Neue Studie zum Energiemix der Zukunft sieht fossile Energieträger weiter dominierend
13. Oktober 2009 | Von Rudolf Kipp | Kategorie: Artikel, Blog, EnergieerzeugungWenn man den diversen Öko-Instituten Glauben schenken darf, dann ist die Energie der Zukunft vor allem eins – grün. Das bei solchen Szenarien häufig wichtige Aspekte wie etwa die Versorgungsfähigkeit, Stetigkeit und wirtschaftliche Machbarkeit nur nachrangig betrachtet werden hat einen wichtigen Grund. Würde man diese Faktoren mit einbeziehen wären so optimistische Aussagen wie 80 Prozent Erneuerbare Energien bis 2050 kaum haltbar.
Daher wundert es auch kaum, dass Studien von Instituten und Verbänden die sich vor allem um technische und wirtschaftliche Machbarkeit sorgen meist zu völlig anderen Ergebnissen kommen. In einer neuen Studie, die im November in der Fachzeitschrift “Handbuch Energiemanagement“ erscheint, vergleicht Professor Hermann-Josef Wagner von der Bochumer Ruhr-Uni die Szenarien von acht Instituten und Organisationen und fasst deren Ergebnisse zusammen.
Trotz aller Anstrengungen, die CO2-Emissionen so schnell wie möglich zu senken, bleibt die Kohle in den nächsten Jahrzehnten ein für die Sicherung der weltweiten Energieversorgung wichtiger Energieträger.

Was dieses Ergebnis für die Zukunft der Energieversorgung auch für Deutschland bedeutet und was für wirtschaftliche und politische Weichentstellungen sich daraus ergeben erklärt Professor Wagner in einem Interview mit dem “Braunkohle-Forum”.
Fokussiert auf den bundesdeutschen Energiemix, zeigt unsere Untersuchung an der Ruhr-Universität Bochum, dass Braun- und Steinkohle auch in den nächsten Jahrzehnten noch wesentliche Anteile an der Stromerzeugung halten werden. Deshalb wird die Herausforderung in dieser Übergangszeit sein, neue Kraftwerke mit maximaler Energieeffizienz auszustatten.
Der Forscher ist davon überzeugt, dass Szenarien die einen schnellen Ausstieg aus Fossilen und den Wechsel hin zu sogenannten Erneuerbaren Energien prognostizieren an der Wirklichkeit vorbei gehen. Vor allem die technische Verfügbarkeit werde in solchen Studien oft nur ungenügend berücksichtigt.
Ich stehe all den Szenarien sehr kritisch gegenüber, die das Ziel haben, nachzuweisen, dass man beispielsweise innerhalb von wenigen Jahrzehnten vollständig auf die Nutzung fossiler Energien verzichten kann. Hier ist die Gefahr groß, eine Lösung rein rechnerisch zu erreichen, ohne sich zu fragen, ob die dabei eingesetzten neuen Techniken überhaupt am Markt und mit ausreichender Reife verfügbar sind.
Dass der Weg weg von den CO2-Emissionen weiter eingeschlagen wird, davon scheint Professor Wagner überzeugt zu sein. Er sieht die Lösung vor allem in Technologien bei denen das entstandene CO2 in unterirdische Speicher eingelagert wird (CCS-Techologie). Einer kurzfristigen Machbarkeit dieser Technik steht er allerdings skeptisch gegenüber und betont, dass z.B. in China Probleme wie die Reinhaltung der Luft durch effektive Rauchgasfilter einen wesentlich höheren Stellenwert haben. Einen schnellen Ausstieg aus der Kohle als Energieträger hält Wagner auf jeden Fall für unrealistisch.
Den Skeptikern antworte ich also, dass sie zum einen die Zeitachse beachten sollten, auf der sich Veränderungen realisieren lassen, und zum anderen sehen müssen, dass Kohle auch weiterhin in vielen Ländern der Welt ein wichtiger Energieträger bleibt, auf den nicht verzichtet werden kann.
Professor Dr. Hermann-Josef Wagner ist Geschäftsführender Direktor des Instituts für Energietechnik an der Ruhr-Universität (IE)
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Die “Grünen” konnten 2 Sachen bisher nie :
Rechnen und mit Geld umgehen, wobei letzteres mit erstrrem sicher in direktem Zusammenhang steht.
Na, da bin ich ja mal gespannt auf die Studie Prof. Wagners.
Für mich persönlich sieht das Ganze im Moment aus, wie ein Kampf zwischen CO2 Vermeidung und Versorgungssicherheit. Welcher Seite werden die ausgewerteten Szenarien wohl den Vorzug geben?
@ Bibliothekar
Ich habe die Studie ab heute in den Händen. Ich denke, ich werde einen eigenen Beitrag dazu schreiben.
Hallo Herr Gans,
dass die Grünen nicht rechnen können ist leider beim EEG falsch. Jürgen Trittin kann sehr gut rechnen, deshalb hat er das EEG so konzipiert wie es ist, um seine politischen Ziele umzusetzen. Er wußte genau wieviel Einspeisevergütung er braucht, damit die Solarzelle und die Windmühle boomt und wieviel wir bezahlen müssen.
Mit freundlichen Grüßen
Günter Heß
@Günter Hess
Das ist ja auch einer der leichteren Übungen, das schafft ma ja auch auf einem Biedeckel….
Äh, falscher Film…
;.)
Kampf gegen den falschen Feind
Alles redet vom Kampf gegen den Klimawandel.
Die Atomenergie wird als Rettung versprochen, CO2 soll eingefangen und in die Tiefe gepresst werden.
Das sind obskure Ideen!
Kämpfen wir besser gegen das eigentliche Problem, nämlich dass in wenigen Jahren die fossilen Energiequellen (auch das Uran) extrem teuer werden. Mit dem Verbrauchszuwachs in Asien und den zurückgehenden Fördermengen in den meisten Quellen werden die Preise explodieren.
Da unsere Zivilisation ohne Energiezufuhr zusammenbricht brauchen wir schnellstens Alternativen.
Der Umstieg in die solare Versorgung wird kein Kinderspiel, dazu ist ein Materialaufwand erforderlich, der der Hälfte des Bedarfs der Autoindustrie entspricht.
Damit wir mit dem Aufbau der Kapazitäten rechtzeitig fertig sind müssen wir heute damit anfangen.
Z.B.: Auf ca. 5 % der Fläche Österreichs lässt sich die gesamte Energie, die wir verbrauchen, solar sammeln.
Das ist eine Fläche von 70 x 70 km. Verteilt auf Dächer, Fassaden, Biomasseanbauflächen usw. gibt das viel Arbeit.
Und das schöne:
- wir sind dann nicht mehr abhängig von Lieferanten fossiler Energie
- wir hätten so nebenbei unseren Kampf gegen die Klimaveränderung gewonnen!
Die dazu passende Abschätzung ist zu finden unter
http://members.aon.at/kyberkratie/wirtschaft/SolarenergieNutzung.pdf