Oh nein, wir stehen zur Wahl!

11. Dezember 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Internes

Irgendwie bin ich gerade auf Krawall gebürstet. Jedenfalls finde ich enorm erklärungsbedürftig, was sich die Macher des Blogs „Wissenschaft kommuniziert“ geleistet haben. Um das mal ganz klar zu sagen, lieber Herr Korbmann: „Science Skeptical“ gehört nicht zum Establishment. Wir sind hier die schwarzen Schafe, die fiesen Buben, der Stachel im Fleisch des Mainstreams.

Wir sind die Klimaskeptiker. Wir sind die, die Klimaschutz nicht nur ablehnen, sondern ihn auch unbegründet finden – wissenschaftlich wie politisch. Wir lehnen die Energiewende ab, weil wir sie für technisch und ökonomisch nicht realisierbar halten. Wir stemmen uns überhaupt gegen die neue Ökorepublik Deutschland, weil uns deren totalitäre Eingriffsversuche in unsere persönlichen Freiheitsrechte zu weit gehen. Wir sehen den Ökologismus als Religion, die keine wissenschaftliche Grundlage hat, sondern Forschung nur pervertiert.

Ja, es kommt noch schlimmer: Wir essen Fleisch. Und – soweit ich weiß – viele hier rauchen. Ja, rauchen. Zigaretten. Tabak. Nikotin ist eben ein geiles Zeug. Und wissen Sie was: Es schmeckt uns auch noch.

Böse. Unverfroren. Frech. Ja, wir finden das alles ziemlich dämlich, dieses Gequatsche von Nachhaltigkeit und Ressourcenverknappung. Wir fürchten uns nicht. Wir genießen unser Leben.

Also wenn wir irgendwo bestimmt nicht gut aufgehoben sind, dann in einer Liste aller möglichen Mainstream-Blogs, die ja doch nur einen Skeptiker als jemanden ansehen, der von Wissenschaft und Technologie keine Ahnung hat und der zu bekehren ist.

Und doch finden wir uns nun genau dort wieder. In Ihrer Liste, Herr Korbmann.

Auch 2012 wählen wir wieder die besten Beispiele für Blogs in der Wissenschaftskommunikation: Die Wissenschaftsblogs des Jahres 2012. Wählen Sie mit!

Deshalb habe ich Ihnen eine kleine Auswahl zusammengestellt: 20 Blogs, teilweise vorgeschlagen von Lesern, zum größten Teil ausgesucht auf der Basis des Ebuzzing-Rankings der einflussreichsten Wissenschaftsblogs (es bewertet die Verlinkung der Blogs höher als die Zugriffszahlen).

Aus den 25 Top-Blogs dieses anerkannten Rankings haben wir die mit direktem Wissenschaftsbezug ausgewählt, mit einer gewissen thematischen Streuung – von der Psychotherapie bis zur Quantenphysik, von der philosophischen Weltbetrachtung bis zur politischen Diskussion und zum Wissenschaftsskeptiker.

Wie zum Teufel kommen Sie denn da auf uns? Ausgerechnet. Nun gut, Sie werden schon sehen, was Sie davon haben. Ihre Leser werden Sie beschimpfen, werden heulen und kreischen angesichts der Tatsache, daß sie ein paar politisch derart unkorrekte Schreiberlinge auf diese Weise schon auszeichnen, bevor die Abstimmung überhaupt gelaufen ist. Ich bin sogar so unkorrekt, daß mir die Rechtschreibdeform gestohlen bleiben kann.

Hier also unsere Auswahl des Jahres 2012. Die wichtigsten Kriterien für die Wahl sind:

• ein ausgereiftes, Konzept;

• ein Thema, das über die Interessen von Spezialisten hinausreicht;

• fundierte Inhalte, die ansprechend und aktuell aufbereitet sind.

Wählen Sie mit, geben Sie bis zu drei (plus zusätzlich einem) Blogs Ihre Stimme. Einsendeschluss ist der 1. Januar 2013, 24.00 Uhr. Dann geht es ans Auszählen.

Meine drei Wissenschafts-Blogs des Jahres 2013 sind:

  • „gwup | die skeptiker“ – Die Superskeptischen seit 1987, gegenüber Allem, was sich wissenschaftlich gibt aber nicht wirklich ist.
  • „The Science-Skeptical“ – Ein Blog, der vor allem gegenüber der Klimaforschung, Politik und Medien skeptisch ist, das wirkt sich auch auf den Rest der W
  • „IAO-Blog“ – Der arbeitende Mensch steht im Mittelpunkt des Blogs des Fraunhofer-Instituts für Arbeitsorganisation, eine Ideenplattform und Mögl
  • „Mente et Malleo“ – Ein Überzeugter von Geologie und Mineralogie, mit einem Blick für alles Interessante in der Natur.
  • „Quantenwelt“ – Blog des Quantenphysikers Joachim Schulz zur Quantenmechanik und anderen Aspekten des Lebens.
  • „Detritus“ – Blogger Martin Ballaschk nennt es „Wutbloggen als Therapie“, bringt dabei viel Interessantes, wie Wissenschaft sich gibt.
  • „Wissenswerkstatt“ – Über Chancen und Risiken der digitalen Wissenschaftskommunikation.
  • „physikBlog“ – Physik und andere Gedanken für Liebhaber dieser Wissenschaft, die nicht nur informiert, sondern auch unterhalten werden wollen.
  • „Fraunhofer-Forschungs-Blog“ – Ein Blog, nicht nur um Fraunhofer, sondern um Erfindungen, die irgendwann in Form neuer Technologien unseren Alltag bestimm
  • „Klimalounge“ – Streitbarer Blog von Klimaforschern zum Klimawandel.
  • „Der Helmholtz-Blog“ – Social Media Beiträge aus den 18 Forschungszentren und der Zentrale der Helmholtz-Gemeinschaft.
  • „Sprachlog“ – Das Thema Sprache fachlich fundiert, spannend und ohne Untergangsvisionen.
  • „Aktuelles aus der Psychologie- und Psychotherapieforschung“ – Blog einer Privatpraxis für psychologische Psychotherapie mit Sprechstunden in Berlin,
  • „Planckton“ – Der Wissenschaftsblog und das Diskussionsforum der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
  • „Go-for-Launch“ – Einsichten und Ansichten eines Fans zur Raumfahrt und Weltraumforschung, auh für Hobbyastronomen.

Und hier eine vierte Stimme für die Vorschläge der Kollegen:

  • „Kritisch gedacht“ – Der Blog der Gesellschaft für kritisches Denken (GkD) widmet sich den Grenz-, Para- und Pseudowissenschaften.
  • „Hier-wohnen-Drachen“ – Der Physiker Martin Bäker berichtet allerhand Nachdenkliches und Nachdenkenswertes aus der ganzen Welt der Wissenscha
  • „linked2communication“ – Ein kritischer und hoch angesehener Blog von Matthias Fromm, der sich vor allem der Wissenschaftskommunikation widmet.
  • „L.I.S.A. Das Wissenschaftsportal“ – Der Blog der Gerda Henkel Stiftung nimmt in seinem Namen auf: Lesen, Informieren, Schrei
  • „ScienceBlogs-Medizin“ – Der Channel Medizin in der deutschen Ausgabe des weltweit wohl größten Wissenschafts-Blog-Portals ScienceBlogs.

Ich sehe den armen Rudolf in Gedanken schon auf irgendeiner Bühne stehen und eine Auszeichnung entgegennehmen. Möglicherweise gemeinsam mit Herrn Rahmstorf, denn die Klimalounge steht ja auch zur Wahl.

Nun gut, so weit wird es nicht kommen. Erstens gibt es keinen Pokal und keine Veranstaltung, sondern „nur“ ein Logo. Und zweitens gewinnen wir ohnehin nicht. Denn wir gehören nicht zum Establishment. Wir sind die Schmuddelkinder.

Was haben Sie uns da nur angetan, Herr Korbmann? Also los, liebe Leser, bitte abstimmen. Im Zweifel für die anderen…

(Aber wehe, hier stimmt jemand für die Klimalounge und wir bekommen das mit…)

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96 Kommentare
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  1. Hahahaha

    Cool, gratulation!

    Super text, übrigens…

  2. Wenn da früher der Freistetter gewonnen hat lässt das auf eine gewisse Leserschaft schließen, die dort votet.

  3. Wir sind hier die schwarzen Schafe, die fiesen Buben, der Stachel im Fleisch des Mainstreams.

    An dieser Stelle vielleicht eine kleine Einschränkung. Noch sind viele Themen die hier behandelt werden abseits des Mainstream. Wobei manche unserer Punkte, etwa die Ablehnung der Energiewende, die wir hier bereits seit Jahren mit vielen fundierten Artikeln immer wieder vertreten, mittlerweile fast im Mainstream angekommen sind.

    Auch möchte ich Peters (sicherlich ironisch gemeinter) Sichtweise, wir hätten in der illustren Runde der vorgeschlagenen Seiten nichts verloren, nicht unbedingt folgen. Schließlich scheinen die Preisverleiher durchaus Wert auf eine ausgewogene Auswahl an wissenschaftlichen Blogs gelegt zu haben.

    Vollends anschließen möchte ich mich Peters Aufruf. Unbedingt Abstimmen! Und, im Zweifel für Science Skeptical.

    P.S.: Um möglichst viele Leser zu erreichen habe ich diesen Aufruf mal etwas prominenter auf unserer Seite plaziert. „Nur“ im Blog könnte der eine oder andere ihn sonst vielleicht übersehen.

  4. Ich bin Nichtraucher und esse ausgesprochen wenig Fleisch. Dafür fliege ich oft und gern und finde es in Ordnung, bei offenem Fenster die Heizung aufzudrehen.

  5. Ich hab seit etwa ´ner halben Stunde ´n ziemlich breites Grinsen im Gesicht, hoffentlich geht das wieder weg 😉

  6. Abgestimmt…..obwohl ich den Rest kaum kenne.
    Und ja….ich würde Rudi unheimlich gerne sehen, wie er freudestrahlend den Preis entgegen nimmt, *grins*

    @Dr.Peter Heller
    Joo, derart „auf Krawall gebürstet“ seh ick echt gerne.
    Hiermit reiche ich nochmals die Friedenspfeiffe rüber…….zum Wohle des Blogs.
    Muss ja nich mit Tabak gefüllt sein….darf auch wat anderes sein.

    Onkel Heinz is ein verdammt harter Eigenbrödler………sieht aber auch, das Dr. Heller ein Stück weit Frust aus den Blog genommen hat.
    Nix für ungut, Freunde werden wir wohl nie aber friedliche Koexistenz is ja schon mal ein Anfang.
    Auch doofe Ossis können sich ändern……Pionierehrenwort.
    MfG

    Heinz Eng

  7. Tut mir schrecklich leid, aber mit Pokal und Verleihungspodium wird es nichts. Und bildet Euch nur nicht zu viel ein: Schwarze Schafe und fiese Buben sind Mainstream. Also am besten auf dem Boden bleiben.
    Beste Grüsse Reiner Korbmann

  8. @Korbmann
    Hihi…toller Korb…..warten wir ab, wer die größere Fan-Group hat.
    Auf den Boden bleiben……..wenn dat auch nur ein einziges mal die Warmaholics sagen würden…..die dauerhaft im weißen Turm einen Eigen-Gemachten-Orgasmus bekommen…….und anschließend von der Wetter-Realität abgeschossen werden, dann reden wir mal weiter.

    Übrigens…..in der Lausitz liegen zirka 20 cm Schnee…….natürlich Folge der globalen Erwärmung……wie alle dummen Ausreden von PIK und Co.
    Shit……ick möcht nich an meine nächste Betriebskostenabrechnung denken……HEIZkosten ohne Ende…..wo bleibt endlich die Erwärmung?
    Geh bei Primaklima spielen………feuchte Hose inbegriffen.
    H.E.

  9. Klar habe ich das ironisch gemeint. Ich bin Herrn Korbmann auch nicht wirklich böse, ganz im Gegenteil, ich freue mich ja. Immerhin kostet das hier viel Zeit und Nerven. Aber ich wollte halt dem Erschrecken vorbeugen. Es kann ja sein, daß wir durch diese Abstimmung ein bißchen Traffic bekommen und der ein oder andere, der uns nicht kennt, sich ordentlich erschreckt. Es kann auch sein, daß Herr Korbmann erschreckt, wenn die ersten Hetzmails von Hardcore-Alarmisten bei ihm eingehen, angesichts unserer Nominierung.

    Da habe ich mir gedacht: Ich sags lieber gleich.

    Nun scheint mir „Wissenschaft kommuniziert“ ein eher kleines Blog zu sein, obwohl Herr Korbmann ja immerhin mal Chef von Bild der Wissenschaft (oder war es Spektrum?) war. Von daher sollten wir die Wahl auch nicht zu ernst nehmen, ist ein netter Spaß und hilft allen Beteiligten weiter. Ich würde es gerne sportlich und fair nehmen.

    Ich habe nämlich ein bißchen die Sorge, daß das Ganze zu einem Fernduell zwischen uns und der Klimalounge ausarten könnte. Und das könnte einige Alarmisten zu Bösartigkeiten treiben. Das sollte vermieden werden.

    @ Korbmann:

    Es ist schon zu beachten, daß wir (wahrscheinlich) sehr viel politischer sind, als die anderen Blogs auf Ihrer Liste.

    Schwarze Schafe und fiese Buben sind Mainstream. Also am besten auf dem Boden bleiben.

    Ihr Glaube, die menschliche Zivilisation wäre auch im Internet fest verankert, ehrt Sie.

  10. @ Eng:

    sieht aber auch, das Dr. Heller ein Stück weit Frust aus den Blog genommen hat.

    Das war der Sinn des Ganzen.

    aber friedliche Koexistenz is ja schon mal ein Anfang

    Gerne.

  11. @ Rudolf:

    Wobei manche unserer Punkte, etwa die Ablehnung der Energiewende, die wir hier bereits seit Jahren mit vielen fundierten Artikeln immer wieder vertreten, mittlerweile fast im Mainstream angekommen sind.

    Ja, die kritischen Artikel zur Energiewende häufen sich deutlich an. Aber leider sind es immer noch nur sehr wenige, die die Energiewende grundsätzlich anzweifeln. Die meisten schreiben doch nur, die Sache wäre nur falsch umgesetzt, die Idee aber wäre richtig und klug.

  12. jep ich rauch auch nicht, finde es aber OK für ein kapitalistisches „Kaufgelage“ ein Wochenende aus Hamburg nach Metzingen zu ballern.

    Apropos bei Hannover Süd steht ein bunt-beleuchter Windschredder (ähnlich diesem hier: http://oe1.orf.at/static/uimg/92/de/92de28b8d2df0b24d3dd753439fd8a8364d8937f.jpg) und ich bin an toll total verschneiten riesigen Solarfeldern vorbei gefahren -- glaube das war in Bayern.

  13. @Dr. Peter Heller
    Ick hatte ne tiefgreifende Nachdenkphase……….musste Feindbilder neu sortieren…….mir die berechtigten Kritiken gutmeinender Menschen gefallen lassen……und dat ist nu dat Ergebnis…….die freundlich ausgestreckte Hand.
    Auf ein Neues……Restart…….und nochmals meine tiefst empfundene Reue, bei der einen oder anderen Ehrbeleidigung, die ich mir Ihnen gegenüber geleistet habe.

    Und mal ehrlich, wenn mich Karlchen aus dem Norden anpisst, hab ick wirklich über die Strenge geschlagen.

    Für den Rest….das Fest des Friedens ist doch Schuld…….Vergebung und Mitgefühl sollte wenigstens einmal im Jahr die Oberhand bekommen.
    Danke Herr Heller
    H.E.

  14. @ Heinz #13

    Und mal ehrlich, wenn mich Karlchen aus dem Norden anpisst, hab ick wirklich über die Strenge geschlagen.

    Ist das so?
    Hätte nicht gedacht mal den Vadder Vernünftig zu mimen. Aber naja, Mann bleibt nicht stehen 😉 .

  15. @Karlchen
    Ja Papa…..gelegentlich hört dat Söhnchen auch mal……..ick bin ja nich immer ein Arschloch.
    Grinsebacke und wech
    H.E.

  16. Ich hab mir gerade mal das Ranking angesehen, Platz 10 von 72. Wow, hätte ich jetzt nicht gedacht.

  17. Schön charakterisiert der Autor Peter Heller uns hat.

    Wir sind die Klimaskeptiker. Wir sind die, die Klimaschutz nicht nur ablehnen, sondern ihn auch unbegründet finden – wissenschaftlich wie politisch. Wir lehnen die Energiewende ab, weil wir sie für technisch und ökonomisch nicht realisierbar halten. Wir stemmen uns überhaupt gegen die neue Ökorepublik Deutschland, weil uns deren totalitäre Eingriffsversuche in unsere persönlichen Freiheitsrechte zu weit gehen. Wir sehen den Ökologismus als Religion, die keine wissenschaftliche Grundlage hat, sondern Forschung nur pervertiert.

    Ja, es kommt noch schlimmer: Wir essen Fleisch. Und – soweit ich weiß – viele hier rauchen. Ja, rauchen. Zigaretten. Tabak. Nikotin ist eben ein geiles Zeug. Und wissen Sie was: Es schmeckt uns auch noch.

    Böse. Unverfroren. Frech. Ja, wir finden das alles ziemlich dämlich, dieses Gequatsche von Nachhaltigkeit und Ressourcenverknappung. Wir fürchten uns nicht. Wir genießen unser Leben.

    Meister Pilot sich wiedergefunden hat. 🙂

  18. Wir stemmen uns überhaupt gegen die neue Ökorepublik Deutschland, weil uns deren totalitäre Eingriffsversuche in unsere persönlichen Freiheitsrechte zu weit gehen. Wir sehen den Ökologismus als Religion, die keine wissenschaftliche Grundlage hat, sondern Forschung nur pervertiert.

    Da finde ich mich auch wieder, hätte nur zu gerne auch die Ursache gewusst. Wer hat diese Gehirnwäsche veranlasst und warum hat er die Macht dazu.

  19. @ #18

    Hier hilft eine der zahlreichen Varianten von Ockhams Messer:

    „Man soll keine Verschwörung unterstellen, wo Inkompetenz als Erklärung ausreicht.“

  20. @Rudolf #19

    (Klugscheißmodus an) ….sorry, aber dat is nich Ockhams sondern Hanlons Rasiermesser. (Klugscheißmodus aus)

  21. @ W.Rassbach

    Wer hat diese Gehirnwäsche veranlasst und warum hat er die Macht dazu.

    Die obsessive Fixation auf diese Frage zeichnet den Theologen und allgemein Kreationisten aus. Er kann sich nicht vorstellen, daß komplexere Vorgänge und Systeme sich auf Basis simpler Prinzipien selbst organisieren und scheinbar aus dem Nichts entstehen, ohne daß jemand dran gedreht hat, ohne Masterplan und ausführenden Schöpfer.

    Ökologismus ist (u.a.) leicht begreiflich als eine der Arten zur Befriedigung eines menschlichen Grundbedürfnisses, der Geborgenheit in einer sozialen Gruppe. Hier hat man ein klares Feindbild (die „anderen“: Großkonzerne, Fleischfresser, Raucher, Autofahrer usw.) und eine angenehme Gegenutopie (schöne grüne Welt mit Häschen und gemütlich bärtigen Ökobauern), kann sich zu gemeinschaftlichen Happenings verabreden (Demo, Schottern, Infoveranstaltungen, Liedersingen), fühlt sich gut, weil man Gutes gegen den Widerstand der Bösen tut und hat den vermeintlichen Märchentriumph des Underdogs gegen den Übermächtigen (s. David gegen Goliath, Siegfried gegen Drachen, das tapfere Schneiderlein). Mit einem Wort, man wird Teil eines archetypischen, gefühlt positiven Narrativs.

    Das ist eine ziemlich gute Motivation, die immer wieder zu Zusammenschlüssen von Menschen führt, mit leichten Abwandlungen der Ideologie. Dafür ist keine große planende und lenkende Hand erforderlich, nur der ideologische Kondensationskeim muß sich bilden; und dabei sind in der Regel viele verschiedene Hände im Spiel, die vielleicht mehr oder weniger erfolgreich ihren persönlichen Gewinn dabei suchen, aber keinem planenden Mastermind folgen müssen.

    Ähnliches sieht man ja auch in schwacherem und vorübergehenden Maße in anderen Modeerscheinungen. Auf einmal meinen „alle“ (d.h. viele), sie müßten einen Hulahoop um ihre Taille schwingen; dann wieder rollen „alle“ auf Tretrollern umher, dann wieder auf Rollschuhen. Man ahmt nach, was andere tun und wird so Teil einer Gemeinschaft: das ist alles.

  22. @ W.Rassbach
    PS. In diesem Zusammenhang (und überhaupt) kann ich „The Devils of Loudun“ von Aldous Huxley sehr empfehlen. Es geht nicht um Ökologismus, sondern um eine andere Art von Massenpsychose, aber das Prinzip ist dasselbe.

  23. @ Tim #20

    Vielen Dank, das kannte ich noch gar nicht.

  24. @ Fluminist:

    ‚Die Teufel von Loudon‘ ist in der Tat eines der scharfsinnigsten Bücher der Welt, es geht da jedoch darum, wie eine Vernichtungsobsession sich entzündet, nährt und ausgeführt wird.
    Der Hass- und Vernichtungsgedanke steht bei den Ökologisten allerdings nicht im Vordergrund. Das sollte man dazu sagen, um nicht einen falschen Eindruck zu erwecken. Mancher Ökologist würde sicherlich gerne die Ketzer gewaltsam zumindest mundtot machen, angetrieben werden sie aber eher von einem Heilsversprechen.

  25. Wozu die Dummheit bemühen, wenn auch die blanke Geldgier ausreicht…..

    CO2 Betrugsaffäre
    Razzia bei Deutscher Bank -- fünf Haftbefehle

    25 Mitarbeiter der Deutschen Bank stünden nun unter dem Verdacht der schweren Steuerhinterziehung, der Geldwäsche und der versuchten Strafvereiteilung, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Mittwoch nach einer Razzia bei der Deutschen Bank mit. Gegen fünf Mitarbeiter der Deutschen Bank seien Haftbefehle erlassen worden.

    Bisher hatte die Staatsanwaltschaft nur gegen sieben Banker und nur wegen der Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermittelt. Im Zuge der Ermittlungen hätten sich weitere Verdachtsmomente ergeben, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Günter Wittig. Fahnder hatten im Rahmen der Ermittlungen am Mittwoch die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht.

    Jaja, der liebe CO2-Handel ist immer für ne Überraschung gut…….aber nicht zum Zwecke des Klimaschutzes……nööö, Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Blasenbildung…….Diebstahl, Bereicherung…..u.s.w

    Tja, Geldgier lag wohl auch im neuesten Fall vor….

    Staatsanwaltschaft ermittelt
    Spionageverdacht im Gesundheitsministerium

    Systematische Spionage im Gesundheitsministerium? Ein Mitarbeiter, der jahrelang im IT-Bereich des Bundesgesundheitsministeriums gearbeitet hat, soll wichtige Unterlagen nach außen getragen haben. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte dem ARD-Hauptstadtstudio, dass die Berliner Staatsanwaltschaft gegen einen externen Mitarbeiter ermittle. Offenbar wurde auch der Arbeitsplatz des Mitarbeiters im Ministerium von der Staatsanwaltschaft durchsucht.

    Geld für Infos, Daten, Gesetzentwürfe

    Der IT-Mitarbeiter soll E-Mails, Beschlüsse, Gesetzesentwürfe und andere Daten übermittelt und dafür Geld kassiert haben. Zahlender Empfänger soll ein Lobbyist der Apothekerschaft gewesen sein. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Die Berliner Staatsanwaltschaft habe dem Blatt entsprechende Ermittlungen bestätigt.

    Ach Gottchen…..hat sich mal einer erwischen lassen, dumm gelaufen dat.
    Hmm, wieviel solcher Nebenverdienst-Amtsträger es wohl noch so gibt????
    Alltag in der Bunten Republik……..aber auch in Europa stinkt es gewaltig.

    H.E.

  26. Es gibbed aber auch gute Nachrichten…….die einem doch wieder etwas erleichtert das Grinsen ins Gesicht zaubern……

    Bonus der Kandidatenkür verpufft
    Grüne sacken in Umfrage ab

    Das Umfragehoch für die Grünen nach ihrer Spitzenkandidatenwahl ist vorläufig beendet. Bei der Forsa-Sonntagsfrage muss die Partei einen deutlichen Verlust verkraften. Dagegen gewinnen SPD, Union und die Linke diesmal dazu. Die Kellerkinder bleiben unterdessen Liberale und Piraten, die beide nicht im Bundestag vertreten wären…..

    Nun gut, 14 % ist immer noch vieeel zu viel, wir hier auf ScSk werden aber auch weiterhin dazu beitragen diesen Wert noch etwas zu drücken………..so, ick steck mir erstmal ne Kippe an (lässt sich besser nachdenken) und heut Abend gibs dann wieder die Ration Fleisch beim Griechen um die Ecke……..Lamm, Rind, Schwein und a bisserl Huhn …..soll ja kein Tierchen benachteiligt werden. Ok, dat vegetarische Vorgericht bleibt meist so wie es bei Anlieferung aussah…….dafür schmecken gebratene Peperoni um so besser.

    Joo, da geb ick dem Autor völlig recht……..wir können noch genießen ohne Reue, zumal wir ja mittels Tabaksteuer auch noch einen tollen Beitrag zum Bundeshaushalt liefern und die Rentenkasse gewöhnlich vorzeitig entlasten.
    Eigentlich sollte der gemeine Vegetarier und militante Nichtraucher Gott danken, das es uns gibt……..bleibt mehr Geld übrig um dann den dementen Vegetarier im Altenheim zu pflegen.

    Jut, dat war mein heutiger Beitrag zum Weltfrieden, schönen Wintertag Euch allen da draussen.
    H.E.

  27. wie Winter, du meinst das weiße Zeug, dass wegen der Klimaerwärmung da draußen liegt, obwohl besonders Prof. Dr. Mojib Latif mal sagte des es sowas nicht mehr geben würde ( http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/winter-ade-nie-wieder-schnee-a-71456.html ) ?

    man….man…man…… jetzt muss man schon wieder Winterreifen haben.

  28. @Tritium

    ‘Die Teufel von Loudon’ ist in der Tat eines der scharfsinnigsten Bücher der Welt, es geht da jedoch darum, wie eine Vernichtungsobsession sich entzündet, nährt und ausgeführt wird.

    Es geht da um vieles, die dort beschriebene Besessenheit, die in der physischen Vernichtung eines Sündenbocks kulminiert, ist nur einer der vielen Aspekte.

    Ich hatte eher an die Passage gedacht, in der Huxley allgemein vom Bedürfnis des Individuums zur Selbsttranszendenz spricht und den verschiedenen Strategien, diese zu erreichen, z.B. Askese, Liebe, Aufopferung in einer Idee. Er unterscheidet vor allem zwischen einerseits dem Übersichhinauswachsen, das allerdings nur besonders begabten Individuen zu Gebote steht (z.B. Künstlern und Wissenschaftlern, die etwas für die allgemeinere Menschheit bedeutsames aus ihrem Leben machen, oder Diktatoren), und andererseits der gegensätzlichen Auflösung des Individuums in einer Gruppe, wofür keine sonderlichen Fähigkeiten erforderlich sind.

    Auf diese letztere hatte ich Bezug genommen. Daraus nähren sich letztlich die großen politischen Bewegungen; und daher wird auch verständlich, warum sie immer kollektivistisch und antiindividualistisch sind. Die Partei der Individualisten und Eigenbrötler kommt seit jeher nicht auf die Füße.

    Als eines der versprengten inoffiziellen Mitglieder dieser Partei war ich übrigens erst etwas schockiert über Herrn Hellers Definitionen im obigen Artikel, in denen z.B. ich mich nur sehr teilweise wiederfinden kann. Aber es bezog sich ja auf die Betreiber des Blogs und war außerdem offenbar ironisch gemeint (!?)

  29. @ Fluminist:

    schockiert über Herrn Hellers Definitionen im obigen Artikel, in denen z.B. ich mich nur sehr teilweise wiederfinden kann

    Das ist erklärungsbedürftig.

    Ich zähle meine „Definitionen“ mal auf:

    -- Contra Klimaschutz
    -- Contra Energiewende
    -- Contra Ökologismus/Ökorepublik
    -- Contra Nachhaltigkeit
    -- Contra „Idee von der Ressourcenknappheit“
    ———————-
    -- Pro Fleisch
    -- Pro Tabak
    -- Contra Rechtschreibdeform

    Die Linie trennt ein wenig wichtiges und unwichtiges. Wo finden Sie sich denn da nicht wieder? Ich bin nämlich schon davon ausgegangen, daß alle unsere Stammleser in den ersten fünf Punkten völlig einig sind.

  30. @ Fluminist # 28:

    Keinerlei Widerspruch.
    Nur genau diese Konkretisierung habe ich vermisst, da es ohne sie eben so aussieht oder zumindest leicht so interpretiert werden kann, als würdest den Ökologisten unterstellen, sie wären ebenfalls für die Verteufelung und subsequente physische Vernichtung von Widersachern motiviert, da dies nun einmal die zentrale Handlung in Huxleys Buch ist.
    Das würde den Ökologismus auf eine Stufe mit der NS-Judenvernichtung stellen und das ist ganz sicher (trotz gewisser faschistoider Merkmale dieser ‚Bewegung‘) nicht richtig und wäre nur ein bequemer Hebel für einen Gegenangriff.

  31. @Peter Heller

    -- Contra Klimaschutz
    -- Contra Energiewende
    -- Contra Ökologismus/Ökorepublik
    -- Contra Nachhaltigkeit
    -- Contra “Idee von der Ressourcenknappheit”
    ———————-
    -- Pro Fleisch
    -- Pro Tabak
    -- Contra Rechtschreibdeform

    In dieser knappen Stichwortform sieht die Sache besser aus, damit habe ich keine Probleme. Scharf Luft eingezogen habe ich bei

    Wir sind die Klimaskeptiker.

    — denn ich würde mich zwar als Skeptiker bezeichnen, aber „Klimaskeptiker“ hat heute die Konnotation des Leugners. Wenn PIK & IPCC statt ihres Lavier-Trauerspiels und den apodiktischen Dekreten über die reale Befindlichkeit der Erde hinreichend vorsichtige und selbstkritische, sprich wissenschaftliche Aussagen vorwiesen, dann hätte ich nichts dagegen.
    Auch mit

    Nikotin ist eben ein geiles Zeug.

    kann ich nicht viel anfangen. Ich bin Nichtraucher, aber vor allem Nichtverbieter: deshalb bin ich gegen Rauchverbote, würde aber nicht so weit gehen, das Nikotin hochzujubeln.

    Über

    Wie zum Teufel kommen Sie denn da auf uns? Ausgerechnet.

    habe ich mich etwas gewundert, denn wenn man eine gut präsentierte, fachlich fundierte und vielfältig differenzierte Sichtweise auf die das heutige politische Leben bestimmenden Aspekte der Wissenschaft (und was als solche gelten will) sucht, dann ist Science Skeptical doch eine der besseren Adressen. So bin ich ja auch zu einem der Stammleser geworden. Aber ich nehme an, daß Sie Herrn Korbmann nur etwas hochnehmen wollten, und er hat ja in #7 auch angemessen retourniert.

  32. Ich habe schon einen Vorschlag für die Dankesrede.

  33. @ Fluminist:

    Also, das mit dem Rauchen (und dem Fleisch) war doch nur als Symbol für den Umgang mit der Verbotskultur gemeint. Und zielte nicht auf die Nichtraucher, sondern auf die Gesundheitsfanatiker des Nanny-Staates. Mir sind keine besseren Beispiele eingefallen als die Zigarette und das Steak und ich finde diese beiden Beispiele auch sehr treffend.

    @ Krüger:

    Yeah. Und wir danken den noch laufenden Kernkraftwerken. Denn ohne die wäre es jetzt hier auch dunkel…

  34. @Peter Heller
    Ja, mit der Verbotskultur haben Sie völlig recht. Ich hatte da wohl etwas zu empfindlich auf die Formulierung reagiert.

    Meine vollste Zustimmung haben Sie, was die Rechtschreibreform betrifft. Hier geht es zwar nicht um eine naturwissenschaftliche Frage, aber dafür um eine geisteswissenschaftliche, denn die neuverordnete Rechtschreibung widerspricht nachweislich der Struktur und dem Charakter der deutschen Sprache (insbesondere was das Auseinanderrupfen zusammengesetzter Wörter betrifft); insofern ist auch die Rechtschreibreform ein Beispiel dafür, wie schlampige Wissenschaft in Verbindung mit politischem Gestaltungswillen zu recht unangenehmen Resultaten führen kann.

  35. @Tritium #30

    Nur genau diese Konkretisierung habe ich vermisst, da es ohne sie eben so aussieht oder zumindest leicht so interpretiert werden kann, als würdest den Ökologisten unterstellen, sie wären ebenfalls für die Verteufelung und subsequente physische Vernichtung von Widersachern motiviert,

    Die Absicht subsequenter oder gar konsequenter physischer Vernichtung von Widersachern, wie sie im NS-Deutschland oder in Stalins Sowjetrussland praktiziert wurden, kann man heute selbst hartgesottenen Diktaturen nur noch schwer oder gar nicht mehr nachweisen (das wäre wohl selbst am Beispiel „Nordkorea” schwierig). Es handelt sich hierbei eben um die eher altmodische und längst überholte Form der Bekämpfung von wirklichen oder vermeintlichen Gegnern.

    Nach einer lange erfolgreichen Praxis der Stigmatisierung und „Unschädlichmachung” von Abweichlern durch das gezielte Verbreiten von Angst vor physischer und/oder psychischer Vernichtung, wie sie z.B. Gegner des Ostblock-Sozialismus noch erleben konnten, dürfte heute die viel modernere und subtilere Form – wie von Orwell in „1984” beschrieben – der nachhaltigen Umerziehung (sprich Gehirnwäsche) die Regel sein, mit dem langfristigen Ziel (….deshalb Beginn bereits im Kindergartenalter), dass der Umerzogene das ihm aufoktroyierte Gedankengut zu 100% verinnerlicht und letztendlich den „Erziehenden” (…..den „gestaltenden” Öko-Staat) lebenslang wie einen gütigen Vater liebt und verehrt. Man braucht sich nur die Schwärmereien eines Jørgen Randers (Club of Rome) über einen „wohlmeinenden Diktator” ansehen, dann findet men deutliche Parallelen.

    Ein guter Diktator Das ist der Gipfel

    Interessant ist auch das Beispiel China. Die Kommunistische Partei dort hat eine Vielzahl langfristiger Entscheidungen getroffen, die künftigen Generationen nutzen werden. Sie befindet sich außerhalb demokratischer Kontrolle, und wir wissen auch nicht, ob sie ihre Macht auf längere Sicht sichern kann. Die Kommunistische Partei Chinas ist nach meiner Einschätzung ein „wohlmeinender Diktator“, der das Richtige tut, weshalb ich es nicht schlimm finde, dass die Partei sich diese Macht nimmt. Aber viele Menschen stören sich daran.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang, was im Vergleich dazu z.B. Jutta Ditfurth noch im Jahr 1998 über einen „Ökofaschismus” schrieb, wobei sie die Ursachen allerdings noch aus einer rassistisch begründeten „Überlegenheit des höherwertigen, zivilisierten weißen Menschen” herleitete.

    Im Ökofaschismus, dem ökologisch modernisierten Faschismus, erkennen wir alle genannten Elemente faschistischer Herrschaftsform zum Teil in ökologisierten Begründungszusammenhängen, wieder. Die größte Verantwortung für die Zerstörung der Natur durch die kapitalistische Produktionsweise tragen, so die Ökofaschisten, die Opfer eben jener Produktionsweise, im besonderen die Menschen im Trikont. Sie versauen durch ihre bloße Existenz das Klima der höherwertigen, zivilisierten, ‚weißen‘ Menschen in Europa.

    Ökofaschisten kennen zwar Eliten und ‚unwertes Leben‘, aber keine sozialen Klassen. In den Zentren sind ‚wir alle‘ angeblich gleichermaßen an der Zerstörung der Natur schuld. Der Mensch steht nach Auffassung der Ökofaschisten, feindlich in der Natur und ist nicht ihr besonderer Teil. Andererseits sagen sie, daß der Mensch kein soziales Wesen, sondern biologisch und genetisch, also von Regeln der Natur, außerhalb des Menschen, determiniert sei. Von ihnen ist er angeblich so abhängig, daß die Einflüsse der sozialen Umwelt -- und damit soziale Verantwortung -- praktisch bedeutungslos sind…..

    …..ÖkofaschistInnen, so sanft, biologisch anbauend und dezentral sie auch auftreten mögen, wollen den starken Staat, Eliten und die Strafandrohung für ‚unnatürliches‘ abweichendes Verhalten (von der Abtreibung bis zur Homosexualität). Die aggressive, imperialistische Expansion der ‚biologisch Höherwertigen‘ wird als wehrhafte Verteidigung gegen angebliche Menschenfluten getarnt oder als militärischer Einsatz im Trikont zum angeblichen Schutz der Natur (zum Beispiel Grünhelme).

    aus: J.Ditfurth, Entspannt in die Barbarei. Esoterik, (Öko-)Faschismus und Biozentrismus S.22ff

    …..wobei sich die Gewichtung der Bereiche staatlicher Bevormundung im Vergleich zu Ditfurths Beschreibung heute deutlich verschoben hat (z.B. die „Strafandrohung für abweichendes Sexualverhalten” – was wir dafür heute umso mehr in der restriktiven Ideologie eines fundamentalistischen Islams wiederfinden).

  36. @Flumi #31

    Auch mit

    Nikotin ist eben ein geiles Zeug.

    kann ich nicht viel anfangen. Ich bin Nichtraucher, aber vor allem Nichtverbieter: deshalb bin ich gegen Rauchverbote, würde aber nicht so weit gehen, das Nikotin hochzujubeln.

    …..dem schließe ich mich an.

  37. --

    -- Contra Klimaschutz
    -- Contra Energiewende
    -- Contra Ökologismus/Ökorepublik
    -- Contra Nachhaltigkeit
    -- Contra “Idee von der Ressourcenknappheit”

    Ja zu allem mit Fußnote bei „Nachhaltigkeit“. Das ist m.E. ein bedeutungsloses Buzzword. Ich lehne also nicht das Konzept ab -- da es gar keins ist -, sondern das Wort. 🙂

    -- Pro Fleisch

    Man kann Fleischkonsum aus ethischen Gründen ablehnen, weil es sich zumindest bei Wirbeltieren um fühlende und z.T. denkende Mitgeschöpfe handelt. Ich sympathisiere mit dem Gedanken, ohne ihn allerdings in aller Konsequenz zu leben. Das hat aber gar nichts mit Öko zu tun. Der Ökologismus hat wohl teilweise versucht, das Thema zu annektieren, allerdings ist das ein bissl ne Anmaßung. Die argumentieren auch meistens mit „Klimaschutz“ und sonem Unsinn.

    -- Pro Tabak

    Jeder Mensch kann sich meinetwegen mit allem zuballern was er möchte, das ergibt sich direkt aus dem Recht auf freie Persönlichkeitsentfalgung. Problematisch am Tabak-, Haschisch- oder sonstigem Rauchen ist, dass der Rauch anderen in die Nase steigt und von vielen Menschen als sehr belästigend empfunden wird. Das Freiheitsrecht des einen endet nunmal da, wo die Rechte des anderen anfangen, und daraus folgt dass Raucher eigentlich überall dort, wo auch nur der Hauch einer Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie andere Menschen belästigen könnten, darauf zu verzichten haben. Wenn diese Forderung administrativ durchgesetzt werden kann, find ich das in Ordnung und einen zivilisatorischen Fortschritt. Es gibt auch kein Recht auf das Werfen von Stinkbomben.

    Auch hier frage ich, was das Thema mit Öko zu tun hat? Sind Ökos für ihre besondere Raucherfeindlichkeit bekannt? Ich dachte eigentlich die rauchen selber alle wie die Schlote. Oder ist das ein überkommenes Klischee? 🙂

    -- Contra Rechtschreibdeform

    Sturm im Wasserglas. Rechtschreibung ist nur eine Konvention, bei der es eigentlich egal ist wie sie im Detail gestaltet ist. Hauptsache sie wird von möglichst Vielen befolgt. In dem Licht betrachtet war die Reform Quatsch. Aber wo sie jetzt schonmal auf der Welt ist, kann man sie eh nicht zurückziehen, das bewirkt nur noch mehr Chaos.

    Ich persönlich gehe damit eklektizistisch um. Diejenigen neue Regeln, die ich verstanden habe und für sinnvoll halte, wende ich an (z.B. ss/ß-Regel, Groß-Kleinschreibungs-Regeln). Diejenigen, die ich entweder nicht verstanden habe oder die ich als sinnlos erachte, wende ich nicht an (z.B. Getrennt Schreibung von Komposita, Zwangseindeutschung von Fremdwörtern usw.)

    Noch was zum Begriff „Klimaskeptiker“. Das ist nach meinem Verständnis jemand, der die Hypothese des „menschengemachten Klimawandels“ mit Argumenten aus der Klimatologie zu widerlegen sucht. Das können per Definition nur Leute vom Fach. Vor allem aber geht das am eigentlichen Thema vorbei. Die Klimawandel-Hypothese ist im Kern keine wissenschaftliche Debatte, sondern eine politische Kampagne, und ihr muss mit politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gegenargumenten begegnet werden. Was die Klimawissenschaft sagt oder nicht sagt, ist fast irrelevant dafür. Deswegen nicht „Klimaskeptiker“, wohl aber Ablehner des „Klimaschutzes“.

  38. @anorak #37

    Es gibt auch kein Recht auf das Werfen von Stinkbomben.

    …..wogegen allerdings das grundlegende Menschenrecht auf „Furzen in der Öffentlichkeit” für (einigermaßen) zivilisierte Menschen dennoch keine hinreichende Bedeutung haben dürfte…..

  39. @ anorak2:

    Das Freiheitsrecht des einen endet nunmal da, wo die Rechte des anderen anfangen, und daraus folgt dass Raucher eigentlich überall dort, wo auch nur der Hauch einer Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie andere Menschen belästigen könnten, darauf zu verzichten haben.

    Das ist ein äußerst problematischer Satz. Ich bin mir sicher, Sie haben das etwas anders gemeint. Vor allem haben Sie den Konjunktiv „könnten“ wahrscheinlich (hoffentlich) etwas gedankenlos eingesetzt. Denn wer definiert, was eine „Belästigung“ ist? Wir leben leider in einer Welt, in der sich jeder ständig von irgendwem oder irgendwas belästigt fühlt. Es mag auch Menschen geben, die sich bspw. vom kommenden Sylvester-Feuerwerk blästigt fühlen. Oder von Autos. Oder von Farbigen? (Diese Spitze ist Absicht und keine persönliche Attacke auf Sie.) Vielleicht fühlen sich Menschen auch von UL-Fliegern belästigt, die über ihre Köpfe ziehen. Sind Sie sicher, daß Sie keine Angewohnheit haben, die irgendwen mal irgendwo belästigen könnte? Manchmal reicht schon eine laute Stimme. Es gibt Menschen, die wehren sich gegen Kindergärten, weil sie das Kinderlachen als belästigend empfinden.

    Ihr Satz da oben beschreibt eine Welt, in der ich nicht leben möchte. Und gegen die wir hier eigentlich zu Felde ziehen. Ich wette, Sie haben das nicht so gemeint.

    Auch hier frage ich, was das Thema mit Öko zu tun hat? Sind Ökos für ihre besondere Raucherfeindlichkeit bekannt? Ich dachte eigentlich die rauchen selber alle wie die Schlote. Oder ist das ein überkommenes Klischee?

    Das ist kein Raucherblog hier, dafür gibt es andere Seite. Wir haben aber auch diese und andere Facetten des Ökologismus schon in vielen Text herausgearbeitet. Es gibt viele verschiedene Argumentationsketten, die Verbindung zwischen der seit einigen Jahren in diesem Land grassierenden Raucherhetze und dem Aufkommen des Ökologismus herausarbeiten. C-O hat das letztens in der Plauderecke sehr schön als „Staatsterrorismus“ bezeichnet. Das ist treffend. Dieser Staatsterrorismus geht in diesem Land fast ausschließlich von den Grünen (und verwandten Freaks wie der ÖDP) aus. Dahinter steckt einerseits der Wahn des Vorsorgeprinzips. Rauchen beinhaltet Risiken, und sei daher zu unterlassen. Es geht auch nicht um Nichtraucherschutz, sondern schlicht um Prohibition. Rauchen soll letztendlich kriminalisiert werden -- und glauben Sie mir, ich übertreibe nicht, ich weiß, wie diese Leute denken. Nehmen Sie nur die neue Anti-Raucher-Gesetzgebung in NRW, durchgepeitscht von einer grünen Ministerin. Selbst die SPD hatte da erhebliche Bauchschmerzen, hat sie aber für den Koalitionsfrieden durchgewunken.

    Dahinter steckt aber nicht nur das Vorsorgeprinzip, sondern auch das Nanny-Prinzip. Ökologisten sind Missionare, sie haben ein spirituell motiviertes, sehr starkes Sendungsbewußtsein. Es reicht Ihnen nicht, selbst zu tun, was sie für richtig halten, sie wollen das auch allen anderen Menschen vorschreiben. „Rauchen“ ist dabei nur ein Aspekt, aber der vielleicht deutlichste. Raucher -- wie ich -- gelten denen als Süchtige, nicht mehr Herr ihres eigenen Verstandes, die man vor sich selbst beschützen, die man zu ihrem „Glück“ zwingen muß. Raucher sind aber auch Verbrecher, weil sie anderen Menschen ein schlechtes Vorbild geben. Dasselbe gilt für Fleichesser (und da ist der Klimawahn nur ein Aspekt). Gleiches gilt für Alkohol, sogar Zucker steht mittlerweile auf der roten Liste. Der Ökologist will vorschreiben, wie wir zu leben haben. Weil er denkt, er würde das alles richtig machen und wer das nicht einsieht, müsse gezwungen werden. Man will uns vorschreiben, was wir zu essen haben, welche Kleidung wir tragen dürfen, wie oft wir mit dem Flugzeug oder mit dem Auto fahren dürfen. Und bei letzterem auch noch, wie schnell. Am liebsten Tempo 30 überall und das nur noch elektrisch. Es könnte sich ja jemand belästigt fühlen. Oder ängstigen, wegen des Klimas, wegen Krebs, wegen Übergewicht. Wegen all der Leute beispielsweise, die krank werden, weil sie „ungesund“ gelebt haben und für die man in die solidarische Krankenkasse einzahlt.

    Es heißt, lieber Anorak, als Raucher trüge ich den Qualm in meiner Kleidung. Und würde damit anderen Leuten den Krebs bringen. Das ist Ökologismus. Es ist nicht nur der Klimawahn, es ist der totalitäre Anspruch umfassende Verhaltenskonformität durchzusetzen. Und Nachhaltigkeit ist für diese Leute keine Worthülse, sondern zentrales Dogma. Nachhaltigkeit ist denen wichtiger, als Freiheit. Das kann man im Grundsatzprogramm der Grünen nachlesen, das steht da genau so drin.

    Und deswegen habe ich oben das Rauchen erwähnt. Nicht um des Rauchens willen, sondern als Metapher, als Bild für den Aspruch des Ökologismus, alle, wirklich alle Lebensbereiche (wieviel Wasser darf eigentlich durch eine Dusche fließen? Wieviel durch eine Klospülung? Besteht eigentlich der Hauch einer Wahrscheinlichkeit, daß Duschen andere Menschen belästigen könnten?) mit neuen Regeln und strikten Verboten überziehen will. Ich habe das mit völlig ruhigem Gewissen getan, denn ich habe nicht geahnt, das könne unklar sein und daher zu einer „Manno, ich bin aber Nichtraucher“-Diskussion führen.

    Es ist mir absolut gleichgültig, ob jemand raucht oder nicht. Den Ökologisten aber nicht, das ist der Punkt.

    Ich hätte wohl besser die Glühbirne als Beispiel genannt, von der ich nach wie vor über einen für viele Jahre ausreichenden Vorrat verfüge. Also lassen Sie uns im folgenden besser über Glühbirnen diskutieren, und nicht mehr über das Rauchen. Denn es ist doch so: Wenn der Ökologist in eine fremde Wohnung kommt, in der noch Glühbirnen im Betrieb sind, fühlt er sich belästigt…

  40. @Heller

    Nicht um des Rauchens willen, sondern als Metapher, als Bild für den Aspruch des Ökologismus, alle, wirklich alle Lebensbereiche (wieviel Wasser darf eigentlich durch eine Dusche fließen? Wieviel durch eine Klospülung?….

    ….und für das all das hat man ja auch praktischerweise einen Maßstab des Bösen parat, den letztendlich auch „der Blödeste” begreift: den „ökologischen Fußabdruck” oder, noch besser: den „CO2-Verbrauch” als Maß aller Dinge im Universum.

  41. Eh Leute, macht euch mal logger……….hängt euch doch jetzt nicht am Nikotin auf…..es gibt sogar ein Punkt den Dr. Heller vergessen hat…….der Lieblingsfeind jedes Ökos……..S-U-V…..Sport Utility Vehicle….weil dat Teil einfach Spass macht…und Spass ist den Öko extrem zuwider.
    Jaa Leute, ein Geländewagen für Arme…..aber hochbeinig und mit zuschaltbaren Allrad.
    Und ja Freund…..wenn ick die Notsitze hinten hochklappe, kann ick ooch die Nachbarsgören zum Fussballturnier mitnehmen, 8 Sitze wie in ne Familienkutschen, die die Ökos nicht uff dem Hass-Radar haben.

    Jooo liebe Leute….die derzeitigen Auswirkungen der globalen Erwärmung…Schnee und Eis, selbst im Flachland……lässt automatisch meinen Stinkefinger ausfahren, denn während sich die Nuckelpinnen an der vereisten Kreuzung die Vorderreifen im Tanz der Eisglätte den Durchdreher leisten, zuckel ick in aller Ruhe allradgetrieben vorbei und grins mir einen.

    Joo Freunde……ick bin Egoist und hab mich im Autohaus in diese Karre verliebt, scheiß doch uff Rationalismus……..dat Teil zu besteigen, die erste Probefahrt zu machen…den anderen fast auf den Kopp spucken zu können, ersetz fast guten Sex (nich so ernst nehmen).

    Aber mal ernsthaft……gilt mein Egoismus besonders meiner Familie…..die bei einen eventuellen Unfall eine weit aus höhere Überlebenschance hat als so einer dünnbrettbohrende E-Karre, der im Winter ja schon nach 30 km die schwachbrüstige Batterie dat große Elend vorheult.
    Joo, mein Auto nutzt sehr oft meine Holde……und da hab ick einfach mehr Ruhe und weniger Angst um ihr Überleben.
    Tja….zusätzlich kommt ja hier in der Provinz noch einige Probleme mehr uff uns zu……kaum ÖPV und noch weniger Spezialärzte……..für´n popeligen Augenarzt dürfen wir schon 30 -- 50 km kutschen, dat bei dem derzeitigen Wetter und den miesen Räumdienst, is ein blankes Himmelfahrtskommando.

    Deswegen…SUV……und nebenbei ne Kippe rauchen und die Ökos dürfen dann mal an meinen Auspuff schnüffeln, wenn se schnell genug sind.

    PS. Ick als Raucher gehe freiwilig raus um keinen Nichtraucher zu belästigen……blöd nur, dat die mir überall hinterherkrauchen, denn Raucher sind allermeist die besseren Stimmungskanonen.
    H.E.

  42. @Onkel Heinz

    Jaa Leute, ein Geländewagen für Arme…..aber hochbeinig und mit zuschaltbaren Allrad. Und ja Freund…..wenn ick die Notsitze hinten hochklappe, kann ick ooch die Nachbarsgören zum Fussballturnier mitnehmen,…

    …..hmm, da klapp ick lieber mein Faltdach runter….. geht auch im Winter (Sitzheizung inside)…

  43. Wir leben leider in einer Welt, in der sich jeder ständig von irgendwem oder irgendwas belästigt fühlt. Es mag auch Menschen geben, die sich bspw. vom kommenden Sylvester-Feuerwerk blästigt fühlen. Oder von Autos. Oder von Farbigen? (Diese Spitze ist Absicht und keine persönliche Attacke auf Sie.)

    Es ist der Versuch einer Relativierung. Aversion gegen Zigarettenrauch ist keine psychopathische Überempfindlichkeit und erst recht kein Rassismus. Vielleicht ist es für Raucher schwer vorstellbar, aber für viele Menschen ist Zigarettenrauch wirklich widerlich, ekelhaft, wie ein Boxhieb in die Magengrube. Und man kann sich dem nicht entziehen. Die bessere Analogie ist das andauerende Werfen von Stinkbomben wo man geht und steht, oder falls ihnen der Vergleich näher liegt: Als ob ihr Sitznachbar im Restaurant in Ihr Getränk pinkelt.

    Wir haben definitiv Fortschritte, dass am Arbeitsplatz, in Gaststätten und an öffentlichen Orten nicht mehr gequalmt werden kann. Das ist echt eine Befreiung. (Dass das überhaupt mal üblich war, unglaublich). Leider ist das Problem nur verlagert, denn jetzt wird im Freien viel mehr geraucht als früher. Was selbstverständlich ein kleineres Übel ist als in Innenräumen, aber es ist schon noch ein Übel.

    Typisch ist direkt vor der Eingangstür am Arbeitsplatz, wo alle durch die Qualmwolken müssen, oder vor geöffneten Fenstern, so dass beim Lüften Gestank reinkommt. Auf der Straße geht jeder zweite Fußgänger mit so einer Nebelkerze durch die Gegend, man muss im Slalom um die Gestankwolken rumeiern. Oder heute gerade: Ich komme japsend die Treppe aus der U-Bahn hoch (man ist nicht mehr der Jüngste) und oben angekommen empfangen mich die vereinten Qualmwolken mehrerer Raucher, die es sich nicht nehmen lassen, ihre Abgase allen Nachkommenden ohne Ausweichmöglichkeit ins Gesicht zu pusten. Man ist außer Atem und wird gezwungen, diesen beißenden Gestank statt frischer Luft einzuatmen, das ist wirklich fies. Solche Situationen meinte ich mit meiner Formulierung „Hauch einer Chance“, da ist noch ein ganzes Stück fehlende Rücksicht zu bemängeln.

    Es heißt, lieber Anorak, als Raucher trüge ich den Qualm in meiner Kleidung.

    Das stimmt, aber damit kann ich umgehen. Nicht umgehen kann ich damit, wenn man in einer Disko oder einer Kneipe so massiv begast wird, dass die eigenen frisch gewaschenen Klamotten massiv stinken und sofort wieder in die Wäsche müssen.

    Und würde damit anderen Leuten den Krebs bringen.

    Der stinkende Mantel vermutlich nicht. Aber die geballten Qualmwolke, die ich vorhin am U-Bahneingang gezwungen war einzuatmen, weil einige Leute zu gedankenlos oder zu rücksichtslos waren, ihren Qualm abseits von Menschenmengen abzulassen, war meiner Gesundheit sicher nicht förderlich.

    Es geht auch nicht um Nichtraucherschutz, sondern schlicht um Prohibition.

    Mir geht es ausschließlich um Nichtraucherschutz, das allerdings schon sehr konsequent. Ich lasse mir den nicht delegitimieren, indem er mit Öko in einen Topf gerührt wird, oder Motive unterstellt werden die ich nicht hege. Ich bin für absolute Freiheit für jeglichen Drogenkonsum, aber ich möchte nicht unfreiwillig anderer Leute Drogen mitkonsumieren. (Übrigens find ich auch dass Haschisch widerlich riecht, auch den riecht leider man immer häufiger auf der Straße). Diejenigen Drogen, die durch die Atemluft aufgenommen werden, haben da eben das kleine technische Problem, dass ebendiese Atemluft auch die Atemluft anderer Leute ist. Und da muss eine klare Linie gezogen werden.

  44. @Peter Heller #39

    Dahinter steckt aber nicht nur das Vorsorgeprinzip, sondern auch das Nanny-Prinzip. Ökologisten sind Missionare, sie haben ein spirituell motiviertes, sehr starkes Sendungsbewußtsein. Es reicht Ihnen nicht, selbst zu tun, was sie für richtig halten, sie wollen das auch allen anderen Menschen vorschreiben.

    Solche Leute gibt es natürlich überall. Das spezielle Problem der modernen Ökos ist aber auch, dass sie ihre Vorstellung vom Leben nicht einfach religiös oder oder Kraft ihrer Autorität begründen, sondern Wissen vorspiegeln aus dem sich dann das Verhaltenspostulat ergibt. Der ökologische Fussabdruck ist dafür ein gutes Beispiel. Rauchen ist ein einfaches Beispiel, wenn da leider auch viele Nicht-Ökos das gleiche Denkmuster haben. Wenn mich Rauchen stört, gehe ich da nicht hin wo geraucht wird oder sage, dass ich das nicht riechen kann. Unter vernünftigen Menschen wird man da immer eine Lösung finden. Man macht das aber wissenschaftlich und erklärt Passivrauchen zum Gesundheitsproblem. Jede noch so schodderige Wissenschaft ist da recht und wenn einer, wie z.B. Prof. Singer da mal öffentlich darauf hinweist, dann wird er zum Handlanger der Tabakindustrie. Dass das in der Realität überhaupt keine Grundlage hat spielt keine Rolle. Es wird auch nicht versucht Singers Thesen zu widerlegen, sondern der Mann wird einfach fertig gemacht. So spielt Wissenschaft immer häufiger die Rolle, die der Koran oder die Bibel hat und leider wehrt sie sich nicht eindeutig genug dagegen.

  45. @ Peter

    In Zusammenhang mit den Forderungen nach Konformität, mehr noch, dem Bestreben eigene Vorstellungen zu allgemeinverbindlichen Normen zu machen, wird auch oft vom „Thomas-Theorem“ gesprochen. Kippenberg bringt es mit der „Differenz zwischen normativen Haltungen und Handlungen“ zusammen. Das heißt, auch wenn angestrebte Normen für richtig gehalten werden, ist die subjektive Entscheidung dann oftmals eine andere. Kippenberg erklärt dies an einem Beispiel aus den 30iger Jahren in den USA. Angehörige der chinesichen Minderheit waren nicht anerkannt, wurden aber auch nicht abgewiesen wenn es konkret wurde.

    Ein chinesisches Ehepaar besuchte während einer Reise durch die USA 67 Hotels, Autocamps und Tourist-Homes sowie 184 Restaurants und wurde, bis auf eine Ausnahme, nirgends abgewiesen. Ein Jahr später legte der Autor der Studie, Richard T. LaPiere, diesen Gastwirten und Hoteliers die Frage vor, ob sie Angehörige der chinesichen Rasse aufnehmen bzw. bedienen würden. Von 51% der Angeschriebenen erhielt LaPiere eine Antwort und von diesen erklärten 91% kategorisch, sie würden ein solches Ansinnen ablehnen.

    Wir haben es mit einer weitgehend fehlenden Korrelation zwischen Einstellungen und Verhalten zu tun. Das gleiche Muster findet sich auch in Befragungen wenn es um Biolebensmittel geht. Da erklärt auch immer ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Befragten, sie würden hauptsächlich Bio kaufen. Wenn man allerdings die veröffentlichen Umsatzzahlen zu Bio anschaut kann dies nicht stimmen.

    Ganz sicher gibt es dazu noch weitere Studien, ich erwähne dies eigenlich hier nur, um deutlich zu machen, dass es nichts nützt zu versuchen die Menschen durch Überzeugung zu einer Veränderung ihrer Verhaltensweisen zu bewegen, sie entscheiden im konkreten Fall dann sowieso nach ganz subjektiven Gesichtspunkten.

    Wenn ich Menschen zu einer anderen Lebensweise bekehren will, wird dies erfolglos sein. Sämtliche Kampagnen bewirken nur wenig. Sei es bei Lebensmitteln, beim Rauchen oder Autofahren, erst wenn es per Gesetz erzwungen wird, müssen sich die Menschen ändern.

    E10 oder Rauchverbot, wahlweise Glühbirnenverbot, sind Eingeständnisse der Unmöglichkeit mittels neuer zu etablierenden Werten die Menschen zu einer Verhaltensänderung zu bewegen. Am Schluss bleibt immer nur noch das Verbot. Und deshalb werden auch diejenigen die uns diese neuen Normen vermitteln wollen, sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit um ein Gesetz bemühen welches ihre Interessen durchsetzt.

    Der Widerstand gegen ein solches Gesetz ist dann recht gering, da eine Vielzahl der Menschen zwar allgemein zustimmt doch vergisst, dass sie eigentlich immer anders gehandelt haben.

    Deshalb bin ich auch ein so großer Gegner von Nachhaltigkeitsvorstellungen. Die Menschen handeln nicht nachhaltig, deshalb werden sie über kurz oder lang dazu gezwungen werden müssen, alle anderen Methoden sind zum Scheitern verurteilt.

  46. @Timmi
    Wenn Dir dat Dingens gefällt……sei stolz drauf und mach den Jeti…….oder kauf Dir ne E-Karre.
    Sitzheizung verbraucht enorm viel Energie…..schämst Du Dich denn garnit?

    @anorak
    Nu mach hier mal keinen Hermann wegen dem Qualm……erst verbannt man uns Raucher aus dem Büro…..nun jaulen die Nichtraucher, weil wir im Freien rauchen müssen. Ob es regnet oder schneit oder -20 Grad draussen herrschen….egal, wir gehen trotzdem raus……..Erkältung und Lungenentzündung inbegriffen……aber selbst da lauern uns die Nichtraucher auf um die Nase rümpfen zu dürfen.
    Eure Intoleranz kotzt mich an……..in keiner Disko darf mehr geraucht werden, in keiner Kneipe dürfen sich die Raucher nach dem Essen noch eine anzünden…….und es reicht euch immer noch nicht.
    Der Mensch kann wohl wenigsten 30 Sekunden die Luft anhalten, also macht dat gefälligst, wenn ihr an den arg wenigen Raucherplätzen vorbeigeht und stinkt uns nicht unter Gottes freien Himmel an.

    Wenn ick jeden aufs Maul hauen würde, dessen Fresse mir nicht gefällt……..wäre ich genauso intolerant wie ihr.
    Sorry….erst kommt das Rauchverbot, dann das Fleischverbot und dann das Verbot des freien Denkens……..ganz nach des Ökos diktatorischen Gemüts.
    Merkt ihr denn nicht, wie euch das System missbraucht?
    Merkt ihr denn nicht, das Raucher in Deutschland schon Menschen zweiter Klasse sind und überall diskriminiert werden dürfen?

    Merkt ihr überhaupt noch, was in diesen Staat abgeht?
    Joo, wir sind süchtig, joo, wir sind Genießer………und wir gehen den Nichtrauchern so weit wie möglich aus dem Weg……aber wer mich unter freien Himmel anpisst, krieg ne Ansage oder aufs Maul, Basta.
    Genug Gesinnungsterror……..dat sach ick euch.
    H.E.

  47. @Heinz Eng #46
    Nun machen sie mal die Nichtraucher nicht so schlecht. Anorak hat sicher recht, die hatten früher Probleme mal ne rauchfreie Zone zu finden. Der Markt hat das wohl auch nicht hergegeben. Nichtraucherlokale waren nie der grosse Hit. Jetzt haben wir eine staatliche Regelementierung und das ist eigentlich der Hammer. Der Zeitgeist hat den Problemen der Nichtraucher eine Chance gegeben eine Kultur für sie zu eröffnen. Mit der Reglementierung haben sie nun das Problem, dass man ihnen vor der Restauranttür den Rauch ins Gesicht bläst. Da müssen sie halt mit fertig werden oder dem Markt eine Chance geben, dass der das für beide Seiten erträglich reguliert.

  48. Tja, anorak2, Sie haben das Argument nicht verstanden. Kann man nichts machen.

    Quentin hat es oben besser erklärt, als ich.

    Und Heinz Eng auch:

    Sorry….erst kommt das Rauchverbot, dann das Fleischverbot und dann das Verbot des freien Denkens……..ganz nach des Ökos diktatorischen Gemüts.
    Merkt ihr denn nicht, wie euch das System missbraucht?

    Es geht nicht darum, daß jemand Sie zuqualmen will. Es geht darum, daß auch Sie irgendein Laster haben (hoffe ich doch) und daß die Ökologisten genau Ihre oben geschilderte Haltung gegen Sie verwenden werden, um auch dieses Laster zu verbieten.

    Mit hat mal ein Staatssekretär (Partei verrate ich nicht, war aber kein Grüner) sinngemäß gesagt, man dürfe allein schon aus dem Grund die Allgemeine Luftfahrt nicht fördern, weil die Grünen dann etwas Neues entdecken könnten, was zu verbieten wäre.

    Ein anderer hochrangiger Beamter (dieser von den Grünen) hat mir mal gesagt, er wäre allein schon deswegen an schlechten Straßen interessiert, weil die Leute auf diese Weise erst lernen, daß andere Autofahrer stören, und schließlich das Autofahren ganz ablehnen.

    Wir haben definitiv Fortschritte, dass am Arbeitsplatz, in Gaststätten und an öffentlichen Orten nicht mehr gequalmt werden kann.

    Was spricht denn aus Ihrer Sicht dagegen, Raucher- und Nichraucherbereiche beispielsweise in Gaststätten räumlich zu trennen? Sollten Ihrer Ansicht nach Lokale Raucherräume einrichten dürfen, oder nicht?

    Oder anders ausgedrückt: Sie möchten gerne Essen gehen, ohne daß am Nebentisch jemand raucht. Sollte Ihnen auch möglich sein, bin ich voll auf Ihrer Seite.

    Ich aber möchte essen gehen, und nach dem Essen eine rauchen. Am Tisch natürlich, mit einem Kaffee oder sonst irgendwas. Ich hätte Sie gerne in dieser Hinsicht auch auf meiner Seite. Weil ich auch bereit bin, Ihre Freiheiten zu verteidigen, die für mich nicht von Bedeutung sind.

    Was wäre der mögliche Interessensausgleich zwischen uns? Essen in getrennten Räumen ist doch mal eine Idee. Oder nicht?

  49. Das Freiheitsrecht des einen endet nunmal da, wo die Rechte des anderen anfangen

    Mit dem Satz lässt sich eine gnadenlose Tyrannei begründen.
    Viel richtiger ist:
    Alle Menschen müssen ein gewisses Maß an Belästigungen, Einschränkungen und sogar Schäden und Gefahren durch andere Menschen hinnehmen, weil alle Menschen zwangsläufig die ‚Rechte‘ (genauer natürlich: Die Wünsche!!) anderer verletzen.
    Du willst mir das Rauchen verbieten?
    Ich verbiete die das Autofahren!
    Ich vebiete dir das Husten!
    Ich verbiete dir, Bohnen zu essen!
    Lauter Dinge, die meine Rechte veletzen! Denn ich kann zum Opfer deines Autos werden, du kannst mich mit lebensbedrohenden Erkrankungen infizieren, deine Fürze stinken mir.
    Und natürlich verbiete ich den Alkohol, denn der macht agressiv oder führt zu Unfällen oder Verwahlosung oder zu einer mangelhaften Erziehung deiner Kinder, die dann mir auf der Tasche liegen, weil sie nix gelernt haben (Muss nicht, KÖNNTE aber so kommen) und erhöht meine Krankenkassenbeiträge! Weisst, ‚Passivtrinker‘ findest in massenhaft in den Toedesanzeigen, die liegen blutend auf der Strasse, die leiden unter Vergewaltigung und hundert anderen Verbrechen unter Alkoholeinfluss -- Aber eine geschädigten ‚Passivraucher‘ konnte mir noch niemend zeigen.
    Also weg mit Alkohol!
    Und wenn wir schon dabei sind: Kein Fleisch (Schadet meinem Recht auf Naturgenuss, wegen der Weideflächen, zerstört mein Recht auf ein stabiles Klima, kostet wieder meine Krankenkassenbeiträfge etcetera etcetera…
    Und wehe, du hast Übergewicht! Kostet MEIN Geld wenn du deshalb krank wirst! Also werden da meine Reche tangiert, mein Wohlergehen, mein Lebensstandard!
    Ich verbiete dir, dich überhaupt in meiner Nähe aufzuhalten, aber mache vielleicht eine Ausnahme, wenn du in einem Vollschutzanszug steckst, der mich vor deinen Krankheitserregern, deinen Pheromonen, deinen Gerüchen, deinem Anblick, der mir nicht passt und mir schlechte Lsune macht und deinen Worten, die meine Gefühle verletzen.
    Das reicht, glaube ich ;.-)

    Natürlich darfst von mir aus all das tun, bin ja nett und großzügig. 🙂
    Aber versuche mal einfach, auch nur einen Tag so zu leben, dass du selbst keine ‚Rechte‘ anderer verletzt.
    Und dann sag diesen blöden Spruch nie mehr auf!

  50. @Gerhard
    Ick als Raucher hab mich angepasst…….um schon jeden Ärger aus dem Weg zu gehen………aber ich verbitte mir, mich im Freien anzugehen von militanten Rauchern aller Art.
    In manchen Bundesländern sind sogar Raucherclubs verboten, es könnte sich ja ein Nichtraucher diskriminiert fühlen.
    Gaststätten sind Privatbesitz….und Papa Staat schreibt denen vor, wen sie beherbergen dürfen……..ist wie ein Steakhouse, wo Vegetarier maulen weil zu wenig vegetarische Gerichte auf der Karte sind und dann noch die Fleischfresser am Nachbartisch ihre Gefühle untergraben.
    Warum verdammt nochmal wollen alle Nichtraucher in Raucherkneipen?
    Weil da die wahre Aktion ist?
    Weil wir Raucher mehr Stimmung machen und besser drauf sind?
    Dat eine mal im Jahr, wo se überhaupt mal ihren fetten Arsch hoch kriegen um in die Kneipe gehen, können se sich auch ein Nichtraucherrestaurant aussuchen, meine ganz persönliche Meinung.
    Ach übrigens, meine Holde ist in der Gastronomie beschäftigt und qualmt, das es Dir die Tränen aus den Augen treibt…….warum kann kein Kneiper nur rauchendes Personal einstellen…….Diskriminierung, bäh.
    Joo, diese Mode schwappt von den Amis zu uns rüber……sonst verpönt aber daaaaa…….janz schnell nachgemacht.
    Wie gesagt, ick bin ein rücksichtsvoller Raucher….aber wer mir den allerletzten Rückzugspunkt madig macht…….kriegt Feuer.
    Und so lassen sich die Deutschen ganz fein gegenseitig aufhetzen……..als nächstes ist der Alkohol dran…dann das Fleisch….dann die Fetten……dann die Autofahrer…dann…u.s.w.
    Und jeder……würde hier und da Hurra schreien……bis er dann eine zehnseitige Genehmigung ausfüllen muss um einmal Kacken gehen zu dürfen.

    Ach übrigens…die Gören von Nachbars stören Freitags meinen Mittagsschlaf………..darf ich die jetzt auch verbieten?

    Denkt mal drüber nach……..und ja, ick bin froh das diesbezüglich Dr. Heller auch mal die Hutschnur geplatzt ist.
    H.E.

  51. Es geht nicht darum, daß jemand Sie zuqualmen will.

    Das hoffe ich. Das Zuqualmen geschieht aber trotzdem als Kollateralschaden.

    Was spricht denn aus Ihrer Sicht dagegen, Raucher- und Nichraucherbereiche beispielsweise in Gaststätten räumlich zu trennen? Sollten Ihrer Ansicht nach Lokale Raucherräume einrichten dürfen, oder nicht?

    Solange das nicht überhand nimmt. Was Raucher verstehen müssen ist: Alle Orte an denen geraucht wird, sind für Nichtraucher nur unter Überwindung oder gar nicht erträglich. D.h. an je mehr Orten Rauchen üblich ist, umso mehr werden unsere Freiräume eingeschränkt, während Raucher sich überall bewegen können. Der Default muss schon Rauchfreiheit sein, und Qualmerei die seltene Ausnahme. Solange sie wirklich selten sind, kann man solche Lokalitäten meiden ohne dass einem was entgeht. Aber wenn praktisch jede Gaststätte sowas hätte, und am Ende der Raucherraum der „eigentliche“ und dann noch pro forma sone Nichtraucher-Besenkammer, das wäre nicht OK.

    Ich aber möchte essen gehen, und nach dem Essen eine rauchen. Am Tisch natürlich, mit einem Kaffee oder sonst irgendwas. Ich hätte Sie gerne in dieser Hinsicht auch auf meiner Seite.

    Grundsätzlich ja. Das Problem fängt an, wenn das in der Öffentlichkeit geschehen soll. Da ist die Situation ein bisschen asymmetrisch: Vom Rauchen geht eine massive Belästigung aus, vom Nichtrauchen nicht. Deswegen muss da eine asymmetrische Regelung her.

    Was wäre der mögliche Interessensausgleich zwischen uns? Essen in getrennten Räumen ist doch mal eine Idee. Oder nicht?

    Hier in der Nähe ist ein Krankenhaus, da stehen etwas abseits der Eingangstüren und in den Grünanlagen überall sone Plexiglashäuschen ähnlich wie Bushaltestellen, nur rundumverglast. Darin darf geraucht werden. Sind zwar nicht rauchdicht, aber hinreichend weit weg von anderen Menschen, kriegt man als Passant keinen Gestank ab. Find ich ne gute Lösung. Weniger in Ordnung finde ich, dass viele Raucher die nicht benutzen und sich mitten vor die Türen stellen.

    Eine andere gute Lösung hab ich im Athener Flughafen gesehen: Natürlich überall Rauchverbot, außer in luftdicht abgeschlossenen Rauchzonen, die überall im Arrival- und Departure-Bereich verteilt sind. Wichtig ist die technische Ausführung dieser Räume, es ist wirklich luftdicht. Die Disziplin der Raucher ist dort hervorragend, viel besser als in Deutschland. Es wird tatsächlich nur in diesen Bereichen geraucht. Find ich ein gutes Beispiel.

  52. @Tritium
    2 Dumme…1 Gedanke.
    H.E.

  53. @Anorak
    Bähh, die Raucher-Knast-Kabinen kenn ick vom Frankfurter Flughafen……..selbst als Raucher sind die Dinger eine Zumutung….da lieb ick mir Tegel….wo ich jederzeit raus kann an die frische Luft um eine durchzuziehen.
    Flughafen Malta……nach dem Einschecken gibbet eine Kneipe mit Aussenterasse, wo die Raucher ihrer Sucht frönen können…..geile Sache, wird uns aber trotzdem geneidet.
    In China…so ein Vorort-Flughafen……konnten wir sogar im Innenbereich rauchen und die Kellnerin brache sogar Feuer……weil die sich da so äppelig mit den Feuerzeugen/Streichhölern im Handgepäck hatten…….und keine Sau hat aufgemuckt.
    Nee, Verbieten…….Verboten…Rasen betreten verboten, Fussball spielen auf der Rasenfläche verboten…….wir Deutschen haben da einen echt coolen Hang, alles zu verbieten was uns stört….sogar Kindergärten im Wohnbereich, weil sich ein paar alte Säcke im Mittagsschlaf gestört fühlen (10 m daneben aber ne Hauptverkehrsader).
    Sorry…..Toleranz ist inzwischen ein Fremdwort fürs deutsche Gemüt geworden………und bei den Rauchern fängt es an….und endet mit dem Chip im Kopp.
    H.E.

  54. Und wenn Sie jetzt noch berücksichtigen, Anorak, daß in NRW seit neuestem (wirksam ab Mai) Raucherräume komplett verboten sind, weil die Grünen das so wollten, und daß in Bayern dies schon länger der Fall ist, weil die ÖDP (am Ende mit Unterstützung der Grünen) das so wollte, dann verstehen Sie hoffentlich auch, warum ich das oben in den Text aufgenommen habe. Ohne mir groß etwas dabei zu denken und auch ohne zu vermuten, ausgerechnet aus unserer Leserschaft eine derart heftige Gegenreaktion zu provozieren.

    Provozieren wollte ich die andere Seite, nicht Sie oder andere Nichtraucher unter uns. Ich frage mich, warum Sie das nicht sofort verstanden haben und warum Sie nicht einfach in der Lage waren, dies zu überlesen. Die mögliche Antwort gefällt mir nicht.

    Was Raucher verstehen müssen ist: Alle Orte an denen geraucht wird, sind für Nichtraucher nur unter Überwindung oder gar nicht erträglich.

    Das mag für Sie so sein. Die weitaus meisten Nichtraucher, die ich kenne, sehen das völlig anders. Denen ist das Thema schlicht gleichgültig. Das ist am Ende auch die Ursache, warum die Politik ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung in diesem Land stigmatisieren kann. Gleichgültigkeit. Dogmatismus in der Art, wie Sie ihn hier vertreten, kenne ich eigentlich nur von Ex-Rauchern.

    Nun gut, Ihre Intoleranz ist bemerkenswert. Schade, hätte ich einfach nicht so erwartet. Kann man eben nichts machen. Für mich ist das Thema an dieser Stelle beendet.

    Eigentlich geht es hier ja auch um die Abstimmung bei Herrn Korbmann. Und nicht ums Rauchen.

    Wieder spät geworden. Muß mal schlafen.

  55. @Heinz Eng #50
    Ich hab mich auch angepasst, gehe Nichtrauchern, jedenfalls den militanten, einfach aus dem Wege. Wenn sie mich aber im Freien anmachen, dann bin ich eher sehr unfreundlich. Ich sehe ja ein, dass Tabakrauch so olfaktorisch eine Belästigung sein kann aber so der Hausbrand oder auch Kerzen schlägt das um Längen. Aber das passt ja einfach in die Glaubensrichtung. Kann mich mich aber mit jedem einigen, dem Tabakrauch wirklich auf den Keks geht.

  56. Raucher oder Nichtraucher -- es geht um Ihre Stimme.
    Hier

    Haben Sie schon abgestimmt?

  57. Nun, anorak2, militante Nichtraucher hat es schon immer gegeben, unabhängig von den politischen Präferenzen. Ich frage mich daher woher diese Militanz vieler Nichtraucher kommt, die schon mit dem Begriff „Nichtraucherschutz“ die Nichtraucher beinahe als ethnische oder religiöse Gruppe beschreibt die man schützen müsse. Und bis hierher kann ich auch das Bestreben verstehen, nach Lösungen zu suchen, wie die Gruppe der Nichtraucher mit der der Raucher friedlich zusammenleben kann. Ein Weg dazu ist, geschützte Bereiche für die jeweiligen Gruppen einzurichten. Nichtraucherzonen oder Raucherzimmer sind solche Lösungen. Und mit ein bisschen Toleranz von beiden Seiten ist hier auch ein friedliches Miteinander zu erreichen.

    Von Toleranz ist aber nichts zu sehen wenn man sich diese diesbezüglichen Gesetze in NRW oder Bayern anschaut. Hier wird Rauchen nicht mehr nur als belästigender Faktor angesehen, sondern als Gefahr für die Allgemeinheit, was eine strenge Gesetzgebung rechtfertigen soll. Mit dieser Stigmatisierung, besser Kriminalisierung, wird aber ein Weg unmöglich, der zur friedlichen Koexistenz beider Interessengruppen führt. Eine Gegnerschaft wird konstruiert und damit ein Konflikt geschaffen, der nur mit der Niederlage des Gegners beendet werden kann. Selbst Raucherclubs, von denen ja keinerlei Belästigung für Nichtraucher ausgeht, werden bekämpft, weil hier sich eine Gegenkultur als Keimzelle erhalten könnte, die Alternativen zum militanten Nichtrauchertum aufzeigt. Ich würde das als »kulturelle Zensur« bezeichnen.

    Dieses Thema ist aber so komplex, dass es kein Richtig oder Falsch gibt. Daher müssen Regelungen zum Schutz vor Belästigungen durchs Rauchen darauf abzielen, Spannungen zwischen den jeweiligen Gruppen abzubauen. Leben und leben lassen, salopp ausgedrückt. Und genau dies machen diese strikten Nichtrauchergesetze nicht, die wollen nicht »leben lassen« sondern vorschreiben was richtig und falsch ist. Damit ist aber auch eine Verbindung zu den »Liebhabern der Nachhaltigkeit« geschaffen, weil deren Geisteshaltung auch eine friedliche Koexistenz ausschließt und der Disput darüber nur mit Sieg oder Niederlage, niemals mit einem Kompromiss beendet werden kann.

    Diese Geisteshaltungen, die auch derer der Kulturrevolutionäre vergleichbar ist, bekämpfen wir hier. Wir stehen für Pluralismus, Respekt, Freiheit und vor allem Toleranz. Leute wie militante Nichtraucher und dergleichen, stehen fürs Gegenteil.

  58. #21 Fluminist

    „…und eine angenehme Gegenutopie (schöne grüne Welt mit Häschen und gemütlich bärtigen Ökobauern)“

    die gibt es doch schon/noch und heissen Amish (Amischen) und leben in Pennsylvania. Diese schreiben im Gegensatz
    zu „unseren“ ÖKO-Amischen anderen nicht vor , wie sie zu leben haben!
    Ach ja, man frage die mal nach dem Internet oder der „Klimalounge“.

    mfg Gerd Stender

  59. @ anorak2

    Was Raucher verstehen müssen ist: Alle Orte an denen geraucht wird, sind für Nichtraucher nur unter Überwindung oder gar nicht erträglich.

    Sprechen Sie bitte nur für sich!
    Nichtraucher müssen verstehen, daß sie nicht der Nabel der Welt sind!

    Ich bin seit 7 Jahren Nichtraucher nach mehr als 20 überaus aktiven Raucherjahren, dem Fiskus entgeht seit dem ein gediegener Betrag 😉 .
    Ich hab mich aber noch nie dazu hinreißen lassen einem Menschen das Rauchen in der Öffentlichkeit oder überhaupt zu verbieten. Das verträgt sich weder mit meiner Auffassung von Freiheit noch von Toleranz, ich muß ja nicht da sein wo der Raucher ist und wenn doch kann ich ja höflich um etwas Rücksichtnahme bitten, sollte es allzu arg werden.
    Eventuell sollten sich die militanten Nichtraucher fragen warum Nichtraucherabteile in der Bahn leer und Raucherabteile voll, es keine Flächendeckende „Versorgung“ mit Nichtraucherdisko´s und -restaurants oder -kneipen gab, vor dem Verbot durch die Rot-Grüne Intoleranz. Statistisch gesehen gibt es übrigens weniger Raucher als Nichtraucher.

  60. Für mich das letzte Wort zum Thema Tabak:

    Das Verbot von dezidierten Raucherclubs, wie in Bayern, ist schlicht und einfach verfassungswidrig und ein schwerer Eingriff in die freiheitlichen Grundrechte, der durch nichts zu rechtfertigen ist.
    Zudem zeigt es ganz klar, dass es NICHT unm Nichtraucherschutz (Was immer das auch sein mag) geht, sondern um Aushebelung der Grundrechte.
    Die gesteuerte Hetzkampagne, mit der Raucher dabei zu einer Art Untermensch und Volksschädling stigmatisiert werden, erinnern fatal an antisemitische Hetzen und Hexenverfolgung.
    Dann bliebe noch zu erwähnen, dass es technische Lösungen gibt, die das Problem eliminieren: Filteranlagen haben in neutralen Tests ERWIESEN, dass Raumluft sauberer(!) als die Luft vor der Tür sein kann, obwohl im Raum geraucht wird. Dass der normale Weg bei der Gefahrenabwehr, nämlich die Festlegung von Grenzwerten (Die von diesen Filtern natürlich spielend eingehalten worden wären) nicht beschritten wurde, ist ein weiterer Beweis dafür, dass der ‚Nichtraucherschutz‘ in Wahrheit nur ein Vorwand und der eigentliche Zweck die gezielte Diskriminierung einer Bevölkerungsminderheit ist.

    Diese Hetze und Greuelpropaganda verströmt einen braunen Gestank, der für MICH unerträglich ist und der jeglichen möglichen Tabakgeruch bei weitem übertönt.

    Und ganz privat: Wer MICH mal an der Tür sieht, wenn ich rauche, sollte sich besser jede Bemerkung verkneifen und am besten nicht mal das Gesicht verziehen. Denn das könnte der Gesundheit dann tatsächlich ganz erheblich schaden -- Denn wie man in den Wald ruft, schallt es heraus!

  61. @ Gerd Stender # 58:

    Die schöne heile welt der Amish ist leider auch mehr Fassade als gelebte Realität:
    Hassverbrechen: Amish-Bartabschneider müssen mit hohen Strafen rechnen
    Mit Scheren und Akku-Rasierern schnitten sie Bärte und Haare ab: Wegen der Zwangsrasuren einiger Amish in Ohio sprach ein Gericht 16 Mitglieder eines extremen Clans schuldig, „Hassverbrechen“ begangen zu haben. Nun drohen den Tätern hohe Haftstrafen.

    Immer dann, wenn sich Gruppen isolieren und einer ideologischen Dominanz unterwerfen, droht das Abgleiten in den Extremismus.

  62. Haben Sie schon abgestimmt?

    Klar.
    Erst war ich ja wegen des Angebots etwas verwirrt, aber dann hab ich doch der Klimalounge meine Stimme gegeben, weil die gleichzeitig seriös ist und ein uneigennütziges Ziel verfolgt.

    *Wegduckt und rennt*

  63. @QQ #57

    Ich frage mich daher woher diese Militanz vieler Nichtraucher kommt

    Von der Allgegenwart und Massivität der Belästigung, die von Zigarettenrauch ausgeht. Das war einfach.

    Nichtraucherzonen oder Raucherzimmer sind solche Lösungen.

    Sehen Sie meine Vorschläge an, steht doch da drin. Dagegen scheinen aber einige was zu haben. Da kann ich dann auch nix machen.

    Und mit ein bisschen Toleranz von beiden Seiten ist hier auch ein friedliches Miteinander zu erreichen.

    Ich habe überhaupt nichts gegen den Anblick von Rauchern. Nur dagegen, ihre Verbrennungsprodukte einatmen zu müssen. Man zwingt doch auch niemanden, den Rauch von Lagerfeuern zu inhalieren. Dass es in unserem Kulturkreis irgendwann einmal gesellschaftsfähig wurde, anderen Leuten die Verbrennungsrückstände getrockneter Pflanzenblätter ins Gesicht zu pusten, ist einfach eine Fehlentwicklung. Wenn wir jetzt ein gesellschaftliches Klima haben, in dem es möglich wird dies auf Normalnull zurückzudrehen, ist das zu begrüßen. Es ist nicht alles schlecht. Aus meiner Sicht geht die Entwicklung der letzten Jahre in die richtige Richtung, aber noch nicht weit genug. Wir sind vielleicht 70% auf dem Weg zum Ziel. Übriggebliebene Problemzonen habe ich angesprochen. Der Begriff „Freiheit“ gehört überhaupt nicht in diese Diskussion, mit den Grünen hat das alles auch nichts zu tun.

    Von Toleranz ist aber nichts zu sehen wenn man sich diese diesbezüglichen Gesetze in NRW oder Bayern anschaut.

    Die kenne ich nicht und habe dazu keine Stellung genommen.

    Mit dieser Stigmatisierung, besser Kriminalisierung, wird aber ein Weg unmöglich, der zur friedlichen Koexistenz beider Interessengruppen führt.

    Ich halte Raucher nicht für kriminell. Aber sie sind nunmal Quelle einer Belästigung, die andere Seite versucht sich nur dagegen zu schützen. Deswegen ist das keine symmetrische Auseinandersetzung zwischen gleich starken Parteien. Raucher können sich rücksichtsvoll verhalten, sowas gibt es. Aber dieses Verhalten ist noch nicht Allgemeingut, noch wird die Einforderung von Rücksichtnahme ja von einigen als Zumutung interpretiert. Solange das so is, haben wir ein Problem.

    Selbst Raucherclubs, von denen ja keinerlei Belästigung für Nichtraucher ausgeht, werden bekämpft,

    Von mir nicht. Ich führe keinen missionarischen Kampf gegen das Rauchen, sondern für Rücksichtnahme. Das aber schon so konsequent, dass ich völlige Abwesenheit von Zigarettenrauch in allen sozialen Kontexten einfordere.

  64. @anorak2 #63

    Ich führe keinen missionarischen Kampf gegen das Rauchen, sondern für Rücksichtnahme. Das aber schon so konsequent, dass ich völlige Abwesenheit von Zigarettenrauch in allen sozialen Kontexten einfordere.

    Da haben Sie es: Ihre Forderung widerspricht Ihrem Kampf für Rücksichtnahme, weil sie keinerlei Rücksicht auf die Bedürfnisse von Rauchern nimmt.

    Es wäre wohl hilfreich, die „Nichtraucher“ einzuteilen in „Antiraucher“ und bloße „Nicht-Raucher“. Ich vermute, daß die „Antiraucher“ eine Minderheit sind. Freilich gilt es auch die Belange von Minderheiten zu schützen, aber da muß doch zwischen den beiden Gruppen der Raucher und Antiraucher ein Kompromiß gefunden werden, der nicht zur völligen Diskriminierung einer dieser Gruppen führt. (Die geforderte Verkapselung von Rauchern in einer luftdichten (!) Kabine scheint mir menschenrechtswidrig.)

  65. Ich führe keinen missionarischen Kampf gegen das Rauchen

    Richtig!
    Das ist ja genau der Punkt, der mich stört.
    Um das Rauchen geht es gar nicht.
    Um die Raucher auch nicht.
    Und es geht auch nicht um den Rauch.

  66. @anorak #51

    Alle Orte an denen geraucht wird, sind für Nichtraucher nur unter Überwindung oder gar nicht erträglich.

    Lieber anorak, diese Aussage können Sie lediglich für sich selbst treffen, aber nicht im Namen aller anderen Nichtraucher…. auch geht sie völlig an der Realität vorbei.

    Ich bin z.B. seit 10 Jahren Nichtraucher (nach über 25 Raucherjahren). Ob ich den Aufenthalt in stark rauchgeschwängerter Luft (z.B. Raucherkneipe) unerträglich finden würde, kann ich nicht sagen, da für mich kein Anlass besteht, derartige Orte aufzusuchen (…..ich gehe z.B. auch nicht in Puffs oder Swingerclubs, ohne deshalb ein Sexmuffel sein zu müssen)….. Und im Freien macht es schon einen gravierenden Unterschied, ob mir jemand lediglich zigaretterauchend begegnet oder derjenige sich demonstrativ neben mich stellt und mich vollqualmt (…..letzteres ist ja auch ’ne ziemlich abstruse Vorstellung, die ich dann wohl auch mit der Onkel-Heinz-Methode beenden würde). Ansonsten sehe ich mittlerweile in Deutschland keinen Ort mehr, an dem die Freiräume von Nichtrauchern derart beeinträchtigt werden, wie Sie das schildern.

    Und, wie hier schon alle meine Vorredner ausgeführt haben, ist „Belästigung” ein rein subjektiver Gefühlsbegriff, aus dem sich keine Rechte zur „Beschneidung der Rechte Anderer” begründen bzw. ableiten lassen. Zum Vergleich: Nur weil jemand (nach meinem Ermessen) stinkt, habe ich noch lange nicht das Recht, ihn deshalb aus der S-Bahn werfen zu lassen oder zu fordern, dass nur frisch gewaschene Menschen zur Benutzung der S-Bahn berechtigt sein dürfen (…..auch wenn ich mir das aus Gründen der Zivilisiertheit natürlich wünsche). Ganz anders sieht das allerdings aus, wenn ich in dem „Stinker” eine Gesundheitsgefahr vermute…… und damit zurück zum Raucher: Indem von fanatischen Volksgesundheitsbewahrern die „Belästigung” flugs zu einer „schwerwiegenden Gesundheitsgefahr” hochstilisiert wird, gegen deren Verursacher in drakonischer Weise und missionarischem Eifer vorzugehen man sich das Recht herausnimmt.

    Irgendwann schlägt dann das gutmenschlich-anmaßende Bedürfnis des „Andere-vor-Unheil-bewahren-wollen” in einen quasi-religiösen Eifer um, in ein „Unbedingtes Bewahren der Menschen vor Sünde”, mit dem sich beliebig Ressentiments zur Sanktionierung und Unterdrückung Anderer (Sünder, Ungläubige, Abweichler, ungezogene & rüpelhafte Zeitgenossen…) begründen lassen. Und dieser Mechanismus wird – einmal erfolgreich in Gang gesetzt – nicht auf die Raucher beschränkt bleiben….. als nächstes sind die Dicken dran, danach die Autofahrer, die Fleischesser, CO2-Ausatmer…. alle, die sich nicht nach ökologistischem Maßstab wohlverhalten.

    Willkommen in der Schönen Neuen Welt.

  67. #66

    Indem von fanatischen Volksgesundheitsbewahrern die „Belästigung” flugs zu einer „schwerwiegenden Gesundheitsgefahr” hochstilisiert wird, gegen deren Verursacher in drakonischer Weise und missionarischem Eifer vorzugehen man sich das Recht herausnimmt.

    Die ganze Sache lebt (wie Ideologien meistens) von einer klaren Einteilung in Gut und Böse: dort das schmutzige und gefährliche Angebot einer sinistren Industrie, hier die saubere und sichere Alternative.

    Dabei sind die Rollen verteilt und müssen durchgehalten werden, auch wenn sie nicht immer dem Augenschein entsprechen.
    Also muß Kernkraft schmutzig gemacht werden (zumindest verbal durch Wörter wie „Meiler“ und „Atommüll“ — dabei sind die Kraftwerke und Lager- bzw. Aufarbeitungsstätten schon aus Sicherheitsgründen quietschesauber), das Verschmutzungs- und Gefahrenpotential z.B. von Biogasanlagen wird entsprechend heruntergespielt.
    Ebenso ist Fleischkonsum schmutzig (dreckige Schweine) und gefährlich (BSE), Gemüserohkost dagegen der reine Engelsnektar.

    Dabei sind in den letzten Jahren sehr viel mehr Menschen durch Rohkost als durch Radioaktivität zu gesundheitlichem Schaden gekommen. Aber auf die Realität (daß nämlich alles mehr oder weniger gefährlich ist, vor allem wenn es schlampig betrieben wird, und daß Sauberkeit nur eine Frage der Reinigung ist) kommt es eben gar nicht an.

    Es ist wohl gerade diese ostentative und allgegenwärtige Schwarzweißmalerei, die den Skeptiker auf die Barrikaden treibt, egal um welches Thema es im einzelnen geht.

  68. @Flumi #67

    Die ganze Sache lebt (wie Ideologien meistens) von einer klaren Einteilung in Gut und Böse: dort das schmutzige und gefährliche Angebot einer sinistren Industrie, hier die saubere und sichere Alternative.

    ….und ist besonders nachhaltig, wenn diese schlichten Botschaften bereits im Kindesalter verinnerlicht werden….

  69. Es ist schon erschreckend, wie bei einem so banalen Thema „Raucher“ die Gemüter übergehen…….deshalb mal was lustiges zur Entspannung und Erheiterung aller.

    „Durch den Einfluss des Menschen werden die Temperaturen bei uns mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent noch weiter steigen“, meint Latif. Wegen dieses so genannten Treibhauseffekts wird es in Mittel- und Nordeuropa künftig mehr Westwindlagen geben. Das hätte wiederum regenreiche und noch mildere Winter zur Folge……..

    „Deutschland wird verstärkt unter dem Einfluss von Island-Tiefs stehen, im Mittelmeerraum werden sich dagegen Azorenhochs verstärkt auswirken“, sagt der Meteorologe voraus. Für Südeuropa bedeute dies mehr Dürren. „Eine wochenlange Wasserknappheit wie im vergangenen Sommer auf Mallorca könnte dann zur Regel werden“, befürchtet Latif.

    SPON 01.04.2000

    Jaja, und wieder ist ein Winter über uns hereingebrochen…….dat weiße Zeuch da draussen nennt sich übrigens „Schnee“ und erwärmt so einige Menschen, die sich mit dessen Beseitigung rumplagen müssen.
    Mastbrüche samt Stromausfall…….gesperrte Turnhallen wegen akuter Einsturzgefahr…….aber wir können unseren Kindern wenigstens noch zeigen, wie dat Zeuch in Natura aussieht.
    Ach ja, der feine Herr wurde ja damals komplett missverstanden…….da sind ja noch gewaltige 5% Restrisiko….oder so.
    Na egal…..am 21.12. geht die Welt eh unter……da ist es doch ein schönes Gefühl, kurz vor dem Ende nochmal ne dolle Schneeballschlacht mit den Schneemann gemacht zu haben.
    Grins und wech……..um mir schnell ne Kippe reinzuziehen
    H.E.

  70. @Onkel Heinz #69

    …..jo, der gute Onkel Mojib!

    Hier isses nochmal, das denkwürdige Interview mit dem Klimakorrespondenten Olaf Schubert (ab Min. 2:05):

  71. @ Karl Rannseyer #59

    Ich stimme Ihnen da voll und ganz zu. Bin auch, nach jahrzehntelangem Genuß, vor nunmehr fast 10 Jahren zum Nichtraucher mutiert. Und das ziemlich schlagartig. Es kam so: sonntagabends in einer dieser Talkshows -- Peer Steinbrück, damals Finanzminister, zum Thema Erhöhung der Tabaksteuer befragt. Das war damals gerade dran. Mir drehte sich irgendwas los im Magen bei dem Gerede, und da ich auch nicht gerne andere mit meinen Emissionen belästigte, setzte ich mich abseits ans Fenster. Zu Therapiezwecken zündete ich mir eine an. (Half sonst immer erstklassig.) Es war die letzte Zigarette in der Schachtel. Nachher hätte ich zum Automaten oder zur Tanke gemußt…. wäre ich garantiert auch, nur: plötzlich schwebte da durch die Winternacht, vom Himmel hoch her, wie in einer großen rosa Blase der hämende Grinskopp von dem Steinbrück auf mich zu. Ich war geschockt…. und dachte dann, nee, eigentlich…. dem schenkste keine sauer verdienten Steuergroschen mehr. Das kannste auch anders verpulvern…. Genoß meine letzte Kippe bis zum letzten tiefsten Zug, stellte mir die Schachtel zum Andenken in den Wandschrank -- und habe seither keinen Tabak mehr angerührt.
    Steinbrücks Grinskopp sei Dank.

  72. @Helix

    Schachtel zum Andenken in den Wandschrank — und habe seither keinen Tabak mehr angerührt.
    Steinbrücks Grinskopp sei Dank.

    …..vielleicht klappt dat auch, um sich das essen abzugewöhnen….. muss mer nur an Claudia Roth oder Bärbel Höhn denken…..

  73. Wie wär `s mal mit dem „Infos teilen“, das mit dem Rauch is eher persönlicher Natur.

    Hinterm deutschen Öko-Hasenstall tut sich was und unsere Journaille hoppelt in ihren Boxen herum.

    http://www.thegwpf.org/britain-green-light-shale-revolution/

    Das macht doch zuversichtlich oder?

  74. @ Tim Hardenberg #72

    Nee, bei mir setzt da eher der umgekehrte Effekt ein: Kann gar nicht mehr so viel essen, wie ich… muß.

    Upps.

  75. Hallo Zusammen,

    Super Text. Die Liste von Blogs ist sehr umfassend und es ist recht schwierig zu wählen. 😉 Darüber hinaus kenne ich sie nicht alle. Ich kann nur bereuen, dass ich solche Vielfalt in meiner Muttersprache nicht habe.

    Beste Grüße aus Dortmund/Warschau

  76. Hallo Casper,

    danke. Ihre Landsleute haben uns trotzdem in Doha mal wieder „gerettet“. Obwohl es nicht so viele Klimablogs in polnischer Sprache gibt.

  77. @ Caspar

    Polen hat ja einige Projekte laufen die recht erfolgversprechend sind:

    -- Acht neue Kraftwerke, halb Kohle und halb Gas.
    -- Ein Flüssiggasterminal und Anbindungen an Erdgaspipelines.
    -- Erschließung der, nach Norwegen und England, drittgrößten europäischen Shalegas-Vorkommen in Europa.
    -- Bis 2024 werden ebenfalls Polens erste Kernreaktoren fertig sein.

    So sieht eine vernünftige Energiepolitik aus.

  78. Hallo Peter und Quentin,

    bei diesem Mann muss man sich bedanken.

    Marcin Korolec ist Absolvent der Universität Warschau wo er an den Fachbereichen für Geschichte sowie Recht und Verwaltung studierte. Vom Juni 1993 bis zum Dezember des folgenden Jahres arbeitete er als Rechtsanwalt in einer Kanzlei. 2005 war er für vier Monate am Außenministerium als Anwalt für Vertragsrecht.[1] 1996 schloss er sein Studium an der École nationale d’administration (Nationale Verwaltungshochschule) in Paris ab.[1] Vom Juni 1997 bis zum März 1998 arbeitete er erneut in einer Rechtsanwaltskanzlei.[1] Im März 1998 wurde Korolec Assistent und 1999 Berater von Jan Kułakowski, der Bevollmächtigter der polnischen Regierung für die Verhandlungen zum EU-Beitritt war.[1] 2001 wechselte er als Berater im Amt für europäischen Integration des polnischen Außenministeriums unter Danuta Hübner was er bis 2004 blieb. Anschließend war Marcin Korolec vom Oktober 2004 bis November 2005 Mitglied der Organisation Euroidea, welche er hinsichtlich EU-Fördermittel beriet. Am 23. November 2005 wurde er Unterstaatssekretär im Wirtschaftsministerium in der Regierung von Jarosław Kaczyński. Dies blieb er auch unter der folgenden Regierung unter Donald Tusk. Dabei wurde er 2010 Mitglied des Nationalen Rates für Umweltschutz und Wasserwirtschaft. Im April 2011 wurde er der polnische Vertreter in der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA). 2011 wurde er Mitglied des EU-Rats für Gaswirtschaft zwischen der EU und Russland.[1]
    Am 18. Oktober 2011 wurde er Umweltminister in der zweiten Amtszeit Donald Tusks.[2]
    Marcin Korolec ist verheiratet und hat vier Kinder.[1]

  79. @anorak #43 #51
    Dieses Posting ist zwar schon ne Weile her, aber dazu muss ich was sagen. Jaa — ich weiss das ist kein Raucherblog hier. Aber anorak2 überschreitet für mich eine rote Linie — um diese „beliebte“ Metapher mal zu verwenden.

    Anorak, du hast nicht das Recht, hier ständig den Eindruck zu erwecken, du sprächest im Namen aller Nichtraucher.

    Auf der Straße geht jeder zweite Fußgänger mit so einer Nebelkerze durch die Gegend, man muss im Slalom um die Gestankwolken rumeiern.

    Merkst du eigentlich, worauf deine Klagen hinauslaufen? Worüber du dich beklagst (nicht nur dieser Satz) läuft auf ein Rauch-Totalverbot hinaus. Du solltest dir besser bewusst sein, dass wir in einer Gesellschaft leben und nicht jeder für sich isoliert auf einem Südseeatoll. Dieser Zustand ist unausweichlich verbunden mit gegenseitiger Belästigung. Ab wann eine Belästigung als solche empfunden wird oder gar als „unerträgliche“ Belästigung ist individuell unterschiedlich. Das heisst: Belästigung muss bis zu einem gewissen Grad ertragen werden. Dazu gehört es in deinem Fall, dass du nun einmal Fussgänger, die „Gestankwolken“ verbreiten Slalom laufen musst. Das ist DEIN PROBLEM und keineswegs ein generelles Problem von Nichtrauchern, wie du implizit unterstellst. Übrigens wirst du es kaum glauben, aber Rauchen kann — kann!!! — auch eine angenehme Atmosphäre schaffen. Ganz besonders bei Pfeifenrauchern.

    Mir geht es ausschließlich um Nichtraucherschutz, das allerdings schon sehr konsequent.

    NEIN. Dir geht es um deine persönliche Befindlichkeit, und mit dem Etikett Nichtraucherschutz versuchst du den Eindruck zu erwecken, so würden alle NIchtraucher empfinden und wahrnehmen. Dem ist nicht so, werter Freund! Von deiner Art „Nichtraucherschutz“ möchte ich mich deutlich distanzieren.

    @Heinz #46
    anorak2 ist Nichtraucher, aber seine (legitime) Befindlichkeit ist nicht identisch mit der Befindlichkeit aller Nichtraucher, was er mit seinem „Kampf“ für die Nichtraucher ja implizit in Anspruch nimmt. MICH vertritt anorak2 keinesfalls, und die Ziele die er in #43 so durchblicken lässt, lehne ich z.Teil ab.

    Bitte Heinz mach also nicht den gleichen Fehler, wenn du schreibst „jaulen alle Nichtraucher …“. Das ist falsch. Es jaulen gewisse Nichtraucher, keine Ahnung wieviel Prozent, aber ganz sicher nicht alle ! Ich bin ganz sicher, würden wir in deinem SUV gemeinsam durch die Gegend kutschieren, würde ich deinen Rauchergeruch „ertragen“, und du würdest auf einen Nichtraucher Rücksicht nehmen. SOOO kommt man friedlich miteinander aus, und nicht in Klassenkampf-Atmosphäre, wie sie anorak2 da ausbreitet.

    Übrigens freue ich mich sehr, dass du hier bei ScSk aktiv bleibst.

  80. @Peter Heller
    Provoziert haben Sie mit dem Raucher-Beispiel mich als Nichtraucher nicht. Und ich hoffe(!), dass dies viele andere Nichtraucher hier ebenso sehen, und das anorak2 eine Ausnahme ist.

  81. @Quentin #57
    Volle Zustimmung !!!

  82. Liebster C-O
    Keine Angst, ick hab dat schon richtig verstanden, wat Anorak loswerden wollte…….ick kenn genug Nichtraucher, die bei weitem nich so äppelig sind…..oder ansagen, wenn se sich etwas belästigt fühlen.
    So wie sich Anorak von uns Rauchern angepisst fühlt und mit der ganz großen Keule ausholt…..so sind auch viele Warmaholics…….Hauptsache ein paar Skeptiker den Marsch blasen, Toleranz wird nur wo anders geübt.

    PS….Wenn ick Leute in meinen SUV mitnehme, mach ich eben eine Pinkelpause mehr um eine durchziehen zu können….ick bin nämlich, im Gegensatz zu den „Anti-Rauchern“…..ne verdammt rücksichtsvolle Sau. Mag es unter den Rauchern auch im Einzelfall ein paar Idioten geben…..so darf man uns nicht andauernd über einen Kamm scheren.

    PPS……weiter bei ScSk aktiv…….dat is hier nun mal meine Heimat, die man verdammt ungern verlassen tut, fallste de weißt wat ick meine. Ick hab selber genug Fehler gemacht um einzusehen……das die anderen Individuen auch ein Recht auf ihre selbstpersönliche Meinung haben, steck ick halt mein Ego eben a bisserl nach hinten, deswegen bricht mir ja trotzdem kein Zacken aus de Krone. Ick versuch nur etwas kürzer zu treten, dat hatte letze Zeit schon so ne Art von Suchtfaktor, dat Tipseln hier.
    Liebe Grüße
    Onkel Heinz…..im Prinzip trotzdem nett

  83. Zum Rauchen folgendes, auch für Anorak:
    ich habe mehr als 40 Jahre geraucht, Gauloises, Gitanes, selbst gedrehte Gauloises etc.
    Ich habe mich vom familiären Umfeld beeinflussen lassen und gleichzeitig eine berufliche Veränderung zum Anlass genommen und habe mit dem Rauchen aufgehört, mit Punktlandung Ende Tabak-Päckchen. Basta.
    Und mich stören keine Raucher, mich stört kein Tabakgeruch, es geht an mir vorbei , ohne Rückfallgefahr -- das ist jetzt sieben Jahre her -- Leute die anderen eine bestimmtes Verhalten vorschreiben wollen, dabei womöglich den Gutmenschen raus hängen lassen, den Ökoapostel womöglich auch noch dramatische angelegt geben und den Anspruch auf gesunde / rauchfreie Luft erheben, sind mir zuwider, insbesondere und ganz speziell dann, wenn Sie „gleichzeitig“ mit ihren Kleinstkindern im Fahrradanhänger in Auspuffhöhe durch die Innenstädte und dicksten Verkehr radeln und womöglich im Glauben recht zu haben, weil Radler mit Kleinkind, die Vorfahrt der Autos missachten und ihre Bälger damit weiteren Gefahren aussetzen. Es gibt selten scheinheiligeres undemokratischeres als militante Nichtraucher und / oder welche mit Sendungsbewusstsein.

    Um gewisse Nichtraucher zu ärgern könnte ich glatt wieder anfangen. Und da ich weiß, dass ich das Rauchen von nichtamerikanischen Zigaretten ( weniger Suchtpotential ) von hier auf jetzt auch wieder aufhören kann, betrachte ich das durchaus als positiven Ansatz.

  84. Um gewisse Nichtraucher zu ärgern könnte ich glatt wieder anfangen.

    Ich muss gestehen, dass ich mir öfters mal eine anzünde, obwohl ich gar nicht mag. Auf dem Bahnhof, zum Beispiel. WEIL es dort unsinnigerweise verboten wurde. Oder wenn im Biergarten am Nebentisch ein Gast ostentativ hustet. Auch ein Straba-Haltepunkt auf dem Gang zur Arbeit ist sehr beliebt, weil der Weg von da an durch eine Park führt, in dem ich gern eine Zigarette geniesse. Ich KÖNNTE ja auch noch 10 Meter weitergehen, aber das tue ich absichtlich nicht.

  85. @C-O #79

    anorak2 ist Nichtraucher, aber seine (legitime) Befindlichkeit ist nicht identisch mit der Befindlichkeit aller Nichtraucher, was er mit seinem “Kampf” für die Nichtraucher ja implizit in Anspruch nimmt. MICH vertritt anorak2 keinesfalls, und die Ziele die er in #43 so durchblicken lässt, lehne ich z.Teil ab.

    Ich nehme nicht in Anspruch, für irgendwen außer mich zu sprechen. Es gibt allerdings eine Teilmenge von Menschen, die sich ähnlich belästigt fühlen. Vielleicht ist der Begriff „Nichtraucher“ dafür nicht der richtige, weil diese Teilmenge nicht deckungsgleich mit allen ist, die nicht rauchen, andererseits aber auch einen Teil der Raucher einschließt. Der Streit für die richtige Benennung dieser Teilmenge ist aber wirklich irrelevant, weil keines meiner Argumente davon berührt wird.

    @Tritium #84

    Ich muss gestehen, dass ich mir öfters mal eine anzünde, obwohl ich gar nicht mag. Auf dem Bahnhof, zum Beispiel. WEIL es dort unsinnigerweise verboten wurde. Oder wenn im Biergarten am Nebentisch ein Gast ostentativ hustet. Auch ein Straba-Haltepunkt auf dem Gang zur Arbeit ist sehr beliebt, weil der Weg von da an durch eine Park führt, in dem ich gern eine Zigarette geniesse. Ich KÖNNTE ja auch noch 10 Meter weitergehen, aber das tue ich absichtlich nicht.

    Danke für die Bestätigung meiens Vorwurfs der Rücksichtslosigkeit manchen Rauchern gegenüber. Umso richtiger und wichtiger ist es, Ihnen solches Tun wirkungsvoll, gern auch strafbewehrt, zu verbieten.

  86. #C-O #79

    Merkst du eigentlich, worauf deine Klagen hinauslaufen? Worüber du dich beklagst (nicht nur dieser Satz) läuft auf ein Rauch-Totalverbot hinaus.

    Nein, nur in der Nähe anderer Menschen. Auf einer menschenleeren Straße, auf freiem Feld, in den eigenen vier Wänden (bei geschlossenem Fenster), im eigenen Auto (bei geschlossenem Fenster), in abgeschlossenen Raucherräumen usw. usf. nicht.

  87. @anorak2 #86

    ….im eigenen Auto (bei geschlossenem Fenster)….

    …..tja, irgendwann muss ich ja mal aus’m Auto aussteigen (und dazu leider die Tür öffnen)….dann kommt der Qualm raus….was dann?

    Alberne Diskussion…. kann das nicht in der Plauderecke weitergeführt werden?

  88. Danke für die Bestätigung meiens Vorwurfs der Rücksichtslosigkeit manchen Rauchern gegenüber.

    Bedanke dich bei dir selbst.
    Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück.
    Ich WAR mal rücksichtsvoll. Bis ich merkte, dass Appeasement nichts bringt, Rücksicht als Schuldeingeständnis gesehen wird und nur zu weiteren, noch frecheren und absurderen Forderungen und Verleumdungen führt.
    Würde ich mich brav in eins der gelben JudenRaucherquadrate (Ausgerechnet GELB! Ist das nur völlige Instinktlosigkeit oder freche Absicht?) auf dem Bahnsteig stellen, um zu rauchen, würde ich ja diese Diskriminierung anerkennen.
    Aber vielleicht erklärt der nette, freundliche Raucher in diesem Film am besten, warum man sich nicht beugen sollte.

  89. Hallo

    Toll! Ich habe meine Stimme schon abgegegeben.
    Zu den Nichtrauchern und Rauchern. Haben Sie Ihre Wahl getroffen?
    Ich bin Nichtraucher und halte es so.
    Sitze ich zuerst auf der Parkbank und kommt ein Raucher daher und qualmt mir ins Gesicht, bitte ich Ihn höflich das zu unterlassen. Komme ich zu einer Parkbank auf der ein Raucher sitzt, gehe ich entweder weiter oder aber habe mich entschieden das es mir diesesmal egal ist.

    Viel Rauch um nichts!

  90. @anorak2

    Merkst du eigentlich, worauf deine Klagen hinauslaufen? Worüber du dich beklagst (nicht nur dieser Satz) läuft auf ein Rauch-Totalverbot hinaus.

    Nein, nur in der Nähe anderer Menschen. Auf einer menschenleeren Straße, auf freiem Feld, in den eigenen vier Wänden (bei geschlossenem Fenster), im eigenen Auto (bei geschlossenem Fenster), in abgeschlossenen Raucherräumen usw. usf. nicht.

    In „der Nähe anderer Menschen“ ist man praktisch immer, es sei denn man wohnt in Abgeschiedenheit auf dem Lande. Also ist deine Einschränkung so minimal, dass es eben auf ein totales Rauchverbot hinauslaufen würde. Solche Leute wie du könnten nur dadurch befriedigt werden, wenn Raucher ausschliesslich in luftdicht isolierten Räumen mit separater Luftzu- und abfuhr rauchen dürften, und dabei auch gleich in eine Schutzkleidung steigen.

    Tut mir leid, anorak, dass ich dir in Sachen Nichtraucher so hart in die Parade fahren musste. Ich konnte aber einfach dieses falsche Bild sämtlicher Nichtrauchers als gnadenloser „Raucher-Verfolger“, nicht unwidersprochen stehen lassen.

    Aba nu is jut !!!

    Denn was hat, verdammt noch mal, diese ganze Raucher-Diskussion mit dem Artikel zu tun?

    Nüscht !!!

    Ich kann verstehen, wenn Peter Heller und einigen anderen auf den Keks geht.

  91. Mir fällt gerade ein,
    jemand, der seinen Kamin anwirft, zählt auch zu den Rauchern so rein praktisch…..^^

  92. @Thüringer

    jemand, der seinen Kamin anwirft, zählt auch zu den Rauchern so rein praktisch

    ….ja klar, deshalb nennt man den Kaminkehrer ja auch „Schwarzen Raucher”…. 🙂

  93. Nur mal so nebenbei:
    Wer keine Zentralheizung, sondern Öfen in der Wohnung hat, raucht, was die Schadstoffaufnahme angeht. täglich ‚Aktiv‘ mehrere Zigaretten.
    Wäre es jemals bei der Raucherdiskriminierungskampagne tatsächlich um ‚die Gesundheit‘ und ‚die armen Kinder‘ gegangen, dann hätten sich die Verantwortlichen vor allem dafür einsetzen müssen, die Wohnbedingungen für Geringverdiener zu verbessern. Nicht nur in Bezug auf verbesserte Heizungen, sondern natürlich auch in anderer Hinsicht: Wer eine (billige, weil wenig attraktive) Wohnung an einer Hauptverkehrsstrasse hat, zahlt dafür statistisch mit etlichen Lebensjahren.
    Aber das wäre ja sozial gewesen und SOZIAL zu sein, war ja das allerletzte Ziel dieser organisierten Hetze.

  94. @Tritium #93
    Um SOZIAL geht es bei der Energiediskussion wirklich nicht. Ich kenne die Diskussion in der CSU nicht. Ist ja auch eine Partei mit SOZIAL in ihrem Namen. Ich kenne aber die Diskussion in der SPD. Da gibt es zwar die Erkenntniss, dass steigende Energiepreise die sozial Schwachen in den Abgrund schieben. Die warnenden Stimmen haben aber keine Chance, weil sich einfach die Mär hält, dass der Umstieg auf die NIEs erst einmal teuer wird, aber langfristig billiger ist als fossile Energien. Man muss also nur über Strategien nachdenken, diese Phase zu überbrücken. Ich bin nun davon überzeugt, dass das einfach Blödsinn ist. Die jetzige Energiepolitik führt in eine Teuerungspirale und sicher auch zu Mangelproblemen. Der Rest der Welt scheint das ebenso zu sehen. Muss der auch, denn da sieht es wirklich anders aus, wie bei uns. Siehe hier

  95. #94. Gerhard Straten

    Man muss also nur über Strategien nachdenken, diese Phase zu überbrücken.

    moin Herr Straten,

    genau. Und da lacht das Politikerlein, kann es doch wieder mit beiden Händen wohlwollend Almosen verteilen (natürlich nur auf Antrag) und sich im Lichte seines Gutmenschentums sonnen. Und so geht es immer weiter und immer weiter.

    karl.s

  96. @Gerhard Straten #94

    Die warnenden Stimmen haben aber keine Chance, weil sich einfach die Mär hält, dass der Umstieg auf die NIEs erst einmal teuer wird, aber langfristig billiger ist als fossile Energien.

    …..und vor allem deshalb, weil sich die noch viel absurdere Mär hartnäckig hält, die sogenannte „Energiewende” (aka der Umstieg auf NIE) sei alternativlos. Diese Mär wird kontinuierlich am Leben gehalten durch die mediale Energiewende-Dauerpropaganda aus allen Rohren, unterstützt durch (oftmals groteske) Produktwerbung der NIE-Industrie und ihrer Trittbrettfahrer, und – was beim deutschen Gutmenschentum besonders gut ankommt – unter Zuhilfenahme der Etikettierung „Saubere Energie”:

    Bsp. TV-Spots: „SCHÜCO – Saubere Energie aus Fenster und Solar” ….aha, wusste gar net, dass Fenster Energie produzieren, und dann noch saubere!

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