Meeresspiegelanstieg stetig nachlassend – PIK-Propaganda im Abseits

29. Juli 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Meeresspiegel, Wissenschaft

Dieser Artikel ist eine Reaktion des Autors auf die penetrante Desinformationsstrategie des in Deutschland großen Einfluß ausübenden Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in Sachen Meeresspiegelanstieg. Dabei soll auch ein kritischer Blick auf die Präsentation der Satellitendaten durch die einschlägigen Institutionen geworfen werden, denn auch diesen ist offensichtlich nur begrenzt zu vertrauen. Die ausführliche Linksammlung am Ende müht sich, für den Leser viele diesbezügliche Informationen im Web an einer Stelle bündeln.

Eine klimaalarmistische Studie zum Meeresspiegelanstieg schlägt derzeit hohe Wellen – wie selbst der Spiegel anerkennen muß. Urheber sind unter anderem der „Hockeystick“-Erfinder M.Mann und der deutsche Klima-„Astrologe“ S.Rahmstorf. Diese Studie steht ziemlich einsam da und kümmert sich weder um Satelliten-Messdaten noch um terrestrische, lang zurückreichende Messdaten zur tatsächlichen Entwicklung des Meeresspiegels. Die Herren erfinden Geschichte und Zukunft des Meeresspiegels einfach neu, die dann in solch einer „Erkenntnis“ kondensiert:

Alarmistische Meeresspiegel-Projektion des PIK Potsdam

Abbildung 1: Alarmistische Meeresspiegel-Projektion des PIK Potsdam

Wie sich diese Szenarien gegenüber der realen Entwicklung ausnehmen, hat Willis Eschenbach in diesem WUWT-Artikel grafisch dargestellt. Ein Kommentar dazu ist nicht notwendig:

Meeresspiegel-Szenarien contra reale Meeresspiegeldaten

Abbildung 1a: Meeresspiegel-Szenarien contra reale Meeresspiegeldaten

Der renommierte Ozeanographie-Experte Nils-Axel Mörner hat sich in seinem Papier There Is No Alarming Sea Level Rise (deutsche Übersetzung) ganz deutlich positioniert. Danach gibt es keinen alarmierenden Anstieg des Meeresspiegels:

Während das IPCC und seine Propagandisten immer wildere Vorhersagen des Anstiegs des Meeresspiegel in naher Zukunft abgeben, zeigen die tatsächlich beobachteten Fakten, dass der Meeresspiegel während der vergangenen 40 bis 50 Jahre weitgehend stabil war.

Die Autoren des IPCC nehmen sich die Freiheit, zur Rekonstruktion eines Meeresspiegeltrends pro Jahrhundert bestimmte Stationen auszusuchen, die sie „repräsentativ“ nennen. Dies bedeutet natürlich, dass ihre persönliche Ansicht – nämlich das IPCC-Szenario seit Beginn des Projektes – in dieser Auswahl einfließt und „repräsentativ“ nur die Messstellen sind, die diese Vorgabe erfüllen.

Die Messung mit Satelliten ist eine wunderbare neue Technik, die eine Rekonstruktion von Änderungen des Meeresspiegels an der gesamten Wasseroberfläche zulässt. Dies ist unabdingbar, da sich der Meeresspiegel nicht nur vertikal, sondern auch horizontal ändert.

Soweit Nils-Axel Mörner. Die Entwicklung des globalen Meeresspiegels in den letzten 18 Jahren wird weltweit auf Basis von Satellitendaten (Topex/Poseidon, Jason-1, Jason-2) beobachtet und ausgewertet. Die bekanntesten Institutionen diagnostizieren übereinstimmend eine Anstiegsrate (Global Mean Sea Level Rise) von ca. 3 mm pro Jahr:

  • University of Colorado, Rate: 3.1 +/- 0.4 mm pro Jahr
  • EUMETSAT, Rate: 3.2 +/- 0.4 mm pro Jahr
  • NOAA, Rate: 2.9 +/- 0.4 mm pro Jahr
  • CSIRO, Rate: 3.2 mm pro Jahr
  • AVISO France, Rate: 3.22 mm pro Jahr

Täuscht der Eindruck?

Irgendeine Beschleunigung des Anstiegs ist nicht zu erkennen. Im Gegenteil. Es lässt sich fast überall eine Zweiteilung der Anstiegsrate ausmachen. Und im zweiten Teil zeigt sich nicht etwa ein beschleunigter Anstieg, sondern ein verlangsamter Anstieg. Den auffälligen Rückgang der Anstiegsrate ab 2010 habe ich zudem durch einen roten Kreis markiert.

University of Colorado, Global Mean Sea Level Time Series

Abbildung 2: University of Colorado: Global Mean Sea Level 2011, Rel.1

 

EUMETSAT Presentation for the Portuguese Industry Day

Abbildung 3: EUMETSAT, EUM/DA/VWG/11/0048 Issue 1, 4 March 2011, GMSL

 

NOAA Laboratory for Satellite Altimetry

Abbildung 4: NOAA Global Sea Level Time Series

 

CSIRO Marine and atmospheric research australia

Abbildung 5: CSIRO Sea Level Rise

 

AVISO France, Mean Sea Level Rise

Abbildung 6: AVISO Mean Sea Level Rise

Gut – die Signifikanz dieser visuellen Schätzungen sei mal offengelassen. Ist das aber nun reine Kaffeesatzleserei oder mehr?

Die mathematisch-statistische Bestätigung

Es gibt mathematisch-statistische Verfahren, die sozusagen „mehr herausholen“ können. Willis Eschenbach hat in diesem WUWT-Artikel die Satellitendaten 09/2010 einer polynomialen Regression unterzogen. Dabei wird nach der Methode der kleinsten Quadrate zu einer „Datenpunktwolke“ eine Kurve gesucht, die möglichst nahe an den einzelnen Datenpunkten verläuft. Die Kurve schmiegt sich im Ergebnis sozusagen an die Datenpunktwolke an.

Die Auswertung ergibt Interessantes. Und zwar zeigen die letzten 18 Jahre einheitlich eine konstante Verlangsamung des Meeresspiegel-Anstiegs. So kann auf dieser Basis diagnostiziert werden: 1.Hälfte – 3.4 mm pro Jahr, 2.Hälfte – 2.5 mm pro Jahr. Voila!

W.Eschenbach: Putting the Brakes on Acceleration

Abbildung 7: W.Eschenbach – Lack of Acceleration in 18 Years of Sea Level Record

Merkwürdige Datenanpassungen

Die Sea Level Group der University of Colorado agierte in desem Jahr recht merkwürdig. Die üblicherweise zu 02/2011 zu erwartende Veröffentlichung verzögerte sich erst monatelang — und dann wurde mit neuen Daten auch eine jährliche Korrektur um +0.3 mm eingeführt. Die UC Sea Level Group schrieb:

Welcome to the new webpages from the University of Colorado sea level group … In addition, we have made many improvements to our data (new orbits, new tide model, new corrections) … One important change in these releases is that we are now adding a correction of 0.3 mm/year due to Glacial Isostatic Adjustment (GIA) …

Jedenfalls ist die so neutral präsentierte Daten-„Justierung“ alles andere als das. Ein Leser bei Watts Up With That, Mike Jonas, hat aufgepasst und die alten Daten grafisch mit den neuen Daten verglichen. Das erstaunliche Ergebnis präsentierte er in der Diskussion zu diesem WUWT-Artikel. Dieses merkwürdige Adjustment war auch bei JoNova Gegenstand der Debatte: 10% of sea level rise is due to land rising?

Ab 2002 setzt jedenfalls eine unbegründete, zunehmende Korrektur ein, die – gegenüber der ersten Hälfte – in 2010 beinahe 4 mm erreicht:

Mike Jonas, Differences CU Sea Level Rise, old data — new data

Abbildung 8: Mike Jonas, Differences UC Sea Level Rise, old data — new data

Die UC Sea Level Group begründet GIA so: durch das abnehmende Gewicht der schmelzenden Gletscher würden die Kontinente aufsteigen. Magmamassen würden sich dorthin verlagern und so die Ozeanbecken größer werden. Somit stiege der Meeresspiegel weniger stark, als er eigentlich steigen würde, wenn … – und dieses müsse durch GIA ausgeglichen werden.

Da fragt sich der Autor, welche Gletschermassen denn wohl Afrika, Australien und die pazifische Inselwelt aufsteigen lassen? Aber vor allen Dingen: Dies erklärt nicht die nachträgliche spezielle Veränderung der Daten 2002 – 2010. Was ist das anderes, als der Versuch, die Verlangsamung des Meeresspiegel-Anstiegs zu kaschieren?

Und was soll man davon halten: Ein Plot der UC Sea Level Group von 2008 zeigt für 2006 – 2008 eindeutig einen Rückgang des Meeresspiegel-Anstiegs. Dieser Rückgang ist jedoch im aktuellen UC Plot nahezu vollständig eingeebnet. Sind solche subtilen, klammheimlichen „Adjustments“ also Methode?

University of Colorado, Global Mean Sea Level 2008, Rel.2

Abbildung 9: UC GMSL: Wo ist der Rückgang 2006-2008 geblieben?

Das Problem mit undurchsichtigen „Adjustments“ scheint sich wie ein roter Faden durch die Satellitenmessungen zu ziehen. N.A.Mörner hat sich in seinem Papier There Is No Alarming Sea Level Risedamit ebenfalls befasst.

Man kann das alles sehen, wie man will. Aber eine Unterstützung für die alarmistische Behauptung gewisser Institutionen (PIK), der Meeresspiegel steige „immer schneller“, ist das keinesfalls. Wenn schon, dann eher ein Sargnagel. Eigentlich. Aber in diesem Lande ticken die Uhren anders.

Klimapolitik

Das IPCC kämpft derweil mit widersprüchlichen Studien zum Meeresspiegelanstieg. Es geht um Milliarden Euro – die für Interessengruppen wie das alarmistische PIK mit seinen Oberklerikern Rahmstorf und Schellnhuber Motivation genug sind, sehr viel Phantasie bei der Prognose der künftigen Entwicklung einzubringen. Und das ist wohl die eigentliche Antriebskraft. Denn nur eine kommende Katastrophe läßt die Geldquellen der alarmistischen Institute und Interessengruppen weiter sprudeln.

Zu den Satellitenmessungen:

Zur Diskussion:

Dieser Artikel erschien erstmalig am 17.7. bei KlimaZwieback. Er ist ganz leicht verändert worden.

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly
Tags: , , , , ,

13 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Potsdam hat sichere Quellen: http://www.gottwissen.de/goetter/sintflutvergleich.htm

    Auf jeden Fall sollten wir alle Ablassbriefe (EEG) kaufen …., ggf. kann man sich ja kleine Archen daraus falten.

  2. Hallo Herr Multiverus,
    es ist gut die 3 mm herauszuarbeiten mit den verschiedenen Quellen. Das ist ein erster Schritt und der Artikel sehr informativ. Danke schön dafür.
    Diese 20 Jahre werden nicht das sein, auf was das IPCC im nächsten Bericht abheben wird. Stattdessen werden sie die verschiedenen Datenserien aus Pegelmessungen und Satellitenmessungen zusammen fügen und zeigen, dass sich der Meeresspiegelanstieg von 1 mm/Jahr bis 1925, von etwa 2 mm/Jahr bis etwa 1980/1990 bis zu 3 mm/Jahr seit 1990 „beschleunigt“ hat. Ob der Vergleich nun gerechtfertigt ist oder nicht, einige „Klimapolitiker“ werden vermutlich dann behaupten, dass das exponentiell bis 2100 weitergeht.
    Auf diese Methodik unsichere Messreihen aus verschiedenen Zeiten miteinander zu verbinden, müssen wir uns konzentrieren und argumentativ einstellen bzw. herausfinden, ob die Methodik gerechtfertigt ist punktuelle Pegelstände und Satellitenmessungen zu vergleichen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  3. @Günter Heß
    Lieber Günter,
    es ist mir natürlich klar -- und Ihnen sicher nicht weniger, daß 18 Jahre Satellitenmessungen alleine nicht ausreichen, die Meeresspiegel-Entwicklung hinreichend zu beurteilen (es ist halt der jüngste Zeitraum, und von daher besonders interessant). Zur Erfassung von Klimatrends sind auch Langzeitmessungen notwendig. Deshalb kommt man nicht umhin, verschiedenste Datenserien miteinander zu verknüpfen. Die „klassischen“ Pegelmessungen: deutsche Nordseeküste, Pegel Cuxhaven, Amsterdam, Stockholm, Liverpool, die zum Teil mehrere Jahrhunderte zurückreichen — und andere, nichteuropäische natürlich.

    Dieser Artikel von Klaus Eckart Puls ist mir nach wie vor eine wichtige Referenzquelle. Er zeigt auch durchaus Widersprüche auf. Ich habe den Aufwand gescheut, diese Betrachtungen auch noch in meinen Artikel einfliessen zu lassen. Das wäre mir vom Zeitaufwand her etwas über den Kopf gewachsen.

    Um zu dem Rechenkonstrukt „globaler Meeresspiegel“ zu gelangen, muß man jedenfalls von den Pegeln der vorhandenen Mess-Standorte ausgehen. Problem ist, daß die IPCC-konforme Forschung hier Standorte auswählt und für „repräsentativ“ erklärt, mit deren Hilfe sich eine Beschleunigung des Meeresspiegel-Anstiegs konstruieren lässt. „Richtig“ angewendet lassen sich auch quasi-periodische Schwankungen des Meeresspiegels (ENSO o.ä.) zu diesem Zweck instrumentalisieren.

    Ich stimme Ihnen zu, wenn Sie schreiben

    Auf diese Methodik unsichere Messreihen aus verschiedenen Zeiten miteinander zu verbinden, müssen wir uns konzentrieren und argumentativ einstellen bzw. herausfinden, ob die Methodik gerechtfertigt ist punktuelle Pegelstände und Satellitenmessungen zu vergleichen.

    Ja, besonders interessant sein dürfte der Zeitraum der Satellitenmessungen insofern, als parallel dazu ja die „klassischen“ Pegelmessungen weitergeführt werden, und so Datenserien miteinander verglichen werden könnten, die auf ganz unterschiedlichem Wege gewonnen wurden. Soweit ich verstanden habe, ist auf diese Weise eine erheblich bessere Signifikanz der Beobachtungen erreichbar. Leider sind 18 Jahre nur ein kurzer Zeitraum.

    Mit freundlichen Grüßen
    Climateobservator (aka Multiverus)

  4. Lieber Climateobserver,
    Ja, exzellenter Artikel, der Ihren schön ergänzt. Danke für den Link.
    Mein Fazit ist. Mit dem Meeresspiegelanstieg werden wir wohl fertig
    Wie mit allen anderen wirklichen Problemen ausser Klimaschutz, wie Malaria, Hunger, Krankheiten, etc. würden wir uns darauf konzentrieren.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter

  5. In Spektrumdirekt ist ein interessanter Artikel die Entwicklung des arktischen Meereis erschienen:

    In geologischen Maßstäben zog sich das Eis allerdings noch viel stärker zurück, ohne dass es deswegen zu einem langfristigen völligen Verschwinden des Packeises kommen muss, wie Svend Funder und seine Kollegen von der Universität Kopenhagen ermittelt haben.
    […]
    Trotz der insgesamt immensen Eisabnahme brach das System allerdings nicht zusammen, wie es viele Klimaforscher heute prognostizieren: Sie befürchten einen negativen Rückkopplungsmechanismus zwischen steigenden Temperaturen, Schmelze und weiterer Erwärmung, der das arktische Eis auf lange Zeit verschwinden ließe.

    Der Einfluss der Sonne wird ja von den Alarmisten immer gerne klein geredet, doch die Indizien mehren sich, dass es nicht nur einen Einfluss auf die Wolken gibt, sondern, dass die Sonneneinstrahlung auf der Nordhalbkugel den australisch-indonesischen Monsun beieinflusst, so jedenfalls in Scinexx zu lesen:

    In den untersuchten Schichten fanden sich den Forschern zufolge immer dann wenig Foraminiferen-Schalen, wenn die Sonneneinstrahlung auf der Nordhalbkugel besonders gering war. Dies sei ein Hinweis darauf, dass die Sonneneinstrahlung auf der Nordhalbkugel die Stärke der Tiefwasserpumpe und der Wintermonsune auf der Südhalbkugel beeinflusse.

  6. #5 Quentin
    Fragt sich bloß, wie SD in dem Artikel darauf kommt, „dass im Juli nur noch 3,06 Millionen Quadratkilometer des Nordpolarmeers von Eis bedeckt waren“. Das ist völliger Blödsinn und kann nur ein Schreibfehler sein. Vergleiche alle bekannten Plots zur Eisentwicklung: http://wattsupwiththat.com/reference-pages/sea-ice-page/

    z.b. Arctic ROOS, Sea Ice Area (‚Area‘ ist immer der kleinere Wert gegenüber ‚Extent‘) -- 05.08.11: ca. 4,7 Mio qkm

  7. In der Klimazwiebel ist ein Beitrag von einem Peter Braun erschienen, in dem die über die Probleme von Modellen von nichtlinear verkoppelten Prozessen gesprochen wird. Das sollte sich aber mal jemand annehmen, der mehr von der Sache versteht als ich. Vielleicht können wir das hier auch als Gastbeitrag oder als Lesetipp bringen.

    …. Die zu beschreibenden Prozesse sind hochgradig nichtlinear verkoppelt – ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher Lässigkeit die damit verbundenen Probleme behandelt (bzw. ignoriert) werden. Neben vielen anderen Dingen, wie z. B. schlechte Vorhersagbarkeit, ist vor allem daran zu erinnern, daß die inhärenten Nichtlinearitäten emergente Phänomene evozieren können, die ausgesprochen kontraintuitiv sind und den Modellierer bei dem Versuch, den realen (oder vermuteten) Kausalnexus mathematisch nachzubilden, vor erhebliche Probleme stellt – man denke nur an die lästigen Bifurkationen, von noch Schlimmerem, nämlich dem chaotischen Systemverhalten, ganz zu schweigen. …

  8. @Quentin #7
    Habe das Posting bei Klimazwiebel gerade gelesen. Puh … das ist richtiges Fachchinesisch.

    Dein kurzer Auszug zeigt das ja schon. „inhärenten Nichtlinearitäten emergente Phänomene evozieren“ -- von diesen 5 Wörtern müßte ich ja schon drei nachschlagen, um sie überhaupt halbwegs deuten zu können. Und so geht das in dem ganzen Posting … fände ich deshalb hier als Gastbeitrag (leider) für ungeeignet.

    Wenn sich jemand fände, der genügend Verständnis der Materie besitzt, dieses Posting in allgemeinverständlichere Sprache „übersetzen“, dann könnte daraus etwas werden.

  9. @Quentin Quencher #7
    Der Brief von Peter Braun ist in der Tat nicht leicht zu lesen.

    Kontraintuitive Effekte treten schon bei den einfachsten nichtlinearen Systemen auf, z.B. beim ganz einfachen Räuber-Beute-Modell: Hasen vermehren sich, sterben und werden von Füchsen gefressen, Füchse fressen Hasen, vermehren sich entsprechend und sterben. Das System verhält sich ganz harmlos und vorhersagbar und hat einen einzigen Gleichgewichtspunkt (bei dem die Hasen- und Füchsepopulationen konstant sind). Jetzt die Überraschung: sind einem Politiker der Hasen zu viele und er stellt deshalb ein paar Jäger ein, die die Sterberate der Hasen vergrößern, dann wird die Gleichgewichtspopulation der Hasen größer als vorher.
    Das sollte all denen, die versuchen komplexe Systeme (z.B. die Finanzwirtschaft) zu steuern, indem sie aufs gewünschte Ziel losrennen wie ein Stier aufs rote Tuch (z.B. mittels Bail-Outs und Überregulierung), eine Lehre sein.

    Chaotisches Verhalten tritt bei Systemen mit drei oder mehr Variablen häufig auf und bedeutet im wesentlichen, daß kleine Änderungen der Anfangswerte zu rasch extrem anderem Systemverhalten führen. Eine Vorhersage über einen knappen Zeitraum hinaus ist dann nicht möglich; das kennen wir vom Wetter. Die Beschreibung solcher Systeme kann dann höchstens qualitativ oder statistisch-summarisch erfolgen. Eine Verifikation des Modells (d.h. durch Vergleich mit Meßwerten zu prüfen, ob das Modell eine vernünftige Beschreibung der Realität liefert) ist entsprechend schwierig.

    Der für den Laien überraschende Kontrast zwischen der Einfachheit der zugrundeliegenden Gleichungen einerseits und der Komplexität und schweren Durchschaubarkeit des Modellverhaltens andererseits wird von hartgesottenen IPCC-Prognostikern mitunter für rhetorische Kunstgriffe verwendet. So habe ich selbst erlebt, wie ein solcher den Hinweis auf die Fragwürdigkeit der modellierten Weltmitteltemperatur-Extrapolationen damit beantwortete, am Stefan-Boltzmannschen Gesetz sei nicht zu rütteln. Klar, wenn man allein aus dem bekannten Stefan-Boltzmannschen Gesetz ohne weitere aus den Fingern gesaugte Modellannahmen die Erderwärmung ausrechnen könnte, dann gäbe es keine „Klimaskeptiker“.

  10. Die Uni Colorado veröffentlicht bekanntermaßen ihre Plots zum globalen Meeresspiegel (GMSL) vierteljährlich. Nun hat sie ihren neuesten GMSL-Plot veröffentlicht (2011 Rel2), wobei wiederum der Referenzpegel umdefiniert wurde … und zudem nun wieder 3.2mm/jahr (statt 3.1 mm/jahr) behauptet.

    Völlig unverständlich, liegen doch alle neu hinzugekommenen Werte von 2011 unter der Trendlinie !!!

    Bei Klimaskeptiker ist zu diesem fortgesetzt „freizügigen“ Umgang mit Daten der Meeresspiegel-Entwicklung ein neuer Artikel erschienen: Modellberechnungen und Manipulationen statt Meßdaten

    Klimaskeptiker meint …

    Man kann kaum umhin, in diesem Eingriff in Daten und Darstellung, den die Universität von Colorado durchgeführt hat, einen Versuch der Datenmanipulation und Irreführung der Öffentlichkeit zu sehen, mit dem die alarmistischen (und offenkundig falschen) Prognosen eines katastrophalen Anstiegs des Meeresspiegels vor der Bloßstellung als unwissenschaftliche Propaganda bewahrt werden sollen.

    … dann widerspreche ich nicht. … gibt es denn eine Möglichkeit, dies anders zu sehen?

  11. Ich bin mal gespannt was die Potsdammer Kollegen dazu sagen.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,782324,00.html

    Varus

  12. @Varus
    Die Potsdamer werden sagen, wozu die Aufregung-ist doch nur Wetter, um sich umzudrehen und der willfährigen dt. Journaille den pazifischen Anstieg als Klimakatastrophe zu verkaufen.

  13. Update 2015:

    Auch wenns den Herren (?und Damen) hier nicht passt, aber der Trend besteht trotzdem:
    http://sealevel.colorado.edu/files/2015_rel3/sl_ns_global.png

Schreibe einen Kommentar