Oldenburger Messstation zeigt Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte bei gesperrter Straße!

18. Oktober 2018 | Von | Kategorie: Blog, Daten, Gesundheit, Klimawandel, Kurioses, Mobilität, Ökologismus, Politik

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An einem Tag im Juli sind die Stickoxid-Grenzwerte an Oldenburgs einziger Messstation massiv überschritten worden, obwohl die Straße teilweise gesperrt war. Wie kann das sein? Das zuständige Umweltministerium hat bisher keine Idee!

Ich hätte da eine Idee: Fossile Brennstoffe in Verkehr und Industrie galten bislang als Hauptquellen für Stickoxide. Doch daran gibt es nun erheblichen Zweifel. Kalifornische Umweltforscher haben nachgewiesen, dass bis zu 51 Prozent der in dem Bundesstaat im Südwesten der USA nachgewiesenen NOx-Gase auf das Konto der Landwirtschaft gehen. Weitere Untersuchungen haben ergeben, dass jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen Stickoxide durch natürliche Ursache entstehen.

Wie Wissenschaftler durch Luft- und Bodenanalysen nachweisen konnten, entweichen pro Jahr mehr als 160.000 Tonnen von NOx-Gasen aus kalifornischen Feldern, Äckern und anderen landwirtschaftlichen Nutzflächen. Damit gehen 20 bis 51 Prozent aller Stickoxide in diesem Bundesstaat auf das Konto der Agrarwirtschaft. Die Umweltforscher in der Fachzeitschrift „Science Advances“ schreiben, dass die Stickoxide dem Stoffwechsel von Bodenbakterien entstammen. Maßgeblich angetrieben wird die Reaktion dabei durch den Einsatz stickstoffhaltiger Düngemittel sowie durch hohe Temperaturen.

Rund um Oldenburg befinden sich Weiden und Wiesen. Die Landwirte betreiben Milchwirtschaft mit stickstoffhaltigen Kraftfutter und die Gülle wird in Frühjahr und Frühsommer auf das Grünland ausgebracht. Zudem wird Schweinezucht südlich von Oldenburg betrieben, welche auch Gülle produziert. Die Viehdichte im Oldenburger-Land ist besonders hoch. Dies könnte eine Quelle sein. Hinzu kommt das warme Sommerwetter in diesem Jahr, das die Bildung von Stickoxiden im Boden begünstigt.

Messstationen auf den Land fehlen leider. Würde sich mein Verdacht bestätigen, dann müsste man auch auf den Land bei Sommerwetter Fahrverbote erheben, oder die Viehzucht verbieten.

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8 Kommentare
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  1. Ob diese Messstationen vielleicht auch mit Schummel-Software ausgestattet sind, die die Messwerte hochtreiben??? 🙂

  2. Moin!
    Wir haben ja morgen in Oldenburg den Stadtmarathon.
    Bin mal gespannt, wie sich die Straßensperrungen auf die Messwerte auswirken.
    Mit freundlichen Grüßen UH

  3. Na dann passt mal auf mit den Turnschuhen. Nicht das der Abrieb (Feinstaub) zu groß ist, die Straße gesperrt wird und Ihr Umwege laufen müsst.

  4. Feinstaub sollte mal besser in Wohngebieten gemessen werden ! Das würde sich lohnen und ein großes Stöhnen bei Betroffenen verursachen.Da kommt mehr zusammen als auf Straßen, insbesondere ab Herbst.

  5. Ich sag nur Fichtensex und Fichtenmast. Alles voll von gelben Staub im Frühjahr bei mir.

  6. Minute 0:42 … ist ein Gulli neben der Messstation zu sehen. Dieser sorgt für falsche Messwerte.

  7. Michel VonTell im Gespräch mit Prof. Dr Dieter Köhler
    https://youtu.be/3OfrcyLtIM0

  8. Im Kampf gegen Feinstaub herrscht das Chaos. Städte rebellieren gegen strenge Regeln, auch die EU will sie lockern. Dagegen protestieren Umweltmediziner. Und der Staat fördert das staubreiche Heizen mit Holz

    Allerfeinste Widersprüche
    War schon 2005 ein Thema, dem man sich aber nicht angenommen hat.

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