Nur Europa glaubt noch an die Klimarettung

23. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Politik

Gastbeitrag von Holger Krahmer (MdEP)

Die Klimapolitik der Europäischen Union steckt in einer endgültigen Sackgasse. Vorreiter wollte Europa sein, der Welt zeigen wie es geht. Insbesondere den Emissionshandel als „marktwirtschaftliches“ Instrument wollte man als Regulierungsstandard exportieren. Erst sollte der Klimagipfel von Kopenhagen, dann der von Cancun den Durchbruch für die Verhandlungen für ein Nachfolgeabkommen des Ende 2012 auslaufenden „Kyoto-Protokolls“ hervorbringen. Beide Gipfel verliefen ergebnislos. Heute steht fest: Es wird kein Folgeabkommen geben. Auch die Option, ersatzweise das bestehende Kyoto-Protokoll fortzuführen wurde auf dem letzten G8 Gipfel von allen wesentlichen Staaten verworfen. Inzwischen blieb auch der EU-Kommission nichts anderes übrig, als festzuhalten: „Unter diesen Umständen ist eine Fortführung des Kyoto-Protokolls sinnlos.“

Die Situation der globalen Klimapolitik ist kurz zusammenfassbar: Es gib sie nicht. Insbesondere die wachsenden Volkswirtschaften Asiens lassen sich ihre Wachstumsmöglichkeiten durch verpflichtende Kohlenstoffdioxidminderungen nicht beschneiden. Überall auf der Welt werden Klimagesetze beerdigt oder auf Eis gelegt. Insbesondere das viel gepriesene Instrument Emissionshandel ist ein Auslaufmodell und steht nicht etwa vor einem Durchbruch. China, Indien und Australien winken ab. In den USA wurde die Chicagoer Klimabörse nach den letzten Zwischenwahlen zum US-Kongress geschlossen. Kurz vorher hat der selbst ernannten Klimapapst Al Gore noch seine Anteile der Börse verkauft. „Klimapolitik ist ein totes Projekt“. heißt es in Washington. Die EU hält an allen Maßnahmen fest und diskutiert sogar deren Verschärfung. Dabei stehen wir mit den politischen Kosten der CO2-Minderung weitgehend allein. Man ignoriert die internationalen Realitäten mit einer bemerkenswerten Hartnäckigkeit.

Nach wie vor gilt das inzwischen autosuggestiv benutzte Argument: „Einer muss ja den Anfang machen.“ Dieser Anfang bleibt ein Alleingang! Wenn wir das nicht erkennen, ruinieren wir unsere Volkswirtschaften durch einseitige Kostenbelastungen.

Dem Klima nützt das alles nichts. Denn völlig unabhängig davon, was Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre anrichtet, jede Minderung europäischer Emissionen wird in kürzester Zeit von Emissionen anderswo in der Welt kompensiert. Das neben den politischen Realitäten auch die vom IPCC („Weltklimarat“) verbreiteten wissenschaftlichen Grundlagen über die angeblich gesicherten Erkenntnisse der Ursachen klimatischer Veränderungen hinterfragt werden sollten, kommt immer noch einer Art Gotteslästerung gleich.

Nachdem das IPCC durch Affären und politische Einflussnahme weitgehend diskreditiert ist, sollten die gängigen CO2-Thesen neu bewertet werden. Klimawandel ist komplex und war zu allen Zeiten gegenwärtig. Das er nur von einem Spurengas in der Atmosphäre maßgeblich angetrieben wird, ist schon mit der Hinterfragung durch gesunden Menschenverstand und mit Blick auf die langfristige Klimahistorie unwahrscheinlich.

Wer die Macht über den Glauben hat, hat Macht über die Menschen. Das galt früher für Religionen. Heute scheint der Glaube an den von Menschen gemachten Klimawandel eine Art Ersatzreligion geworden zu sein.

Zuerst erschienen auf der Achse des Guten

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14 Kommentare
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  1. Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer, dass wir uns nicht nur von der Klimalüge sondern auch von dem antidemokratischen und diktatorischen Bürokratenmoloch EU befreien sollten!

  2. Wer die Macht über den Glauben hat, hat Macht über die Menschen.

    Das ist der entscheidende Punkt!

  3. Liebe Leute,
    ob das ganze Europa einig ist, würde ich bezweifeln. Die Vertreter der Regierung aus meiner Heimat haben gerade ein Veto beim Treffen in Brüssel eingelegt. Es handelt sich dabei um die Quoten von CO2-Emissionen. Die ganze Energiehaushalt basiert auf Steinkohle bzw. Braunkohle und die CO2-Reduktionen um 99% würden zweifellos ein Desaster bedeuten-eine Todesstrafe für die Wirtschaft. Die Frage ist, wie lange wird die Regierung durchhalten bzw. wie stark sind sie bestechlich, da der Druck von der EU-Gremien auf sie wächst.
    Info:
    http://notrickszone.com/2011/06/22/eu-climate-negotiations-break-down-too-dzieki-poland/
    http://wyborcza.biz/biznes/1,101562,9836497,Polska_samotnie_blokuje_plany_obnizenia_emisji_CO2.html
    http://www.rp.pl/artykul/678319_Veto_Polski_w_sprawie_limitow_redukcji_CO2.html
    Beste Grüße

  4. @Caspar #3
    Jedes Körnchen Sand im Getriebe des europäischen CO2-Reduzierungs-Irrsinns ist zu begrüssen. Vor allem die deutschen Politiker befinden sich ja nun wirklich im Zustand völligen geistigen Deliriums. Sei das nun das dämlich-naive CDU-Ministerlein Norbert Röttgen, oder der amoklaufende EU-Energiekommisar Oettinger.
    Also: podziękować Polska! Bleibt hart, Jungs!

  5. Lieber Casper

    Wollen wir mal hoffen, das die neue polnische Regierung nicht auch wieder mit dem Flugzeug abstürzt.

    MfG
    Heinz Eng

  6. @Heinz #5
    was soll’n das jetzt? Wünsch dir lieber, dass der Oettinger mit ’nem Flieger abstürzt. Sterben musser ja nich. Aber wenn er nachher nur noch als Gärtner arbeiten kann, wäre das ’n echter Gewinn für Europa.

  7. @Multi

    was soll’n das jetzt?

    Du weist doch, wer stänkert, fliegt.
    Oettinger erfüllt nur seine Aufgabe……..wat die Bundesregierung nicht durch den Bundesrat kriegt, kommt dann halt über die EU…..wie schon 80% aller anderen Gesetze.

    PS. Der Absturz soll ja auch nicht ganz koscher gewesen sein…………nur mal so am Rande.

    Onkel Heinz……………und Mutti is umständlich mit Bus und Bahn gefahren, nur um nich zur Beerdigung zu müssen

  8. @ Caspar

    Den Polen wird ja in letzter Zeit nachgesagt, das sie recht positiv zu Europa stehen. Um so besser das in deinem Heimatland gegen die unsinnigsten Vorhaben und Beschlüsse gekämpft wird. Welche Auswirkung sich einstellen, wenn man den ganzen Zirkus der Klimaschützer weiter führt, sieht man am Beispiel Airbus und China: China verhindert Kauf von Airbus-Flugzeugen. Hier geht es wohl um Emissionsrechte die auf einer Basis festgelegt werden, die die Chinesen als ungerecht empfinden. Doch sie sind nicht alleine:

    Das Problem der Europäer: Diesmal ziehen Amerikaner, Russen und Chinesen an einem Strang. Einige US-Airlines klagen zum Beispiel vor dem Europäischen Gerichtshof gegen das Vorhaben. Auch die europäischen Fluggesellschaften sind gegen die Emissions-Pläne der EU.

    Zehn A380 wollen die Chinesen kaufen, im Katalogwert von knapp 4 Milliarden Euro. Die Vertragsunterzeichnung am Dienstag, im Beisein von Merkel und Jiabao wird wohl dennoch stattfinden, mit ein paar Klauseln, die vermuten lassen, dass dann später das Problem, sozusagen, unter der Hand geregelt wird.

    Mit Blick auf den Airbus-Deal wird erwogen, die Order zu unterzeichnen, den Vollzug aber von einer Einigung im CO2-Streit abhängig zu machen. Dann würde wenigstens nicht das deutsch-chinesische Treffen von dem Zank überschattet.

  9. @ Heinz #5
    Dass die Deutschen keine Ahnung haben, was sich in Polen abspielt, wundert mich nicht. Sie vergessen aber, dass es Sachen gibt, die UNS ALLE betreffen, da wir in der EU sind.

    „Wollen wir mal hoffen, das die neue polnische Regierung nicht auch wieder mit dem Flugzeug abstürzt.“

    Diese Aussage erinnert mich an Radio Eriwan:
    * Anfrage an Radio Eriwan:
    Stimmt es, dass Iwan Iwanowitsch in der Lotterie ein rotes Auto gewonnen hat?
    * Antwort:
    Im Prinzip ja.
    Aber es war nicht Iwan Iwanowitsch, sondern Pjotr Petrowitsch.
    Und es war kein Auto, sondern ein Fahrrad.
    Und er hat es nicht gewonnen, sondern es ist ihm gestohlen worden.
    Alles andere stimmt.

    Beim Flugzeugabsturz ist keine polnische Regierung sondern der polnische Präsident ums Leben gekommen. Alles andere stimmt…
    http://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeugabsturz_bei_Smolensk
    Beste Grüße

  10. @ Quentin Quencher
    Alles dreht sich um die Kohle, umgangssprachlich und wahrsten Sinne des Wortes. Im Endeffekt wird die ganze Industrie in der EU nach jenen Ländern verlagert, in denen keine Emissionsrechte erforderlich sind. Das können China, Russland, Indien sein. Man versucht aus uns (EU) dumme Konsumenten zu machen, die unsere politischen Metzger wählen sollen. Deutschland als Land ist gut abgesichert. Am Westen grenzt es an Atommacht-Frankreich. In Notfall kann man sich mit Atomstrom versorgen. Am Nordosten wird es mit Nordstream-Pipeline versorgt. Nun der Lieferant-GASPROM und Gerhard Schröder alias Gerdgas werden davon profitieren, aber nicht die deutschen Bürger.
    Ich bin grundsätzlich nicht gegen Innovationen und ich habe nichts gegen Solarstrom, Windkraftenergie oder Biodiesel. Ich bin dagegen, dass mich in aussichtsloser Lage stellt, in der ich keine Wahl habe.

  11. @ Caspar

    Ich bin dagegen, dass mich in aussichtsloser Lage stellt, in der ich keine Wahl habe.

    Das ist tatsächlich ein wichtiger Punkt. Jeder der einigermaßen verantwortungsvoll in die Zukunft plant, lässt sich verschiedene Optionen offen. Niemand kann vorhersagen, was in einigen Jahren oder Jahrzehnten möglich sein wird. Deshalb wird in Deutschland ja auch immer wieder von den entsprechenden Leuten von der Unumkehrbarkeit des Atomausstiegs gesprochen. Man möchte die Entscheidungsfreiheit derjenigen beschränken, die in der Zukunft Entscheidungen zu treffen haben.

    Doch noch ein Wort zu Polen. Ich der Vergangenheit seid Ihr schon öfters unter die Räder gekommen, vor allem wenn sich die beiden großen Nachbarn Deutschland und Russland gegen Euch verbündeten. Momentan entsteht hier wieder so eine unheilige Allianz, und zwar geht es um die Vorkommen an unkonventionellem Erdgas, von dem in Polen viel vorhanden sein soll und das, im Gegensatz zu den Absichten eurer Nachbarländer, auch im großem Stil gefördert werden soll. Das ruft natürlich alle einschlägigen Protestler aus Deutschland auf den Plan, doch nicht nur die, wie die Welt berichtet:

    Die Schlachtordnung könnte lauten: deutsche Umweltschützer, Lobbyisten des russischen Erdgasmonopolisten Gazprom und Frankreichs Atomlobby gegen Polens Streben nach mehr Unabhängigkeit in der Energieversorgung.

    In Europa gibt es zur Zeit zwei Länder, die sich dem Öko-Regulierungs-Wahn wiedersetzen, Tschechien und Polen. Ich wünsche Euch viel Kraft und Standfestigkeit gegenüber dem politischen Sturm der über Euch hereinzubrechen droht.

  12. Alles sollte man mit der Vernunft gemacht werden. Das betrifft alles, was der Mensch tut. Auch der Staat soll diesem Weg folgen. Unglücklicherweise hat man heutzutage diesen Gedankenweg verworfen und man richtet sich nach Interessen einzelner Konzerne. Das Problem ist gleich in Polen sowie in Deutschland-der Schwanz wedelt mit dem Hund…
    Im Gegensatz zu Euch, wir können uns dagegen widersetzen. Ich glaube, das ergibt sich aus unserer Mentalität.
    Schiefergas ist die Zukunftsmusik. Jedoch brauchen wir mindestens 10-15 Jahre bis es an Bedeutung gewinnt.

  13. Achtung, Achtung…….uns Ötti hat mal wieder zugeschlagen.

    Oettinger geißelt den deutschen Atomausstieg

    Der Anstieg der deutschen Strompreise sei „besorgniserregend“, sagt EU-Kommissar Günther Oettinger. Die Schuldigen hat er bereits ausgemacht…..

    ….“Der Strompreis geht in besorgniserregender Weise hoch“, sagt Oettinger. In Deutschland und Dänemark zahle man schon heute die höchsten Entgelte europaweit. „Fast die Hälfte des deutschen Strompreises ist doch politisch bedingt“, ruft Oettinger den 150 Energiemanagern und Mitarbeitern entgegen…..

    ….Oettinger kann die ehrgeizigen Pläne der deutschen Regierung – raus aus der Atomenergie bis 2020, regenerative Erzeugung üppig fördern – torpedieren. Im September geht es um Beihilfen aus Brüssel für die Energiewende. „Erst treiben sie in Berlin den Strompreis politisch hoch und dann wollen sie Subventionen“, höhnt Oettinger.

    Der zweite Schlag des Abgeschobenen, erst die Energie-Zwangsmassnahmen durch die EU um die europäischen Klimaschutzbemühungen durchzudrücken, nun die Klatsche wegen den Schnellausstieg.

    Recht hat er aber, denn der deutsche Endverbraucherpreis ist inzwischen mit 46% staatlichen Abgaben belastet………..die weiter wuchernden EE werden diesen Preis noch mehr in die Höhe schnellen lassen………der EE geschuldeten Netzausbau wird dann noch ein Stück weit unser Geld kosten………tja, und irgendjemand muss ja dann auch die nötigen Großspeicher bezahlen, die für unsere glorreiche grüne Energiezukunft gebraucht werden.

    Ganz nebenbei steigen wegen den deutschen Ausstieg die Großhandelpreise für Strom in ganz Europa………worüber sich unsere Nachbarn bestimmt net freuen werden, so siehts halt aus, wenn Deutschland den Vorreiter spielt.

    Terroristen brauchen wir keine, wir kriegen unser Land auch ganz allein kaputt.

    Onkel Heinz……….Brechreiz schon vor dem Mittag

  14. BILD am Morgen, bringt gelegentlich auch mal was feines.

    „Wir haben vergessen, wie Deutschland zu seinem Wohlstand gekommen ist“

    Deutschland erarbeitete sich einen technologischen Spitzenplatz und wurde Exportweltmeister. Wie wird das in 20 Jahren aussehen, wenn die größte Industrie-Volkswirtschaft Europas zeitgleich ihre gesamte industrielle Infrastruktur infrage stellt? Bestes Beispiel ist der emotionale Ausstieg aus der Kernenergie – ein Drahtseilakt ohne Sicherheitsnetz. Denn parallel wollen wir auch keine modernen Kohlekraftwerke mehr und stellen damit 70 Prozent der Stromversorgung zur Diskussion. Strom ist für die Industrie ein Rohstoff, der jede Sekunde verfügbar und wettbewerbsfähig sein muss…….

    VIERTENS: Wir liefern unsere Wettbewerbsfähigkeit falschen Vorstellungen aus. Deutschland als technologischer Vorreiter im Klimaschutz bei gleichzeitiger Wettbewerbsverzerrung zulasten der Industrie in Deutschland als Konsequenz der Energiewende – diese Rechnung geht nicht auf, sondern verkehrt sich in ihr Gegenteil.

    Dat Interview stand heute früh in der gedruckten BILD auf Seite 2……….langsam kommen unsere skeptischen Meinungen auch bei den Wirtschaftsbossen an.

    Nun gut, für jeden der etwas Grundbildung hat und mit den Taschenrechner umgehen kann, sollte diese Tatsache schon lange klar sein.

    Fazit: Empfehlenswert.

    Onkel Heinz……….frohgemut ans Tageswerk

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