Langzeitstudie zur Gentechnik: Kein höheres Risiko als konventionelle Züchtungen

15. September 2014 | Von | Kategorie: Blog, Gentechnik, Gesundheit, Ökologistische Mythen

BMBF-Studie GentechnikGefunden bei transgen.de:

Gentechnisch veränderte Pflanzen zeigen im Vergleich zu konventionell gezüchteten kein höheres Risiko für Umweltbeeinträchtigungen. Seit 1987 hat die Bundesregierung zahlreiche Projekte zur biologischen Sicherheitsforschung finanziert. Zwei Jahre nach dem Ende des vorerst letzten Programms ist nun eine Broschüre erschienen, in dem einige Versuchsreihen mit ihren Ergebnissen vorgestellt werden. Einen Schwerpunkt bilden mehrere Projekte zu gentechnisch verändertem Mais. Obwohl die Wissenschaftler keine Hinweise auf besonderen Umweltrisiken finden konnten, wird Deutschland einen Anbau wohl auch in Zukunft verbieten.

Insgesamt mehr als 300 Forschungsprojekte zur biologischen Sicherheit hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 1987 gefördert, davon etwa die Hälfte zu gentechnisch veränderten Pflanzen.

(…) Schädliche Effekte, die über das Niveau konventioneller Pflanzen hinaus gehen, fanden die Wissenschaftler nicht. Im Gegenteil: „Das ökologische Profil von Bt-Mais ist besser als das von herkömmlichen Maissorten, die mit chemischen Insektiziden behandelt werden,“ so Dr. Stefan Rauschen, Verbundprojektleiter der Bt-Maisversuche 2008-2011 in der BMBF-Broschüre.

Hier weiterlesen

Download-Link zur Broschüre der BMBF-Studie

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

21 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Es ist leider wirklich so, wie das Zitat aus der obigen Studie besagt:

    „Es zeigt sich,“ so der Philosoph und Kommunikationswissenschaftler Christian Dürnberger vom Münchener Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften (TTN) in der BMBF-Broschüre, „dass Sicherheitsgefühl und Risikowahrnehmung keineswegs nur auf der naturwissenschaftlichen Erkenntnislage zu Wahrscheinlichkeit und Ausmaß eines etwaigen Schadens basieren, vielmehr spielen dabei übergeordnete Wertvorstellungen und kulturelle Leitbilder eine zentrale Rolle.“

    Das macht es fast unmöglich zu einer vernünftigen Diskussionsgrundlage mit Gentechnikgegnern zu kommen und leider betrifft das nicht nur dieses Thema.

  2. @Gerhard Straten #1
    Herr Straten, genau das ist der Punkt:
    So fordert auch das BfR staatliches Handeln selbst bei gefühlten Risiken
    Damit können weder Gen- noch Kerntechnik, Fracking usw. in diesem Land salonfähig werden, weil eben der Einzelne auf fachfremden Bereich manipulierbar ist und schliesslich in Summe die Mehrheit darstellt
    meint JH

  3. Ein fataler postmoderner Abschied vom Rationalismus. Naturwissenschaft ist bedeutungslos, wenn die Gefühle von Massen betroffen sind.

  4. @Martin Landvoigt

    Naturwissenschaft ist bedeutungslos, wenn die Gefühle von Massen betroffen sind.

    Und die Grünen werden dafür sorgen, das die Themen nicht ausgehen. Das wäre für sie existenzbedrohend.
    Wird also die Kernfusion irgendwann wirtschaftlich Strom erzeugen können, dann wird gegen das Magnetfeld demonstriert -- Handystrahlung reloaded.

  5. Darum geht es doch gar nicht! Das Für und Wider von Gentechnik ist völlig unwichtig!

    Die Langzeitstudie ignoriert die Freiheit, eigenes Saatgut zu verwenden und Anbaumethoden abseits von Brüsseler Diktatur, Pharmazie und industrieller Landwirtschaft zu pflegen.

    Die Langzeitstudie befasst sich mit einem unwesentlichen Nebenschauplatz.

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

  6. @Hans Kolpak #5
    Ihr Kommentar ist ein schöner Beleg zur These Christian Dürnbergers. Gentechnik ist gleich Großindustrie und staatlicher Bürokratismus.Mag sein, dass sich das im Moment so darstellt. Das ist dann aber ein Nebenschauplatz. Die Studie befasst sich mit den Chancen, die Gentechnik in einer sich weiter entwickelnden Landwirtschaft hat. Darauf kommt es letztendlich an. Eine andere Sicht der Dinge, was die Gefährlichkeit grüner Gentechnik angeht, würde sicher auch die von ihnen angesprochenen Fehlentwicklungen relativieren.

  7. @ Hans Kolpak #5

    Ich verstehe Ihren Kommentar nicht so ganz. Was meinen Sie mit der „Freiheit, eigenes Saatgut zu verwenden“? Eine Freiheit, die in Europa deutlich beschränkt ist, ist die, gentechnisch verändertes Saatgut zu verwenden, auch wenn deren Unbedenklichkeit erwiesen ist, oder wenn damit auf massiven Pestizideinsatz verzichtet werden könnte, wie etwa beim BT-Mais.

    Wenn Sie damit die „Freiheit“ meinen, eigenes Saatgut herzustellen, das ist etwa beim Mais seit jeher nicht möglich, da es sich um Hybridpflanzen handelt und die Nachkommen viele positive Eigenschaften nicht haben.

    Und wenn ein Landwirt aus einer Nutzpflanze selbst Saatgut herstellen kann, ist er nach dem Sortenschutzgesetz in Deutschland verpflichtet, den Züchter dieser Sorte zu bezahlen. Mit „Freiheit“ im Sinne von kostenfrei ist da nichts.

    § 10a

    (3) Ein Landwirt, der von der Möglichkeit des Nachbaus Gebrauch macht, ist dem Inhaber des Sortenschutzes zur Zahlung eines angemessenen Entgelts verpflichtet. (…)

    (6) Landwirte, die von der Möglichkeit des Nachbaus Gebrauch machen, sowie von ihnen beauftragte Aufbereiter
    sind gegenüber den Inhabern des Sortenschutzes zur Auskunft über den Umfang des Nachbaus verpflichtet.

  8. @ Hans Kolpak #5
    Warum kommt eigentlich keiner auf die Idee die Freiheit auch für die Anwendung von Medikamenten (bei Homöopathie mit fehlendem Wirksamkeitsnachweis ist das sogar der Fall) oder das Wäschewaschen zu reklamieren ? Ja, auch beim Wäschewaschen ist man nicht mehr richtig frei, weil für eine saubere Wäsche bei 30°C auch Enzyme aus der weißen Gentechnik nötig sind. Die Freiheit bei Anbaumethoden in Form des Ökolandbaus wird im Übrigen durch die „Brüsseler Bürokratie“ immens gefördert, finanziell als auch ideell mit labels und der Idee der Koexistenz. Wenn natürlich Totalverweigerer hier bei Gentechnik 0 % Beeinflussung fordern, so ist Koexistenz von dieser Seite nicht gewollt. Bei einem solchen Maßstab auf Pflanzenschutzmittel angewandt, könnten sie ihre Anbauideologie gleich begraben. Die Forderung von „Freiheit“ bei der Saatgutwahl und eine Wiederverwendung bei der Aussaat ist wie schon von Rudolph Kipp angedeutet eine romantische Vorstellung aus den Zeiten, wo 50 % in der Landwirtschaft arbeiten mussten. Keiner zwingt Landwirte, modernen Hybridmais anzubauen, sie tun es trotzdem, weil einfach der Ertrag und die Sorteneigenschaften über diese Entscheidung bestimmen. Auch all die modernen Maschinen wie vollautomatisierte Mähdrescher würden nichts nutzen, wenn die Abreifeeigenschaften nicht durch die geprüfte Sorte synchronisiert wären. Würde man Gentechnik hier zulassen und nicht wider jeder wissenschaftlichen Erkenntnis pauschal bekämpfen, wäre es ebenso wie bei roter und weißer Gentechnik: Der Markt würde entscheiden. Und wenn angeblich alles so schlecht an Gentechnik ist, müssten die Gegner dann doch eigentlich beruhigt sein. Man kann ja auf all den modernen „Schnick-Schnack“ wie Hybridzüchtung, cms bei Gemüsesaatgut, Sortenschutz bzw. Gebühr für den Züchter (übrigens eine Investitionssicherung für den Züchtungsfortschritt!) oder den Inbegriff alles Bösen, die Gentechnik verzichten, wenn man eine Produktivität wie vor 100 Jahren möchte. Aber die Verteidiger der Romantik (die ja keine war) sollten dann auch sagen wie man dann 7 Mrd. Menschen ernährt oder wie der Fleischkonsum verboten werden soll.

  9. Jep BT Mais absolut null Risiko in was für einer Traumwelt lebt ihr eigentlich? Ich bin absolut nicht gegen Fortschritt ganz im Gegenteil ergo bin ich auch nicht gegen die Möglichkeit Gene zu manipulieren aber erst wenn die Menschen dieses Technik umfassende Begriffen haben sollte Sie diese erst einsetzen was atm absolut nicht der Fall ist.
    Das Ausmaß und die Folgen eines manipulierten Gens auf den aktuellen sowie alle nachfolgenden Lebenszyklen sind nicht mal annähernd begriffen worden, ganz zu Schweigen von einer indirekten Übertragung und wiederum deren Konsequenzen!

    Abgesehen mal vom Gesundheitsfaktor der beim Einsatz von Pestiziden wohl klar ohne Zweifel leidet. Ertragssteigerung? Weniger Pestizide? Das ist mal wieder gedacht von hier auf jetzt! Die einzigen die Ertragssteigerung auf lange Sicht hätten wären die Agrarunternehmen und zwar doppelt, Pestizide & genmanipuliertes Saatgut!

    Unglaublich zu glauben man könnte in die Natur eingreifen ohne Reaktion!

  10. noch 2 Nachträge:

    Eine 3 jährige Studie mit Schweinen. Resultat Verdauungsproblem entzündungen im Magen und/oder Darmtrakt sowie Beinträchtigung der Fruchtbarkeit. Was ein wunder das ist genau das was das B.t. Bakterium eigentlich nur bei den Schädlingen auslösen soll und sie so auch unschädlich macht!

    http://gmojudycarman.org/new-study-shows-that-animals-are-seriously-harmed-by-gm-feed/

    “In my experience, farmers have found increased production costs and escalating antibiotic use when feeding GM crops. In some operations, the livestock death loss is high, and there are unexplained problems including spontaneous abortions, deformities of new-born animals, and an overall listlessness and lack of contentment in the animals.“

    ——————————————————-

    http://www.nabu.de/themen/gentechnik/studien/14404.html

    Ich weiss nicht wem du nun mehr Vertrauen schenken willst? Den Agrarunternehmen deren primäres Ziel nicht Beendigung des weltweiten Hungers ist geschweige den gesunde natürlich Nahrung, sondern in erster Linie nur Profit zählt? Oder eben Informationen von unabhängigen zivilgesellschaftlichen Organisationen aus der ganzen Welt? Cui Bono?

  11. Libre
    Null Risiko ? Davon spricht keiner ! Aber wie so oft in dieser Diskussion werden Risiken mit Gefahren verwechselt. Ein Fortschritt ohne Risikobereitschaft ist nicht zu haben. Man kann die einzugehenden Risiken nur versuchen zu minimieren. Glücklicherweise waren unsere Vorfahren nicht nur Lamentierer, hatten die Ozeane nicht umfassend begriffen und sind trotzdem raus gefahren.
    Der Bericht eines Farmers, die Phantasien einer Judy Carman und die allseits bekannte Position des NABU gegen 25 Jahre unabhängige Forschung ? Wen wollen Sie veralbern ? Die sog. zivilgesellschaftlichen Organisationen sind nicht unabhängig, sie verfolgen eine Ideologie und nur mit dem Bedienen von Urängsten lassen sich Spendengelder locker machen. In der Wissenschaftsszene haben jene „zivilgesellschaftlichen Organisationen“ inzwischen jedes Vertrauen verspielt: http://wissenskueche.de/2014/08/von-ideologie-korrumpiert-wenn-naturschutz-und-transparenz-die-falschen-anwaelte-haben/

  12. @ Libre
    Ich glaube, Sie haben da etwas gründlich missverstanden. Es gibt kein Null-Risiko. Nicht bei konventionellen Züchtungen, nicht beim Bio-Anbau und auch nicht bei der grünen Gentechnik. Niemals.

    Was man sicher sagen kann ist, dass nach vielen Jahren grüner Gentechnik, sowohl in Forschung, wie auch in der Landwirtschaft, es keinen Beleg dafür gibt, dass genveränderte Pflanzen schlechter für Umwelt oder Gesundheit wären, als konventionell gezüchtete (Nebenbei, was halten Sie von Mutationszüchtungen? Ist konventionell, weit verbreitet und auch für den Bioanbau zugelassen.).

    Nun zu der von Ihnen verlinkten Schweinestudie. Sehen wir mal darüber hinweg, dass es sich bei dem „Journal of Organic Systems“ in dem die Studie publiziert wurde um ein sehr kleines Australisches Journal handelt, dass zweimal im Jahr erscheint, hauptsächlich Artikel über die Vorteile vom Bio-Anbau veröffentlicht und von der „Organic Federation of Australis“ gesponsert wird.

    Und sehen wir auch einmal darüber hinweg, dass es sich bei der Hauptautorin Judy Carman um déine Anti-biotech-Aktivistin handelt, oder das einer der Co-Autoren, Howard Vlieger, Mitbegründer und Vizepräsident von Verity Corp ist, die in den USA Gentechnik-freies Getreide vermarktet. Ob da wirklich kein „no conflicts of interest“ vorlag, wie die Autoren unter der Studie schreiben.

    Aber sei es drum, mal zu der Wissenschaft. Was man positiv vermerken kann ist, dass die Autoren der Studie Ihre Daten recht sauber präsentieren, womit sie sich schon mal von anderen anti-Gentechnik-Forschern, wie etwa Seralini) deutlich abheben.

    Beginnen wir mit der Gesamtsterblichkeit. Die wird mit 13% für die mit genverändertem Futter (GV) und für die mit nicht genverändertem (n-GV) Futter gefütterten Tiere mit 14% angegeben. Also quasi identisch. Allerdings erscheinen diese Zahlen recht hoch. Auch wenn die Autoren schreiben, das läge im Durchschnitt der US Schweinebetriebe. Diese Seite kommt auf „normale“ Zahlen von 5-8%. Es sieht also so aus, als wären die Tiere nicht besonders gut gehalten worden.

    Interessant wird es dann in Tabelle 3. Dort sind die beim Schlachten der Tiere gefundenen Organkrankheiten der GV und n-GV Schweine gegenübergestellt. 15% der nGV-Schweine hatten Herzstörungen gegenüber 7 aus der GV Gruppe. Leberschäden traten bei der nGV-Gruppe auch etwa doppelt so häufig auf, wie bei der GV-Gruppe. Ebenso war die Zahl der Herzbeutel- und Brustfellentzündungen bei der n-GV-Gruppe doppelt so hoch, wie bei der GV-Gruppe.

    Diese Zahlen schafften es aber nicht in den Abstract und auch nicht in die Pressemeldungen. Das war nicht das, wonach man suchte. Und das bewusst gesucht wurde erkennt man sehr deutlich. Die roten Lampe „Cherrry-Picking“ leuchtet immer dann besonders deutlich auf, wenn eine interessante Gruppe mehr oder minder wahllos in Untergruppen aufgeteilt wird. Und so wurde in dieser Studie bei den Magenentzündungen vorgegangen.

    Nimmt man die Gesamtzahl der gefundenen Fälle, dann wurde bei der n-GV-Gruppe bei 69 von 73 Schweinen eine Entzündung festgestellt (94,5%), bei der GV Gruppe bei 64 von 72 Schweinen (89%). Aufgeteilt wurden die Fälle in leicht, mittel und schwer. Nimmt man nur die mittleren und schweren Fälle, dann kommt man auf 38 n-GV (52%) und 41 n-GV (57%). Lediglich bei den schweren Fällen kamen die Autoren zum gewünschten Ergebnis von 9 n-GV Schweinen (12%) zu 23 GV-Schweinen (32%). Wobei die von den Autoren gewählten statistischen Methoden gar nicht geeignet sind, eine so klare Aussage zu treffen, wie die Autoren das tun. Und die Untersuchungsmethode zur Bestimmung des Grads einer Magenentzündung, nämlich die Intensität der Rotfärbung, ist überhaupt nicht geeignet, eine Aussage über die Schwere der Entzündung zu machen.

    Es hat schon gute Gründe, warum die Autoren die Studie in einem kleinen Öko-Journal ohne Peer-Review publiziert haben. Anderswo hätten die von ihnen gemachten Schlüsse mit Sicherheit zu einer Ablegung der Arbeit geführt.

    Was stutzig macht ist die sehr hohe Gesamtsterblichkeit und auch die Hohe Anzahl (> 90%) an Fällen von Magenentzündung bei sämtlichen Schweinen. Entweder hat man hier eine besonders anfällige Rasse gewählt (wie Seralini bei seinen Ratten), oder die Haltungsbedingungen waren sehr schlecht. Beides wirft kein gutes Licht auf die Forscher.

  13. Liebe LibreInnen,

    zu Ihren tollen Studien hat Herr Kipp ja schon alles Wesentliche gesagt – daher von mir nur noch ein paar Anmerkungen zum ebenso tollen Video. Dort wird ein Prof. Antonio Andrioli als Experte präsentiert. Der gute Mann ist allerdings alles andere ist als ein Experte zum Thema Gentechnik. Er ist studierter Lehrer für Philosophie, Psychologie und Soziologie und promovierte in Deutschland als Soziologe. Dass dieser Prof. von Naturwissenschaften keine Ahnung (dafür aber eine tolle Mission) hat, zeigt schon das Video, denn offenbar ist dieser „Experte“ davon überzeugt, dass eine Raupe, die sich von herbizidresistentem Mais ernährt selbst herbizidresistent wird. Wer weitere „Erkenntnisse“ dieser Größenordnung konsumieren will, dem sei das Buch „Agro-Gentechnik: Die Saat des Bösen“ empfohlen – Autor: Antonio Andrioli. Der Titel ist Programm! Hier eine ziemlich wahllos herausgegriffene Kostprobe:
    „Sowohl Enzyme als auch ein Teil der Vitamine und Aromastoffe werden auf der Basis gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt. Gennahrung enthält Erbgut aus Bakterien, Viren und anderen Organismen. Niemand weiß, ob Menschen auf deren Proteine allergisch reagieren, denn sie waren bisher nicht Bestandteil der menschlichen Nahrung.“
    Herr Andrioli achtet beim Essen sicherlich peinlich genau darauf, jegliches Verzehren von Genen von „Bakterien, Viren und anderen Organismen“ zu vermeiden.
    Mit solchem „Wissen“ fällt man garantiert durch jede 10.Klasse-Bioprüfung – äh falsch – müsste man eigentlich durch jede Bioprüfung fallen!

    MfG

  14. U. Langer 19. September 2014 07:27

    Dass dieser Prof. von Naturwissenschaften keine Ahnung (dafür aber eine tolle Mission) hat, zeigt schon das Video, denn offenbar ist dieser „Experte“ davon überzeugt, dass eine Raupe, die sich von herbizidresistentem Mais ernährt selbst herbizidresistent wird.

    In dem Video, das ich gesehen habe, ging es um Mais 1507, der sowohl Herbizid- als auch Insektenresistent (bestimmte Insekten) sein soll. Und darum, dass die Insekten resistent gegen das von der Pflanze gebildete Gift werden. Passt irgendwie nicht zu dem, was Sie schreiben. Haben Sie ein andere Video angesehen?

  15. @ Marvin Müller #15
    Ich find’s immer wieder interessant, dass das Argument der möglichen (und wahrscheinlichen) Herbizidresistenz gegen die Gentechnik benutzt wird. Ja, selbstverständlich können (und werden) Insekten gegen Herbizide Resistenzen entwickeln. Das machen sie vermutlich seit es Pflanzen gibt, die Insektengifte produzieren und es Insekten gibt, die Pflanzen fressen.

    Das führt natürlich dazu, dass alle Gifte irgendwann ihre Wirkung verlieren und neue Entwickelt werden müssen, gegen die die Insekten dann irgendwann wieder resistent werden. Aber das ist unabhängig davon ob es sich um GV-Pflanzen, natürliche Herbizide oder künstliche Herbizide handelt.

  16. Rudolf Kipp 19. September 2014 12:40

    @ Marvin Müller #15
    Ich find’s immer wieder interessant, dass das Argument der möglichen (und wahrscheinlichen) Herbizidresistenz gegen die Gentechnik benutzt wird. Ja, selbstverständlich können (und werden) Insekten gegen Herbizide Resistenzen entwickeln.

    Sie haben aber schon gelesen, was ich schrieb, oder? Ich habe extra hervorgehoben, dass es nicht darum ging, dass die Insekten resistent gegen Herbizide werden….

  17. @ Marvin Müller #17
    Das war auch gar nicht als Kritik an Ihrer Aussage gemeint, sondern mehr eine Ergänzung zum Gesagten. Sorry, das ist wohl nicht ganz klar gewesen.

  18. Sehr geehrte Diskutanten,

    ahäm, da ist wohl in der Hitze des Wortgefechtes etwas durcheinander geraten:
    Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass Insekten gegen Insektizide Resistenzen entwickeln können und Pflanzen gegen Herbizide. Was aber m.W. gar nicht geht, dass Insekten gegen Herbizide resistent werden. Sieh z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Resistenz
    Üblicherweise versucht man ja eine spezifische Wirkung zu erzielen, um möglichst wenige „off-target“-Effekte zu erhalten. [Wobei ein Herbizid, das gleichzeitig ein Insektizid für einen ebenfalls -hypothetisch- massiv auftretendes Schadinsekt in der gleichen Ackerkultur wäre, könnte u.U. ein Blockbuster werden, sofern es keinerlei signifikante Nebenwirkungen auf Mensch und Umwelt hat ;-)]
    Insekten und Pflanzen unterscheiden sich hinsichtlich ihres Metabolismus doch so erheblich, das es möglich ist, den Stoffwechsel spezifisch zu beeinflussen. Z.B. Glyphosat (sorry, der URL ließ sich leider nicht verkürzen):
    http://www.bvl.bund.de/DE/08_PresseInfothek/01_FuerJournalisten/01_Presse_und_Hintergrundinformationen/04_Pflanzenschutzmittel/2014/2014_01_06_pi_glyphosat.html
    Es gibt durchaus meßbare Effekte auf Insekten wie Schmetterlinge, doch die sind indirekter Natur (durch Eliminieren der Nahrungspflanzen). Das hat mit Resistenzbildung aber nichts zu tun!
    Nichtsdestotrotz wird es immer Resistenzbildung bei Pflanzen gegenüber Herbiziden und bei Insekten gegenüber Insektiziden geben, unabhängig davon, ob Gentechnik im Spiel ist oder nicht, dank Mutation und Selektion, der alle Lebewesen auf dieser Erde -mehr oder weniger- unterworfen sind…

    MfG
    Ein Biologe

  19. @ HUM
    Danke für den Hinweis, das ist in der Tat etwas durcheinander geraten…

  20. Ich möchte Herrn Kolpak’s Bedenken mal anhand eines Beispiels unterstützen.
    Die Firma Monsanto hatte einen Bio-Landwirt auf Lizenzzahlung verklagt, weil dessen Produkt (?) nachweislich eine von Monsanto patentierte Genveränderung aufwies. Der Bio-Bauer hat daraufhin gegen den Chemiegiganten eine Gegenklage auf Schadenersatz eingereicht, weil dessen Produkt auf einem benachbarten Feld nachweislich sein Produkt „verseucht“ hat.
    Leider ist mir nichts über den weiteren Verlauf dieser gegenseitigen Klage bekannt.

Schreibe einen Kommentar