Sonnenstrom aus Mondlicht? Bullshit!

24. März 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Photovoltaik

631px-FullMoon2010Vor ein paar Wochen machte die Idee des deutschen Architekten André Brößel die Runde, Licht mit Hilfe einer Glaskugel auf eine Solarzelle zu fokussieren und so den Wirkungsgrad dramatisch zu erhöhen. Von der Presse wurde das Konzept begeistert aufgenommen. Und auch eine Crowdfunding-Aktion verlief äußerst erfolgreich. Was von der neuartigen Technologie zu halten ist, und vor allem wie sinnvoll der Vorschlag ist, der in den meisten Überschriften zu lesen war, nämlich dass man mit dem Gerät selbst aus Mondlicht Strom erzeugen könne, damit hat sich der Physiker Markus Pössel bei SciLogs näher auseinandergesetzt. Mit, na ja, ernüchternden Ergebnissen.

Von der Sonne empfangen wir rund 400.000 Mal mehr Strahlungsenergie als vom Vollmond. (Das findet man durch einfaches Googlen, oder kann es aus den scheinbaren Helligkeiten ausrechnen.) Und das ist, wie gesagt, bei Vollmond. Während der anderen Phasen ist das Mondlicht noch deutlich schwächer, und in jenen Zeiten, wo Mond und Sonne gleichzeitig am Himmel stehen, wird man die Fotozellen auch tunlichst so ausrichten, dass sie das Sonnenlicht einfangen.

Small data – gerade mal ein paar Zahlen. Aber mit denen muss man quantitativ umgehen (können).

Selbst bei einer um einen Faktor vier gesteigerten Effizienz der Solarzellen – es bleibt ein Missverhältnis Sonne zu Mond von im besten Falle rund einhunderttausend. Im Vergleich mit der Möglichkeit, elektrische Leistung vom Vortage in einer Batterie zwischenzuspeichern (so eine Batterie wird erwähnt), dürfte das Mondlicht damit keine nennenswerte Rolle spielen.

Grob quantitativ: Selbst, wenn ich nur während 2 Sonnenstunden des Tages nur ein Prozent der elektrischen Leistung meiner Fotozelle in einer Batterie speichere und in der Nacht davon dann nur die Hälfte davon zurückbekomme (im Vergleich mit den hier angegebenen Wirkungsgraden für Energiespeicher ein eher schlechter Wert) ist das noch einige hundert Male mehr Energie, als ich sie nachts durch Vollmondlicht bekomme.

Titelbild: Full Moon von Gregory H. Revera via Wikimedia Commons

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5 Kommentare
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  1. Grob quantitativ: Selbst, wenn ich nur während 2 Sonnenstunden des Tages nur ein Prozent der elektrischen Leistung meiner Fotozelle in einer Batterie speichere und in der Nacht davon dann nur die Hälfte davon zurückbekomme (im Vergleich mit den hier angegebenen Wirkungsgraden für Energiespeicher ein eher schlechter Wert) ist das noch einige hundert Male mehr Energie, als ich sie nachts durch Vollmondlicht bekomme.

    …ABER dies auch nur, wenn der Vollmond nicht von Wolken verhangen ist.

  2. Ich darf darauf hinweisen, dass es für die nächtliche Solarstromerzeugung bereits wesentlich effektivere Anlagen gibt:

    Wie in Spanien auch nachts Solarstrom produziert wird
    Einige Anlagen in Kastilien-La Mancha, den Kanarischen Inseln und Andalusien sollen mitten im Winter zwischen 19 Uhr und 7 Uhr, als es stockdunkel war, reichlich Strom eingespeist haben

  3. In den EEX-Daten sieht man den Vollmond. 🙂

    Allerdings:

    Bei dämlichen Ideen steckt oft ein Architekt dahinter 😉
    Siehe z.B. hier:
    https://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/freiburger-will-den-wind-direkt-am-strommast-ernten--49543527.html

    mfg

  4. @ Tritium #2
    Ganz falscher Link Tritium, ganz falscher Link… Diese Meldung war einen Tag vorher 🙂

  5. „Und auch eine Crowdfunding-Aktion verlief äußerst erfolgreich“

    Da es auch den Leuten vom Berliner Institut für Festkörper-Kernphysik , http://festkoerper-kernphysik.de/treatises , den Miterfindern des http://dual-fluid-reaktor.de/iaea-fr13-proceeding an den zur Weiterentwicklung ihrer Idee erforderlichen finanziellen Mitteln zu fehlen scheint , hier an alle, welche sich sowohl in diesem Forum als auch bei EIKE engagieren, die Frage:
    Wäre es nicht angesagt, zur Mittelbeschaffung nicht nur zu Spenden aufzurufen sondern eine Crowd-Funding – Initiative zu starten?

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