Lesetipp: Willkommen in der Planwirtschaft: Die Umlage für Erneuerbare Energien übersteigt den Börsenpreis

5. November 2012 | Von | Kategorie: Blog

Bei NovoArgumente ist ein Artikel von Werner Marnette erschienen, der sich kritisch mit der Energiewende auseinandersetzt. Marnette ist CDU-Politiker und war von 2008 bis 2009 in Schleswig-Holstein Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr.

Die Überförderung der Erneuerbaren Energien im Rahmen der Energiewende sowie staatliche Eingriffe und Abgaben sind die Preistreiber beim Strom. Es war seit langem absehbar, dass die EEG-Umlage ausuferte und die Übertragungsnetzbetreiber die Umlage für Erneuerbare Energien für 2013 von gegenwärtig 3,5 auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde anheben würden. Mit 5,3 Cent pro Kilowattstunde liegt der subventionierte Strompreisanteil jetzt sogar deutlich über dem Marktpreis an der Leipziger Börse von unter 5,0 Cent pro Kilowattstunde. Strom mit mangelhafter Verfügbarkeit (Wind, Sonne, …) wird somit höher bezahlt als der Strom aus konventionellen Kraftwerken mit ganzjähriger Verfügbarkeit. Da der Staat mitkassiert, erreicht die Umlage einschließlich der Mehrwertsteuer einen Wert von 6,3 Cent pro Kilowattstunde. Um diesen Anteil erhöht sich automatisch der Strompreis für den größten Teil der Stromverbraucher.

Die absoluten Belastungen aus den Erneuerbaren Energien liegen inzwischen bei cirka 16 Milliarden Euro pro Jahr, bei steigender Tendenz. Über 5 Milliarden Euro davon entfallen alleine auf die Photovoltaik, deren Beitrag zur Stromversorgung nur circa vier Prozent beträgt. Ein krasses Missverhältnis.

Doch ein Ende der Subventionen ist nicht absehbar, weil die Energiewende weiter auf den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien setzt, obwohl deren Stromerzeugungsanlagen auch in absehbarer Zeit nicht wettbewerbsfähig sind und kostenmäßig nicht im Markt bestehen können. Dies gilt auch für die Offshore-Windenergie, der wichtigsten erneuerbaren Energiequelle in der Zukunft. (Hier weiterlesen)

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2 Kommentare
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  1. ebd: “Obwohl ihr schon heute bekannt ist, dass die Erneuerbaren Energien nur cirka elf Prozent ihrer installierten Kapazitäten als gesicherte Leistung zur Verfügung stellen können, selbst wenn alle Offshore-Windprojekte realisiert sein sollten.”

    Marnette hat’s trotz kritischer Haltung nicht verstanden -- auch wenn er damit keineswegs alleine dasteht:

    Die sog. ‘gesicherte Leistung’ bezeichnet in der konventionellen Stromwirtschaft die über die absehbare Jahreshöchstlast hinausgehende, kurzfristig aktivierbare Leistungsreserve im Kraftwerkspark. Es ist NICHT der Anteil der installierten Leistung bzw. Nennleistung der Erzeugung, der gesichert zur Verfügung steht.

    Woher kommen da nun Phantasieangaben wie zB 10% der installierten Leistung für diese Kennzahl zustande? Nun, es ist einfach das, was zu Zeiten der Jahreshöchstlast IM MITTEL von EE-Erzeugern beigesteuert wird. Machen wir die Vorgehensweise mal an einem fiktiven, simplifizierten Windenergie-Beispiel fest:
    In einem Jahr hat’s zum Zeitpunkt der Jahreshöchstlast gestürmt und da hatten wir dann 40% der installierten Windleistung. Und in drei anderen Jahren hatten wir zum Zeitpunkt der Jahreshöchstlast Flaute und so gut wie gar keine Windstrom-Produktion. Macht im Mittel über die vier betrachteten Jahre etwa 10% der installierten WEA-Leistung. Um diese mittlere Leistung reduziert sich zu diesen Zeitpunkten das Erfordernis an den konventionellen Kraftwerkseinsatz und damit steht diese konventionelle Kraftwerksleistung dann rechnerisch und regelkonform auf der Reserveseite der vor absehbarem Zufriff ‘gesicherten Leistung’. Da haben wir dann also rechnerisch einen Zuwachs an Sicherheiten zu verzeichnen, obwohl uns in drei von vier Jahren mindestens eine geordnete -- oder ungeordnete -- Abschaltung von Verbrauchern droht.

  2. Trotz einiger kleinerer inhaltlicher Fehler ist der Artikel von Herrn Marnette in ganzer Länge lesenswert und zu empfehlen!

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