Reality Check – Über Politik und Wissenschaft

13. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kommentare, Ökologismus, Politik

Die Pläne zur radikalen Umstrukturierung der Energieversorgung in Deutschland, zunächst unter dem Gesichtspunkt der Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen und dann mit dem Ziel des völligen Verzichts auf Nukleartechnik, werfen ein eigenartiges Licht auf die Rolle der Naturwissenschaft in der Gesellschaft. Einerseits beruft sich das Projekt auf klimatologische Aussagen, andererseits werden bei der Erörterung der grundsätzlich technischen Frage, ob und wie man die Energieversorgung eines hoch industrialisierten Landes von Grund aus umkrempeln und auf andere, noch nicht in den Einzelheiten ausgereifte und vielleicht tönerne Füße stellen kann, darf oder muß, Vertreter der Naturwissenschaft und Technik nur in sehr beschränktem Maße zu Rate gezogen.

Letzteres wohl wegen des Verdachts, gerade ihre spezielle Ausbildung dränge ihre Ansichten in eine technokratische Richtung und hindere sie daran, den allgemeinmenschlichen und ganzheitlichen Zusammenhang gebührend zu würdigen.

Das beschlossene Konzept umfaßt Wunschvorgaben,
Fragen der ethischen Verantwortung, Ideen zu Information und Miteinbeziehung der Bürger und vor allem einen Plan zur legislativen Umsetzung. Doch die erheblichen technischen Schwierigkeiten und Ungereimtheiten werden im Vertrauen darauf, daß „die Forschung“ sie bei hinreichender Forderung und Förderung schon im Handumdrehen lösen wird, unter den Teppich gekehrt. Hier spiegelt sich die zwiespältige Haltung einer Gesellschaft wider, die sich zum einen vollkommen auf die Problemlösungsfähigkeit der Naturwissenschaft und Technik verläßt, ihnen zum andern aber mit Desinteresse, Unverständnis, ja Mißtrauen und Ablehnung gegenübersteht.

Es sieht ja alles so schön pluralistisch und demokratisch aus: im Zuge des zeitgemäßen Kulturrelativismus muß man doch jede Meinung gleichermaßen anerkennen und beispielsweise sogar dem Anhänger einer Naturreligion ebenso Kompetenz zubilligen wie einem Naturwissenschaftler, oder nicht?

Aber ist es wirklich gleichwertig, ob man an die große Urmutter Gaia glaubt oder an den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik?

Ist es egal, ob man um Bäume tanzt oder in einem Chemielabor arbeitet?
Nicht ganz. Womit sich jeder einzelne beschäftigt, ist natürlich Privatsache, aber wenn es um die Lenkung des Gemeinwesens geht, dann besteht doch ein Unterschied zwischen der naturwissenschaftlichen Weltsicht und ihren Alternativen. Und es liegt, wie im folgenden erläutert, im eigensten Interesse des Pluralismus, diesen Unterschied zu beachten.

Fast alle Bereiche des Geistes- und gesellschaftlichen Lebens sind von der Rhetorik dominiert; es geht ums Verhandeln und Beschließen, um die Überzeugungskraft des Worts. Die Erfolge der Massenpsychologie und Propaganda liegen auf der Hand, die periodischen Medienhysterien zeugen von der Macht des Worts auf die Menschen. Und so liegt der Gedanke nahe, daß es bei allem in erster Linie auf das bloße Wollen und Reden ankomme.

Dieser Gedanke dominiert das magische Weltbild beispielsweise des Mittelalters und ist den totalitären Ideologien nicht fremd. Auch in der kurzen Geschichte der „Energiewende“ ist uns bereits die Beliebigkeit des politischen Willens begegnet.

War noch vor einem Jahr eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke ein akzeptabler Preis für die Vermeidung von Kohlendioxidfreisetzung, so nimmt man heute ebenso vehement und scheinbar gedächtnislos einen verstärkten Einsatz fossiler Brennstoffe zwecks Vermeidung der Kerntechnik in Kauf, ohne daß dieser Sinneswandel durch einen realen Erkenntnisfortschritt begründet wäre.

Die natürliche Welt läßt sich aber durch Sprüche nicht beeindrucken.
Daß ein Flugzeug fliegt, beruht nicht auf einem faustischen Vertrag mit Luftgeistern, wie ein mittelalterlicher Denker es sich vielleicht vorgestellt hätte, sondern auf beobachteten Gesetzen der Strömungsmechanik.

Die moderne Naturwissenschaft begann in dem Moment, als kluge Köpfe aufhörten, die Worte ihrer Altvorderen nachzubeten, und stattdessen die überlieferte Mythologie durch direkten Vergleich mit der beobachtbaren Realität in Frage stellten. Und siehe da, es wurden Gesetzmäßigkeiten erkennbar, die bei logisch konsequenter Anwendung Dinge auf technischem Wege möglich machten, die man vorher für die reinste Hexerei gehalten hätte.

Hier regiert nicht die Rhetorik, sondern die Logik. Was im Widerspruch zu den Naturgesetzen steht, ist kein Konflikt, den man durch Verhandlung und Kompromiß lösen könnte, sondern ist schlicht unmöglich. Die Einsicht, daß man nichts Unmögliches, aber alles Mögliche wollen darf, hat den Menschen vom Träumer zum Bändiger der Naturkräfte gemacht.

Als man erkannte, daß es zwecklos ist mit der Natur oder erdachten übernatürlichen Weltlenkern verhandeln zu wollen. Daß diese sich nicht kapriziös oder nachtragend, sondern regelhaft verhält und man sich dieses zunutze machen kann. Erst dann konnte sich die Menschheit aus dem imaginären Joch übersinnlicher Rächergestalten befreien und Neugier auf die sinnlich erfahrbare Welt entwickeln. Der technische Fortschritt ermöglicht einen Wohlstand der uns heute erlaubt, diese Neugier in weitem Maß zu verwirklichen.

Das Naturwissenschaftliche Weltbild
Natürlich ist auch der in Naturgesetzen und Lehrbüchern aufgeschriebene Kenntnisstand der Naturwissenschaft eine Sache des Worts und somit gewissermaßen nur eine Mythologie unter vielen. Der Anspruch, damit ein vollständiges oder korrektes Bild der Wirklichkeit zu besitzen, wäre verfehlt. Es gibt hier keine endgültig gesicherte Erkenntnis, und die Geschichte der Naturwissenschaft ist eine Geschichte der Irrtümer.

Aber der entscheidende Punkt, in dem sich das naturwissenschaftliche Weltbild von Mythen, Religionen und Ideologien fundamental unterscheidet ist nicht, daß es recht hätte oder in einem metaphysischen Sinne wahrer wäre, sondern daß es der empirisch beobachtbaren Welt unbedingten Vorrang vor dem Wort einräumt.

Alles, was behauptet wird, muß sich immer der Kritik durch empirische Befunde unterwerfen.
Selbst ein völliger Konsens aller qualifizierten Wissenschaftler hilft da nichts. Vor eineinhalb Jahrhunderten war die Newtonsche Mechanik die allgemein akzeptierte Grundlage der Physik der Materie. Doch die Beobachtung, daß sie gewisse Phänomene auf mikroskopischer Ebene nicht richtig beschreiben kann, hat zur Entwicklung der Quantentheorie und damit innerhalb weniger Jahre zu einem radikalen Wandel der Grundlagen der Physik geführt. Dieser hat etwa die moderne Elektronik oder Laser- und Digitaltechnologie überhaupt erst möglich gemacht.

Die grundsätzlich kritische Haltung sich selbst gegenüber ist es, was die Naturwissenschaft von den anderen Welterklärungsversuchen unterscheidet. Und die Bindung an die empirische Realität, zusammen mit klarer Logik in der Anwendung der erkennbaren Regelmäßigkeit, ist der Grund für ihren technologischen Erfolg.

Die Offenheit, alle Aussagen immer zur Kritik zu stellen und im Lichte neuer Einsichten zu prüfen, ist daher eine definierende Eigenschaft des Naturwissenschaftlers. Wer ein theoretisches Modell für endgültig über Kritik und Revision erhaben erklärt, hört – ungeachtet seiner sonstigen Qualifikation und Leistungen – in diesem Moment auf, ein Naturwissenschaftler zu sein, und wird zum Ideologen.

Es ist wichtig, sich dies vor Augen zu halten,
weil die im 20. Jahrhundert maßgeblich gewordenen politischen Mythologien sich einen wissenschaftlichen Anstrich gaben.  Sowohl die Ideologie des 3. Reichs als auch die der Sowjetunion beriefen sich auf (ziemlich fragwürdige) wissenschaftliche Grundlagen, die aber bei Höchststrafe nicht kritisiert oder hinterfragt werden durften. Selbst oder gerade wenn sie an der Realität scheiterten.

Diese Beispiele zeigen die charakteristischen Folgen für sich auf die Macht des Worts stützende Gedankensysteme ohne den skeptischen korrektiven Abgleich mit der Wirklichkeit. Sie haben eine Neigung zum Wunschdenken in der Planung und zum Etikettenschwindel bei Mißerfolgen, und zur gewaltsamen Unterdrückung kritischer und unorthodoxer Stimmen. Bei allen Unterschieden im Wortlaut unterscheiden sich solche Ideologien, sobald sie die Gesellschaft dominieren, fast nicht in Methodik und konkreter Lebensgestaltung.

Die skeptische Agenda der Naturwissenschaft
ist in der Politik in der parlamentarischen Demokratie realisiert. Unterschiedliche Sichtweisen sind vertreten, verschiedene Optionen werden diskutiert und tragen zur Optimierung bei, das Vorhandensein einer Opposition und die Möglichkeit des Regierungswechsels sorgen dafür, daß Programme und Beschlüsse, die in der Praxis nicht funktionieren, aufgegeben und durch andere ersetzt werden. Erzwungener Konsens, Handlungszwänge ohne Alternativen und unumkehrbare Entscheidungen sind dem Wesen der Demokratie fremd.

Daß die Demokratie ein ständiges Wachhalten der Vielfalt und Skepsis erfordert, gerät leicht in Vergessenheit. Und das gerade dann, wenn man sie für eine unverlierbare geschichtliche Errungenschaft hält. Oder wenn man ihre Offenheit dahingehend mißversteht, man könne sich die Regeln beliebig aussuchen.

So wie die Naturwissenschaft in Gefahr steht,
angesichts ihres Erfolgs ihre Selbstkritik zu vergessen, besteht auch hier die Gefahr eines Abgleitens in eine ideologische Politik; sie ist am größten, wo man sich am sichersten fühlt. Es kommt hinzu, daß es in der politischen Arbeit in erster Linie auf das Verhandeln und Beschließen ankommt; allzu leicht gerät bei dieser wortorientierten Tätigkeit der prüfende Abgleich mit der Realität ins Hintertreffen.

Zur naturwissenschaftlichen Methode gehört ein aufgeklärtes, pluralistisches Menschenbild. Bildungsideal ist ein kritisch und selbständig denkender Mensch, der mit der Vielschichtigkeit der Wirklichkeit umgehen kann und auch das autoritativ vorgetragene Wort in Frage stellt. Die Sprache findet hier zu ihrer besten Funktion, nicht nur Mittel der Kommunikation und des Denkens zu sein, sondern Raum für das hypothetische Durchspielen von Möglichkeiten zu bieten, bevor man handelt.

Das erfordert gründliche und breit gefächerte Kenntnisse, um die verschiedenen Optionen wahrnehmen und beurteilen zu können, und Erfahrung mit der Sprache, um rhetorische Tricks zu erkennen und zu entlarven und Sprache als Hilfsmittel zur Beschreibung der Welt, nicht als ihren Ersatz, aufzufassen. Auch die parlamentarische Demokratie setzt im Prinzip den aufgeklärten, kritisch denkenden Menschen voraus.

Selbständiges und kritisches Denken ist aber nicht nur anstrengend,
sondern daran gewöhnte Menschen sind schwer zu regieren. Bei politischen Problemlösungsaktionen stellen sie unangenehme Fragen: Ist die vorgeschlagene Lösung wirklich die beste? Löst sie wirklich das Problem? Ist das Problem überhaupt ein Problem? Oder ist es ein Scheinproblem ideologischer Politik?

Instinktiv begrüßen es daher beide Seiten, wenn etwa in den Schulen das umfassende Allgemeinbildungsprogramm mit seinen das kritische Verständnis übenden Komplikationen „entrümpelt“ und durch ein konformitätsförderndes Menü aus leicht faßlichen und widerspruchsbereinigten, auf spezifische Anwendungen zugeschnittenen Wissenshappen ersetzt wird.

Auch der immer weiter um sich greifende Druck zur „Political Correctness“
führt zu fortschreitender Verengung des Gedankenspielraums durch systematische Verarmung der Sprache. Der oberflächlich humanitäre sozialtechnische Grundgedanke dabei ist, die Unangenehmes, Unliebsames, Unanständiges, Problematisches bezeichnenden Worte zu ächten oder möglichst ganz zu vermeiden, mit dem Ziel, daß das Bezeichnete dann nicht mehr gesagt, nicht mehr gedacht und letztlich nicht mehr getan werden kann.

Dazu erhält jedes Wort eine möglichst eindeutige Bedeutung und vor allem eine feststehende moralische Bewertung. Dieser Wert überträgt sich unabhängig von Sinn und Zusammenhang auf den Satz, in dem das Wort vorkommt, und weiterhin auf die Person, die den Satz äußert. Die öffentliche Verwendung eines Tabuworts (z.B. „Autobahn“) selbst in einem an sich unverfänglichen Zusammenhang entwertet automatisch das Argument und kann das Karriereende bedeuten; umgekehrt macht ein positiv belegtes Wort (z.B. „nachhaltig“) eine inhaltlich noch so fragwürdige und haltlose Aussage zur schlagenden Begründung selbst für weitreichende Taten und verleiht dem Sprecher den Charakter einer verantwortungsvollen und vertrauenswürdigen Person.

Der Political Correctness liegt ein fundamental totalitaristisches Menschenbild zugrunde:
der Mensch muß vor bösen Worten und Gedanken bewahrt werden, weil er einer kritischen Analyse des Gehörten unfähig ist und mechanisch und unreflektiert auf Propaganda und Anweisungen reagiert. Dies wird vorausgesetzt, der leichten Steuerbarkeit wegen sogar erwünscht und durch die Einengung der Sprache und damit der Fähigkeit, Alternativen zu erkennen und zu beurteilen, am Ende erreicht. Der politisch korrekte Mensch ist das Gegenteil des aufgeklärten, kritischen und selbständigen Menschen. An die Stelle der Vorsicht, Reflexion und Urteilskraft des Zuhörers setzt PC eine unerbittlich eingeforderte Selbstzensur des Sprechenden, die nur noch die Kommunikation bestimmter Inhalte zuläßt. Eine Kontrastierung mit abweichenden Ansichten, selbst zum Zweck rein hypothetischer Abwägung, ist im angestrebten Idealfall nicht mehr möglich.

Die PC-Sprache hat in Ansätzen und Zielsetzung viel Gemeinsamkeit mit dem durch George Orwell in „1984“ konzipierten „newspeak“. Während dort die Kunstsprache aber von einer eigenen Kommission geschaffen und durch einen durchgreifenden Überwachungsstaat eingeführt wird (endgültig übrigens im Jahr 2050) und sich auffallend von der natürlich gewachsenen  Sprache unterscheidet, wirkt PC schleichender, unauffälliger; der Zwang nimmt nur die Gestalt allgemeinen Sozialdrucks und der Modernisierung der Schulbuchliteratur an, und die gesäuberte Sprache ist äußerlich von der gewohnten kaum zu unterscheiden. Es fehlt ihr aber die Vielschichtigkeit und der Humor, die unser Leben so reichhaltig machen. Und es fehlt die Möglichkeit, die in ihr verkörperte Ideologie als solche zu entlarven und in Frage zu stellen.

Um eine pluralistische und technisch überlebensfähige Gesellschaft aufrechtzuerhalten,
brauchen wir klare Köpfe, die zwischen Wort und Wirklichkeit zu unterscheiden gelernt haben. Wir brauchen keine Ideologen mit oder ohne naturwissenschaftliche Ausbildung, die im Namen einer fraglos zu akzeptierenden vermeintlichen Wahrheit, unbequem oder nicht, Scheuklappenmentalität verbreiten. Nicht Zwangsbeschränkung mit wissenschaftlichem Anstrich, sondern nur die dem Wesen der Naturwissenschaft eigene Paarung von geistiger Offenheit mit Realismus kann uns vor einem Rückfall ins Mittelalter bewahren.

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

57 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Lieber Fluminist,

    herzlich willkommen in der Riege der Autoren bei Science Skeptical und vielen Dank für diesen äußerst gelungenen Einstandstext. Seitdem es Wissenschaft gibt (oder eigentlich schon davor) wird diese zu politischen Zwecken genutzt, instrumentalisiert und vielfach auch missbraucht. Und oft genug hat eine Koalition aus Politik auf der einen und einer Wissenschaft die sich nur zu gerne vor den politischen Karren spannen lassen wollte auf der anderen Seite direkt in die Katastrophe geführt. Beispiele wie etwa der Lyssenkoismus in der Sowietunion oder die Eugenik der Nazis sollten eigentlich als ständige Mahnung im Bewustsein der Menschen sein. Nur leider ist die Menschheit wohl vor allem eins -- äußerst vergesslich.

  2. Toller Einstandsartikel. Ich stimme im wesentlichen zu. Nach meiner Ansicht sollte aber zwischen „Wissenschaft“ (Grundlagenforschung) und „Technologie“ durchaus unterschieden werden. Während Wissenschaft tunlichst unabhängig von Politik zu betreiben ist (ich zitiere mich mal selbst:

    Während in der Forschung werte- und interessenfrei Vorgänge in der Natur analysiert werden, ist Politik die Kunst des werte- und interessengetriebenen Ausgleichs zwischen unterschiedlichen Ansichten.),

    weist Technologie durchaus eine Wechselwirkung mit der Gesellschaft auf, die politisch zu begleiten ist.

    Schlimm wird es dann, wenn man mit der politischen Ablehnung einer Technologie (Kerntechnik, Gentechnik) auch gleich die entsprechende Forschungstätigkeit regulieren und eindämmen will (bzw. dies in Kauf nimmt).

    Anders ausgedrückt: Aus meiner Sicht ist es zu akzeptierender Teil einer Demokratie, wenn eine gesellschaftliche und politische Mehrheit die Anwendung einer Technologie aussetzt. Auch wenn ich dagegen bin und gegen diese Entscheidung ankämpfe (das ist dann nicht nur mein Recht, sondern sogar meine Pflicht als Demokrat). Nicht Teil demokratischen Bewußtseins darf hingegen sein, einer Technologie keine Chancen mehr zur Weiterentwicklung durch wissenschaftliche Fortschritte zu geben. Denn dadurch wird der aktuelle Stand des Wissens zu einem sakrosanktem Dogma erklärt -- und das ist in der Tat, wie oben wunderbar ausgeführt, mittelalterlich und voraufklärerisch.

  3. Fluminist,
    für mich ist die größte Merkwürdigkeit, dass diese Pläne zur Umgestaltung offensichtlich schon lange existieren, sich nicht mittels Klimawandelangst verwirklichen liesen und plötzlich durch Fukushima auf den Weg gebracht wurden.

    Bis vor einem Jahr war Klimawandel für mich uninteressant. Ich kannte weder WBGU noch den Nachhaltigkeitsrat. So wird es immernoch dem größten Teil der Bevölkerung gehen. D.h., die „Umgestaltung“ der Gesellschaft hat schon längst angefangen und kaum einer bemerkt es? Was ich aber bei den beiden vor längerer Zeit gegründeten Vereinen lese, beruhigt mich keineswegs. Diese Ideologie ist mir aus früheren Zeiten bekannt.

    Auch die Political Correctness kannte ich in einer leicht abgewandelten Form. Diese PC funktioniert aber ohne Zwang und Zensur, sondern selbsttätig, ohne Anweisung ohne Erklärung. Ich glaube Sloterdijk nannte es mal den „Meinungswächterrat“ .Aus “ Ein Käfig voller Feiglinge“ :

    Man möchte meinen, die deutsche Meinungs-Besitzer-Szene habe sich in einen Käfig voller Feiglinge verwandelt, die gegen jede Abweichung von den Käfigstandards keifen und hetzen. Sobald einmal ein scharfes Wort aus einem anderen Narrenkäfig laut wird, bricht auf der Stelle eine abgekartete Gruppendynamik los.?

    Wir haben uns – unter dem Deckmantel der Redefreiheit und der unbehinderten Meinungsäußerung – in einem System der Unterwürfigkeit, besser gesagt: der organisierten sprachlichen und gedanklichen Feigheit eingerichtet, das praktisch das ganze soziale Feld von oben bis unten paralysiert. Dies gilt, wohlgemerkt, nicht für die aktuelle deutschsprachige Literatur, die farbig und ausdrucksstark ist wie seit langem nicht. Aber unsere sogenannte „Öffentlichkeit“, der politisch-publizistische Raum, die Sphäre der vorgesagten und nachgesagten Meinungen ist auf eine Weise durchsterilisiert und homogenisiert, dass man meinen möchte, fast alle, die bei uns öffentlich das Wort nehmen, kämen geradewegs aus dem Desinfektionsbad. Die Perser würden glauben, sie entdeckten auf fremdem Boden orientalische Verhältnisse wieder.

    Aufbruch der Leistungsträger

    Als ob dieses seltsame Verhalten mit Plan lange antrainiert wurde?

    Seit heute beunruhigt mich, dass der Cub of Rome scheinbar im Nachhaltigkeitsrat vertreten ist:

    „Eine Welt im Gleichgewicht ist seit 1972 für den Club of Rome eine Notwendigkeit – für unsere Arbeit im Nachhaltigkeitsrat die Herausforderung.“

    Max Schön, Mitglied des Rates

    Aus Uwe Möller zur Ernährungslage

    Im Jahre 2004 hat Dennis Meadows mit den Daten des Jahres 2000 ein „Update“ seines Weltmodells „gerechnet“ – mit dem Ergebnis, dass die Menschheit inzwischen unsere „Mutter Erde“ mit dem Faktor 1,3 überstrapaziert. Die „Grenzen des Wachstums“ sind damit überschritten! Dabei verursacht die „Verschwendungsökonomie“ der „reichen“ Gesellschaften 85 % des Ressourcenverbrauchs, während für die Menschenmassen im armen „Süden“ mit vier Fünftel der Weltbevölkerung nur 15 % der weltweiten Wirtschaftsleistung zur Verfügung stehen.

    Er mußte doch neu rechnen, weil seine erste Rechnung falsch war:

    „In besonders detaillierten Studien haben Pestel und Mesarovic die Lage Südasiens untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass selbst bei optimistischen Annahmen eine Hungerkatestrophe erwartet werden muss , die in den frühen achtziger Jahren beginnt und um das Jahr 2010 ihren Höhepunkt erreichen wird‘. Die Autoren rechen mit einer Milliarde Hungertoten.“
    Der Stern Nr. 44/1974 (in einem Artikel über einen Bericht des „Club of Rome“, den Eduard Pestel und Mihailo Mesarovic verfasst hatten)

    „Es wird dann zu solcher Zerrüttung in den zuerst betroffenen Regionen, wie etwa Indien, und zu Milliarden Toten kommen.“
    Dennis Meadows,1974 (Stern-Interview)
    Quelle: Der Stern Nr. 44/1974

  4. @Flumi,

    Kompliment, dat is „doppelplusgut” !!!

    Was Orwell mit „Neusprech” bezeichnete, nennt man heute „political correct”, „gendergerecht”, „kultursensible Sprache” und andere Wortschöpfungsungetüme totalitärer Denkrichtung.

    @Rudolf Kipp

    Beispiele wie etwa der Lyssenkoismus in der Sowietunion oder die Eugenik der Nazis sollten eigentlich als ständige Mahnung im Bewustsein der Menschen sein.

    …..und bitte Maos „Großen Sprung nach Vorn” nicht vergessen, der hat wohl die meisten Parallelen zur geplanten Zwangsbeglückung der „Großen Transformation”.

    @Rassbach

    …für mich ist die größte Merkwürdigkeit, dass diese Pläne zur Umgestaltung offensichtlich schon lange existieren,…..

    …..linksradikale Fundamentalisten fabulieren schon seit Jahren über die Abschaffung des Kapitalismus mit der Begründung, die Menschheit nur so vor der „drohenden Klimakatastrophe” bewahren zu können:

    Klimaschutz und Antikapitalismus

    Auszug aus dem Pamphlet von Daniel Tanuro, 2007 veröffentlicht:

    Der Wahnsinn des Wachstums wird, wenn man ihm freie Bahn lässt, das letzte Barrel Öl und die letzte Tonne Kohle verfeuern. Zu hoffen, die Schädigung der Umwelt könnte aufhören, wenn diese Ressourcen „erschöpft“ sind, würde sich als Fehler erweisen: Die kapitalistische Akkumulationsdynamik würde, wenn sie gezwungen ist, auf fossile Energiequellen zu verzichten [13], ganze Regionen der Welt in ökologische Wüsten verwandeln, um in gewaltigen Monokulturen Biotreibstoffe zu produzieren oder wo immer möglich Atomkraftwerke zu errichten. Das ITER-Projekt [14] stellt nur, wie Jean-Paul Deleage et al. [15] es beschreiben, den letzten Avatar des Wahnsinns dar: Ein System das völlig inkompatibel mit dem Funktionsrhythmus der Biosphäre ist.

    …..ja klar, bei Herrn Tanuro ist der Kapitalismus sogar noch schuld am Biosprit-Wahn, nicht unsere ökologistischen Fanatiker….. so einfach is das.

  5. Guter Artikel, Danke.

    Wenn wir heute von einem Rückfall ins Mittelalter sprechen, dann wird meist damit gemeint, dass Denkverbote greifen, so wie im „Dunklen Zeitalter“, als einzig die Bibel als Quelle der Erkenntnis erlaubt war. Das war aber im Hochmittelalter und der dann beginnenden Renaissance schon nicht mehr so strikt.

    Es gab aber trotzdem Wissenschaft im Mittelalter, und wenn wir mal von den Geisteswissenschaften absehen, oder alles was mit Astronomie und Religion zu tun hat, so gab es auch so etwas wie Grundlagenforschung. So etwa die Alchemie.

    Unter Alchimie verstand man im Mittelalter die universalwissenschaftliche Beschäftigung mit chemischen Stoffen und Operationen. Die Alchimisten versuchten hauptsächlich gewöhnliche Metalle in Gold oder Silber umzuwandeln. Ein Aspekt war die Suche nach einem Mittel für die Unsterblichkeit. Obwohl die Absichten und Praktiken aus heutiger Sicht fragwürdig erscheinen, war die Alchimie Vorläufer der modernen Wissenschaft, insbesondere der Chemie.
    […]
    Im europäischen Früh- und Hochmittelalter finden sich wenige Ansätze alchimistischen Denkens. Vielmehr werden technologische Rezepte zum Glasschmelzen, Mosaikkunst, Glockenguss, Metallverarbeitung und Farbherstellung verfasst. Anfang des 14. Jahrhunderts kannte man bereits einen Großteil der Metalle, viele Salze und Essig-, Salpeter-, und Schwefelsäure.

    Auf dem Scheiterhaufen endeten nicht die Alchimisten oder andere Wissenschaftler weil sie sich mit Dingen befassten, die den Menschen von Nutzen sein könnten. Das wurde nie behindert und da wo es möglich war, haben sich die Erkenntnisse auch in praktischen Nutzen verwandeln lassen. Ganz anderes ging man mit vermeintlichen Häretikern oder Ketzern um, die wurden verfolgt. Ein kleines Beispiel verdeutlicht vielleicht auf was ich hinaus will: Galileo wurde nicht angegriffen weil ein Fernrohr benutzte, sondern weil er zu Erkenntnissen kam die nicht opportun waren.

    Wenn aber heute selbst Grundlagenforschung oder Ingenieurswissenschaften in gut und böse eingeteilt werden, dann ist das etwas, was es selbst im Mittelalter nicht gab und lässt nur an religiöse Gebote denken. Zum Beispiel dass man Speisen in rein und unrein teilt. So gibt es eben reine und unreine Energie. Reine und unreine Wissenschaft.

  6. „Warum verachtet man Menschen, die ihren Körper verkaufen? Wo es doch offenbar niemand anstößig findet, dass andere ihren Geist verkaufen!“ Das sagte, vor mehr als 50 Jahren, mein damaliger Deutschlehrer vor versammelter Klasse im christkatholischen Köln. Diese seinerzeit höchst provokante Äußerung habe ich mein Leben lang nicht vergessen. Gewisse Entwicklungen in der Wissenschaft nähren in mir den Gedanken, dass heute immer mehr Forscher ihren Geist verkaufen, also gewerbsmäßig der mentalen Prostitution nachgehen

    Das schreibt Günter Rogohl, denn weite Teile der Wissenschaft haben die Unabhängigkeit in Forschung und Lehre schön längst auf dem Altar üppig einzuwerbender Drittmittel und Steuergelder geopfert.

    Weiter schreibt er:

    Man behauptet eine Bedrohung für Mensch und Natur.
    Man rüttelt damit Geldgeber auf und lässt sich zahlreiche statistische Untersuchungen finanzieren, um die Bedrohung zu beweisen (obwohl statistische Zusammenhänge überhaupt keinen Beweis für tatsächliche Ursachen liefern können).
    Man schafft Meinungsmehrheiten in der Fachwelt und besetzt damit die öffentliche Meinung, der dann alsbald die Politiker folgen.
    Man erzeugt unentwegt neue Unheilsprognosen, um die Politiker auf weitere Förderung und auf drastische Präventionsstrategien einzuschwören.
    Man diskreditiert und unterdrückt abweichende Stimmen von Gegenexperten.

    Es ist doch traurig, was da so alles aus den Höhlen krabbelt, diese Experten im Medienrummel. Herablassend in ihrer Haltung, was das doch für Dilletanten seinen, die eine andere Meinung verträten. Was ist im Ursprung des Wortes ein Dilletant? Es ist einer, der sich an der Sache erfreut, also ein Liebhaber eines Faches. Man hält sie für Amateure, für Laien. Aber hätte es solche Amateure nicht gegeben, wie sähe das Wissen über unsere Welt heute aus? Fraunhofer war Glasschleifer, Faraday Buchbinder und Mendel Priester. Eine gelernte Sekretärin revolutionierte die Primatenforschung, Jane Goodall. Und Charles Darwin und Alfred Wegener? Ihre Entdeckungen haben nichts damit zu tun, was sie einmal studiert hatten. =

    Aber wir werden ja von einer „gelernten“ Physikerin regiert.

    PS:
    Ich verlinke hier noch einmal:

    Ökologismus widerlegt.

  7. Hiho Flumi, willkommen im Club.

    Political Correctness

    Inzwischen ein Punkt, der mir persönlich bei jeder Zeile durch den Kopp geht, die ich hier herauspoltere.
    Eigenzensur vom Feinsten, bloß nix schreiben auf das Abmahnanwälte anspringen könnten, bloß nix schreiben das auch nur im geringsten im Verdacht steht ein Vergleich mit dem untergegangenen 1000 jährigen Reich zu suggerieren (Nazikeule), bloß nix schreiben wat als Diskriminierung einer Rasse, Klasse, Geschlecht, Minderheit ausgelegt werden könnte………..und vieles mehr.

    Selbst wir sind dem erlegen, ob nun zum Schutz dieser Website, ob nun die Angst in die rechte Ecke gedrückt zu werden……..was ein noch bleibt ist ein Stückchen Fäkalsprache um seinem Herzen wenigstens etwas Luft machen zu dürfen, oder man ergeht sich in Ironie bis hin zum Zynismus, weil einem die selbstauferlegte Zwangsjacke zu doll zwickt.

    Wir sind mitten drin und voll dabei……im Neusprech………und dat kotzt mich einfach nur noch an.

    Onkel Heinz……..Pittbull mit Maulkorb und Stachelhalsband

  8. Tja Herr Eng, ich finde es auch irgendwie schade, dass viele Leute, insbesondere in den alten Bundesländern, verlernt haben, dass man sich frei äußern kann, ohne das man irgendwelche Repressalien befürchten muss. Warum nutzt man diese Möglichkeit zu selten?

  9. Carl M.,

    ich glaube, es krabbelt keiner planlos aus den Höhlen. Ich sehe es fast als Scenario, was in den letzten 20 Jahren ablief. Jeder Akteur hat seine Aufgabe, man müßte es nur ordnen, um „es“ zu erkennen.
    -- NGOs, schön beschrieben In Die Angstindustrie Maxeiner/Miersch
    -postnormale Wissenschaft
    -Medien, die jene von Sloterdijk beschriebene „Öffentlichkeit“ erzeugen, voller vor-und nachgesagter Meinungen.
    -WBGU
    -Nachhaltigkeitsrat
    -Club of Rome
    -WWF

    Tim Hardenberg,

    ökologische Denkschablonen gibt es schon immer, da sind auch die Maschinenstürmer dazu zu zählen, mit den Eugenikern wurde es sehr bizarr, deswegen nennen sie sich heute lieber Ökologisten.

    Ob Tanuro, Meadows oder Strong, immer haben wir eine Überbevölkerung, endliche Ressourcen und brauchen dringend eine Weltorganisation, die diesen „Widerspruch“ auflöst. Das Ergebnis ist das immer gleich.Hitler, Stalin, Mao, Pol Pot….

    Das eine ist die Theorie, die These, das andere ist der Plan, dies umzusetzen. Da wundert es mich sehr , dass der Club of Rome jetzt auch im Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung anzutreffen ist?

  10. @ Quentin Quencher #5
    Der Übergang im Abendland vom christlich-dogmatischen Ansatz zum empirischen ging natürlich nicht von heute auf morgen vonstatten, sondern als langsamer Prozeß; insofern ist das Wort “Mittelalter” im Text mehr als Etikett für eine Geisteshaltung als für eine historische Periode zu verstehen.
    Dabei handelt es sich aber nicht nur um mehr oder weniger explizite “Denkverbote”, sondern um unterschiedliche implizite Grundlagen der Erkenntnis. Das “mittelalterliche” Denken ging (wie das Johannesevangelium) in erster Linie vom Wort aus. Der Zoologe des Hochmittelalters (aus dem einige Bestiarien vorhanden sind) saß offenbar in der Regel in seinem Kämmerlein und versuchte aus dem Namen eines Tiers, den er gehört oder gelesen hatte, assoziativ auf die Eigenschaften des Tiers -- das er nie zu Gesicht bekommen hatte -- zu schließen. Auch Geschichte wurde so konstruiert. Wer beispielsweise die Vorgeschichte der Schotten schreiben wollte, kam aus Mangel an sonstigem Quellenmaterial ins Sinnieren: Scoti, Scoti… bei den antiken Autoren findet man Skythi, müßte doch mit dem Teufel zugehen, wenn man da nicht einen Zusammenhang herstellen könnte. Im Handumdrehen stammen die Schotten aus Mittelasien, und mit etwas Akribie bringt man so die tollsten Völkerwanderungen zusammen ohne eine Spur schriftlichen oder archäologischen Beweises.

    Die Alchemie ist ein ausgezeichnetes Beispiel, um den Sinneswandel zu illustrieren. Man ging von der Annahme einer gestaltlosen Urmaterie (Hylä) aus und schloß messerscharf, daß daher alle Stoffe ineinander verwandelbar seien, insbesondere ordinärere in edlere. Auch hier war das Denken aber noch weitgehend durch verbale Analogien bestimmt; der Wunsch, z.B. wirkliches Gold herzustellen, brachte die Sache aber langsam in ein empirisches Fahrwasser. Da war einerseits die Frage zu klären, was Gold eigentlich sei (im Gegensatz zu andern gelbglänzenden Stoffen), andererseits war das trotz allem Gerede letztlich nicht zu leugnende Scheitern bei der tatsächlichen Goldherstellung genau der Abgleich mit der Realität, der die Alchemie schließlich zur wissenschaftlichen Chemie geläutert hat. (Daneben gab es noch den Zweig der spirituellen Alchemie, die gerade in die andere Richtung ging und das Ziel der Transmutation realer Stoffe durch das einer mystischen Transmutation der Menschenseele ersetzte, woraus u.a. die Rosenkreuzer hervorgingen.)

    Galilei und das Fernrohr… heute erscheint uns die Verwendung solcher Hilfsmittel selbstverständlich; damals aber war der allgemeine Konsens der Wissenschaft, daß in erster Linie das wahr ist, was die Überlieferung sagt, und dann allenfalls noch das, was man mit eigenen Augen sehen kann (sofern es der Überlieferung nicht widerspricht). Wenn also in dem dubiosen neuen Instrument Jupitermonde zu sehen sind, mit bloßem Auge aber nicht, dann spricht das sehr gegen die Glaubwürdigkeit des Instruments…
    Die Genialität Galileis zeigte sich in seinen unrealistischen vereinfachenden Annahmen, die die natürlichen Gesetzmäßigkeiten klarer hervortreten lassen als das, was man im täglichen Leben sieht, z.B. seine Analyse des Falls von Gegenständen im luftleeren Raum (den man damals noch nicht herstellen, ja sich kaum vorstellen konnte). Daß das damals nicht nur von verbohrten Prälaten als Spinnerei aufgefaßt wurde, kann man sich denken. Aber richtig, in (kirchen-)rechtliche Schwierigkeiten kam er nicht durch die Spinnereien selbst, sondern weil er sie zum Anlaß nahm, die überlieferte Kirchenlehre zu leugnen -- klarer Fall von Ketzerei.

  11. Onkel Heinz

    Political Correctness

    ….bloß nix schreiben das auch nur im geringsten im Verdacht steht ein Vergleich mit dem untergegangenen 1000 jährigen Reich zu suggerieren (Nazikeule), bloß nix schreiben wat als Diskriminierung einer Rasse, Klasse, Geschlecht, Minderheit ausgelegt werden könnte………..und vieles mehr….

    Mir ist auch aufgefallen, dass bei einem Nazivergleich AGWler laut aufschreien vor Schmerzen, weil das nun gar nicht in ihr Weltbild passt und die „Öffentlichkeit“ hat in der Bundesrepublik auch stets allergisch auf solche Äußerungen reagiert. Ich weiß nicht, ob diese dunkle deutsche Vergangenheit in Vergessenheit geraten soll, im gemeinsamen Verdrängen oder peinliche Parallelen in jüngster Gegenwart vertuscht werden sollen.

    Deswegen schreibe ich ab und zu mal unverfängliche Tests, um solche allergischen Reaktionen hervorzurufen 😉

    Z.B. Entweder Broder, Guck mal wer die Erde rettet:

    Mein Opa war nachhaltig, mein Papa war nachhaltig und ich bin nachhaltig.
    Mein Opa war in der Waffen SS, mein Papa in der Volksarmee und ich trenne Müll.

    Der ostdeutsche Teil der Deutschen wurde von seinem Regime in 40 Jahren aufwändig von der Schuld am Holocaust befreit, mußte auch nicht entnazifiziert werden 😉 Der westdeutsche Teil der Deutschen wurde entnazifiziert und man beschloß, nicht mehr soviel „darüber“ zu reden.

    Darf man das so sagen? 😉

  12. @ Heinz Eng #7
    Ja der kleine improvisierte Rechtsberater, der einem zwischen Hirn und Zunge sitzt, kann schon ganz schön irritieren. Aber wenigstens merken wir es noch… wenn das Stachelhalsband nicht mehr piekt, sondern der Pitbull es mit Stolz trägt, dann wird’s zappenduster.

    @ W.Rassbach

    dass der Club of Rome jetzt auch im Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung anzutreffen ist?

    Nachhaltigkeitsrat? Da gehören all diese Vereine wohl auch hin. Der Trick wäre nur, am Ende auf den Rat nicht zu hören.

  13. Werter Herr Rassbach, Sie haben nun mit größter Eindringlichkeit sowohl im EIKE-Forum wie auch hier demonstriert, dass Sie die Sendung von Henryk Broder über die Nachhaltigkeit gesehen haben, und das Sie nun vermutlich der größte deutschsprachige Nachhaltigkeits-Kritik-Experte sind, den man überhaupt antreffen kann. Ja es ist angekommen. 🙂

    Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich schätze die Arbeit von Herr Broder an vielen Stellen sehr und finde seine Art in seiner Fernsehreihe Widersprüche und Merkwürdigkeiten aufzudecken sehr amüsant. Köstlich fand ich, wie er die Verschwörerszene über den 11.September der Lächerlichkeit preisgab, auch indem er einige Protagonisten interviewte. Auch wie er den inflationären Gebrauch des Wortes Nachhaltigkeit in der Politik zeigte, gehört auch zu den Punkten der notwendigen Skepsis und Offenheit in den Medien, die es in einer Demokratie braucht. Trotzdem muss ich da mal Herrn Broder kritisieren, wie unkritisch er mit den Aussagen seines ehemaligen Kollegen und Oldtimer-Fans umgegangen ist, und die 1:1 übernahm. Da hat sein Skepsis-Detektor offenbar versagt.

  14. @Herr Hader

    Tja Herr Eng, ich finde es auch irgendwie schade, dass viele Leute, insbesondere in den alten Bundesländern, verlernt haben, dass man sich frei äußern kann, ohne das man irgendwelche Repressalien befürchten muss. Warum nutzt man diese Möglichkeit zu selten?

    Kann Ick ganz einfach erklären.
    Wenn ick jemand ins Gesicht sage, Du bist ein Idiot und ick kann dich nich leiden, dann darf ich das nur einen biodeutschen, heterosexuellen, weißen Mann sagen.
    Alles andere wird mir nämlich augenblicklich als Diskriminierung (Gender-Mainstream) oder noch schlimmer, als Rassismus ausgelegt.
    Dies führt fast automatisch dazu, das ich im Verdacht stehe eine rechte Neonazi-Sau zu sein oder wenigstens mit denen zu symphatisiere und schon kann man mich toll an den virtuellen Pranger stellen und sogar meine berufliche Existenz vernichten, da ja mein Arbeitgeber automatisch zum rechten Mittäter hochstlisiert werden könnte.

    Damals wussten wir, es gibt nur einen Gegner vor dem man sich in acht nehmen musste…..heute ist man von Diskriminierten aller Art nur so umzingelt, ein falsches Wort an falscher Stelle……..und man wird gemieden wie ein Leprakranker.

    Nur eins vergessen die Chefidiologen des Neusprechs ganz gerne, derart unterdrückte Gefühle entladen sich irgendwann in einer Explosion, zumindestens bei Menschen die sich noch etwas Selbstwertgefühl bewahrt haben.

    MfG

  15. Fluminist,

    Nachhaltigkeitsrat? Da gehören all diese Vereine wohl auch hin. Der Trick wäre nur, am Ende auf den Rat nicht zu hören.

    Also ich höre nicht auf den Rat, aber die rotgrüne Bundesregierung hat ihn 2001 gegründet und Frau Merkel hält sich daran?

    Der Rat
    Nachhaltigkeit hat viele Gesichter. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde im April 2001 von der Bundesregierung berufen. Ihm gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Die Aufgaben des Rates sind die Entwicklung von Beiträgen für die Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel setzt die Strategie und die Arbeit des Rates fort.

    Die Mitglieder des Rates machen sogar kleine Nachhaltigkeitsgipfel mit der Regierung, den Staatssekretären. Was kriegen die zu hören? Dennis Meadows light ?

    Ich überlege gerade , wie ist die Aufgabenverteilung zwischen WBGU und Nachhaltigkeitsrat?

  16. @Herr Rassbach

    Ach ja, dat dunkle Kapitel…….das nicht erwähnt werden darf, dessen Schuld wir noch mindestens drölftausend Jahre mit uns herumschleppen, ist immer gut einen Öko in Weißglut zu bringen.
    Ich hatte noch das große Glück eine Mutter zu haben, die in diesen Zeiten herangewachsen ist.
    Schon damals erzählte Sie mir Sachen, die mich als gut indoktrinierten Jungpionier in Gewissenskonflikte brachte.

    Dat Problem ist aber, wer aus der Geschichte nix lernen will, macht die Fehler immer wieder.
    Realitätsverweigerung vom Feinsten, Vogel-Strauss-Taktik, die ewige Schuld und Schande…….aber zu feige sich zu fragen, wie konnten unsere Großeltern es zulassen, das dieser Idiot an die Macht kam.

    Diktatur is Scheiße, egal welche Farbe gerade die Fahne hat, basta.

    MfG

  17. Herr Hader,
    Sie verwechseln da was, H.Broder ist Journalist, wie er sein sollte, er informiert und legt seine Finger in die Wunden, ohne selbst Partei zu ergreifen. Er informiert ohne mir seine Meinung aufzudrängen, ohne parteizunehmen oder hatten Sie den Eindruck? Denken müssen wir alleine, wäre jedenfalls das Beste, solange es noch geht.

    Heute werden Entscheidungen getroffen, ohne eine zweite Meinung und das hatten wir Deutsche schon mehr als genug. Schlimmer noch, die Institutionen, die entscheiden, wurden nicht gewählt und die , welche gewählt wurden , lassen andere entscheiden, weil es alternativlos ist.

    Sie meinen Maxeiner mit Oldtimer Fan? Er hat doch nur gesagt, es gibt noch andere Meinungen zum CO2 und was dies anrichtet, weiß keiner so richtig. 😉

  18. W. Rassbach

    Sie meinen Maxeiner mit Oldtimer Fan? Er hat doch nur gesagt, es gibt noch andere Meinungen zum CO2 und was dies anrichtet, weiß keiner so richtig.

    So ist es. Außerdem fand ich sein Beispiel mit den Billardkugeln sehr plausibel.
    Wie das „Wetter“ funktioniert? Wer weiß das schon 😉

  19. Carl M.,

    die Billardkugeln sind genial, wenn man aber so richtig die Transformation mit Dekarbonisierung durchlaufen hat, kann man darüber nicht mehr lachen 😉

    Die sächsischen Grünen haben ein bundesweites Tempolimit auf 120 gefordert. Da wars dann wohl, der letzten Grünen , die sowas mit 30 in Berlin gefordert hat, ist es nicht gut bekommen 😉

    Ich kann es nicht fassen, dass der Club of Rome im beliebten Nachhaltigkeitsrat sitzt. Der Deutschlandarm hat doch durchgearbeitet seit den 70er Jahren, mit Schulen( was da wohl rauskommt) ähnlich ddr Parteilehrjahr, Round Table für Männer bis 40.

    Ist deren Round Table denn die gleiche Organisation wie diese ?

  20. Kann Ick ganz einfach erklären.
    Wenn ick jemand ins Gesicht sage, Du bist ein Idiot und ick kann dich nich leiden, dann darf ich das nur einen biodeutschen, heterosexuellen, weißen Mann sagen.
    Alles andere wird mir nämlich augenblicklich als Diskriminierung (Gender-Mainstream) oder noch schlimmer, als Rassismus ausgelegt.
    Dies führt fast automatisch dazu, das ich im Verdacht stehe eine rechte Neonazi-Sau zu sein oder wenigstens mit denen zu symphatisiere und schon kann man mich toll an den virtuellen Pranger stellen und sogar meine berufliche Existenz vernichten, da ja mein Arbeitgeber automatisch zum rechten Mittäter hochstlisiert werden könnte.

    Hallo Herr Eng, auch auf die Gefahr hin, dass es arrogant klingen mag, ich frag aber trotzdem: Und? Das es immer Leute geben wird, die einen als XYZ (passendes Schimpfwort einsetzen) bezeichnen, weil man diese und jenes gesagt und gemacht hat, ist wohl leider sowas wie ein Naturgesetz. Da wird sich auch in 100 Jahren nicht viel ändern. Was meinen Sie, was ich mir schon alles hab anhören dürfen, was ich angeblich sei. Ja mei. Zum Glück hab ich für sowas ein eher schlechtes Gedächtnis. 😉 Aber passiert ist mir das fast ausschliesslich nur im Internet. Und da kämen wir zu dem Punkt, den Sie anfangs erwähnt haben, jemand ins Gesicht etwas sagen. Denn im Internet werden viele mutig (oder bissig), und sagen Dinge, für die sie face to face mit Konsequenzen rechnen müssten (und damit meine ich nicht die körperlichen Konsequenzen). Wenn man real voreinander steht, ist man wesentlich friedfertiger mit seinen Äußerungen.

  21. Sie verwechseln da was, H.Broder ist Journalist, wie er sein sollte, er informiert und legt seine Finger in die Wunden, ohne selbst Partei zu ergreifen. Er informiert ohne mir seine Meinung aufzudrängen, ohne parteizunehmen oder hatten Sie den Eindruck? Denken müssen wir alleine, wäre jedenfalls das Beste, solange es noch geht.

    Herr Rassbach, ich hab auch nichts gegenteiliges zu der Arbeit von Herrn Broder gesagt, von daher weiss ich auch nicht, was ich da verwechselt haben könnte.

    Heute werden Entscheidungen getroffen, ohne eine zweite Meinung und das hatten wir Deutsche schon mehr als genug. Schlimmer noch, die Institutionen, die entscheiden, wurden nicht gewählt und die , welche gewählt wurden , lassen andere entscheiden, weil es alternativlos ist.

    In dem Punkt muss ich Ihnen mal zustimmen und gleichzeitig widersprechen. Ich finde auch, dass man viele politische Diskussionen auf Gremien und Institutionen auslagert, die eigentlich mehr in den Bundestag und der Öffentlichkeit gehören. Aber auch wenn Institutionen entscheiden, letztlich sollte die endgültige Entscheidung im Bundestag stattfinden. Wenn der Bundestag zu viele Dinge kritiklos aus solchen Gremien übernimmt, dann ist es ein Fehler der Politiker und nicht der Gremien.

  22. Galilei und das Fernrohr… heute erscheint uns die Verwendung solcher Hilfsmittel selbstverständlich; damals aber war der allgemeine Konsens der Wissenschaft, daß in erster Linie das wahr ist, was die Überlieferung sagt, und dann allenfalls noch das, was man mit eigenen Augen sehen kann (sofern es der Überlieferung nicht widerspricht). Wenn also in dem dubiosen neuen Instrument Jupitermonde zu sehen sind, mit bloßem Auge aber nicht, dann spricht das sehr gegen die Glaubwürdigkeit des Instruments…

    Hallo Fluminist, das zeigt eigentlich im übertragen Sinne sehr anschaulich welches Problem manche Wissenschaftszweige haben, ihre Ergebnisse glaubhaft an Nichtexperten zu übermitteln. Was damals das Fernrohr war, bei dem einige befürchteten, dass das was sie beim Durchschauen sehen vielleicht doch nicht die Realität sei, ist heute eine komplizierte Experimentieranordnung, ein hochmodernes Meßinstrument, eine Computerberechnung oder gar dieser Riesenring CERN. Wie kann ein Wissenschaftler glaubhaft seinen Mitmenschen vermitteln, dass das was er entdeckt hat, keine Täuschung ist, sondern ein nahes Abbild der Wirklichkeit? Es geht eigentlich nur, indem er mit seiner Entdeckung in den Diskurs mit anderen Wissenschaftlern geht und seine Ergebnisse prüft. Dabei wird am Ende nie eine klare Entscheidung fallen, nach dem Motto dieses Ergebnis ist falsch oder dieses ist richtig. Wissenschaft ist ein kontinuierlicher Prozess und unterschiedliche parallel existierende Modelle sind da keine Seltenheit.

    Aber worauf ich jetzt hinaus wollte ist, wenn sich bestimmte Ergebnisse etabliert haben, ist der Nichtexperte ein stückweit dem Vertrauen angewiesen, dass er dem Experten(team) entgegenbringen muss. Er kann sich zwar alles zeigen und erklären lassen, aber ob er das alles nachvollziehen und verifizieren kann, ist offen. Und klar, der Nichtexperte kann auch große Skepsis an den Tag legen und stets auf Erklärungen pochen, bis der Wissenschaftler ihm einen glasklaren Beweis geliefert hat, aber im Leben kann man sich den Luxus nur selten erlauben, so lange zu warten, bis alles vollständig geklärt ist.

    MfG
    S.Hader

  23. @ Fluminist #10
    Ich stimme völlig zu, auch was das Mittelalter betrifft. Es wird immer wieder, von mir auch, als Etikett einer Geisteshaltung verwendet, dabei wird gerne übersehen, dass der Hexenwahn und der Höhepunkt der Ketzerverfolgungen nicht im Mittelalter waren, sondern später.

  24. Lieber Herr Hader #22,
    sie schreiben:

    „Hallo Fluminist, das zeigt eigentlich im übertragen Sinne sehr anschaulich welches Problem manche Wissenschaftszweige haben, ihre Ergebnisse glaubhaft an Nichtexperten zu übermitteln.“

    Das moderne Übermittelungsproblem der Klimawissenschaft zum Beispiel besteht meines Erachtens weniger in der Kommunikation der naturwissenschaftlichen Ergebnisse, sondern vielmehr in der Vermischung von Politik und Naturwissenschaft. Ein Naturwisenschaftler erscheint eben vielen unglaubwürdig, wenn er aufgrund seiner mit Unsicherheit behafteten Ergebnisse eine große Transformation der Gesellschaft fordert.
    Noch eine Anmerkung von mir. Die sogenannten Experten, die mir als Klima- und Energielaien oft klimawissenschaftliche Ergebnisse oder Energietechnologieergebnisse vermitteln, sind ja keine Naturwissenschaftler oder Energieingenieure, sondern Ökonomen, Soziologen , Schauspieler oder evangelische Pastoren und Juristen.
    Wir sind also vor Allem umgeben von angelesen Sekundärexperten, wie wir Bürgerdialog bewundern durften, oder wir in den diversen Pamphleten von erneuerbaren Klima-Lobbyorganisationen bestaunen dürfen.
    Das ist das Glaubwürdigkeitsproblem. Ich glaube kaum, dass ein Teilchenphysiker vom CERN ein Glaubwürdigkeitsproblem hat.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  25. @Günter Heß:

    Wir sind also vor Allem umgeben von angelesen Sekundärexperten, wie wir Bürgerdialog bewundern durften, oder wir in den diversen Pamphleten von erneuerbaren Klima-Lobbyorganisationen bestaunen dürfen.
    Das ist das Glaubwürdigkeitsproblem. Ich glaube kaum, dass ein Teilchenphysiker vom CERN ein Glaubwürdigkeitsproblem hat.

    Diese Sekundärexperten mag es sicher geben und vielleicht tragen sie auch zu einem Glaubwürdigkeitsproblem bei. Aber was ich nicht verstehe ist, warum man das dann auch auf Klimawissenschaftler überträgt? Aus meiner Sicht wird in diesem (und ähnlichen) Forum die Aspekte der Wissenschaft und der Poltik zu sehr vermischt und kaum differenziert. Da gibt man quasi den Klimawissenschaftlern die Schuld, wenn Schwarz-Gelb eine schlechte Klima- und Energiepolitik macht.

  26. @ S.Hader

    Aus meiner Sicht wird in diesem (und ähnlichen) Forum die Aspekte der Wissenschaft und der Poltik zu sehr vermischt und kaum differenziert

    Gegen diese Vermischung schreiben wir doch hier die ganze Zeit an. Das Problem ist doch eher, dass alarmistische Klimawissenschaftler die Nähe zur Politik suchen, um diese für ihre missionarischen Zwecke zu vereinnahmen.

  27. Lieber Herr Hader,
    sie schreiben:
    Aus meiner Sicht wird in diesem (und ähnlichen) Forum die Aspekte der Wissenschaft und der Poltik zu sehr vermischt und kaum differenziert. Da gibt man quasi den Klimawissenschaftlern die Schuld, wenn Schwarz-Gelb eine schlechte Klima- und Energiepolitik macht.
    lesen sie doch einfach mal meine Beiträge auf EIKE und hier zum Treibhauseffekt oder Herrn Hellers Beiträge zu diesem Thema und dann vergleichen sie das mit den Veröffentlichungen von Prof. Schellnhuber zur großen Transformation oder Edenkofer oder ähnlichen PIK-Experten und dann reden wir weiter, ob wir hier auf Science-Sceptical Politik und Wissenschaft vermischen oder ob das öffentlich geförderte Wissenschaftsinstitutionen tun.
    Wer berät denn die Bundesregierung in Klimafragen?
    Lesen sie doch die Summaries for Policymakers an denen einige dieser Matadoren so mitschreiben, da können sie den politischen Bias förmlich spüren.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  28. @Quentin Quencher

    Gegen diese Vermischung schreiben wir doch hier die ganze Zeit an. Das Problem ist doch eher, dass alarmistische Klimawissenschaftler die Nähe zur Politik suchen, um diese für ihre missionarischen Zwecke zu vereinnahmen.

    Und weil solche alarmistische Klimawissenschaftler die Nähe zur Politik suchen, sind deren Ergebnisse in der Klimawissenschaft falsch? Ich weiss, es ist eine provokante Frage, weil der Vorwurf explizit so nicht gemacht wurde, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass dieser Eindruck erweckt werden soll.

    MfG
    S.Hader

  29. Lieber Herr Hader,
    sie schreiben:
    „Und weil solche alarmistische Klimawissenschaftler die Nähe zur Politik suchen, sind deren Ergebnisse in der Klimawissenschaft falsch? Ich weiss, es ist eine provokante Frage, weil der Vorwurf explizit so nicht gemacht wurde, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass dieser Eindruck erweckt werden soll.“
    Können Sie ein konkretes Beispiel in diesem Forum zitieren, dass ihren Eindruck bestätigt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  30. Werter Herr Heß, und das meine ich ausgesprochen positiv, wenn ich die Beiträge auf EIKE durchlese, dann heben sich ihre Beiträge besonders ab. Denn zum einen gehören Sie nicht zu denjenigen, denen man erst erklären muss, warum das Experiment von Wood nicht die Klimaforschung widerlegt und warum eine globale Erwärmung durch CO2 nicht im Widerspruch zum 2.Hauptsatz der Thermodynamik steht. Und des Weiteren versuchen Sie allgemeingültige Argumente anzuwenden und nicht mit unterschiedlichen Ellen zu messen. Aber Sie sind da wirklich eine Ausnahme in diesen Foren. Von daher sollten Sie sich von meiner Kritik nicht angesprochen fühlen. 🙂

    Wer berät denn die Bundesregierung in Klimafragen?
    Lesen sie doch die Summaries for Policymakers an denen einige dieser Matadoren so mitschreiben, da können sie den politischen Bias förmlich spüren.

    Wenn ich ganz ehrlich sein soll, ich hab kein Problem damit, wenn sich Naturwissenschaftler politisch betätigen. Im Gegenteil. Es gab in den 50er Jahren gottseidank anerkannte Physiker, die gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen öffentliche Appelle verfasst haben. Es lassen sich noch viele weitere Beispiele nennen. Was die Vermischung zwischen Politik und Wissenschaft angeht, meine ich etwas völlig anderes, als was Sie vielleicht im Sinn haben. Ich meine hier ausdrücklich die Tendenz im Forum, von der Richtigkeit politischer Entscheidungen auf die Richtigkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen zu schließen. Ich hoffe, das ist jetzt klar genug rübergekommen.

    MfG
    S.Hader

  31. Hallo Herr Hader,
    Ergänzung.
    Ich habe hier zum Beispiel schon öfter geschrieben, dass zum Beispiel der Copenhagen Synthesis Report 2009, die Unsicherheiten der klimawissenschaftlichen Ergebnisse aufgrund der ungenauen Kenntnis der Wolkenbedeckung insofern unwissenschaftlich unterschlägt, als er das Wort Wolken noch nicht mal enthält. Ich halte diese Art der Darstellung unter Unterdrückung der bekannten Unsicherheiten für wissenschaftlich unredlich, falsch muss sie ja nicht sein, um einen politischen Effekt zu erzielen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  32. @Günter Heß, ich bin zu langsam 😉

    Können Sie ein konkretes Beispiel in diesem Forum zitieren, dass ihren Eindruck bestätigt.

    Auf der EIKE-Seite erlebe ich das dauerhaft, aber weil hier nach Beispielen aus diesem Forum genannt wurde, nenne ich mal „Die deutsche Energie- & Klimapolitik im Spannungsfeld von Realität und Illusion! “ Man kann sich jetzt darüber streiten, welche Seite man mehr treffen wollte, die Politik oder die Wissenschaft.

  33. Lieber Herr Hader,
    sie schreiben:

    Ich meine hier ausdrücklich die Tendenz im Forum, von der Richtigkeit politischer Entscheidungen auf die Richtigkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen zu schließen. Ich hoffe, das ist jetzt klar genug rübergekommen.

    Wie gesagt. Haben sie ein konkretes Beispiel, sonst verstehe ich es nicht. Dieses Forum hier hat meines Erachtens zum Beispiel im Gegensatz zur Klimalounge diese Tendenz nicht. Herr Heller hat hier die Physik des „Treibhauseffektes“ neutral dargestellt, während sich die Klimalounge beim Thema Wolken immer noch schwer tut, den Stand der Forschung abzubilden. Da könnten vielleicht ISCCP Daten dabei sein, die nicht ins Bild passen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  34. @ S.Harder

    …sind deren Ergebnisse in der Klimawissenschaft falsch?

    Ob die falsch oder richtig liegen, das interessiert mich nicht die Bohne. Ich werde eine Teufel tun und mich in diese Diskussion einmischen. Es gibt offensichtlich genügend berechtigte Zweifel an der Darstellung der Alarmisten, was aber nicht der Grund ist, warum ich zum Skeptiker geworden bin.

    Mein Diskussionspunkt ist Vermeidungsstrategie contra Anpassung. Ersteres ist zum Scheitern verurteilt, weil es nur in Rahmen eines globalen Regimes funktionieren würde. Doch ein solches Regime wird nicht kommen, von Einzelaktionen mal abgesehen, die aber nur dekorativen Charakter haben. Ich halte die Vermeidungsstrategie für höchst gefährlich, weil sie den Menschen Entwicklungsmöglichkeiten raubt, demzufolge mehr Schaden als Nutzen bewirkt.

  35. Ich habe hier zum Beispiel schon öfter geschrieben, dass zum Beispiel der Copenhagen Synthesis Report 2009, die Unsicherheiten der klimawissenschaftlichen Ergebnisse aufgrund der ungenauen Kenntnis der Wolkenbedeckung insofern unwissenschaftlich unterschlägt, als er das Wort Wolken noch nicht mal enthält. Ich halte diese Art der Darstellung unter Unterdrückung der bekannten Unsicherheiten für wissenschaftlich unredlich, falsch muss sie ja nicht sein, um einen politischen Effekt zu erzielen.

    Okay, aber was wollen Sie jetzt damit genau zum Ausdruck bringen? Es ist ein Report, der von Wissenschaftlern erstellt wurde, der u.a. als politische Entscheidungsgrundlage dient. Es ist zwar sehr bedauerlich, wenn der Report fachliche Mängel enthält, aber Fehlerlosigkeit gibt es auch in der Wissenschaft nicht. Ich will das ganze jetzt auch nicht schönreden, aber verstehe wie gesagt nicht genau, wo ihr Kritikpunkt liegt.

  36. Lieber Herr Hader,
    es gibt Messdaten die zeigen, dass die globale Erwärmung in den letzten 20 Jahren des 20. Jahrhunderts und damit ein Großteil der gesamten Erwärmung im 20. Jahrhundert überwiegend durch eine Änderung der Wolkenbedeckung verursacht worden sein könnte. Diese Messdaten werden regelmäßig nicht behandelt bzw. diskutiert.
    Ich halte das für wissenschaftlich unredlich. Mehr will ich nicht sagen. Deshalb habe ich Zweifel an der Glaubwürdigkeit einiger Klimawissenschaftler.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  37. Werter Herr Heß, dann frage ich mal Sie, weil ich es nicht weiß, sind diese Meßdaten Gegenstand diverse wissenschaftlicher Veröffentlichungen gewesen? Falls nein, stellt sich die Frage, warum das so ist. Schliesslich haben Forschung und Forscher die Möglichkeit auf diese Daten zugreifen und auszuwerten. Und falls es doch mehrfach veröffentlicht wurde, dann stimmt die Aussage nicht, dass es nicht behandelt und diskutiert wird. Denn in der Wissenschaft finden die Diskurse auf Konferenzen und Fachzeitschriften statt. Und nicht wie manche vermutlich glauben, in den Medien oder politischen Gremien.

  38. Lieber Herr Hader,
    diese Messdaten sind sogar im IPCC-Bericht und frei im Internet, schaffen es nur nie in die Summary for Policymakers.
    Der entscheidende Satz ist hier:

    The problem for understanding climate changes that might be produced by human activities is that the predicted changes are similar in magnitude to those shown here.

    Das heißt, dass die vorhergesagte Änderung durch menschliche Aktivitäten die gleiche Größenordnung hat wie der Effekt durch die beobachtete Änderung der Wolkenbedeckung. Das heißt man kann die Erwärmung in der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht eindeutig auf CO2 zurückführen.
    Wie ich sehe wußten sie das zum Beispiel nicht und müssen jetzt ihre Bewertung der Faktenlage überdenken, oder?
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  39. Das heißt, dass die vorhergesagte Änderung durch menschliche Aktivitäten die gleiche Größenordnung hat wie der Effekt durch die beobachtete Änderung der Wolkenbedeckung. Das heißt man kann die Erwärmung in der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht eindeutig auf CO2 zurückführen.

    Hmm, ich hab jetzt nicht alles durchgelesen und verstanden, jedoch auf der verlinkten Seite bezieht man sich auf Meßdaten aus den 80er Jahren und danach:

    The short ISCCP time record, covering only about 22 years, shows some signs of a slower variation.

  40. Lieber Herr Hader,
    ich habe diese Diskussion schon öfter geführt und stelle deshalb nochmal folgendes klar. Meine Kritik bezieht sich nicht so sehr auf die Qualität der Daten oder den Auswertezeitraum. Der wissenschaftliche Ehrenkodex erfordert es aber, dass man in einem eigenständigen Paper alle Daten vollständig würdigt, die für oder gegen eine Hypothese sprechen und sei es nur mit einem Satz. Das bedeutet für mich als Schlussfolgerung, dass die Summaries for Policymakers des AR4 oder der Copenhagen Synthesis Report, die ein eigenständiges Paper sind, nicht den Anspruch erheben können, dass sie die naturwissenschaftliche Lage vollständig widergeben bzw. naturwissenschaftliche Abhandlungen sind. Sie sind eben nur politische Abhandlungen mit einem Bias. Darüber läßt man die Öffentlichkeit im Unklaren. Das ist mein Kritikpunkt und übrigen auch ein Hauptkritikpunkt der meisten die hier posten. Ich glaube sie können das auch in dem off-topic Blog der Herrn Bessel gewidmet ist nachlesen, dann brauchen wir das hier nicht wiederholen. Üblicherweise muss ich mir dann auch noch anhören, dass der wissenschaftliche Ehrenkodex unbekannt ist, was mich doch sehr wundert.
    Übrigens habe ich auch schon einen Wolkenspezialisten per Email befragt. Er hat mir geantwortet, dass meine Schlussfolgerung richtig sei, aber er glaubt die Daten nicht.
    Ich finde das übrigens vollständig in Ordnung und ehrenwert, lasse mich aber nicht davon abbringen das der naturwissenschaftliche Ehrenkodex es erfordert das dann auch in den Summaries for Policymaker zu erwähnen.
    Der vonir befragte Wissenschaftler hat an der Summary for Policymakers nicht geschrieben.
    Übrigens wenn ich mir die GISS-Daten auf Wood-for-Trees ansehe, sehe ich auch nur 20 Jahre Erwärmung seit etwa 1980 bis 2000, passt irgendwie zu den Wolkendaten finden sie nicht?.
    Die Erwärmung bis 1940 kann ja laut IPCC auch durch die Sonne erklärt werden. Aber wie gesagt meine Kritik bezieht sich auf das Ignorien der Daten in der Summary for Policymakers.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  41. Lieber Herr Hader,
    dann schreiben sie doch Ja oder Nein auf meine Fragen in #54, oder warum tun sie sich so schwer damit.
    Interessiert mich, um Sie einzuschätzen.
    Passt die Konsequenz nicht politisch?
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  42. Herr Hader,
    #21

    In dem Punkt muss ich Ihnen mal zustimmen und gleichzeitig widersprechen. Ich finde auch, dass man viele politische Diskussionen auf Gremien und Institutionen auslagert, die eigentlich mehr in den Bundestag und der Öffentlichkeit gehören. Aber auch wenn Institutionen entscheiden, letztlich sollte die endgültige Entscheidung im Bundestag stattfinden. Wenn der Bundestag zu viele Dinge kritiklos aus solchen Gremien übernimmt, dann ist es ein Fehler der Politiker und nicht der Gremien.

    nun müssen Sie nur noch die Augen aufmachen und sich überzeugen, wer die „neuen Erkenntnisse“ bei NGOs und Kommissionen bestellt und bezahlt.

    seltsame Demokratie ;-).

  43. #22

    Was damals das Fernrohr war, bei dem einige befürchteten, dass das was sie beim Durchschauen sehen vielleicht doch nicht die Realität sei, ist heute eine komplizierte Experimentieranordnung, ein hochmodernes Meßinstrument, eine Computerberechnung oder gar dieser Riesenring CERN.

    Preisfrage: welches Beispiel paßt nicht zu den anderen?

    Antwort: die Computerberechnung. Dabei handelt es sich nämlich im Gegensatz zur komplizierten Experimentieranordnung oder dem Meßinstrument zunächst einmal um eine reine hypothetische Anwendung eines theoretischen Modells. Erst der prüfende Vergleich mit empirischer Realität macht die Rechnung zum Instrument der Naturwissenschaft. Nehmen wir einmal als Beispiel die berühmten Klimamodellrechnungen. Ein bestimmtes Modell, mit bestimmten Parameterwerten, kann man schon dadurch prüfen (allerdings nicht beweisen), daß man seine Voraussage über sagen wir 30 Jahre -- und das ist erst die klimatische Grundeinheit, also noch arg wenig -- nach Ablauf der 30 Jahre mit den realen Meßwerten vergleicht. Haben die vor 30 Jahren (ca. 1980) angestellten klimatischen Modellrechnungen die Entwicklung der letzten Jahrzehnte richtig vorhergesagt? -- Und zwar wohlgemerkt nicht irgendein richtiges Modell unter hunderten falschen (solche Prophezeiungen sind zu billig, technisch: „multiple testing problem“), sondern ein bestimmtes, klares, meinetwegen vom wissenschaftliches Konsens akzeptiertes Modell, inklusive aller Parameter?

    Bloßes Drauflosrechnen, Extrapolieren eines Modells über hundert Jahre und mehr aufgrund von mehr oder weniger plausiblen Modellannahmen ist nicht viel wissenschaftlicher als aus Bibel und Kirchenvätern die künftige Verweildauer im Fegefeuer herauszuknobeln. Es gibt freilich grundlegende physikalische Prinzipien, die man einstweilen als sehr sichere Rechengrundlage annehmen kann, doch sind selbst diese immer in Gefahr an der Wirklichkeit zu scheitern (siehe die jüngste Aufregung um die rasenden Neutrinos). Bei der Sache mit dem Klima stehen beispielsweise das Stefan-Boltzmannsche Gesetz und die Absorptionsspektren verschiedener Atmosphärengase außer Frage, aber von dort bis zum AGW ist es ein langer Weg, der mit fragwürdigeren Annahmen gepflastert ist. Abweichungen der Vorhersagen von den später tatsächlich gemessenen Werten werden durch Änderung der Parameter, Einführung zusätzlicher Modellprozesse u. dgl. wegerklärt. Das ist an sich nicht verkehrt, es zeigt nur, daß die Wissenschaft der Klimavorhersage noch sehr in der Phase des Herumtastens im Dunkeln steckt und ihr theoretisches Gebäude noch keine eindeutigen und falsifizierbaren Vorhersagen zu liefern vermag.

    Auf den ersten Blick steht der CERN-Teilchenphysiker in ähnlichen Schwierigkeiten da, denn die „Beobachtung“ des Higgs-Bosons z.B. wäre auch kein Blick mit bloßem Auge mehr, sondern das Resultat einer Vielzahl miteinander verrechneter Indizien. Die Auswertung von CERN-Experimenten erfordert umfangreiche Computerrechnungen, die aber auf nach bestem Wissen gesicherten Prinzipien beruhen und vor allem ein klares Ergebnis liefern: kein passender Knack in der Dose, kein Higgs-Boson. Die Rechnungen dienen hier eindeutig als Instrument eines (schwierigen) Blicks in die empirische Realität, nicht zur Illustration eines Szenarios, das sich aus einem angenommenen Modell ergibt.

  44. Denn in der Wissenschaft finden die Diskurse auf Konferenzen und Fachzeitschriften statt. Und nicht wie manche vermutlich glauben, in den Medien oder politischen Gremien.
    Quatsch!
    Natürlich sind die Medien das entscheidende. Genau dafür ‚forschen‘ die Dr. Marlboros der Klima-Propaganda, im PIK, in CRU und anderswo, wo sie gepäppelt werden.
    Haben Sie schon mal von Trofim Lyssenko gehört?
    Sollten Sie!

  45. nun müssen Sie nur noch die Augen aufmachen und sich überzeugen, wer die “neuen Erkenntnisse” bei NGOs und Kommissionen bestellt und bezahlt.

    seltsame Demokratie 😉 .

    Können Sie das etwas genauer ausführen, Herr Rassbach?

  46. @Fluminist, #43:

    Preisfrage: welches Beispiel paßt nicht zu den anderen?

    Antwort: die Computerberechnung. Dabei handelt es sich nämlich im Gegensatz zur komplizierten Experimentieranordnung oder dem Meßinstrument zunächst einmal um eine reine hypothetische Anwendung eines theoretischen Modells.

    Nein, da muß ich Ihnen schon widersprechen, zumindest was das Meßgerät angeht. In dem Physikunterricht kennt man es ja, die einfachste Art Temperaturen zu messen, ist über die Ausdehnung. Man misst den Zuwachs und kann dem eine Temperatur zuordnen. Oder etwas moderner auf elektronischem Weg, weil ein Bauteil seine Eigenschaft abhängig von der Temperatur ändert. Aber selbst bei diesem recht simplen Meßaufbau stecken Hypothesen dahinter, die erst mal experimentell untersucht und bewiesen werden mussten. Moderne Meßgeräte sind da weit komplexer und nicht jedem Fachmann ist da das zugrundeliegende Meßverfahren bekannt. Es ist kein Problem, ein Meßgerät bzgl. seiner Genauigkeit in Frage zu stellen.

    Dasselbe könnte man auch zu CERN sagen. Die Wissenschaftler wollen dort kleinste Elementarteilchen finden. Wenn ich als Laie fragen würde, ob sie schon welche gefunden haben, würden die mir bestimmt voller Stolz ein Bild zeigen, wo irgendwelche Kringel und Striche zu sehen sind. Da könnte ich auch sagen, dass überzeugt mich nicht, das kann alles mögliche auf dem Bild sein inklusive das ein Kleinkind mit dem Bleistift was hingezeichnet hat. Das was man in CERN aus den Ergebnissen versucht rauszuinterpretieren, beruht auch auf Hypothesen, die man erstmal beeisen musste.

    Erst der prüfende Vergleich mit empirischer Realität macht die Rechnung zum Instrument der Naturwissenschaft. Nehmen wir einmal als Beispiel die berühmten Klimamodellrechnungen. Ein bestimmtes Modell, mit bestimmten Parameterwerten, kann man schon dadurch prüfen (allerdings nicht beweisen), daß man seine Voraussage über sagen wir 30 Jahre – und das ist erst die klimatische Grundeinheit, also noch arg wenig – nach Ablauf der 30 Jahre mit den realen Meßwerten vergleicht. Haben die vor 30 Jahren (ca. 1980) angestellten klimatischen Modellrechnungen die Entwicklung der letzten Jahrzehnte richtig vorhergesagt? – Und zwar wohlgemerkt nicht irgendein richtiges Modell unter hunderten falschen (solche Prophezeiungen sind zu billig, technisch: “multiple testing problem”), sondern ein bestimmtes, klares, meinetwegen vom wissenschaftliches Konsens akzeptiertes Modell, inklusive aller Parameter?

    Ist das jetzt eine Frage, oder gehen Sie davon aus, dass Klimaforscher ihre Modelle nicht anhand der Vergangenheit validieren?

    Bloßes Drauflosrechnen, Extrapolieren eines Modells über hundert Jahre und mehr aufgrund von mehr oder weniger plausiblen Modellannahmen ist nicht viel wissenschaftlicher als aus Bibel und Kirchenvätern die künftige Verweildauer im Fegefeuer herauszuknobeln

    Das ist zwar jetzt ein griffiger Vergleich, aber man sollte schon mal schauen, wo Computermodelle und -simulationen überall verwendet werden. Abgesehen von der Wettervorhersage, die auch auf Computermodelle beruhen und immer genauer geworden sind, gibt es viele Bereiche in der Wissenschaft, wo das Anwendung findet. Finite-Elemente-Methode, Simulationen von Meteoriteneinschlägen auf der Erde, Molekularsimulationen zum designen von neuen Medikamenten, Tornado-Vorhersage, Wirtschaftssimulationen, um nur wenige Beispiele zu nennen. Es ist ein bissel gewagt zu behaupten, die hätten alle nur den Stand der Fegefeuer-Verweildauer-Vorhersage.

    Abweichungen der Vorhersagen von den später tatsächlich gemessenen Werten werden durch Änderung der Parameter, Einführung zusätzlicher Modellprozesse u. dgl. wegerklärt. Das ist an sich nicht verkehrt, es zeigt nur, daß die Wissenschaft der Klimavorhersage noch sehr in der Phase des Herumtastens im Dunkeln steckt und ihr theoretisches Gebäude noch keine eindeutigen und falsifizierbaren Vorhersagen zu liefern vermag.

    Wenn eine Vorhersage nicht zugetroffen ist, dann lag das zugrundeliegende Modell nicht nah genug an der Wirklichkeit, oder die Ausgangsparameter wurden nicht genau genug bestimmt. Logisch. Mit „wegerklären“ hat das wenig zu tun, und dass man solche Simulationen und Modelle immer mehr verfeinert ist auch ziemlich plausibel und gehört zum wissenschaftlichen Alltag. Im übrigen sind Klimamodelle falsifizierbar, nämlich mit den gesammelten Daten aus der Vergangenheit.

  47. Quatsch!
    Natürlich sind die Medien das entscheidende. Genau dafür ‘forschen’ die Dr. Marlboros der Klima-Propaganda, im PIK, in CRU und anderswo, wo sie gepäppelt werden.
    Haben Sie schon mal von Trofim Lyssenko gehört?
    Sollten Sie!

    @Tritium, Jan-Hendrik Schön finde ich auch ein schönes Beispiel. 🙂 Er galt mit 30 als ein Anwärter für den Nobelpreis, bis man Stück für Stück auf die Quelle seiner wundersamen Kennlinien kam. Und da lassen sich bestimmt noch weitere Beispiele von wissenschaftlichem Betrug zur Erlangung von Ruhm und Geld nennen. Und trotzdem ändert das nichts am Grundsatz, dass in der Wissenschaft die Diskurse auf Konferenzen und Fachzeitschriften stattfinden und nicht in den Medien. Als ich zu promovieren angefangen habe, legte mein Doktorvater viel Wert darauf, dass ich meine Ergebnisse veröffentliche und so der Kritik der Fachkollegen aussetze, denn was man nicht veröffentlicht, existiert in der Wissenschaft auch nicht.

    MfG
    S.Hader

  48. @ S.Hader #46
    Da hatte ich mich wohl trotz besten Bemühens nicht klar genug ausgedrückt. Es geht nicht darum, daß jede Messung auf gewissen hypothetischen Annahmen über das Verhältnis zwischen dem Meßgerät und dem, was eigentlich gemessen werden soll, beruht. Das trifft auf alle Messungen zu und ist einer der Gründe, warum es in der Wissenschaft keine endgültigen Wahrheiten gibt (wie im Text bemerkt). Aber eine Computerberechnung als solche ist eben keine Messung, da sie nur auf Theorie beruht. Erst wenn sie eine Vorhersage liefert, die mit Meßwerten verglichen werden kann, wird sie wissenschaftlich aussagekräftig, und dann sagt sie in erster Linie etwas über das theoretische Modell, das ihr zugrundeliegt.
    Deshalb haben Computerrechnungen, Simulationen u. dgl. durchaus ihren Platz in der wissenschaftlichen Arbeit, als Mittel der Heuristik und um ein theoretisches Modell auf Plausibilität, Stabilität usw. abzuklopfen.

    Es ist aber eine andere Sache, eine Modellrechnung in einen Bereich voranzutreiben, wo ein Vergleich mit der Wirklichkeit (d.h. das, was wir durch Messung und Meßtheorie gefiltert nach bestem Wissen dafür halten dürfen) nicht ohne weiteres möglich ist, z.B. in die fernere Zukunft. Das erfordert vollkommenes Vertrauen in alle Teile des der Rechnung zugrundeliegenden Modells -- und nur auf solche Extrapolationen wende ich den Vergleich mit den kirchlichen Prognosen über das Leben nach dem Tode an.
    Das Vertrauen in die Theorie hängt aber davon ab, daß sie eine eindeutige Vorhersage liefert. Hat sie (noch) zu viele Parameter oder Flexibilität in den Modellannahmen, so kann man noch sehr unterschiedliche Meßergebnisse mit der Theorie in Einklang bringen, indem man die Parameter oder Details der Theorie anpaßt. Für den wissenschaftlichen Prozeß der Theoriebildung ist das, wie Sie ja auch sagen, alles richtig und wichtig, aber es bedeutet eben auch, daß noch keine ausreichende Klarheit in dieser Theorie eingetreten ist, um plausibel weit in die Zukunft extrapolieren zu können.

    Ist das jetzt eine Frage, oder gehen Sie davon aus, dass Klimaforscher ihre Modelle nicht anhand der Vergangenheit validieren?

    Das war eine Frage. Natürlich gehe ich davon aus, daß Klimaforscher alles in ihren Kräften stehende und der wissenschaftlichen Redlichkeit entsprechende tun, um gesicherte Erkenntnis über die klimatische Geschichte der Erde und die grundlegenden Prinzipien der Bildung des Klimas zu gewinnen. Die Frage ist, ob sie mit diesem Erkenntnisprozeß schon so weit sind, daß sie klimatische Meßgrößen weitgehend korrekt und eindeutig vorhersagen (nicht nur post festum irgendwie erklären) können. Das ist keine rhetorische, sondern eine echte Frage. Zugegebenermaßen ist es keine leichte Frage, da wir es mit einem Gegenstand zu tun haben, dessen Zeiteinheit 30 Jahre sind, und in 30 Jahren viel passiert in der Wissenschaft… Aber ohne ein überzeugendes Ja als Antwort auf diese Frage wird es schwer sein, Vertrauen in Prognosen über das Klima in 100 Jahren zu haben.

  49. Da hatte ich mich wohl trotz besten Bemühens nicht klar genug ausgedrückt. Es geht nicht darum, daß jede Messung auf gewissen hypothetischen Annahmen über das Verhältnis zwischen dem Meßgerät und dem, was eigentlich gemessen werden soll, beruht. Das trifft auf alle Messungen zu und ist einer der Gründe, warum es in der Wissenschaft keine endgültigen Wahrheiten gibt (wie im Text bemerkt). Aber eine Computerberechnung als solche ist eben keine Messung, da sie nur auf Theorie beruht. Erst wenn sie eine Vorhersage liefert, die mit Meßwerten verglichen werden kann, wird sie wissenschaftlich aussagekräftig, und dann sagt sie in erster Linie etwas über das theoretische Modell, das ihr zugrundeliegt.

    Okay Fluminst, vielleicht habe ich Ihre Aussage doch besser verstanden, als Sie vermuten. Das die Richtigkeit von Messungen auf gewissen hypothetischen Annahmen beruhen, ist soweit klar. Sie möchten jetzt zwischen Messungen und Computerberechnungen unterscheiden. Aber das wird schon allein deshalb schwierig, weil viele moderne Meßinstrumente selbst Computerberechnungen durchführen. Selbst ein „simpler“ Laserscanner, sendet moduliertes Laserlicht aus und empfängt die reflektierten Strahlen im Sensor und führt anhand dieser Signale Computerberechnungen durch. Sie schreiben, dass eine Computerberechnung nur auf Theorien beruhen. Vorhin wurde gesagt, dass Messungen auf hypothetischen Annahmen beruhen. Inwieweit unterscheiden sich Theorien von hypothetischen Annahmen bei Ihnen? Ich frag auch deshalb, weil jeder dazu etwas unterschiedliche Definition für die Begriffe verwendet.

    Deshalb haben Computerrechnungen, Simulationen u. dgl. durchaus ihren Platz in der wissenschaftlichen Arbeit, als Mittel der Heuristik und um ein theoretisches Modell auf Plausibilität, Stabilität usw. abzuklopfen.

    Absolut.

    Es ist aber eine andere Sache, eine Modellrechnung in einen Bereich voranzutreiben, wo ein Vergleich mit der Wirklichkeit (d.h. das, was wir durch Messung und Meßtheorie gefiltert nach bestem Wissen dafür halten dürfen) nicht ohne weiteres möglich ist, z.B. in die fernere Zukunft. Das erfordert vollkommenes Vertrauen in alle Teile des der Rechnung zugrundeliegenden Modells – und nur auf solche Extrapolationen wende ich den Vergleich mit den kirchlichen Prognosen über das Leben nach dem Tode an.

    Man kann prinzipiell jedes Vorhersagesystem mit der Wirklichkeit abprüfen, indem Sie es mit Daten aus der Vergangenheit validieren. Das ist ein Grundprinzip zur Modellierung von Vorhersagesystemen. Mit vollkommenen Vertrauen hat das wenig zu tun, sondern mit nüchterner Datenanalyse.

    Das Vertrauen in die Theorie hängt aber davon ab, daß sie eine eindeutige Vorhersage liefert. Hat sie (noch) zu viele Parameter oder Flexibilität in den Modellannahmen, so kann man noch sehr unterschiedliche Meßergebnisse mit der Theorie in Einklang bringen, indem man die Parameter oder Details der Theorie anpaßt. Für den wissenschaftlichen Prozeß der Theoriebildung ist das, wie Sie ja auch sagen, alles richtig und wichtig, aber es bedeutet eben auch, daß noch keine ausreichende Klarheit in dieser Theorie eingetreten ist, um plausibel weit in die Zukunft extrapolieren zu können.

    Was bei Vorhersagesystemen immer bewußt sein sollte, dass Sie grundsätzlich nach dem „Wenn…dannn…“-Prinzip aufgebaut sind, um es mal laienhaft auszudrücken. Man kann die Prognosen immer nur unter Annahme zukünftiger Ereignisse vernünftig erstellen. Mal ein Beispiel, es gibt genügend medizinische Daten, um einschätzen zu können, wie gefährlich Bluthochdruck ist. Man kann aber bei einem Menschen mit leicht erhöhten Blutdruck nicht genau sagen, wie hoch sein Risiko ist, weil das eben von seinen zukünftigen Maßnahmen (Sport, Ernährung, Medikamente) abhängt. Genauso ist das bei der Klimamodellierungen. Um wirkliche Prognosen abzugeben, muss der Klimaforscher wissen, wieviel CO2 in den kommenden Jahrzehnten noch dazukommt und das wiederum hängt ja bekanntermaßen von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen ab.

    Sie sagten, dass Sie davon ausgehen, dass Klimaforscher quasi nach besten Wissen und Gewissen handeln, um ihre Modelle zu erstellen. Davon gehe ich auch aus. Wie weit man aber schon im Erkenntnisprozeß ist, vermag ich auch nicht einzuschätzen. Aber es ist eine spannende Frage.

  50. @ S.Hader #49

    Selbst ein “simpler” Laserscanner, sendet moduliertes Laserlicht aus und empfängt die reflektierten Strahlen im Sensor und führt anhand dieser Signale Computerberechnungen durch. Sie schreiben, dass eine Computerberechnung nur auf Theorien beruhen. Vorhin wurde gesagt, dass Messungen auf hypothetischen Annahmen beruhen. Inwieweit unterscheiden sich Theorien von hypothetischen Annahmen bei Ihnen? Ich frag auch deshalb, weil jeder dazu etwas unterschiedliche Definition für die Begriffe verwendet.

    OK, hier nochmal ganz klar: der Laserscanner empfängt die reflektierten Strahlen im Sensor. Eine prognostizierende Simulationsrechnung empfängt nur Ausgangszahlen und Algorithmen von ihrem Programmierer.

    Im übrigen vermute ich, daß Sie mich schon ganz gut verstanden haben ;^).

  51. Herr Hader,
    #21

    In dem Punkt muss ich Ihnen mal zustimmen und gleichzeitig widersprechen. Ich finde auch, dass man viele politische Diskussionen auf Gremien und Institutionen auslagert, die eigentlich mehr in den Bundestag und der Öffentlichkeit gehören. Aber auch wenn Institutionen entscheiden, letztlich sollte die endgültige Entscheidung im Bundestag stattfinden. Wenn der Bundestag zu viele Dinge kritiklos aus solchen Gremien übernimmt, dann ist es ein Fehler der Politiker und nicht der Gremien.

    natürlich führe ich das genauer aus, können Sie vergleichen mit der Klimakatastrophe und dem Ausstieg aus der Kernenergie.

    Ideal wäre in einer Demokratie ein ausführlicher , öffentlich geführter Diskurs. Ein Meinungsstreit um die beste Entscheidung. Letztlich müssen unsere Abgeordneten nach besten Gewissen entscheiden.

    Wenn Sie mal Töpfer,Schellnhuber oder Merkel zuhören, reden die immer öfter von deliberativer Demokratie, z.B. “ müssen wir noch deliberativ prüfen …“

    Am Besten ist Schellnhuber im Teil 13 der langen Nacht des Klimas(einfach googeln) Er sagt dort , in den USA gibt es nicht einen Volkskongreß, dem von einer Partei gesagt wird , wie er abzustimmen hat und nicht eine Zivilgesellschaft, die wie in Europa die Medien beherrschen kann oder zumindest beeinflussen kann.
    Schellhuber

    Was machen wir in Deutschland? Einen Diskurs gibt es nicht, die Medien sind von der Schellnhuberschen Zivilgesellschaft ausgeschaltet und legitimieren eine Entscheidung, mittels erzeugter Meinungsbilder , die dann noch schnell „deliberativ“ von einer schnell einberufenen Kommission bestätigt wird.
    Da sehe ich kaum noch Unterschiede zu, im Politbüro vorgegebene Entscheidungen, die dann auf speziell durchgeführten Sitzungen und Delegiertenkonferenzen zu bestätigen sind. Egon Krenz hätte seine helle Freude daran, wenn er da mitmachen dürfte, das könnte er noch besser im Fernsehen „rund“ machen 😉

    Dazu lesen Sie noch die Entstehung der NGOs bei Maxeiner/Miersch in der Angstindustrie nach.NGOs werden von Brüssel bezahlt, mit unseren Steuergeldern. Sie glauben doch nicht, dass die wichtiges gegen die Politikrichtung sagen dürfen? Je hysterischer die berichten, um so größer ist die Lüge. Ich glaube die Bundesregierung hat noch nie eine Entscheidung gegen ihren Willen getroffen, auch aus der Kernenergie wollte sie aussteigen und hat dazu die Musik bestellt. Die Entscheidungen sind real, die Legitimierung ist es nicht.

    Finden Sie es nicht seltsam, dass die USA mit Klimaleugnern in den nächsten Wahlkampf gehen wird?

    Die USA , Kanada, Japan und Rußland sind aus Kyoto ausgestiegen. Drin sind nur Nehmerländer, die auf unser Geld für eine vage Katastrophe warten. Statt aus Kyoto auszusteigen, steigen wir aus der Kernkraft aus, um Energie immer teuerer zu machen. Können Sie mir sagen, ob Deutschland seine Finanzhoheit schon an die nichtgewählte EU Kommission abgegeben hat?

  52. Natürlich meinte ich, dass aus Proactinium U-233 entsteht,10 Stunden ohne Kaffee, das kommt dabei heraus,dass Thorium destilliert wird, war mein Fehler.
    Um deutlicher zu machen, was ich meine, von energyfromthorium

    In order to purify the fuel salt, the first step is to remove the uranium fuel by fluorination. Then the carrier salt (LiF-BeF2) can be distilled from fission product fluorides in a high-temperature still. The remaining fission product fluorides constitute the equivalent of “high-level waste” from fluoride reactor reprocessing. The extracted LiF-BeF2 is recombined with the uranium and reinserted into the reactor core for another cycle of power generation.

    Mir ging es um Schmelzen durch Nachzerfallswärme und um Korrosion dieser Aufbereitungsanlage, nicht des Reaktor selbst.

  53. Verdammt im Artikel vertan,sollte stehen bei die-mini-kernreaktoren-kommen-technolgien-chancen-und-potenziale

  54. @ Heraklit

    Da sollten Sie wohl besser doch noch einen Kaffee trinken. Aber noch einmal: Sowohl beim Molten Salt Reactor (MFR), als auch beim Liquid Fluoride Thorium Reactor (LFTR) sind die Materialien bereits geschmolzen. Ein bereits in geschmolzener Form vorliegender Reaktor kennt keine Gefahr einer Kernschmelze. Und wie bereits geschrieben stellen diese Salzschmelzen hohe, aber technisch durchaus lösbare, Anforderungen an die verwendeten Materialien.

  55. „OK, hier nochmal ganz klar: der Laserscanner empfängt die reflektierten Strahlen im Sensor. Eine prognostizierende Simulationsrechnung empfängt nur Ausgangszahlen und Algorithmen von ihrem Programmierer.“

    @Fluminist, die Ausgangszahlen in Simulationsberechnungen beruhen meist auf gemessenen Sensordaten (Strahlenbilanz, Absorptionslinie, Temperaturen, CO2-Verteilung in der Atmosphäre usw.). Die programmierten Algorithmen sind meist numerische Umsetzungen von physikalischen Gesetzen (Wärmeübergänge in Luftmassen, Meeresströmungen, usw., ich kenn mich da nicht wirklich aus). Für mich als Programmierer sehe ich da keinen prinzipiellen Unterschied, ob ich einen Meßsensor oder eine Simulation programmiere. In beiden Fällen bekomme ich Eingangsgrößen, bei denen ich davon ausgehe, dass diese wirklich mit der Realität übereinstimmen. Durch Plausibilitätschecks und Meßaufbauten beim Sensor und durch Plausibilitätschecks und Validierung an vergangenen Daten kann ich abprüfen, ob das was rauskommt, tatsächlich stimmen kann.

  56. Herr Rassbach,

    „Ideal wäre in einer Demokratie ein ausführlicher, öffentlich geführter Diskurs. Ein Meinungsstreit um die beste Entscheidung. Letztlich müssen unsere Abgeordneten nach besten Gewissen entscheiden.“

    Absolut.

    Und was Sie weiter beschreiben, sehe ich stellenweise ähnlich. Die Politik schiebt die Verantwortung von Entscheidungen bestimmten Gremien zu. Vielleicht ist das auch der aktuellen Lage von Schwarz-Gelb geschuldet, die mittlerweile so geschwächt ist, dass sie innerparteiliche Debatten über wichtige Entscheidungen regelrecht fürchten. Am liebsten scheint es diesen beiden Parteien zu sein, dass Ihnen schwere Entscheidungen u.a. von Wissenschaftlern abgenommen werden. Vielleicht auch, weil man dann bei einem späteren Mißerfolg, die Verantwortung wieder gut beiseite schieben kann, nach dem Motto „Tja, wir haben nur auf die Wissenschaftler gehört“. Es wird ja immer viel auf Lobbygruppen geschimpft, egal auf welcher Seite. Ich persönlich finde Lobbyismus nichts schlimmes, im Gegenteil, denn es heisst nichts anderes, als das Interessensgruppen ihre Anliegen vortragen. Das gehört zu einer normalen Demokratie dazu. Den Interessensausgleich, den muss die Politik ausführen. Das ist deren Aufgabe. Die jetzige Regierung wird nicht gezwungen, auf eine bestimmte Lobbygruppe zu hören. Wenn Sie es trotzdem tut, sollte man auf die schimpfen und nicht auf den Lobbyismus.

    „Ich glaube die Bundesregierung hat noch nie eine Entscheidung gegen ihren Willen getroffen, auch aus der Kernenergie wollte sie aussteigen und hat dazu die Musik bestellt.“

    Wenn dem tatsächlich so wäre, dann hätte Schwarz-Gelb nicht ein Jahr zuvor die Laufzeitverlängerung beschlossen.

    „Finden Sie es nicht seltsam, dass die USA mit Klimaleugnern in den nächsten Wahlkampf gehen wird?

    Die USA, Kanada, Japan und Rußland sind aus Kyoto ausgestiegen. Drin sind nur Nehmerländer, die auf unser Geld für eine vage Katastrophe warten. Statt aus Kyoto auszusteigen, steigen wir aus der Kernkraft aus, um Energie immer teuerer zu machen. Können Sie mir sagen, ob Deutschland seine Finanzhoheit schon an die nichtgewählte EU Kommission abgegeben hat?“

    Kanada, Japan und Rußland haben Kyoto unterschrieben und ich hab nichts davon gehört, dass Sie wieder ausgestiegen sind. Was aber wohl stimmt ist, dass Kanada und Japan ziemlich hinter ihren eigenen Plänen mit der CO2-Einsparung liegen. Warum in USA Klimaleugner zum Wahlkampf antreten? Das frage ich mich ehrlich gesagt aus. Aber in einem Land, wo Biologielehrer sich immer mehr Kreationisten zur Wehr setzen müssen, wundert mich vieles nichts mehr. Die USA scheint eine Menge schlauer und innovativer Wissenschaftler, Techniker, Geschäftsleute und Künstler hervorzubringen, aber auch jede Menge Dummköpfe.

  57. Herr Hader,
    hatte ich übersehen.

    “Wenn dem tatsächlich so wäre, dann hätte Schwarz-Gelb nicht ein Jahr zuvor die Laufzeitverlängerung beschlossen.“

    Dieses Lavieren verstehe ich bis jetzt nur so.. Wer hat die „Informationslawine“ ab Fukushima losgetreten? Das war kein Diskurs, sondern eine PR Aktion, mit dem Ziel, die Energiewende voranzutreiben. Auch schwarzgelb wollen das und sahen in Fukushima einen willkommenen Anlaß?

    Unsere Parteien sind gelichgeschaltet oder nicht?

    Nachhaltigkeit ist eh undurchsichtig:
    -CO2 Einsparung führt zu all dem, was Grüne nicht wollen
    -- Biokraftstoff erzeugt Hunger ist Legitimation für den WWF Mill. ha Urwald abzuholzen
    -EE verteuert Strom, raubt Land, verschandelt die Umwelt, führt zu Raubbau an seltenen Ressourcen.

    Kanada, Japan und Rußland haben Kyoto unterschrieben und ich hab nichts davon gehört, dass Sie wieder ausgestiegen sind

    Doch:

    Dabei ist jetzt schon klar, dass das Kyoto-Protokoll bald nur noch Europa inklusive der Schweiz und Norwegen sowie Australien und Neuseeland betrifft. Die USA haben das Abkommen nie unterzeichnet. Nun steigen auch noch Japan, Kanada und Russland aus.

    Klar wurde das nur im Ausland informiert und zum Schein in deutschen regionalen Zeitungen

    Das passt schon wieder zum verhinderten Diskurs. Schauen Sie sich die € Diskussion an, dann wissen Sie , wir sind das einzigste Geberland 😉

    Sie scheinen ja auch an Überbevölkerung und endliche Ressourcen zu glauben?

    Ist ja auch kein Wunder, der Club of Rome sitzt im Nachhaltigkeitsrat und sein Chefideologe Meadows spricht im Bundestag vor der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“:

    Lesen Sie selbst diesen für mich haarsträubenden Müll

Schreibe einen Kommentar