Öffentlich rechtliche Verdummung – Der WDR und das Klima

21. Oktober 2009 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Medien

Sedimentbohrungen in der Arktis (Quelle: University of Colorado)Als ich vor Jahren mein Studium abgeschlossen habe und anfing „richtiges“ Geld zu verdienen, war eine meiner ersten Handlungen, der GEZ zu schreiben dass ich einen Fernseher besitze und für diesen gerne Gebühren bezahlen möchte. Diesen Schritt tat ich damals, weil ich der Meinung war, dass ich bei den Öffentlich-Rechtlichen besser informiert werde, als bei den Privaten. Rückblickend kann ich mich über meine  damalige Naivität nur noch wundern.

Entweder hat sich in den letzten Jahren die Qualität des Zwangsfinanzierten Rundfunks wirklich massiv verschlechtert, oder meine Wahrnehmung ist durch das mediale Dauerfeuer, vor allem bei Panikthemen wie Umwelt oder Klima, extrem geschärft worden. Ich habe nämlich das zweifelhafte Glück, im Einzugsbereich des WDR zu leben und muss daher mindestens einmal täglich irgendeine neue Horrormeldung zum Klimawandel über mich ergehen lassen.

Das hat letztendlich dazu geführt, dass ich diesen Sender immer seltener einschalte. Gestern war aber mal wieder so ein Tag, an dem ich dachte ich könnte bei der WDR5 Wissenschaftssendung Leonardo vielleicht doch etwas dazu lernen. Das habe ich auch, und zwar über die schlechte Qualität des, auch von meinem Geld bezahlten, öffentlich rechtlichen Wissenschaftsjournalismus. Als ich schon dachte, die Sendung käme dieses mal ausnahmsweise ohne Meldung zum Klimawandel aus, hörte ich die Moderatorin Birgit Morgenrath folgendes sagen (ab Minute 36:50 ):

„Wenn über den Klimawandel diskutiert wird, holen die Leisetreter und Abgeklärten immer ein Argument aus der Tasche. Das habe es doch in der Erdgeschichte immer wieder gegeben. Wie heute gemeldet wird, gibt es nun ein Gegenargument. Forscher haben in der Arktis Bohrkerne in die Erde gerammt und Material gehoben, dass 200.000 Jahre alt ist. Da müsste man einen vergleichbaren Prozess wie unseren Klimawandel wie in einem Buch ablesen können. Denn aus Pflanzenresten, Tierspuren und chemischen Verbindungen in den alten Ablagerungen können die Forscher Rückschlüsse auf das Klima ziehen. Ergebnis: es gab in der Arktis keine mit heute vergleichbare Wärmeperiode. Unsere Entwicklung unterscheidet sich eindeutig von den natürlichen Klimaschwankungen vergangener Jahrtausende.

Mit dieser Aussage bezieht der WDR sich auf eine Pressemeldung der University of Colorado. In dieser war unter anderem folgendes zu lesen:

„Our results show that the human footprint is overpowering long-standing natural processes even in remote Arctic regions. This historical record shows that we are dramatically affecting the ecosystems on which we depend.“

Hätten die hochbezahlten Wissenschaftsredakteure nicht nur nach sensationellen Meldungen zur Befriedigung des menschlichen Schuldkomplexes gesucht und auch mal einen kritischen Blick in die Studie geworfen, hätten ihnen eventuell einige Fragen kommen können und die Sendung wäre tatsächlich noch interessant und auch wissenschaftlich geworden. Dann wäre den Journalisten vielleicht auch aufgefallen, dass die Schlussfolgerungen in der Pressemeldung aus den Ergebnissen der Studie gar nicht gezogen werden können. In dieser steht nämlich im Detail, was in der Pressemeldung nur angedeutet wurde.

„The sediment cores showed that several types of mosquito-like midges that flourish in very cold climates have been abundant at the lake for the past several thousand years. But the cold-adapted midge species abruptly began declining in about 1950, matching their lowest abundances of the last 200.000 years.“

Die Schlussfolgerungen beruhen demnach auf der Häufigkeit bestimmter kälteliebender Mückenarten (Chironomiden), die in den Sedimenten vorkamen. Und deren Zahl hatte seit 1950 den geringsten Wert der letzten 200.000 Jahre erreicht. Was die Pressemeldung nicht verrät ist, dass in der Studie auch die Wassertemperaturen des Sees ermittelt wurden. Und sollte die Aussage des WDR richtig sein, dann müssten auch die Temperaturen des Wassers im untersuchten See heute auf Rekordniveau sein. Das sind sie aber nicht. Die Sommer-Temperaturen liegen heute laut der Untersuchung bei 7 °C. Vor 8.000 bis 10.000 Jahren hingegen erreichten sie Werte von 10-12 °C. Ebenso vor 110.000-120.000 Jahren. Wenn man also eine Schlussfolgerung aus der Studie ziehen kann, dann die, dass die Zahl der kälteliebenden Chironomiden die niedrigste seit 200.000 Jahren ist. Und auch, dass diese Entwicklung noch andere Ursachen als die Erwärmung haben muss. Schließlich hätte deren Zahl sonst vor 8.000 und 100.000 Jahren zumindest so niedrig sein müssen wie heute. Die Pressemeldung zu der Studie ist demnach ein weiteres Beispiel für schlechte Wissenschaft im Dienste einer Politik, die auf CO2-Reduktion und die damit verbundene Kontrolle der Wirtschaft abzielt.

Ungewöhnlich ist übrigens auch, dass die Zahl der Mücken gerade zu einer Zeit zurückging, als es in der Region kühler wurde. Die Messstation Clyde, die etwa 20 km vom untersuchten See entfernt liegt, zeichnet die Temperaturen seit 1933 auf. Und von 1950 bis 1990 sind die Temperaturen dort gefallen.

Stationsmessungen in der Arktis rund um die Baffin See (Quelle: NASA GISS)

Stationsmessungen in der Arktis rund um die Baffin See (Quelle: NASA GISS)

Ein Grund für den ungewöhnlich starken Rückgang der Mücken wäre tatsächlich im Einfluss des Menschen auf die Natur zu finden. Seit Beginn der 50er Jahre (also exakt dem Zeitpunkt, an dem die Zahl der Chironomiden im Bohrkern stark abnahm) wurde DDT in großem Umfang zur Bekämpfung von Moskitos eingesetzt. Vor allem in arktischen Regionen stellen die kleinen Quälgeister im Sommer eine erhebliche Plage dar. Unweit von dem See, aus dem die Proben genommen wurden,  liegt die Ortsschaft Clyde River und in der Region wurden Mitte der 50er Jahre militärische Radarstationen zur Früherkennung sowjetischer Raketen eingerichtet. Aus Berichten des kanadischen Militärs ist bekannt, dass in der Gegend um Militärstationen in der Arktis in den 50er Jahren neben der großflächigen Ausbringung von Ölfilmen auch DDT zur Moskitobekämpfung zum Einsatz kam. Und bei Untersuchungen in den 80er Jahren fand man bei den Bewohnern in der Region außergewöhnlich hohe DDT-Mengen in deren Fettgewebe.

Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die Ursache für das Verschwinden der Mücken ab etwa 1950 eben nicht eine Erwärmung war (in dieser Zeit fand eine Abkühlung statt), sondern die ab ziemlich genau dieser Zeit betriebenen Maßnahmen zur Moskitobekämpfung.

Was beim Lesen der Studie ebenfalls stutzig macht, ist die Tatsache dass für den Zeitraum von etwa 1000 vor Christus bis zum 19. Jahrhundert überhaupt keine Ergebnisse präsentiert wurden. Gerade hier wäre es aber interessant gewesen, den Temperaturverlauf und die Mückenbestände in der Römerzeit und im Mittelalter zu sehen. Zu diesen Zeiten war es schließlich weltweit wärmer als heute. Ob die Nichterwähnung daran lag, dass es für diesen Zeitraum keine Proben gab oder ob das Resultat dieser Messungen ansonsten nicht die gleichen Schlussfolgerungen erlaubt hätte, geht aus dem Text nicht hervor.

Eine weitere, ebenfalls in diesem Jahr publizierte, Studie untersuchte ebenfalls  Sedimentbohrkerne aus kanadischen Seen, etwa 800 km entfernt. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Temperaturen in dieser Region in der Zeit von 1200 bis 1400 höher lagen als heute. Dieses sogenannte Mittelalterliche Wärmeoptimum ist auch anhand zahlreicher Untersuchungen auf der ganzen Welt sehr gut nachgewiesen.

Chironomid-basierte Rekonstruktion der August-Temperaturen von Southampton Islan, Kanada (Quelle: co2science.org)

Chironomid-basierte Rekonstruktion der August-Temperaturen von Southampton Island, Kanada (Quelle: co2science.org)

Man mag sich fragen, warum man von solchen Studien nie etwas über die Medien hört. Die Antwort ist vermutlich einfach. Es ist keine Meldung die in die aktuelle politische Landschaft passt und außerdem werden keine katastrophalen Entwicklungen vorausgesagt. Das macht sie für die Presse heutzutage einfach uninteressant. Nun muss man allerdings zur Ehrenrettung des WDR sagen, dass auch andere Medien diese Pressemeldung ungeprüft übernommen und in noch stärker dramatisierter Form wiedergegeben haben. So schrieb Spiegel Online gestern mindestens genauso falsch: „Arktis – Bohrkerne belegen rasante Erderwärmung„. Und auch viele andere Blätter titelten gleichlautend. Beim Spiegel allerdings habe ich schon seit langem die Konsequenz aus derart schlecht recherchierter Berichterstattung gezogen. Ich kaufe ihn einfach nicht mehr. Den WDR hingegen bezahle ich weiterhin mit meinen Rundfunkgebühren. Allerdings nicht, weil ich es möchte, sondern weil ich es muss.

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26 Kommentare
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  1. Ich hoffe, über das Forum des WDR oder die Mailadresse des WDR ist eine entsprechend geharnischte Protestnote eingereicht worden !

  2. […] Zuerst erschienen im Science Skeptical Blog […]

  3. Hallo, Krishna,
    Dein Anliegen ist gut gemeint, stößt aber auf ideologisch absolut fest geschlossene Reihen. Dort kommt keiner auch nur in die Nähe eines Mikros oder Kamera, der nicht das Klimakatastrophen-Mantra absolut fehlerfrei herunterbeten kann. Die überholen Schellnhuber, Gore und Konsorten noch auf der linken Seite. Ich weiß wovon ich rede, ich arbeite beim WDR. Habe schon mehrmals angeboten, andere Darstellungen zu liefern. Und bekam zu hören: Pass auf, was Du sagst…
    Tja, Krishna, so isses! Die arbeiten heute schon an den Jubel-Arien zur Kopenhagen-Konferenz im Dezember und an den Hetz-Kommentaren gegen deren angebliche Klima-Feinde.

  4. Ein fein recherchierter Artikel! Vielen Dank Herr Kipp!

    Ich hoffe morgen Zeit zu finden die verlinkten, interessanten Artikel nachzulesen.

    Was das Fernsehen anbelangt, so habe ich meinen dementsprechenden Konsum seit über 3 Jahren eingestellt und ich vermisse nichts. Aber, wie kritisch Medien seien dürfen, wird wohl abhängig sein vom Mut und der persönlichen Einstellung der Leitungsfunktionäre und Entscheider und da möchte man schon gerne staatstreu und mainstreamig sein.
    Bei uns an der Bibliothek ist es mir auch noch nicht gelungen die zuständigen Fachreferenten zum Bezug einer Zeitschrift, wie NOVO oder ef zu bewegen. Die passen eben nicht ins Links-Grün-Denkschema, also sperren wir bei der Diskussion erst einmal einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung aus. Eine Meinungsvielfalt propagiert man eben nur auf dem Papier.
    Das Hinterfragen, wie im obigen Artikel sehr gut demonstriert, erfolgt leider heutzutage oft außerhalb einer breiteren Öffentlichkeit oder es werden unwichtige Dinge aufgebauscht um einen kritischen Journalismus vorzutäuschen. Schaut man aber ein zweites mal gründlicher hin, zerbröselt oft der Wahrheitsgehalt sehr schnell in bunten Zauberbudenstaub.

  5. Mehr zu dem Thema gibt es noch bei Watts Up With That. Dort wird die Studie auch schon seit Tagen thematisiert.

    “Proof” that media is hyping AGW shamelessly without asking basic questions like: “did you check the lake for DDT”?
    The Midge Warm Period
    Baffin Island Midge Study – debunked for a 3rd time – nearby weather station shows no warming
    More debunking of the Yarrow Axford midge study: glaciers releasing pollutants into lakes years later.

  6. @Frank39 #3
    Das ist mir schon klar, die [WDR] haben sich die Schelte wegen der früheren kritischen Sendungen sehr zu Herzen genommen….
    Leider.
    Das ist absolute Volksverdummung, -verblödung was da im ÖR abläuft.
    Aber mit etwas Glück geht Kopenhagen in die Hose…

  7. @ Frank 39

    Die überholen Schellnhuber, Gore und Konsorten noch auf der linken Seite.

    Woher kommt diese Tendenz im WDR? Und wer bestimmt eigentlich, was die politische oder wissenschaftliche Marschrichtung eines Senders ist? Die Intendantin? Oder hat sich im WDR eine Art Herdendenken in Richtung Links-Grün entwickelt?

    Es stört mich zumindest zunehmend, dass ich gezwungen bin diese Art von Propaganda mit meinen Gebühren zu finanzieren.

  8. […] das Geld des Gebührenzahlers dazu genutzt wird, eben diesen falsch zu informieren, habe ich hier bereits gezeigt. Dieses Beispiel kann man aber getrost als die Spitze des Eisberges […]

  9. Das hat zum einen damit zu tun, dass viele letztlich selbst Aktien an Unternehmen haben, die so genannte erneuerbare Energien anbieten. Außerdem verdienen sie daran, weil sie Solarstromanlagen betreiben und über das EEG die staatlich Einspeisevergütung kassieren. Hinzu kommt, dass bei den meisten die Kenntnisse über physikalische und generell naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten nicht mal im Ansatz vorhanden sind. Gefragt, welchen Anteil denn das ach so satanische CO2 in der Atmosphäre habe, antworteten die meisten: so zwischen 30 und 40 %. Keiner, wirklich, kein einziger, kannte den richtigen Wert. Und man muss natürlich auch wissen, dass die meisten Redakteure große Sympathien für die angeblich so soziale Planwirtschaft haben. Merkmal einer Planwirtschaft ist der zentrale Plan, dem alles unterzuordnen ist und sich jeder unterzuordnen hat. Egal, ob es Sinn macht oder nicht. Ideologie steht über jeder Vernunft und Aufklärung. Und das Kyoto-Protokoll ist ein solcher zentraler Plan, dem alles und jeder nachgeordnet wird. Mit dem (Windmühlen-) Kampf gegen die angebliche Klimaerwärmung und das angeblich dafür verantwortliche CO2 haben sie ein Rechtfertigung für jede noch so irrwitzige grüne Weltrettungsvolte (siehe Glühbirnen-Verbot). Und last but not least: Gerade in Deutschland haben sich Journalisten noch nie besonders gegen autoritäre Systeme gestellt. Die Fordern Zivilcourage immer nur von andern und wenn es sie selbst nichts kostet oder gegen Rechts (was immer sie dafür halten) geht. Das war unter den braunen Sozialisten so, das war unter den roten Sozialisten so. Und warum sollte es unter den grünen Sozialisten anders sein? Die Braunen haben sich mit dem Ermächtigungsgesetz ein wirksames Machtinstrument geschaffen. Die Grünen haben dafür das EEG in die Welt gesetzt. Und das nutzt nun auch Schwarz-Gelb zum Abkassieren und zur Einschränkung von Freiheit, Individualität und Fortschritt. Werte, die heutzutage auch unter Medienvertretern nicht mehr viel gelten und nur noch Lippenbekenntnisse sind.

  10. @Frank 39
    Sehr geehrter Herr Frank,
    Danke für ihre interessante Meinung.
    Ich hätte noch eine spezielle Frage, die mich seit einigen Jahren interessiert. Es gibt, wenn ich richtig gezählt habe 13 noch lebende Nobelpreisträger aus Chemie und Physik. Es gibt sehr viel eProfessoren aus Chemie, Physik, Ökologie, Biologie und Geologie. Der Treibhauseffekt ist ein Sachgebiet aus Chemie und Physik der Atmosphäre. Die historische Temperatur, so wie sie bestimmt wird ist ein Sachgebiet aus Geologie, Biologie und Ökologie.
    Warum kommen eiogentlich immer nur die selben 3 Klimaforscher zu Wort?
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  11. Daß der WDR im Wettbewerb der Volksverdummer wirklich den Spitzenplatz belegt, erscheint durchaus zweifelhaft, wenn man die Ankündigungen des NDR gesehen hat http://www.ndr.de/ratgeber/klimakonkret/index.html.

    Endlich wird mit Klima-Lügen aufgeräumt, der Endzeitprophet Latif legt die Beweise auf den Tisch. Und im verlinkten Norddeutschen Klimaatlas des GKSS findet man erstaunlicherweise Klimaprognosen, die mit wachsendem Zeithorizont immer genauer und immer sicherer werden.

    Also wird sich der WDR wohl mit der Silbermedaille zufriedengeben müssen. Der Oscar geht an den NDR.

  12. @ Frank 39

    Hinzu kommt, dass bei den meisten die Kenntnisse über physikalische und generell naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten nicht mal im Ansatz vorhanden sind.

    Wenn selbst das Flaggschiff des WDR-Wissenschaftsjournalismus, das sogar mit einem ausgebildeten Physiker als Moderator besetzt ist, eine solchen Unfug verbreiten kann, wie hier gesehen, dann habe ich kein Problem, Deine Einschätzung ohne weiteres zu glauben.

    In der Bevölkerung sieht das Ganze ja auch nicht besser auch. Wie auch, wenn Jahrzehntelang die Naturwissenschaftler immer weniger eine Rolle spielen, weil alle entweder „irgendwas soziales“ oder „irgendwas mit Medien“ studieren wollen. Wenn’s in der Schule mit Mathe oder Chemie nicht so gut klappt, kann man das ja auch hervorragend mit besonderem Engagement in Ethik ausgleichen…

  13. @ Helmut Erb,

    Vielen Dank für den Hinweis. Vom NDR bekomme ich nicht mehr so viel mit, seitdem ich ins Rheinland gezogen bin. Aber nach dem, was ich manchmal sehe, bin ich durchaus bereit, Ihre Einschätzung zu teilen. Welcher Sender letztendlich die Pole-Position verdient hat ändert sich wohl mit jeder Woche. Ich glaube da geben die beiden sich nicht viel.

    Vor Jahren habe ich z.B. immer gerne Extra3 gesehen. Vor allem mit Hans-Jürgen Börner. Aber seitdem das Magazin von Tobias Schlegel moderiert wird ist es endgültig zum links-grünen Comedy-Trauerspiel verkommen. Apropos Schlegel, ich hatte letztens das zweifelhafte Glück, in seine Sendung „Schlegel sucht die Wahrheit“ hereinzuschauen. Da war wirklich alles drin, was der linke Öko so braucht. Großkonzerne böse, Erneuerbare Energien und Lebensmittelsampel gut. Schönes, neues Weltbild.

  14. Hallo, Günter Heß,
    ursprünglich war es mal so, dass Journalisten nach Wahrheiten s-u-c-h-t-e-n. Das aber gestaltet sich sehr mühselig. Man braucht Wissen und hat Zweifel. Heutzutage wollen Journalisten in erster Linie Wahrheiten v-e-r-k-ü-n-d-e-n. Das ist viel komfortabler, weil es keinen Raum für Zweifel lässt und Wissen nachgerade ausschließt (siehe Al Gore). Sie verstehen sich als Verkünder einer aus ihrer Sicht guten Sache. Für die gilt der Grundsatz: Wahrheit ist, was uns nützt. Deshalb greifen sie auf nützliche Idioten wie Schellnhuber, Latif, Rahmstorff zurück. Es sind Medienhuren, die sich verkaufen. Dafür wiederum bekommen sie mediale Dauerpräsenz und Popularität, was ihnen Forschungsgelder sichert. (Merke: Die einzigen Wissenschaftler, die niemals, um gar keinen Preis, sagen dürfen, dass sie sich geirrt haben, sind sog. Klimaforscher.) Sie liefern den Journalisten die Weltuntergangsschlagzeilen, die sie brauchen. Deshalb haben das Wuppertal Institut und das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung praktisch Standleitungen in die Redaktionsstuben deutscher Mainstream-Medien. Und deshalb haben Forscher wie Freeman Dyson, Augusto Mangini, Josef Reicholf, Richard Tol, Jan-Axel Mörner, Fred Singer, John Christy oder Otto Miller und Ulrich Berner und und und…keinen medialen Zutritt. Denn sie haben eine kritische Sicht auf den Erderwärmungshype der Klimahysteriker.

  15. Hallo Herr Frank,
    Danke für die Antwort. Dass Dyson und Singer „Persona non grata“ sind wußte ich aber was ist mit den anderen Unabhängigen Nobelpreisträgern in Deutschland: Ertl, Grüberg,von Klitzing, Ruska, Eigen, etc . Die werden auch nie befragt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  16. @Rudolf Kipp

    Vom NDR bekomme ich nicht mehr so viel mit, seitdem ich ins Rheinland gezogen bin

    Hast Du keine Schüssel und kannst „Nostalgie“ vom Himmel holen ?

  17. Hallo Herr Heß,

    Warum kommen eiogentlich immer nur die selben 3 Klimaforscher zu Wort?

    Jeder Sektkenner kennt das: „Die größten Flaschen machen den größten Lärm.

  18. Hallo, Herr Heß,
    Sie haben die Frage eigentlich schon selbst beantwortet: Diese Leute sind unabhängige Denker. Aber: In Sachen angeblichem AGW ist Denken und schon gar nicht unabhängig in deutschen Medienstuben besonders angesagt. Dafür ums so mehr ideologische Klarheit (früher hieß das mal Klassenstandpunkt) und Verdrängung von Realität unter Zuhilfenahme von totaler Ignoranz naturwissenschaftlicher Grundlagen (Grundsatz: Wissen schadet nur. Glaube hilft.)

  19. Korrektur: … muss natürlich heißen: In Sachen angeblichem AGW ist Denken und schon gar nicht unabhängig in deutschen Medienstuben nicht besonders angesagt. Sorry!

  20. […] […]

  21. Sry, aber hier sind ein paar Denkfehler vorhanden:

    Vor 8.000 bis 10.000 Jahren hingegen erreichten sie Werte von 10-12 °C. Ebenso vor 110.000-120.000 Jahren.

    Du stellst diese Zahlen als Fakt dar, weist jedoch im Gegenzug nicht darauf hin, dass die Ergebnisse alles andere als sicher sind, da für solch lange Zeiträume kaum Datenreihen vorhanden sind.

    Die Temperaturen der Vergangenheit können nur für die letzten 1500 Jahre, mit Einschränkungen 2000 Jahre, einigermaßen genau errechnet werden.

    Zu diesen Zeiten (Anm.: Römerezeit und Mittelalter) war es schließlich weltweit wärmer als heute.

    Nein, wie Mann bereits mehrfach – und durch andere Wissenschaftler bestätigt – herausfand.

  22. @ Phil

    Vor 8.000 bis 10.000 Jahren hingegen erreichten sie Werte von 10-12 °C. Ebenso vor 110.000-120.000 Jahren.

    Das ist kein „Denkfehler“ sondern ist genau so in der zitierten Studie (auf die sich die Pressemeldung bezieht) angegeben.

    Und entschuldigen Sie bitte, dass mein Vertrauen in die Temperaturrekonstruktionen von Mann ein wenig, na ja, eingeschränkt ist. Die Gründe hierfür habe ich unter anderem hier dargelegt:

    Das Ende der Klima-Wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit – Ein Drama in 5 Akten

    Und zum Thema Temperaturrekonstruktionen der letzten 2000 Jahre und der mittelalterlichen Warmzeit:

    Beispiellose Erwärmung oder beispiellose Datenmanipulation?

    Auf die neueste Arbeit von Michael mann zu dem Thema MWP bin ich hier eingegangen:

    Michael Mann and the MWP – From Denial to Acceptance?

  23. Vielleicht noch was zum “öffentlich rechtlichen Rundfunk”.
    In hervorragender Kenntnis der Mentalität der deutschen Zipfelmütze (der Obrigkeit hündisch unterwürfig und ihren Anweisungen und Aussagen tiefgläubig und gehorsam ergeben) hat Dr. Josef Goebbels unmittelbar nach Regierungsantritt der NSDAP (1933, 30. Jan.) zusammen mit dem damals neuen Reichspropagandaministerium und dem ihm zutiefst ergebenen Reichssendeleiters Eugen Hadamovsky dieses Propagandasystem (Reichsrundfunk)- einschliesslich Gebühreneinzug- installiert und die Entwicklung des Volksempfängers befohlen. Dieser wurde im August 1933 zur Funkausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt und am ersten Tag mehr als 100.000 mal verkauft (manche sprechen von 160.000 Geräten). Kostenpunkt pro Gerät ca. 75 RM, das war zu der Zeit etwa der halbe Preis eines vergleichbaren Gerätes. Ausgleich der Kostendifferenz für die Hersteller durch Subventionen in der Form, dass das Reich die gesamte PR übernahm und (als einziges Produkt überhaupt) für den VE Ratenzahlung zuliess und absicherte.
    Der Verkaufsslogan war: “Ganz Deutschland hört den Führer mit dem Volksempfänger”.
    1936 zur Olympiade begannen die ersten gut brauchbaren Fernsehübertragungen. Ein Gerätestandard für die Empfänger war ebenfalls entwickelt. Prototypen dieser Geräte liefen u.A. in Berlin in „Fernsehstuben“ und übertrugen die olympischen Spiele.
    Da ja alles schlimm war, was von den Nazis kam, hat man das Propagandainstrument (GEZ-) Reichsrundfunk wunderbarerweise (einschliesslich Gebühreneinzug) bis auf den heutigen Tag beibehalten und setzte sich so fein ins gemachte Nest.
    1950 gründete man die ARD und setzte die Zwangsgebühren erneut fest (1953), 1963 startete das ZDF seinen Sendebetrieb.
    Januar 1976 nahm die GEZ in Köln- Bocklemünd ihren Betrieb auf.
    Der Versuch des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, privates Fernsehen zu installieren (Deutschland Fernsehen GmbH), um der damals schon linken ARD einen Gegenpol zu setzen, wurde von den „Ländern“ per Verfassungsgericht im Februar1961 verboten.
    War da noch was vom Führer bei denen hängengeblieben?
    Logisch, dass diese Reichsrundfunkanstalten nur das (so) zu senden und zu kommentieren haben (und hatten), wie es das Herrschende verlangt(e)! Ansonsten ist es aus mit Pfründen, siehe Eva Herrmann. (und seinerzeit Eugen Hadamovsky, der 1942 in Ungnade fiel und an der Ostfront verschwand- 1944 verlor sich seine Spur)
    Mit freiem Journalismus hat das soviel zu tun, wie ein Dackel mit einem Stadtbus.
    Motto: >Politiker (Führer) befiehl, wir schwatzen (schmieren)!!<
    Das “Grüne” ist übrigens eines der besten Beispiele, wie man der deutschen Zipfelmütze
    etwas unterjubelt: zum Beispiel, dass diese Zusammenrottung von Pädophilen für sie (die deutsche Zipfelmütze) eine wähl- und regierungsfähige, die Umwelt schützende Partei zu sein hat. Und das klappt vorzüglich, siehe Kommunalwahl Stuttgart, 2009!!
    Nebenbei: Obama musste für die Übertragung seiner Wahlreden ca.8 Mio. Dollar löhnen.
    Man stelle sich das Grauen für “unsere” Politoligarchie vor, wenn sie das Gleiche tun
    müsste: Für die Verbreitung des eigenen dumpfen Geschwafels auch noch selbst zahlen zu müssen. Aber dafür hat man eben die GEZ und unterwürfige Zipfelmützen (siehe oben), die das mitmachen und gezwungenermassen ihnen das Bezahlen abnehmen!!!
    Gruss von einem total stinkigen
    Yogi
    Nochwas: Ich kann mich an eine Sendung von SAT 1 erinnern. Dort wurde ein Rechner innerhalb des Rechenzentrums des Berliner Bundesmelderegisters gezeigt, der direkt mit der GEZ in Köln verbunden war und jede Veränderung dieser sofort mitteilte (Umzug, Wiedereinstieg ins Berufsleben, etc., kurzum jeden Zustand, der eine Relevanz für das Eintreiben der Gebühren hat). Leider konnte ich es damals nicht aufnehmen, deshalb meine Bitte: Weiss einer mehr?

  24. Die Krake der Kontrolle greift schon kräftig nach dem ‚freien‘ I net, aber solche Artikel noch zu lesen erfreut mich!!!, denn wenn man seine Mitmenschen über diese Mißstände informieren will, wird man belächelt und ist erschreckt über die weit fortgeschrittene Verdummung und Gleichschaltung der Massen.Die Verbödungsindustrie ist im Laufe der Jahre immer perfekter geworden und die meisten wollen nicht geweckt werden!!
    Gute Nacht
    Friese

  25. […] dieser Unsinn ist längst widerlegt: denn wie Rudolph Kipp schon im Oktober als Erwiderung auf dieselbe Falschinterpretation derselben Untersuchung im WDR-Hörfunk […]

  26. […] Öffentlich rechtliche Verdummung – Der WDR und das Klima […]

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