Rifkin und das Narrativ

24. September 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Medien, Ökologismus

Die Diskussionen in der Energiedebatte oder über den Klimawandel führen mitunter dazu, dass die Gegner als minderbemittelt oder dergleichen dargestellt werden. Doch hier muss ich warnen. Die Ökologisten, Alarmisten, Grüne und was auch sonst noch in die Richtung geht, diese Leute leiden weder an Hirninsuffienz, Demenz, noch sind sie irgendwie beschränkt. Es ist gefährlich diese Leute so zu titulieren, da dies nichts anderes heißt, als dass man sie nicht ernst nimmt, letztlich so betrachtet wie eine Grippe, die zwar unangenehm ist, doch irgendwie vorbei geht. Das wird nicht geschehen, denn diese Leute wollen eine andere Gesellschaft, da geht es nicht nur um ein paar Windmühlen, oder Hubspeicher, von denen das Fußvolk fabuliert. Die Leute die wirklich am Rad drehen, haben ganz anderes im Sinn. Als Beispiel sei hier nur einmal Jeremy Rifkin genannt, der gerade auf Werbetour für sein neues Buch ist :

„Wohin die neue Wirtschaftswelt führt, darüber schreibt und redet Rifkin schon seit Jahren. Er kennt die Mächtigen, berät sie, und was er sagt, klingt gut. Das große Schlagwort lautet „dritte industrielle Revolution“. Zurzeit bahnt sie sich gerade an. Der Begriff taucht schon am Ende seines letzten Buches auf. Aber wurde nicht so recht deutlich, was er damit meinte. Das neue Werk ist also die logische Fortsetzung

Es gibt zwei wesentliche Grundvoraussetzungen: Erstens geht Rifkin davon aus, dass die Mächtigen in Politik und Wirtschaft fortan nicht egoistisch handeln, um die Welt vor dem Umwelt-GAU zu retten, sondern gemeinsam den richtigen Weg gehen. Und zweitens müssen sie das auch, denn die Wirtschaft in ihrer jetzigen Form geht vor die Hunde. Vor allem weil der Ölpreis langfristig zu sehr ansteigen wird, um den globalisierten Handel aufrecht erhalten zu können.“

Man darf sich nicht der Illusion hingeben, das dies Träumereien einiger Spinner sind, diese Gedanken finden Anklang bis in höchste Kreise. Am Dienstag war eine Veranstaltung im Konrad-Adenauer-Haus, mit Merkel und Röttgen und einigen anderen. Auch Rifken sprach dort, dazu noch mal das Handelsblatt:

„Wir sind 6,8 Milliarden Menschen, unsere durch Öl und Kohlenstoff geprägte Zivilisation liegt auf der Intensivstation – sind wir dazu in der Lage, eine neue Vision zu entwickeln?“ Was er über die „Third Industrial Revolution“ sagt kennen wir in allen Details: Erneuerbare Energien, smart grids, Gebäude, die Energie erzeugen statt zu verbrauchen, Speicherung von Energie und neue Mobilität. Aber wir verniedlichen es als „Energiewende“.

Bei Rifkin wird daraus eine neue Art zu produzieren, zusammenzuarbeiten, Kontinente wie den europäischen durch eine gemeinsames Energienetz zu verbinden, Unternehmen durch die Steuerung des des Energieflusses Gewinne machen zu lassen statt durch den Verkauf von Strom, und die Prinzipien des Internets – verteilt, kooperativ, horizontal statt top-down – auf die der Energiewirtschaft zu übertragen. Umweltminister Norbert Röttgen, der gemeinsam mit der Wirtschaftsweisen Beatrice Weder di Mauro mitdiskutierte, lauschte teils mit einem so glücklichen Lächeln als wollte er sagen: So schön möchte ich das auch mal ausmalen. Selbstironisch warf er ein: „So überzeugt wie Jeremy Rifkin diskutieren wir in unseren Gremien auch immer über die Energiewende!“

Rifkin, Schellnhuber, 3. Industrielle Revolution, Große Transformation, und so weiter und so fort; ich hoffe jetzt ist klar um was es geht: Um eine komplette Umgestaltung der Gesellschaften. Und das ganze soll über ein geeignetes Narrativ der Bevölkerung verklickert werden. Da sind wir schon mittendrin. Da wird auch gar kein Geheimnis daraus gemacht, wie auf der Homepage der Konrad-Adenauer-Stiftung nachzulesen ist:

An Konzepten und Technologien fehle es nicht. „Pilotprojekte oder einzelne Programme bringen aber nicht viel. Die große Herausforderung für Politiker ist es dieses neue ökonomische Narrativ als Paket zu implementieren und an die Öffentlichkeit heranzutragen“, sagte Rifkin.

Ich würde allerdings eher von einem Rechtfertigungsnarrativ sprechen. Um das etwas zu verdeutlichen:

Mit Hilfe dieses Begriffs soll insbesondere die historische Dimension von Rechtfertigungsordnungen erschlossen werden, d.h. die Erzählungen, die sich zu Legitimationen sozialer Strukturen und Institutionen verdichten.

Oder anders ausgedrückt, in Narrativen werden mitunter bewusst Fakt und Fiktion vermischt um eine Botschaft zu transportieren die, gleich erbaulicher religiöser Dichtung, Normen vermitteln soll. Es gibt Menschen, die haben glasklar erkannt, dass es sich dabei um eine literarische Gattung handelt, um es mal ein wenig überspitzt darzustellen. Einer davon ist der spanische Schriftsteller Sergi Pàmies, dessen Text „Eine poetische Wahrheit“ hier noch als Lesetipp genannt sein soll. Es hat keinen Sinn, zu versuchen, die Narrative der Alarmisten mit wissenschaftlichen Argumenten zu bekämpfen, das zieht nicht weil es nicht eingängig ist. Außer bei den wirklich technikaffinen Menschen, doch das sind weniger als man glaubt, selbst in Deutschland.

Also müssen wir uns um andere Aspekte der Rifkinschen Visionen kümmern und deutlich machen, welche Annahmen Fiktion sind, und welche auch zu ganz und gar unerfreulichen Ergebnissen führen können. So spricht er von der Demokratisierung von Energieerzeugung und -verteilung und stellt die Basis der klassischen Wirtschaftstheorie in Frage. Irgendwie soll dies alles ein empathisches Miteinander werden, das so richtig an klassenlosen Gemeinschaften wie die Urchristen oder die utopischen Sozialisten erinnert. Doch gerade hier zeigt sich deutlich, dass der Mensch eben nicht nur empathisch ist, sondern vor allem auch auf den eigenen individuellen Vorteil hin strebt. Das lässt sich vielleicht in Revolutionszeiten bis zu einem gewissen Grade unterdrücken, bricht aber dennoch immer wieder durch. Nach dem das Alte abgeschafft und zerstört ist, wird die Macht neu verteilt und Empathie gerät in den Hintergrund. Bislang war dies in der Geschichte der Menschen immer so, und es ist nicht anzunehmen, das dies in Zukunft anders ist.

Deshalb sind Rifkins Utopien von vornherein zum Scheitern verurteilt, aber dennoch gefährlich. Narrative lassen die Menschen glauben, es wird auf ein erstrebenswertes Ziel hin gearbeitet, und lassen dabei vergessen, das dies alles Utopien sind, die wesentliche Dinge ausblenden. Nette Geschichten soll der Rifkin, und auch all die anderen, erzählen dürfen. Doch sollte eben jedem wirklich klar sein, das dies eben nur Erzählungen sind, visionäre vielleicht, oder utopische, aber eben nicht was es zu sein vorgibt: ein Leitfaden für den Weg in die Zukunft. Das Narrativ soll über diesen Mangel hinwegtäuschen.

 

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65 Kommentare
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  1. Ein sehr guter Artikel!
    Hier wird tatsächlich bis auf den Grund geschürft.

    Ich möchte anmerken, dass genau aus dieser Philosophie der sogenannten Energiewende die Kampfbegriffe ‚Ökoreligion‘ und ‚Ökofaschismus‘ abgeleitet sind: Religiöse und totalitäre Grundmuster sind das wahre Fundament, Klimawandel und Ernuerbare Energien sind nur propgandistische Vehikel, im Grunde austauschbar und nebensächlich.

  2. Hallo Quentin

    Ein wirklich gelungener Artikel, der doch sehr zum Nachdenken animiert.
    Schon die ersten Zeilen zeigen auf, auf welch unsicherem Boden wir uns bewegen, wenn wir die Protagonisten des „menschengemachten Klimawandels“ und der „alternativlosen Energiewende“ pauschal als Spinner, Ökofantasten oder ewig gestrige Weltverbesserer abtun wollen.

    Der innere Kreis dieser Leute, oder mit Deinen Worten „die Leute die am Rad drehen“, haben eine andere, eine neue Gesellschaft im Sinn. Diese Leute wissen genau, dass eine Revolution nach dem Muster 1917 oder eine Machtergreifung a la
    1933 nicht mehr durchführbar ist. Sie haben aus den Ergebnissen gelernt und dementsprechend ihre Instrumente subtiler ausgebildet. Sie wissen auch mittlerweile,
    dass mindestens zwei Generationen, oder besser drei, in einer vorgegebenen und gesteuerten Normativität aufwachsen und erzogen werden müssen, um einigermaßen sicher sein zu können, dass der geplante Umschwung/Revolution/Transformation eine Chance hat. Sie vertrauen dabei auf die
    „normative Kraft des Faktischen“ (um es mit Jellinek zu sagen).

    Es wäre auch sicherlich falsch, diesen Leuten zu unterstellen, dass sie an Macht, in Form eines Regierens, drängen. Dazu sind sie viel zu intelligent, sie lassen regieren und das von willfährigen und wenn es sein muss skrupellosen Figuren. Sie „begnügen“ sich mit der Position des unfehlbaren und gottgleichen „Beraters“. Sie fühlen sich als das Gewissen der Menschheit und glauben als solches sakrosankt zu sein und handeln und denken auch dementsprechend. Sie finden auch intelligente Zuhörer und Mitstreiter, die mit Begeisterung die Gedanken weitertragen und mit tiefer Gläubigkeit sich ans Werk der Umsetzung machen, aber dabei übersehen sie, dass diese „Schüler“ oder zumindest einige von ihnen, mehr der Taktik als der Strategie/Philosophie zugewandt sind. Es wird also zwangsläufig der Konflikt Marx/Lenin neu aufgelegt mit all den bekannten Begleit- und Folgeerscheinungen. Die Praxis wird wieder über die reine Lehre siegen. Und genau das ist der elementare Fehler im Denkansatz unserer Hyperphilosophen.

    Es kommt aber noch etwas Anderes hinzu und zwar der wirtschaftliche und kulturelle
    Umbruch, der weltweit im Gange ist. Die Vorherrschaft des Abendlandes westlicher Prägung ist seit Ende des WK II auf dem absteigenden Ast. Die USA konnten den Niedergang durch ihre militärische und wirtschaftliche Stärke verzögern und so auch das alte Europa bis jetzt noch über die Runden retten. Seit aber Europa in Form der EU und allen voran Deutschland auf dem besten Wege ist sich selbst zu demontieren, ist der Weg frei für die bisher verächtlich als „Schwellenländer“ bezeichneten neuen Industrienationen. Die USA alleine werden diesem Zug nichts mehr entgegen setzen können, weil sie selbst schon auf den Zahnfleisch laufen.

    Wenn ich mir die Aktivitäten der Herrschaften wie Rifkin, Schellnhuber, Leggewie und wie sie alle heißen in Sachen Energiewende, Große Transformation, Dritte Industrielle Revolution usw. so anschaue, dann werde ich das Gefühl nicht los, dass es sich hier um ein verzweifeltes Aufbäumen gegen das deutlich erkennbare Schwinden der geistigen und wirtschaftlichen Vormachtstellung des westlichen Abendlandes handelt mit all seinen unwägsamen Folgen.

    schöne Grüße aus dem Moos

  3. Danke Moosgeist, Dein Kommentar ist eine exzellente Ergänzung und Weiterführung meiner Gedanken.

  4. Ein sehr guter, klarer Beitrag, der die Gefährlichkeit dieser „Visionäre“, die es bis in höchste Regierungsämter (Merkel, Röttgen & Cie) geschafft haben , treffend aufzeigt. Herzlichen Dank.
    Dieser Beitrag passt ganz gut dazu: http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/der-lange-weg-zur-gruenen-sklaverei/
    mfG
    M.L.

  5. …dann werde ich das Gefühl nicht los, dass es sich hier um ein verzweifeltes Aufbäumen gegen das deutlich erkennbare Schwinden der geistigen und wirtschaftlichen Vormachtstellung des westlichen Abendlandes handelt

    Eine Endzeit-Stimmung ist es zweifellos.
    Aber ich halte jemanden wie Schellnhuber nicht für einen Wegbereiter, sondern einen subalternen Getriebenen, einen nützlichen Mohren. Er und seinesgleichen sind austauschbar und leicht ersetzbar. Er hatte nur zufällig das Glück, dass man auf ihn aufmerksam wurde und ihn engagierte.
    Wo ist aber der eigentliche Kern zu suchen, das Schwerkraftzentrum?
    Ich denke, das hat etwas mit dem ‚Marsch durch die Institutionen‘ zu tun, mit dem bürokratischen Staatsapparat.

    Jede administrative Bürokratie hat den innewohnenden Trieb, sich auszuweiten und Macht und Einfluss zu vermehren. Sie ufert aus, wenn sie kein Gegengewicht hat. In einer jungen und dynamischen Organisation ist sie machtlos, denn dort haben unbürokratische Entscheidungsträger das Sagen. Mit zunehmender Konsolidierung ändert sich das.
    Ein paar Beispiele:
    Der oberste Führer der Sowjetunion trug den Titel ‚Generalsekretär‘, das war ein reiner Verwaltungsposten, dessen Inhaber jedoch durch seine umfassenden Informationen und Verbindungen ideale Voraussetzung hatte, sich zum Führer zu machen.
    Es gab in der Führungselite der Nazis keine farblosere Figur als Martin Bormann, den Sekretär und Buchhalter, doch er wurde ‚Stellvertreter des Führers‘, zweiter Mann im Staat.
    Die Satrapenfürsten der Ostblockstaaten, sei es Honecker, sei es Cheauchescu, waren reine Apparatschiks, Charisma fehlte ihnen so vollständig, dass sie geradezu lächerlich wirkten.

    Aber gerade solche Leute haben den unbezähmbaren Trieb, zu verwalten, zu reglementieren, zu kontrollieren und gleichzuschalten. Es ist das, was sie gelernt haben und das einzige, was sie können.
    Sie greifen begierig jeden Vorwand auf, der ihnen die Möglichkeit gibt, ihren Einfluss und ihre Herrschaft zu vermehren. Viel befürchten müssen sie nicht, denn anders als bei einem Privatunternehmer werden sie für falsche Entscheidungen nicht bestraft, es fehlt die Rückkopplung.

    Wir sind in einer Periode, in der die Administratoren sehr an Macht und Einfluss gewonnen haben, schwache politische Führer lehnten sich dankbar an den Apparat, der ihnen sehr bereitwillig zuarbeitet, wenn es zu seinen Interessen und in die ideologische Voreingenommenheit der Apparatschiks passt.
    Die Grünen haben ihren stärksten Rückhalt in den Beamten des gehobenen Diensts, da ist eine Symbiose zwischen Apparat und Ideologie entstanden, keine Verschwörung, aber eine selbstverstärkende Resonanz.
    So lange dies von den Wählern hingenommen wird, leben die Apparatschiks im Paradies, können verwalten, reglementieren, ‚lenken‘, aus Staatsdienern werden Staatsverwalter. und totalitäre Staatsaufseher.

  6. @Quentin
    Noch ’n Lob, wirklich toller Artikel, den du da geschrieben hast, Quentin ! (dieser Begriff des „Narrativen“ ist sehr sperrig)

    Habe gleich mal nen Blick ins Handelsblatt geworfen (Rifkins Werbetour für neues Buch), demnach gipfelt Rifkin in der „Erkenntnis“: „Der Homo sapiens weicht dem mitfühlendem Menschen, dem Homo empathicus.“.

    Oh Mann, dicker auftragen geht wohl nicht mehr. Das stinkt ja gegen den Himmel. Aha, die nie existente „entwickelte sozalistische Persönlichkeit“ ist out, dafür angesagt der ebenfalls fiktive Gutmensch, genannt „Homo emphaticus“. Wieviele totalitäre Gesellschaftsideen haben mit einer derartigen Monstranz konstruiert und dabei nur Unheil erzeugt …

    Ich habe putzigerweise zuvor gerade die Papstrede vor dem Bundestag durchgelesen. Die war sehr gut, und auf einem intellektuellem Niveau, von dem Bundespolitiker/innen nur träumen können. Dem nehme ich Gedanken zu Sinn und Orientierung der Menschen ab, aber doch keinem sein Buch bewerbenden Wirtschaftsökonomen, der nur die Welle abreiten will.

    Es geht wie schon immer um Macht, um Kontrolle, um Herrschaft über die Menschen, darum zu der engeren Minderheit zu gehören, die davon profitiert. Dazu gibt es einen Schlüsselsatz in deinem Artikel:

    Nach dem das Alte abgeschafft und zerstört ist, wird die Macht neu verteilt und Empathie gerät in den Hintergrund. Bislang war dies in der Geschichte der Menschen immer so, und es ist nicht anzunehmen, das dies in Zukunft anders ist.

  7. Danke Quentin Quencher,

    diese Leute leiden weder an Hirninsuffienz, Demenz, noch sind sie irgendwie beschränkt

    Woher wollen Sie das so genau wissen? 😉 Tatsächlich kann jeder Utopist schreiben, was er will.

    Erneuerbare Energien im Zusammenspiel mit dezentralen Speichermethoden – das ist die Zukunft nach Jeremy Rifkin

    Mag sein, aber es gibt keine ökonomisch vertretbaren Speichermethoden. Technisch ist alles möglich, nur ist auch ökonomisch sinnvoll? Das interessiert Utopisten nicht, aber uns sollte es interessieren. Nach Rifkin soll jeder ein „Biosphären-Bewusstsein“ bekommen. Hört sich gar nicht so gefährlich an? Das ist solange auch ungefährlich, bis ein Beamter solchen Unsinn für seine Ziele vereinnahmt.

    Ich befürchte, es geht gar nicht vordergründig um eine Energiewende, sondern um den Abbau der Demokratie in den westlichen Ländern. Wenn ich diesen Artikel zur Angstindustrie lese und mit der Realität vergleiche, kommt mir dieser Verdacht.

    Wir hatten im Frühjahr doch den Anschaungsunterricht, wie diese neue „Form der Demokratie“ funktioniert. Nachdem jahrelange Angst vorm Klimawandel keine Bewegung brachte, hat es Fukushima geschafft, die vorbereiteten Gesetze unter Dach und Fach zu bringen. Unsere Abgeordneten hoben alternativlos erzitternd die Hände in der Abstimmung.

    Das neue Zauberwort ist „deliberativ“. Habermas hat das aber nicht so gemeint, wie wir es jetzt praktiziert haben. Die Regierung läßt durch eine Ethikkommission deliberativ prüfen und dann ist es alternativlos?

    Legitimität politischer Entscheidungen beruht auf deren Anbindung an öffentlich artikulierte, im Diskurs zustande gekommene Meinungen. Der Diskurs in Deutschland hat den Charme von Plenen der SED , die dem DDR Bürger den Weg zeigten, in eine fröhliche sozialistische Zukunft.

    Ich habe das Gefühl, die zweite Meinung fehlt in Deutschland, glauben Sie mir , mein Gefühl trügt mich nicht , weil ich dieses ohnmächtige Gefühl kenne. Und die Jubler sind schon da, das sind die, die fürchterlich schreien, wenn es schief geht, „Die“ haben uns belogen und betrogen;-)

    Allerdings weiß ich nicht, wie alles zusammenhängt. Ist es zufälliges Übereinstimmen von Interessen? NGOs erledigen die Meinungsbildung mit nachfogender deliberativ legitimierter Entscheidung?

    Wie sagte doch die Bundeskanzlerin gestern Abend in Bezug zu Griechenland? Wir brauchen Instrumente, um auch Staaten zur Rechenschaft zu ziehen oder meint sie, ihnen die Entscheidung abzunehem?

    Da fallen mir doch auch historische Parallelen ein, aber ein mir von der linksgrünen Presse antrainierter eva hermann reflex sagt mir, dies jetzt sein zu lassen, Spass beiseite, ich habe auch keine Zeit;-)

  8. Danke an alle für die interessanten Anmerkungen.

    Eine Bemerkung noch, da ich erst jetzt auf den Text gestoßen bin:

    Second, the climate narrative in Europe has changed.
    [..]
    And Europe has been in need of a new story about why climate protection makes sense. The new story has to be the economic success green markets will provide in the future.

    Das Thema Klimawandel ist tot, Green Markets sind jetzt in. Rifkin hatte Obama vorgeworfen, dass dieser kein geeignetes Narrativ gefunden hatte. Dies soll nun in Europa anders sein.

  9. Deutschland ein Vorreiter, nein, nicht schon wieder;-)

    „Es spielt keine Rolle, was wahr ist, es kommt nur darauf an, was die Leute als wahr glauben… Man ist das als was einem die Medien schildern. [Greenpeace] wurde ein Mythos und eine Mythen erzeugende Maschine“. (Paul Watson zitiert von Dixy Lee Ray in ihrem Buch „Environmental Overkill“, 1990)

    Die NGOs kümmern sich um jede Legende;-)

  10. Der neue Mensch, dat hat olle Mao auch mal probiert……..dat Ergebnis waren 30 Millionen verhungerte Menschen.
    Der neue Mensch, das wurde in Kambodscha auch mal probiert, das Ergebnis war die Ausrottung der Intelligenz und auch Millionen von Toten.
    Der neue Mensch, dat hat Ulbricht und Co. auch mal probiert, dat Ergebnis waren viele Mauertoten und der anschließende Zusammenbruch der DDR.

    Wer dem Menschen etwas aufzwingen will was nicht in seiner Natur liegt, wird immer damit scheitern, dat sage ich als einfacher Pöbel von der Straße.

    Und wenn besagter Pöbel endlich mitkriegt, wat die EE für ne Verarschung sind, dann sollten sich gewisse Leute ganz schnell ins Ausland absetzen, siehe Nordafrika.

    Dat wiederum sagt Onkel Heinz in aller Bescheidenheit……..weckt niemals das Tier im Manne…………denn es könnte unberechenbar werden.

  11. Heinz Eng,
    klare Worte; ich sehe es genauso.

    Konkret:

    Es ist alles richtig, was im Beitrag beschrieben wird. Aber: Noch leben wir in demokratischen Strukturen (auch wenn man sie schon als „semi“ empfinden kann; Stichwort. Eurokratie).

    Jede Gruppierung in einer demokratisch verfassten Gesellschaft kann jede Überzeugung vertreten und durch zu setzen versuchen, so lange es sich im verfassungsgemäßen Rahmen befindet.

    Die Gefahr einer schleichenden Durchdringung dieser Ordnung mit einem totalitären Gedankengut („Transformation“) sehe ich schon: wird aber in der Praxis an unseren rechtstaatlichen Grundsätzen scheitern müssen (so lange wir noch eine unabhängige Justiz haben; insbesondere ein noch funktionsfähiges Verfassungsgericht).

    Unsere Wirklichkeit:
    In Sachen „Grüner Ideologie“ haben wir leider eine Allparteien-Koalition; aber ihre Maßnahmen bewegen sich immer noch im verfassungsmäßigen Zulässigem (wie falsch auch diese Politik immer sein mag). Der Bürger hat bisher alles geschluckt: EEG, Nichtraucherwahn, Glühlampenverbot. Doch: bei E 10 hat sich der Bürger bockig gezeigt und der „sanfte Zwang“ hat nicht gefruchtet. Für dieses Verhalten wurde noch keiner ins Umerziehungs-Lager geschickt.

    Wirkliche politische Macht können die Grünen Ideologen nur erringen, wenn sie unsere Verfassung außer Kraft setzen und mit Zwang ihre Politik durchsetzen; also die reale Öko-Diktatur. Dies ginge sogar mit einer Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag (analog zum „Ermächtigungsgesetz“); aber dies gäbe jedem Deutschen das Widerstands-Recht, notfalls mit der Waffe, die Wiederherstellung der Grundordnung zu erzwingen. Gut, soweit wird in der Praxis im Bundestag nicht kommen.

    Ich sehe die ersten „Kipp-Punkte“ in der Bevölkerung, wenn Eurocrash und erste Energiewende-Blackouts zum Weckruf werden, welches Desaster unsere politischen Eliten angerichtet haben.

    Dann ist Schluss mit „grün“ ist lustig.

    PS:
    Es ist irrig anzunehmen, die Welt sei auf dem Weg ins „Grüne Paradies“. Dieser Virus grassiert nur in Europa; eine lokal begrenzte Krankheit.

  12. Ich hatte in dem Artikel eine Behauptung aufgestellt, auf die ist bislang noch nicht eingegangen worden. Wahrscheinlich hätte ich mein Anliegen etwas deutlicher formulieren sollen:

    Es hat keinen Sinn, zu versuchen, die Narrative der Alarmisten mit wissenschaftlichen Argumenten zu bekämpfen, das zieht nicht weil es nicht eingängig ist.

    Damit wollte ich eine Frage stellen, ob wir nicht mit stumpfen Waffen kämpfen, wenn wir die Ursachen und Auswirkungen von Klimawandel und Energiewende, im einzelnen kritisieren. Ich finde, es ist wichtig sich mit den Annahmen der Alarmisten auseinander zu setzen, Fehler aufzudecken, klar zu machen was ist bewiesen, was ist Hypothese. Doch denke ich, unterm Strich wird dies alles nicht viel bewirken, da, wie weiter oben das Zitat von Jo Leinen zeigt, man sehr flexibel ist, was die Begründung und Rechtfertigung für die Transformationen oder Revolutionen angeht. Green Economy braucht als Rechtfertigung den Klimawandel gar nicht, sondern denen genügt das Wort Nachhaltigkeit. So wie sie es interpretieren.

    Die Frage ist, welchen eingängigen Gegenentwurf können wir präsentieren? Was ist das Narrativ der Skeptiker? Ich kann keines sehen oder erkennen. Viele einzelne Argumente, die sich aber zu keinem Gesamtbild verdichten lassen. Es fehlt der Slogan.

  13. @Quentin

    Slogan????!!!!!!
    Hmm, lass mich mal nachdenken……………..ick habs uff der Zunge…………

    Lieber Mitmensch, warum biste bei Hütchenspieler kritisch, wenn de Dir trotzdem den EE-Quark unkritisch überhelfen lässt?

    Lieber Mitmensch, EE sind eine weitere Finanzblase, die bald platzen wird.

    Lieber Mitmensch….willste Dir den Tach versauen, musste Dir ein Windrad fbauen…………

    Lieber Mieter…….wussten Sie schon, das Ihr Nachbar mit den tollen Solarzellen uff´n Dach, Ihnen direkt das Geld aus der Brieftasche klaut…….

    Lieber deutscher Stromkunde…….wusstest Du übrigens, das Du zu den Windrädern, den Überlandleitungen, den stinkenden Bio-Gasanlagen, demnächst auch noch Riesenspeicher in Deiner Nachbarschaft ertragen musst, damit die EE-Lobby ihre fetten Gewinne einsacken kann?

    Lieber Grünkernesser………bist Du damit einverstanden, eventuell gehäckselte Vögel und Fledermäuse als Kolleteralschaden in Deinem Müsli zu haben?

    Lieber Bundesbürger, hast Du schon mal ein Taschenrechner gesehen, der nur eine Additionstaste besitzt?
    Warum lässt Du also zu, das die Grünen mit genau so einem Ding beweisen wollen, das EE funktionieren?

    Huch…….ick bin gerade im Gülle-Modus, hätte da noch 1001 Idee, geh aber trotzdem ins Bett, denn einer muss ja die Steuern erarbeiten um den NIE-Müll zu finanzieren.

    H.E.

  14. Sehr sehenswert:

    „Entweder Broder”: Guck mal, wer die Erde rettet

    Über Nachhaltigkeit, Klimarettung und Ökodiktatur.

  15. # 12

    Quentin, erlaube mir einen kleinen Exkurs, bevor ich zum Punkt komme;

    Hatte sich im klassischen Feudalismus des 18. Jahrhundert der Adel (Grundherrschaft und Lehen) noch mit dem Zehnten begnügt, den Bauern und Pächter abliefern mussten, so ist der Staat heute an die Stelle des Adels getreten; genauer die Etatisten aller Parteien. Wir erleben die Wiederkehr des Feudalismus unter anderen Vorzeichen.

    Das Wesen des Feudalismus: Bereicherung auf Kosten anderer

    Die Feudalherren der damaligen Zeit bedienten sich der politischen Mittel, um ihren Lebensstandard zu sichern. Mit Hilfe von Gesetzen und unter Androhung von Gewalt eigneten sie sich an, was von anderen Menschen mit ökonomischen Mitteln erarbeit wurde. Unser heutiges System der etatistischen Gewalt („starker Staat“) übt den gleichen Zwang aus. Und er, der Staat, ist heute noch unerbittlicher als sein ideologischer Vorläufer. Gab es in Zeiten der klassischen Periode Bauernaufstände, wenn der Zehnte auf 15% willkürlich erhöht werden sollte, so sind heute 50% an der Tagesordnung ohne Aufruhr. Wir leben in Zeiten des Neofeudalismus und die Profiteuere sind die Vertreter des herrschenden Systems, Politiker, hohe Beamte, Gewerkschafter, Funktionäre zahlreicher Verbände und Institutionen. Sie alle sichern ihren Lebensunterhalt auf Kosten derer, die produktiv sind. Das perfide Spiel dabei ist, dass diese Neofeudalen die „soziale Frage“ für sich gepachtet haben. Sie gerieren sich als Hüter einer „sozialen Gerechtigkeit“ und glauben auf dem Ticket einer staatlichen Alimentation gut zu sein; aber sie sind es nicht. Es war historisch betrachtet der Liberalismus, der erstmals gegen die Feudalherrschaft antrat und ihn aufbrechen wollte. Somit kann es keinen aufgeklärten Bürger wundern, dass gerade unsere Neofeudalen so vehement gegen die (Neo-)Liberalen wettern. Diese Wut ist der alte Reflex gegen den Liberalismus, der die parasitäre Existenz der feudalen Elite schon damals in Frage stellte.

    Nun, liebe Mitleser, ersetzen Sie in diesem Text „Feudalismus“ durch „Ökologismus“.

    Was ist zu tun? Oder: wie wird es enden?

    Ich bin sicher, dass sich in zwei, drei Generationen wieder das durchsetzen wird, was Carl Menger im 19. Jahrhundert in Stein meißelte (noch vor Einstein mit E = mc(hoch)2.)

    Er schrieb:

    „Die fundamentale Situation ist folgende: Die Natur präsentiert die Erde als immense solide Kugel chemischer Elemente. Sie hält außerdem in Verbindung mit diesen chemischen Elementen eine unglaublich große Menge an Energie vor. Wenn gegenüber diesem massiven Beitrag der Natur motivierte menschliche Intelligenz steht -- die Art motivierter menschlicher Intelligenz, die in einer freien, kapitalistischen Gesellschaft so ungeheuer ermutigt wird durch die Aussicht, ein substantielles persönliches Vermögen als Resultat fast jeden bedeutsamen Fortschritts zu verdienen, kann es kaum Zweifel über das Ergebnis geben: Dem Menschen wird es gelingen, den Anteil der natürlichen Ressourcen mit Güterchatrakter zunehmend zu erweitern; d.h., es wird ihm gelingen, zunehmend das Angebot nutzbarer, erreichbarer natürlicher Ressourcen zu vergrößern.“

    Tja, davon ist die jetzige junge Generation (in den indoktrinierten Teilen) noch weit entfernt. Wie gerade bei „Broder“ zu besichtigen war.

  16. @quentin quencher #12
    Wie wäre es einfach mit der Freude am Leben? Nicht immer daran denken, was wir für Schaden anrichten. Ruhig mal mit allem, was uns möglich ist über die Autobahn brettern oder mit unserm Verein feuchtfröhlich mit der Bahn fahren. Auch mal Steaks aus Argentinien essen und überhaupt die Möglichkeiten, die uns unsere Welt bietet geniessen. Uns dafür einzusetzen, dass das für möglichst viele auf dieser Erde Realität wird und dass wir dabei so wenig wie möglich zerstören. Das Leben wird immer Opfer kosten, ob wir nun vom Pferd fallen oder eine Pazifikinsel versinkt. Wenn wir das verhindern wollen, dann knebeln wir und selbst. Vom Pferd sind schon viele gefallen, Pazifikinseln sind mehr Kassandraterrain. Wir müssen einfach das positive am Fortschritt in den Mittelpunkt stellen und die Kassandrarufe ernst nehmen aber zeigen, dass man die Herausforderungen meistern kann.

  17. Carl M.,

    das ist leider so, ist auch hier in der Angstindustrie so beschrieben.

    Neben der europäischen Kommission, die nicht gewählt, sondern von Politikern eingesetzt wird, soll also eine weitere nicht demokratisch legitimierte Mitspracheebene eingeführt werden. Der tschechische Ministerpräsident Václav Klaus warnt eindringlich vor einem „NGOismus“ und der „Vernebelung demokratischer Prinzipien“. Er nennt dabei ausdrücklich den „Ökologismus“, der „Privilegien für organisierte Gruppen“ beanspruche. Das bedeute nichts anderes als eine „Re-Feudalisierung der Gesellschaft“.

  18. @Carl M #11

    Doch: bei E 10 hat sich der Bürger bockig gezeigt und der „sanfte Zwang“ hat nicht gefruchtet. Für dieses Verhalten wurde noch keiner ins Umerziehungs-Lager geschickt.

    Rein formal gesehen haben Sie natuerlich recht, und wir koennen nur hoffen, dass sie auch auf laengere Sicht recht behalten. Das Problem mit den Narrativen ist aber, dass sie nicht nur im Umerziehungslager, sondern schon in den normalen Erziehungs- und Informationsanstalten (Schulen und Medien) den Ton angeben. Wenn sich die vorgeschriebenen Kurzschluesse (Beispiel: Tohoku-Tsunami -- Fukushima -- Atomkraftausstieg) erst richtig in die Hirne gefressen haben, dann wird ein sanfter Protest wie der Boykott von E10 nicht einmal mehr denkbar: konkrete Repressionsaktionen (ausser vielleicht gegen einzelne „Aufruehrer“) sind dann ueberfluessig.
    Man denke an den Ablasshandel: sind die Leute im allgemeinen davon ueberzeugt, sich und ihren Angehoerigen durch Kauf eines Papiers kuenftige Hoellenqualen zu ersparen, dann geht das Zeug weg wie warme Semmeln, und die Obrigkeit kann sich auf die Umerziehung/Entfernung der wenigen Kritiker konzentrieren.
    So weit sind wir zugegebenermassen mit dem Oekologismus noch nicht, aber wenn man sich die Macht der Medien und der von ihnen vorgeschriebenen politischen Korrektheit, bei der ein falsches Wort schon das Karriereende bedeuten kann, vor Augen haelt, ist der Schritt dahin vielleicht kleiner als man im Vertrauen auf den Rechtsstaat meinen koennte.

    @Quentin Quencher #12

    Es fehlt der Slogan.

    Und das ist kein Wunder. Per definitionem sind die Skeptiker naemlich keine Spruecheklopfer, sondern differenziert denkende Leute, die die hohlen Slogans und unzulaessigen Verallgemeinerungen und Vereinfachungen der Ideologen durchschauen und blossstellen. Das ist immer muehsam und kompliziert und wird daher nie wirklich populaer.
    Sich einen Slogan auf die Fahnen zu schreiben waere die intellektuelle Bankrotterklaerung des Skeptikers.

  19. @Gerhard Straten

    …..wobei heute aber weitgehend in Vergessenheit geraten ist, dass die Inanspruchnahme von Freiheiten immer mit einem gewissen Grad an individueller Verantwortung gepaart sein muss. Das führt leider immer mehr zu der Polarisierung in linksGrüne Gutmenschen, die in frommer Einfalt die Rettung der Welt und eine „Große Transformation” predigen, einerseits – und auf der anderen Seite die Masse derer, die in rigider Weise die Sau rauslassen und damit rücksichtslos über Freiheiten Anderer hinwegtrampeln.

    Die erste Gruppe wird „geschaffen” durch Indoktrination ab dem Kleinkindalter. Die zweite Gruppe meint man nun durch Umerziehung zu Klima-Musterbürgern „transformieren” zu können (was aber komplett in die Hose gehen wird). Auf jeden Fall ist dieses Vorgehen nur mit den Mitteln einer Ökodiktatur umsetzbar, weshalb fleißig an der Abschaffung der überaus lästigen Demokratie und freier, selbstständig denkender Menschen gearbeitet wird.

    Der Anschein von „Demokratie”, „mündigem Bürger” und „Mitspracherecht” soll dabei jedoch auf jeden Fall erhalten bleiben….. siehe der sogenannte „BÜRGERDIALOG”.

  20. Broder ist goldig,

    Mein Opa war schon nachhaltig, mein Papa war nachhaltig und ich bin nachhaltig.
    Mein Opa war bei der Waffen SS, mein Vater war bei der Volksarmee und ich trenne Müll

    Da werden sich junge Aktivisten wieder angegriffen fühlen, in ihrem nachhaltigen antikapitalistischen Weltbild.

    Das sind unzulässige Vergleiche 😉 Nachhaltigkeit ist etwas NEUES sehr reines , ein neuer Sozialismus mit menschlichen Gesicht. Frau Roth möchte den mündigen Bürger, der sich freiwillig beschränkt mit wenig Verboten vom gestaltenden Staat;-) Wehrt euch nicht gegen die Transformation, das ist mal was anderes, nicht immer die kapitalistische Schiene;-)

  21. Broder ist goldig,

    jetzt habe ich zu Ende gehört, die armen Kinder, meine Ergänzung:

    Mein Opa war in der Hitlerjugend, mein Papa war in der FDJ und ich bin im Klimarat.

    Warum endet der Traum von einer besseren Welt immer so,… in Uniformierung und Einheitsbrei?

    Aus dem Lüften eines Raumes machen die eine Ideologie, eine Gesinnung 😉 Das konnten Deutsche schon immer gut 😉

  22. Warum endet der Traum von einer besseren Welt immer so,… in Uniformierung und Einheitsbrei?

    Warum? Weil man sich aus natuerlicher geistiger Traegheit immer eine einfache Welt wuenscht, ohne die irritierenden und schwer handhabbaren Komplexitaeten. Die „bessere Welt“ ist also eine, in der Gut und Boese klar festliegen, in der das Gute unkompliziert ist und, wenn es sich einmal durchgesetzt hat, ohne groessere Muehe von selbst weiterbesteht. Das gilt fuer alle Utopien: das himmlische Jerusalem, bei dem die Querdenker und sonstigen Stoerenfriede in die Hoelle entsorgt worden sind; den arischen Lebensraum, aus dem die Volksschaedlinge ausgemerzt wurden; die kommunistische Gesellschaft, in der es keinen Eigensinn mehr gibt usw. Das oekologistische Paradies, in dem wir ohne giftige Abfaelle im Einklang mit der Natur herrlich leben, reiht sich hier nahtlos ein.

    All diesen Vorstellungen einer „besseren Welt“ ist der Abscheu gegen jede Individualitaet, die die angestrebte Einfachheit trueben wuerde, gemeinsam. Auch koennen sie alle nicht verwirklicht werden, denn die Wirklichkeit ist nun einmal komplex, und der Unterschied zwischen Gift und Nichtgift ist ebenso fliessend wie der zwischen Gut und Boese.

  23. Quentin Quencher,

    Es hat keinen Sinn, zu versuchen, die Narrative der Alarmisten mit wissenschaftlichen Argumenten zu bekämpfen, das zieht nicht weil es nicht eingängig ist.

    „Skeptiker“ sind doch keine organisierte Truppe mit Einheitsmeinung. Ohne Internet würden sich die meisten gar nicht kennen. Also brauchen sie auch keinen Slogan.

    Der Sozialismus brauchte welche 😉

    Überholen ohne einzuholen , der Volksmund sagte dann , der Kapitalismus steht am Abgrund, wir sind einen Schritt weiter 😉 Wo wir sind ist vorn, wenn wir hinten sind , ist hinten vorn 😉

    Original vom Nachhaltigkeitskongreß der Nationalen Front(siehe Broder):

    „In Deutschland muß sich viel ändern, damit es bleibt wie es ist“

    Da weißt du Bescheid, was zu tun ist;-) Also zurück in die Zukunft 😉

    Klimawandel wird bald aus sein, Röttgen ( er wurde auf dem Nachhaltigkeitskongreß angekündigt mit Röttgen, der Georg Cloney der Umweltszene) hat seinen Betrieb von Vermeidung auf Vermeidung und Vorsorge umgestellt. Mit Angst vor KKW ist mehr Politik zumachen.

    Auf die Weltmitteltemperatur ist kein Verlass 😉

  24. Auf ZEIT Online ist ein Interview mit Jeremy Rifkin erschienen:

    Das Ritz Carlton am Potsdamer Platz in Berlin. Ein Privatappartement mit Blick über die Stadt. Das Eingangszimmer ist eingerichtet wie ein gigantisches Wohnzimmer, in den Regalen liegen Coffeetable-Books mit dem Titel „Luxury“.

    In so einer Atmosphäre lässt sich natürlich am besten über Wachstumsverzicht diskutieren…
    Hier das Interview:

    „Das alte Wachstumsmodell ist gescheitert“

    Nur mit einer radikalen Energiewende findet Europa aus der Krise, sagt der Regierungsberater Jeremy Rifkin. Deutschland soll vormachen, wie der Abschied vom Öl gelingt.

  25. Rifkin wird angehimmelt wie ein neuer Messias, hat schon jemand bemerkt, dass unsere Solarindustrie gerade den Bach runtergeht? Auch nicht schlimm, kaufen wir unsere helle EE Zukunft halt in China ein. Ich weiß nicht,was ich davon halten soll, bin ich denn in meiner Wahrnehmung gestört? Kann mir das mal einer erklären? Ist jetzt der ganze Club of Rome eingekauft worden?

    Da fällt mir nur noch Amory Lovins ein:

    „Es wäre katastrophal für uns, wenn wir eine Quelle sauberer, billiger, reichlicher Energie entdecken würden aufgrund dessen, was wir damit tun könnten. Wir müssen nach Energiequellen suchen, die uns keinen Überschuß an konzentrierter Energie bieten, mit der wir Unheil für die Erde und für uns gegenseitig anrichten könnten“. (Amory Lovins, in Mother Jones, November/Dezember, 1977)

    Na denn, mit Sonne, Wind und Biogas haben wir ja was gefunden, was teuer genug ist, um nicht auf dumme Gedanken zu kommen 😉 Deutschland kann dann wohl nie wieder Unheil auf der Erde anrichten?

  26. Habe gerade ein wenig schmunzeln müssen. Die Buchbesprechung in SWR2 ist ganz lesenswert, man kann es auch anhören.

    Es gibt in Rifkins neuem Buch eine ganz klare Trennlinie: Immer wenn es um Zielbestimmungen geht, formuliert der Autor stark und überzeugend. Wenn es um die Umsetzung geht, wird sein Buch schwammig, stellenweise sogar geschwätzig. Ohne Zweifel ist Rifkin ein bedeutender Lobbyist für die Umstellung auf eine grüne Wirtschaft.

    Auch seine Vorstellungen zu Rolle der EU in der angestrebten 3. Industriellen Revolution, sind lesenswert:

    Oder wie soll man sonst den folgenden Satz verstehen??

    „Die EU-Kommission stellt sich praktisch als einzige „Regierung“ weltweit die großen Fragen über eine künftige Lebensfähigkeit unserer Spezies auf dieser Welt.“

    Wenn es wirklich so wäre, wäre es geradezu tragisch, dass die EU zwar die großen Menschheitsfragen anpackt, aber an solchen „Kleinigkeiten“ wie den diversen Staatsverschuldungen scheitert. Nein, wie schon im Jahr2004 anlässlich seines Buches „Der europäische Traum“ so ist Rifkin auch jetzt mit derartigen Äußerungen nicht ganzernst zu nehmen.

  27. Es wird immer lustiger. Rifkin im Cicero:

    Was ist die Rolle des Menschen in der neuen Gesellschaft?
    Wenn Kohle, Öl, Gas und Atom tot sind, müssen wir unsere biologische Uhr wieder an die Energierhythmen anpassen. Scheint die Sonne, weht der Wind, wie ist der hydrologische Kreislauf? Wir müssen Biosphären wieder mit der urbanen Welt und die Wildnis mit den Städten verknüpfen. Denn wir sind genauso im Ökosystem vernetzt wie im Internet.

  28. @Carl M. #11

    Wirkliche politische Macht können die Grünen Ideologen nur erringen, wenn sie unsere Verfassung außer Kraft setzen und mit Zwang ihre Politik durchsetzen; also die reale Öko-Diktatur. Dies ginge sogar mit einer Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag (analog zum „Ermächtigungsgesetz“); aber dies gäbe jedem Deutschen das Widerstands-Recht, notfalls mit der Waffe, die Wiederherstellung der Grundordnung zu erzwingen. Gut, soweit wird in der Praxis im Bundestag nicht kommen.

    Ich glaube, soweit kann man die Parallelen zur Vergangenheit nicht ziehen. Die Grünen Ideologen brauchen die Verfassung nicht ausser Kraft zu setzen, sie (bzw. ihre Ideologie) überwältigen das Parlament demokratisch legitimiert. Das ist uns doch mit der Wende der Energiewende exemplarisch vorgeführt worden !! Rein formal war das die CDU-geführte Bundesregierung, die Grünen Ideologen als solche wurden ja gar nicht sichtbar.

    Als „Agitationsorgan“ wirkt eine überwiegend willfährige ökologistisch denkende Journaille, die die Bevölkerung tief indoktriniert. Als Multiplikatoren wirken davon profitierende, gleichfalls ökologistisch denkenen Interessen- und Bevölkerungsgruppen. Es braucht kein Ermächtigungsgesetz, wenn dieses Denken den Bundestag übernimmt. Auf gleiche Weise könnte selbst das Bundesverfassungsgericht vollkommen legal okkupiert werden, man kann Richtern nicht deren innere Überzeugung verbieten. Schön wärs, aber fomal-demokratisch gibt es keinen Angriffspunkt, um daraus ein Widerstandsrecht abzuleiten.

    Beste Grüsse.

  29. @Onkel Heinz, #13

    „Lieber Grünkernesser………bist Du damit einverstanden, eventuell gehäckselte Vögel und Fledermäuse als Kolleteralschaden in Deinem Müsli zu haben?“

    😉 😉 😉 Hab ich gelacht 😉 😉 😉

  30. @Fluminist #18
    Diese Ansicht teile ich: „Sich einen Slogan auf die Fahnen zu schreiben waere die intellektuelle Bankrotterklaerung des Skeptikers.“

    @Tim Hardenberg, #19

    Der Anschein von „Demokratie”, „mündigem Bürger” und „Mitspracherecht” soll dabei jedoch auf jeden Fall erhalten bleiben….. siehe der sogenannte „BÜRGERDIALOG”.

    Ja! Also ist es doch weniger die Frage, welchen Slogan die Klimaskeptiker brauchen (Quentin), sondern wie man diesen demokratischen Schein aufbrechen kann! Doch ich hab wirklich keine Ahnung wie ! Über Mehrheiten geht das jedenfalls nicht.

    @W.Rassbach

    Aus dem Lüften eines Raumes machen die eine Ideologie, eine Gesinnung. Das konnten Deutsche schon immer gut

    Hör bloss auf, mir wird schlecht. Momentan versinkt diese Gesellschaft jedenfalls in neo-mittelalterlichen Strukturen. Vielleicht ist der Mensch in seiner Mehrheit einfach nur geistig beschränkt. Er kann sein persönliches Umfeld gestalten, aber darüber hinaus hört es dann ganz schnell auf. Vielleicht wird es auf diesem Planeten nie eine wirklich intelligente Spezies geben. Science Fiction eben.

  31. @Quentin Quencher #27

    Rifkin sagt unter anderem in dem Cicero Interview auch:

    Säule zwei: Wo kommt die grüne Energie her? Die vielen Häuser in der EU sind einer der Hauptgründe für den Klimawandel. Das Ziel muss sein, in den nächsten 40 Jahren jedes einzelne Gebäude in der EU in ein Mikrokraftwerk zu verwandeln. Wir sollten Solarenergie vom Dach, Wind von den Außenwänden, Erdwärme aus dem Boden sammeln und Müll bakteriell zersetzen, alles. Wir brauchen Plusenergiehäuser. Dieser Plan würde der Bauwirtschaft einen wahnsinnigen Anstoß geben, Millionen und Millionen Jobs würden geschaffen. Im Vergleich zu anderen Ländern ist Deutschland in Städten wie Freiburg oder Tübingen da schon am meisten vorangeschritten.

    Das klingt doch gut und wer sollte da etwas gegen haben. Ihr Zitat zeigt aber, dass Rifkin ganz genau weiss, dass das Utopie ist und dass seine Vorstellung nur mit einer ganz anderen Lebensweise, als wir sie kennen, vereinbar ist. Das geht dann in denen von ihnen zitierten nebulösen Äusserungen unter. Er zeigt nicht klar auf, was die Konsequenzen für den einzelnen dann sind. Diese Unehrlichkeit gilt es deutlich zu machen, damit den Leuten bewusst wir, was da für sie geplant wird. Es gibt auch Leute von der grünen Seite, die da ehrlich sind. Man sollte vielleicht mal die Texte von Ted Trainer einem deutschen Publikum näher bringen.

  32. @Flumi

    Naja, ohne Werbung läuft heut ja kaum noch was, und knackige Sprüche, die böse Wahrheiten beherbergen, sind auch von uns in die Runde zu werfen.

    Die meisten Deutschen können mit hochtrabenden Philosophievorträgen wenig anfangen, erst ein blöder Spruch zur rechten Zeit, kann Menschen dazu bringen anschließend nachzufragen, was der Sprücheklopfer denn eigentlich sagen wollte.
    Was uns Skeptiker von hartgesottenen AGW-Verteidigern und NIE-Fanatikern unterscheidet……..ist unser Humor.

    Ick persönlich komme damit in meinen Umfeld prima klar, wenn es wieder mal heißt, einen Bürger aufzuklären.

    Zumindestens hab ick hier schon mal Einen zum lachen gebracht…………..ist doch ooch schon mal wat, gelle.

    Ist die Kippe noch so klein, fünf Züge müssen drinne sein.

    Onkel Heinz……….der Dichter der nich ganz dicht is

  33. # 28, climateovservator

    Ich glaube, soweit kann man die Parallelen zur Vergangenheit nicht ziehen. Die Grünen Ideologen brauchen die Verfassung nicht ausser Kraft zu setzen, sie (bzw. ihre Ideologie) überwältigen das Parlament demokratisch legitimiert. Das ist uns doch mit der Wende der Energiewende exemplarisch vorgeführt worden !! Rein formal war das die CDU-geführte Bundesregierung, die Grünen Ideologen als solche wurden ja gar nicht sichtbar.

    Nun, ich sehe prinzipiell keinen Widerspruch zu meiner Auffassung. Die Energiewende mag sogar demokratisch durchgehen; sie ist durch die Mehrheit erst einmal legimitiert. Die Begründung durch eine angebliche Gefahtenabwehr (Atom-Risiko) ist formal sogar plausibel.

    Nur: Dieser Beschluss greift in das Eigentumsrecht ein (ein hohes Verfassungsgut). Es ist quasi eine Enteignung, die nur dann rechtmäßig ist, wenn der Souverän (also der Staat) die Eigentümer für diesen Eigentumsverlust (Kraftwerksbesitz) angemessen entschädigt.

    Diese KKW wurden in früheren Zeiten genehmigt; die Betreiber haben sich an alle gesetzlichen Auflagen gehalten. Nimmt der Staat ohne triftigen Grund ( z. B. GAU in einem KKW in Deutschland) die Genehmigung zurück, dann bricht er Recht.

    Nun, die Betreiber scheuen wahrscheinlich nur die Mühseligkeit einer aufreibenden Prozess-Serie, um ihre rechtmäßigen Ansprüche durchzusetzen.

    Oder hinter den Kulissen wurde schon anders gekungelt; wer weiß?

  34. @W.Rassbach #25
    Rifkin wird angehimmelt wie Obama angehimmelt wird, als Heilsversprecher und -Verkünder. Die Mehrheit sucht diejenigen, die ihre Glaubensvorstellungen befriedigen. Wie die Club-of-Rome Apologeten. Wir „quälen die Erde“, Grün = gut und Solarenergie = Zukunft. Dieser Glaube zerstört jede Vernunft. Die Mehrheit sucht niemanden, der ihnen die wirklichen Verhältnisse erklärt.

    Die Mehrheit lechzt nach Glauben nicht nach Wissen, und liefert sich damit immer aufs neue irrationalen Ideologien aus.

    Als Gegenkraft sehe ich einzig das Pochen des Einzelnen auf Freiheit. Freiheit des Denkens, Redens und Handelns. Aber was will man machen gegen eine Gesellschaft, in der selbst die intellektuell Widerstand Leistenden nur aus dem gesellschaftlichen Diskurs ausgegrenzt werden (z.B. Eva Hermann, Sarrazin?). Erschossen, ins Gefängnis gesteckt, unter Hausarrest gestellt, am Verlassen des Landes gehindert wird ja niemand.

    Kein Wunder, dass der Westen so den DDR-Sozialismus um Längen geschlagen hat. Das der faul war, mit dem Gegenbeispiel des Westens vor Augen, konnte die Mehrheit in der DDR noch erkennen. Aber hier -- in dieser EU-Demokratur? Wo willst du die fassen? Wo ist die Gegen-Gesellschaft, die demonstriert, wie es besser geht? Vielleicht auch der Grund, warum US-Amerika dämonisiert wird. Eine Gegen-Gesellschaft, die die hiesigen politischen Systemfehler entlarvt, kann die herrschend ausbreitende ökologistische Gesellschaftsschicht nun ganz und gar nicht gebrauchen. Sowenig wie einst die DDR-Nomenklatura.

    Ich weiß nicht,was ich davon halten soll, bin ich denn in meiner Wahrnehmung gestört? Kann mir das mal einer erklären? I

    Die Frage kann ich mir selbst auch stellen. Gestört in Relation wozu? Zur derzeitigen Gesellschaft? Ja ! Aber wie kann eine zunehmend irrational organisierte Gesellschaft Maßstab sein für Menschen, die diese Irrationalität zunehmend erkennen? Und damit ihre eigene Bindung in diese Gesellschaft wohlmöglich belasten? Die Frage, ob man selbst einen Knall hat, liegt da nahe.

  35. @Carl M. #33

    Nur: Dieser Beschluss greift in das Eigentumsrecht ein (ein hohes Verfassungsgut). Es ist quasi eine Enteignung, die nur dann rechtmäßig ist, wenn der Souverän (also der Staat) die Eigentümer für diesen Eigentumsverlust (Kraftwerksbesitz) angemessen entschädigt.

    Wenn der Staat es dennoch tut, muss der Kläger vielleicht vor das BVG ziehen? Das mag noch von Erfolg gekrönt sein. Insoweit -- und auch sonst -- Zustimmung. Spekulativ gehe ich weiter:
    Sobald das BVG mehrheitlich von Richter mit ökologistischer Gesinnung besetzt ist — niemand verbietet das ! — sieht die Sache anders aus. Diese werden ihre ökologistische Gesinnung wohl eher als „Verantwortungsbewusstsein für unseren Lebensraum“ bezeichnen. Ich habe nicht den geringsten Zweifel, daß solche Richter eine essentielle klimatische Gefährdung unserer Zivilisation durch unser Verhalten konstatieren könnten, wobei die Kläger in besonderer Weise schädigend aufgetreten seien, und somit eine Enteignung gerechtfertigt.

    Lass die Ökologistische Doktrin nur lange genug wirken, und es kommt so oder ähnlich.

  36. @ climateobservator

    Die Mehrheit sucht niemanden, der ihnen die wirklichen Verhältnisse erklärt.

    Die Mehrheit lechzt nach Glauben nicht nach Wissen, und liefert sich damit immer aufs neue irrationalen Ideologien aus.

    Davon bin ich auch überzeugt. Allerdings hoffe ich, wenn sich die Auswirkungen auf den Lebensstandard spürbar durchschlagen, wird eine große Anzahl vom Glauben abfallen.

  37. @Heinz Eng #32

    Fuer knackige Sprueche bin ich immer… meinte bloss, wenn wir mit dem naiven Vorab-Triumphgeheul a la „Mit gefuellten Speichern zum x-ten Parteitag der oekologisch-basisdemokratischen Einheitspartei Deutschlands“ auf gleichem Niveau konkurrieren wollten, ginge uns bald der Humor aus…

  38. @Climate-O

    #34 Sehr guter Beitrag !!!

    ….Die Frage, ob man selbst einen Knall hat, liegt da nahe.

    …..da haben’s doch die Verkünder der „Wahrheit” einfacher, die brauchen sich solche Fragen nicht zu stellen, da sie zu 100% davon überzeugt sind, dass sie RECHT haben.

  39. climateobservator,

    ich denke, die Mehrheit ist nicht dumm, ich bin erst vor einem Jahr auf diese Seiten gekommen . Über Grüne macht man sich nebenbei lustig, weil es so schöne unlogische Forderungen gab, wie die Freileitungen müssen bleiben für die Vögel…. Die Mehrheit hat keine Zeit, die Gefahr zu sehen. Große Transformation hätte ich vor einem Jahr noch leicht abgetan, als Spinnerei. Jetzt bin ich mir nicht so sicher, ob wir nicht schon im großen PR Zug sitzen.

    Zwei Meldungen von heute

    -- die kleine Haselmaus im Harz, es wurden eindeutig Spuren entdeckt… ohne Grund für die Meldung ..früher hätte ich einen Witz gemacht.. heute frage ich, was soll der Scheiß.

    -Shanghai baut für 13 Mill. LED Lampen ein und spart Strom für zigtausend Haushalte….

    Das ist wie Aktuelle Kamera, täglich wurde mein Weltbild ideolisch gestützt. Selbst bei Broder, egal welcher Aktivist interviewt wurde, immer wurde betont, das Ausland informiert sich bei uns , wie wir das machen…

    Im Sozialismus hieß das unterstützende Maßnahme, die Überzeugung vom Sieg des Sozialismus und der Stolz auf unsere Errungenschaften wird gestärkt… 😉

    Da bleibt was hängen, denke ich.
    #28

    Die Grünen Ideologen brauchen die Verfassung nicht ausser Kraft zu setzen, sie (bzw. ihre Ideologie) überwältigen das Parlament demokratisch legitimiert. Das ist uns doch mit der Wende der Energiewende exemplarisch vorgeführt worden !! Rein formal war das die CDU-geführte Bundesregierung, die Grünen Ideologen als solche wurden ja gar nicht sichtbar.

    Ja, überwältigt haben sie das Parlament, aber legitimiert waren sie dazu nicht.

    Rund um die Ethkkommission fiel sehr oft dieser Begriff zB. Töpfer: das muß noch deliberativ überprüft werden.

    D,h. wir fragen eine Kommission und machen, was die sagt. Ich versuche mal den aktuellen Mechanismus unserer demokratischen Entscheidungsfindung zu erklären.
    Die öffentliche Zustimmung wird der in der Presselandschaft erzeugten wahrscheinlich vorherrschenden Meinung entnommen. Den Stoff liefern NGOs.Gefragt wird niemand.
    Die „Expertenmeinung“ wird aus einer Kommission entnommen.
    Die Meinungen werden zur Abrundung noch im Bürgerdialog, nach dem Vorbild sozialistischer Delegiertekonferenzen, aufbereitet..
    Die Abgeordneten müssen aufgrund Alternativlosigkeit die Hände heben.
    So einfach weicht man Demokratie auf.
    Habermas hat aber die liberative Demokratie anders erklärt.

    Legitimität politischer Entscheidungen beruht auf deren Anbindung an öffentlich artikulierte, im Diskurs zustande gekommene Meinungen.

    Ebel würde sagen, offiziell gibt es nur eine Meinung 😉 und der Diskurs ist angesichts des Ausschlusses skeptischer Meinungen von der Öffentlichkeit eine Farce, ähnlich der DDR.

    Und Schellnhuber hat das schon 2009 auch so bestätigt:

    „in den USA ist noch nicht wirklich eine Wende zu erkennen“… dem komplizierten amerikanische politischen System ist es nicht einfach zu erklären “
    „in Amerika haben sie nicht einen Volkskongreß, dem von einer Parteiführung gesagt wird, wie er abzustimmen hat“
    „es gibt auch nicht eine Zivilgesellschaft wie in Europa die die Medien beherrscht oder zumindest beeinflussen kannn..“

    In Europa haben unsere Erretter also alles im Griff, also alles klar auf der Andrea Doria 😉

  40. „Ist doch egal. HEIDI IST TOT!“

  41. Carl M. 27. September 2011 23:14

    Nun, die Betreiber scheuen wahrscheinlich nur die Mühseligkeit einer aufreibenden Prozess-Serie, um ihre rechtmäßigen Ansprüche durchzusetzen.

    keine sorge, bedingt durch das aktionärsrecht ist zumindest die eon gezwungen gerichtlich dagegen vorzugehen
    bei rwe und enbw siehts durch die öffentliche beteiligung schon bisl anders aus. da muss dann im interesse der aktionäre ‚abgewogen‘ werden welcher schaden höher einzuschätzen ist (finanziel durch enteignung oder durch ‚politische schäden‘). wobei ich zumindest bei der rwe sehr sicher bin das auch die klagen.
    bei vattenfall geh ich auch stark davon aus das man sich vor gericht trifft. schon allein wegen der rund 700mio(?) euronen, welche in krümmel und brunsbüttel in die ertüchtigung und die erhöhung der sicherheit geflossen sind.

    zu bedenken ist dabei allerding folgendes:
    die enteignung trifft hier weniger auf die schliessung der kkws zu, sondern auf die ehemals vom gesetzgeber zugesprochenen laufzeiten und der damit nun einhergehenden vermögensschäden. brisant ist dabei, dass nun nach dem ausstieg in summe mehr laufzeiten verfügbar sind, als die anlagen nach recht und gesetz noch betireben werden dürfen.

    auch wenn ich kein jurist bin, ist schon allein dadurch der vorwurf der enteignung gerechtfertigt und ich freue mich auf den tag, an dem deutschland einige mrd. als entschädigung zahlen darf.

    lg
    micha

  42. michael m.,

    genauso ist es: Der jetzige Ausstieg macht den Atom-Konsens von Rot-Grün zur Makulatur. Dieser vereinbarte Vertrag hat allen Beteiligten Rechtssicherheit gegeben (im Sinne einer planbaren Unternehmenspolitik der Betreiber/Eigentümer).

    Die „Energiewende“ hat diesen Vertrag einseitg gebrochen.

    Ja, Karlsruhe wird von EON und RWE hören, Vattenfall nur bedingt (die schwedischen KKWs stehen in Reserve, um Deutschland aus der Patsche zu helfen; Stichwort: zukünftige notleidende Kunden nicht zu martern und die Tschechen aus dem Markt rauszuhalten). Bei EnBW ist klar; solange Grün-Rot das Sagen hat (Landeseigentum) wird niemand verklagt.

    Das Perfide: Die ersten Blckouts werden im Süden erwartet.

  43. Vattenfall nur bedingt (die schwedischen KKWs stehen in Reserve, um Deutschland aus der Patsche zu helfen

    das halte ich aber für ein gerücht 😉

    tuomo hataka (oder so ähnlich) hat schon einen ‚ausgleich‘ gefordert für die investitionen in k und b welche nun ‚entwertet‘ wurden.

  44. Bei EnBW ist klar; solange Grün-Rot das Sagen hat (Landeseigentum) wird niemand verklagt

    .

    Landeseigentum? Mappus hat die Mehrheit mit Steuergeldern gekauft, sieht nach Volkseigentum aus, Anteile von Stadtwerken dito, also wird einfach Volksvermögen vernichtet. Irgendwann werden das die Leute im Ländle auch begreifen.Letztlich geht es doch nur darum, die Inhaber von Anteilsscheinen ständig zu enteignen. Die Energiewende ist Mittel zum Zweck. Zweck ist es, die 5 Bill. Privateigentum zu vernichten, die es in Deutschland gibt, koste es , was es wolle.

    Den gesamte Unsinn der Energiewende sieht man auch an dem Geschwafel, brauchen wir ein KKW in Reserve- nein wir brauchen kein KKW in Reserve…. Wenn ein KKW vom Netz geht verzichtet der Eigentümer auf Einkommen, ca. 1 Mill. Pro Tag. Das KKW selbst läuft ja weiter. Die grünroten Verblöder trösten zwar die grüne Volksseele mit der Abschaltung, aber sie verschweigen, dass die Brennstäbe drin bleiben und das für Jahre bei max. Kühlung.

    Für die grünwissen beruhigte Volksseele: Das sg. Restrisiko bleibt das Gleiche, ob der Volkseigentümer nun für seine Investition pro Tag eine Mill. verdient oder nicht. Das Ländle bekämpft also mit seinem Verlust die Inflation?

    Das ist wie, ich verschrotte mein Auto, tanke es aber für die nächsten 10 Jahre noch ständig voll und lasse es im Leerlauf stehen, ohne damit zu fahren und kaufe mir ein neues, ein verspargeltes;-)

  45. #41

    ich freue mich auf den tag, an dem deutschland einige mrd. als entschädigung zahlen darf.

    Das ist aber auch nur Schadenfreude mit sehr bitterem Beigeschmack, denn „Deutschland“ sind wieder mal alle Steuerzahler, diese einigen Mrd. fehlen am Ende da, wo unsere Obrigkeit etwas zu unserem Wohlergehen tun koennte (wenn sie nicht gerade wieder ihre Gedanken woanders haette).

  46. @45 freinach dem motto “lernen durch schmerz“
    😉

  47. # 44, W. Rassbach

    Die grünroten Verblöder trösten zwar die grüne Volksseele mit der Abschaltung, aber sie verschweigen, dass die Brennstäbe drin bleiben und das für Jahre bei max. Kühlung.

    Nicht nur das. Die entgangenen Gewinne (nach dem alten Atom-Konsens) verändern auch die finanzielle Situation der Betreiber für den gesetzlich geforderten Rückbau nach Stillegung. Denn die eingeplanten Rückstellungen dafür sind nicht mehr zu erwirtschaften.

    Aber es wird ja noch kritischer (nicht die Reaktoren). Schätzungsweise 20 Jahre müssen für den Rückbau und die Entsorgung eines KKW eingeplant werden. Nicht nur, dass dafür eine Kernmannschaft in den KKWs weiter in Lohn und Brot gehalten werden müssen; es geht den Betreibern auch das qualifizierte Personal aus, das für den Rückbau erforderlich ist. Die seit Jahrzehnten anhaltene Atom-Hysterie hat dazu geführt, dass es kaum noch eigenen naturwissenschaftlichen und technischen Nachwuchs in dieser Branche gibt.

    Wir werden dann noch weitere Steuergelder berappen müssen, um die koreanischen, indischen oder chinesischen Unternehmen zu bezahlen.

  48. So, mein Urlaub und meine Online-Pause sind beendet (Ich werde das jetzt mindestens einmal im Jahr so machen, konsequent mehrere Wochen auf alle modernen Medien zu verzichten ist eine wirklich lohnende Erfahrung -- man kommt zurück und eigentlich hat sich nichts verändert…).

    #12:

    Die Frage ist, welchen eingängigen Gegenentwurf können wir präsentieren? Was ist das Narrativ der Skeptiker? Ich kann keines sehen oder erkennen. Viele einzelne Argumente, die sich aber zu keinem Gesamtbild verdichten lassen. Es fehlt der Slogan.

    Schönes Thema, Quentin. Ich werde mein persönliches Narrativ in den nächsten Tagen mal formulieren…

  49. Interessanter Name: DIE ANDERS-GRÜNEN

    „Apokalypse als zentrales Motiv“

    …..Moore gehörte zu den Gründern von Greenpeace. Heute wirft er der Organisation vor, die Rationalität aufgegeben zu haben. Auch der Däne Bjørn Lomborg, 46, den das US-Magazin „Time“ 2004 zu den „100 einflussreichsten Menschen der Welt“ zählte, ist von Greenpeace zu den Ökoskeptikern gewechselt. Heute ist Lomborg einer der schärfsten Kritiker des ökoaktiven Friedensnobelpreisträgers Al Gore.

    Gemeinsam ist den Anders-Grünen, dass sie das Alleswirdimmerschlimmer-Mantra nicht mitbeten wollen.„Mich stören die düsteren Szenarien“, sagt Josef H. Reichholf. „Sie schüren Zukunftsängste und nehmen den jungen Leuten ihren Optimismus – eben auch den Optimismus, es besser zu machen.“

    „Die Apokalypse ist zum zentralen Motiv des Ökologismus geworden“, befindet Patrick Moore, „vieles davon ist eine kollektive Neurose.“ …..

  50. Zum Artikel und zur Frage einer Gegenposition:

    Die Verelendung des wirtschaftlichen und naturwissenschaftlichen Denkens in unserer Gesellschaft hat Ausmaße angenommen, die mehr als erschreckend sind. Wer meint, mit weniger Energieeinsatz mehr Produktivität erzeugen zu können (hier ist nicht Energieeffizienz gemeint), gehört nicht auf eine Regierungsbank, sondern in den Nachhilfe-Unterricht. Wahrscheinlich ist eine Art von politischer Prostitution das Wesensmerkmal der Opportunisten im Wissenschaftsbetrieb, die dieses Spiel mit machen. Am lautesten gackern immer die, die keine Eier legen können. Für die Medienpräsenz ist der Kassandraruf geiler, als die Herstellung des Bose-Einstein-Kondensats (wer nennt auf Anhieb die drei Nobelpreisträger? Darunter ein deutscher Physiker).)

    Wenn es in den Medien um das Thema Technologie und Fortschritt geht, wer führt da das Wort? Ja, Soziologen, Schriftsteller, Modedesigner, Künstler, Philosophen, aber ein Naturwissenschaftler? Höchsten im ZDF-Nachtstudio, das aber kein Schwein guckt. Wenn es darum geht, Chancen und Risiken technologischer Entwicklungen zu beschreiben und zu bewerten ist die Expertise derer, die wissenschaftlich daran arbeiten, wohl unerwünscht (könnte ja zu einer Aufklärung beitragen). Was man sieht und liest ist der dritte Aufguss einer Bewertung in Form einer Studie, die für wahre Fachleute nur den Grad einer fehlerhaften Stillen-Post haben dürften. Weil Ideologie bestellt wird, aber nicht Faktisches.

    Der Fortschrittspessimismus ist der Mehltau unserer Zeit, eine finstere Gegenaufklärung grassiert. Aber sie wird einen wahren Naturwissenschaftler nicht aufhalten. Und davon gibt es Abertausende in der Welt. Sie arbeiten unbeirrt weiter. Ignoriert von den Weltuntergangs-Propheten. Die Wissenschaftsgeschichte ist reich an Persönlichkeiten, die sich gegen die Arroganz der Mehrheitsmeinung durchsetzen konnten und dabei den Anfeindungen und Verhöhnungen standhielten.

    Wohlfeile Fortschritts- und Kapitalismus-Kritik ist das Luxusproblem in saturierten Gesellschaften. Oder wie es Harald Schmidt einmal in einem ZEIT-Interview formulierte:

    „Wer sich um die Rettung der Welt kümmern will, der hat zuviel Freizeit“.

  51. Welcome back, Peter. Aber eigentlich war doch gar keine Fastenzeit. 😉

  52. @ Carl M.

    Kassandra hat immer Recht gehabt, doch keiner hat auf sie gehört. Apollo verlieh ihr hellseherische Gaben, doch da sie ihn zurückwies, belegte er ihre Prophezeiungen mit dem Fluch, nicht geglaubt zu werden. Insofern könnte man annehmen, die Techniker und Wissenschaftler die vor der Energiewende warnen, sind mit einem ebensolchen Fluch belegt. Wobei der Ausdruck Energiewende verniedlichend ist, wie weiter oben schon erwähnt.

  53. Nun, Quentin, mythologisch gesehen steht Kassandra für das, was wir als deterministisch sehen; alles ist vorbestimmt, wer vom Weg abgeht, stürzt in die Katastrophe. Aber so funktioniert Wissenschaft eben nicht.

    Es ist eben keine Hellseherei. Verflucht noch mal 😉

  54. @Carl M. #50
    Guter Beitrag! Ich sags ja! Ende der Aufklärung! Partiell zumindest.

  55. Warum komm ick mir eigentlich wie ein Narr vor, weil ick dat Wörtchen „Narrativ“ nich verstehe?

    Wat macht Onkel Heinz, wenn er wat nich weeß?………googeln
    Dabei bin ick auf ne interessante Textpassage bei Wikipedia gestoßen……

    Empathie ist gemäß Breithaupt sogar in jedem humanen sozialen System zwangsläufig und ausschließlich als Produkt der „Parteinahme in einer Dreierszene“ zu bezeichnen, die nicht natürlich entsteht (wie in „Zweierszenenempathie“), sondern nur narrativ entstehen kann. Allerdings favorisiert Breithaupt diese Parteinahme als Mittel, Gruppenzusammenhalt zu erreichen, um andere Gruppen (er nennt z. B. Familien, aber auch andere Parteikonflikte) erfolgreich zu bekämpfen…….

    Hmmmm, langsam auf der Zunge zergehen lassen…………..dann sind wir Skeptiker/Realisten nämlich die Gruppe, die bekämpft werden soll.

    H.E.

  56. #55
    „Narrativ“: früher hieß das „Mythos“. Der neue Begriff klingt aber nicht nur neutraler und gelehrter, sondern trägt praktischerweise die narrende Absicht im Angesicht.

  57. @ Heinz

    Narrativ kommt von lateinisch narrare, „erzählen“. Deswegen gibt es auch so viele verschiedene Beschreibungen für das Wort. Ich hatte es verwendet, weil Rifkin so zitiert wird. So wie er es meint, ist vielleicht die treffende Beschreibung „Darstellung“. Wie stelle ich Etwas dar. Das Narrativ ist sozusagen die Sinn gebende Verpackung von Etwas.

    Im Artikel habe ich diese Beschreibung verlinkt, denke das trifft es am Besten.

  58. @Quentin

    Ahh, Erzählen……..kein Wunder also, das besonders die Sozialwissenschaften sich so dolle mit Energieversorgung auskennen, muss man doch kein technisches Wissen besitzen, man erzählt sich einfach die gewünschte Traumwelt und besorgte Mitmensch leidet (Emphatie) einfach mit.

    Siehste, hier kann sogar noch der doofer Onkel Heinz wat dazu lernen.

    Hmm, aber die Beantwortung der Frage nach der Narretei wirft sofort eine neue Frage auf.
    Kann man für einen Gesteinsbrocken Empathie empfinden?

    MfG
    H.E.

  59. @ Heinz

    Das Narrativ ist nichts Negatives. Man muss ja Sachverhalte in einen Kontext setzen. Das macht eigentlich jeder, wenn er irgend etwas beschreibt.

  60. @Quentin

    Kennste den Ausdruck…..“Märchen erzählen“?

    Wenn ick wat beschreiben will, dann mach ich dat per nüchternen Bericht.
    Erzählungen sind mit allerlei subjektiven Adjektiven ausgeschmückt, zum Beispiel:
    -der böse Wolf……..wat kann dat arme Tier dafür, wenn ihn die Evolution zum Fleischfresser gemacht hat
    -das häßliche Entlein………….Schönheit liegt doch lediglich im Auge des Betrachters
    -der dumme August………ist zwar im Mathe doof, kann aber unheimlich gut Handwerken
    --
    --
    Erzählungen……klingt mir irgendwie nach Lagerfeuerromantik mit dem anschließenden erzählen von erfundenen Horrorgeschichten.

    So, nu is aber Schluss, wat die Philosophie betrifft bin ick nämlich der sprüchwörtlich „dumme August“.

    Fakten, Fakten und nochmals Fakten………darauf liegt mein FOCUS, hihi.

    Onkel Heinz………is wieder mal nich ganz dicht

  61. @ Heinz #55

    Die von dir zitierte Beschreibung ist ganz wichtig in Bezug auf Empathie. Es kommt nämlich ganz wesentlich darauf an, welcher Gruppe man sich selbst zugehörig fühlt. Entsprechend stark ist das Mitgefühl auch ausgeprägt. Es wird niemals ein empathisches Miteinander verschiedener Völker, Kontinente, Rassen etc. geben. Immer wird man in Konkurrenz zu anderen stehen. Das diese Konkurrenz nicht in offene Aggression ausartet, dafür kann man Regeln schaffen, die ein friedliches Miteinander garantieren.

    Das Handelsblatt hat Rifkin als Rosamunde Pilcher der Ökonomen bezeichnet. Von allem etwas was nett und schön klingt, doch nichts zu Ende gedacht, das fällt mir zu Rifkin noch ein. Dazu nochmal das Thema Empathie:

    Die Ergebnisse, die jetzt in der Fachzeitschrift «Neuron» veröffentlicht werden, sind aufschlussreich: Erlitten Menschen aus der eigenen Gruppe Schmerz, wurden Hirnregionen aktiviert, die mit Empathie für den Schmerz des anderen assoziiert sind. Je mehr diese Aktivierung gezeigt wurde, desto mehr wurde den Leidenden geholfen. Beobachteten die Probanden leidenden Menschen aus fremden Gruppen, wurde dagegen eine Hirnregion aktiviert, die auf Belohnungen anspricht; und zwar umso stärker, je negativer die Person des fremden Teams bewertet wurde. Je mehr diese Hirnregion akti-viert wurde, desto weniger wurde dem outgroup-member geholfen.

    Und genau deshalb braucht man klar definierte Regeln, eine auf Empathie gegründete Gesellschaft, oder Wirtschaftssystem, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

  62. @Quentin

    Empathie ist im Grunde genommen eine evolutionäre Entwicklung im Kampf des Menschen ums nackte Überleben.
    Nur Familien/Gruppenzusammmenhalt war ein Garant dafür, das das einzelne Individium eine Chance im Überlebenskampf oder gegen andere Gruppen hatte.

    Nun aber versucht man den Gesteinsbrocken zu personalisieren (Mutter Natur, Gaija) um eine künstliche Empathie für ihn zu erzeugen, im Gegenzug zerhackt man mittels Gender-Mainstream die angeborene Empathie zur Familie, irgendwie schizophren, finde ick.

    Im tiefsten Inneren des Menschen ist er immer noch eine instinktgeleitete Biomaschiene, Hunger, Schlaf, Notdurft, Angst, Hass, Neid, Geiz, Freude, Trauer……………und besonders der Sexualtrieb bestimmen immer noch den Tagesablauf, unterbrochen nur von ein paar wenigen intelligenten Lichtblicken.
    Dem ganzen ein künstliches Empathie- Gebilde überzustülpen, wird bei der derzeitigen evolutionären Entwicklungsstufe des Menschen rigeros scheiter.

    So, Onkel Heinz hatte gerade eben seinen intelligenten Lichtblick für heute…………..und geht jetzt erstmal instinktiv kacken.

    MfG

  63. #61, 62
    Auch das ist im Grunde nichts Neues, denn Empathie ist seit altersher ein beliebter Henkel an der menschlichen Psyche, an dem Ideologen ihren Überzeugungshebel ansetzen. Für die christliche Kirche des Mittelalters beispielsweise war Empathie ein großes Thema -- Empathie mit dem Gekreuzigten, der Mater dolorosa, den vielen heiligen Märtyrern, die angeblich gekocht, durchbohrt und anderswie malträtiert und dabei (bis zur endgültigen Enthauptung) immer wieder durch ein Wunder errettet wurden etc. -- eine Empathie, die die Seele zu härtestem Vorgehen gegen Ketzer stählte. Auch unsere beliebten Vergleichstyranneien, National- und real existierender Sozialismus, gewannen die Herzen der Menschen durch Empathie, mit dem durch Schmarotzer bedrängten, in unzureichenden Lebensraum gezwängten Volksgenossen die einen, mit dem durch den kapitalistischen Ausbeuter unterdrückten Proletarier die anderen.

    Das System und der Effekt ist immer ähnlich: Appell an die Empathie mit den Mitgliedern einer irgendwie definierten Gemeinschaft dient nicht nur deren Zusammenhalt, sondern ebenso als moralische Rechtfertigung für höchst uneinfühlsames Verhalten gegenüber den Außenseitern.

    Nun aber versucht man den Gesteinsbrocken zu personalisieren

    Das ist vielleicht der neue Aspekt: es ist ein bißchen unklar, wem heute die Empathie gelten soll. Die Menschen der sogenannten Entwicklungsländer mußten lange herhalten, aber gerade deren Wunsch nach Entwicklung wird jetzt nicht mehr so gern gesehen. Die abstrakte, unmenschliche Natur: na gut, Lämmchen auf der Weide und putzige Eisbärlein mögen sich für Einfühlorgien anbieten, aber wenn man das nur etwas konsequent weiterführt, stößt man bald auf die Einsicht, wie brutal und gefühllos die Natur wirklich ist.

    Deshalb werden wir nun mit so einem fahrigen „Narrativ“ an der Nase herumgeführt, gestern Klima, heute Atom, morgen wer weiß was…

  64. Fluminist,

    Deshalb werden wir nun mit so einem fahrigen “Narrativ” an der Nase herumgeführt, gestern Klima, heute Atom, morgen wer weiß was…

    Früher ging es um die Weltherrschaft im tausendjährigen Reich, dann die Weltrevolution und was wollen „sie“ jetzt?

    Neuer Versuch mit Deutschland?

  65. Ein bisschen OT; Lesetipp: Linke Eugenik. Im Cicero schreibt Franz Walter über die Tadition linker Eugenik und sozialistischer Lehre der Sozialhygiene.

    Die sozialistischen Eugeniker modellierten am utopischen Homunkulus des allseits gesunden, vervollkommneten „neuen Menschen“ im präventiv und prophylaktisch operierenden Sozialstaat.

    Das was Rifkin als Homo Empathicus darstellt, ist im Prinzip auch ein Homunculus.