Solarworld ist mal wieder pleite

3. April 2018 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Photovoltaik

frank_asbeckEinst, ja einst war die deutsche Solar-Branche das grüne Zugpferd in die schöne, neue Welt der Erneuerbaren Energien. Ja wäre da nicht bloß nicht die Konkurrenz aus dem Ausland. Immer mehr Solarunternehmen stehen nun vor der Insolvenz. Neben Suntech und Conergy und der Gehrlicher Solar AG hat es bereits 2013 auch Solarword erwischt.

Seit 2010 folgt in der Solar-Branche Pleite auf Pleite – seit 2010 meldeten über 20 deutsche Firmen Insolvenz an. U.a. die Solar City AG, Solon, Q-Cells, Sovello, Suntech, die Gehrlicher Solar AG und Solarworld.

Einst, ja einst trat Frank Asbeck der Chef von Solarworld noch so auf:

2013 war Solarworld das erste Mal fast pleite.

2015 folgte nach der „Rettung“ von Solarworld dann fast die zweite Pleite.

Frank Asbeck ist Gründungsmitglied der Grünen und eine der schillerndsten Gestalten im Bereich der Erneuerbaren Energien. Mit Solarworld machte er Millionen, lebt in einer Villa und besitzt ein Landgut und eigenes Schloss, fährt Maserati mit 300 PS und wird von der Politik hofiert. Solarworld befindet sich inzwischen im tiefen Fall. Die Investoren und Aktionäre haben einen Großteil ihres Geldes verloren und alle Fördergelder vom Steuerzahler sind futsch. Asbeck hat unterdessen sein Geld ins Trockene gebracht und lebt und residiert wie ein Schlossherr und Sonnenkönig. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Asbeck schloss 1982 ein Studium der Agrarwissenschaften als Diplom-Ingenieur ab. Im Dezember 1979 gehörte er mit Petra Kelly, Gert Bastian, Michael Vesper und anderen zu den Gründungsmitgliedern des ersten grünen Landesverbandes in Hersel bei Bonn. In den Jahren danach war er einige Zeit als jüngstes Fraktionsmitglied im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises aktiv, ehe er sich 1987 aus der aktiven Politik zurückzog. Er ist bis heute Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen.

1998 gründete Asbeck die Firma Solarworld, die er 1999 an die Börse brachte. Seit 2012 steht das Unternehmen in der Krise und schreibt rote Zahlen. Die drohende Insolvenz konnte gerade noch abgewendet werden, die Aktienkurse fielen in den Keller und die Aktionäre haben einen Großteil des investierten Geldes verloren. Die Fördergelder vom Steuerzahler sind ebenfalls futsch. Asbeck brachte sein Aktienvermögen noch rechtzeitig ins Trockene. Kritikern und Aktionären schickt Asbeck zum Trost ein Buch mit Widmung zu.

Der bekennende Legastheniker lebt mit seiner Ehefrau und drei Kindern in der Villa Cahn im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg und fährt einen Maserati mir 300 PS, denn einer muss ja die Solarindustie voran bringen und die Ölreserven aufbrauchen, wie Asbeck selbst sagt.

2008 erwarb er das Gut Calmuth bei Remagen und damit das Gelände der ehemaligen Internationalen Film-Union GmbH, um sich dort seinem Jagdhobby widmen zu können. 2008 schenkt Asbeck Papst Benedikt eine Solaranlage für den Vatikan und erhält 2009 eine Audienz beim Papst. 2012 erwarb er vom Entertainer Thomas Gottschalk für über 5 Millionen Euro das Schloss Marienfels, auch um sein Jagdrevier auszuweiten. Ein eigenes Löwengehege war auf seinen Anwesen auch geplant, scheiterte aber an der Umsetzung.

Die Solarworld-Aktie verweilt seit 2014 unterdessen weiter im Keller. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) äußert: Solarworld habe 2014 so viel Kapital seiner Aktionäre verbrannt wie kein anderes solventes Unternehmen. Die Aktie des Unternehmens, das nur knapp einer Insolvenz entronnen ist, verlor allein 2014 fast 82 Prozent an Wert, seit 2010 ging der Kurs um 99,5 Prozent in den Keller. Damit führt Solarworld die DSW-Liste der „größten Kapitalvernichter“ in Deutschland an.

Jetzt folgt die dritte, bzw. vierte Pleite.

SolarWorld, einstiger Premium-Hersteller von Solarprodukten und Hoffnungsträger der deutschen PV-Industrie, hat binnen eines Jahres zum zweiten Mal Insolvenz anmelden müssen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte den Insolvenzantrag Mitte letzter Woche.

SolarWorld war bereits im Mai letzten Jahres in die Insolvenz gegangen. Firmengründer Frank Asbeck hatte jedoch Teile des Unternehmens mit eigenem Kapital und finanzieller Unterstützung aus Katar vorläufig retten können. Zum damaligen Zeitpunkt arbeiteten noch rund 3.000 Beschäftigte für SolarWorld – von der aktuellen Pleite sind etwa 650 Mitarbeiter in zwei Werken sowie der Bonner Firmenzentrale betroffen. Die Aktie ist seit 2014 nichts mehr wert.

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7 Kommentare
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  1. Dies sind doch gewiss Fakten über Solarworld, auch wenn sie in sogenannten ‚alternativen‘ Medien publiziert werden !?!

    Unser Bundespräsident hat da grundsätzliche Skepsis jenen Medien gegenüber, die nicht auf regierungsamtlichen Kurs liegen:

    Steinmeier geht es aber in Wahrheit um ein Ende solcher die politische Klasse gefährdenden öffentlichen Debatten und Diskurse, wenn er fragt: „Wie sollen wir die sehr realen Probleme unserer Zeit, etwa den Klimawandel, gemeinsam anpacken, wenn politische Kräfte sich einfach weigern, Forschungsergebnisse anzuerkennen oder schlicht bestreiten, dass es Erkenntnisse gibt, die der eigenen Sichtweise widersprechen?“

    https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/steinmeier-mit-bertelsmann-stiftung-forum-bellevue-zur-zukunft-der-demokratie-der-betreuten/

    Vermutlich kam Steinmeier nicht zu der Erkenntnis, als er in den Spiegel sah.

  2. Was nicht sein darf (herrschende Lehre/Mainstram) nicht sein kann. In totalitären Systemen ist das gängige Praxis. Bei der Kanzlerin mag die Erinnerung an Schulzeit und Studium im „besseren Teil“ Deutschlands mitschwingen, aber der Präsident?
    Die katholische Kirch beötigte Jahrhunderte um ein paar Naturgesetze anzuerkennen. (für die Menschen auf der Erde hing aber kaum etwas fim Alltag davon ab) Die Ökogläubigen werden aber sehr schnell von Naturgesetzen bestraft werden.
    Den Klimawandel müssen wir meistern, so wie die Natur es schon immer getan hat. Mit der Energiewende sägen wir uns nur das eigenene Standbein ab. Mit der „Klimakastrophe als Geschäftsmodell“, geben wir uns den Rest. Von unserem Präsidenten hätte ich mir mehr neutralen Verstand gewünscht. Aber wie wurde er auf den Schild gehoben und von woher?.

  3. Wenn noch jemand lachen will:

    BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sehen in der Erzeugung Erneuerbarer Energien einen Schlüssel für eine nachhaltige Wirtschaftsweise und wollen eine wettbewerbsfä- hige Solarindustrie als industriellen Schwerpunkt in der EU.

    ….industrieller Schwerpunkt in der EU. Wahlprogramm 2013.

  4. Lustiges Herangehen an die Situation -- wieder einmal hier im Blog.

    Nein, man muss Hr. Asbeck nicht mögen und die Entwicklung der dt. Solarindustrie ist nicht nur für die Investoren, sondern auch für hunderttausende Beschäftigte ein Problem. Nur sollten sich einige hier fragen, warum wohl diese Industrie hier in Deutschland insolvent wurde und zum Großteil jetzt ausländischen Eigentümern gehört. Denn die Produktion und Installation von Fotovoltaik erreicht jährlich neue Rekorde -- im weltweiten Maßstab.

    Nur in Deutschland hat die Politik nach einer beispiellosen Irrfahrt bei den Einspeisevergütungen nun den „atmenden Deckel“ formuliert, dessen offiziell propagierte „Ausbau-„Ziele in den letzten Jahren nicht annähernd erreicht wurden. Die Firmen haben damals viel investiert -- in Forschung und in neue, effiziente Produktionsanlagen. SolarWorld baute bspw. am Standort Freiberg nicht nur eine Forschungseinrichtung zusammen mit der TU Bergakademie, sondern auch (damals) zwei hocheffiziente Standorte zur Zell- und Modulproduktion auf. Gerade als die Produktion im großen Maßstab hätte anlaufen können grätschte die Politik ein …
    Es dürfte für jede Firma ein Problem sein, wenn man viel (Fremd-)Kapital in Investitionen gesteckt hat, der Markt für die Produkte dann aber politisch einreguliert wird. Man stelle sich vor, die Autoindustrie hätte im Vierteljahresrhyth­mus mit sich ändernden Gesetzen zu tun …

    Genau die Technologien, die hier entwickelt wurden und genau die Produktionsanlagen, die hier entwickelt wurden stehen heute tausendfach in China und produzieren Jahr für Jahr steigende PV-Kapazitäten. Weder Lohn- noch Energiekosten sind /waren das Problem, sondern der politisch abgewürgte deutsche Markt.

    Aber sicher wissen einige hier, dass ich völlig falsch liege und werden mich aufklären … 😉

  5. Die erste Solarzellenfabrik in China wurde von DE da hingestellt und von irgend einem Minister eröffnet und feierlich übergeben.

  6. Wundert mich ja schon, dass man in der Welt der Photovoltaik noch Pleite gehen kann.

  7. #6 wieso?

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