Plädoyer für mehr Ehrlichkeit in der Energiepolitik

27. März 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Kommentare, Politik

Ursprünglich hatte die Überschrift zu diesem Artikel „Ein Aufruf zu mehr Rationalität in der Energiepolitik“ lauten sollen. Doch angesichts der Vorgänge in den letzten zwei Wochen in unserem Land erschien mir der Ausdruck Rationalität beim momentanen Gemütszustand der Deutschen absolut nicht mehr angebracht. Schließlich ist die derzeit vorherrschende Geisteshaltung in Deutschland selbst mit dem Wort hysterisch noch äußerst wohlwollend beschrieben.

Zehntausende Menschen gehen in diesen Tagen auf die Straße, um für einen sofortigen Ausstieg aus der aus ihrer Sicht unverantwortlichen Kernkraft zu fordern. Warum, so fragen diese Menschen, haben wir nicht schon längst begonnen, unsere Stromversorgung komplett auf sogenannte Erneuerbare Energien umzustellen. Wind und Sonne sind schließlich weniger gefährlich. Und auch schickt die Sonne, wie die Photovoltaik-Lobby nicht müde wird zu betonen, uns keine Rechnung.

Japaner reagieren rational
Man fragt sich unwillkürlich, warum denn nicht die Japaner schon längst auf die gleiche Idee gekommen sind. Die Voraussetzungen dort wären für Wind und Sonne sogar besser als in Deutschland. Japan liegt weiter südlich als Deutschland und hat demnach auch mehr Sonnenenergie pro Fläche zu bieten. Auch die Länge der Küstenlinie Japans beträgt ein vielfaches der deutschen Nord- und Ostseeküste. Demnach bietet gerade dieses Land optimale Standorte für die von uns favorisierten riesigen Offshore Windparks. Und gerade vor dem Hintergrund des größten nuklearen Unfalls, den das Land im fernen Osten je erlebt hat, sollten doch auch in der japanischen Öffentlichkeit Stimmen laut werden, die einen möglichst raschen Ausstieg aus der Kernkraft hin zu den „Erneuerbaren“ fordern. Das dies nicht so ist hat einen einfachen Grund.

Die Japaner wissen im Gegensatz zu uns Deutschen ganz offensichtlich genau, dass eine moderne Industrienation auf eine wettbewerbsfähige und stetig an den Bedarf angepasste Stromversorgung angewiesen sind. Und als rohstoffarmes Land wissen sie auch, dass nach wie vor die Kernenergie die für sie optimale Lösung darstellt.

Nur Strom, wenn die Sonne scheint?
Um einen Punkt vorweg zu nehmen. Ich habe kein ideologisches Problem damit, sollte es in Deutschland keine Kernkraft mehr geben. Es ist für mich als Verbraucher und für uns als Industriestandort eigentlich nur wichtig, dass der Strom dann aus der Steckdose kommt, wenn wir ihn benötigen. Und dass uns dieser zu halbwegs erträglichen Preisen zur Verfügung gestellt werden kann.

Nur das beides vermag eine auf 100 Prozent ineffizienter und unsteter Energiequellen (sogenannter Erneuerbarer Energien) ausgerichtete Stromversorgung eben nicht zu leisten. Windstrom kann nur genau dann produziert werden, wenn der Wind auch weht, Solarstrom wird nur dann produziert, wenn die Sonne auch scheint. Hinzu kommt, dass eine Versorgung mit dem zahlenmäßig weit bedeutenderem Windstrom im großen Stil bedeuten würde, dass der Strom in Deutschland in völlig neuem Maßstab dezentral produziert würde. Nämlich an der Küste, wo dann riesige Offshore Windparks ins Meer gepflanzt werden müssten.

Unser Stromnetz ist bereits heute unzureichend
Nun liegen aber die größten Stromverbraucher in Deutschland genau am anderen Ende der Republik, im Süden. Und damit diese überhaupt an den Segnungen des im Norden produzierten Windstroms teilhaben könnten, wäre ein massiver Ausbau der Stromnetze in Deutschland erforderlich. Schon jetzt fehlen jedoch im Netz Hochspannungsleitungen in einer Länge von 3500 km. Dieser notwendige Ausbau bedeutet aber nicht nur immense Kosten, die dann auf den Strompreis aufgeschlagen werden müssen, sondern scheitert bereits in der Planungsphase regelmäßig an den Protesten der davon betroffenen Bevölkerung.

Wobei auffällt, dass hier die gleichen Gruppen welche sich (zumindest prinzipiell) für mehr Strom aus den Neuen Ineffizienten Energien (NIE) aussprechen, gegen den erforderlichen Ausbau der Netze auf die Straße gehen. Hinzu kommt noch, dass der Transport von Strom auch aus energetischer Hinsicht nicht umsonst ist. Man kann hier mit mindestens 1% Verlust pro 100 km rechnen. Dass heißt, dass mal schnell 10 Prozent der erzeugten Energie ungenutzt verschwinden.

Speichertechnologien existieren nicht
Dabei ist das ganz zentrales Problem der Stromerzeugung mit Wind und Sonne nicht einmal der (mit genügend politischem Willen sogar lösbare) Transport quer durch die gesamte Republik. Viel entscheidender ist die Tatsache, dass dieser Strom nur dann anfällt, wenn die Wetterlage es zulässt. Das führt dazu, dass an manchen Tagen ausreichend Strom produziert wird, die allermeiste Zeit jedoch viel zu wenig, und bereit heute an wenigen Tagen im Jahr sogar zu viel Strom aus Wind und Sonne im Netz ist.

Diese Situation wird sich naturgemäß durch einen weiteren Ausbau dieser Energien immer mehr verschärfen. Zurzeit besteht die Lösung noch darin, dass bei Flaute (die durchaus ein paar Wochen betragen kann) konventionelle Kraftwerke einspringen müssen, um das Stromnetz stabil zu halten. Das bedeutet in Konsequenz, dass durch Windstrom und Photovoltaik bislang kein einziges herkömmliches Kraftwerk von Netz genommen werden konnte. Und es bedeutet auch, dass konventionelle Kraftwerke oft weit vom optimalen Wirkungsgrad entfernt gefahren werden müssen, weil Sie als flexibler Ausgleichspuffer für die unstetigen NIEs herhalten müssen.

Paradoxer CO2-Vermeidungs-Effekt
Das wiederum bedeutet, dass der Verbrauch an (meist fossilem) Brennstoff pro erzeugter Kilowattstunde Strom für diese Kraftwerke deutlich höher ist, als im Optimalbetrieb. Ein Umstand der die Einsparungen an fossilen Brennstoffen (und damit auch CO2) noch weiter schmälert, und auf der Gegenseite die Erzeugungskosten für Strom noch weiter erhöht. Das führt zu der paradox anmutenden Situation, dass seit 1990 der CO2-Einspareffekt der „Erneuerbaren Energien“ stetig abgenommen hat, also jedes Windkraftwerk dass dazukommt pro MWh produziertem Strom weniger CO2 einspart als die vorherigen. Oder anders ausgedrückt, je mehr Anstrengungen wir unternehmen, umso kleiner wird der erzielte Effekt.

Quelle: http://www.wilfriedheck.de/

Emissionsvermeidung durch erneuerbare Stromerzeugung. Nettobilanz einschließlich aller vorgelagerten Prozessketten. Daten des BMU. Quelle: http://www.wilfriedheck.de/

Der Wind weht in Deutschland übers Jahr verteilt völlig ungleichmäßig. Im Herbst, Winter und im Frühjahr fallen die meisten Monate mit Starkwind an. Allerdings sind die Tagesschwankungen in dieser Zeit auch besonders ausgeprägt. Ein typisches Windkraftwerk im Binnenland kommt auf etwa 1500 Vollaststunden pro Jahr. Offshore rechnet man optimistisch geschätzt mit etwa 3500 Stunden. Weil das Jahr aber 8760 Stunden hat heißt das, dass für eine theoretische Vollversorgung zumindest die 3fache Nennleistung des Strombedarfs an Windstrom aufgebaut werden muss. Theoretisch deshalb, weil einem das Ganze gar nichts nutzt, wenn nicht ausreichend oder gar kein Wind weht.

Ungelöste Frage nach der Stromspeicherung
Wir müssten uns also ein System leisten, dass die 3fache theoretische Kapazität unseres Gesamtstrombedarfs abdeckt, und wir müssten zusätzlich noch einmal eine bedarfsdeckende Versorgung mit konventionellen Kraftwerken sicherstellen.

Windstrom-Erzeugung 2008. Quelle: Auswirkungen steigender Windstromproduktion auf den Kraftwerksbetrieb in Deutschland (http://www.e-technik.uni-rostock.de/ee/download/publications_EEV/Langfassung%20KELI%202010%20komplett.pdf)

Für das oft vorgebrachte Argument der ungesicherten Endlagerung von verbrauchten Kernbrennstoffen gibt es mittlerweile praktische Lösungen, welche zum Teil bereits realisiert werden und zum Teil in der Erprobungsphase sind. Für die Problematik der Speicherung gigantischer Strommengen, wie es eine Vollversorgung mit den NIEs erforderlich macht, gibt es bislang nicht einmal brauchbare theoretische Konzepte.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die jetzt verstärkt vorgetragenen Forderungen nach einem möglichst schnellen Umbau unserer Energiewirtschaft in Richtung „Erneuerbare Energien“ völlig wirklichkeitsfremd. Man muss es in aller Deutlichkeit sagen. Selbst wenn das nötige Kapital vorhanden wäre und Kosten überhaupt keine Rolle spielen würden, wäre ein Umstieg auf „Erneuerbare Energien“ beim jetzigen Stand der Technologie schlicht nicht möglich.

„Erneuerbare Energien“ sind Jahrzehnte entfernt von der Marktreife
Man mag jetzt einwenden, dass der menschliche Erfindungsreichtum auf kurz oder lang schon adäquate Lösungen für die genannten Probleme entwickeln wird. Das ist sogar anzunehmen. Nur bringt es uns momentan herzlich wenig, schon mal loszulaufen und die „Energiewende“ einzuleiten, wenn wir noch nicht einmal ansatzweise sagen könne, in welche Richtung die Reise denn gehen soll.

Bis solche noch zu entwickelnden Technologien dann tatsächlich marktreif sind, werden auch bei optimistischer Betrachtung noch Jahrzehnte vergehen. Daher kommt aus heutiger Sicht auch ein leidenschaftlicher Befürworter der sogenannten Erneuerbaren Energien nicht umhin einzugestehen, dass wir, bis die Entwicklung so weit fortgeschritten ist, auf bestehende Technologien zurückgreifen müssen. Und das sind nun einmal Kohle, Gas, Erdöl oder Kernkraft. Ein Umstand, an dem sich in absehbarer Zeit nicht viel ändern wird. Was allerdings nichts daran ändert, dass all diese Technologien vom grünen Establishment in Deutschland leidenschaftlich bekämpft werden.

Ergebnisoffene Forschung ist erforderlich
Es ist aus heutiger Sicht ausdrücklich zu begrüßen, weitere Forschungsanstrengungen in Richtung einer Verbesserung der Marktfähigkeit der unsteten Energiequellen zu unternehmen. Möglicherweise kann dadurch sogar der grüne Wunschtraum eines Tages in Erfüllung gehen, dass Wind und Sonne zumindest in Teilbereichen eine echte Alternative zu anderen Stromquellen darstellen. Wobei natürlich nicht übersehen werden darf, dass auch die anderen Methoden der Energieerzeugung weiterhin stetig verbessert werden und somit die Konkurrenz für die NIE sich eher verstärken wird.

So werden in Zukunft völlig neue Konzepte der Erzeugung von Energie aus Kernkraft zu immer sichereren Reaktoren führen, die aus den eingesetzten Brennstoffen im Vergleich zu heute ein Vielfaches an Energie gewinnen können. Die Entwicklungen der Kernkraftwerke der vierten Generation haben das Potenzial unsere Stromversorgung über viele Tausend Jahre sicherzustellen. Und das bei einem Sicherheitsniveau, dass selbst eine Katastrophe wie das Erdbeben in Japan keine Bedrohung mehr darstellen würde. Diese Entwicklung wird nach aller Voraussicht jedoch an Deutschland völlig vorbei gehen. Für unser Land ist ein ganz anderes Szenario wahrscheinlicher.

Die Zukunft: Atomstrom aus Frankreich
Deutschland hat im Gegensatz zu Japan das Glück, nicht auf einer Insel zu liegen, sondern in einen gesamteuropäisches Stromnetz eingebunden zu sein. Versorgungsengpässe sind demnach nicht zu befürchten. Sollten die Deutschen mehrheitlich die Meinung entwickeln,auf eine sichere und bezahlbare Stromerzeugung verzichten zu können, werden unsere Nachbarn mit Freude einspringen. Das bedeutet, dass wir dann mangels eigener Produktion Strom aus Frankreich, Polen oder Tschechien beziehen würden. Atomstrom, den wir dann mit reinem Gewissen kaufen würden, weil wir schließlich unser möglichstes getan haben, um aus dieser „menschenverachtenden Technologie“ auszusteigen. Und selbstverständlich werden sich auch dann Anbieter finden, die diesen Strom (rein buchhalterisch) in norwegischen Wasserstrom umwandeln. Der Strom bleibt dabei der gleiche, aber das Gewissen des deutschen Michel wäre wieder einmal (nachhaltig) beruhigt…

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36 Kommentare
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  1. Die Frage „Geht’s noch?“ kann eindeutig mit ja beantwortet werden. Noch geht es. Aber nicht mehr lange.
    Diese „Erneuerbaren“ sind in jeder Hinsicht eine Landplage. Daß Lobbyisten sich die Wahrheit zurechtbiegen, kann nicht überraschen. Daß die Medien ohne Skrupel mitmachen, ist verantwortungslos. Politiker sind froh, für ein vorrangiges, langfristiges „Problem“ schon heute eine Lösung versprechen zu können. Von Ehrlichkeit kann überhaupt keine Rede sein.

    Offshore-Windkraft ist keine Wunderwaffe. Wilfried Heck (http://wilfriedheck.de/) hat die Offshore-Einspeisung der Monate Januar und Februar aufbereitet. Hochgerechnet auf das Jahr würden 2500 Vollaststunden erreicht, allerdings nur, wenn es keine windschwachen Monate gäbe.

    Die „dezentrale Stromerzeugung“ halte ich für einen Propagandabegiff der Ökoindustrie. Ursprünglich sollte der Strom vor Ort, also nah beim Verbraucher, erzeugt werden. Deshalb hat Hermann Scheer den Abbau von Hochspannungstrassen angekündigt, sobald seine Ideen umgesetzt würden.
    Inzwischen werden die die künftigen Turbinenfelder der Nordsee immer noch als „dezentral“ angepriesen, obwohl dort mittelfristig 10000 bis 20000 Megawatt installierter Leistung über sagenhafte zwei (vielleicht drei) Kabel an Land gebracht werden sollen. Das ist nicht dezentral. Das ist Täuschung.

  2. Vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel. Zur Ehrlichkeit gehört es auch, dass man die wirtschaftlichen Konsequenzen offenlegt: Wenn in Deutschland nicht in ganz kurzer Zeit der Irrweg der Förderung der sog. erneuerbaren Energien gestoppt und die bereits bestehenden Zufallskraftwerke (Windmühlen und Solardächer) stillgelegt werden, wird der Strom so teuer werden, dass große Teile unserer Industrie aus Deutschland vertrieben werden. Vernichtung von Vermögen in großem Stil und massenhaftes Ansteigen der Arbeitslosenzahlen werden die Folge sein.

    Hinzu kommt, dass die „Erneuerbaren“ die Frequenzstabilität und die Netzstabilität zerstören und immer wieder großflächige Stromausfälle verursachen werden. Man kann sich vorstellen, welche Schäden an Menschenleben (z.B. Unfälle an Bahnübergängen, weil die Schranken sich nicht schließen) und Industrieanlagen (z.B. in der Kupferverhüttung) dadurch entstehen.

    Die „Erneuerbaren“ sind der sichere Weg in den wirtschaftlichen Niedergang.

  3. Eigentlich wäre es auch die Pflicht jeder verantwortungsvollen Regierung, mit den Bürgern ehrlich umzugehen. Stattdessen berufen unsere Volkvertreter sich auf tendenziöse Gutachten diverser Öko-Institute, in welchen die Machbarkeit eines kostenneutralen Umstiegs auf „EE“ gefunden wird. Interessant dabei ist, dass die Frage der Speicherung dabei regelmäßig übergangen wird. Oder aber die Wasserkraftwerke etwa in Norwegen völlig selbstverständlich als möglicher Speicher angesehen werden.

    Aus dem Sondergutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen:

    92. Die Frage, wie Stromangebot und -nachfrage miteinander verbunden werden, steht methodisch nicht im Zentrum der meisten analysierten Szenariostudien. Die gängigen internationalen Energiewirtschafts- und Energiesystemmodelle besitzen in der Regel nur eine sehr grobe regionale und zeitliche Auflösung. Sie können daher nicht im Detail untersuchen, wie größere Mengen an fluktuierender Stromeinspeisung in das Netz integriert werden können und wie standortgebundene Erzeugung (z. B. durch Offshore- Windenergieanlagen) zu den Verbrauchszentren transportiert werden kann.

    Wobei die SRU-Studie selbst hier konkreter wird:

    Auch ein Verbund mit Schweden und eine Nutzung der schwedischen Wasserkraft zur Speicherung wären denkbar. Allerdings verfügt Norwegen mit einem Speichervolumen von circa 84 TWh über das größte europäische Speicherpotenzial, das auch deutlich größer als das schwedische mit circa 36 TWh ist (vgl. Nord Pool ASA 2010). Langfristig werden sicherlich beide Länder wie auch die Schweiz, Österreich, Frankreich und Italien als Anbieter von erheblichen Pumpspeicherleistungen am Markt auftreten.

    Liebe „Experten“ vom SRU. Bei den Stauseen in Norwegen handelt es sich gar nicht um Pumpspeicher die nur darauf warten den deutschen Strom im Herbst und Winter zu speichern und dann im Sommer an uns zurück zu schicken. Es sind Wasserkraftwerke, die das Land zur eigenen Stromversorgung benötigt. Und Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass Norwegen noch einmaldie gleichen Kapazitäten (diese wären in etwa erforderlich) errichtet, damit Deutschland seinen Traum von 100% EE verwirklichen kann.

  4. Auch verglichen zum restlichen Europa scheint Deutschland mit seiner hysterischen Haltung eher alleine da zu stehen. Polens Premier Donald Tusk :

    “I share France’s view that we shouldn’t become hysterical because of the developments in Japan and we should instead support solutions that will make nuclear even more safe,” Tusk said. “Surely biomass and wind won’t replace production of energy from coal or nuclear. If we are talking about competitiveness of the European economy in the morning, we can’t declare in the afternoon that we’re ready to kill off energy and eliminate the most effective and cheapest sources.”

  5. @Rudolf

    Eh sach mal……..willst Du unserer Analyse schon vorgreifen?
    Aber egal, haste schon mal ganz toll gemacht.

    Onkel Heinz…….ist stolz auf den Blogbetreiber

  6. @ Heinz

    Danke für die Blumen… Dieser Text hier war mehr so aus dem Bauch raus geschrieben. Wirklich fundiert wird das Ganze erst, wenn man das alles auch mit Zahlen und Fakten hinterlegt. Das, denke ich, ist eine völlig andere Aufgabe als dieser mehr oberflächliche Artikel.

  7. @Rudolf

    Ich werde Dir mal in den nächsten Tagen einen kleinen Text schicken, der sich mit dem Netzausbau im Kleinen beschäftigt. Möglichst ohne komplizierte Fachbegriffe, mehr so der Werdegang einer Leitungsneuverlegung………als kleines Puzzelstück um den Leser da draussen auch mal diese Seite der Medaille zu zeigen.

    Dat Problem ist nämlich, das viele Menschen nicht wissen, wie das alles so funktioniert……..und dat will ich anhand eines einfachen Beispiels mal zeigen.

    Onkel Heinz………..Aufklärung ist von Nöten……….damit der Bürger auch weiss von was wir sprechen

  8. @Rudolf Kipp

    Vielen Dank für diesen sachlichen, unaufgeregten Artikel. Ich hätte ihn kaum anders geschrieben und betont.

    Über Fragen der Ehrlichkeit der Politik IM ALLGEMEINEN zu reden, vor allem, was aktive Bundes- und Landespolitiker/innen angeht, möchte ich mir ersparen.

    Aber was die Ehrlichkeit in Fragen der Atomkraft angeht, so ist gut nachvollziehbar, dass diese im schwarzen-gelben Lager Schaden nehmen MUSSTE, angesichts der Hysterie, die von stark-ideologisierten öffentlich-rechtlichen Medien in z.T. dümmlichster Weise gepusht wurde (darf ich Fischstäbchen essen?). Die Damen und Herren Politiker des schwarz-gelben Lagers gerieten ohne eigenes Verschulden in eine üble Zwickmühle:

    Einerseits aus wahltaktischen Gründen dieser krankhaft-angstgepeitschen Hysterie „Raus aus der Atomkraft“ nachgeben zu müssen. Andererseits aber zu wissen, dass der Ausstieg aus dem Zeitplan „Ausstieg aus der Atomkraft“ verantwortungslos und falsch ist, ja dass wir jede Grundlast-Energiequelle benötigen, damit die NIE unsere Stromversorgung nicht völlig korrumpieren.

    Glücklich diejenigen, die nicht direkt oder gar nicht vom Wahlkampf in B-W. betroffen waren (Brüderle, Helmut Kohl). sie konnten darauf verweisen, was in Sachen Atomkraft notwendig ist. Es ist wirklich bezeichnend, dass ausgerechnet diese beiden, die den Blick auf die Fakten lenkten, dafür angegriffen wurden.

    Es ist Fakt, dass angesichts des ständig wachsenden Anteils der NIE grundlastfähige Energielieferanten unverzichtbar sind und also auf Atomkraft (noch) nicht verzichtet werden kann. Daß der dauerhafte Verzicht auf Atomkraft unausweichlich den Ausbau fossiler Kraftwerke erfordert. Alles andere wird Folgen haben, die die Endverbraucher zahlen werden.

    Verünftigerweise kann das Konzept „Brückentechnologie“ der Bundesregierung nicht ernst gemein sein, sondern nur dem Zeitgewinn dienen. Wohin sollte denn diese Brücke führen, wenn an ihrem Ende lediglich eine Nebelbank = NIE steht?

    Ich bin froh, dass es politische Stimmen gibt, denen die Gier nach Stimmenanteilen nicht das Bewusstsein soweit trübt zu meinen, eine Energieversorgung mit NIE sei machbar. DIESE rot-grüne Wunde, die wahnhafte Vorstellung einer vollständigen Energieversorgung durch NIE gilt es blosszulegen.

    Steter Tropfen höhlt den Stein.

    Die Wahrscheinlichkeit für einen grossen Stromausfall steigt -- jetzt da die Kapazität von 7 AKWs fehlt, umso mehr.

  9. @ Rudolf Kipp

    Bei den Stauseen in Norwegen handelt es sich gar nicht um Pumpspeicher die nur darauf warten den deutschen Strom im Herbst und Winter zu speichern

    Verdammt, mann eh Rudolf, wat soll denn das. Da geht man einmal in seine Hütte um Strippen zu ziehen, denkt noch, na den Jungs musste das aber noch sagen das mit den Pumpspeicherwerken in Norwegen, weil das nähmlich alles nur Stauwasserbecken sind, basierend auf Hochlandseen, die welche dann einfach mal angezapft werden um Strömlinge für Karl sein neues Haus zu machen, da wird kein Wasser nicht wieder hochgepumpt, niemals.
    Die spekulieren da mit der Möglichkeit einer Möglichkeit

    (allein nahezu 85 TWh Wasserbeckenkapazität der dortigen zu Pumpspeichern ausbaufähigen Speicherwasserkraftwerke)

    manchmal ist Wiki ja doch zu ´was gut.

    MfG
    Karl Rannseyer

  10. Es gibt in der gesamten Kernenergiedebatte kein unehrlicheres Wort als das von der „Brückentechnologie“. Solange die technische Entwicklung weitergeht, ist jede Technologie eine Brückentechnologie. Das Bessere ist der Feind des Guten. Die Schreibmaschine war eine Brückentechnologie, bis der PC kam. Die Pferdekutsche war eine Brückentechnologie, bis die Eisenbahn kam.

    Eine Brückentechnologie kann aber erst dann aufgegeben werden, wenn Besseres zur Verfügung steht. Dies ist bei der Kernenergie wohl noch lange nicht der Fall. Es kann natürlich sein, dass morgen ein genialer Konstrukteur oder Physiker eine umwerfende Idee hat, es kann aber auch noch Jahrzehnte dauern, bis es Ersatz für die Kernenergie gibt. Wind und Sonne, Biomasse und Gezeitenkraftwerke können definitiv diesen Ersatz nicht bereitstellen.

    Bevor es Ersatz gibt, ist es verantwortungslos aus politischer Hysterie und Angst heraus aus der „Brückentechnologie“ Kernkraft auszusteigen.

  11. Hallo Allerseits,

    @Karl Rannseyer: Recht haben sie.

    Es gäbe natürlich die MÖGLICKEIT in Norwegen oder Schweden Pumpspeicherkraftwerke zu bauen -- die Gegend dort ist nicht nur eine flachbrüstige Schönheit. Hat denn aber schon jemand mal nachgefragt, ob die Norweger oder Schweden sich ihre schöne Landschaft zubetonieren wollen, damit der deutsche Michel seine Phantasieen von „Erneuerbarer“ Energie erfüllen kann? Wenn die denn wirklich dem Unsinn zustimmen würden, müsste man die Anlagen nebst Infrastruktur und tausenden Kilometer HGÜ-Trassen planen, Flächen ausweisen, vielleicht ein paar Menschen umsiedeln, die horrenden Finanzsummen aufbringen, bauen … und der Sankt-Nimmerleins-Tag ist nicht mehr fern. Während ein modernes Pumpspeicherwerk so um die 0,7 bis 0,85 Wirkungsgrad haben mag, bliebe davon durch die langen Übertragungswege von 5.000 bis 10.000 km (grob gerechnet je 1.000 km 0,04 Verlust) hin und zurück auch nicht mehr allzuviel übrig…

  12. @Rudolf

    Bitte „klaue“ mal das heutige Diagramm bei http://www.wilfriedheck.de/ (27.03.11), dat zeigt anschaulich Stromimport/export vom 13.3 -- 27.3.2011.

    Dat Bildchen würde sich hier toll machen, wenigstens für die Leser, die sich noch einen Rest Realitätssinn bewahrt haben.

    Onkel Heinz………..wozu machen wir das eigentlich hier? Das Land scheint ja nun endgültig völlig verblödet zu sein.

    [Tja, so sieht also die Realität aus….]
    null

  13. @Chr!s

    Laut Machbarkeitsstudie des SRU sollten Übertragungskapazitäten noch Norwegen auf 42 -- 68 GW aufgebaut werden um den tollen Wasserkraftstrom nach Deutschland zu schaffen.

    Der Irrsinn hat System………….zu suggerieren das man mit 100% EE Deutschland versorgen könnte……und jeder technische Laie glaubt diesem Müll auch noch, siehe gestrige Wahlergebnisse.

    Heinz Eng

  14. @Rudolf

    Oh Danke für die schnelle Reaktion.

    Realitäten……….man kann garnet soviel brechen wie man Nachrichten liest.

    Gutachten: Angeblich höhere Strompreise durch Atomkraft

    Beim rot-grünen Atomausstieg wäre er laut der Studie von 21,7 Cent pro Kilowattstunde (2008) bis 2020 nicht gestiegen und hätte 2030 bei 22,2 Cent/kWh gelegen. Mit Laufzeitverlängerung und ersten Sicherheitskosten würde ein Zwei-Personen-Haushalt bis 2020 mit Atomstrom nur 12 Euro im ganzen Jahr sparen. Spätestens 2030 ergebe sich exakt derselbe Preis -- ohne die zuletzt versprochenen AKW-Nachrüstungen.

    Hmm, und warum kostet jetzt Haushaltsstrom schon zwischen 21,5 und 24 Cent/kWh (je nach Anbieter und Tarif)?

    Liebe grüne Laiendarsteller…………wenn wie bisher einige Hunderttausend Energiearbeiter knapp 600 TWh Strom zum Preis xx,x herstellen, wie ändert sich der Preis für die selbe Menge Strom, wenn plötzlich 2,0 Millionen Menschen dieses Produkt herstellen?
    Da ihr ja immer so schön mit den zukünftigen grünen Jobs bei den Erneuerbaren angebt, erklärt mir dat mal rein logisch…………wenn man davon ausgeht, das diese Menschen natürlich nach Tarif bezahlt werden.

    Onkel Heinz…………Leute schickt das Arbeitsamt, tsss

  15. Und er hat wieder zugeschlagen.

    Wie sollte ein neuer Konsens jetzt erarbeitet werden?

    Ich mache dazu zwei Vorschläge. Dafür werde ich sicher Prügel bekommen, aber hoffentlich, weil ich damit einen Nerv treffe. Erstens: Das Prinzip der Nachhaltigkeit könnte ins Grundgesetz geschrieben werden. Das wäre dann ein Maßstab, auf den in konkreten Streitfällen die Verfassungsrichter zurück greifen können.

    Und zweitens?

    Wir müssen die Diktatur des Jetzt überwinden, also die umfassende Plünderung von Zukunft und Vergangenheit, nur um im winzigen aktuellen Zeitfenster materiell unbeschwert leben zu können. Diese Gegenwartsfixierung ist auf ihre Art undemokratisch, denn sie geht auf Kosten unserer Nachkommen, die ihre Stimme noch nicht erheben können. Deshalb sollte ein bestimmter Anteil der Parlamentssitze, vielleicht fünf oder zehn Prozent, für solche Parlamentarier vorgehalten werden, die sich nur um die Interessen künftiger Generationen kümmern. Also Ombudsleute für die Zukunft.

    Und wer sollen die Parlamentarier sein…..wer bestimmt die? Wer sitzt dann da ? Eizellen……….Kinder……….PIK-Leute?
    Nachhaltigkeit ins Grundgesetz………und damit den Blogwarten Haus und Tür öffnen…………Nein Herr Schellnhuber……….nicht mit mir, da gehe ich lieber ins Ausland und beantrage Asyl…………….“Nachhaltigkeits-Asyl“, denn als Skeptiker werde ich ja dann als Schwerverbrecher oder politischer Resident verfolgt werden.

    Haben Sie sich mal gefragt ob Ihr Nachhaltigkeitsfimmel unsere Umwelt mehr schadet als derzeitige Energieversorgungssysteme einschließlich der Verbrennung von Lebensmitteln?

    Hochbegabter………….Sie wollen unsere Nachfahren schützen und opfern dafür schon heute ein paar hunderte von Millionen Menschen der dritten Welt…………scheint nicht weit her zu sein mit der Begabung, gelle?

    Oder ist es der Weg des „Club of Rome“ den Sie uns hier unterjubeln wollen, einschließlich der Reduktion der Weltbevölkerung?

    Wie war das noch mit dem Genie und dem Wahnsinn?

    Heinz Eng

  16. Klasse, Rudolf, dem habe ich nichts hinzuzufügen. Dieser Text verdient eine größere Beachtung. Wäre doch auch was für die Novo…

  17. @ Peter

    Gute Idee. Ich werde mal anfragen ob dort Interesse besteht.

  18. Hier mal was zur Aufheiterung…

  19. Schon gelesen?
    Auch das gehört zur Ehrlichkeit.

    36 Millionen Tonnen pro Jahr -- so hoch könnte die zusätzliche CO2-Belastung für Deutschland ausfallen, wenn die sieben ältesten Atommeiler abgeschaltet bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE). Demnach würden pro Jahr 53,1 Terrawattstunden in der Stromproduktion fehlen, was etwa sieben Prozent der Leistung konventioneller Kraftwerke in Deutschland entspricht.
    Am wahrscheinlichsten ist es laut FfE, dass diese Menge zu zwei Dritteln mit Kohle- und einem Drittel mit Erdgas-Kraftwerken wieder aufgefangen werden müsste. Der Regierung entginge dabei pro Jahr eine Summe von etwa 900 Millionen Euro durch die Kernbrennstoffsteuer, den Kraftwerksbetreibern etwa 1,2 Milliarden Euro an Gewinn. Bis erneuerbare Energien die Produktionslücke abdecken könnten, würden sich die energiebedingten CO2-Emissionen um etwa fünf Prozent erhöhen. Deutschland müsste in Kauf nehmen, dass etwa so viel Kohlenstoffdioxid zusätzlich in die Atmosphäre gelangt, wie Neuseeland in einem ganzen Jahr einbringt.

    Quelle

  20. #3 und #9
    Ganz ehrlich:
    Das Problem des Zufallsstroms aus Wind und Sonne ist gelöst. Dank der norwegischen Wasserkraft wird die Grundlastfähigkeit unserer erneuerbaren Energien ausgebaut, also erweitert. Jedenfalls verkündet das Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister de Jager.
    Die braven Norweger verbauen 1,4 Milliarden EURO, damit Deutschland seine Klimaziele erreicht. Sie kaufen unseren teuren Ökostrom, wenn verfügbar, und rücken ihren günstigen Wasserstrom heraus, wenn er hier gebraucht wird. So einfach ist die Welt. Man muß nur wollen.

  21. Ich habe da mal eine frage…(mit blick auf mehr ehrlichkeit in der energiepolitik und im besonderen zur kernenergie).

    hintergrund ist, das ich in der energiewirtschaft arbeite und in meinem freundes-und bekanntenkreis “der ansprechpartner “ in sachen nuklearer fragen bin (siehe derzeit japan, wobei ich mit kernenergie in der praxis eigtl. nix zu tun habe).
    Dabei habe ich die erschreckende erfahrung gemacht, dass selbst hochintelzligente leute der in den deutschen medien gemachten panikorgie mehr glauben schenken als rationalen argumenten.
    Mein argumentationsansatz läuft letzten endes (leider) immer auf den vergleich der todesfälle der zivilen kernenergienutzung vs restliche risiken der welt und des lebens hinaus, sowie auf die geforderten wertung des gesprächspartners welche der todesfälle nun unter moralischen/ethischen gesichtspunkten schlimmer sind. Ich bin mir dabei durchaus bewusst das diese argumentation moralisch/ethisch zumindest grenzwertig ist.

    Kennt hier jemand quellen/statistiken aus denen solche zahlen hervorgehen?

    Ich weiß zb das allein in deutschen krankenhäusern jährlich mehr menschen durch multiresistente erreger sterben als durch die zivile nutzung der kernenergie, kann es jedoch im fall der fälle nicht belegen (mir sind dummerweise die entsprechenden quellen verloren gegangen und ich finde diese im moment auch nicht wieder). Unfälle in der chemie bewirken leider auch regelmäßig hohe todesopfer…

    leider bewirkt nur diese argumentation ein kritisches nachdenken und im allgemeinen einen sofortigen themenwechsel bzw. betroffenes schweigen.

    also, meine bitte… wer quellen/statistiken zu diesem thema hat, bitte hier posten.

    Danke
    Micha

    Ps: @admins
    Besteht die möglichkeit das ihr den blog und speziell die postingfunktion für smartphones anpasst? Ein scrollen im schreibfenster ist leider per handy nicht möglich (galaxy s)

  22. @ michael m

    Die Deutschen haben einen an der Waffel, jedenfalls was Radioaktivität betrifft. Da werden in aller Eile Kernkraftwerke abgeschaltet, Jodtabletten und Geigerzähler gekauft, weil auf der andern Seite der Welt ein Kernkraftwerk havariert und radioaktives Material ausgetreten ist. Dort leben aber noch alle, dass heißt die die den Tsunami und das Erdbeben überlebt haben.

    Die gefährlichste Strahlung die wir hierzulande haben, kommt genau von oben, von der Sonne.

    Hautkrebs ist mit mehr als drei Millionen Neuerkrankungen pro Jahr die weltweit häufigste Krebskrankheit. Allein in Deutschland erkranken rund 140.000 Menschen daran. Der Hauptrisikofaktor ist die UV-Strahlung der Sonne und aus Solarien.

    Dann möchte ich noch auf eine Sendung hinweisen, die ich hier schon verlinkt habe. Da geht es auch um die Risikoabwägung.

  23. @ Michael

    Einen Überblick über die Totesfälle pro TWh untrerschiedlicher Arten der Energieerzeugung hat Steffen Hentrich beim Liberalen Institut veröffentlicht.

    Wenn Du diese Zahlen in einer Diskussion nutzt, wirst Du ganz bestimmt jede einzelne erklären müssen. Quelle für die Grafik war der Blog Next Big Future. Dort sind sie näher erläutert.

    Eine weiter Untersuchung der Art kommt vom Paul Scherrer Institut. Das hat im Energiespiegel 2005 errechnet, wieviele Todesopfer die verschiedenen Arten der Energiegewinnung kosten.

    Die unmittelbaren Todesfälle einer Energiekette ergeben im Verhältnis zu ihrer äquivalenten Stromproduktion ein Mass in «Toten pro Gigawattjahr» (GWea), das direkte Vergleiche zwischen Energieketten und Regionen ermöglicht. OECD-Länder weisen deutlich tiefere Werte auf als jene der Nicht-OECD. Bei den Fossilen ist Flüssiggas mit Abstand am unfallträchtigsten, aber auch Erdöl und Kohle schneiden klar schlechter ab als Erdgas. Westliche Kern- und Wasserkraftwerke haben die tiefsten Werte – ausser in Nicht-OECD-Ländern, wo Staudammbrüche Tausende von Opfern forderten. Wenn man die latenten Todesfälle für den einzigen schweren nuklearen Unfall mit Gesundheitsschäden (Tschernobyl) berücksichtigt, ergeben sich Schätzungen der latenten Opfer von 13,9 bis 51,2 Todesfällen pro GWea in der Nicht-OECD.

    Womit Du sicher gleich in einer Diskussion landest, wie viele Todesfälle Tschernobyl denn tatsächlich gekostet hat. Hier gehen die Schätzungen, etwa von der WHO und Greenpeace sehr weit auseinander. Diese vergleichende Übersicht kann da weiterhelfen.

    [Edit] Ein Kommentar zu den Gefahren der Wasserkraft.

    Lawrence Solomon: Dams are worse
    A forgotten 1975 Chinese disaster killed 230,000 people

  24. @ Michael

    Den Blog hier für Smartphones optimieren würde ich auch ganz gerne. Bestimmt bietet WordPress auch die Möglichkeit. Nur, die Zeit dafür fehlt ein wenig. Falls Du (oder jemand anderes hier) bei der Umsetzung helfen möchte, immer gerne!

  25. @michael m

    Wenn auch schon etwas älter und deshalb nicht die aktuelle Lage in Japan betreffend, aber dennoch lesenswert:
    Die Panikmacher“ von Walter Krämer und Gerald Mackenthun.

  26. @michael m

    Dabei habe ich die erschreckende erfahrung gemacht, dass selbst hochintelzligente leute der in den deutschen medien gemachten panikorgie mehr glauben schenken als rationalen argumenten.

    ein großes Problem in solchen Diskussionen ist, dass Argumente wie der Vergleich von Todesfallraten durch verschiedene Energieerzeugungsarten an solchen Leuten leider oft abprallen, denn es geht ihnen in egoistischer Weise meist nur um die eigenen, persönlichen Ängste „…..ogott, das könnte ja auch mich treffen, kann ich jetzt noch raus oder werde ich da verstrahlt…”.

    Dagegen ist Todesfallstatistik kein Argument, denn „…..was schert es mich, wenn am Arsch der Welt ne Kohlegrube einstürzt und 600 Kumpel unter sich begräbt…”. Da blendet man natürlich gern bewusst sämtliche unpassenden Fakten aus und lässt sich lieber die eigenen Ängste mit hyperventilierender deutscher Panikpropaganda bestätigen – je absurder desto „glaubhafter” – siehe die Horrorberichterstattung eines Robert Hetkämper:

    … Niemand verkörpert die Schäbigkeit dieses deutschen Journalismus besser als der ARD- Korrespondent Robert Hetkämper. Er darf seit zwei Wochen täglich seine ganz persönlichen Einschätzungen von der Lage an Millionen deutsche Zuschauer verkünden. Der Stil seiner Berichterstattung findet sich emblematisch in der Tagesschau vom 16. März: „Es gibt laufend Meldungen zur Lage in Fukushima, die uns aber im Grunde nichts sagen zur Lage in Fukushima, außer, dass die Lage, und da gibt es keinen Zweifel, die Lage, sie ist nicht mehr unter Kontrolle.“

    Mit anderen Worten, ich weiß nichts, aber es ist schlimm. Und den japanischen Behörden kann man nicht trauen. Zurück ins Studio.

    Eine Woche später hört sich es immer noch so an: „Es ist nach wie vor unübersichtlich….es ist schwierig zu beurteilen… es geht im Grunde genommen tag um tag um tag im gleichen Trott dort weiter (im Kraftwerk), mal versucht man was, dann geht es wieder zurück (die Strahlung)…sehr optimistisch muss man nicht sein.“

    Ich weiß also immer noch nix, aber wenigstens ist es immer noch schlimm. Ich hoffe, das reicht Ihnen. Man fragt sich: ist es zu viel verlangt, die Angaben zu überprüfen? War die Strahlung zu hoch? Oder war schon Feierabend?

    Für Hetkämper ist die Katastrophe sein persönlicher Informationsnotstand, er sagt Sätze wie: „wenn ich mal zusammenklaube, was ich sonst an Informationen in dieser Stadt Tokio zusammensammeln kann.“ Gibt es faktische Zweifel, spricht sich Herr Hetkämper für die Katastrophe aus: „Wir haben Bilder des japanischen Fernsehens gesehen, die haben aus 30 Kilometer Entfernung Fukushima gefilmt, haben dort weißen Rauch aufsteigen sehen, wahrscheinlich handelt es sich da um Wasserdampf, aus dem Reaktor Nr.3, was dafür spricht, wir wissen es nicht, aber was dafür spricht, dass dieser Reaktor möglicherweise zerbrochen oder angeknackst ist.“

    Herr Hetkämper weiß zwar weiterhin nichts genaues, kann aber die Herkunft und Gefährlichkeit von Wasserdampf, gefilmt aus 30 Kilometern, bestimmen.

    Überhaupt, Angstphantasien: „es wirkt von hier aus ziemlich gespenstisch…es wirkt ein bisschen, von hier aus gesehen, gut, vielleicht phantasiere ich, aber von dem, was ich mir zusammenstoppeln kann an Informationen, es wirkt wie ein Totentanz.“

    Quelle: achgut.com

    Mit Scheuklappenträgern zu diskutieren, ist ne schwierige Kiste….. Angst vernebelt eben auch intelligenten Leuten die Sicht auf jedwede Rationalität.

  27. @michael

    Tach Kollege 🙂

    Ick mach dat inzwischen anders…………mit den EE-Lobbyhammer.
    Da die Menschen auch erschreckt über die steigenden Strompreise diskutieren, erkläre ich ihnen in aller Ruhe wem wir diesen Anstieg zu verdanken haben.
    Inzwischen ist die staatliche Abgabenlast (inc. EE-Zulage) auf 46% angestiegen……………Mietkasernenbewohnern erkläre ich, das sie den tollen Sonnenstrom des Herrn Lehrer mit der geilen Solaranlage anteilig mitbezahlen müssen, damit Herr Lehrer seine karge Pension mittels EE-Zwangseinspeisung etwas aufstocken kann.

    Bei Geld hört die Freundschaft auf…..das verstehen sogar völlig unbedarfte Mitbürger recht schnell……..einfach mal einwerfen was die Franzosen derzeit für die kWh bezahlen müssen und anschließend den weit aufgerissenen Mund belächeln.

    Eins dürfte uns allen klar sein, die schöne neue EE-Welt ist nicht zum Nulltarif zu haben, wir werden finanziell ausbluten, damit Solarfirmen, Bauern und Windradhersteller fette Gewinne einfahren können, zusätzlich zu den konventionellen Geldeintrebern.

    Mist, ick muss langsam Teil 2 der Analyse anschubsen……..vllt schaff ick dat ja noch heute.

    Onkel Heinz………war mal kurz bei R-E.

  28. @Lentje (#25)

    Tolles Buch………hab mal kurz quergelesen und wunder mich, das ich heute immer noch lebe.

    Das Leben ist eines der Gefährlichsten…………und der Deutsche wird immer älter……….zum Leidwesen der Rentenkassen……….jaja, Windeln für Erwachsene werden bald ein Kassenschlager, bei den Unmengen an Leuten die sich jetzt schon ständig vor Angst in die Buchsen machen.

    In diesen Sinne, ick steck mir erstmal ne Kippe an.

    Onkel Heinz…………hat die DDR überstanden, hat die NVA überstanden……und wird auch die Grünen überstehen

  29. @ Lentje #25

    Das Buch steht auch bei mir im Regal. Ich kann es nur jedem zum Lesen empfehlen. Es sind ein paar echte Augenöffner dabei.

    Interessant sind auch die TV-Auftritte von Prof. Krämer. Wie in der ARD-Doku „Die Angst Industrie“. Absolut sehenswert!

  30. Realistischerweise wird es aber eher so aussehen: Die Norweger lassen sich die Abnahme des subventionierten überschüssigen Spitzenlaststroms aus der Wind- und Sonnenenergie teuer bezahlen (bestenfalls zahlen sie noch ein wenig dafür). Wenn es dann bei uns knapp wird, speisen sie zur Bedarfsabdeckung als Spitzenlaststrom teuer wieder ein.
    Wrde eigentlich der Strom aus den norwegischen Speicherseen auch EEG-subventioniert? Das wäre noch eine dolle Einahmequelle.

    Ich glaube, ich muss mich da mal um Aktien kümmern..

    Rudolf

  31. Huch, da gibts ja 2 Rudolf K’s. Nein, ich bin nicht Rudolf Kipp, sondern Rudolf Kohler

  32. So langsam scheint man auch in den Medien was zu merken…

    Das grüne Jobwunder ist nur ein Märchen
    Politiker verkaufen erneuerbare Energien als „Jobmotor“. Dabei dürften Subventionen für Ökostrom mehr Arbeitsplätze vernichten als schaffen

  33. Hallo,

    duzt man sich hier? 😉 Egal, ich wollte nur kurz Dank sagen für den Aufruf zur unvoreingenommenen und rationalen Vorbereitung auf die kommende Energiekrise. Dies spiegelt genau meine Position wieder, die ich in Gesprächen oft einnehme. Aber spätestens nach dem Erdbeben in Japan sind in Deutschland die mediale Berichterstattung, das gesunde Volksempfinden und der politische Wille scheinbar gleichgeschaltet für den Atomausstieg, so daß der Ruf nach Rationalität kein Gehör mehr finden wird. Es nimmt religiöse Züge an. Ähnlich wie bei der demographischen Entwicklung wird uns die Krise irgendwann überraschen -- wenn es zu spät ist.

    Interesanterweise scheint dieses Phänomen auf Deutschland beschränkt zu sein, so daß man vielleicht zu irgendeinem Zeitpunkt Technologie oder Energie wird importieren können. Der Preis wird (neben dem Preis) die politische Unabhängigkeit sein.

    Martin

  34. Hallo Martin,

    dafür wie man sich hier im Blog anspricht gibt es keine Regeln. Das machen alle Diskussionteilnehmer nach eigenen Vorlieben.

    Ich teile Ihre Beobachtung, dass wir in Deutschland seit Fukushima eine mediale Gleichschaltung erleben. Diese Tendenz war zuvor schon in Ansätzen zu beobachten und hat sich durch die Vorgänge in Japan auch auf die politische Landschaft ausgeweitet. Unsere Parteien überbieten sich zurzeit ja darin, wer den schnellsten Ausstieg aus der Kernkraft und den schnellsten Umbau auf „Eneuerbare“ propagiert.

    Nur leider werden dabei ökonomische und physikalische Realitäten völlig ignoriert. Es gibt keinen Sonnenkollektor der bei Dunkelheit Strom produziert, genauso wenig wie es ein Windrad gibt, das bei Flaute Strom erzeugt. Ebenso wenig ist elektrische Energie (direkt) speicherbar.

    Die in Deutschland vorherschende Realitätsferne hat bereits in der Vergangenheit dazu geführt, dass unser Land an wichtigen technologischen Entwicklungen nicht mehr mitgewirkt hat. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Wind hierzulande in nicht zu ferner Zukunft wieder dreht und unsere Technologiefeindlichkeit einer positiveren und fortschrittlicheren Geistehaltung weicht.

    Ich hoffe, dass wir Dir mit unseren Beiträgen hier helfen können, Deine Einstellung in Gesprächen noch besser untermauern zu können. Unser Land braucht jetzt vor allem mehr neugierige, aufgeschlossene und auch skeptische Menschen. Und weniger Erbauer von Luftschlössern.

  35. Vielen vielen Dank für diesen Beitrag, er spricht mir aus der Seele.. ich hoffe, dass einige dieser Öko-Mitläufer auch in den Genuss dieses Artikels kommen werden. Es wäre Deutschland echt zu wünschen.

  36. Danke für die kritischen Betrachtungen gegen die deutsche Energie-Konsensokratur!

    @ Rudolf Kipp („seit Fukushima eine mediale Gleichschaltung erleben“): Nicht erst seit Fukushima! Sarrazin, Libyen-Intervention …: Der Medien-Mainstream positioniert sich lustvoll gegen das Volk!

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