Ökos gegen Ökos: Strom aus Erneuerbaren ist nicht vegan, deshalb gibt es jetzt veganen Strom!

2. September 2018 | Von | Kategorie: Artensterben, Biomasse, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Klimawandel, Kohle, Kurioses, Ökologismus, Photovoltaik, Politik, Profiteure, Tierrechte, Tierschutz, Wasserkraft, Windkraft

VegawattDas Land der Dichter und Denker hat sich dem Klimaschutz verschrieben. Obwohl Deutschland gerade mal 2% der globalen CO2-Emissionen verursacht, will es im Alleingang die Welt vor dem Klimagau retten. Dazu wurden rund 25.000 Windkraftanlagen in deutsche Landschaften gestellt und rund 400 Quadratkilometer an Solarzellen. Das entspricht einem 1 km breiten und 400 km langen Streifen an Solarmodulen quer durch Deutschland. Mit den Erneuerbaren können gerade man rund 1/3 des deutschen Strombedarfes (an der Bruttostromerzeugung) gedeckt werden, oder ca. 10% des Energieverbrauches (Endenergieverbrauches durch Wind und Sonne) in Deutschland, ja wenn der Wind weht und die Sonne scheint. Nun gibt es aber ein Problem, mit der Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und auch Solarenergie. Diese Formen der Energiegewinnung sind sehr flächenintensiv, aufgrund des geringen Wirkungsgrades und töten bei der Energiegewinnung Tiere. Das darf im Land der Dichter und Denker natürlich ganz und gar nicht sein. Also gibt es jetzt veganen Strom, der tiergerecht erzeugt wird!

Ludwigshafener Versorger bietet veganen Strom an

Veganer achten darauf, Tieren nicht zu schaden – in allen Lebensbereichen. Die Technischen Werke Ludwigshafen bieten deswegen einen veganen Stromtarif an. Der verzichtet nicht nur auf Atomstrom oder Braunkohle, sondern auch auf Windkraft, Wasserkraft oder Biogas. Auch Solarstrom ist nur unter bestimmten Voraussetzungen akzeptabel.

Frank Prausa erklärt, was seine Firma unter veganem Strom versteht:

„Veganer Strom – was ist das? Wir haben uns erst einmal damit beschäftigt, was gibt es denn? Atomstrom – kommt nicht in Frage. Braunkohle – kommt wegen den Abbauszenarien nicht in Frage. Dann kommen wir zu den erneuerbaren Energien. Da gibt es Windräder, die sind natürlich wegen Vogelschlag immer mal wieder in der Diskussion und wegen Eisbrocken, die rumfliegen können. Dann gibt es Wasserkraft, da wird diskutiert wegen Fischsterben. Gibt es ausreichend Fischtreppen?“

Am Ende blieb die Solarenergie, erzählt Frank Prausa. Aber für eine Zertifizierung als „veganer Strom“ ist längst nicht jede Fotovoltaik-Anlage geeignet. Solarzellen im Freiland sind wegen des Flächenverbrauchs und der Einwirkung auf die Lebenswelt von Tieren ebenso ausgeschlossen, wie Großanlagen etwa auf Deponie-Flächen, weil viele Veganer Mülldeponien grundsätzlich kritisch sehen. Also bleiben nur noch Solaranlagen auf Dachflächen und Gebäuden. Eine weitere Voraussetzung ist, die Anlagen wurden unter hohen ökologischen Standards produziert. Also kein Silizium aus Billiglohnländern und keine Produktion in Billiglohnländern, ohne Umweltauflagen.

Weil das „Vegawatt“-Angebot viele Aspekte einer nachhaltigen Stromproduktion berücksichtigt, sei es auch in der Ludwigshafener Kommunalpolitik gut angekommen. Auch „veganes Gas“ bietet die Tochtergesellschaft des kommunalen Energieversorgers in Ludwigshafen an. Da die Vorprodukte für die Biogaserzeugung auch komplett frei von tierischen Rohstoffen sein müssen, kann „Vegawatt“ zurzeit auch nur geringe Mengen veganes Gas anbieten.

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16 Kommentare
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  1. =:-O

  2. Deppen !
    😀

  3. Ich habe gleich auf deren Internetseite den veganen Strom bestellt, bevor er knapp wird. Zudem habe ich gefragt, ob es zusätzlich noch gentechnikfreien Strom im Angebot gibt? Und Udo hat jetzt mit seinen Billig-PV-Modulen aus nicht ökologischer und tiergerechter Produktion ein Problem. ☺

  4. PS

    Die Udos feiern das ganze Jahr über1. April. ☺

  5. Lehrer tragen offensichtlich zuviel ihrer einenen „Ökologistendenke“ in die Schülerschaft. Ich komme gerade von einem Segelferienlager mit 8 bis 15 jährigen zurück. Was einem da an Propaganda-Begriffen (Worthülsen) aus der „Walddorfschule“ entgegenschlägt, ist erschreckend. Zwei Waldorfschüler waren mit Eltern dabei. (Vegetarier) Da konnte ich direkt nachbohren: Meinung viel, Wissen wenig. Aber so arbeitet eben der Mainstream. Wenn es dann nur noch Udos gibt, wird das Volk wieder ohne Gegenmeinung beherrschbar -- kurz bevor es im evolutionären Wettstreit ausstirbt.

  6. Ohne Indikation würde das ganze „System“ zusammen brechen.

  7. Schei** Autokorrektur ! „Indoktrination“ !! sollte das heißen !!

  8. Was dort an Wissen fehlt machen die durch Überzeugung 3x weg.

  9. @KR #5

    Waldorfschüler sind aber nicht Mainstream 🙂 Vegetarier sind auch nichts Schlimmes.

  10. @anorak2

    Waldorfschüler sind aber nicht Mainstream

    Nein, da aber die Schüler a) als was „besseres“ gesehen werden, werden sie b) in die Lage versetzt, den Mainstream zu beeinflussen

    Vegetarier sind auch nichts Schlimmes.

    Richtig, wie auch Veganer per se nix schlimmes sind, dummerweise meinen derer viele, missionieren zu müssen, und dann werden sie penetrant. meistens sogar sehr penetrant, ich sag nur Veggie Day, auch wenn die „Grünen“ den „offiziell“ wieder zu Grabe getragen haben. (Verbotspartei)

  11. @KG #10

    Nein, da aber die Schüler a) als was „besseres“ gesehen werden

    Waldorfschüler werden als was Besseres gesehen, wirklich? Ich hab nur 2 Erfahrungspunkte. 1. Eine Waldorfschülerin, der die Geographie Europas unbekannt war. Gesprächsthema waren Urlaubsziele. Sie wusste nicht, dass man von Deutschland aus gesehen durch Frankreich fahren muss, um nach Spanien zu kommen. Wir haben sie gefragt, ob sie nicht z.B. mal in der Tagesschau eine Landkarte von Europa gesehen hätte, aber die hat sie wohl nicht zur Kenntnis genommen. 2. Zwei Söhne eines Kollegen, die anfangs auf einer Waldorfschule waren, aber er nahm sie dann da raus und hat sie auf eine normale Schule getan weil sie sich da nicht wohlfühlten. („Normale“ Schule heißt in Berlin heute Sekundarschule, vergleichbar der Gesamtschule -- Haupt- und Realschule sind abgeschafft). Beides eher negatives Image, oder.

    meistens sogar sehr penetrant, ich sag nur Veggie Day

    Ich dachte erst das sei eine Werbeaktion für McDonalds Veggie Burger. Ich bin 90% Vegetarier (lies inkonsequent :)) und missioniere bestimmt niemanden.

  12. @anorak2 #11

    Boris Erasmus Palmer, Grüner Oberbürgermeister von Tübingen, machte 1992 sein Abitur an einer Waldorfschule. Auf seiner Homepage schreibt er, er schätze die Waldorfpädagogik vor allem deshalb, weil sie der Persönlichkeitsentwicklung Vorrang vor reinem Faktenwissen einräume. „Aus diesem Grunde betrachte ich es heute als Glücksfall und für meine Entwicklung entscheidendes Ereignis, dass ich die Chance erhielt, eine Waldorfschule zu besuchen.“

    Quelle
    Von den prominenteren Absolventen werden nicht immer unbekannte Schauspieler, die auch gerne mal in Talkshows ihren Senf dazu geben, dem Mainstream also durchaus bekannt.

    Nein, da aber die Schüler a) als was „besseres“ gesehen werden

    Soll nicht heißen, dass sie auch besser sind, aber die durchlebte „Persönlichkeitsbildung“ wird wohl honoriert.

    Es kann von mir aus Vegetarier und Veganer geben soviel es will, tangiert mich nicht.
    Nur kenne ich niemanden, der seine Umwelt zu Fleischessern erziehen will (den einen oder anderen Metzger ausgenommen, der aber wohl eher kein „Missionar“ ist), wohl aber Veganer und Vegetarier, die ihre Lebensaufgabe darin gefunden haben.

  13. PS:
    Waldorfschulen sind privat und müssen bezahlt werden -- das schränkt den Kreis der Schüler schon mal ein…

  14. Rechnungshof wirft Altmaier totales Versagen bei Energiewende vor

    -Der Bundesrechnungshof hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) frontal angegriffen und ihm ein völliges Missmanagement der Energiewende vorgeworfen. In einem neuen Bericht kommen die staatlichen Kassenprüfer zu dem Schluss, dass der Umbau der Energieversorgung in Deutschland zwar viel Geld koste, dabei aber wenig bringe. „Die Prüfung des Bundesrechnungshofes zeigt, dass dies auch auf Mängel bei der Koordination und Steuerung der Energiewende durch das Bundeswirtschaftsministerium zurückzuführen ist.“

  15. Kam auch gerade in der Tagesschau um 20:10. Ganz kurz.

  16. Atmaier hat ja auch schon als BMU gesagt, die Energiewende wird eine Billion kosten. Vor ein paar Tagen wurde er danach noch mal in einer Polittalkshow gefragt. Da sagte er es ist dabei geblieben, unter bestimmten Voraussetzungen könnten es auch nur 750 Mrd. € werden.

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