Nicht heiß genug…

20. Juli 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Daten, Klimawandel, Kurioses, Medien

Viele Menschen genießen den schönen Sommer in Deutschland. Endlich mal wieder blauer Himmel, viel Sonnenschein und ausreichend Wärme. Wer hätte das gedacht, nachdem wir vor kaum einem halben Jahr noch über den unerwartet grimmigen Winter gestöhnt haben?

Viele Menschen aber können nicht mehr einfach nur genießen. Sie unterliegen dem Zwang der Suche nach dem Negativen. Und so verwundert es nicht, wenn die Klimaalarmisten die Temperaturen in Deutschland als Vehikel benutzen, um landauf landab auf die „globalen Temperaturrekorde“ hinzuweisen. Rekorde oder zumindest rekordverdächtige Werte, die sich beispielsweise aus den Berechnungen des NASA Goddard Institute for Space Studies (NASA-GISS) ableiten lassen. Und natürlich werden uns diese Daten in allen möglichen Blogbeiträgen, Zeitungsartikeln und Fernsehberichten als Menetekel verkauft. Als – je nach Formulierung – Beweis oder zumindest Indiz für die fortschreitende globale Erwärmung, die zwangsläufig in die Katastrophe führt.

Stefan Rahmstorf beispielsweise findet es heiß. In seinem jüngsten Text läßt er die Interpretation der Temperaturkurve zwar geschickt offen, aber es ist deutlich, was er seinen Lesern sagen möchte. Auch er weiß: Globale oder gar lokale Temperaturrekorde sind kein Beweis für eine menschgemachte, katastrophale Erderwärmung. Aber wenn es eine solche gäbe, wären entsprechende Werte zu erwarten. Da man nun solche Daten mißt, berechnet und in Deutschland Wärme auch wirklich wieder spüren kann, ist der Indizienbeweis perfekt.

Nein, ist er nicht. Denn dafür ist es schlicht und ergreifend noch immer nicht heiß genug.

Die Prognose der globalen Temperaturanomalie

Auf die Differenz zwischen Szenario und Prognose bin ich hier bereits ausführlich eingegangen. Ein Szenario ist nicht deswegen gut, weil es eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit hätte. Vielmehr werden Szenarien und Projektionen genau nicht unter der Berücksichtigung von Wahrscheinlichkeiten erstellt. Ein Szenario ist genau dann sinnvoll, wenn es grundsätzlich möglich und in sich widerspruchsfrei (konsistent) ist.  Das IPCC wird aus meiner Sicht genau deswegen zu Recht kritisiert, weil es aus all den denkbaren Szenarien für die Zukunft unserer klimatischen Bedingungen nur eine Teilmenge auswählt und damit eine bestimmte Richtung der Berichterstattung forciert. In der dann die feine, aber wichtige Unterscheidung zwischen Projektion („projection“) und Prognose („prediction“) genau nicht mehr vorgenommen wird.

Bild 1: Langzeittrend und Prognose

Eine Vorhersage, die ohne zusätzliche Annahmen der Veränderung von Einflußfaktoren auskommt, besteht immer in der Fortschreibung eines als stabil erkannten Trends. Und wenn man sich die Entwicklung der mittleren globalen Temperaturanomalie nach den Daten der NASA anschaut, so kann man einen solchen Trend tatsächlich ableiten. Er ist in erster Näherung linear und bedeutet einen Temperaturanstieg um etwa 0,6° pro Jahrhundert. Die Stabilität dieses Trends ergibt sich (neben den üblichen statistischen Tests) auch daraus, daß die Wissenschaftler in früheren Jahrzehnten ihn in ähnlicher Größenordnung hätten ableiten können (Bild 1).

Zur Klarstellung: Dieser Trend ist vereinbar mit der Annahme einer Erwärmung durch die anthropogenen Kohlendioxid-Emissionen. Aber „Vereinbarkeit“ bedeutet noch lange nicht „Beweis einer Kausalität“. Es sind vielmehr eine Menge Prozesse denkbar, die einen solchen Trend begründen können.   Und im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte über das rekordverdächtig heiße Jahr 2010 ist außerdem zu beachten:
  • Wenn alles so weitergeht, wie bisher, wenn dieser Trend also weiterhin stabil bleibt, droht uns keine Klimakatastrophe. Sondern vielmehr eine weitere Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts um lediglich etwa 0,5 Grad.
  • Die Größenordnung von Zehntelgraden, in der sich das Jahr 2010 global möglicherweise um einen Rekord mit anderen Jahren streitet, ist für den Trend belanglos. Die Prognose bleibt stabil, auch wenn 2010 „das global wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen“ werden würde.
  • Der stabile Langzeittrend beinhaltet immer wärmere Jahre und immer neue Rekorde in den Messungen und Berechnungen der mittleren globalen Temperaturanomalie. Auch Aussagen wie „von den zehn wärmsten Jahren bisher lagen 8 in der letzten Dekade“ werden immer wieder möglich sein. Und sind genau kein Beleg für den unaufhaltsamen Schritt in den Abgrund.

Im Gegenteil: Wenn alles so weitergeht wie bisher, ist dies eher ein Indiz für das Ausbleiben der Katastrophe. Weil die Erwärmungsrate schlicht nicht ausreicht, eine Prognose in Richtung extremer Klimaveränderungen bis zum Ende des Jahrhunderts zu rechtfertigen. Es ist zwar heiß in Deutschland, im Moment, und es mag warm sein auf der Welt im Durchschnitt, aber es ist immer noch nicht heiß genug.

Die Latif-Prognose

Mojib Latif sieht das anders. Und verwendet die Bild-Zeitung, um seine Botschaft möglichst weit zu streuen. Die ihn aus lauter Dankbarkeit für so viel Ehre auch gleich zu „Deutschlands bestem Klimaforscher“ ernennt. Und so lautet seine Prognose:

„Was wir jetzt erleben, ist erst der Anfang. Bis zum Ende des Jahrhunderts werden die Temperaturen – wenn nichts geschieht – um fünf bis sechs Grad steigen.”  

Er bezieht sich mit diesen Werten wohl auf die apokalyptischen Szenarien des IPCC. Um zu sehen, wie sich die Latif-Prognose im Verhältnis zum stabilen Langzeittrend verhält, ist in obiger Abbildung der Maßstab zu ändern. Und natürlich beinhalten die IPCC-Szenarien keinen linearen Anstieg. Aber zur Vereinfachung des Verständnisses ist ein solcher in der Zeichnung angesetzt. Zumal er der einfachste Weg ist, auf dem Latifs Prognose erreicht werden könnte. Jeder andere Verlauf würde Phasen mit einem noch höheren und schnelleren Temperaturanstieg erfordern (Bild 2).

Bild 2: Der Langzeittrend und die Latifprognose

Man erkennt, wie stark Latifs Prognose von dem Langzeittrend seit Beginn der Aufzeichnungen abweicht. Es gibt keine Datengrundlage, die eine solche Vorhersage rechtfertigen würde. Was Latif nicht  davon abhält, regional gleich noch aufzusatteln:

„Dann reden wir im Sommer von Hitzewellen mit fast 50 Grad hier in Deutschland.“  

Damit verläßt er dann auch noch den Boden der IPCC-Szenarien. Jedenfalls steht diese Prognose in einem gewissen Widerspruch zu den Botschaften des “regionalen Klimaatlas Deutschland“, der auf den auch durch das IPCC zitierten Modellrechnungen basiert. Und: Betrachtet man die dortigen Prognosen zu Themen wie “heiße Tage” und “tropische Nächte”, so scheint uns dieser Sommer tatsächlich einen Vorgeschmack darüber zu geben, was wir von der Klimakatastrophe bemerken werden: Nichts.

Meine damalige Einschätzung einer höheren Zahl an “heißen Tagen” als “Risiko” muß ich jedenfalls nach den aktuellen Erfahrungen wieder zurücknehmen. Und komme zu dem Schluß: „Wenn nichts geschieht“ – Herr Latif – geschieht genau das: Nichts. Und wenn 2010 ein Rekordjahr wird – ob global, ob in Deutschland – ist eben immer noch nichts geschehen, was auf die Apokalypse hinweist.

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17 Kommentare
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  1. Wetter!

    Während derzeit in Südamerika so einige Gegenden in Eis und Schnee versinken, während in der Neumeyerstation in der Antarktis der Negativrekord (-50°C) gebrochen wurde, labern unsere ach so tollen Klimaforscher von zukünftigen Hitzerekorden.

    Endlich mal ein Sommer, der sich auch mal Sommer nennen darf und plötzlich kommen sämtliche deutsche Klimabedenkenträger aus ihrer “Winterschlaf” und belästigen uns mit ihren Panikmeldungen.

    5-6 Grad Erwärmung kann das arme CO2 überhaupt nicht zustandebringen, dazu werden schon anständige positiven Wasserdampfrückkopplungen oder diverse “Kipp-Punkte” benötigt und gerade da bezweifle ich so einige “Forschungsergebnisse” diverser Klimamanipulatoren einschlägig bekannter Institute.

    Was mir viel mehr Sorgen macht ist das deutsche Ingenieurwesen, da labern seit Jahren alle von Temperaturanstiegen ins Unermessliche und unsere hochmodernen ICC-Züge kommen dann nicht einmal mit 35°C Aussentemperatur zurecht, haben die denn alle gepennt?
    Andere Sache, wie kann man solch ein teuren Zug planen und bauen ohne auch Notlüftsysteme vorzusehen?
    Mittels Unterdruck beim Fahren und entsprechenden Zuluftmöglichkeiten hätte man zumindestens einen anständigen Luftaustausch ermöglichen können, wenn man den Fahrgast schon die Möglichkeit genommen hat ein Fenster zu öffnen.

    Sorry, als Techniker kann ich auch nicht verstehen das man angeblich immer noch keine Ursachen des Ausfalls der Klimaanlagen benennen kann, wahrscheinlich liegt ein gewaltiger Planungs/Auslegungfehler bei den Aggregaten vor, die keiner offen zugeben mag.

    Anpassung statt Vermeidung…..aber wahrscheinlich sind wir selbst dafür schon zu dumm geworden.

    Heinz Eng

  2. @Heinz Eng
    “…..aber wahrscheinlich sind wir selbst dafür schon zu dumm geworden”
    eindeutig JA. Aber was will man auch erwarten, wenn immer mehr ‘Gute’ Leute unserem Deutschland den Rücken zukehren?!
    Zu dumm und resigniert!
    Zwei Beispiele:
    Zu dumm!
    Wir waren mal die Nummer 1 im Straßenbau. Jede Nation hat sich nach unseren Straßen umgesehen!
    Und heute? Ich fahre jeden Tag die A48. Dort ist Sommer letzten Jahres ein Teilstück erneuert worden. Ohne Stress, ohne Hecktig. Die gesamte Spur wurde in den Gegenverkehr geleitet, keine Flickerrei. 6 km neueste Autobahn. Im Frühling konnte man endlich drüber fahren. Meine Stoßdämpfer freuten sich, endlich mal wieder richtige Huckel und Bodenwellen. Jetzt wurde ausgebessert. eine halbe Spur wieder aufgefräst und neu gemacht. Was soll ich sagen; es ist eine wahre Freude darüber zu schaukeln. Fahren kann man das ja nicht nennen. Wir waren mal die Nummer 1 im Straßenbau!! Mitlerweile sind wir zu dumm, um Straßen zu bauen!

    resigniert:
    Vielen Leuten interessiert es nicht mehr, was in unserem Land passiert.
    Nichtraucherschutzgesetz in Bayern. Ich kenn die Zahlen nicht mehr genau. 68% haben sich für das Gesetz ausgesprochen. 68% ist eine Menge. Aber wieviel haben mitgemacht? 38%? Was ist mit den anderen 62%? Denen ist mitlerweile alles egal. Also haben gerade mal 25% aller Bayern für das Gesetz gestimmt und diese kleine Gruppe hat es geschafft. Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. 25% haben die Macht!

    Und da 25% soviel bewirken können, weil der Rest einfach keine Lust mehr hat, darum ist auch unsere Demokratie gefährdet, darum haben die Ökos so viel Macht.

    Aber wie sagte ein ‘toller’ Werbespott?? Wir sind Deutschland…

    In diesem Sinne … alle die was Bewegen wollen und können … macht weiter so!!

  3. Lieber Martin

    Ich muss mich korrigieren…….zu dumm oder zu GEIZIG.

    So wie es aussieht hatte die Bahn auch schon im Hitzesommer 2003 massive Probleme mit der Klimatisierung der ICE-Züge und eine entnervte Bahnangestellte warf der Bahn vor kleinere, billiger Klimaanlagen eingebaut zu haben um Geld zu sparen.
    Zur Zeit ermittelt sogar schon die Staatsanwaltschaft in Sachen Körperverletzung, die sollten dabei mal die Leistungen der Anlagen im Verhältnis zur kühlenden Masse untersuchen lassen.

    Ok, aber selbst wenn das Kühlaggregat ausgefallen ist wegen Unterdimensionierung, hätten wenigstens die Lüfter weiterlaufen müssen, dann wäre es im Zug wahrscheinlich nur 40°C heiß gewesen und die schlechte, durchfeuchtete Atemluft wäre trotzdem ausgetauscht worden.

    Geiz ist geil………und kann unter Umständen Menschenleben kosten, deswegen bin ich auch “Bahnverweigerer” geworden, Service gleich Null (Fahrkartenverkauf), nicht die kleinste Nische für geplagte Raucher auf den offenen Bahnhöfen und vieles mehr.

    Wenn unsere Politiker wirklich an den Klimawandel glauben würden, dann hätte man gerade im Bereich öffentlichen Nahverkehr viel mehr investieren müssen.
    Nein, da begnügt man sich damit, die nächste lebenswichtige Infrastruktur einer Religion zu opfern, indem man vom Stromkunden finanzierte Zufallstromerzeuger sinnlos ins Land stellt und deren Anbindung und dessen Stromverteilung wieder anderen überlässt.

    Energiekonzept?
    Kenn ich nich, bei mir kommt der Strom aus der Steckdose.
    Im Gegenteil, jedes Institut, WBGU, SRU, BUM, UBA, Greenpeace, WWF, BEE……….bietet seine eigene (Lobbygesteuerte ) 100% EE-Machbarkeitsstudie an um etwas mit Jahreserzeugungsmengen (Additionsstudien) zu beweisen, das in der Praxis nie oder nicht ohne massive Stromimporte funktionieren kann.

    Warum hat Deutschland kein Energieministerium, warum fuscht ein Umweltbundesamt seit Trittin in der Kernkraft rum und warum haut das Wirtschaftsministerium nicht endlich mal mit der Faust auf den Tisch?

    Weil es wahrscheinlich nur eine Karrierechance gibt, wenn man von der Materie so wenig wie möglich Erfahrung und Wissen besitzt, um einen Posten zu bekommen.
    Seid Rot/Grün geht es steil Bergab mit Deutschland und ein Stückweit haben wir das auch einen Bundes-Schröder, einen Tritt Ihn und eines Fisches zu verdanken, warum wird denn wohl gerade jetzt die Ostseepipeline gebaut?

    Richtig, Dank grünen Energie (un) Konzeptes benötigen wir jede Menge Gasturbinen, gelle.

    Bayern und der Volksentscheid……….war eine heilsame Erfahrung für den Rest dieser Republik, beim nächsten mal hoffe ich doch sehr, das auch der faulste Raucher mal seinen Hintern zur Wahlurne schleppen wird.

    PS. Nun geht gerade die Hetze gegen dicke Mitbürger los……..denn die belasten durch ihre ungesunde Lebensweise die Krankenkassen mit 17 Milliarden Euro,………… die Raucher waren nur der Anfang……….

    Heinz Eng

  4. @Heinz Eng
    Die großen Lebensmittelhändler, Aldi ,Lidl und was da da so an Grossisten (Globus etc) noch so die riesigen Verlüssiger auf dem Dach haben, mußten bis Ender de 90iger bei solchen Sommern die Verflüssiger beregnen, um 2000 rum wurden Neubauten angepaßt, und alte neu asugelegt und umgerüstet, die haben keine Probleme mehr mit warmen Außentemperaturen auf den Dächern mehr.
    Man muß es nur wissen und wollen……

  5. @Heinz Eng
    Die Bahn hat “Spezialverdichter”, was die Abmessungen angeht, was die Reparaturen angeht, nur wenn derr Zug länger steht, darf ein Monteur ran, ansonsten wurden Erstzteile “hinterlegt”….

  6. Ergänzung: Bei Anthony Watts hat Steve Goddard einen kurzen Artikel eingestellt, in dem er zeigt, daß die aktuelle Temperaturentwicklung (rote Linie: NASA-GISS) nun unterhalb der berühmten “Hansen-Szenarios” liegt:

    Hansen versus GISS

    Die globale Temperaturentwicklung ist zur Zeit daher eher ein Grund zur Entwarnung, denn zum Alarmismus…

  7. Sehr geehrter Herr Heller,

    Sie benutzen in ihrer Argumentation lineare Trends. Das mag momentan (noch) eine sinnvolle Näherung sein, muss aber natürlich nicht für das ganze Jahrhundert gelten. Sie wissen so gut wie ich, dass man eine Exponentialfunktion anfangs recht gut durch eine lineare Funktion abschätzen kann. Insofern stimme ich ihrer Aussage zu, dass damit natürlich die These der anthropogenen Erwärmung nicht widerlegt (ich füge an: oder bewiesen) werden kann.

    Die CO2-Konzentration wächst momentan in guter Näherung exponentiell an, die Wirkung des Treibhausgases CO2 wird deutlich gebremst durch die thermische Trägheit der Ozeane. Insofern überraschen die momentanen Temperaturen nicht. Aus oben genannten Gründen wäre es aber umso überraschender, wenn sich ein linearer Trend in diesem Jahrhundert fortschreiben ließe.

    Trotzdem besteht kein Anlass zur Entwarnung, im Gegenteil. Man betrachte diese Abbildung:
    http://www.skepticalscience.com/Climate-Change-Past-Present-and-Future.html

    Wir befinden uns am Ende der schwarzen Kurve und Sie spekulieren dort über die Prognosezuverlässigkeit der Modelle. Man erkennt mit einem Blick, dass Vergleiche zwischen Prognosen und gegenwärtigen Temperaturen nicht aussagekräftig sind, da bin ich eher auf 2025 oder 2050 gespannt.

    PS:
    Sie nennen hier verschiede Prognosen (Hansen, Latif), teilen aber leider nicht mit, für welche CO2-Emissionsszenarien diese Modellrechnungen gelten. Deshalb fällt es mir schwer, diese Kurven überhaupt einzuordnen. In dem von mir verlinkten Diagramm sollte man beachten, dass sich die gegenwärtigen Emissionen in Richtung von Szenario A1B bis A2 bewegen. Ich bin deshalb besorgt.

  8. Herr Fischer, ich bin der letzte der behauptet, man könne die Zukunft vorhersehen. Von daher haben Sie völlig Recht: Es muß nicht beim linearen Trend bleiben.

    Ich habe auch nicht die “Rahmstorf-Prognose” verwendet, der ja immer nur die Temperaturanomalien ab etwa 1970 aufzeichnet und (gedanklich) in die Zukunft verlängert (und dann auch noch deutlich unter Latif landet).

    Der Artikel entstand in einer Zeit, in der ich im Büro geschwitzt habe und ziemlich zeitgleich über den Rahmstorf-Text und Latifs Bild-Interview gestolpert bin. Da in beiden Texten keine großartige Debatte über die Projektionen stattfindet, sondern mal wieder ausschließlich die aktuelle Entwicklung thematisiert wurde, habe ich auch nur darauf geantwortet.

    Wenn wir uns darüber einig sind, daß die Bild-Zeitung ebensogut meinen Text hätte drucken können, wie die Latif-Prognose, ohne etwas falsch zu machen, dann ist das genau das, was ich aussagen wollte.

    Ich nehme an, Latif bezieht sich auf Modell A1Fl, also das mit den höchsten Temperaturanstiegen. Er führt das aber in der Bild natürlich nicht näher aus, daher weiß ich das auch nicht besser.

    Wenn wir uns mit den Emissionen tatsächlich langfristig bei A1 und A2 aufhalten, dann bedeutet das zumindest, daß wir bis zum Ende des Jahrhunderts ausreichend konventionelle Kohlenwasserstoffe haben, um den Energiehunger der Menschheit zu stillen. Das stimmt mich außerordentlich optimistisch.

  9. @ Heller

    Die Stabilität dieses Trends ergibt sich (neben den üblichen statistischen Tests)

    Wie ist mathematisch-statistisch die “Stabilität” eines Trends definiert (Zitat eines Lehrbuchs)?

    Ich habe noch nie gehört, dass sich ohne Kenntnisse des kausalen Zusammenhangs eine Trendfortsetzung in die Zukunft rechtfertigen ließe. Was soll also die lineare Extrapolation bringen?

    Zur Abb. 2: War die so dämlich in der Bild abgebildet, oder stammt die Abb. von Ihnen? Wieso nehmen Sie nicht die Graphik, aus der auch die Aussage zu den 2100-Temperaturen abgeleitet wird? Wer soll Ihnen denn diesen linearen “Keil” dort abnehmen? Finden Sie Ihre Darstellungen und den Artikel nicht reichlich daneben?

    Ich sehe im übrigen auch nicht, wo das IPCC Projektionen, Prognosen und Szenarien durcheinanderwerfen soll. Dass die IPCC gibt bekanntlich auch keine Eintrittswahrscheinlichkeiten an. Und wie man leicht einsieht, wäre dies auch ziemlich dämlich, denn was eintritt, ist ja abhängig von den Entscheidungen jetzt und in nächster Zukunft.

  10. Baecker, Mann, Sie sind ja echt ´ne Totalpfeife.

    Wenn Sie also aufgehört haben, zu hyperventilieren, lesen Sie den Text noch einmal, schauen auf das Datum, lesen die Links (Rahmstorf und Bild und meinen Text über Szenarien und Pognosen sowie meine Bewertung des regionalen Klimaatlas´), auf die sich der Text bezieht -- und dann können Sie mich gerne bitten, Ihren obigen Beitrag wieder zu löschen.

    Ich werd’s aber nicht tun. Ätsch.

  11. @ Heller

    Ihr Artikel wird nicht sinnreicher, wenn es draußen wärmer wird.

  12. Nun, Rahmstorf greift sich einen superheißen Sommertag heraus, um zu behaupten, daß es wärmer wird.

    Latif tut dies auch.

    Ich greife mir einen superheißen Sommertag heraus, um zu behaupten, daß was geschieht?

    Genau. Daß es wärmer wird.

    Sie finden das nicht “sinnreich”?

    Nun, ich eigentlich auch nicht. Steht aber oben schon ganz genau erklärt.

    (Feierabend. Wegen der Battle of Ideas bin ich ab jetzt ein paar Tage nicht Online.)

  13. Ahh, die üblich Verdächtigen kramen einen uralten Thread (20. Juli 2010) aus um Herrn Heller die Meinung zu geigen, ist denn die Kacke schon dermassen am dampfen?

    Der kalte Winter naht und die Hyper kommen ins hyperventilieren, sollte ich mir jetzt langsam sorgen machen?

    Ich glaube, dieser Winter wird schlimmer als wir alle gedacht haben, die Warmaholics verzehnfachen ihre Aktivitäten.

    MfG
    H.E.

  14. Ups, da hat ja jemand diesen Artikel bei EIKE eingestellt, da wundert mich das plötzliche Auftauchen gewisser Herren im weißen Kittel natürlich kein bisschen mehr.

    Etwas länger nachgedacht………die Diskusion mit Herrn Müller im Hinterkopf……….Pling……….da wurden doch bei den paar heißen Tagen einige “Klimaforscher” besonders aktiv, uns die Überhitzung als bösen Vorboten zukünftiger Entwicklungen des Klimas medial um die Ohren zu hauen.

    Merke:

    Heiße Tage sind Anzeichen einer gaaaaanz schlimmen Klimakatastrophe……
    Kalte Tage sind ausschließlich Wetter, dürfen daher auch nicht argumentativ genutzt werden.

    Pustekuchen, wird dieser Winter wieder so kalt, schlachte ich das medial mal anständig aus……es wird mir eine Freude sein gewisse Leute auf die Palme zu bringen, die leider auch die nächsten 10 Jahre nicht an deutschen Küsten wachsen wird.

    MfG
    H.E.

  15. Heinz Eng schrieb am 29. Oktober 2010 00:08

    Ahh, die üblich Verdächtigen kramen einen uralten Thread (20. Juli 2010) aus um …

    Bis zu dem Punkt haben Sie ja sowas von Recht gehabt, nur beim Grund ging es dann schief …

  16. @Marvin

    Bis zu dem Punkt haben Sie ja sowas von Recht gehabt, nur beim Grund ging es dann schief …

    Konnte ja keiner ahnen, das dieser Artikel bei EIKE erschienen ist, aber die dort anwesende Propagandaabteilung der Pro-AGW-Truppen hat ja sehr schnell reagiert, gelle.

    Nun ist der dritte im Bunde ja auch noch aufgetaucht, freut mich wirklich, Herr Müller.

    MfG
    Heinz Eng

  17. @ Heller

    Nun, Rahmstorf greift sich einen superheißen Sommertag heraus, um zu behaupten, daß es wärmer wird. Latif tut dies auch.

    Das ist den Zeitungsartikeln beim besten Willen nicht zu entnehmen, diese Kausalität haben Sie sich erträumt.
    Und Ihre “Anti-Beweisführung” per Trendprognose ist aus dem gleichen Grund wissenschaftlicher Unsinn.

    PS: bekommen Sie noch eine sachliche Antwort auf meine Frage zur Mathematik in #9 hin, oder habe ich Sie damit schon über Ihre Frust-Toleranz-Grenze gedrückt?

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