Spanien erzeugt Solarstrom mit Diesel-Generatoren

15. April 2010 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Profiteure

In Spanien wird derzeit ein Skandal ganz besonderer Qualität aufgedeckt. Bei Inspektionen ist dort herausgekommen, dass einige Solarkraftwerke auch in der Nacht in der Lage waren, Strom zu produzieren. Damit wurde offensichtlich bestätigt, was wir in Deutschland spätestens seit den 70er Jahren schon wussten. Die Sonne scheint bei Tag und Nacht….Eviva España.

Weil aber die spanischen Inspektoren dieses Lied offenbar nicht kannten, suchten sie nach einer anderen Erklärung für dieses wundersame Phänomen – und wurden fündig. Die Betreiber der Solarkraftwerke hatten der Kraft der Sonne offenbar dadurch nachgeholfen, dass sie Diesel-Generatoren mitlaufen ließen und den so erzeugten Strom als teuren Solarstrom deklariert mit ins Netz einspeisten.

Der bisherige Schaden durch den Betrug wurde auf 2,6 Millionen Euro beziffert. Die nächtlichen Einspeisungen wurden bei Kraftwerken in La-Mancha, den Kanarischen Inseln und Andalusien festgestellt. Nach Angaben eines Branchenexperten stellt diese Summe aber nur die Spitze des Eisbergs dar. Schließlich ist es nicht möglich festzustellen, wie viel Strom am Tage mit diesen Generatoren produziert und illegal ins Netz eingespeist wurde.

Den Medien in Deutschland war dieser Fall bislang noch keine Berichterstattung wert, lediglich in der liberalen Schweiz wurde in den Zeitungen darüber berichtet.

Man darf gespannt sein, was sich die Branche als nächstes einfallen lässt. Einen besonders kreativen Vorschlag machte der amerikanische Blogger Anthony Watts. Warum nicht auch nachts Strom erzeugen, indem man die Solarzellen mit 16.000 Watt Flakscheinwerfern bestrahlt, die man mit günstigem Nachtstrom betreiben kann. Damit schafft das Erneuerbare-Energien-Gesetz, woran die klassische Physik bisher gescheitert ist. Die Erzeugung eines funktionierenden Perpetuum Mobile.

Quellen:

El Mundo (Google Translate)
bluewin.ch – Schwindel mit Solarstrom in Spanien aufgeflogen

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10 Kommentare
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  1. Spassig finde ich fernerhin die Idee, da der Solarstrom ja recht teuer ist, mit Lampen, die konventionell erzeugten Strom vewenden, nachts zur Bestrahlung der Solaranalgen herngezogen werden könnten ;.)
    [stand ursprünglich bei http://klimablog.blog.de/ zu diesr Story, scheint abe rverschwunden zu sein]

  2. Hallo herr Kipp,
    Ich denke der Energieerzeuger der Zukunft, hat ein Kernkraftwerk in Frankreich, einen Photovoltaik-Park in Deutschland, einen Windpark im Wattenmeer und viele Kohlekraftwerke in Polen mit günstigen CO2 Zertifikaten.
    Ich meine sind wir mal ehrlich, mit Diesel zu arbeiten ist reine Verschwendung und auch zu teuer.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  3. Hallo,
    es war zu erwarten..
    Gruss Yogi

  4. Hallo Herr Heß,

    Dann muss bis dahin die Eurokratie noch deutlich an Macht dazu gewinnen. Bisher kann ich noch nicht sehen, wie die Franzosen in einer Art europäischem Verbund unseren teuren Photovoltaik- und Windstrom kaufen, wenn sie die billige Kernkraft zu Hause nutzen. Ansonsten hätte Deutschland ein massives Problem, weil es sein Bürger und die Industrie mit sauteurem Strom versorgen muss und dazu noch gezwungen ist, die Grundlast in Frankreich oder Polen zuzukaufen.

    Energiepolitische Unabhängigkeit, eines der Hauptargumente vieler 100% EE Fanatiker, wird durch sogenannte Regenerative bestimmt nicht erreicht. Eher das Gegenteil davon. Wir sind doch jetzt schon dabei, uns durch unsere starke Gasabhängigkeit, zu stark an einzelne Partner, wie etwa Russland, zu binden.

    Solche Sachen, wie die teure Produktion mit Dieselaggregaten lohnt natürlich nur, wenn der Abnahmepreis durch Subventionen extrem hoch ist. Ein Dieselaggregat verbraucht um 200g Diesel pro kWh. Sie benutzen natürlich Heizöl. Ein Liter Heizöl erzeugt etwa 4 kWh an Strom. Bei 30 cent/kWh und einem Heizölpreis von vielleicht 60 Cent/L haben Sie 15 Cent pro eingespeister kWh verdient. Das läppert sich.

    Ich bin mir allerdings sicher, dass es da noch viel ausgefuchstere Methoden gibt, mit Hilfe des EEG unberechtigte Subventionen abzuzocken.

    Viele Grüße,
    Rudolf Kipp

  5. Bei Windkraftanlagen hat man bereits vor Jahren angeblich (unter vorgehaltener Hand) ein ähnliches Prinzip praktiziert, um mit Dieselgeneratoren vorzugaukeln, eine Windkraftanlage würde bereits funktionieren und laufen, um noch vor Jahreswechsel die erhöhten Einspeisevergütungen des „alten Jahres“ zu erhalten. Bei den PV-Solaranlagen in Spanien kannte man „diese Methode“ wohl auch…

  6. Paßt doch perfekt zu unseren Klimaschutz-Politikern. Auch die treibt etwas ganz anderes an, als der doofe Wähler weiß und bezahlt.

    Konrad Fischer
    Politketzer

  7. An die Fachleute: Wäre es dann auch möglich (technisch , politisch und praktisch), eine Windmühle ohne viel Aufhebens mit günstigem sog. konventionellen Strom zu betreiben und selbigen als „grünen“ Strom mit allen finanziellen Vorteilen zu verkaufen?

    Walterle, der Weißnitviel

  8. Hallo, Walterle
    klar geht das! Besorge Dir einen alten Leonard- Satz, lasse den Antriebsmotor aus dem (konventionellen) Drehstromnetz speisen, sorge für intermittierende Spannungabgabe (Gleichspannung in den Wechselrichter des Storchenshredders) durch zufällige Variierung der Erregermaschine und achte darauf, das das Ding sich bei absoluter Windstille sich nicht dreht (wegen der Rückspannung des Leonard- Satzes)
    Politisch wird die deutsche Zipfelmütze von ihrer Obrigkeit so oft betrogen, da kann man das Gleiche auch mit denen tun. Praktisch: Drin ist alles…..(und es ergibt sich ein grünes Perpetuum mobile!!)
    Viel Spass!!
    Gruss Yogi

  9. @Yogi Baer
    Jupp, so könnte es laufen :)
    wobei ich den alten flagscheinwerfer immer noch super finde:)

  10. Unser Stromnetz ist ein 3-Phasen-Netz. Die drei Phasenleitungen werden mit L1, L2 und L3 bezeichnet (alte Bezeichnung: R -- S -- T).
    Die Sonne liefert über die PV-Module kostenlosen Gleichstrom, welcher per Wechselrichter in Wechselsspannung umgewandelt und in die Phasenleitung L1 eingespeist wird. Das ist der normale Vorgang für zahllose Kleinanlagen auf den Dächern.

    Nun lassen sich aber an die Phasenleitungen L2 und L3 jeweils ein Gleichrichter betreiben, welche gleichspannungseitig parallel zu den PV-Modulen geschaltet werden und dann zusammen über den Wechselrichter in die Phasenleitung L1 rückspeisen. Die PV-Module funktionieren nur am Tag, die beiden Gleichrichter am Netz L2 und L3 aber ununterbrochen, also auch des nachts. Der über die Phasenleitungen L2 und L3 bezogene Netzstrom kostet ca. 25 cts/kWh, der von L2 und L3 per Umrichtung nach L1 in das Netz zurückgespeiste Strom wird als PV-Strom definiert und entsprechend höher vergütet.

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