alles gemacht um nicht Systemkonform, auf der Suche nach Identität, anzuecken.
    Die Drink and Drive -- Priesterin schoß auf dem derzeitigen Kirchenkirmes den größten Vogel ab -- dachte ich -- und nu kommst Du mit der Nummer

    …Darum kooperieren wir mit Hannah und Emilia, die mit ihrer Aktion „Kinder gegen Atomkraft“ für ihr Recht auf ein Leben ohne Bedrohung …

    hört sich fast an wie damals als wir alle Bilder für gegen Atomwaffen -- Stationierung im Westen malen sollten -- im Osten.
    Ja, ja der

    knuffligen Onkel Ahmadinedschjihad

    , des Linken und Grünen liebster demokratisch gewählter Diktator, so lange der öffentlich die Einebnung Israels fordert und verfolgt und andere dazu auffordert Israelis und Juden zu töten, darf der alles -- sogar Atomkraftwerke und Atombomben bauen.

  11. @Karl

    Wenn sich die Evangelen schon nich so toll mit den Katholen verstehen, dann wenigstens Ökumene mit der Klima-Kirche. Passt doch wie Arsch uff’n Nachttopf, nöch?

  12. Ob Professor Wippermann die
    große Transformation
    der neuen Gründerzeit beschreibt.
    Jeder bilde sich seine eigene Meinung und bleibe skeptisch. Schön, dass endlich auch die Journalisten gemerkt haben, dass der WBGU eine politische Agitationsschrift geschrieben hat und kein wissenschftliches Gutachten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  13. Novo Argumente (Horeis):

    Was Sie schon immer über Energie wissen wollten, aber nie zu denken wagten (Teil 1)

    …..In George Orwells düsterem Roman 1984 über eine totalitäre Gesellschaft spielt das „Zwiedenken“ (in neueren Ausgaben auch „Doppeldenk“) eine Schlüsselrolle. Zwiedenken, so Orwell, ist die Fähigkeit, gleichzeitig entgegengesetzte Glaubensinhalte im Kopf zu halten und beide zu akzeptieren, bewusst Lügen zu erzählen und doch an sie zu glauben, jede Tatsache zu vergessen, wenn sie nicht passt, sie aber auch wieder hervorzuholen, wenn es denn genehm ist. Ein Zwiedenker wird immer eine Mopsfledermaus parat haben, um zu verhindern, dass Bäume für einen Flughafen gefällt werden. Errichtet man Windräder in Wäldern, spielen Fledermäuse keine Rolle…….

    …..Zwiedenken, so Orwell, lässt sich nur mit fortdauernder Propaganda aufrechterhalten. Zwiedenken bewirkt, dass Begriffe ihren Sinn verlieren. So spricht die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad (SPD) von „hocheffizienten“ Energiequellen und meint damit Sonne, Wind und Biomasse, die zum Ineffizientesten zählen, was wir derzeit haben. Ebenso sinnentleert ist der Gebrauch des Begriffs „wirtschaftlich“ im Zusammenhang mit Solarzellen oder Windrädern. Ein Produkt ist wirtschaftlich, wenn es brauchbar ist und preislich mit vergleichbaren Produkten mithalten kann. Das ist beim überteuerten grünen Strom nicht der Fall. Solarzellen auf dem Dach rechnen sich nur deshalb, weil die Politik die Verbraucher gesetzlich dazu zwingt, diesen teuren Strom zu kaufen. Auch der Straßenräuber, der eine Pistole erwirbt, tätigt damit eine „wirtschaftliche“ Investition. Schließlich kann er damit den Leuten das Geld abnehmen.

    Wirtschaftlichkeit, Kosten und Effizienz sind für Befürworter erneuerbarer Energien nachrangig. Sie kennen keine guten und schlechten Lösungen, sondern nur „gute“ und „böse Energien“. Erneuerbare Energie ist Weltanschauung, ist Religion. Das hinterfragt man nicht. Dabei fängt mit Begriffen wie „erneuerbar“ und dem inflationär gebrauchten „nachhaltig“ das Elend bereits an. Die Natur kennt keine Erneuerbarkeit. Sie kennt nur den ständigen Wandel. Während Sie diese Zeile lesen, hat die Sonne mal eben zehn Millionen Tonnen an Masse „verbrannt“. Die sind weg und erneuern sich nicht. Begriffe wie erneuerbar und nachhaltig suggerieren das Bild einer Welt, die es nicht gibt: statisch, risikoarm, immer gleichbleibend, immer schön temperiert, gemütlich für die Ewigkeit. Romantische Visionen – häufig von Leuten getragen, die vor vielen Jahren einmal als Revolutionäre begonnen haben. Heute gönnen sie sich den Luxus einer „erneuerbaren“ Energieversorgung, egal was es (die anderen) kostet. Denn teuer wird es. Die Natur verteilt kein Freibier……

  14. Die Melodie kommt einem irgendwie bekannt vor. Sie klingt nach „morschen Knochen“ einem „großem Sieg“ und irgendwie auch „Scherben“ in die etwas zerfällt.

    Führungsrolle rückwärts
    von Fabian Nicolay
    Ministerpräsident Winfried Kretschmann weiß genau, wie man ein Land auf Linie bringt, wenn es so gar nicht dem grünen Gusto entspricht.

    Endlich kann unser Land der herrenrassigen Identitätskrise entkommen und wieder in die Rolle des globalen Oberlehrers schlüpfen – diesmal im Gewande des klima- und industriepolitischen Pioniers, der dem renitenten Rest zeigt, wie man zuerst alles zerschlägt und dann mit Wiederaufbau rechts überholt. Kommt einem doch irgendwie bekannt vor.

    Kretschmann propagiert ein neues Wirtschaftssystem mit neuen “Leitindustrien” und “grünen Produktlinien”. Dafür soll der alte bunte Plunder weg. Statt “kurzfristiger Gewinne” werden dann wohl nur noch mittel- und langfristige gemacht, von denen Otto Normalverbraucher zu Lebzeiten nichts mehr hat. Überdies soll Otto und das deutsche Volk bisher gar nicht gewusst haben, dass ihre Existenz nicht mit ihren “Lebensgrundlagen vereinbar” war

    So abgehoben und breit war das grün-einheitliche Deutschland noch nie.
    ….
    Kretschmann und seine Genossen vom ökologischen Politbüro haben also einen Jahrhundertplan: erstens Meiler abschalten, zweitens freie Marktwirtschaft abschalten, drittens alles abschalten, was mit irgendwelchen Lebensgrundlagen nicht vereinbar ist.

    Jetzt fehlt nur noch der Mob, der grölend und johlend hinter den Fahnen her trollt.

  15. Im WBGU-Gutachten wird auch auf die Rolle der Kunst, gemäß des angestrebten neuen Gesellschaftsvertrag, eingegangen.

    Forschungspolitik und Wissenschaft sollten diverse wissenschafts- und gesellschaftsübergreifende Dialoge anstoßen, unter anderem zu Visionen für eine „dekarbonisierte Gesellschaft“, zu den Anforderungen an eine Forschung für Transformation, zur Verstärkung inter- und transdiziplinärer Forschung oder zu prioritären Forschungsfragen. Impulse dafür könnten auch kulturelle und künstlerische Formate im Rahmen von Museen, Zukunftsausstellungen oder Musik- und Filmfestivals geben.

    Auch dieser Punkt steht in guter alter Tradition. So erklärte Otto Grotewohl, ehemaliger Ministerpräsident der DDR:

    Literatur und bildende Künste sind der Politik untergeordnet, aber es ist klar, dass sie einen starken Einfluss auf die Politik ausüben. Die Idee der Kunst muss der Marschrichtung des politischen Kampfes folgen.

    Es geht nicht mehr nur um einen Umbau der Energieverorgung eines Landes, wie die derzeitige Diskussion über die Kernenergie vermuten lässt, es ist vielmehr eine Art Kulturrevolution.

  16. @Quentin Quencher #15

    es ist vielmehr eine Art Kulturrevolution.

    Genau so hat Schellnuber das auch genannt, was ihm vorschwebte. Nur hat er es wohl aus naheliegenden Gründen, der „Verwechslungsgefahr“, in „Große Transformation“ umbenannt.
    Wobei, Verwechslungsgefahr, die ist ja nicht eigentlich gegeben, er wollte wohl nur nicht jeden direkt mit der Nase drauf stoßen, daß er Chinesische Vorbilder hat.

  17. @Krishna + Quentin

    Das PIK hat vor Jahren in seinen „Sieben Kernaussagen zum Klimawandel” noch den Begriff „Kulturrevolution” benutzt, wenig später wurde es dann durch das Wortungetüm „Große Transformation” ersetzt.

    Sieben Kernaussagen zum Klimawandel

    7. Die Begrenzung der Erwärmung auf 2 °C und die Anpassung an den Restklimawandel erfordern nichtsdestotrotz eine  globale „Kulturrevolution“, bei der Stadt- und Landleben neu definiert werden müssen.


    Der grüne Superkretschmann erklärt auch nochmal, wie das gehen soll:

    Es geht darum, ein Wirtschaftssystem zu schaffen, das nicht nur kurzfristig Gewinne macht, sondern das auf Dauer gut aufgestellt und mit unseren Lebensgrundlagen vereinbar ist. Der Anreiz, dahin zu kommen, wird mit der Abschaltung der Atomkraftwerke gewaltig wachsen.

    Warum?

    Weil nun endlich der Druck entsteht, der notwendig ist, damit sich grüne Produktlinien in der ganzen Breite durchsetzen. Verkehrssysteme, Anlagenbau, Dämmstoffe, energieeffiziente Technologien, Solartechnik, Antriebssysteme – nichts wird auf Dauer so bleiben, wie es ist. Das grüne Jahrhundertprojekt vom ökologischen Umbau der Wirtschaft kann jetzt in Angriff genommen werden.

    Bravo, Herr Kretschmann, allein um die Billionengeschäfte mit „grünen Produktlinien” geht es. Das mit dem „Weltretten” war schließlich nur’n PR-Gag – das hat ja sogar der olle Schellnhuber schon feixend zugegeben:

    Natürlich ist Kyoto ein monströser Vertrag gewesen. Die Zahlen, die da drinstehen, sind im Grunde aus der Luft gegriffen.

    Blöd nur, dass dieser „ökologische Umbau” mit halbwegs vernünftig denkenden Menschen nicht funktioniert, wie man unlängst an der landesweiten E10-Verweigerung des (noch) autofahrenden Pöbels sehen konnte. Da gibt man sich nun schon Tag für Tag die allergrößte Mühe, um das blöde Volk doch noch gefügig zu machen, indem man weiterhin unbeirrt und unablässig die Weltuntergangs-Angstszenarien durch den Äther schallen lässt (PHOENIX-TV – Thementag „Bedrohte Erde” – serviert uns wieder mal einen ganzen Tag lang die abgenudelten Horrorvisionen von Erderhitzung, Wetterextremen und abschmelzenden Polkappen) und dennoch will das blöde Volk partout nicht begreifen, dass man nur mit „grünen Produktlinien” die Welt retten kann.

    Der eigentliche Skandal ist, dass all diese Schellnhubers, Rahmstorfs, Leggewies und Kretschmanns dieser Welt inzwischen ganz ungeniert ihre Allmachtsphantasien ausleben, im Geiste schon ihre Milliardengewinne zusammenaddieren und bereits in aller Öffentlichkeit die Abschaffung von Demokratie und individueller Freiheit (natürlich der Anderern) mit ihren Gesinnungsgenossen diskutieren. Nachdem Volks-Gehirnwäsche und permanentes Medien-Angstgedröhne den Pöbel nicht in gewünschter Weise zu mobilisieren vermag, wird nun über dickere Knüppel nachgedacht. Und dafür passt nun der Begriff „Kulturrevolution” wahrlich besser als „Große Transformation”.

    Vom Großen Transformierer Mao Tse-Dong kann man eben auch heute noch ’ne ganze Menge lernen. Vor allem, wie man ein Land mit Vollgas gegen die Wand fährt. Und zwar nachhaltig!

  18. httpv://zensiert.to/item/heil-kra—dem-fuehrer-vom-kika

  19. Was auch ein stetes Ärgernis von Schellnhuber und Gesinnungsgenossen ist, dass diese vorschlagen, dass Wissenschaftler bei politischen Entscheidungen einen höheren Stellenwert bekommen. Im WBGU-Gutachten wird das verharmlosend noch so genannt:

    Der Vertrag muss zwei wichtige neue Akteure in Rechnung stellen: die selbstorganisierte Zivilgesellschaft und die wissenschaftliche Expertengemeinschaft.

    Das erinnert mich fatal an die Philosophenkönige von Platon. Die wissenschaftliche Expertengemeinschaft gibt vor welche politischen Entscheidungen zu treffen sind. Das dies zu Fehlentscheidungen führen kann und muss, hat wohl am eindringlichsten Sir Karl Popper dargestellt. Anlässlich der Verleihung der Goethe-Medalie in Weimar 1992 ist bei beim D-Radio nachzulesen:

    Platons politisches Programm und seine Idee eines vermeintlich allwissenden Philosophenkönigs kritisierte er als schonungslos totalitär.

    Wir müssen lernen Wissenschaftler kritisch zu betrachten und immer zu bedenken, in welchen Kontext deren Erkenntnisse stehen.

    Das Handeln eines Menschen, seine Erlebnis-, Reaktions- und Entwick­lungsfähigkeit, ist stets determiniert durch die ihm verfügbaren „inneren“ Ressourcen wie Erfahrung, Wissen, erlernte Fähigkeiten, Aufmerksamkeit, Zeit, aber auch „äußere“ Ressourcen wie Geld, Zugang zu Infrastruktur etc.

    Der zweite, die Handlungsfreiheit determinierende Faktor ist Kontext: die situative Wahrnehmung und Bewertung der sozialen und natürlichen Umwelt: Welches „Problem“ wird vom Handelnden überhaupt wahrgenommen?

    Genau, jedermann wird Probleme anders wahrnehmen, unterschiedlich gewichten. Deshalb erzeugen diejenigen die Gutes wollen meist Schlechtes, oder, um nochmal DRadio zu zitieren:

    Der Versuch, den Himmel auf Erden zu errichten, erzeugt stets die Hölle. Dieser Versuch führt zu Intoleranz, zu religiösen Kriegen und zur Rettung der Seelen durch die Inquisition.

  20. In Baden-Württemberg sollen bis zum Jahr 2020 zehn Prozent des Strombedarfs aus heimischer Windkraft kommen. Doch eines scheint sicher, besonders ertragreich wird das für die Windmüller nicht werden, es gibt einfach nicht genug Wind hier. Ein Vorzeigeprojekt ist schon in Schwierigkeiten geraten, die Erträge liegen deutlich unter den Erwartungen. Ein besonders Schmakerl ist, wenn es kalt ist, oder warm, gibts auch kein Strom.

    Sie müssen abgestellt werden, wenn sich die Temperaturen dem Nullpunkt nähern, weil sonst die Gefahr zu groß ist, dass es durch die riesigen Rotoren zum Eiswurf auf die nahe Bundesstraße kommt. Aber auch bei wärmeren Temperaturen wird abgeschaltet, um den Totschlag von Fledermäusen zu vermeiden.

  21. @Quentin Quencher #20

    Das erinnert mich fatal an die Philosophenkönige von Platon.

    Ja, Platon und seine Politeia scheinen die Triebfeder Schellnhubers und seines –wie er meint- elitären und reinen Denkens zu sein.

    Man muss sich nur seine diversen Interview’s und sonstigen Verlautbarungen zu globalen Fragen ins Gedächtnis rufen. Es stellt sich dann die Frage:
    Ist dies seine spezielle Art der Vorbereitung für die von ihm postulierte „große Kulturrevolution/ Transformation“, die seinen eigenen Einlassungen zufolge das gesamte Land- und Stadtleben ergreifen soll? Wenn man dazu noch bedenkt, dass H.J. Schellnhuber ein großer Verehrer von James Lovelock, dem Vater der Gaia-Theorie ist, kann man schon ins Grübeln kommen. Der gleiche Schellnhuber der mehrfach bekundet hat, dass er die Politiker „verachtet“ (wenn sie nicht seinen Vorstellungen entsprechen und sich nicht seiner Gedanken-Doktrin unterordnen).

    Es scheint nicht von ungefähr zu kommen, wenn in den Kreisen des IPCC und z.B. PIK gestützten Klimaforschung darüber diskutiert wird, ob eine Demokratie die richtige Regierungsform ist um die „Klimaziele“ durchzusetzen. Wenn dann noch so Äußerungen fallen wie in dem ZEIT-Interview („Manchmal könnte ich schreien“), wie sehr er die Wissenschaftler (welche wohl?) für die „Elite“ hält, dann ist der Weg zu Platons „Politeia“ in der er den „idealen Staat“ aus seiner Sicht beschreibt nicht mehr weit.
    Dieser Staat nach Platon ist alles andere als ideal. Er beginnt schon mit der „Nichtaufzucht“ (Euthanasie) „nichttauglicher Säuglinge und “, teilt das Volk in drei Ständ ein, den Arbeitern/Gewerbetreibenden, den sog. Wächtern zur Einhaltung der Staatsräson und die Herrscher. Wobei die „Herrscher“ als sakrosankt gelten. Nicht uninteressant in diesem Zusammenhang ist, dass Platon die Demokratie als Staatsform mit entarteter Verfassung ansah und sie auch dementsprechend als Ochlokratie –Herrschaft der Ungebildeten- bezeichnete-.

    Schon Aristoteles, ein Schüler Platons, kritisierte diesen(Platons) Staat als einen Weg in die Tyrannis. Zum gleichen Urteil in der neueren Zeit kommt auch Karl Popper, der den „idealen Staat“ nach Platon als einen totalitären Weg über Eugenik und Auslese zu einer menschenverachtenden Diktatur/Tyrannei verortet.
    Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor. War da nicht schon mal was?

    Wenn man dann noch im Hinterkopf behält, dass Platon für die „Kaste“ der unfehlbaren Herrscher nur die „Elite“ d.h. die damals Hochgelehrten, also die Philosophen vorsah, und ein Schellnhuber sich selbst gern als Philosophen sieht, schließt sich der Kreis und wir sind wieder bei der „großen Kulturrevolution/ Transformation“ bei der Stadt- und Landleben neu definiert werden müssen.

    Was treibt einen Menschen wie Schellnhuber, der ja, wie er sagt Politiker verachtet zu solchen politischen Aussagen? Für sich selber will er aber einen Eintritt in die Politik nicht unbedingt ausschließen. So antwortete er auf die Frage in dem ZEIT Interview „„Wann wechseln Sie in die Politik?““
    **Überhaupt nicht. Es sei denn, ich bekäme eine Position angeboten, wo man so viel Sinnvolles bewirken könnte, dass eine Ablehnung schier unverantwortlich wäre….**
    Will er sich damit für eine von ihm favorisierten „Elitäre-Weltregierung“ in Position bringen?
    Eine Äußerung Schellnhubers aus dem genannten ZEIT-Interview machte mich stutzig. Dort sagte er, über seine Schulzeit befragt:

    Die letzten zwei Jahre vor dem Abitur waren phasenweise kritisch.
    […]
    Ich hatte das Gefühl, mich in eine hundertprozentige intellektuelle Waffe verwandeln zu können. Dabei schoss ich übers Ziel hinaus, und kurze Zeit stand meine seelische Gesundheit auf dem Spiel.

    Da er das Gymnasium Vilshofen/Ndb von 1960 bis zum Abitur 1970, also 10 Jahre besuchte und als „Hochbegabter“ wohl kaum eine „Ehrenrunde“ gedreht hatte ist wohl seine „seelische Gesundheit“ die Ursache für das eine Fehljahr. Mir fallen da in diesem Zusammenhang gleich zwei Ortsnamen in der Nähe von Vilshofen ein.
    Wenn man so sieht wie er sich öffentlich geriert, könnte man schon in Versuchung geraten und zu spekulieren, ob da etwas geblieben, oder ob da wieder etwas aufgebrochen ist.
    Er fühlt sich jedenfalls offensichtlich zu etwas Höherem, zu Elitärerem“ berufen. Und er scheint im WBGU und in seinem PIK nicht der Einzige zu sein, der an einer Implementierung einer Diktatur der „Philosophen“ arbeitet, die den Anspruch auf globale Führung erhebt.

  22. man möge sich mal folgenden Kommentar zu eigen machen:
    Moderne Jakobiner -- Im Grundgesetz steht nichts von einer Ökodiktatur

    von W. Rassbach geklaut
    CNR -- weil ein recht selten guter Kommentar

  23. @ Moosgeist

    Danke für die weiteren Erläuterungen zu Herrn Schellnhuber. Eigentlich kann man dem Herren nicht vorwerfen, er halte mit seiner Meinung hinter dem Berg, was er beabsichtigt, kann man nachlesen. Es ist ein grandioses Versagen der medialen Öffentlichkeit, diese demokratiefeindlichen Aspekte in Schellnhubers Verlautbarungen und Schriften nicht anzuprangern.

  24. @Quentin Quencher
    Du weißt, daß es Politiker gibt, die Schellnhuber verachtet, und diese Aussage bei einem weiteren Interview wiederholt, auch in der „Zeit“, glaube ich.
    Ich hab’s in einem meiner auch hier publizierten Artikel zitiert

  25. @ Krishna

    ich habe es noch mal in deinem Artikel nachgelesen. Auch da sprach er schon von einer neuen Weltgesellschaft. Besonders „gut“ fand ich dieses Zitat:

    Wir brauchten deshalb dringend eine Art “ManhattanProjekt”, bei dem die 100 bis 200 weltbesten Wissenschaftler einige Jahre in einem virtuellen Kolleg zusammenarbeiten, um zu erforschen, ob dieser Worst Case tatsächlich eintreten kann. Und wenn die Antwort Ja lautete, müssten wir schnellstmöglich eine neue Weltgesellschaft erfinden, klimafreundliche Städte bauen, die Landwirtschaft auf Energieproduktion umstellen, riesige Solarfelder und CO2-Speicher errichten.

    Das passt voll in das Bild vom Philosphenkönig, nur dass es hier kein König ist, sondern eine Gruppe von Menschen die für sich eine höhere Erkentnissstufe annehmen, und daher das Recht ableiten, andere Menschen zu bevormunden. Eigentlich ist der Mann ein Fall für den Verfassungsschutz.

  26. Abgesehen von der Unmöglichkeit die besten 100-200 Wissenschaftler der Welt zu bestimmen und der Relevanz z.B. der Teilchenphysik im Allgemeinen für politische Entscheidungen muss man sich wohl auch Fragen, ob ein völlig politisierter Wissenschaftler, wie Schellnhuber, da überhaupt noch zugehören kann. Die Diskrepanz beleuchtet wohl ganz gut ein ehemaliger Co-Autor Roger Pielke Sr. in seinem Blog. Mal so ganz unabhängig von der Idee, Eliten könnten die Welt besser regieren als eine Demokratie.

  27. Ach ja, das kleine Intelligenzmonster, dat die Welt verändern will…………ich sach da bloss……..Himalaya-Gletscher-Lüge.

    http://www.youtube.com/watch?v=aBDqCju6rSM

    In vollster Überzeugung, in 30- 40 Jahren ist der Gletscher wech………so isser nun mal, der Prof. mit dem Chaos in der Berufsbezeichnung.

    Onkel Heinz…….gelegentlich verdammt nachtragend

  28. Der („nachhaltige“) Erfolg der Naturwissenschaften beruht darauf, daß man immer bereit ist, alles in Zweifel zu ziehen und weiterer Überprüfung zu unterwerfen, selbst wenn es langzeitig allgemeiner Konsens der Gebildeten war, s. Newtons Mechanik vs. Quantenmechanik.
    Angesichts der Art und Geschwindigkeit, mit der IPCC & Co jeden, der das zentrale Dogma auch nur ansatzweise in Frage stellt, mit einem moralischen Maulkorb versehen, erscheint der Schellnhubersche Gebrauch des Worts „Wissenschaft“ ein wenig obszön.


    There is the greatest difference between presuming an opinion to be true, because, with every opportunity for contesting it, it has not been refuted, and assuming its truth for the purpose of not permitting its refutation. Complete liberty of contradicting and disproving our opinion, is the very condition which justifies us in assuming its truth for purposes of action; and on no other terms can a being with human faculties have any rational assurance of being right. — J.S. Mill, On Liberty

    In der Politik erscheint in der Regel nicht Wissenschaft, sondern nur ein übermäßig vereinfachtes und erstarrtes Zerrbild davon, mit fatalen Folgen, wenn es wirklich zur Handlungsgrundlage wird. Wir hatten ja schon mehrfach Regierung auf „wissenschaftlicher“ Basis: 33-45 Pseudo-Genetik, 45-89 Pseudo-Volkswirtschaft.

  29. Sorry, dat ick jetzt mal wieder gehässig auf Kretschmann einhacken muss aber die Posse um Stuttgart 21 ist einfach zu niedlich………….wer grün wählt, muss sich vergegenwärtigen…………innerhalb kürzester Zeit übers Ohr gehauen zu werden.

    Stuttgart 21 wird zum Boomerang für die Grünen

    Das Romantisch-Schwärmerische ihrer Nein-danke-Politik taugt nicht für das operative Geschäft eines der erfolgreichsten Flecken Europas, in dem der Wohlstand erarbeitet wird, den die Grünen sonst gerne mit vollen Händen verteilen – so wie ihre Parteifreunde in NRW oder Bremen. Der Stresstest für die Grünen hat begonnen – und Hermann beginnt schon zu glühen.

    Abschied vom grünen Jakobinismus

    Sollten die Grünen als Regierungspartei nun in den nächsten Monaten tatsächlich in die Lage kommen, das Projekt bauen zu müssen, stünde wohl auch das Politikverständnis der Partei noch einmal zur Diskussion. Während sich die baden-württembergische CDU in der Auseinandersetzung um den Bahnhof auf ihr Bekenntnis zum Rechtsstaat zurückzog, neigen die Grünen, was problematischer ist, zum Gegenteil: Sie reden viel über das gesellschaftliche Problem der Entfremdung der Bürger von der Politik, vergessen dabei aber gern die große zivilisatorische Errungenschaft des Gesetzes- und Normenstaats.

    Jojo, erst ham se den Projekt damals zugestimmt………….danach standen Wahlen an, wo man sich medienwirksam zu den Protestanten gestellt hat…………dann gewinnt man die Wahl mit tollen Versprechungen………….und bricht innerhalb kürzester Zeit (nur Ypsilanti war schneller) seine Wahlversprechen.

    Joo lieber Baden-Würthenberger…………jetzt geht ihr das erste mal baden………….der nächste Fall wird dann die EnBW werden, die den Grünen bös am Hacken hängt…………..dann die tollen Windmühlen, die man euch ungefragt vor die Nase setzt…………ick freu mir, denn damit entlarven sich die Grünen rechtzeitig vor der Bundestagswahl.

    Tja, wat so ein Tsunami nicht so alles ans Land spült…………….manchmal ist sogar ne Menge Scheisse mit dabei.

    Onkel Heinz……………wie gesagt, zurücklehnen und geniessen

  30. @ Heinz

    aber die Posse um Stuttgart 21 ist einfach zu niedlich

    Stimmt genau

  31. @ Quentin

    Millionen würden für ein totgeborenes Kind ausgegeben -- „zum Schaden der Steuerzahler und nur zum Nutzen einzelner weniger Unternehmer“ verschleudert.

    Stuttgart 21 war schon 1872, was Kretschmann angeht ist er nun genau in der Bredouille in die sich er und seine Grünen Genossen gebracht haben. Am Ende wird es kommen wie ich sagte, die Realität wird auch Kretschmann einholen und er wird sich an die Verträge halten, oder Bezahlen müssen.

  32. @ Karl

    Keine Ahnung wie das hier in BW und Stuttgart weiter geht, auf jeden Fall stellen die Grünen nun auf einmal fest, dass es Verträge gibt, aus denen sie nicht ohne großen finanziellen Verlust aussteigen können. Eigentlich hätten sie dies auch vorher wissen müssen, wahrscheinlich haben sie es auch gewusst, doch dann hätte man seinen Anhängern reinen Wein einschenken müssen. Nämlich, dass man auf legalem Weg das Projekt Stuttgart 21 nicht verhindern kann, jedenfalls nicht ohne große Verluste.

    Außerdem gehen die von der irrigen Annahme aus, S21 hätte sie an die Macht gespült, das war kaum der Fall, es war Merkels Kehrtwende die ordentlich Wind in die Segel der Grünen geleitet hat, ohne Fukushima sähe das anders aus. S21 war sicher nicht wahlentscheidend.

    Das nächste Problem wird der Ausbau der Windräder bringen. Da wird es vor Ort sicher erhebliche Proteste geben, doch, wie schon unter #21 erwähnt, ist der Südwesten nicht gerade geeignet für die Windräder, die ersten finanziellen Probleme treten ja schon auf:

    Auswertungen des Windparks, die unserer Zeitung vorliegen, belegen, dass der Ertrag weit hinter den Erwartungen zurückliegt -- obwohl die 14 Rotoren auf knapp 900 Meter Höhe im Nordschwarzwald gebaut wurden, wo davon auszugehen war, dass stets ausreichend Wind weht. Demnach erzeugten die riesigen Windräder nur im Jahr 2008 mit 44,5 Millionen Kilowattstunden eine Strommenge, die halbwegs dem anvisierten Ziel näherkam. In den Jahren 2007 (31,6 Millionen), 2009 (33,7 Millionen) und 2010 (34,1 Millionen) blieb der Windpark Nordschwarzwald hingegen deutlich unter Plan.
    […]
    Es werde „aber bedenklich“, sollte der Trend die nächsten Jahren anhalten. Allein, dem Projektentwickler sind die Hände gebunden. „Gegen das Klima und den lieben Herrgott kommen wir nun mal nicht an“, meint Henigin ironisch.

    Ein weiteres Problem wird mit der SPD auftreten, obwohl die sich geradezu unterwürfig an die Grünen gebunden haben, flirtet Kretschmann offen mit den neu ergrünten Schwarzen und greift die SPD an:

    Skeptisch äußerte sich Kretschmann zum Zustand der SPD. Die Sozialdemokraten hätten ihren Weg noch nicht gefunden: „Ich sehe große Unsicherheit und großes Schwanken.“

    „Wer sich grün anmalt, den fressen die Ziegen“, heißt ein geflügeltes Wort, dass man in letzter Zeit öfters hören konnte. Die Sozialdemokraten werden gerade verfrühstückt, die Christdemokraten bereiten sich darauf vor, das Mittagessen als Mittagessen zu dienen.

  33. Nachtrag zum Windpark Simmersfeld (Nordschwarzwald)

    Ursprünglich wurde ein Jahresertrag von 64 Millionen Kilowattstunden angegeben. Was kam aber wirklich raus, lt. Stuttgarter Nachrichten:

    2007: 31,6 Millionen Kilowattstunden
    2008: 44,5 Millionen Kilowattstunden
    2009: 33,7 Millionen Kilowattstunden
    2010 34,1 Millionen Kilowattstunden

    Das ist im Schnitt rund 56 % der versprochenen Leistung. Da kann schon mal eine Kalkulation daneben gehen.

  34. @Klär-Karlchen

    „Es ist eine deutsche Eigentümlichkeit, welche in dem chronischen Regiertwerden ihren Grund haben mag, dass wir uns so schwer zu einer Tat entschließen, weil wir, indem wir uns alle Konsequenzen derselben austüfteln, irgendeine entfernte Wirkung für bedenklich halten; so bleiben wir gewöhnlich bei den Übelständen stehen, die uns drücken und quälen, weil sich ja aus einer Abhülfe irgendein ungeahntes oder w ahrscheinliches Übel später ergeben könnte. Gewiss, Übelstände werden sich überall wieder ergeben, außer den erwarteten auch unerwartete; das scheint das Los der Dinge an sich, oder unseres Urteils über dieselben zu sein; deshalb aber darf man auch nicht glauben, Übelständen überhaupt entgehen zu können.“ So müsse man also „in der Rinnstein- und Mistgrubenatmosphäre noch länger beharren“, zugleich aber „dafür sorgen, dass wir in die Lage kommen, vermeintliche Bedenken als tatsächliche zu beweisen, oder sie fallen zu lassen“.

    Der gute Mann schien schon damals die „Grünen“ zu kennen………wie sich doch die Geschichte wiederholt.
    Ick gloobe, Sarrazin hat recht……….die Deutschen haben ein Gen-Defekt.

    Den „Regiert-werden-Gendefekt“……….deswegen wohl auch der Wohlfühl-Kernenergie-Ausstieg…………solange man ganz fein weiter seinen tollen Atomstrom aus ausländischen KKW beziehen darf.

    Wasch mich, aber mach mich nicht nass.
    Deutsche Mentalität in Perfektion. Manchmal kommt man bei so einigen wild verdrahteten Strassenzügen in „Südland“ oder China auf den Gedanken…….oh mein Gott, die Menschen leben ja immer noch……….kennen die die deutsche DIN-Norm nicht?

    PS. Da solls doch tatsächlich Menschen auf der Welt geben, die leben in der Nähe eines Vulkanes, der noch lange nicht eingeschlafen ist…………sind die denn alle wahnsinnig?

    Onkel Heinz………Haftpflichtversichert

  35. @ Heinz Haftpflichtversichert

    @Klär-Karlchen

    Wollen Sie Ihre Tochter wirklich Klär nennen, Frau Grube?

  36. Da wird uns doch von den Grünbesudelten immer vorgeworfen, wir wären Bremser oder rückwärtsgewandte Konservative, die nur den Fortschritt aufhalten wollen.

    Am Beispiel Sturttgarts kann man aber ganz deutlich erkennen, wer die Erz-Konservativen im Lande sind, die GRÜNEN.
    Wenn dat Projekt fertig wird, bekommt Stuttgart jede Menge Flächen zurück, die bisher von oberirdischen Bahnanlagen in Besitz genommen wurden……….sogar eine Parkerweiterung……viel tolles Grün, wo man dann seinen Grill aufbauen kann.
    Nee, man hat sich seine kleine Öko-Alternative-Gummizelle aufgebaut und wünscht absolut keine Veränderung mehr, bis am Ende der Tod nachhaltig eingetreten ist.
    Die Leutchens kommen mir gelegentlich vor wie eine Unzahl Katholiken………einmal im Jahr zu Weihnachten/Ostern die Kirche besuchen und schon reicht dat fürs Seelenheil.

    Hätte es 1870 schon die „Grünen“ als Partei gegeben………würde heute Berlin in Scheisse ersaufen.

    Mahlzeit.
    Onkel Heinz……….geht jetzt mal uff´s Klo

  37. @Gruben-Karl

    LoL

    Onkel Heinz

  38. Jetzt drehen se völlig am Rad, sowas passiert eben, wenn man abgehalfterte Politiger in die EU entsorgt.

    Brüssel will Verbraucher zum Stromsparen zwingen

    Nach Plänen von EU-Kommissar Günther Oettinger müssen die Energieversorger künftig sicherstellen, dass ihre Kunden weniger Strom und Gas verbrauchen.

    Aha………und im Supermarkt darf ich dann auch nur noch die Hälfte kaufen, gelle?

    Außerdem will Brüssel die Unternehmen zwingen, den Kunden häufiger Rechnungen zuzustellen, damit diese einen besseren Überblick bekommen und Licht, Heizung oder Waschmaschine kostensparender einschalten. so sollen Rechnungen für Strom „auf monatlicher, für Gas auf mindestens zweimonatlicher Basis“ ausgestellt werden. Für Zentralheizungen und zentrale Kühlungen sind in den Sommer- beziehungsweise Wintermonaten alle vier Wochen und für Heißwasser alle acht Wochen Verbrauchsrechnungen zu verschicken.

    Joo, und hier kommt der komplette Wahn einer Bürokratie zum Vorschein, die mir einfach nur noch den Atem raubt.
    Monatliche Rechnungen…………also müssen die Verbräuche auch monatlich abgelesen werden, anschließend per Post die Rechnungen verschickt werden……(55 Cent)……..damit der Kunde die dann ungelesen in den Eimer knallt.
    Ein Stromhändler mit 1. Millionen Kunden darf dann monatlich allein schon für Porto 0,5 Mille Euronen hinblättern…….Kosten die am Ende auch auf den Stromkunden umgelegt werden.

    Heizkosten und Warmwasser………in Mehrfamilienhäusern werden die vom Vermieter ermittelt………heißt also, auch die Verbräuche müssen monatlich abgelesen werden, Betriebskostenabrechnungen erstellt werden und dann aufwendig an den Mieter überstellt werden.
    Dat kostet auch Geld……und wird auf den Mietpreis aufgelegt.

    Und wat passiert, wenn der Kunde unneinsichtig ist?
    Prügelstrafe, Umerziehungslager……..Erzwingungshaft………..Strafzettel?

    Wenn sich dann ergibt, dass die EU-Länder nicht auf die notwendigen Ziele kommen, können wir guten Gewissens sagen: Ab 2014 wird die zweite Rakete gezündet, die Kommission macht verbindliche Vorgaben“, sagte der CDU-Politiker jüngst „Welt Online“.

    Eh ihr komischen EU-Bürokraten…….Erde an Alpha…………genau in diesen Augenblick zerfetzt es gerade die EU……..in Griechenland sind bereits heute bürgerkriegsähnliche Verhältnisse………..und ihr wollt einen Lieferanten zwingen, seinen Kunden das gelieferte Produkt zu vergällen?

    Also………ick sitzt ja auch oft uff Klo und seniere über Gott und die Welt…………aber bei mir landet die Kacke in der Schüssel und nicht auf den EU-Papier.

    Onkel Heinz…………..wie war dat noch mal mit Öko-Faschismus und sozialistischer Planwirtschaft?

  39. Ach übrigens, ihr Bürokraten-ars….ähm…Genies, det gibt da 3 Faktoren die euren Unsinn im Keim ersticken lässt.

    1.) Dat Wetter………..2010 sind durch den kalten Winter die Energieverbräuche bei der Heizung zirka 15% gestiegen…….wollt ihr jetzt dat Wetter regulieren, damit eure spinnerte Spar-Beschlüsse auch in die Tat umgesetzt werden können?

    2.) Habt ihr schon mal wat von „Liberalisierten Strommärkten“ gehört?
    Wat wollt ihr machen, wenn ick halbjährig den Stromanbieter/Gasanbieter wechsle?
    Der Neue weiß nix von meinen Verbräuchen……also kann ich bescheißen uff Deivel komm raus.

    3.) Ernstzunehmende Prognosen sagen Deutschland eine Steigerung des Nettostromverbrauches von 1% pro Jahr vorraus……….plus euren Müll mit den 1,5 % Einsparungen müssen wir also am Ende 2,5% Strom pro Jahr sparen, damit Europa gaaanz alleine dat Weltklima retten kann.

    Wo bleibt eigentlich der Aufschrei deutscher Politiker bei solch bescheuerten Ideen aus Brüssel?

    Onkel Heinz…………Scheißladen dat, ick wander hier bald aus.

  40. Mensch Ötti, ick war ja soooo blind (mit der flachen Hand vor die Stirn klatsch)………….langsam geht mir ein Licht auf (die gute alte Glühlampe).

    Nix Klima, …………..ne………. Muttis Atomausstieg is Schuld.

    Weil Deutschland als Nettoexporteur ohne Sinn und Verstand seine KKW abschaltet, wird es EU-weit zu einer Stromlücke kommen müssen.
    Damit dat aber nich so ufffällt, soll jetzt ganz Europa Strom sparen……….um den deutschen Alleingang nicht in einer Katastrophe enden zu lassen.

    Mensch, sach dat doch gleich……………..da werden unsere europäischen Nachbarn doch gleich ganz dolle Verständnis aufbringen…….nehm ick mal an……..oder auch nich.

    Gefickt eingeschädelt, muss man schon sagen.

    Onkel Heinz……..sprachlos

  41. Winfried im Wahn

    „Wir Grüne sind das Maß der Dinge in der Energiepolitik unseres Landes.”
    Winfried Kretschmann, MP von BW, auf dem Parteitag der Grünen am 25.6.11


    Quelle

  42. @ moosgeist

    Wir erleben gerade hier in Baden-Württemberg, wie sich die Grünen in die Liste der Parteien einreihen, die vor der Wahl ihren Anhängern Dinge versprechen, wo schon zum Zeitpunkt des Versprechens klar ist, dass diese nicht machbar, folglich eine Wählertäuschung sind. Bei Stuttgart 21 zum Beispiel, da wusste man vorher, dass man nicht aus den Verträgen raus kommt.

    Doch auch bei der sogenannten Energiewende, wird es massive Probleme geben. Da sei nur mal das geplante Pumpspeicherwerk im Südschwarzwald genannt. Hier hat man jetzt auch einen runden Tisch eingerichtet. Pikanterweise befinden sich bei den Gegnern dieses Pumpspeicherwerkes die örtlichen Grünen. Wenn es darum geht Speicher für Strom aus Windkraft oder Photovoltaik zu benennen, hört man immer schnell die Länder Schweiz oder Norwegen. Aber hier vor Ort keinesfalls.

    Weiter geht es mit einer Biogas-Anlage in der Nähe von Nürtingen. Hier musste schon einmal der Standort verlagert werden, weil in dem ursprünglich geplanten Wald der streng geschützte Baumfalke entdeckt worden ist. Überall entstehen Konflikte zwischen Umweltschutz, sowie den Interessen der Anwohner, mit den geplanten Bauvorhaben zur Durchführung der Energiewende. Dann rufen die Grünen ja auch noch eine neue Bürgergesellschaft auf, damit sind massive Probleme mit allen ihren Vorhaben vorprogrammiert.

    Und der Kretschmann sagt: „Wir Grüne sind das Maß der Dinge in der Energiepolitik unseres Landes.“ Lachhaft.

  43. Mal ehrlich. Wir wissen seit mindestens 500 Jahren, dass Biomasseverwertung zu Monokulturen und Raubbau an der Natur führt.
    Holzverbrennung führt ausser rechnerisch beim CO2, zu höheren Emissionen vom Feinstaub über NOx bis zum Dioxin, als fossile Kraftwerke, vor allem wenn man Gaskraftwerke betrachtet.
    Wer für Biomasseverwertung ist, ist gegen Umweltschutz.
    Und bitte jetzt nicht mit Biomasse-Kraftwerken der x.ten Generation kommen.
    Die Umwelt wird schon jetzt durch den Biomasseverwertungslandwirtschaftlichen GrünBioKomplex geschädigt.
    Der einzige Weg energiepolitisch Erneuerbare Energien einigermassen sinnvoll zu kombinieren, wären Wind und Erdgas.
    Wer Biomassseverwertung jetzt einführt handelt weder umweltbewußt noch „nachhaltig“ in der definition der Grünen und damit handelt er verantwortungsllos.
    Auch Pumpspeicherwerke schädigen die Natur.
    Also ist es doch konsequent, wenn die Grüne Basis gegen die Politik ihres eigenen verfilzten Parteiestablishments opponiert.
    Finde ich gut. Respekt dafür.
    Mit reundlichen Grüßen
    Günter Heß

  44. …..und es geht doch nix über eine charismatische Parteiführung, gelle?

    Unerträglich, unterirdisch, unterallersau!

  45. Gibt es vielleicht doch noch Hoffnung für dieses Land?

    Solarstrom-Förderung
    Forscher fordern Stopp für Ökostrom

    Die Förderung der Solarenergie ist so teuer, dass sie die gesamte Energiewende gefährdet. Ihr Nutzen steht in krassem Missverhältnis zu den Kosten.

  46. @Rudolf

    Hihi……..die Jungs scheinen öfters hier vorbei zu gucken.
    Ich fordere schon seit langem, erstmal ein cut zu machen, eine Atempause zum überlegen, denn so kann es mit dem ungesteuerten Ausbau der EE einfach nicht mehr weiter gehen.

    Windparks, Solarparks………schießen aus dem Boden wie Unkraut……….weder Großspeicher noch ausreichendes Netz sind vorhanden, KWK darf schon heut den Blöden spielen (Zwangsabschaltung bei Starkwind) und in den Netzleitstellen kommen die Mitarbeiter nicht mehr aus den schwitzen heraus.

    Wie die Wissenschaftler weiter ausführen, werde der Ausbau der Ökostrom-Kapazitäten derzeit mit einer derartigen Vehemenz verfolgt, dass es „nur eine Frage weniger Jahre ist, bis es zu einer massiv wachsenden Konkurrenz der Erneuerbaren untereinander kommen wird“. Die jetzt anstehende EEG-Novelle enthalte jedoch keine Regelungen zu der Frage, welche erneuerbaren Energien bei Überversorgung mit Ökostrom Vorrang bei der Einspeisung ins Netz genießen sollen.

    So siehts aus, genau so.
    Die EE machen sich schon heute Konkurrenz , müssen selber schon eingedrosselt werden und somit sinkt deren Rendite auch ein Stück weit.
    Die EE-Lobbyisten brüllen nur „Weiter so“, schimpfen auf die Netzbetreiber und interessieren sich ein Dreck darum, wie der ganze Saftladen noch irgendwie am laufen zu halten ist.

    Es wird knallen, je eher umso besser…….denn mit Ideologie ist keine Energieversorgung zu machen.
    Das Ausland wird sich scheckig lachen und Deutschlands Vorreiterrolle wird anschließend als abschreckendes Beispiel für die ganze Welt werden, wie man es besser nicht machen sollte.

    MfG
    Heinz Eng

  47. @ Rudolf Kipp
    ich habe auch diesen Verweis unter http://www.science-skeptical.de/blog/dreizehn-energiewende-marchen-teil-2/004766/ als mein Kommentar zur Artikel gepostet. Ich befürchte, es sind nur die Schreien in der Wildnis.
    Grüß

  48. Winfried Kretschmann bekommt nun so langsam Gegenwind, die Unternehmen des Landes haben so langsam satt von den Grünen ständig belehrt zu werden. Dabei geht es nicht nur ums Vokabular, sondern auch ums Prinzip:

    Zu Aussagen Kretschmanns, der Mittelstand rufe nach grüner Ordnungspolitik, sagte Richter: „Der Mittelstand ruft nach verlässlichen Rahmenbedingungen, nicht nach grüner Ordnungspolitik.“

    Auch die von Kretschmann immer wieder angeführte „Innovationspeitsche“ stößt zunehmend auf Befremden:

    „Eine Peitsche ist ein Symbol der Willkür. Wenn die Politik der Wirtschaft die ausgestreckte Hand zum Dialog reicht, dann hat eine Peitsche in dieser Hand nichts verloren.“

  49. Gehört zwar nicht ganz zum Thema hier, doch da es im derzeitigen Tollhaus BW stattfindet, möchte ich auf einen Artikel in den Stuttgarter Nachrichten verweisen: Randalierern vom 20. Juni droht Millionenklage.

    Die Erstürmung des Grundwassermanagements von Stuttgart-21-Gegnern am 20.Juni kann für die bisher 14 Beschuldigten teuer werden. Jedem einzelnen drohen durch zivilrechtliche Forderungen über 70000 Euro Schadenersatz.
    […]
    „Viele sind sich offenbar des hohen Risikos zivilrechtlicher Verfolgung nicht bewusst“, sagt ein Fachanwalt. In solchen Fällen könne man sich nicht einmal in die private Insolvenz retten und auf eine Restschuldbefreiung nach sechs Jahren hoffen. Bei einer „vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung“ bleiben dem Schuldner laut Insolvenzordnung die Forderungen ein Leben lang erhalten.

  50. Gleich noch mal die Stuttgarter Nachrichten. Der neue grüne VerkehrtMinister Hermann ist bislang nur durch Fehlleistungen aufgefallen:

    Nach zähem Ringen hatte es die Region geschafft, bei Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer Unterstützung für den Ausbau der Neckarschleusen zu bekommen. Damit sollen rund 600000 Lkw-Transporte pro Jahr zusätzlich eingespart und Güter umweltfreundlich verschifft werden. Ein urgrünes Ziel -- doch der neue Minister hält den Ausbau der Schleusen in der Region für zweitrangig.

    So wie Baden-Württemberg nun ein warnendes Beispiel abgibt, was passiert wenn man Leute wie Kretschmann und Hermann an die Macht hievt, so wird die Energiewende ein warnendes Beispiel für die restlichen Staaten Europas, oder gar der Welt, sein.

  51. Straßen zu einem knappen Gut machen, das will nach einem Focos-Bericht Winfrid Kretschmann. Na ja, werde ich mir morgen mal den Focos kaufen, sollen ja auch sonst noch ein paar interessante Beiträge drin sein.

  52. Apropos Wasser predigen und Wein saufen…….

    Wirbel um Heli-Flug

    ………..Ausgerechnet der Grüne Winfried Kretschmann (63, Baden-Württemberg) nahm als Einziger den Hubschrauber! Kosten hin und zurück: rund 9000 Euro.
    Am Rollfeld in Lübeck-Blankensee wartete Kretschmanns Dienstwagen (Diesel-S-Klasse, 9,1 Liter/100km), der die 730 Kilometer morgens leer zurückgelegt hatte.

    Also nicht genug, das man mal logger 9000 Euro für seinen kleinen Flug dem Steuerhansel aufbürdet , ne das Auto muss natürlich auch noch mit, ham die in Lübeck keine Taxis oder wat?

    Das grüne Supervorbild mit christlichen Hintergrund………….tja, aber dann auf Kosten seiner Schäfchen klimaschädigend sein Amt ausnutzen, dat ham wa gern.

    Enger Terminplan………..lol, kann man auch so planen, das man nicht negativ auffällig wird, gelle Herr „Atomangstwahlgewinner“.

    Nun hämmert man schon den Kindern in der staatlichen Kinderverwahranstalt (Kindergarten/Schule) ein, immer schön das Licht aus zu machen………und dann kommt ein Mensch mit Vorbildwirkung, der die Kinderträume von einer besseren Zukunft mit drehenden Flügeln in die Tonne tritt.

    Pfui Deivel

    Sacht Onkel Heinz

  53. Hans Peter Stihl, ehemaliger Chef des gleichnamigen Kettensägenherstellers und Ex-Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstags, sagt im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten, was er von der Grün-Roten Landesregierung hält, insbesondere der Person Winfried Hermann, Verkehrsminister und Gegner von Stuttgart 21:

    Diese Auseinandersetzung ist ja nun entschieden, deshalb scheint er sich jetzt dem Herzensanliegen der grünen Partei zu widmen, den Verkehr so stark wie möglich zu behindern. Der Verkehr wird dadurch aber nicht sicherer, sondern nur langsamer. Das wird dem Land auf Dauer schaden. Wir müssen uns jetzt mit der neuen Situation arrangieren. Wenn die Regierung unsere Belange allzu stark missachtet, müssen wir eben mitsamt den Arbeitsplätzen woanders hingehen.

  54. @ Rudolf # 164

    Der Begriff Energiewende ist gewissermaßen abstrakt. Strom wird teuer, das merken die Menschen schon, doch greift es kaum ins tägliche Leben ein. Anders bei der Verkehrswende, das bekommen sie unmittelbar jeden Tag zu spüren. Ich denke auch, das wird noch lustig.

    Ich hatte schon in einem anderen Kommentar eine Bemerkung von Hans Peter Stihl, ehemaligen Chef des gleichnamigen Kettensägenherstellers und Ex-Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstags verlinkt, der sagte:

    Herzensanliegen der grünen Partei zu widmen, den Verkehr so stark wie möglich zu behindern.

    Und was den Grünen eine Herzensangelegenheit ist, dem werden sich die anderen Parteien, CDU/SPD vor allem, nicht verschließen, sondern in gewohnter Manier als eigene Ideen anpreisen.

    [ups, das hätte eigentlich hierhin gehört. QQ]

  55. #54. Quentin Quencher

    Wenn die Regierung unsere Belange allzu stark missachtet, müssen wir eben mitsamt den Arbeitsplätzen woanders hingehen.

    und schon kommen diese grünen Pfeifen ihrem Ziel der Deindustrialisierung wieder ein Stück näher! Ich kenne nun die politischen Verhältnisse in Baden-Württemberg nicht so genau, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das mit der Wiederwahl schwierig wird, wenn man es denn übertreibt 🙂

    karl.s

  56. @ Karl #56

    Es ist selbst für mich, der hier in BW lebt, schwer einzuschätzen, wie die Stimmung unter der Bevölkerung ist. Momentan werden weder Grüne noch SPD mit dem in Verbindung gebracht, was sie wirklich tun und wollen (oder auch nicht tun). Die Person Kretschmann überschattet dies alles. Der wird mit seiner Knorrigkeit und der vermeintlichen Bodenständigkeit als oiner vo eis wahrgenommen.

    Es ist selten, dass sich mal jemand konkret äußert, irgendwie will keiner auf die derzeitige Regierung angesprochen werden. Ich bin mir noch im Unklaren was das bedeutet.

  57. #57 Quentin Quencher

    Es ist selten, dass sich mal jemand konkret äußert, irgendwie will keiner auf die derzeitige Regierung angesprochen werden. Ich bin mir noch im Unklaren was das bedeutet.

    Manches braucht halt „seine“ Zeit, bis sich herauskristallisiert wohin die Reise geht. So auch beim Experiment rot-grün-Kretschmann in BW. Ich denke auch, wie Du schon sagst, das Ganze steht und fällt mit der Personalie Kretschmann.

    gruß
    karl.s

  58. Hallo Quentin,

    ein Jahr ist er jetzt im Amt. Jetzt schlägt er hörbar auf dem Boden auf.

    Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will beim Doppeletat 2013/2014 die Schuldenbremse im Landesgesetz ausschalten. Er wisse nicht, wie er die Haushaltslücke von 2,5 Milliarden Euro ohne neue Kredite schließen solle, sagte Kretschmann.
    „Alles andere muss ich in den Bereich der Utopie verweisen.“ Grün-Rot könne angesichts notwendiger Investitionen keinen radikalen Sanierungskurs einschlagen. Er werde nicht wie ein „Berserker“ kürzen.

    FDP-Landeschefin Birgit Homburger sagte, die Regierung greife nun zu juristischen Tricks, um sich vor einer seriösen Haushaltspolitik zu drücken. Hauk wetterte, Kretschmanns Pläne seien „eine Bankrotterklärung auf ganzer Linie“.

    Der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke machte Kretschmann ebenfalls schwere Vorwürfe. „Alles Gerede von Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit in der Haushaltswirtschaft erweist sich als Lug und Trug.“ Grün-Rot habe den Haushalt 2012 in Zeiten sprudelnder Steuereinnahmen gewaltig aufgebläht und schlage nun für die kommende Jahre Alarm.

    Sowas kommt von sowas. Erst dicke Backen machen und dann nicht Pfeifen können.
    Naja, Schulden sind halt auch recht nachhaltig.

  59. @moosgeist #59
    Es war schon immer ein Problem, für jede politische Richtung, die Summen abzugreifen, die man für seine Vorstellungen benötigt. Das ging ohne grosse Schulden eigentlich immer nur in Zeiten kräftigen Wirtschaftswachstums. Da wurde ja auch immer mit mehr oder weniger tauglichen Mitteln drauf hingearbeitet. Wenn man jetzt aber im Wirtschaftswachstum eher eine Bedrohung der Zukunft der Menschheit sieht und gleichzeitig ein besseres Leben im Sinn hat, dann bekommt man ein echtes Problem. Da sollte man schnell mal Wohlstand durch Glück oder was einem immer einfällt ersetzen. Im Moment sieht es zumindest weltweit so aus, dass die Grünen den Bach runtergehen, bevor sie das begriffen haben. Bei uns kann das zwar auch passieren aber leider haben die anderen politischen Kräfte diesen Virus auch schon. Es wird wohl noch ein bisschen dauern aber BW wird sich schon erholen.

  60. @ Gerhard Straten #60

    Es war schon immer ein Problem, für jede politische Richtung, die Summen abzugreifen, die man für seine Vorstellungen benötigt. Das ging ohne grosse Schulden eigentlich immer nur in Zeiten kräftigen Wirtschaftswachstums.

    Solange an verantwortlicher politischer Stelle noch das Wissen darüber vorhanden war, dass das Geld, das man auszugeben gedenkt, auch erwirtschaftet werden muss und in einem überschaubaren Zeitrahmen auch zur Tilgung zur Verfügung gestellt werden kann, war diese „Problem“ beherrschbar. Dieses Wissen ist den heutigen Politikern weitgehend offensichtlich abhanden gekommen. Politiker, die es wagen mahnend den Finger zu heben, gleichgültig ob in den Ländern oder im Bund werden von der oberen Parteilinie kalt abserviert. Es darf nur noch gelten, was die oberste Parteiführung (egal welche Couleur) anordnet. Wer nicht spurt, gehört der Katz.

    Mittlerweile hat sich eine Politiker-Kaste herausgebildet, die für sich den ultimativen Anspruch auf Herrschaft über das Volk beansprucht. Der „(Wahl)-Pöbel“ wird solange mit Freibier abgefüllt, bis er nicht mehr merkt, dass es hinterher die Zeche zu zahlen hat. Wer da nicht mitmachen will, wird mit dem Makel des Zechprellers belegt.

    Das, was anfangs als Demokratie in DE gedacht war, entwickelt sich immer mehr zu einer Parteien-Diktatur oder anders herum zu einer Diktatur der Parteien. Diese Parteien nähern sich in ihrem Elitaritäts-Wahn immer mehr aneinander an, sodass es letztendlich völlig egal ist, welche Partei mit welchem Stimmenanteil gewählt wird. Es ist immer die gleiche Mischpoke die den „Bürgern“ in die Tasche greift. Die Unterschiede Rechts-Links verwischen immer mehr. Der Streit der Extremen (Rechts/Links) dient doch nur noch dazu um eine angebliche Mitte vorzugaukeln.

    schöne Grüße aus dem Moos

  61. @ Moosgeist:
    Nicht Parteien -- ein Beamtenstaat ist da gewachsen, die Bürokratur!
    Die Baemtenschaft ist ein altes deutsches Erbe, das nun wieder an die Regierung drängt. Die Parteien sind nur Vehikel, denn sie sind im Kern verbeamtet. Unsere Lehrer -- die bestbezahlten der Welt, nebenbei bemerkt -- haben ja auch genug Zeit für dieses Hobby.

  62. @moosgeist #61

    Solange an verantwortlicher politischer Stelle noch das Wissen darüber vorhanden war, dass das Geld, das man auszugeben gedenkt, auch erwirtschaftet werden muss

    Also so wie es im Moment aussieht, genügt für verantwortliches politisches Handeln folgendes wirtschaftliches Grundwissen:
    1. (Demokratische Legitimation) Schuldenmachen, Gelddrucken, Steuern erhöhen, unsinnige Ausgaben, Verdrehen der Gesetze und Vertragsbruch sind OK, solange sich im Parlament mehr oder weniger alle einig sind: sie sind ja schließlich demokratisch legitimiert.
    2. (Keynes) Der Staat ist zu den in Punkt 1. genannten Maßnahmen moralisch verpflichtet, weil sonst die Wirtschaft zum Erliegen käme und die Wähler alle unglücklich würden.

    Das, was anfangs als Demokratie in DE gedacht war, entwickelt sich immer mehr zu einer Parteien-Diktatur oder anders herum zu einer Diktatur der Parteien.

    Das liegt vielleicht zumindest zum Teil an der Struktur unseres Wahlrechts. Ein über Parteiliste ins Parlament gewählter Abgeordneter ist in erster Linie seiner Partei verantwortlich und muß sich, um seine Position zu wahren oder zu verbessern, nur bei seinen Parteifreunden angenehm machen. Bei einem direkten Mehrheitswahlrecht, bei dem jeder Abgeordnete in einem Wahlkreis gewählt wird, muß er in erster Linie seine Wähler bei Laune halten und wird daher schärfer zwischen ihren Interessen und der Parteilinie abwägen.

  63. @ Fluminist #63

    Ein über Parteiliste ins Parlament gewählter Abgeordneter ist in erster Linie seiner Partei verantwortlich und muß sich, um seine Position zu wahren oder zu verbessern, nur bei seinen Parteifreunden angenehm machen.

    Das sehe ich auch so, doch auch bei einem anderen Wahlrecht, bleiben bestimmte Mechanismen intakt, die den Machterhalt sichern sollen.

    Ich will mal wieder Elias Canetti zitieren, er schreibt im Zusammenhang über die Entstehung neuer Religionen, wie die sich weiter entwickeln ab dem Moment in dem sie akzeptiert sind. Diesen Vorgang, wie er hier beschrieben ist, kann man auch auf Parteien anwenden:

    Religionen mit universalem Anspruch, die anerkannt worden sind, verändern sehr bald den Akzent ihrer Werbung. Anfangs ist es ihnen darum zu tun, alle zu erreichen und zu gewinnen die zu erreichen und zu gewinnen sind. Die Masse, die ihnen vorschwebt, ist universal; es kommt auf jede einzelne Seele an, und jede Seele soll die ihre werden. Aber der Kampf, den sie zu bestehen haben, führt allmählich zu einer Art von verborgenem Respekt für die Gegner, deren Institutionen bereits vorhanden sind. Sie sehen, wie schwer es ist, sich zu halten. Institutionen, die ihnen Solidarität und Bestand gewähren, erscheinen ihnen immer wichtiger. Durch die ihrer Gegner angeregt, tun sie alles dazu, selber welche einzuführen; und wenn es ihnen gelingt, werden diese mit der Zeit zur Hauptsache. Das Eigengewicht der Institutionen, die dann ein Leben für sich haben, zähmt allmählich die Wucht der ursprünglichen Werbung.
    (Masse und Macht, S.24ff)

    Diese Entwicklung konnte man schön bei den Grünen beobachten, die sich heute in ihrem Werben für den Wähler nicht mehr von anderen Parteien unterscheiden und sich mit Institutionen und Beamten hier und dort, abgesichert haben. Den Piraten steht diese Entwicklung noch bevor.

  64. @Quentin Quencher
    Das ist ein interessanter Aspekt: der Marsch durch die Institutionen wirkt auf den ersten Blick als schlaue verdeckte Strategie, aber im Endeffekt geht man im Zuge dieses Marsches selbst in den Institutionen auf…

  65. Tritium #62

    Nicht Parteien — ein Beamtenstaat ist da gewachsen, die Bürokratur!

    Da ist sicherlich was dran. Aber letztlich läuft alles wieder auf das Verhalten der Parteien und deren Einstellung zur Demokratie zu. Schließlich will ja jede dieser Geier-Volieren ihre Trüffelschweine vor Ort haben und jedes Trüffelschwein braucht natürlich eine entsprechende Peripherie (Wärter und Futterwarte). Das ist, um beim Freibier zu bleiben, eine Schraube, die sich selbst immer höher dreht. Je höher die Zahl der „Säufer“ und je mehr ausgeschenkt wird, umso mehr Kellner werden gebraucht. Anschließend erhöht sich nach dem Prinzip der Zellteilung auch die Zahl derjenigen, die das Geld für die Zeche von den Unbeteiligten eintreiben.

    Die Beamtenschaft ist ein altes deutsches Erbe, das nun wieder an die Regierung drängt.

    Widerspruch.
    Schon die alten Mesopotamier und Ägypter haben das Beamtentum bis zum Exzess getrieben. Das „Deutsche Beamtentum“ ist im Wesentlichen auf den Alten Fritz zurück zu führen. Der verfügte erstmals, dass in seinem Land nur Bürger seines Landes (Preußen) die Interessen seines Staates wahrnehmen durften. Er verlangte absolute Loyalität bis zum Tode. Als Gegenleistung bot er Loyalität des Staates gegenüber dem Beamten und eine Alimentierung auf Lebenszeit. Die Alimentierung bis zum Lebensende und die sonstigen Privilegien wurden beibehalten, anstelle der Loyalität traten Machtmissbrauch, Raffsucht und Größenwahn.

    Unsere Lehrer — die bestbezahlten der Welt, nebenbei bemerkt — haben ja auch genug Zeit für dieses Hobby.

    Das ist ohnehin ein Aberwitz. Mir konnte bisher niemand erklären, warum Lehrer verbeamtet werden. Die nehmen alle möglichen Beschäftigungen wahr, aber mit Sicherheit keine hoheitlichen. Es ist auch kein Wunder, dass sich die Herrschaften und Dämlichkeiten zusätzliche Tätigkeiten (bezahlte?) zulegen und auf sonstige dumme Gedanken kommen.

    Würde man Beamte ausschließlich für tatsächliche hoheitliche Aufgaben einsetzen, so könnten ca. 70% dieser Kostgänger eingespart werden und es wäre Raum für besser qualifizierte Verwaltungskräfte.

  66. Ich schwöre, ich habe nicht die Gedanken von Wolfram Weimer geklaut, der im Handelsblatt schreibt:

    Die Grünen wurden viele Jahre auch deshalb gerne gewählt, weil sie vermeintlich gegen das Establishment, gegen verkrustete Strukturen, gegen Machtseilschaften standen. Als ein Protest gegen Obrigkeit an sich. Da sie inzwischen aber seit Jahren selber Teil der Obrigkeit geworden sind, funktioniert dieser Reflex nicht mehr. Und mit dem Aufkommen der Piratenpartei fliegt die Sache vollends auf. Das ist auch der Grund, warum sich der Niedergang der Grünen so rasch vollzieht.

    Es ist eben genau das mit den Grünen passiert, was bei Canetti mit Religionen geschieht.

  67. Wenn man sich die Geschichte der Naturwissenschaften etwas ansieht, fällt eine großartige Entwicklungszeit vor rund hundert Jahren auf, insbesondere im gern geschmähten Preußen. Mit einer meines Wissens sehr schmalen, leistungsorientierten Verwaltung. Oder man sehe sich Reichstagsdebatten an, Eugen Richter meinetwegen. Da wehte ein ungewohnter Hauch… 🙂

  68. @ nLeser:
    Das alte Preussen war arm. Die Verbeamtung war eine Notlösung für die Versorgung ausgedienter Soldaten; der ‚Zwölfender‘ hatte Anspruch auf Beschäftigung im Staatsdienst, bei Bahn und Post beispielsweise.
    Die Bezahlung war miserabel, sie wurde aufgewogen durch das soziale Ansehen, ‚om Dienst des Königs‘ zu stehen und zeigte sich in der Uniform und in einer bedingungslosen Loyalität. Interessant sind die friderizianischen Wurzeln: Der Bauer war dem Gutsherrn hörig. Sobald er aber Soldat war, war er Untertan des Königs und dem Patrimonialherren und dessen Gerictsbarkeit entzogen. Der Soldat war also ‚frei‘ und zwar sein Leben lang, denn er wurde nie aus dem Dienst entlassen, sondern nur ‚beurlaubt‘. Zum Zeichen dieser Freiheit triug er stets auch nach der Entlassung (‚Beurlaubung‘!) aus dem aktiven Dienst ein Uniformteil, bei ‚grösseren‘ Anlässen wie Kirchgang oder Besuch der Garnisonsstadt sogar volle Uniform, was ihn unantastbar für die lokale Obrigkeit machte, Klagen gegen ihn mussten am Garnisonsgericht geführt werden.
    Der Offizier war Angehöriger der obersten Kaste überhaupt und stand an der Spitze der sozialen Rangleiter. Für dieses Privileg musst er sogar zahlen: Die Bezahlung der Subalternoffiziere war völlig ungenügend um den geforderten Lebensstil zu finanzieren, Kadetten mussten Vermögen nachweisen oder eine Bürgschaft von Verwandten, die ihnen ein monatliches Zusatzeinkommen garantierten, um zum Militärdienst zugelassen zu werden -- Das galt bis 1918! Offiziere und Gemeine bildeten also das loyale Fundament der Verwaltung, Sie sahen oft auf den gemeinen Bürger herab, der erlernte Kommandoton der Kaserne wurde nicht abgelegt, sie waren ja Stellvertreter des Königs. Gleichzeitig aber waren sie persönlich anspruchslos und effizient.
    Erst mit der Zeit und nach dem Verlust ihres sozialen Ansehens durch die historischen Umwälzungen besannen sie sich auf ihre Macht als Bürokraten und eroberten das Staatsgefüge -- weiterhin als ‚Staat im Staat‘, doch nunmehr ‚herrenlos‘ und nicht einem König, sondern ihrer Kaste verpflichtet. Die neue Regierung durch Parteien war und ist das natürliche Feld der Bürokratenkaste zur Förderung iher Interessen sowohl in persönlicher Hinsicht, also als Karriereleiter, als auch zur Festigung und Pricilegierung ihrer Kaste. Logischerweise wurde und wird durch diese veränderte Gesinnung die Effizienz der Verwaltung schlechter, da die Abwägung eigener Interessen gegen die Interessen der ‚Untertanen‘ regelmässig zugunsten der ersteren ausfällt.

    Noch ein Wort zum Fortschritt in der wilhelminischen Epoche: Das Militär war auf technologischen Fortschritt angewiesen, sowohl bei der Bewaffnung als auch der Logistik. Moltke d. Ä. hat dies genial bewiesen, als er mit Hilfe von Eisenbahn und Telegraph in den Einigungskriegen (Düppeler Schanzen, Königgrätz, Sedan) souverän siegte.
    Die allgemeine Einstellung zur Technologie war geradezu enthusiastisch, Eisenbahnen, Dampfschiffe, wurden bewundert, der Zeppelin löste geradezu eine Euphorie aus. Ingenieure und Wissenschaftler waren deshalb angesehen, ja geradezu bewundert. Auf so einem Boden gedeiht dann natürlich der Fortschritt.
    Auch Wilhelm II war, wenn man von seinem Bramarbasieren als Möchtegern-Feldherr absieht, ein modern denkender, der Technik gegenüber aufgeschlossener Mensch. Nicht nur, weil die fortschrittliche Industrie ihm so tolles Spielzeug in Gestalt von Schlachtschiffen schenkte, sondern weil er die vorteilhaften sozialen Folgen einer fortschrittlichen Industrialisierung erkannte und tatsächlich den Wunsch hatte, ‚Wohltäter‘ seines Volks zu sein. Vergessen wir nicht: Selbst die Slums und die wirklich üblen Arbeitsbedingungen des Frühkapitalismus waren eine Verbesserung(!) -- denn warum sonst drängte denn das Landvolk in die Städte, in die Slums, in die Fabriken?
    Vergessen wir auch nicht, dass gerade in Deutschland Arbeitszeitregelungen, Arbeitsschutz und Sozialversicherungen vorbildlich und führend waren, was gegen die Ansicht spricht, dass die wilhelminische Epoche von verknöcherten Reaktionären geführt wurde. Sie waren Aristokraten und lebten in einer streng geteilten Ständegesellschaft, aber sie waren nicht rückwärts gewandt!

  69. Eine kleine Anmerkung: Ich sehe gerade, dass sich das Thema ‚Bürokratur‘ auf mehrere Stränge verzettelt. Schade, aber wenn man etwas querliest, wird’s noch gehen; bei einem Blog ist das wohl manchmal unvermeidlich.

  70. Danke! 🙂

  71. @Tritium

    Bei Preußen denke ich speziell und mit größter Hochachtung an http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Althoff .

    Zur Bürokratie verdichten sich meine Erfahrungen, daß für jegliches Problem sofort nach komplizierten, restriktiven und letztendlich undurchführbaren Regularien gerufen wird -- von erfahrenen und intelligenten Personen übrigens. Einfache, auf Selbständigkeit oder gar Humor basierende Anregungen haben keine Chance; man wird, günstigenfalls, als alter Trottel belächelt.

    Ist das freie, autonomes Denken und Handeln vielleicht sogar nur eine Laune der Natur, ein genetischer, behandlungsbedürftiger Defekt?

    Gruß!

  72. achgut.com (Weimer):

    Warum die Grünen so grau werden

    …..Das Zeitraffer-Ergrauen ist auf den ersten Blick verblüffend. Denn vor nur einem Jahr schienen die Grünen auf dem Höhepunkt ihrer Geschichte angelangt. Nach dem Unglück von Fukushima durchzuckte Deutschland ein grüner Reflex wie nie zuvor. Die Umfragewerte überstiegen zeitweise die der SPD und selbst im urkonservativen Baden-Württemberg siegten sich die Grünen bis ins Ministerpräsidentenamt. Politologen wähnten schon eine neue Volkspartei die Republik verändern. Der Zeitgeist der Biogemüse- und Elektroauto-Republik wehte alles Grüne auf die Siegerseite der Geschichte. Die Angst der anderen Partei vor dem grünen Durchmarsch war so groß, dass Deutschland sich in einer Blitzaktion dazu entschied, alle Atomkraftwerke abzuschalten – koste es, was es wolle. Heute, genau ein Jahr später, ist das Grünsein in etwa so cool wie eine knarrende Tür im Altersheim. Die Wähler und Unterstützer laufen der Partei davon, als hätte die eine ansteckende Krankheit.