Stefan Rahmstorf: Das Golfstromsystem schwächt sich durch die globale Erwärmung ab und bringt uns Hitzesommer. Die Öllobby wie Exxon steckt hinter den Klimaskeptikern!

16. April 2018 | Von | Kategorie: Blog, Daten, Klimawandel, Kurioses, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Wissenschaft

Rahmstorf2008Mal wieder warten das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Herr Prof. Rahmstorf mit neuen Schreckensmeldungen aus Potsdam auf. Das Golfstromsystem ist ein alter Hut, mit dem Herr Rahmstorf seit 1999 immer wieder in die Medien auftaucht. Im Jahre 2000 wurde diesbezüglich sogar der Film Klimadedektive gedreht, im dem auch Herr Rahmstorf auftritt. Das Schreckenszenario, dass Golftsromsystem versiegt infolge der globalen Erderwärmung und stürzt Europa in eine neue Eiszeit. Aussagen tauchen in dem Film auf wie: Die Leistung von einer Millionen Großkraftwerken würde durch das kippende Golfstromsystem auf einmal verschwinden. Wir hätten auf einmal ein Klima wie in Alaska und Sibirien. Das Golfstromsystem könnte durch vermehrten Süßwassereintrag zum Stottern kommen und innerhalb weniger Jahre gänzlich ausfallen. Es würde in Europa um mindestens 5°C kälter. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei um einiges größer als für einen Kernkraftwerks-GAU. „Während der Rest der Erde sich erwärmt wird es in Europa unter Umständen kälter“, so Rahmstorf im Jahre 2000. Dies zeigt auch eine Simulation von Herrn Rahmstorf aus dem Jahr 2008. Der komplette Nordatlantik, einschließlich England und Skandinavien und Nord-Westeuropa werden blau, also kalt. Der Rest wird Welt wird rot, warm.

In der letzten Woche geht Herr Rahmstorf mit einer neuen Theorie zum Golfstromsystem an die Öffentlichkeit. In seinem Blog der KlimaLounge und im Morgenmagazin im ZDF mit Dunja Hayali berichtet Herr Rahmstorf, dass das Golfstromsystem seit Mitte des 20. Jahrhunderts um 15% schwächer geworden sei, dieser Prozess sich beschleunigen würde und das auf die globale Erderwärmung durch die Menschen zurückzuführen sei. Weiter berichtet er, dass uns dies keine Kälte bringt, sondern anders als erwartet wärmere Sommer, bzw. Hitzesommer, durch Warmluftzufuhr aus dem Süden. Das komplette Abreißen des Golfstromsystems sei nun eher unwahrscheinlich geworden. Nun ja, die einstige Theorie im völlig neuen Gewandt. In weiteren 20 Jahren wird das Golfstromsystem infolge der globalen Erwärmung dann vielleicht stärker, weil in Warmzeiten schon immer die sog. Nordatlantische Oszillation zwischen Islandtief und Azorenhoch besonders stark war und durch die starken Westwinde den warmen Golfstrom über den Nordatlantik als Nordatlantikstrom zu uns getrieben hat? Ist aber nur so eine Theorie.

Update 17.04.2018

Mit Bodenecholoten wurde von der Universität Bremen über 21 Jahren der Nordatlantikstrom vermessen und es wurden kein (negativer) Trend in den Transportraten festgestellt. Kurzfristige Schwankungen um mehr als 30 % sind zudem normal.

Schwankungen im Nordatlantikstrom: kein Trend in Sicht

Wissenschaftler der Universität Bremen untersuchen Langzeit-Schwankungen beim Wassermassentransport des Golfstroms in den Nordatlantik. Ihre Studie ist jetzt im „Journal of Geophysical Research“ vorgestellt worden.

Das Szenario wird oft beschrieben: Der Nordatlantikstrom (NAC) als Fortsetzung des Golfstroms wird schwächer. Europa wird sich abkühlen. Mit der Frage, ob es so kommt, haben sich Wissenschaftler der Universität Bremen beschäftigt. Ihre Aussage: Bei den Transport-Schwankungen wärmerer Wassermassen in den Nordatlantik ist derzeit kein Trend nachweisbar.

Golfstrom

Professorin Monika Rhein und ihrem Team vom Institut für Umweltphysik und dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) ist es erstmals gelungen, eine 21-jährige kontinuierliche Zeitreihe der Stärke des Nordatlantikstroms (NAC) beim Einströmen vom West- in den Ostatlantik zu erstellen. Die Ergebnisse wurden soeben im renommierten Fachjournal „Journal of Geophysical Research“ veröffentlicht. „Dies ist die erste Studie, die langfristige Transport-Schwankungen aus dem offenen Nordatlantik liefert“, sagt die Bremer Umweltphysikerin Monika Rhein.

Möglich wurde dies durch den Einsatz von Bodenecholoten, die in einer Nord-Süd-Linie am Mittelatlantischen Rücken über mehrere Jahre verankert waren. „Unsere Messungen zeigen, dass der NAC beim Einstrom in den Ostatlantik immer noch halb so stark ist wie der Golfstrom in der Floridastraße“, erläutert Dr. Achim Roessler, der Erstautor der Studie, „aber die Stärke kann über vier bis neun Jahre hinweg um mehr als 30 Prozent schwanken“.

Publikation: Roessler, A., M. Rhein, D. Kieke, and C. Mertens (2015), Long-term observations of North Atlantic Current transport at the gateway between western and eastern Atlantic, J. Geophys. Res., 120, doi:10.1002/2014JC010662.

Update 18.04.2018

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15 Kommentare
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  1. Nehmen wir mal an die Konjunktivwissenschaft des PIK sei richtig und es gäbe hier in Mitteleuropa heißere Sommer in Zukunft.
    Da muss ich aus meiner Erfahrung in heißen Gegenden dieser Erde feststellen, dass es nervt wenn man ohne Klimaanlage arbeiten und wohnen muss. Aufhalten lässt sich das ja offensichtlich eh nicht, da es ja schon einige Zeit lang abläuft. Meines Erachtens sollten wir deshalb so schnell wie möglich das EEG und den PV/Wind Unsinn beenden und lieber mit den Milliarden in Klimasysteme investieren.

  2. Schönes Beispiel für die nicht vorhandene Falsifizierbarkeit (= nicht vorhandene Wissenschaftlichkeit) des Klimaalarmismus. Es wird wärmer! Aber halt, es kann auch kälter werden. Aber halt! Kälter kann auch wieder wärmer bedeuten. Es gibt überhaupt keine Beobachtung, die die These widerlegen könnte, sondern jede mögliche Beobachtung wird immer nur als ihre Bestätigung interpretiert.

  3. Dr. Rahmstorf ist eigentlich keinen Vorwurf zu machen, denn Kaffeesatzleser und Verschwörungstheoretiker gibt es immer wieder. Auch glaube ich nicht, dass er so einen Unsinn erfindet, um sich dann von der McDonald-Stiftung eine Million abzuholen. Er glaubt wirklich, das es wärmer und kälter wird … auch wenn sich in Kürze erstmal nicht viel verändert.
    Das Problem ist, dass die gesamte Wissenschaftswelt, Politik und Medien derartige Fake News immer wieder pushen und befördert. Ich glaube aber auch bei jenen nicht an eine perfide hidden Agenda, einen Plan, sondern schlichte ideologische Verblendung. Diese hat wohl kollektive Dimensionen erreicht und schaukelt sich auf:

    Man kauft sich einfach ein paar Prophets of Doom und hört dann voller Überraschung, welche Horrorszenarien sie erfunden haben. Und irgendwie werden sie schon recht haben. Ganz gewiss wird es wärmer … und kälter … wenn nicht in 10 Jahren, dann vielleicht in 100 Jahren … oder 1000 Jahren … oder 1 Million Jahren. Aber die Wissenschaft hat immer recht. Das Unheil wird kommen!

  4. Außerdem ist der Umgang mit Kritikern ein Witz. Die Interviewerin erzählt lediglich dass Rahmstorf „Shitstorms“ „im Netz“ ernte, ohne irgendeines der Gegenargumente zu zitieren. Rahmstorf nimmt die Vorlage an und antwortet mit einem ad hominem, die Kritiker betrieben „Vernebelungstaktiken“ und seien alle von bezahlt. Widerlegungen gehen anders.

  5. #4 hieß … alle von „böse Firma“ bezahlt.

  6. Zuerst hieß es, es wird wärmer wegen der globalen Erwärmung.

    Dann, es wird im Winter bei uns kälter wegen des schwindenden Meereises und der globalen Erwärmung.

    Und wegen des sich abschwächenden Golfstromsystems.

    Dann, es wird in Sommer bei uns heißer wegen des schwindenden Meereeises und der globalen Erwärmung. Mehr Omegalagen.

    Und wegen des sich abschwächenden Golfstromsystems.

    Warm macht kalt und Kalt macht warm. Damit haben wir jetzt alles abgedeckt. Egal was kommt, man kann es immer mit der globalen Erwärmung begründen. 😉

    Und klar, Exxon ist an er ganzen Leugnerdebatte und an den Shitstorm Schuld. Ich frage mich auch welcher Shitstorm? Soweit ich das sehe setzt die Kritik gegen Rahmstorf auf Argumente. Zudem hat Herr Rahmstorf eine „schwarze Liste“ auf welchen seine „Leugner“ stehen. Keiner davon wird durch Exxon, oder eine Lobby finanziert.

  7. @Landvoigt

    Die Theorie zum Versiegen des Golfstroms stammt auch nicht von Rahmstorf sondern von Wallace Broecker. Rahmstorf hat die übernommen und nur weiter ausgeschmückt und dafür 1999 seinen Jahrhundertpreis erhalten. Heute schmückt er die Theorie weiter aus. Und vermutlich hat er sich so intensiv damit über 3 Jahrzehnte beschäftigt, dass er das inzwischen selbst glaubt. Und richtig, die Medien sind so verblendet, dass die Bad-News inzwischen auch für wahr halten. Siehe Tschernobyl, Fukushima, Stickoxide, Glyphosat, etc…

  8. Ach so, meine ehemaligen Arbeitskollegen haben 2015 das festgestellt:

    Schwankungen im Nordatlantikstrom: kein Trend in Sicht

    Wissenschaftler der Universität Bremen untersuchen Langzeit-Schwankungen beim Wassermassentransport des Golfstroms in den Nordatlantik. Ihre Studie ist jetzt im „Journal of Geophysical Research“ vorgestellt worden.

    Das Szenario wird oft beschrieben: Der Nordatlantikstrom (NAC) als Fortsetzung des Golfstroms wird schwächer. Europa wird sich abkühlen. Mit der Frage, ob es so kommt, haben sich Wissenschaftler der Universität Bremen beschäftigt. Ihre Aussage: Bei den Transport-Schwankungen wärmerer Wassermassen in den Nordatlantik ist derzeit kein Trend nachweisbar.

    Professorin Monika Rhein und ihrem Team vom Institut für Umweltphysik und dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) ist es erstmals gelungen, eine 21-jährige kontinuierliche Zeitreihe der Stärke des Nordatlantikstroms (NAC) beim Einströmen vom West- in den Ostatlantik zu erstellen. Die Ergebnisse wurden soeben im renommierten Fachjournal „Journal of Geophysical Research“ veröffentlicht. „Dies ist die erste Studie, die langfristige Transport-Schwankungen aus dem offenen Nordatlantik liefert“, sagt die Bremer Umweltphysikerin Monika Rhein.

    Möglich wurde dies durch den Einsatz von Bodenecholoten, die in einer Nord-Süd-Linie am Mittelatlantischen Rücken über mehrere Jahre verankert waren. „Unsere Messungen zeigen, dass der NAC beim Einstrom in den Ostatlantik immer noch halb so stark ist wie der Golfstrom in der Floridastraße“, erläutert Dr. Achim Roessler, der Erstautor der Studie, „aber die Stärke kann über vier bis neun Jahre hinweg um mehr als 30 Prozent schwanken“.

    http://klimaschutz-netz.de/index.php/klimawissenschaften/1440-golf-strom-schwankt-in-seiner-intensitaet

    Bei Monika Rheins Vorgänger hatte ich gearbeitet. Mit den Bodenecholoten wurde über 21 Jahren der Nordatlantikstrom vermessen und es wurden kein (negativer) Trend in den Transportraten festgestellt. Schwankungen um mehr als 30 % sind zudem normal!

    Publikation: Roessler, A., M. Rhein, D. Kieke, and C. Mertens (2015), Long-term observations of North Atlantic Current transport at the gateway between western and eastern Atlantic, J. Geophys. Res., 120, doi:10.1002/2014JC010662.

  9. Im Blog von Herrn Rahmstorf habe ich gerade diesen Kommentar zweimal abgeschickt:

    @Prof. Rahmstorf

    Aus meiner Ex-Arbeitsgruppe an der Uni Bremen kommen diese Messergebnisse zum Golfstromsystem:

    Mit Bodenecholoten wurde von der Universität Bremen über 21 Jahren der Nordatlantikstrom vermessen und es wurden kein (negativer) Trend in den Transportraten festgestellt. Kurzfristige Schwankungen um mehr als 30 % sind zudem normal.

    Schwankungen im Nordatlantikstrom: kein Trend in Sicht

    Wissenschaftler der Universität Bremen untersuchen Langzeit-Schwankungen beim Wassermassentransport des Golfstroms in den Nordatlantik. Ihre Studie ist jetzt im „Journal of Geophysical Research“ vorgestellt worden.

    Das Szenario wird oft beschrieben: Der Nordatlantikstrom (NAC) als Fortsetzung des Golfstroms wird schwächer. Europa wird sich abkühlen. Mit der Frage, ob es so kommt, haben sich Wissenschaftler der Universität Bremen beschäftigt. Ihre Aussage: Bei den Transport-Schwankungen wärmerer Wassermassen in den Nordatlantik ist derzeit kein Trend nachweisbar.

    Professorin Monika Rhein und ihrem Team vom Institut für Umweltphysik und dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) ist es erstmals gelungen, eine 21-jährige kontinuierliche Zeitreihe der Stärke des Nordatlantikstroms (NAC) beim Einströmen vom West- in den Ostatlantik zu erstellen. Die Ergebnisse wurden soeben im renommierten Fachjournal „Journal of Geophysical Research“ veröffentlicht. „Dies ist die erste Studie, die langfristige Transport-Schwankungen aus dem offenen Nordatlantik liefert“, sagt die Bremer Umweltphysikerin Monika Rhein.

    Möglich wurde dies durch den Einsatz von Bodenecholoten, die in einer Nord-Süd-Linie am Mittelatlantischen Rücken über mehrere Jahre verankert waren. „Unsere Messungen zeigen, dass der NAC beim Einstrom in den Ostatlantik immer noch halb so stark ist wie der Golfstrom in der Floridastraße“, erläutert Dr. Achim Roessler, der Erstautor der Studie, „aber die Stärke kann über vier bis neun Jahre hinweg um mehr als 30 Prozent schwanken“.

    Publikation: Roessler, A., M. Rhein, D. Kieke, and C. Mertens (2015), Long-term observations of North Atlantic Current transport at the gateway between western and eastern Atlantic, J. Geophys. Res., 120, doi:10.1002/2014JC010662.

    MfG

    Michael Krüger

  10. „Danke der Nachfrage, dem Golfstrom geht es gut“, sagt Monika Rhein jedenfalls, wenn sie darauf angesprochen wird.

  11. PS

    Monika Rhein hat übrigens im letzten globalen Report des Weltklimarates (IPCC) vor fünf Jahren das Kapitel über die Ozeane mitverfasst.

  12. Weil der Rahmi mal ein Thermometer in einen Ozean gehalten hat ist er jetzt Ozeanograph ? 😀

  13. In der Veröffentlichung von Prof. Rahmstorf geht es eigentlich um den sog. „cold blob“:

    Wikepedia:
    The cold blob in the North Atlantic describes a cold temperature anomaly of ocean surface waters, affecting the Atlantic Meridional Overturning Circulation (AMOC) which is part of the thermohaline circulation, possibly related to global warming-induced melting of the Greenland ice sheet.

    Diese Anomalien gibt es offensichtlich auch auf der Südhalbkugel in der Nähe der Antarktis. Sie sind wohl nicht so gut erforscht.

  14. @Krishna

    Es gibt die angewandte Ozeanographie und die theoretische Ozeanographie. Auch am AWI. Zwei unterschiedliche Fachbereiche, die nicht viele Schnittmengen haben. 1. fahren z.B. auf der Polastern, etc. mit. 2. sitzen ausschließlich vorm Computer. Zur 2. Fraktion gehört auch Herr Rahmstorf, Rahmstorf ist ja auch theoretischer Physiker. Monika Rhein ist Prof. für angewandte Ozeanographie. Die messen halt vor Ort. Z.B. mit Bodenecholoten. Etwas was Herrn Rahmstorf nicht so vertraut ist. Er hat aber mal einen Wasserschöpfer an Bord eines Schiffes geholt.

  15. PS

    Ich sehe gerade Herr Rahmstorf stimmt mir bzgl. der Messwerte zu.

    https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/staerkere-belege-fuer-ein-schwaecheres-golfstromsystem/#comment-82153

    Die Folgekommentatorin ist aber wirklich sauer.

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