Neues Rekordjahr der Globaltemperatur durch El Niño?

18. April 2014 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Medien, Ökologismus, Wissenschaft

Gibt es im diesem Jahr einen neuen Rekord der Globaltemperatur? Die Klimaschützer frohlocken zur Zeit mit einem El Niño, der einen neuen Rekord der Globaltemperatur mit sich bringen soll. In wie weit ist das realistisch?

Auf der Südhalbkugel gibt es ein natürliches Wetter-Phänomen, die sog. El-Niño-Südliche-Oszillation (El Niño Southern Oscillation, ENSO), welche das Klimasystem und die Globaltemperatur stark beeinflusst. Sie beschreibt ein komplex gekoppeltes Zirkulationssystem von Atmosphäre und Ozean im tropischen Ost-Pazifik. El Niños (Warmphasen, die zur Weihnachtszeit auftreten, einhergehend mit einer Erwärmung des Oberflächenwassers) und La Niñas (Kaltphasen, einhergehend mit einer Abkühlung des Oberflächenwassers) stehen dabei für die ozeanischen Zusammenhänge, während die Südliche Oszillation bzw. Southern Oscillation für die atmosphärischen Zusammenhänge steht. (Variationen des Luftdrucks im Bodenniveau zwischen West- und Ostpazifik (südostasiatisches Tiefdruckgebiet und südostpazifisches Hochdruckgebiet)). Eine Übersichtsdarstellung zeigt die folgende Abbildung.

el-nino-la-nina

Zur Jahreswende 2014 und 2015 könnte es wieder soweit sein, schreibt jedenfalls Michael Ventrice auf Jeff Masters WunderBlog. Michael Ventrice erläutert, es sammelt sich gerade in 100 bis 200 Meter Tiefe im östlichen tropischen Pazifik sehr warmes Wasser (6 Grad wärmer als im Durchschnitt), was darauf hindeutet, dass hier gerade günstige Bedingungen für einen starken El Niño geschaffen werden. Auch die Erwartung starker westlicher, äquatorialer Winde (umgekehrte Passatwinde), die warmes Oberflächenwasser von West nach Osten schieben und für absinkendes Wasser vor Südamerika sorgen würden, ist hoch.

Die aktuellen Vorhersagen der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) für die Temperaturanomalien der nächsten Monate sehen so aus:

nino34Sea

glbT2mSeaInd6Jörg Zimmermann frohlockt im seinem Blog „Globales Klima“:

„In Kombination mit der weiter laufenden globalen Erwärmung ist es nun ziemlich wahrscheinlich, dass die nächsten beiden Jahre am oberen Rand der Temperaturentwicklung stehen werden und entweder 2014 oder 2015 nach 2010 das nächste Rekordjahr für die globale Oberflächentemperatur werden.“

Günter Vennecke frohlockt im Blog von „Primaklima“:

„Es deutet einiges darauf hin, dass wir noch in 2014 einen starken El Nino bekommen werden:

LINK

Sollte der tatsächlich kommen, dürfte es bei eike einige Probleme geben, die schwachsinnige Thesen von der globalen Abkühlung auch gegenüber den dümmsten Postern (“Dr.” Paul, u. a.) aufrecht zu erhalten.

Man darf gespannt sein, wie sie sich dann wieder eine neue Realität zusammenbasteln.“

Schaut man sich den ENSO-Index der letzten Jahre an, so deutet derzeit nichts auf einen starken El Niño hin. Wettervorhersagen sind zudem nur bis ca. eine Woche in Voraus einigermaßen zuverlässig. Aber lassen wir uns überraschen.

ENSO-Index

Wenn tatsächlich ein El Niño kommt, werden wir früh genug davon in der Presse erfahren. Klimaforscher wie Mojib Latif und Stefan Rahmstorf und das NASA-GISS werden mit den neusten Höchstwerten der Globaltemperatur schwadronieren gehen. Bleibt der El Niño hingegen aus, oder fällt nur schwach aus, womit ich eher rechne, so findet keine Berichterstattung statt und man wird weiter auf einen neuen El Niño hoffen (eine natürliche Klimaschwankung), der zu neuen Rekordwerten der Globaltemperatur führt. Absurd, zum einen fürchten die Klimaapokalytiker den Klimagau, zum anderen sehnen sie diesen innig herbei, damit endlich die damit erhoffte globale Transformation der Gesellschaft umgesetzt werden kann.

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14 Kommentare
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  1. „auf einen neuen El Niño hoffen (eine natürliche Klimaschwankung), der zu neuen Rekordwerten der Globaltemperatur führt.“

    Aber selbst das wäre kein Beweis für die anthropogene Klimabeeinflussung. El Nino ist ein natürliches Phänomen, das die Temperaturverhältnisse geographisch verschiebt, wobei der Energiegehalt insgesamt gleich bleibt. Zusätzliche Energie, die zur Wassererwärmung führt, kommt direkt über die Sonneneinstrahlung herein, wenn die Trade Winds über dem Westpazifik die Wolken wegblasen. CO2 spielt dabei absolut keine Rolle.

  2. Ein El Niño macht noch keine Veränderung der Globaltemperatur. Auch eine Passatstörung ist noch keine Klimakatastrophe. Wir segelten einmal 1991 über den Atlantik. Hinter den Kap Verden kamen wir erst in eine Passatumkehr, am Wind auf Stb-Bug nach WSW und dann in eine gigantische Flaute von 1000 x 500 Sm. Per Kurzwellenfunk von anderen Schiffen bestätigt. Für Seefahrer alles ganz normal. Aber das war auch vor der „Erfindung“ der anthropogenen Klimabeeinflussung. Jetzt werden die armen Eisbären wieder auf den Zeitungsbildern vor El Niño zittern. Angeblich vermehren sie sich aber „Im Schweiße ihres Angesichts…“.

  3. Sollten „Klimaschützer“ nicht eher auf eine Abkühlung hoffen?

  4. # 1,2,3

    Nein, natürlich Können und wollen „Klimaschützer“ nicht auf eine Abkühlung hoffen. Denn, so wie wir Menschen sind, möchten wir nicht gerne unser Gesicht verlieren. Und das würden den Klimakatastrophisten passieren, wenn passiert, was nicht passieren darf!
    Nein, wir können uns darauf einstellen, das man alles was man manipulieren kann auch manipuliert. Tausende Forscher brauchen frisches Geld um überleben zu können. Da lenkt man wieder die Sonne um die Erde, wenn es sein muss…

  5. @ Michael Krüger

    Was hat El Nino mit Wetter zu tun?

    Natürlich kann man El Nino’s im Gegensatz zum längerfristigen Wetter vorraussagen, denn Wetter folgt kurzfristigen chaotioschen Einflüssen, während Klima oder auch El Nino’s längerfristigen, berechenbaren physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterliegen!

    Selbstverständlich sind El Nino’s und La Nina’s natürlich und es hat sie immer schon gegeben. Sie überlagern die anthropogenen Einflüsse auf das Klima kurzfristig und sie führen zu dem Rauschen, was Klimaskeptiker dann gerne als Klimaabkühluung fehlinterpretieren. Aber langfristig sind die anthropogenen Einflüsse auf die Klimaentwicklung dominant und gerade in El Nino-Jahren kommt es immer öfter zu neuen Rekordwärmejahren. So wird es auch in den kommenden El Nino-Jahren sein! Es ist gleichgültig, ob diese 2014, 2015 oder 2018 auftreten.

    Ihre spekulativen Artikel sollten Sie noch etwas zurückstellen Herr Krüger! In 1-2 Jahren wissen wir mehr! Aber ich weiss: Sie interessiert Ihr Geschwätz von gestern nicht! Klimaskeptiker haben nur ein kurzes Gedächtnis!

  6. @Thorsten

    Mal wieder Ihr obligatorischer Protestkommentar? 😉

    Natürlich kann man El Nino’s im Gegensatz zum längerfristigen Wetter vorraussagen

    Ja, wo wurde das denn bisher erfolgreich getan?

    Die ENSO ist ein Wetter-Phänomen, steht auch im Artikel. Wetter-Phänome wie ENSO, NAO, AO, AAO, … kann man bis heute nicht über Wettermodelle und Klimamodelle vorausberechnen. Einigermaßen zuverlässige Vorhersagen für Wetter sind nur bis ca. 1 Woche in die Zukunft möglich.

    Aber langfristig sind die anthropogenen Einflüsse auf die Klimaentwicklung dominant und gerade in El Nino-Jahren kommt es immer öfter zu neuen Rekordwärmejahren.

    Und anschließend kommt wieder ein La Niana und die Globaltemperatur stagniert weiter.

    Was mich zudem wundert, ein Herr Rahmstorf rechnet erst die El Ninos aus der Globaltemperatur raus, um einen stärkeren Anstieg zu erhalten. Kommt allerdings ein neuer El Nino, so bleibt der drin und die damit verbundene Globaltemperatur wird als neuer Rekordwert gefeiert.

  7. @ Michael Krüger

    Ihre kindischen Beleidigungen können Sie sich sparen! Bleiben Sie lieber bei der Sache!

    Ja, wo wurde das denn bisher erfolgreich getan?

    Enso Vorhersagen sind ca. für 6 Monate möglich, neuere Studien lassen 12-monatige Vorhersagen zu. Wetter lässt sich dagegen nur ca. 1 Woche vorhersagen!

    http://www.pnas.org/content/early/2013/06/26/1309353110.abstract?sid=18dc46ef-3d4d-4fe1-804e-b4bd1c4b0c13

    Und anschließend kommt wieder ein La Niana und die Globaltemperatur stagniert weiter.

    Nein Herr Krüger! Das wäre nur der Fall wenn den Rekordhitzejahren bei El Nino die gleiche Anzahl von Rekordkältejahren bei La Nina entgegenstünden. das ist aber wie Sie wissen müssten nicht der Fall! El Nino und La Nina Ereignisse sorgen nur für ein Rauschen (z.B. kurzzeitige Stagnation der Erwärmung), dauerhaft aufhalten können sie die Erwärmung nicht!

  8. @Thorsten

    Enso Vorhersagen sind ca. für 6 Monate möglich, neuere Studien lassen 12-monatige Vorhersagen zu. Wetter lässt sich dagegen nur ca. 1 Woche vorhersagen!

    Nochmals für Sie die aktuelle Vorhersage des NOAA, wie im Artikel gezeigt:

    http://www.science-skeptical.de/wp-content/uploads/2014/04/nino34Sea.gif

    Die Bandbreite der Modell-Ensembles bis zum Jahresende reicht von 0 bis 2,5°C. Und die ändert sich von Tag zu Tag, mit dem aktuellen Wetter.

    Thorsten, wann lernen Sie es endlich die Artikel zu lesen und die gezeigten Abbildungen anzuschauen?

  9. PS

    Ich sehe gerade, die Vorhersage zum kommenden El-Nino wurde gerade herunter korrigiert. Die Bandbreite der Modell-Ensembles bis zum Jahresende reicht jetzt nur noch von 0 bis 2°C.

    http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/people/wwang/cfsv2fcst/imagesInd3/nino34Sea.gif

    Thorsten, welche Temperaturanomalie durch einen El Nino erwarten Sie denn bis zum Ende des Jahres? 0°C, 1°C, 2°C, …. ? Würde mich echt mal interessieren.

  10. @Thorsten

    Natürlich kann man El Nino’s im Gegensatz zum längerfristigen Wetter vorraussagen, denn Wetter folgt kurzfristigen chaotioschen Einflüssen, während Klima oder auch El Nino’s längerfristigen, berechenbaren physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterliegen!

    Klimaskeptiker Landscheidt konnte das, stimmt, ist auf die Sonne und Jupiter und deren Schwerpunktverteilung zurück zu führen., ist aber trotzdem bloß Wetter.
    Mach Dir nichts darauß, Du lernst es nie.
    Nebenbei, Klima unterliegt n i c h t berechenbaren physikalischen Größen, und wenn, dann nur rückwirkend, das liegt an der Definition von Klima: 30 Jahre Wettergeschichte
    😀
    Nimm endlich ein Lehrbuch in die Hand und nerv‘ nicht.

  11. @Kischna

    Du weist schon um das ehemalige Schroeter-Institut von Landscheidt?

    Das liegt nur ca. 13 km entfernt von mir und ich komme dort oft auf meinen Radtouren vorbei. Ich habe gerade eine Radtour gemacht und diese Fotos mitgebracht:

    http://i307.photobucket.com/albums/nn314/KruegerMichael/LANDSCHEIDT_zps82b45c81.gif

  12. @Micha
    Leider ist Landscheidt schon lange gestorben, nichts desto Trotz sind seine Berechnungen noch immer akkurat und werden fortgeführt

  13. 10 Krishna Gans 24. April 2014 00:17

    Nebenbei, Klima unterliegt n i c h t berechenbaren physikalischen Größen, und wenn, dann nur rückwirkend, das liegt an der Definition von Klima: 30 Jahre Wettergeschichte

    Das ist zwar der Konvention nach korrekt, aber von der Sache her noch immer Gaga.

    Denn AMO und PDO haben wohl erhebliche Einflüsse, aber eine Zyklusdauer von 60 Jahren. Da ist eine 30 Jahresperiode wie ein Schiff auf einer Riesenwelle. Aber man kann immerhin fleißig die Steigung des Schiffes messen.

  14. @Martin Landvoigt -#13
    Ich habe mir die 30 Jahre nicht ausgesucht, nur die Definition für Klima zitiert.
    Als die Definition festgelegt wurde, kannte man wohl einige Zyklen nicht, wobei die 60 Jahre auch eher zu den kurzen
    Zyklen zählen, im Vergleich zu einige anderen.

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