Lesetipp: Nicht der Atommüll, sondern die grüne Anti-Atomkraftideologie leidet unter einem Endlagerungsproblem

25. September 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kernenergie, Ökologismus, Politik

Im Blog „Denken für die Freiheit“ des Liberalen Instituts der Friedrich-Naumann-Stiftung ist unter dem Titel „Die Moritat von der ‚ungelösten Endlagerfrage‚“ ein bemerkenswerter Beitrag von Klaus-Dieter Humpich erschienen, welchen ich den Lesern dieses Blogs wärmstens zur Lektüre empfehlen möchte. Hier ein Auszug:

Wäre der „Atommüll“ innerhalb von — sagen wir 300 Jahren — vollständig verschwunden, würde die Diskussion sicherlich zu einer gänzlich anderen Bewertung führen. Als Totschlagargument gegen die Kerntechnik dient die Gefahr für Jahrmillionen. Diese besteht aber nur, wenn man so langlebige Isotope, wie Plutonium und die  sog. „Minoren Aktinoiden“ weiter bestehen lässt. Genau dies fordern aber nur die Deutschen Grünen! Machen wir uns nichts vor, selbst wenn heute weltweit mit der Nutzung der Kernenergie (Brückentechnologie!) Schluss gemacht würde, würden einige tausend Tonnen Plutonium und Aktinoiden — nicht zuletzt aus der Rüstung — verbleiben. Diese sollen nach den Wünschen von Trittin und Co aus rein ideologischen Gründen einfach verbuddelt werden. Wahrscheinlich als Dünger für die Verwirklichung des Sozialismus. Diese Forderung von „Atomkraftgegnern“ kann man nur als pervers bezeichnen. Es soll eine vermeidbare Gefahr aus einer verquasten Ideologie heraus erhalten werden, um Argumente für die Durchsetzung unsinniger Investitionen in Wind und Sonne rechtfertigen zu können

Link zum Artikel

Link zum Blog Denken für die Freiheit

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14 Kommentare
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  1. Richtig guter Artikel. Ich wünchte mir die darin aufgeführte Argumente und Schlussfolgerungen, wenigstens ab und zu, in den Mainstream-Medien wiederzufinden. Es ist wichtig das Pragmatiker und Realisten wieder eine Deutungsmehrheit vor den Ideologen bekommen, nicht nur in der Presse, vor allem auch in der Politik.

    Deshalb möchte ich einen Satz von Herrn Humpich noch mal besonders betonen: „Allerdings kann nur Deutschland selbst, das finstere Rot/Grüne-Zeitalter der totalen Verweigerung beenden. Die Aufgabe der Politik ist es „Möglichkeiten zu schaffen“ und nicht die Welt mit ideologischen „Glaubensbekenntnissen“ und „endgültigen Lösungen“ zu fesseln.“

  2. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das Interview der ZEIT mit dem Greenpeace Mitbegründer (und heute Ex-Mitglied) Pattrick Moore, auf das Günther Hess hier verwiesen hat (Link zum ZEIT-Artikel):

    ZEIT ONLINE: Wenn die Atomkraft so sicher ist wie Sie sagen, warum gibt es bis heute kein Endlager für atomaren Müll?

    Moore: Das stimmt so nicht. Zunächst einmal ist es irreführend Kernbrennstoffe als Müll zu bezeichnen. Derzeit werden sie bereits sicher gelagert in starken Containern. Der Beleg dafür ist, dass niemand darunter leidet. Der sogenannte Atommüll ist eines unserer wichtigsten Energieressourcen der Zukunft. In Frankreich werden Brennstoffe bereits wiederverwertet. Es ist schlicht gelogen, zu behaupten, man wisse nicht wohin damit. Die Japaner haben gerade für 30 Milliarden Dollar eine Anlage errichtet, die benutzte Brennstäbe wieder aufbereitet. Eines Tages werden wir mit neuen Methoden das komplette Uran für die Atomkraft nutzen können, heute sind es gerade einmal ein Prozent. Wir müssen auf Recycling setzen.

  3. Passend zum obigen Beitrag hier noch zwei Artikel von Uli Kulke aus der WELT:

    Neue Atomkraftwerke, aber diesmal in Grün
    Kernkraftwerke, die keinen Atommüll abwerfen? Konstruktionen, bei denen die Gefahr einer Kernschmelze wie einst in Tschernobyl ausgeschlossen ist? Eine Generation von Reaktoren also, die garantiert harmlos sind? China, die USA und die Euratom entwickeln neue Konzepte – Deutschland beteiligt sich nicht.


    Atommüll wird in 20 Jahren nicht mehr strahlen

    Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie Atommüll unschädlich machen wollen. Damit rauben sie Kernkraft-Gegnern viele Argumente.

  4. sie haben recht, dieser artikel ist ideologie
    dadurch das atomkraftwerke weiterhin laufen ist die gefahr immer größer, da dadurch ja immer mehr atommüll entsteht der noch Jahrtausende sehr gefährlich ist. Die einzige möglichkeit, um die verseuchung der Erde zu verhindern ist atomkraft werke sofort abzuschalten. Auf der ganzen Welt wurden und werden Atomarverseuchte Stoffe illegal in die umwelt entsorgt. Wind und Sonnenenergie sind zwar noch nicht ausgereift aber wollen sie etwa ihren Kindern den ganzen Atomscheiß überlassen? Wollen sie ihren Kindern die Probleme überlassen die sie verursacht haben?
    Wollen sie ihren urururenkeln eine verseuchte welt überlassen mit einem riesem Atomkrieg?
    Der nächste Weltkrieg wird wahrscheinlich nur aus Atomwaffen bestehen und die ganze welt sieht schlimmer aus als Herochima. Atomkraft schdet nur ihnen.
    immoment wird der atommüll in wellblech hallen gelagert, also müssten die Angreifer nur ein flugzeug oder eine Bombe hinnein fliegen und schon währe halb deutschlan versucht.
    Es gibt zurzeit schon genug ereignisse die die Umwelt zerstören wie zum beispiel die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko
    wenn dazu noch Fukushima und tschernobel kommen …
    die atombehörde sagter das in 10 000 Jahren ein Atomarer unfall passiert 10 000 Jahre á 400 Atomkraftwerke = 25
    => alle 25 Jahre passiert ein Atomarer unfall tschernobel

  5. #4

    tschernobel und Herochima. Wie wär’s denn mal mit ’nem Deutschkurs…. für’s erste?

  6. Ein lustiger Vogel.
    Völlig frei von Reflexion oder eigenen Gedanken.
    Ein Papagei, der plappert, was ihm vor 10 Jahren beigebracht wurde.
    Weil du offenbar unfähig bist, Texte zu begreifen will ich mal auf deine ‚Wellblechhütten‘ eingehen, denn dazu habe ich spannende bunte Bildchen:
    Die radioaktiven Stoffe sind in Castoren. Castoren sind aus Späroguss und praktisch unzerstörbar. So weit wie du haben andere nämlich schon lange gedacht -- ist ja auch keine Kunst.

    Castor-Test 1: Aufschlagtest (Fall aus 40 Meter Höhe auf eine Betonplatte)
    Castor-Test 2: Feuertest (1000 Liter Diesel erhitzen die Aussenhülle auf 1200 °C)
    Castor-Test 3: Gasexplosion (Ein Kesselwagen mit Propangas wird direkt neben einem Castor zur Explosion gebracht)
    Castor-Test 4: Flugzeugabsturz (Mit einer Spezialkanone wird ein direkter Einschlag eines Kampfflugzeugs bei Schallgeschwindigkeit simuliert)
    Castor vs. Lokomotive (Schwere Lok fährt mit 160 kmh auf einen Castor)

    Natürlich war das Ergebnis in allen Fällen gleich: Die Castoren blieben dicht!

  7. @ #4

    Wind[energie] (…) ihren Kindern den ganzen Atomscheiß überlassen

    Auch Windräder produzieren radioaktiven Abfall:

    (…) Bis auf einen Hersteller -- Enercon -- setzen derzeit alle auf Direktantriebe mit Permanentmagneten.

    Um solche starken Permanentmagneten zu erzeugen, sind Metalle der so genannten Seltenen Erden nötig, vor allem Neodym, das zum Aufbau von starken Neodym-Eisen-Bor-Magneten genutzt wird. Als Faustregel gilt: pro Megawatt Leistung benötigt ein Direktantrieb ca. 200 kg Neodym. Für eine 5MW-Anlage, wie sie etwa in im alpha ventus Windpark vor Borkum eingesetzt wird, wird also eine Tonne Neodym benötigt. “Neodym aber ist ohne große Mengen radioaktiven Abfalls nicht zu haben, denn es kommt nur in chemischen Verbindungen vergesellschaftet mit anderen sog. Lanthanoiden vor -- und mit radioaktiven Elementen, z. B. Thorium oder Uran.”

    (…) Da das radioaktive Thorium derzeit nicht verwendet wird, häuft es sich rund um die chinesischen Minen, aus denen derzeit 97% der Weltproduktion an Neodym stammt, in riesigen Mengen unter freiem Himmel an: allein rund um den „See der seltenen Erden“ (40.632324, 109.685440), einem riesigen Auffangbecken für die wässrigen Abfallprodukte des Abbaus nahe der mongolischen Stadt Baotou, lagern bereits jetzt ca. 90.000 Tonnen Thorium.

  8. #7

    …allein rund um den „See der seltenen Erden“ […] nahe der mongolischen Stadt Baotou, lagern bereits jetzt ca. 90.000 Tonnen Thorium.

    …mit denen man, nebenbei bemerkt, den gesamten Energiebedarf der Menschheit auf absehbare Zeit decken könnte! Ohne CO2-Freisetzung, ohne Abgase, ohne Landschaftszerstörung, ohne gewaltigen Hochspannungsnetzausbau, ohne „Energiepflanzen“anbau, ohne Zwischenfälle mit gefährlichem Biomüll.

  9. @Flumi #8

    …mit denen man, nebenbei bemerkt, den gesamten Energiebedarf der Menschheit auf absehbare Zeit decken könnte! Ohne CO2-Freisetzung, ohne Abgase, ohne Landschaftszerstörung, ohne gewaltigen Hochspannungsnetzausbau, ohne “Energiepflanzen”anbau, ohne Zwischenfälle mit gefährlichem Biomüll.

    …..egal, dat is Scheiß-Atom !!! Also abgelehnt!

  10. Es gibt übrigens noch einen Abfall, der schon ganz allein alle Energieprobleme lösen kann:
    Das abgereicherte Uran aus der Brennstoff-Anreicherung für Leichtwasser-Reaktoren.
    Natürliches Uran enthält ja nur 0,7% 235U. Brennstäbe benötigen aber > 3%. Das viele 238U, das im Natururan 99,3% ausmacht, wird in Leichtwasser-Reaktoren nicht verbrannt und nachdem das 235U abgetrennt ist, ist es ‚Abfall.
    Doch in Schnellen Reaktoren verbrennt es sehr wohl!

    Die 700.000 Tonnen ‚Abfälle‘ an 238U, die allein in den USA lagern, genügen um den Energiebedarf der USA für tausende Jahre zu sichern.

    3000 Year Fuel Supply: Depleted Uranium

  11. Und bis das mal genutzt wird lässt Queen Mums Haliburton das abgereicherte Uran für die Demokratie während der Balkanisierungsfeldzügen verschießen.

  12. Es gibt, wie man sieht, sinnvollere Möglichkeiten für DU als Wuchtmunition.
    Allerdings ist mir nicht ganz klar, was eine Ölfirma und eine verstorbene britische Royal damit zu tun haben sollen.

    Interessant ist bei der DU-Munition allenfalls die primitive, aber wirkungsvolle Hetzpropaganda, die darum gemacht wird.
    Um das etwas zu erklären:
    Diese Munition vom Typ HVAP (High Velocity Armor Piercing) wirkt mit irgend einem Schwermetall, je schwerer/dichter, desto besser. Die Geschosse sollen nur eine möglichst hohe Querschnittsbelastung bei ausreichender Härte haben. Mit Strahlung hat das absolut nichts zu tun. Das Uran wird beim Aufprall auf harte Ziele pulverisiert und verbrennt mit sehr intensiver Hitze* -- das ist ein erwünschter Nebeneffekt -- zu Uranoxid, das wiederum als Staub ablagert.
    Theoretisch(!) wären merkliche, aber dennoch geringfügige Strahlendosen zu erwarten, wenn dieser Staub eingeatmet wird, aber wer im Moment des Einschlags so nahe dran ist, hat mehr als genug andere Probleme. Gewöhnlich atmet er gar nicht mehr.
    Danach ist dieses Uranoxid praktisch harmlos. In der obersten Erdschicht ist mehr natürliches Uran als jemals durch Kriegshandlungen dorthin gelangen könnte**. Es ist also mit Sicherheit auszuschliessen, dass irgendwelche der behaupteten Folgeschäden tatsächlich eingetreten sein könnten. Die Anti-DU-Propaganda ist einfach nur ein weiteres Beispiel für die Skrupellosigkeit mit der von interessierten Kreisen schamlos und penetrant gelogen wird, um Stimmung zu machen.


    * Uran ist leicht entzündlich. Es würde hervorragende Feuersteine abgeben und lässt sich in der Hinsicht etwa mit dem Metall Cer(ium) vergleichen.

    ** Wiki: „Die US-amerikanische Agency for Toxic Substances and Disease Registry (ATSDR) schätzt, dass sich in den obersten 33 cm Erdboden einer Fläche von einer Quadratmeile Land im Mittel ca. 4 Tonnen Uran befinden, also etwa 1,5 Tonnen pro Quadratkilometer“.

  13. Naja, aber irgendwie müssen schnelle (transmutierende) Neutronen erstmal erzeugt werden,
    ein Reaktor der nur mit Uran 238 bzw. DU auskommt, halte ich für schwierig zu realisieren.

  14. @ heraklit #13

    Für den Start stimmt das. In einem im Betrieb befindlichen Reaktor entstehen schnelle Neutronen aus der Spaltung von 239PU. Diese Reaktion erhält sich dann von selbst (Beispiel Laufwellenreaktor).

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