Neue Schweinereien im WDR – Über multiresistente Keime und Antibiotika in der Bio-Schweinemast

25. Mai 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Ernährung, Gesundheit

Das Bundesministerium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucher (BMELV) hat in dieser Woche zwei neue Studien  der Freien Universität Berlin und der Tierärztlichen Hochschule Hannover vorgestellt. Thema war die Belastung von Schweinemastbetrieben mit sogenannten MRSA-Keimen. Neu ist dieses Thema nicht. Die Methicillinresistenten Staphylococcus aureus Erreger, die landläufig auch als Krankenhauskeime bekannt sind, wurden bereits in früheren Arbeiten in  Mastschweinen nachgewiesen (etwa hier über Stichproben in NRW und hier im Rahmen einer europaweiten Studie).

Und so ist das interessanteste an diesen Arbeiten auch nicht das erwartbare Ergebnis, nämlich dass in bis zu 60 Prozent der konventionellen und in bis zu 25 Prozent der Öko-Betriebe diese Keime nachgewiesen werden konnten. Interessant ist vor allem, was aus solchen Befunden von unseren Medien gemacht wird.

Der WDR auf Ursachensuche

Lesen Sie zum Beispiel, wie die „Expertin“ aus der WDR Wissenschaftsredaktion die Ergebnisse der Studien interpretiert und versuchen Sie herauszufinden, was an ihren Aussagen nicht stimmt:

Dass es in der Tierzucht MRSA-Keime gebe, sei bereits mehrfach nachgewiesen worden. Erstaunlich sei allerdings, dass auch in vielen Bio-Betrieben multiresistente Keime gefunden wurden. „Dort dürfen keine Antibiotika gegeben werden. Wahrscheinlich haben die zugekauften Ferkel diese Keime eingeschleppt.“

Wir lernen also von der Wissenschaftsredakteurin des WDR, dass in Bio-Betrieben gar keine multiresistenten Keime vorhanden sein sollten, weil diese a) durch den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast entstünden und weil b) Biobetriebe überhaupt keine Antibiotika einsetzen dürften.

Beginnen wir mit dem zweiten Teil der Aussage, dass in Bio-Betrieben keine Antibiotika eingesetzt werden dürften. Das ist schlicht falsch. Antibiotika werden sowohl in konventionellen wie auch in Biobetrieben eingesetzt. Der einzige Unterschied ist, dass Öko-Betriebe sich (unverbindlich) verpflichten, Antibiotika nur in Ausnahmefällen einzusetzen. So dürfen in einem Bio-Betrieb maximal zwei mal im Jahr Antibiotika zum Einsatz kommen. Wobei dies in der Praxis kaum zu überprüfen ist. Man kann etwa erforderliche weitere Behandlungen als Fortsetzungsbehandlung deklarieren und so diese Beschränkung umgehen.

Warum kommen in der Masttierhaltung überhaupt Antibiotika zum Einsatz?

Die Frage ist seit dem 01.01.2006 innerhalb der EU sehr einfach zu beantworten. Seit diesem Tag ist es verboten,  Antibiotika als leistungsfördernde Futtermittelzusatzstoffe einzusetzen. Antibiotika dürfen demnach nur noch bei Erkrankung der Tiere und nach Verschreibung durch einen Tierarzt gegeben werden. Und es ist nicht so, dass Tiere in Öko-Haltung seltener erkranken, als ihre konventionell großgezogenen Genossen. Aufgrund von in der Bio-Landwirtschaft üblichen Haltungsformen auf Stroh und im Freiland kommt es sogar häufiger zu Befall mit Parasiten und Krankheitserregern die durch Wildtiere verbreitet werden.

Aus diesen Gründen ist die Sterblichkeit in Bio-Betrieben auch oftmals höher als in der konventionellen Landwirtschaft. Zwar können Öko-Landwirte diese Verluste aufgrund von Bezuschussungen und allgemein höheren Preisen ihrer Produkte besser ausgleichen als ihre konventionell agierenden Kollegen, allerdings werden bakterielle Infektionen auch hier genau so behandelt wie bei herkömmlichen Betrieben: durch die Gabe von Antibiotika. Warum das so ist hat der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer in einem Beitrag für die d-radio Sendung „Mahlzeit“ sehr treffend auf den Punkt gebracht:

Was würde passieren, wenn die Antibiotika endlich aus der Tierhaltung verschwinden? Das gleiche wie in freier Wildbahn. Die Tiere des Waldes haben auch keine. Dort ist die Sterblichkeit – vor allem der Jungtiere – sehr hoch. In der Nutzviehhaltung bedeuten weniger Antibiotika deshalb nicht gesündere Tiere sondern oftmals höhere Verluste.

Die Tiermediziner haben eine andere Erklärung

Woher der deutlich signifikante Unterschied von bis zu 25 % MRSA in Biobetrieben und bis zu 60 % in herkömmlichen Mastbetrieben stammt, dafür hatten die an den Studien beteiligten Forscher eine ganz andere Erklärung:

Einer der Hauptgründe für den hohen Verbreitungsgrad von MRSA-Keimen in konventioneller Tierhaltung ist nach Angaben der beiden Hochschulen, dass die Erreger durch den Zukauf von Tieren in die Betriebe gelangen und sich dort ausbreiten. Die ökologische Haltung sei im Gegensatz dazu ein geschlossenes System. „Daraus aber den Rückschluss zu ziehen, dass die Haltungsform eine der Hauptursachen für die Verbreitung von antibiotikaresistenten Keimen ist, wäre zu vorschnell“, betonte der BMELV-Sprecher.

Kurz und knapp gesagt: Durch den regen Handel mit Ferkeln und Sauen untereinander sorgen die konventionellen Betriebe für eine stärkere Verbreitung der Erreger. In Biobetrieben wird ein solcher Handel weniger betrieben und daher ist das Bakterium dort weniger verbreitet. Und wie es sich für anständige Wissenschaftler gehört, wird vor vorschnellen Rückschlüssen gewarnt.

Dass solche Rückschlüsse „vorschnell“ wären hindert aber offensichtlich  die Redaktion des WDR nicht daran, seinen Hörern ihre eigene Interpretation, nämlich dass eine Resistenzenbildung aufgrund der Gabe von Antibiotika die Ursache wäre, als unumstößliche Wahrheit zu verkaufen.

MRSA-Keime sind unter anderem resistent gegen Antibiotika, da diese in der Tierzucht häufig eingesetzt werden.

Das dieser Schluss ebenfalls zumindest „vorschnell“ ist, haben wir vor kurzem bereits angesprochen (Leseempfehlung zum Jahrestag der EHEC Epedemie: “Antibiotika: Wo ist der Skandal?”). Lesen Sie auch, was Udo Pollmer in einem weiteren Beitrag der Sendereihe „Mahlzeit“ schreibt:

Und wo kommen nun die resistenten Keime her, die MRSA, die Jahr für Jahr 15.000 Menschenleben fordern? Kämen sie aus den Ställen, dann müssten vor allem Mäster, Tierärzte und Mitarbeiter von Wurstfabriken erkranken. Das ist aber nicht der Fall. Vielleicht wäre es klüger gewesen, wenn sich Minister Remmel vorher bei Experten wie dem Bundesinstitut für Risikobewertung informiert hätte. In dessen Zoonosen-Berichten hätte er lesen können, dass eine „Infektion von Menschen durch den Umgang mit Lebensmitteln oder ihren Verzehr bei Beachtung … der Küchenhygiene sehr unwahrscheinlich ist“. Britische Experten haben dies vor wenigen Wochen durch eigene Untersuchungen bestätigt.

Weil man sich die tödlichen Keime nicht in der Küche, sondern im Krankenhaus holt, nennt man sie nicht umsonst Krankenhauskeime. Da dieser Zusammenhang aller Welt bekannt ist, wird in anderen Ländern nicht die Haltung von Nutzvieh infrage gestellt, sondern gehandelt. In Holland beispielsweise sind seit Jahren kaum noch Todesfälle durch diese üblen Keime zu beklagen. Und das, obwohl das Land intensive Tierhaltung in großem Stile betreibt. Man hat dort auf politische Kaspereien verzichtet und stattdessen die Ärzte geschult – in Sachen Krankenhaushygiene. Das wirkte Wunder!

Deutliche Worte, denen man eigentlich nichts hinzufügen muss. Außer vielleicht einer Empfehlung an die Wissenschaftsredaktionen hier im Lande, sich auch einmal mit Zusammenhängen zu befassen, die nicht nur dem eigenen Erwartungshorizont entsprechen.

Weiterführende Literatur:

MRSA auch in ökologisch bewirtschafteten Schweineständen; Landwirte und Hofhunde besiedelt

Wissenschaftler: Freilandhaltung schützt Schweine nicht vor MRSA

Wissenschaftler: Antibiotika ohne Einfluss auf MRSA-Häufigkeit; Kontamination bei der Zerlegung wahrscheinlich

Bildquelle: Uschi Dreiucker  / pixelio.de

 

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12 Kommentare
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  1. Eh, das ist noch nix.
    In Polen gab es Affäre, nachdem es in Wurstprodukten industrielle Abfallsalz nachgewiesen wurde. Das Procedere war kein Einzelfall. Es dauerte 10 Jahre und die Behörden wussten es! Der Das Abfallsalz entsteht, wenn man Kochsalzlösungen im Membranverfahren elektrolysiert. Dabei gebliebener Rest wird normalerweise im Straßenverkehr als Streusalz eingesetzt.
    Sehe auch:
    http://pl.wikipedia.org/wiki/S%C3%B3l_wypadowa

  2. Im FOCUS wird über Bio-Aussteiger berichtet:

    „Bio ist komplett unnötig.“ Es komme darauf an, dass jeder Bauer eine gute und gewissenhafte Landwirtschaft betreibe.
    […]
    Als der Tierarzt Alarm schlug und seine Frau weinend aus den Ställen kam und das Elend verendender Ferkel nicht mehr ertragen konnte, zog er die Notbremse und fütterte seine Tiere mit eiweißreichem Sojaschrot, was nach den Richtlinien streng verboten ist.

    In diesem Bericht wird auch der Anteil von Bio im Lebensmittelmarkt genannt: 3,7%, Beim Schweinefleisch sind es gar nur 0,6%.

    Selten ist von derartigen Vorgängen zu lesen, statt dessen findet man Beiträge wie diesen im Manager Magazin: „Bioprodukte finden reißenden Absatz.“ Wenn man sich die neueste Veröffentlichung der Frankfurter Konsumforschungsunternehmens Nielsen anschaut, die in der Vergangenheit ja gerne pro Bio aufgetreten sind, dann lesen sich die Zahlen schon wieder anders:

    Insgesamt hat sich das Wachstum gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres damit deutlich verlangsamt. Auch gegenüber konventionellen Lebensmitteln: Diese realisierten in den ersten drei Monaten 2012 einen preisgetriebenen Umsatzzuwachs von 4,5 Prozent bei stagnierenden Absatzmengen. Zwar haben die Durchschnittspreise für Bioprodukte in LEH und Drogeriemärkten in diesem Jahr ebenfalls leicht angezogen und damit wieder das Niveau von 2010 erreicht. Dennoch zeigt Bio in der Absatzentwicklung nach wie vor eine positivere Tendenz (+0,5%) als konventionelle Ware (-0,1%).

    So, und wenn wir dies nun noch in Bezug auf den geringen Marktanteil von BIO-Produkten (Babynahrung ist da wohl eine Ausnahme) setzen, dann ist mir schleierhaft, wieso man von einem BIO-Boom sprechen kann, oder reißender Absatz, was ja in etwa das gleiche meint.

    Wir haben im BIO-Bereich, ebenso wie in allen Bereichen der sogenannten „Nachhaltigkeit“ ein Komplettversagen von Presse und Rundfunk zu verzeichnen. Die übernehmen nur irgendwelche Jubelmeldungen, ohne diese genauer zu prüfen, weil es ja so schön ins eigene Weltbild passt. Der hier besprochene WDR-Beitrag gehört ebenso dazu und ist ein klassisches Beispiel für diesen Missstand.

  3. Ich würde diese Fehlentwicklung eher als Wohlstandsfolge ansehen. Wer hat heutzutage noch eine Vorstellung vom Ackern, Kartoffellesen, Tabackpflücken, Rübenverziehen, Heuwenden, Ställemisten, Kuhmelken, Hühner- oder Schweineschlachten? Niemand. Da ist dann viel Spielraum für Naturromantik. Und ohne staatliche Blutzufuhr wird diese künstliche Blase hoffentlich bald in sich zusammenfallen; bis auf paar teure Nischenprodukte / Selbstversorger u.ä. mfG

  4. @ Quentin

    der in dem Focus Artikel genannte Bio-Bauer scheint der gleiche zu sein, dem die Welt vor einigen Jahren einen sehr lesenswerten Artikel gewidmet hat.

    Bio-Schweine? Nein, danke!
    Die Tiere werden mit Bio-Haltung gequält, sagt ein hessischer Bauer. Er stellte seinen Hof auf biologische Landwirtschaft um – und lernte die Tücken des Systems kennen. „Bio“ hat für ihn nichts mit Tierschutz zu tun, sondern mit Ideologie. Hauptsache, die Tiere liegen hübsch im Stroh und fressen nicht das böse Gen-Soja.

    Das, was Du zum angeblichen Bio-Boom schreibst ist sehr richtig. Einen solchen Boom hat es vor einigen Jahren ja tatsächlich gegeben. Seitdem stagnieren die Zahlen jedoch auf ziemlich niedrigen Niveau. Auch hier ist die übliche Berichterstattung weit von der Realität entfernt und spiegelt wohl eher das Wunschdenken eines großen Teils der Journaille wieder.

  5. Ein weiteres Beispiel wie bei den Krankenhauskeimen von Seiten der Medien monokausal auf die böse Massentierhaltung geschielt wird war Anfang des Jahres beim ZDF zu bewundern (ZDFzoom -Tödliche Keime aus Massentierhaltung).

    Zu der Sendung gibt es auch einen Blogartikel des Autors Torsten Mehltretter. Dort sind besonders die Kommentare von Georg Keckl (auf den ich auch hier verwiesen habe) und die Antworten bzw. Nicht-Antworten von Torsten Mehltretter.

    Sollte der Blog hier davon ablenken, dass der Beitrag von Herrn Mehltretter bei ZDF-Zoom ein Lehrstück für eine moderne Brunnenvergiftung ist? Die Pest ist da – nun präsentieren wir dem Volk dem passenden Verursacher, machen Quote und Bekanntheit wenn wir der eh schon verleumdeten modernen Landwirtschaft dem von uns mitgeschürten Volkszorn Preis geben? Bei den wilden Spekulationen, die sich Herr Mehltretter in dem Beitrag zusammengesucht hat, ist diese schon eher seriös.

  6. Hallo -- als Ergänzung. „arbeitsteilige Schweinefleischerzeugung“ ist auch im Bio-Bereich gang und gäbe. Heißt konkret in großen (bis 500 Muttersauen) Herden in Norddeutschland und Mecklenburg-Vorpommern als Beispiel werden große, einheitliche Ferkelpartien für den Süden erzeugt und natürlich auch gehandelt und gefahren: Durch die ganze Bundesrepublik.

    Die Seuchengefahr bei (Öko-)Freilandsauen ist tatsächlich so groß (Brucellosekeulugen in Mecklenburg 2008), das hier der 10fache (!) Tierseuchenkassenbeitragssatz für Ökosauen verlangt wird im vergleich zu konventioneller Haltung.

    Auch in Spanien findet sich in „natürlichen Eichel-Schwein-Mast-Herden“ -- bis zu 30 % MRSA la (livestock associated) eine Bitte in Zukunft hier auch die Erreger zu unterscheiden, denn der Keim der die Probleme im Krankenhaus macht -- ist ein ha (hospital associated): Und kommt auch genau dort her!

    Aber in diesem Sinne -- weiter mit diesem Blog den ich erst vor kurzem entdeckt habe ;-)!

  7. Hallo,
    für an dieser Thematik Interessierte gibt es die Seite:
    http://www.animal-health-online.de/lme/
    Rechts sind Bio- Betrügereien aufgeführt (Top- Themen)
    Und natürlich die Seite des Herrn Pollmer:
    http://www.euleev.de/
    Den WDR (einer GEZ- Reichsrundfunkanstalt und somit ein Propagandasender der primitivsten Art, der nur das zu vermelden hat, was ihm befohlen wird, ansonsten ist es aus mit den 2,3Mrd.€- Zwangsgebühren jährlich, und den Luxusgehältern der Führer (Intendanten), die davon abgezweigt werden,)sollte man besser nicht als Referenz nehmen- da ist das Geschreibsel der grünen Heinrich Böll- Stiftung schneller und genau so verlogen.
    Intendantengehälter- Liste folgt
    Gruss

  8. Und nun die versprochene Gehaltsauflistung der GEZ- Eliten:
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/intendanten-gehaelter-was-die-chefs-von-ard-und-zdf-verdienen/4652560.html
    Noch Fragen?

  9. Vollständig Off topic, ich bitte um Entschuldigung!

    Werte Herren Kipp und Heller, ich versuche seit Wochen, Sie per e-mail zu erreichen (über webmaster), bekomme aber nie eine Antwort. Nun weiß ich mir keinen Rat, außer, es auf diesem Wege zu versuchen. Geht die mailadresse überhaupt?

    Freundliche Grüße Chris Frey, der gerne hier auch wieder was posten würde.

  10. @ Chris Frey,

    ich habe Ihre letzte Mail (25.05.) erhalten. Bei denen davor scheint etwas schief gegangen zu sein. Ich melde mich bei Ihnen, sobald ich alles in Ruhe gelesen haben.

    MfG,
    Rudolf Kipp

  11. verehrter Herr Kipp,
    ihre Ausführungen zwischen multiresistenten (gegen Antibiotika) Mikroorganismen nach Herkunft zu unterscheiden,
    nach dem Motto von Tieren harmlos von Krankenhäusern nicht harmlos ist unlogisch und deshalb natürlich falsch!
    Es handelt sich schlicht um Keime, die mit Antibiotika nicht vernichtet werden können (wie früher einmal).
    Dass sich Krankheitskeime gerne auch in tierischer Nahrung aufhalte ist nichts neues, googeln Sie mal nach Jersinien, die sich auch noch im Kühlschrank vermehren und tendenziell zunehmen.
    Der gravierende Unterschied ist die unterschiedliche Bewertung nicht nur durch Sie, ich staune,
    sondern auch durch die Politik.
    Bauern werden halt politisch geschützt, Krankenhäuser sind dagegen als „Kostenverursacher“ eher beliebte Sündenböcke,
    für die es KEINE politische Lobby gibt (z.B. im Gegensatz zur reichen Pharmaindustrie, oder Medizintechnik).

    Ihre „Gegenargumente“, oder die dazu geäußerten Bemerkungen des hier leider inkompetenten Herrn Pollmer, dass Bauern oder Tierärzte NICHT an solchen Keimen erkranken zeigt große Unkenntnis für das eigentliche Problem, denn selbstverständlich erkrankt der größte Teil der Träger (Überträger) solcher Keime auch im Krankenhaus NICHT. Der überwiegende Teil (90%) wird nämlich inzwischen ins Krankenhaus HINEINGETRAGEN.
    Das arme Krankenhaus hat nun die aufwendige und teure Aufgabe, die „gesunden“ Keimträger zu isolieren, damit solche Keime nicht auf Schwerkranke übertragen können, deren Abwehrkräfte ihnen nicht gewachsen ist. Sie werden heute daher in jedem Krankenhaus aufwendig isolierte Patienten mit mrsa-Keimen finden, die überwiegend von außen ins Krankenhaus kommen,
    völlig unabhängig davon, warum sie ins Krankenhaus kommen.
    Das ist in Holland nicht anders als bei uns, nur damit Sie nicht denken, das Problem ließe sich irgendwie IM KRANKENHAUS lösen, wenn man sich nur die Hände besser waschen würde.
    Das Krankenhaus muss also auch noch mit Polemik leben.
    Angefangen hat das übrigens vor vielen Jahren in USA
    auf den dortigen Intensivstationen, nicht bei uns,
    aber bekanntlich machen wir denen ja alles nach 🙂

    mfG

    p.s.
    Bei EHEC war das Problem die Toxinbildung (spontane genetische Variante)!
    Dieser Coli-Keim spricht so gut auf Antibiotika an, dass schlagartig der Keim tot ist und alle Toxine frei werden,
    (mindestens) die Nieren des Keimträgers sind dann auch „tot“.

    Stellen Sie sich einfach darauf ein, dass parasitäre Mikroorganismen kein überwundenes,
    sondern ein wieder zunehmendes Gesundheitsrisiko darstellen,
    das öffentlich sehr unbeliebt ist (Idiotische Krankenhauspolemik),
    aber wir brauchen unser Geld ja für die Klimarettung 🙂

  12. Danken, die an Ihren Artikel zu scheren.
    Ich habe Ihren Artikel gelesen. Es ist lecker essen.

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