Nie mehr Nordostwind?

22. November 2010 | Von | Kategorie: Blog

Ganz aktuell kommt es ja nun in weiten Teilen Europas zu einem markanten Wintereinbruch. Da erinnert man sich doch „gerne“ wieder an die Äußerung von Mojib Latif und Anderen (ich glaube, so um das Jahr 2000):

 „So richtig kalte Winter mit Schnee und Frost wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben!“

Diese Äußerung fand ich schon damals komisch, und nach dem überwältigenden Zuspruch auf meinen letzten Beitrag (bzw. meinem ersten überhaupt in einem solchen Blog) fühle ich mich jetzt ermutigt, der wissenschaftlichen Kompetenz eine Laienfrage zu stellen, die mich schon lange bewegt.

Zunächst ein paar Fakten, für die man wohl wirklich kein Klimafritze sein muss: Im Westen von uns liegt ein warmer Ozean. Im Osten von uns liegt ein riesiger Kontinent. Schon in der Schule lernen wir, dass im maritimen Klima die Winter mild und im kontinentalen Klima kalt ausfallen.

Haben wir also im Winter Südwestwind, dürfte es bei uns sehr mild werden mit Regen und frostfreiem Wetter im Flachland. Haben wir dagegen Ost- oder Nordostwind, müsste es bei uns frostig kalt mit mehr oder weniger Schnee sein. Oder?

War es bei Südwestwind nicht auch in den eisigsten Eiszeiten mild? Und war es bei Nordostwind, den es vor 1000 Jahren beim Mittelalterlichen Klimaoptimum mit Sicherheit auch mal gegeben hatte, nicht auch kalt mit Schnee?

Wenn das so ist, dann kann man die Aussage von Latif und Co. auch so lesen:
„So eine richtige Nordostwindlage … wird es in unseren Breiten nicht mehr geben!“ Daher meine Frage an alle: Kann das stimmen? Selbst wenn es zehn Grad wärmer werden würde, wäre der Nordostwind ja noch kalt. Also lautet die Frage auf den Punkt gebracht:

Werden wir wirklich in einem wärmeren Klima (so das überhaupt eintritt) wirklich nie mehr Nordostwind bekommen? Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass das eigentlich Unsinn ist. Nur, der, der das gesagt hat, ist ein hochdotierter, weltberühmter Klimawissenschaftler. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir auch, dass ein solcher Oberkluger so einen Unsinn nicht verzapft.

Einzige Lösung: Irgendetwas verstehe ich da nicht, und da erhoffe ich mir hier Aufklärung!

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10 Kommentare
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  1. Hallo,

    Um dieses beurteilen zu können, muss man wissen, wie dieser Wind entsteht.

    Siehe: http://www.goruma.de/Wissen/Naturwissenschaft/Meteorologie/monsune_und_passate.html

    Nun beurteilen Sie selbst, ob der Nordost-Passat oder der Südost-Passat verschwinden werden.

    + Luftmassen Mitteleuropas im Winter
    Zwölf Grundströmungen beinflussen das Wetter Mitteleuropas im Winter. Extremwerte des Wetters enstehen z. B. bei Einströmen nordsibirischer Polarluft. Sie stößt aus dem winterlichen kontinentalen Kältehoch mit starkem Nordostwind bis nach Deutschland vor und verursacht extreme Kälteperioden.

    Zu Mojib Latif: Nicht jeder Titel zeugt auch von Kompetenz.

    Grüße
    Ottmar

  2. Guten Abend, Herr Frey!

    Vom Wetter verstehe ich leider nichts; denke aber, daß man auch als interessierter Laie in der Lage ist, ein paar Dinge zu erahnen.

    Mir geht zum Beispiel durch den Kopf, welchen physikalische Sinn eine Durchschnittstemperatur haben mag? Oder wer im Verhältnis Mensch / Sonne eigentlich Hund und Schwänzchen ist? Auch kennt jedes Kind die Unberechenbarkeit und wärmemäßige Bedeutung von Wolken -- wie sieht es damit aus?

    An die Winter 1962/63 und 1978/79 habe ich ungute Erinnerungen und wollte mit dem Älterwerden einige angenehm temperierte Jahre erleben. 🙂

    Grüße Sie herzlich und danke für Ihr Engagement!

  3. Hallo Chris

    Ja, das ist nun mal Wetter, das gelegentlich genauso chaotisch ist, wie die Vorhersagen gewisser Klimaexperten.

    Der BBC zum Beispiel mag vom Met Office überhaupt keine Langfristprognosen mehr haben, weil die ja nun schon die letzten 3 Jahre voll daneben liegen.
    Met Office …das! britische Institut, das dieses Jahr mittels „Vulkanaschewolkenausbreitungssimulationsmodell“ fast den gesamten Europäischen Flugverkehr platt gemacht hat und Mutti Merkel deswegen nicht zur Beerdigung nach Polen konnte, die war bestimmt ganz traurig deswegen.

    Wenn der Hahn kräht auf dem Mist……………
    Ich mag heute garnicht aus den Fenster gucken, ekelhaftes Wetter, das kann ich Dir aber sagen, *Schüttel*.

    Liebe Grüße von Onkel Heinz

  4. Sehr geehrter Herr Frey,

    die Aussage von Prof. Latif
    „Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben“
    stammt vom 1.4.2000 (spiegel.de).

    Ungefähr 2 ½ Jahre vorher äußerte sich Prof. Latif in einer Sendung vom 13.11.1997 so zum Thema Winter in Deutschland:
    „ Die nordatlantische Oszillation hat sich in den letzten Jahren umgestellt. Wir sind jetzt in einer Phase relativ schwacher nordatlantischer Oszillation und wir erwarten ähnlich wie in den 60iger Jahren relativ kalte Winter in der Zukunft.“
    Diese Aussage hat er vor kurzem im Fernsehen bekräftigt.

    Nun können Sie sich aussuchen, was der Hahn kräht.

    Sie haben in Ihrem Artikel die Problematik gut erkannt, nur Ihr vorletzter Satz ist falsch: „Mein gesunder Menschenverstand sagt mir auch, dass ein solcher Oberkluger so einen Unsinn nicht verzapft.“ Wie viele Gegenbeispiele wollen Sie haben?

    MfG

  5. Hallo Frau/Herr Langer in #4,

    danke für die Klarstellung. Und mit meinem vorletzten Satz -- mir ist schon klar, dass der gesunde Menschenverstand viel eher sagt, dass das nur Stuss sein kann! Aber soll ich als Nichtklimaforscher so etwas hinausposaunen? Im Übrigen, die Aussage war durchaus ironisch gemeint, wobei ich jedoch feinsinnig unterscheide.

    Ein Beispiel aus der Kinderwelt: Ein kleines Mädchen erzählt mir irgendwas, das sie erlebt hat. Ich weiß aber, dass das so, wie sie es erzählte, nicht stimmen konnte. Und trotzdem hat diese Kleine (7 Jahre) nicht gelogen: Sie war fest überzeugt davon, dass es so gewesen ist! Ihre Phantasie ist einfach mit ihr durchgegangen! Soll man das nun als Lüge bezeichnen? ich denke nein.

    Zurück zu Latif. Könnte es nicht sein, dass auch bei ihm (und vielleicht auch anderen!) seine Phantasie mit ihm durchgegangen ist? Das wäre jedoch eines Wissenschaftlers unwürdig, oder? Wenn das aber nicht so war und er wider besseres Wissen so etwas von sich gibt -- das ist doch eines Wissenschaftlers noch unwürdiger, oder?

    Politiker, Wirtschaftler, Grüne…

    Aber ich schweife ab. Eine Liste mit Beispielen, liebe/r Frau/Herr Langer, das ist mir schon klar, würde garantiert viele dicke Bände füllen! Danke für Ihre Unterstützung! Sie verstehen es also auch nicht, das beruhigt!

    Chris Frey

  6. @Chris Frey
    Gerade Latif hat ist dermaßen der Forschung verschrieben, wenn er mal nicht gerade eine Kamera sieht, vor die er sich posieren kann, daß er im Laufe der Monate seine Meinung den ständig wechselnden Forschungsergebnissen meint anpassen zu müssen.
    Einmal hier zu betrachten
    und auch hier noch einmal zu genießen.
    Sieht er dann mal eine Schneeflocke, die, die es nicht mehr geben sollte, braut sich gleich wieder ein Super Winter vor ihm auf, die Augen rollen, die Brauenbögen erklimmen für unmöglich gehaltene Winkel, eine Dackelstirn ähnelt gegenüber seiner einem Baby-Gesicht, und wird dann nur selten von Rahmstorf’schen Verwerfungen der Urstromtal-Variante übertroffen

  7. Lieber Chris,
    ihre Frage „Nie mehr Nordostwind? “ ist mit Sicherheit mit nein zu beantworten.
    Begründung: Hier geht es nicht um Klima, sondern um Wetter.
    Kein Meteorologe kann aus den Ultraglaskugelprognosen das Wetter in mehr als 3-5 Tagen vorhersagen.
    Der Wechsel zwischen positiver und negativer NAO/AO erfolgt zufällig, plötzlich, unvorhersehbar -- aber mit Sicherheit. Nur die Richtung, in welche das Pendel überwiegend (über längere Zeit ) ausschlägt, zeigt eine gewisse Periode…
    Lesen Sie dazu auch zu den Multi-dekadischen Oszillationen des Atlantik.
    MfG

  8. Na ja, der Unterschied zwischen den Wetterlagen Nord-Ost und Süd-West kann locker 15C ausmachen. Wenn die Häufigkeit einer Wetterlage sich um etwa 10% auf kosten der anderen ändert, macht da schon ca. 1,5K auf die Durchschnittstemperatur. Das heißt, die Änderung von Vorzugswetterlagen könnte bei uns die CO2-Erwärmung locker überkompensieren. Folgerichtig fördert unsere Regierung auch stark das Sparen von Heizkosten durch Gebäudeisolation, und begegnet der Gefahr, dass die Winter trotz globaler Erwärmung (z.B auf dem Nordpol) hier kälter werden sollten.

  9. Sehr geehrter Herr Frey,

    leider bin ich in den letzten Tagen nicht dazu gekommen, auf Ihre Antwort zu reagieren. Der Krankenstand auf Arbeit korreliert stark mit dem Wetter. Ich bin daher seit kurzem völlig davon überzeugt, dass die derzeitige Kaltphase von den Aerosolen verursacht wird, die aus den Nasen meiner Kollegen stammen.
    Aber nun zu Ihren 2 Problemen. Das Erste ist leicht zu klären – Herr Langer wäre o.k., wobei ich hoffe, dass Ihre Vorschlagsreihenfolge ausschließlich Herrn Knigge geschuldet ist.
    Das zweite Problem ist heftig. Sie fragen hier, warum so viele Aussagen von Klimaforschern in der Öffentlichkeit mit „falsch“ freundlich umschrieben wären. Ich denke, darauf gibt es nicht DIE Antwort. Es gibt wohl viele Gründe, die zu dieser Vielzahl falscher Aussagen führen (wobei es fast immer in Richtung „Katastrophe“ geht). Dazu gehört natürlich auch, dass man auch als Fachmann Aussagen macht, wo man sich hinterher sagt „Was hab ich denn da für einen Blödsinn verzapft?“ Aber diese Fehler sind oft gut zu erkennen und nicht das Problem. Das Problem sind die Übertreibungen, Diffamierungen Andersdenkender, Panikmache bis hin zu banalen Lügen, wobei bei einigen Vertretern der Klimaforscherzunft nach meinen Erfahrungen über die Hälfte der Aussagen in der Öffentlichkeit in diese Rubriken fallen. Es wäre aber falsch, alle Klimaforscher in diesen Topf zu werfen. So gibt es Vertreter des AGW, die sich sehr hüten, genau diese Fehler nicht zu machen, wie z.B. Prof. v. Storch. Die von Ihnen angesprochene Motivation, dass diesen Forschern die Fantasie durchgeht, mag vielleicht vorkommen, ist aber bei „Argumenten“, die wissenschaftlich völlig unsinnig sind, nicht zutreffend.
    Ich bin der Meinung, dass hier ein Gemenge an Motiven vorliegt.
    Eines der Hauptmotive ist m.E. nach die Überzeugung dieser Forscher, die Menschheit unbedingt aufrütteln zu müssen (Gutmenschentum). Reichte vorgestern noch, dass die Temperaturen in 100 Jahren 3°C höher liegen sollen, mussten es gestern 6°C sein und heute 10°C, um das zu erreichen. Dann kann man schlecht morgen sagen „Es sind nur 4°C“, denn damit lockt man keinen mehr hinterm Ofen vor.
    Dazu kommt, dass wohl zumindest einige dieser Forscher von einem enormen Selbstdarstellungsdrang getrieben werden. Auch dieser kann nur befriedigt werden, wenn die angekündigte Katastrophe immer bedrohlicher wird.
    Verbunden wird das Ganze damit, dass es vielen dieser Forscher an der nötigen Selbstkritik fehlt, sonst müssten sie erkennen, dass ihre ständigen und immer maßloseren Übertreibungen das Gegenteil von dem bewirken, was sie erreichen wollen.
    Dieses Gemenge von Falschaussagen hat sich in den letzten Jahren verselbständigt, so dass viele Wissenschaftler heute existenziell mit diesen Aussagen verbunden sind, denn nur so fließen Beträge in Millionenhöhe zu diesen Forschern und ihren Einrichtungen.
    Das eigentliche Problem ist aber nicht, dass diese vielen falschen Aussagen gemacht werden. Das Problem ist, dass beim Thema Klima selbst völlig absurde Aussagen jahrelang nicht von Reportern und Zuhörern hinterfragt werden. Insofern ist die aktuelle Entwicklung mehr als befriedigend, denn dieses grundsätzliche Hinterfragen wird auch in Deutschland kommen, in anderen Ländern ist es schon so weit.
    Also mache ich auch mal in Panik: DAS ENDE NAHT!!!

    MfG

  10. Noch Erinnerungen an das Waldsterben?

    http://www.zeit.de/2004/51/N-Waldsterben

    Die Ähnlichkeiten zum Märchen von der Klimakatastrophe sind unglaublich!

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